Nr. 132
Der eichener Llyri-er mit der Vknstagsbeilage .SperbUmfdiai- er. fdjetnl täglid), außer Sonn- und ^tiertaqt. Monatliche vezna,oreife: U arn 5. - einlchliehlich Irdgerlobn, durch die Poft bezogen Mark 5.75 eintchlietzlich Beftellgeld. ^crniprech.Anschlüße: für die Schriftleitung 112; für Druckerei. Verlag und (BeidjäfisfteDe 51. Anschrift für Drahtnach. richten Inieieer »letzen.
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Srontfurt a. M. 11686.
(Elftes Blatt
M. Zayrgang
Donnerstag, 9. Juni 1921
GiekeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Dmd und Verlag: vruhl'sche Univ.-Vuch- und Steinlruderei R. Lange. Sdfriftkitnng, Gefchästrftelle und vruderek Zchulftratze 7.
Annadm« von Nn,eigen für die lagetnummer Dii $um Nachm itaq vorher oi-nejlde Verbindlichkeit Preis für 1 mm hdde ftr 51njei<jeno 34 mm Dreit« örtlich 40 Vf, aurwLrt» 50 Vf ; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Smie iSt'VI De> Vlatz. vorfchrif«20 . Auflchlag. Hauprfchriflle>:er Aua. Cotti Deruntwortttch für Vofiiik: Aua. Soetz; für den übrigen teil: Dr Neindold ßenj; für den Anzeigentell. hant Beck, lämihd) in Stehen.
ie|näf.bent ted Staat-rates, SnmiB,
ir ivollen in frcunbidiaftlidKn Be
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zahl-
Ziehungen mit allen Nachbarstaaten (eben, aber auch ebenso bestimmt zum Ausdruck bringen, bau mir politisch unsere Selbständigkeit teanu>r neben.
Tie Zahlungen Deutschlands.
m. Neu York, 8. Juni. Deutschland hat bei der Federal Reserve Barre 10, Mill. Gold mark deponiert, die aus das Konto
damit unsere 700 ätirific bodenständige Kultur ;u ihrem vollen Rech: kommt. Ter Präsident des MemelgedieteS. Altenberg, drückte den Wunsch aus, daß die Botschafterkonseren- bei der Entscheidung über die Zukunft deS Memelgeb.eteS sich von den Wünschen und den Interessen der roeit über nnegenden Mehrzahl der Bewohner leiten lassen möge. Ter Eiat wurde gegen die Stimmen dreier großlitauischer Staatsräte angenommen. Diese erklärten, der Etat biete feine Gewähr für die Lebensfähigkeit des MemelgebieteS.
Tmnmbool" zufolge wurde in der geitrgen iifiung be» Staalsrates des Memelgebreies ent« malig der Etat beraten, der b:c EumahmLn und
den Gezst der Zwangswirtschaft. Trotzdem sich berufene Stellen im Lande, so die Vertreter der Wohnungsämter in Rheinland unb Westfalen, für einen schrittweisen Abbau der Zwangswirtschaft ausgesprochen haben, be- hält das Gesetz sie bei. Wenn das Gesetz in der vorliegenden Form in bezug auf die Zlvangs- roirtfMft vom Reichstage verabschiedet ivird, muß unter allen Umständen eine Befristung vorgesehen werden. Es ist zu hoffen, daß das Gesetz so gestaltet wird, daß es beiden Teilen zugute kommt und zum Wohle des Ganzen beiträgt.
richtig, daß das Schwergewicht von dem „balo* möglichst" aus daS ,,gemäß Art k'l l desPaktes" verlegt worden ist. „Worte, Worte." sagt Hamlet, „bte Welt will die Tat". Doch wollen wir gern konstatieren, daß auch in der französifchen Meinung bte Stimmung gegenüber Triitfdüonb einsichtsvoller geworden ist, als es noch levten Herbst der iVall war Das Mißtrauen gegenüber Tfuridtlanb, das die Wurzel alles Hebels ist, ist nicht länger nnbegreny Dazu kommt, daß man in weitesten Ligaktei >en brr p o l n i f eben Voll* t i r nick: mehr zu folgen vermag Polen wird im September wohl Dinge zu hären bekommen, über die Herr Paderewskv kaum wird Inmveghelfen können.
