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<krster Blatt M- Jahrgang , Montag, 9. Mai 1921
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Noch leine Entscheidung!
Die Schwierigkeit, in diesem heiklen Augenblick deutscher Geschichte eine Regierung neu zu bildeik, ist vielfach weit un erschätzt worden. Organe, die vor einigen Tagen das Kabinett Fchrenbach—Simons gescholten und ziemlich unverblümt seinen Rücktritt gefoc- oert haben, greifen heute dieses Kabinett an, weil es durch seinen Rücktritt das demokratische Deutschland so empfindlich bloßgestellt habe. Diese Kreise könnten sich darauf berufen, bei einem früheren Termin des Rücktritts wären solche Schwierigkeiten der Neubildung eines Ministeriums nicht entstanden. Aber das ist Unwahrheit und Verkennung der Sachlage. Wer von einer „Mehrheit" des Volkes gesprochen hatte, die dem Kabinett Simons entgegenstünde, hat eben den Mund zu voll genommen. Der Minister Dr. Simons hat für viele Sorgen und Unannehmlichkeiten nun doch noch die Genugtuung erhalten, daß ein Teil seiner Kritiker jetzt selbst nach ihm ruft und ihm vorhält, er hätte sich nicht, wie so viele berufene beutfd)e Bolkstribunen es jetzt machen, ebenfalls der Verantwortung entziehen dürfen. Aber der Minister hatte ja, wie wir schon dargetan haben, ganz vernünftige Grunde für seinen Rücktritt, die aus der Konsequenz unseres heutigen Bersassungslebens sich ohne weiteres ergeben. Das Gerede, daß Dr. Simons uns in diese außenpolitische Krisis hin- eingeführr habe, ist ganz nichtig und ungerecht; es steht auf der Höhe der demagogischen Phrase sozialistischer Organe, wonach das „Bürgertum" dem Volke die ganze Suppe eingebrockt habe.
Das Schlimme ist, daß die politischen Parteien in Deutschland zu keinem Ende und zu keinen vernünftigen Entschlüssen kommen können. Diese Tatsache wäre ja auch die stärkste Belastung und Erschwerung der Lage des Kabinetts Fehvenbach-SimonS gewesen. Der Reichspräsident Ebert hat den Botschafter Dr. Mayer aus Paris berufen, und Herr Mayer hat die große Ehre der Kanzlerschaft dankend abgelehnt. Wahrscheinlich geht sie denn doch etwas über seine Kraft. Ob Herr Ebert schon einmal daran gedacht l)at, einen der deutschnationalen Führer zu sich zu bitten, die ja in der Ablehnung des Ultimatums völlig einig sind? Wohl schwerlich, denn dazu wäre die Opposition der sozialistischen Gruppen viel zu laut.
Nicht einmal in der Haltung gegenüber den traurigen Ereignissen in Oberschlesien finden die Parteien eine Parole der Einheitlichkeit und Geschlossenheit. Im preußischen Landtag hat cs am Samstag unerhörte Auftritte gegeben, wobei sich nur eines deutlich und unverkennbar heraushebt: die Frucht sozialistischer Propagandaarbeit, die im Herabsinken des politischen Anstandes zutage kommt. Weck der demokratische Minister Domini- cus einen Irrtum berichtigen mußte, nämlich daß fein französischer Offizier in Ober- schlesicn habe verhaftet werden müssen, brüllten die kommunistischen Gruppen den Redner in unerhörter Weise nieder, schimpften ihn nationalen Schieber und häuften die Schimpfworte auch auf den Präsidenten Lei- nert, der dann seinen historischen Ausspruch vorbringen mußte: „Ich bitte Sie um eins, seien Sic doch in Ihren Ausdrücken so, wie cs unter gebildeten Menschen üblich ist." Herr Seiner! ist Sozialdemokrat, und als solcher muß er wohl das bittere Gefühl haben, daß seine Partei die Geister, die sich jetzt von der gebildeten Menschheit absondern, selbst ein wenig gerufen hat. Es gibt natürlich in der sozialdemokratischen Partei, auch unter den Führern, anständige Menschen, denen die Politik und Taktik der Gasse wider den Strich gcht. Aber immerhin, die Politik der Straße stand auch ein wenig auf dem sozialdemokratischen Programm und ab und zu verirren sich vereinzelte ihrer Organe auch aus das holprige Pflaster der Gassen, wo der Bildungsgrad des Pöbels herrscht und das Schimpfwort zum Gipfel der politischen Einsicht wird. Hoffen wir, daß unser deutsches Bolt diese Entwicklungsgänge nicht mehr lange mitmachen wird und durch sein Stimmrecht die Lager aufsucht, wo der politische Kampf mit sauberen Waffen und Mitteln ausgetragen wird.
