Ausgabe 
9.7.1921
 
Einzelbild herunterladen

!?

Unterhaltung♦ Erhebung♦ Helehmng^n... >

$ ;?

Waldersees (Erinnerungen

f?

Parabel.

Wie bereits kurz gemeldet wurde,

beabsichtigt

eine neue

eoLnn ift Tr Kunstwerk wurde, namensQueft" unternommen, und die neuesten

Sckrtttsteller mit un£ po/lttscher technischen Errungenschaften, ein Seeflugzeug, fine-

^^^^-^ESerchneten mattWvophischer Apparat ufto., werden nicht fehlen.

aui»fl»cn hervorgetreten. Diese bisher aügernsm | Jl&ic werben die legte Woche im August abjahren

; :ß .

-M;

Gottfried Generals Fabeldichter.

Gottfried Keller, der jetzt durch die vie­len Ausgaben seiner Schriften so recht zum Dichter d^ deutschen Volles wird, hat seine unsterblichen Werte als Erzähler geschaffen, und die Gröhe eurer Kunst liegt im Roman und in der Novelle. Aber auch auf anderen Gebieten hat er um die Palme gerungen und sich besonders im Drama aogemLht, wie die zahlreichen Dramaentwürfe zeigen, die sich in seinem Nachlaß fanden und

feiner in ®i6r^ teren

. Dich, fei Ä- Sp.nbe u tzL

Shackleton über seine neue Expedition.

Die Zes! Dolbp de-

Jom 2 Partei. Sen

loMienden Bcllen. ha w ßrörterur M-e" G txrftnnen. richlen", F HelNlche diele Dc können gj gattet verwehrt

Tegenub Wert darar tonen, dah pcrtei nicht Jeschluh gal Hattesten D denken sind

In lehti infolge der bei der D -Jauernbund Svnderli fallen. 6 verloren gi Sonderkandi diele ivirtlii Parteien in die ein fold bezweifeln, mnzrn erf Weife die tätigtet L fchastiiche <

Ml ei fchasiliches 1 wählte zufai wirtschaftlich Äufgabenkri fasten, dürf dielen nicht kennen, 'chastlichen ü nicht zur C und bah t treten werf Douernb'm verband bl

Der be fühtt z v bonderv wählen, vor den M Der freiwill eine toenigi erfolgen. ! facher §r| Ichung h Deichsia Vrundfä Befiele' aufflellt die nötige abgeordnete Dorkvnnnni dahlen tön Dort babei öuionnnen einen beiden Dc 4000) Z[\ 6o f> Hessischen m unsere, ?<e des H

And

W5nli

Deichs bundes sch . 2ber d«ischnatj, Ebneten &? f^dill JJer Dz m>ner

über die Einzelheiten der Expedition hat er sich einem Befrager gegenüber ausgesprochen.Ich habe schon seit Jahren daran gedacht," sagte er doch fehlten die finanziellen Möglichkeiten. Als ich eines Tages die Portman-Straße entlang schlenderte, hielt plötzlich ein Kraftwagen hinter mir, ein Mann sprang heraus, kam auf mich zu und fragte: Sind Sie nicht Shackleton?" Es war R o w e t t. "Dir waren zusammen in Dulwich ge­wesen, hatten uns dann aber 30 Jahre nicht mehr gesehen. Run eröffnete er mir seine Absicht die Mittel für eine große Expedition zur Verfügung zu stellen: später kam ich auf seine Besitzung in Sussex. Wir sprachen die Angelegenheit durch, und eines Tages machte er ganz ruhig mit wenigen Worten alles möglich " Von seiner Mannschaft sagt der Forschungsreisende:Sie wird die beste sein, die ich jemals gehabt habe. Sechs der Leute sind bereits auf früheren Expeditionen mit mir gewesen: zwei alte Gefährten kamen direkt aus Ähnln zu diesem Zwecke. Wir werden 17 Mann an Bord fein." Die Fahrt wird auf einem Schiff

:atur lobt, nennt ihn nur denAnonymus" und o anonym hat er fortgelebt. Wir aber schließen mit dem Wort Herders, der ihn so sehr liebte unt> alS denvielfvrmigen" in seinen Briefen zur Beförderung der Humanität gefeiert hat: Sanft ruhe die Asche dieses während seines Levens unbekannt gebliebenen Dichters I Mit je­dem Frühling blühe fortan sein Andenken neu auf.