Heimkehr der amerikanischen Besatznngstrnppcn?
Baris, 8. Juni (Wolsf.>Nach einem stabel- tdffftanrm de. ..Cbicaro Tribüne" aus Wlnng* ton sagte der Kriegssekretär Wecks bei Beratung bei HeereSvorlage im RepräsentantenbouS. e? spreche nichts dafür, daß die amerikanischen T r u p p c n, die sich augenblicklich in Deutschland befinden, in der nahen Zukunft in die Heimat zurück kehren würden.
Französisch-englische Vünduiiabsichteu.
Paris, 8 Juni. iWTB.) Nach einer Meldung au8 London, die der „Temvs" wie- dergibt, soll die Frage einer französisclr-eng-. lisckxrn Allianz im gestrigen KabinettSrat besprochen worden sein. Es handelt sich darum, daß der englisch-amerikanisdk-französifche Sckiutzvertrag wieder ausgenommen wird, nach welchem sich die drei Mächte verpflichten, sich gegenseitig im Falle eines deutschen Angriffs Hilfe zu leisten.
Berlin, 8. Juni. (Wolff.) Die aus reichen Anfragen aus der Industrie und dem Handel hervorgeht, bestehen trotz der kürzlubew amtlichen Presseverössentlichungen in den beteiligten Kreisen noch immer Zweifel über die Erstattung der Revarationsabgabe, die in einigen Ländern der Entente von Oer deutschen Ausfuhr als Sanktton erhoben wird. In der erwähnten Presieoeröffentlichung, bte ter Reichskanzler übrigens auch in der Rrick^tagsredc wörtlich verlesen hat, wurde in be'timmtester Seite zugesagt, daß die Beträge, die künftig von den ein.-eiren Ententestaaten von trm Ausfuhr gegen-
Aus dem Memelgebiet.
Memel, 8. Juni. WTD.) Dem „Memeter
der Reparationen gehen. Es sind somit Millionen Goldmark eingezahlt worden.
Wiedererstattung der Reparationsabgabe.
Vie tage in Vberschleflen.
Höfer über den oberschlesischen Selbstschutz.
Berlin, 9. Juni. Ter Führer des ober- schlesischen Selbstschutzes, Generalleutnant Höfer, erklärte im Verlaus einer Unterredung mit Pressevertretern, daß er die Entsetzung von G1 e i w.i tz durch die Englänoer für den Anfang der Säuberungsaktion halte. Sollten die interalliierten Truppen für die energische Säuberung des Industriegebietes nickst ausreicki?n, so sei oer Selbstschutz bereit, sich dem interalliierten Beseh! unterzuordnen und jeöe ihm übertragene Ausgabe loyal durch-ufübren. Höfer betonte, daß er mit offenen ftarten spiele. Er habe seine särnt- lickwn Pläne dem englischen Oberbefehlshaber aus- geliefert Zum Schluß betonte Höfer, daß der Selbstschutz keine parteipolitische Färbung trage.
Franzosen und Polen.
Paris ,8. Juni. (Wolft./ Der s^onter» beriditerftatter des ,.Populärre" in Dbcr'dKc'icn berichtet, wenn ein franzö i cher Journalist den (tencral *2 e Rand beuche, werde ihm gesagt, um die Crbramg im Lande mü"e
m<m die Polen die E ks e n bahnen beilixil ten lassen. iW/m müsse po In t'sche Landräte ernennen und eine allgemeine Amnestie er» taffen. Jedem werde anemp^hlen, .Dorian ty zu befurfxm, ohne dessen Visum man fick» nibt be» wegen könne. Der Vericksterstatter reiste ton Kattv- Witz nach GroteStrrhlitz 11 einem franzö i scheu Militärztrg unter dem Befehl eines Transövdxm Offiz-.eks. Ob-tohl ttritt Zug unter franko lieber Flagge fuhr konnte er erst nach polnischer Erlaubnis f.-h-en. In Beut^nm beroegten fid? die Aufständischen in Stadtzentrum hinter einer Maner tun franzö rfdyn 25adttposten. Jee Nickst vergnügten sic sich damit, in die Fenster ter Wohnungen zu fd;rfyn. Tie 'Bevölkerung fic'e unter der Herrschaft des Terrors . Einige junge Leute, die mit Revolvern bewaffnet, ber ufen atat Dideestand zu orgam t rm, um die polnischen Posten zurückzudrängen, das seien die b rühmte-.'. Stoßtrupven, wovon die franzö ischcn natrnialisti» (eben Zeittingen sprechen.