Dr. Mayer lehnt die Kabinettsbildung ab.
Berlin, 8. Mai. (Wolff.) Ten Blättern zufolge teilte der Botschafter Dr. Mayer gestern dem Reichspräsidenten mit, daß er den Auftrag zur Bildung des neuen Reichskabinetts nicht übernehmen könne. Der Reichspräsident drückte den Wunsch aus, daß Mayer seine endgültige Entscheidung auf Montag vertagen möchte.
Nach einer Information des „Berliner Tagblatts" lehnten die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei die Alliierten-Ncoten als unannehmbar.ab. In der Demokratischen Fraktion sei eine ähnliche Ansicht vorherr- ichcnd, allerdings seien die Erwägungen noch nicht abgeschlossen. Im Zentrum und der Sozialdemokratie sind die Meinungen über die Annahme oder Ablehnung geteilt.
Heute mittag trat der interfraktionelle Ausschuß der Koalitionsparteien zusammen, um Über einen gemeinsamen Beschluß zum Ultimatum zu beraten.
Der in Berlin weilende bayrische Ministerpräsident v. Kahr wird die Auffassung der bayrischen Staatsregicrung über das Ultimatum der Entente daclegen. Die Tendenz dieser Stellungnahme geht, laut „Tageblatt", dahin, daß das Ultimatum schon wegen der Entwaffnungsfrage nicht annehmbar erscheine. Bayern wünsche jedoch im Reichsinteresse, daß auch dieser Punkt im Zusammenhang mit der ganzen Sage beurteilt und danach entschieden werde.
Amerikanischer Rat.
London, 7. Mai. (Wolff.) „Daily Telegraph" meldet ans Neuyork, in Amerika sei ziemlich allgemein die Ansicht verbreitet, es sei Deutschlands augenblickliche Pflicht, die Bedingungen der Alliierten anzunehmen und einen ehrlichen Versuch zu machen, sie zu erfüllen. Wenn sich der Reparationsplan in seinen wirtschaftlichen Folgen als undurchführbar erweise, so würden nach Ansicht Washingtons die Alliierten bereit sein, ihn von Zeit zu Zeit abzuändern, um ihn der veränderten Sage anzupassen.
Die Beteiligung Amerikas an den weiteren Beratungen.
. Paris, 7. Mai. (Wolff.) Havas meldet aus Washington: Die von den Vereinigten Staaten an die alliierten Regierungen gerichtete Note zeigt den Empfang der durch den englischen Botschafter in Washington übergebenen Mitteilung der Alliierten an und teilt mit, daß die Vereinigten Staaten die E i n l a d u n g annehmen, sich bei den Sitzungen des Obersten Rates, der Reparationskommission und des Botschafterrates vertreten zu lassen. Dann fährt die Note fort:
Bei aller Wahrung unserer überlieferten Politik, uns von allen Angelegenheiten von rein europäischer Bedeutung fern zm halten, verfolg! die Regierung der Vereinigten Staaten doch mit größter Anteilnahme die Fragen einer geeigneten wirtschaftlichen Regelung und einer billigen Lösung der Angelegeicheiten, die für die ganze Welt von Bedeutung sind, welche in den Konferenzen beraten werden. Die Regierung wünscht daher, sich nützlich an den Beratungen zu beteiligen, welche über diese Frage stattfindcn.
Französische Havaltcriepatrouillen im Ruhrgebiet?
Berlin, 7. Mai. Ter „Vossisch. Zeitung" zufolge stießen heute vormittag französische Kavalleriepatrouillen in das Ruhrgebiet vor.
Essen, 7. Mai. (WTB-- Der hiesige englische Konsul, die Stadtverwaltungen von Essen, Mülheim, Duisburg und Kettwig wissen nichts von einem Vorstoß französischer Kavallerie.
Paris, 7. Mai. sWolff) Wie Havas mit-« teilt, bc mentieren die zuständigen ,faxte Frankreichs formell die Nachricht, französische Kavalleriepatrouillen e en schrn gestern vormittag in das Ruhrgebiet vorgedrungen.