,»crv<'

-Hl

>* J5*;

rsS sä

zraikt^ *-

Abschließend urteilt Waldersee von dem Cha­rakter des Kaisers:Mit den kriegerischen Er­folgen kam die im Wesen Friedrich Wilhelms steckende Eitelkeit zu gewisser Entfaltung. Gr wußte, daß er ein schöner Mann war, und be- ll# eifrig, blcS auch zu zeigen: er hat viel über die zweckmäßigste Uniform am lieb­sten trug er die der Königin-Kürassiere und legte dann gern den Küraß an, zum Verdruß des 5^rise^, da es gegen die Vorschrift war, iwer die Auswahl der anzulegenden Orden und ihre Gruppierung nachgedacht. Hand in Hand öamtt ging naturgemäß eine Empfänglichkeit für SchE Zeleien. Zur Eitelkeit aesellle sich eine «heblichc Portion Fürstenstolz, schon in den 50er Jahren sichtbar, durch die Erfolge der späteren ZeU aber noch gewaltig gesteigert. 3m Gegen- 'atz M seinem Vater wollte er die Fürsten die Fülle der kaiserlichen Macht empfinden lassen und HUte zweifellos für den Fall der Thronbesteigung sich mancherlei vorgenvmmen. Seine Krankheit verhinderte die Ausführung, wodurch schwere junge Reich leicht hätten in ?TC rUen dringen können, vermieden worden sind. Aach dem bisher Gesagten glaube ich. daß 2lera Kaiser Friedrich für das Deutsche Reich kein Glück gewesen wäre Gerade wenn man dies ausspricht, ist es Pflicht sich der guten Seiten dieses Hohenzollem zu' erinnern. Em musterhafter Gatte, ein treuer und aufopf^ider Familienvater, verabscheute er Leute dcwen Ruf auch nur fragwürdiger Aatur man wahrend man in dieser Beziehung am kaiserlichen Hofe und auch an dem des Prinzen Karl öfter ein Auge zudrückte. Seinen Freunden hielt er die $reue Sein gutes Herz ist bei mancher Gelegenheit zu merken gewesen."

Einer ging an den See des Lebens, um "ach Menschen zu stschen: aber er sing nichts. Da kam ein Unbekannter und sagte: Wenn du Menschen ftschen willst, so mußt du dein Herz an die Angel stecken, dann beißen sie an!" Jener folgte dem Rat, und sogleich schnappten die unten nach dem Köder, rissen ihn von der Angel und fuhren damit in die Tiefe. Da wurde der Fischer betrübt. Allein bald wurde es ihm so leicht zumut, daß er auf die wilde See hinaus- fuhr und die Menschenfische zu Tausenden mit dem Aetze fing, und er war nun ihr Herr und schlug sie auf die Köpfe. Und der ihm den Rat gegeben hatte, war der Teufel.

gann er nun, sich einer liberalen Richtung zuzu­wenden. wobei in erster Linie koburgische Ein­flüsse sich geltend machten, ausgehend sowohl von seinem ihm sehr imponierenden Schwieger­vater direkt und von dem Herzog Ernst, wie von den Anhängern der Familie, vor allem Stockmar."