Polnischer Feucrübersall ans Ratibor.
R a t i b o r, 8. Juni. ^WTB.1 Heber den Feuerüberfall der polnischen Insurgenten wird weiter gemeldet: In ter Frühe geam 4 Uhr unternahmen die Polen einen Fcuerüberfall auf den Vorort Plania. wobei sie vorzugeben versuch'en. Sie wurden jebod) durch schwere und leichte Ma- idTtncngcroebr? und durch viewebrschnell e e- zurück- grtrieben Darauf belegten sie die Stadt und bauidfäditid) die Schloßbrücke mit Granaten und M inen, ridsteten aber keinen Schaden an. Auf der Oterstraße durchschlug eine G anate das Tacb eine? Hauses, ohne zu krepieren In der Stadt n-urten Gewehrgeschosse aufgefunten, die deutlich als E r v l o s i o n s g e s ch o s s e und zu Tumdnm geschossen rm gearbeitete Kueeln österreichischer Herkunft zu erEmncn waren In den letzten Tagen wurden von verirrten Kugeln zehn Personen verwundet, darunter ein italienischer e?l?n, 8. Juni. (WTD.) Mit Ausnahme eitriger örtlicher Kampfhandlungen herrschte heute im allgemeinen an der von den polnischen Banden lx-setzten Linie Ruhe. Stärkere Feuertatigkeit wurde von Dissoka gemeldet. Angriff der Insurgenten gegen den GÄterbahnhos von Kandrzin scheiterten. Die Stadt R a t i b o r wurde heute morgen von der polnischen Artillerie beschossen. Don den Bürgern der Stadt wurde einer getötet und mehrere verwundet.
Polnischer Vandalismus.
Berlin, 9. Juni. Der oberschlesische Berichterstatter der „Boss. Zttz." berichtet über grauenhafte Verwü stung^e n, die die polnischen Insurgenten in der Stadt Kandrzin angerichtet haben. Die Polen haben besonders in den Beamten- und Arbeiter» Häusern alles vollkommen verwüstet, zerschnitten und beschmutzt. Auch die evangelische Kirche in Kandrzin ist durch polnisches Gra- natfeuer zerstört worden.
wert ter teutidm Ausfuhr eckteben werten, ten CjrtoTieirren durch das Reich tn Papier- marf erstattet werden. Es war ran noch ulcüin-mt ge'ai'en Worten, zu welchem Zeitpunkt mit ter Ausrahlung bejonnen werten farm, ba dazu noch einige Dürbcrriiente Verbaute Tnncen notnx*nbiq 'eien, was auch in den bet ei* tigten amtlicken Stellen brlarart ist. Da de Aus- tj; rrirmen die'e Geldteträge in ibrm Betriebe nicka lange -mttehren könn n, ge'cbvbt selb wer- ständ'ich alles, um möglichst bald, mit cer ?lus^<chluna beginnen zu können. Es wtrd zugesagt, daß dies in allerkürzester Zeit ter Fall sein wird Der ZeiwunL und die Zahlstelle werden in ter Presse mit geteilt werden
Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund.
Bern, 8. Juni Dolft'. Tie „Neue,Zur. Ztg." schreibt in einem Gen'er Brrn, daß ter Wunsch au’ Zulai'ung Deutsch'.anr-s zum Soifer* bund durch seine endgült ge F?^ ter ^vtir. ng nach berabgeminbert warten iei Was die Versammlung beschloß, so heißt es in dem Artikel, war dre Meinung Dom letzten November. Dir bedauern e5 aut-
öem NeicBe.
Die Neuregelung der Vrotversorgung.
Berlin, .8. Juni. (Wolff.) Der Reichs- • tagsausschuß für Volkswirtschaft nahm den Gesetzentwurf über die Neuregeluna der Vrotversorgung in erster und zweiter Lesung im wesentlichen in der Fassung der Regierungsvorlage an, wonack) das Umlagesvstem Gesetz wird. M i n i st e r H e r m e S erklärte, er glaube persönlich, daß, wenn nicht gan- unvorherg«. sehene Umstande einträten, daS Umlage- verfahren der Schritt i n die freie Wirtschaft für 1922 sein werde.