Lin deutsch-rnsfisches Abkommen.
Berlin, 7. Mai. Im auswärtigen Amt ist gestern abend ein Abkommen zwischen Deutschlandund Sowjet-Rußland zur Erweiterung b:5 Tätigkeitsgebietes Der beiderseitigen Delegationen sowie ein Ergänzungsabkoinmen über die Heimschaffung der beiderseitigen Kriegsgefangenen und Zioilintcrnierten un^rzeichnet worden. In dem erstgenannten Mkoinmen verpflichten sich beide Teste, die Tätigtest ihrer Vertretungen 'streng auf die ihnen nach diesem Abkommen zuiallendnr Aufgaben zu beschränken und sich jeder Agitation oder Propaganda gegen die Regierung oder big staatlichen Einrichtungen des Aufenthaltsstaates zu enthalten. Ferner regelt das Abkommen u. a. die Voraussetzungen des beiderseitigen Handelsverkehrs. Hie bei vcrpJich- tet sich die Sowjet-Recherung, im Gebiete Sow- jetrußlands Rechtsgeschäfte mit mit Schiedsgerichtsklauseln abzuschließen. Für die in Deutschland abgeschlossenen Rechtsge'chä t- unterwirft sie sich den deutschen Gesetzen, für vrioarrech.liche Verbindlichkeiten der deutschen Gerichtsbarkeit und Zwangsvollstreckung, soweit es sich um Verbindlichkeiten aus Rechtsgeschäften mst Deutschen handelt, die nach dem Abschluß dieses Abkommens eingegangen sind. Deutschen, die sich nach Rußland begeben, wird Unverletzlichkeit ihres geianuen mitgeführten, sowie in Rußland erroorberum Eigen
tums, nötigenfalls durch besondere Schutzbriest, sichergestellt, sofern Erwerb und Verwendung den besonders getroffenen Vereinbarungen ciiyprichr.
Die Lage in Gberschlesien.
Berlin, 7. Mai. (Wölfl- Tic Lage in Ober- stblesjen ist unverändert ernst. .sunfanti) bat ixi5 Ziel, das er sich gesetzt hat, erreicht. An der Grenze der Kvrfantv-Lime fu d n tioh !.<t e Kampse itatt. Der Angriff aus 'den Eisenbab knotenpunkt K and. »in wurde von 11 a 11 c n i • schcn Truppen abgeschlagen. An ber Stod:- gienje von Kattowitz fanden in der letzten Nacht Sckncßereien statt. In der Stidt Koset nerridyt Rahe. Aus dem Streife Groß-Sire! Utz ist noch zu melden, daß bas Gut Kalinow von Polen geplündert wurde. Roziankau ist von Aufständischen besetzt. Tie Lage im Kreise Äiteuzbueg ist nach imc vor sehr ernst. Dieser Krcft. scheint von zwei Seiten bebrüt zu sein. Laut einer Meldung der „B. Z" ans Breslau rourb: in (S ter» wionka d e 11 a 11 c n i f d> c Bcs.-tzu g angegriffen und mußte ff! gestern crgr.cn ; sic hott' nenn SdHververww bc e Eine itaftc r ci e Bcrst.irknng - truppe aus Nillolat befreite bi Gefangenen und ersckvß zwei Polen standrechtlich. Kurz daraus wurden die Italiener durch 2000 Insurgenten auseinander gesprengt, tvobei ein Leutnant und zw^i Mann fielen. Ain ®a'hr.i,boi in Ezcrwimla fielen nachts neun Italienerin einem Gefecht. Tie Stabt Rybnik wurde nachts von den Italienern unter fdyoeren Verlusten z rückerobert. In Mkolai haben sich bi: Italiener der Iordeirnüg ber Insurgenten aus Entwaffnung der bentfd)en 2Ct\> fügen müssen. Der größte Teil der alliierten Truppen hat den Kreis Oppeln verlasfen. Tie interalliierten Besatzungen in den umlagerten Städten beginnen bereits unter Lebens- nrittclmangd zu leiben. Nach einer Meldung aus Gleiwitz haben die Aufständischen bei franzöffschn Truppen 60 Waggons mit Scleiiyinit.cüi aui "bem Bahnl-of abgeruppelt und weggesührt.