Die Erinnerungen legen nun im einzelnen dar, wie der Kronprinz infolge dieser Sinwtt-kung in Gegensatz zu seinem Vater trat und besonders Bismarck häufig Opposition machte.Der Prinzessin lag das Verständnis für die Bedeu­tung der Armee und für ihr Verhältnis zum KönigShause völlig fern. Sie fand es abge­schmackt, daß ein Prinz auch Soldat von Deru - sein sollte, und bemühte sich redlich, dem Gemahl die Freude an diesem Berufe zu verleiden." . Dagegen rief die sehr bedeutende AnteUnahme Friedrich Wilhelms an den. drei Ginigunas kriegen doch wieder eine Freude am Soldatenhandwerk in feinem Herzen hervor: er zeigte als Heer­führer gesundes Urteil, persönlichen Mut und übte durch ein gewisses Geschick im Verkehr mit den Truppen und durch seine ganze Erscheinung den besten Einfluß. Die gewaltigen Erfolge hoben sein Selbstgefühl. Aber nach dieser glorreichen Zett geriet er wieder in das Fahrwasser seiner Frau, die, wie Waldersee betont,immer Eng­länderin geblieben ist". .Die Schwäche des Kron­prinzen der Gemahlin gegenüber wuchs von Jahr zu Jahr: er sah schließlich zu ihr auf wie zu einem weit überlegenen Wesen und ordnete seine Ansicht immer ber ihrigen unter. 3n der letzten Zeit hat man es oft beobachten können, daß er in der Unterhaltung sich zu einer Ansicht mit Bestimmtheit und auS Ueberzeugung bekannte und am nächsten Tage, allo nachdem er mit der ®e* lvahlin zusammen gewesen war, genau das Gegen­teil für richtig hielt. Schließlich schien er es gar nicht mehr zu empfinden, keine eigene Ansicht mehr zu haben. Was kommen mußte, trat ein Me Kronprinzessin sah zu ihrem Entsetzen. daß ste einen schwachen, keines energischen Entschlusses mehr fähigen Mann hatte: daß dies aber ihr eigenem Werk war, wird sie wohl nicht zugegeben

Der wahre Wert der deutschen Pilzschätze.

.Die Pilzzeit ist wieder herangerückt, und eftrige Pilzsucher bereichern durch diese wohl- chmeckende Aahrung den sommerlichen Speise- 8etleI^.Pa- man kann sogar von einer Pilzmanie und Prlzmode sprechen, die infolge des Krieges vec uns zur Herrschaft gelangt ist. Diese plötzlich einsetzende Pilzbegeisterung hatte, wie ein her- Dorragen&er Sachkenner, der Karlsruher Prof. Geh. Rat Ludwig Klein in derDeutschen Revue" ausführt, eine Ueberschähung des Aähr- wertes und der Bedeutung der Pilze zur Folge. Man hat berechnet, daß wir in Deutschland all- lahrlich 3 Millionen Zentner im Werte von einer Rkark besähen, von denen nur 5 bis 10 Prozent wirklich benutzt werden, so daß Pilz- werte von 900950 Millionen Mark im WaDe ungenutzt verfaulen. Tatsächlich aber ist es ganz unmöglich, diese Pilzmengen wirklich für die Volksemahrung fruchtbar zu machen, und auch ihr Wert wird überschätzt. Die hohen Verkaufspreise der besten Speisepilze sind nämlich Liebhaber­preise, die zu dem Aährwert der Pilze in keinem Verhalntis stehen und bei restloser Erfassung der Pttzschatze eine gewaltige Senkung erfahren wür­den. Der allein richtige Wertmesser für die Be­deutung der Pilze ist der Aährwert, die Menge der verdaulichen Eiweißstofie, und da kann man höchstens ein Kilo Pilze = 100 Gramm Rinb- letKp rechnen. Da 1 Kilo Pilze gegenwärtig etwa 6 Mk. kostet und 100 Gramm Fleisch 3 Mk. und üa bei den Pilzen bei der Zubereitung wenigstens noch ein Drittel verloren geht, so zahlt man für Pllze etwa dreimal so viel wie für Fleisch. Außer­dem würde die Sammlung aller Pilze ein un­geheueres Sammlerheer erfordern, das riesige Lohne beanspruchen dürste. Diese DerufSsamm- ler mußten aber eine vorzügliche Pilzkenntnis haben, die sehr selten ist. Eine Kontrolle der etn- gÄArien Pilze durch Sachverständige wäre un- erlahlich, wenn eine beängstigende Zunahme von Pilzvergiftungen vermieden werden sollte. DK Ausbildung so großer Arbeitermassen in der Pilzkunde ist außerordentlich schwierig, ja fast unmöglich. Die eingesammelten Pilzmengen müh­ten nach sachverständiger Konttolle möglichst rasch zur Versendung kommen, da Speisepihe im all­gemeinen spätestens 24 Stunden nach der Ernte verwendet werden müssen. Daher ergäbe sich ein lehr teurer Etltransport, be idem auch für Körbe undsonstiges Verpackungsmaterial gewalttge Kosten entstehen würben. Da Pilzgemische vom Verkauf ausgeschloffen sind, so mühten die Pilz- massen fortiert werden, und dafür sind besonders zuverlässige Pilzkenner vonnöten, die nicht überall vorhanden sind. And zudem sind gerade die pllz- recchsten Stellen oft von der nächsten Bahnstation sehr weit entfernt, und dadurch wird der Trans­port weiter erschwert und verteuert. Aber selbst wenn das älnmögllche gelange, nämlich alle von der Muttererde hervorgebrachten genießbaren Pilze restlos zu erfaßen, so würde ein derartiger Raubbau einen außerordentlichen Rückgang Der Speisepilze zur Folge haben, beim schon jetzt find die beliebtesten Speisepilze, wie Steinpih und Pfifierling, an manchen Orten, wo viel ge­sammelt wird, sehr selten geworden.