Der Gesetzentwurf über den Volksentscheid.
Berlin, V Juni. lWTD.I Der RechiS^ ausschuß des Reichstages nahm den Gesetzentwurf über den Volksentscheid in erster Lesung an.
Der Kommnnistenführer Mar Levin verhaftet.
Einer Meldung der „Voss Ztg." zufolge wurde in einer Wiener Pension der ktemmu- nistenführer Mar Levin aus Bayern verhaftet Levin hielt sich in Wien unter dem Na, men eines Dr. Seidler auf.
Der Zosammenbrnch der BolingerJndnsttie dnrch die Sanktionen.
Köln, 7. Juni. Die „Kölnische Volktzzei- tuntf" schreibt aus Solingen: Tie wirtschaftliche Sage ter Solinger Jndustriebezirke verschlechtert fick unter tem Einfluß ter Sanktionen und ter Einfuhrabgabe der Alliierten von Tag zu Tag. Nachdem nun auch noch Amerika — vor tem ür:?ge ter Hauptabnehmer von Solinger Erzeug- nisten — sich zurückgezogen hat, dürfte auch das Oi'cbäft mit den Vereinigten Staaten nahezu unmöglich werten, zumal in den letzten sechs Jahren m Amerika eine scharfe Konkurrenz gegen dir Solinger Industrie sich entwickelt hat. Doll beschäftigt ist heute fast keine einzige der Solinger TrabriRTi Eine Firma nach ter anderen muß für zur Einschränkung ter Arbeitszeit und des trietes entschließen. Tie meisten arbeiten nur noch drei Tage unt> auch dies ran, um nicht noch mehr Arbeiter entlassen zu müssen.
ArbkitSloßflkkitrn durch die Zollwoßnahmen.
Nach einer BlSttermrltemg aus Esten greift fre Arbeitslosigkeit infolge ter durch bte 3 llmaßnahme ' 11 cnbai n b atz d wiertg- .e.ie.’ nnner iw.it um ich 3« Duisburg tourten drei größere Werte zu ^etnebteim drränfungai und Tarierdnducn gezwungen Auch tee Phönix- Hütte in Tü'seLori mußte euten Teil ihrer Arbeiter entlasten.
Die Vereinigte» Staaten und Mexiko.
Vari 8,8. Juni. Nach einer HavaSmridima aus Washington ist der Entwirrt eine» v er» träges ^wi'chen den Bereinigten Staaten wtb Meristv am 27. Mm tem ^Präsidenten Cbreym -ugestellt matten, ter daraus einen Mi-"ster-raL ejibcntfen l»at Beranntlich würde die Untrnr«»« mmg dieses Vertrages automatisch zur An eichen- innig der merifamfebm Regierung dunck» die vereinigten Staaten führen — Nach einer weiterst Meldung aii8 Meriöo hat Präsident Obregon ein Dekret unterzeichnet, wonach vvm 1. Jul' ab da 9luSfuhrvll stir Pettvleiun um durchfcku'ittlich 25 Pi»^ent erhöht wird Man glaubt, daß die Staatseinnahmen dadurch um 30 Mi'lioi-en Pelvs tra> Jahr e-'hnht werten. Tiefe Mehreirmahmen foflat aussckckicnlich zur Tilgung ter ausländischen Schuld MexiLos dienen.
5um Relchsmietengefetz.
Deutschland befindet sich Mr Zeit in einer furchtbaren Wohnungsnot. Üeberall in den deutschen Gauen fehlt es an der Neubelebung des BaumarkteS. Die vorharwenen Häuser befinden sich zum großen Teile in einem tröst losen Zustande. Alle maßgebenden Kreise stehen dieser Tatsache fast machtlos gegenüber. Ein Teil der Bevölkerung, aber nicht mir Hausbesitzer, fordern den teilweisen Abbau der Zwangswirtschaft und eine Erhöhung der Mieten, um die Erhaltung der Gebäude durch setzen zu können. Ein anderer Teil, Haupt sächlich die Mieterschaft, fordert ein Niedrig halten der Mieten und die Beibehaltung der Zwangsnnrtschaft. Aus dieser furchtbaren Lage müssen wir uns so schnell wie möglich zu befreien suchen, wenn nicht ein tinabseh barer Schaden entstehen soll, der nie wieder giitzumachen ist. Die Reichsregierung hat diese Gefahren erkannt jund falt zur Erhaltung der vorhandenen Gebäude ein Reichsmietengesetz vorgelegt. Don den Mietervcreinen wird seit längerer Zeit ein starker Kamps gegen jede Erhöhung der Mieten geführt. Auf die einzelnen Abgeordneten des Reichstages sowie die Parteien tvickd in der Fachpresse ein sehr starker Druck ausgeübt. Man fordert namentliche Abstimmung über das Gesetz, um jeden Abgeordneten bet den nächsten Wahlen kaltstellen und bekämpfen zu körnten. Man sagt, eS seien im Reickte 7 Prozent Hausbesitzer imb 93 Prozent Mieter vorhanden, und die Mieter hätten das Reck,t zu fordern, daß das Gesetz nach ihren Wünschen gestaltet würde. 2lber gerade die Einfachheit dieser Rechnung beweist ihre Verkehrtheit Bei diesem G.'setz handelt es sich nicht um einseitige Interessen der Parteien, sondern es geht um die Interessen der Allgemeinheit. Hier geht es um große volkswirtschaftlichc Werte, intb die Vernunft muß sie zu erhalten furften.
lieber den vorliegenden ^Gesetzentwurf sei daS Folgende gesagt: Oirundsätzlich wird die Zwangstoirtschaft als solche beibehalten, aber, obwohl man die gesetzliche Miete als Regel vorgeschrieben hat, läßt man doch einen geringen (yiefraum für den freien Vertrag. Für die laufende Instandsetzung und Verwal- ckung sollen Hundertsätze nach deni Bedürfnis der Friedensmiete hin^ugesetzt werden. In bezztg auf Verwaltung müssen, da der Entwurf nur von der Verwaltung der Häuser spricht, klare Verhältnisse geschaffen werden. Da sonst die Gefahr besteht, daß der kleine Besitzer, der nur ein oder mehrere Häuser bat, die er selbst verwaltet, ausgeschaltet Nnrd, und diese Bestimmung nur auf größere Verhältnisse Anwendung findet. D:e Instandsetzung der Häuser ist dein Hausbesitzer vor behalten und als Regel vorgesehen. Aber es muß dafür gesorgt iverden.'daß in den ein»
Schcidemann Über die politische Lage.
Kassel, 8. Juni. (SBolff.'i Reichrtagsabg. Scheidemann sprach gestern abend in der Stadthalle vor mehr als dreitausend Personen Über das Ultimatum und seine Erfüllung. Er führte u. a. aus, daß den Gewmnern des Krieges die Forrnnlienmg ihrer Rechte an Deutschland sehr leicht geworden sei. Vir brauten nur die teutidjen Forderungen der Stresernann, Westarp, Hergt und aller ihrer Helfferite an die Entente ins Enteiuischc zu übertragen. Die V o r- würfe gegen d i e Sozialdemokratie, sie batte lediglich aus Parieiinteresse gehantelt, sind unberechtigt. Wenn es eine Partei gibt, dic bei allen ter Ration an Herz und Nieren geh.-n ten Fragen an ihre Parteiinteresten nicht gedacht bat, dann ist es die Sozialdemokratie. In einer Kasseler Parteiversammlung bäte ich vor einiger Zeit gesagt, daß, roenn es nicht gelänge, eine Regierung mit tem Zentrum und ten Demokraten zustande zu bringen, in diesem Notfall die SPD. die Reicbsregierunfl ganz allein übernehmen wollte, um ten Vaterlandlsdzeu Boden zu retten vor dem Einmarsch fremder Truppen. Die Stellung der jetzigen Reichsregierung sei überaus idXDteng. Der Reichstag war unerf reu- licher weise zu s chw ach für ein M i ß - trauensvvtnm, aber auch bedauertichenonst zu kraftlos für em Nares Vertrauensvotum. Das sei ein wenig erbaulicher Zustand, zu dem »och die enormen sachlichen Schwierig feiten treten. Tie Ntehrzahl unseres Volkes Hal kaum eine rechte Vorstellung, was wir leisten müssen Bei den zu erroartenten Steuern werden auch indirekte Steuern fein. So habe er von glaubwürdiger Seite gehört, daß allein die Zucker steuer 1 Milliarde mehr bringen soll als bisher. Auch ter ©rot* preis solle sich um 2,50 Mk. pro Laib verteuern. Es iet ganz selbstverständlich, daß die Sozial- riinokratie derartigen Belastungen unseres Volkes erst zustimmen werte, Ivenn alle Geldauellen, aus denen noch Mittel gewonnen werten könnten, zum Versiegen gebracht sind und der Stcuerdrücke- terger.n ein kräftiger Riegel vorgeschoben ist.