Wenn eS allo als eine Utopie erscheinen muß, den Pilz zur Dolksernährung zu machen, so kann doch die Ausnutzung der Pilzschähe unserer Wäl­der noch ganz erheblich gesteigert werden. Diese Steigerung hat chre natürllchen Grenzen. Von etwa 2000 bei uns wachsenden Pilzarten sind gegen 300 heute alsgenießbar" zu bezeichnen- etwa 100 können wirklich leidlich gute Speisepilze genannt werden: man beschränkt sich aber beim Sannneln meist auf ganz wenige Pilze. Um einen größeren Kreis von gut eßbaren Pilzen in den du ziehen, ist jedoch eine zuver­lässige Pilzkenntnis notwendig, die vor allem die wichttgsten Giftpilze mit Sicherheit auszu- schelden imstande sein muß. Wo viere Pilzjäger sich in das gleiche Revier leiten, da kommt nur der Pilzkenner, der die der Mehrzahl unbe- Jännten eßbaren Arten verwertet, noch auf seine Rechnung: für die anderen ist es höchstens ein ge- funber Spaziergang, vom wirtschaftlichen Stand­punkt aber verlorene, mit nicht unerheblichen Fahrtkvsten verbundene Arbeitswert.

wenn unsere Arbeit getan ist/ , r -3<h nehme an. daß wir mtt unterm °ee f Iugdeug die erste Fahrt auf den Salvages°3nseln bei Madeira unternehmen toer- bat Es ist ein Heiner Apparat, der in einzelne -Seile zerlegt werden kann. Unten im Süden wird er eine Umwälzung in den Deobachtungsmöglich- texten hervorbringen. Früher war der höchst« Punkt für Beobachtungen vom Mastkorb des Schis, ses aus und man konnte höchstens einen Horizont bon neben Kilometer in der Antarktik absuchen. Unser Seeflugzeug wird nur etwa 500 Fuß empor- Sufteigen brauchen, um uns über die ganzen Gig. c genau zu unterrichten, nach denen wir die Richtung bet unserer Fahrt einschlagen werden. e??a9^nfeln gehen wir -.u denRocks x am Aequator zwischen Brasilien und

der Küste von Guinea. Seit 50 Jahren sind diese in der Mitte des Ozeans gelegenen Inseln nicht mehr besucht worden, und unser Kino-Operateur wird mit der Aufnahme des merkwürdigen Tier­lebens genug zu tun haben. Biel verspreche ich mir Don der Gough-Insel. Wir wissen tatsächlich nicht, was für Tiere und Pflanzen wir dort finden wer­ben, und unsere Geologen, Botaniker, Anthropo- logen. Kmoteute usw. werden die Küstenlandschaft erforschen: dieQuest" wird Tiefseestudien machen, Schlagzeug wird zu erkunden suchen, ob heb Nicht in der Tiefe des Meeres Anzeichen für em Unterwasserplateau befindet, das mit dem ent­fernten afrikanischen Erdteil in irgendwelcher Be» jiebunq steht. In der Antarktik werden wir auf öemfelben Meridian wie Aares mit derChatten- 1674 südlich segeln. Wir Holsen, die Grenze des antarktischen Kontinents zwilchen Te^ination- land und Coatsland au finden und kartographisch aufzunehmen: es handelt sich um etwa drei Viertel des ganzen Kontinents. Cnderbyland ist das ein­zige ®ebict auf dieser Fahrt, von dem man bereits etwas Genaueres weiß. Was wir auch finden wer- ben. Wird für die Welt von Wert sein, denn das Geld für Polarexpeditionen ist nie umsonst aus- gegeoen worden. Aus den zwei Millionen Pfund, die in den letzten 100 Jahren dafür verwendet wurden, hat man einen direkten und indirekten Ge- wmn von 25 Millionen Pfund gezogen. Die Ent­deckung der magnetischen Pole machte erst die An­fertigung genauer Karten möglich, und dadurch sind der Schiffahrt riesige Summen gespart worden."

DerDich'ierdeSdeUtschenRoKoKo i kwch wenig« bekannte Dlelleittgkett seines Schaf-, und zurückkehren Zum20 0. Geburtstagvon Joh. AU. G ö tz. S* in J** .t>on, ®°nral> Küfer meinte Shackteton.

(9. I u IL) herausgegeLenen 1 unser« Seeflua

Sine Sunft des beugen Lnkoko. die selb. 1VK

Steift ^b/^Erteg n^bm. der französischen bekanntgewordenen Arbeiten wiedergegeben ffab L der kunstgeschlchtlichen Forschung un- Hier lernen wir den Dichter auch von einer gaiu

TmCr- gütlicher erkcuint und be- neuen Seite kennen: nämlich als Fabeldicht^? İch tn be.r Zum erstenmal in einer Ausgabe seiner Werke

Kunst und Musik. Daß Anlagen tote Sanssouci werden einige Fabeln mitgeteilt, die er während ktenftSsl S Höhenpunkt echt deut- seiner Münchener Zeit im August 1841 in^ sein r E>crß eine Reche vor- Skizzenbuch einzeichnete. Der Dichter, der über-

zuglicher Maler und Plastiker in dieser Zeit Haupt allen Hochmut, Eilellett und Scheinwesen Zrfi/ÄS r 6^^ÄrtCn bie in leinen Werim bekämpft hat. nimnüin S^teü » bon ^abbu biä ISZodart bte gan^e reyenben Dichtungen die Eitelleit aufs Korn

nrrr^ntHtt@^e zur Vollendung steigert, während eine spätere tiefsinnige .Parabel" ^e trtU immer mehr in das allgemeine allgemein menschliche Tragik betont Wir lassen tefoTü n^ L IVer f^n9 L. Ro° hier diese einem ^iten KreVs ^ch ganz un" kokostll noch nicht fest umschrieben. Die meisten bekannten kleinen Schöpfungen des großen °Difb- unb bdannteften, Anakreontiker, ein Gleim, ein ters folgen. ^oprungen oes großen Dich- alz. haben sich künstlerisch nicht zu konzentrieren ©io <.

gewußt, und Wieland, in dem sehr starke Ro- 1 euchtwurmchen und die Sterne. koko-Elemente sind, umfaßt in feinem bände- .$u.r Zeit der Abenddämmerung sahen drei reichen Schaffen ein sehr viel weiteres Gebiet. ?öcr £?.r Leuchtwürrnchen in einer Wiese unter gibt aber einen Dichter, in dessen Versen I p n Krautern und Blumen, und man sah, wie &ie ganze spröde Anmut, die ziervolle Melodik He geheimnisvoll die Kopfe zusammensteckten, em- und das zärlliche Gefühl des deutschen Rokoko I t>cn und herkrvchen und sich eifrig besprachen,

wundervoll ausgedrückt sind. Aur ist dieser seine man glauben, muhte, es sei etwas sehr

Stilkünstler, zweifellos einer der größten Lyriker I An^ttges imVZerke. Als nun die Aacht auf die des 18. Jahrhunderts vor Goethe, ganz unbe- oeld^: und Fluren herniedersank und die Sterne kannt. Es ist Joh. Aikolaus Götz, auf den an Fimmel erglänzten, da erklommen sie einen seinem 200. Geburtstag nachdrücklich die Aus- ^Ouen Grashalm und sprachen zu den Sternen: merisamkeit gelenkt werden soll, damit sich viel- heben Sternlein! Ihr müht gewiß sehr leicht die Literaturgeschichte, die so manchem un- I bon eurem allnächtlichen Wachen, drum

wichtigen Problem nachgeht, dieses arg vernach- ^eht einmal ohne Sorgen schlafen, wir wollen lässigten Dichters mehr als bisher annimmt. Erde für euch beleuchten!" Die Stern-