Odjeibemann sprach sich bann für eine direkte Beteiligung und Mitbesitz des Reiches an der Großindustrie, dem Großhandel und Großgrundbesitz aus. Tie Sozialdemokratie werte die Regierung stützen, solange fie es sachlich rechtfertigen könne. „Wem, ater einmal ter Appell an das Volk gerichtet wird, bann wird es einen JOampf auf Tod und Leben im Reiche geben um die politische M acht"
zelnen Gebietsteilen der Eigenart entsprechend bei lausenden Jnstarldsetzungsarbei- ten den Mietern die Möglichkeit getafsen wird, ihre Wohnung selbst instandzusetzen, mit Ausnahme von Tür- und Fensteranskrich von innen, um so die Hundertsätze nach Möglich feit abzuschwäclren. Der als Mieter darauf verzichtet, mag sich an die gesetzlichen Bestimmungen halten. Bei Streitigkeiten über die Rotwendigkeit von Jnstandsetzungsarbeiten soll zwischen den Parteien eine Sckilichtnngs- stelle entscheiden, die von der zuständigen ©e> Hörde deS Bezirks zu schassen ist. Diese Bestimmung würde zu unabsehbaren Ävnse guenzen zwischen den Parteien führen, und eS muß unter allen Umständen die Bestimmung geschaffen werden, das; den Vermietern daS Entscheidungsrecht zugesprochen wird, sonst wird ein ewiger Streit die Folge sein. Bei großen Jnstandsetzungsarbeiten sollen die Vermieter die Mittel beschassen. die die Mieter ,zu verzinsen und zu tilgen haben. Um die Beschaffung der Gelder siclierzusrelten, soll darüber hinaus ein Ibe stimm ter Betrag an eine öffentliche Stelle abgeführt werben. Tie letzte Bestimmung kann zu Weiterungen und Nachteilen für die Gebäude führen, und es besteht die Gefahr, daß die subjektive Verwendung dieser Mittel für bat Gebäude für immer gesichert ist. Als Vertreter der Mieter sind Mieter aus schüsse vorgesehen, aber nicht znnn- aenb porgeschrieben, d. h. sie können sich nach Belieben ter betreffenden Mieter bilden oder unterlassen werten. Diese verschwommene Bestimmung erscheint auf den ersten Mick sehr milde, kann aber zu großen ünzutraglnn.ei
ten führen. _ ,, ,
Bon dem Dort „Mteterratt' hat man ab
gesehen. Anscheinend hat man genug von dem Brummen des russischen Baren, und man hat ihm hier die Klaue abgcTxiuen, ein nÄtbares Zeichen ter Zeit. Den Einigungsamtern hat man eine erhöhte Bedeutung beigelegt. Es ist daher dringend erforderlich, daß deren Um- qestaltung vorgenommen wird. Eine ^abohe= lltwiy ----------— -- _
riina wie sie sehr oft von den Parteien vorge- Ausgaben mit 102 704 464 o. re ,v- .>2trag erommen wird, muß unter allen Umständen I abichlreßt, wodurch ter Beweis erbracht m. dan
vermieden werden, um zu verhüten, daß das j daS Mernelgebiet finanziell fcllcklSndig roirtidiaitcn bürgerliche Recht teilweise außer Kraft ge- könne. Ter $i»r—et **—* setzt wird. Alles in allem atmet das Gesetz IauS:^W