Frellich bietet diese Beschäftigung große Schwie-1 wchelten einander an und verbargen sich rigfeiten, denn die Gestalt, in der Götzens Werke ö""! Spaße hinter Reinen Wolken: die Leucht- Im deutschen Schrifttum fortleben, ist verstümmelt Ärmchen aber glänzten die ganze Aacht hin- und entstellt bis zur Llnkennllichkett. Die Gesamt- ourch aus allen Leibeskräften und am Morgen auSgabe seiner Gedichte von 1785. die jetzt allein meinten die guten Tierlein, sie hätten die Erde einen äleberblick über fein Dichten gewährt, ist erleuchtet.

nämlich durch den pedantischen Schulmeister Ram- Born Fichtenbaum, dem Teiche und terverbosert" worden, und durch diese Aende- denWolken

MMZUSSW DMV-sW LLMWULM Ülchte zurückgeht, ihm zu neuem, blühendem Le- Gewiß, ihr seid feßr *ubJM] Sz.fi ^verhelfen kann. Durch eine solche Wieder- der Schöner nicht schönt glückt Dte

er Weckung wurde uns em echter Dichter geschenkt Sonne hörte biX »»s J s L9

1 _ der unten am Berge in tiefer Rübe laa Ser

«ebürttg - mttGedichten Fichtenbaum sah nun so öd und traurig aus tJä i ; E>ie allem in ihrer ursprüng- wie vorher: der Teich aber bewegte sich freubia

litben Gestalt wieder herausgegeben worden sind, m kleinen goldenen Wellen unb toiberftrablte zuerst hervor, begründete als Student das Bild der Sonne in lausend Feuerpunkten tn Halle mit A die Anakreontische Schule, indem Allein auch er wurde stolz darauf und glaubte er mit dem Gefährten zuerst den Anakreon in am Ende, er selbst sei die Quelle aller dieser seiner pr^wsen Zierlichkeit unb feinen Eleganz Klarheit, unb verspottete die anderen Gewäller bu Drache schenkte, äleberhaupt hat welche im Schatten lagen. Da wurde die Sonne

cl süße, stttnmungsschwere Grazie der griechi- abermals unwMig, zog Wollen zusammen in ^A?thologie m seinen Versen vor Goethe denen sie sich verhüllte, unb ber Teich laa nun unb OKorife am schönsten festgehalten. Jeboch wieder in seinem düsteren melancholischen Grau verschmolz er diesen Klang antiker Sinnlichkeit wie zuvor und schämte sich. Die Wollen bin- französischer Rhythmik, gegen begannen jetzt zu glühen unb schienen wie Als Hofmeister unb Feldprediger kam er In bie Purpur und verbreiteten sich wohlgefällig am ÄrcHc fron Offizieren unb Lebemännern, zog mit abendlichen Himmel, als bie Erde schon im Jemem Qtegiment nach Frankreich und hat so ein Schatten lag. Da wurden auch fte übermütig lockeres Leben aus eigenen Erfahrungen kennen und riefen:Erglänzen wir nicht viel schöner 9^sut. bis er dann als Prediger in dem Zwei- denn die Sonne?" Unb zum dritten Male würbe brückenschen Duodezstaat lanbete. heiratete, zum die Sonne unwillig, unb indem ste hinter den Konsistorialrat unb Supermtenbenten tn Winter- Horizont herabstieg, entzog sie ihre Strahlen bürg aufrückte unb nun seine Jugenbsünben streng den unbankbaren Luftgebilben. unb Wolken See ^inber erfuhren erst und Bäume verschwammen nun in der grauen aus sernem Totenbette davon: nur einigen alten Dämmerung, bis endlich bie Aacht all diese eitlen Freunden in Apoll. Gleim, Hammler, Knebel, Geschöpfe der Vergessenheit übergab. Derteaute er sich an. Diesen Ragt er immer wieder über diebarbarische Gegend", in die er geraten, über die Philister, die ihn aus Brot und Amt bringen würden, wenn sie etwas von seiner ftivolen Jugendpoesie wüßten.Ich wohne in einem Lande, wo ich nicht einmal sagen darf daß ich die Musen lieb habe," Ragte er einmal um nicht für einen Freigeist und Weltmenschen gehalten zu werden, so sehr bin Ich von Igno­ranten und fanatischen Köpfen umgeben. Unb ein anber Mal:Ich habe eS mit Vorgesetzten du tun, die keinen Scherz verstehen, unb mich um bie zwei unentbehrlichsten Güter des Lebens: um Brot und Frieden bringen würden, wenn ich ate Autor erotischer Gedichte bekannt würde " Er überließ daher diese verstoßenen Musenkinder! dem grimmigen Ramler, ber sie verbalhomte, unb beschwur ihn nur, sie bei seinen Lebzeiten nicht zu veröffentllchen. Anlage zu ängstlicher Hypochondrie hat er schon immer gehabt, wohl im Zusammenhang mit einem Dlutsturz. den er erlitt; so ist er in Tharakteranlaae und Krank- _________ ____________

QBatteau verwandt, an den auch Shackleton binnen wenigen Wochen ein« neu« -^Lante^ erinnert und Fahrt anzutreten, die ihn über eine Strecke von ??xn CT in mehr als 20 000 Kilometer nach den wenig be-

^EmtestenGedicht .Mädcheninsel", in! kannten Inseln des Atlantischen und Stillen Drohe, der Ozeans und zu den noch nicht kartographisch auf- DKer mit diesem genommenen Meeren des Südpolarkreises führen ©«brite über die deutsche Lite- soll. Heber dieEntstehungdesPlan es und

an Kaiser Friedrich

Die Erinnerungen des Generalfeldmarschalls Gras Waldersee, die aus seinem Aachlah

von Heinrich Otto MeiSner in derDeutschen Revue^' mttgeteilt werden, beschäftigen sich in ihrem neuesten Abschnitt mit dem Kaiser unb bet

Kaiserin Friebrich und bieten ein hochinteressantes

Charakterbild des Herrschers.Wenn man sich

ein Bild vom Kaiser Friedrich machen will." schreibt Waldersee,muh man von vornherein die Zeit vor unb nach seiner Verheiratung scharf trennen. Natürlich ist ber Wandel als solcher nicht plötzlich eingetreten. Prinz Friebrich Wil­helm war ein leicht zu leitendes gutherziges Kind von offenem Wesen. Ausgestattet mit nicht gerade hervorragenden geiftigen Fähigkeiten, aber doch vielleicht etwas über dem Durchschnitt ste­hend, hat er sich durch Fleiß und Gewissenhafttg- keit eine gute Bildung angeeignet. Gern schloß er sich Leuten seines Alters an, In deren Kreise die Freundlichkeit seines Wesens sich bi« zur Donhomie steigern konnte, was Wohl einzelne seiner Partner die nötigen Grenzen vergessen lieh. Wem er näher gekommen war. dem hat er bie Treue bewahrt. Auf religiösem Gebiet gut angeleitet, war er bas, was wir jetzt einen gläubigen Christen nennen. Durch unb durch Preuße, fand er auch Gefallen am altpreuhischen Soldatentum, wie es sein Vater ja verkörperte, ohne jeboch große militärische Paffion unb be­sondere soldatische Anlagen zu zeigen. Schon in den ersten militärischen Dienstjahren entwickelte sich ein getotfter Antagonismus zwischen ihm und dem Detter Friedrich Karl, der nichts als Soldat sein wollte und sich dem Prinzen Wilhelm gegen­über gern etwas überhob. Politisch hielt sich Friedrich Wilhelm sehr zurück, er vermied den Anschluß an extreme Richtungen und hörte gern Ansichten von verschiedenen Seiten. Kurz: von einem gewöhnlichen Sterblichen mit seinen Eigen­schaften hätte eS geheißen: er ist ein ehrlicher, braver Kerl." Aach der Verheiratung mit der Prinzessin Viktoria vollzog sich nun nach der Darstellung WalderseeSlangsam, aber sicher eine Veränderung, ganz allein bewirkt durch die ihm geistig überlegene, talentvolle, zur Intrige nei­gende, sehr hübsche und sehr sinnliche Gemahlin. Sie hat ihn zunächst durch ihren Scharm völlig an sich gefesselt und ihn schließlich zu einem willenlosen Werkzeug herabgebrückt. Bald be-