Berlin. 7. Mai. (Wolff., Zur Linderung der großen Lebensmittelnot, die an verschiedenen S'ellen Obersch'esiens ber:® getreten ist, soll nack) einer Vereinbarung des preußischen Ministers des Innern mit dem Reiärs-Ernährungs- minister alsbald ein Transport von Mel)l und gegebenenfalls auch von Fleisch nach Oberschle- sien gesandt werden.
Kattowitz, 7. Mai. (WTB) Stadt und Kreis Kreuzburg sind noch unbesetzt. Die Stadt R y b n i f ist auf Grund von Verhandlungen geräumt worden. Im Iulius-Ho>p tal in Rybnik liegen 30 verwundete Zioilp.n onen, 19 tote Italiener, im KNapvschastsla.zarett 22 Ver - mundete und 3 Tote. Bei ten Kämpfen in Czer wionka am 3. AUn hatten die Italiener 16 Toi und 18 Verwundete, bei ten Kämpfen am gleick-en Tage bei IastvzeMb verlor eine italienische Korn ixignie cbien TÄten und einen Verwundeten. Die Stadt G r o ß - S t r e l i tz ist von Aufrührern frei, die einige Kilometer östtich der Stadt liegen. Die Stadt Kofel ist frei. Große Teile des Kreises sind im Besitze der Aufrührer.
Die Nachricht, daß die Einberufung von 3000 Deutschen zurückgenvmmen wurde, ist falsch Bisher wurden 1500 Deutsche in Oppeln eingestellt, es fehlt jedoch an Bewaffnung und Bekleidung.
Berlin, 7. Mai. (WTB.) Tie Funkstation Warschau verbreitet Funksprüche „An A l l e", die offenbar dazu bestimmt sind, den wahren Sackwerhalt über den polnischen Auffland in Oberschlesien zu entstellen In den Funk sprächen wird behauptet, überall in Oberschlesien, wo die Insurgenten die Herren der Lage wären, sei das normale Leben nnebergeicbrt, und von deutschen Mobilmackunasmaßnahm n ^um Kamps gegen Obeffchlesien gefabelt. Tatsäckilich aber ruht ber gesamte Verkehr, Gruben und Industrien stehen still, Landwirtschaft,, Handel und Gewerbe liegen bamieber und selbst die bringenbften Notstands- arbeiten auf den Kohlengruben sind in Frage gestellt
Glcist»itz, 8. Mai .Wolff./ Tie deutsche Abstimmungspolizei in Gleiwitz wuro: heute ton ber interalliierten Macht entwaffn n e t, um nach Oppeln rbt ansportiert »u werden. In Laband wurden d e Beamten ohne jeben Widerspruch ber fron Wüschen B deckung ixm polnischen Aufständischen out bem Bahnhof Mis dem Zuge geholt, bis auss Hemd entkleidet m.b m eine Scheune gesperrt.
Königtzhütte von polnischen Banden besetzt.
Königshütte, 7. Mai. lWTB') Morgens von halb acht Uhr an bildeten sich in Königsbütte Ansammlungen von Arbeitern, die von polnischen Banditen von ihren Arbeitsstätten versagt rourbm. Zu ihnen geeilten sich viele Flüchtlinge. Tie Maisen rorberten vom Magistrat und den Kreiskomrolleuren Seroa'fnung, um gegen das gewalttätige Vorgehen der polnischen Banden gegen die gewaltsame Verhinderung cer Arbeitsaumahme eingreifen zu tonnen. Ein Stab1- rat hielt eine Am'nrache an Die Männer und suchte sie zu beruhigen: die Menge len'ttcute 'ich aber erst, als ihr mitgeteilt wurde, ba& zwei Kraftwagen mit Vertretern der Belegschaften nach Oppeln gefahren sind und daß erst ihre Rückkehr und die Antwort, die sie nriibrmgm, abgewartet werden müßte. Es konnte nick nrbniberi werden, dast drei polnich: Spitz -'1^ di a s Ioldtc erkannt, verprügel'. wu..m. ^ieMenge drang in das polnische vauptguartier, den Reit- hoft und beschtchigte die Räume und Einrichtungen. Gegen 4 llbr nachmittags begann von neuem I eine wilde Schießerei. Polnische Banden rückten in ziemlich großer Stärke von |
Weste nherindieStraßen und besetzten fast die ganze Stabt mit Ausnahme des Ringes. Die französische Truvpe, eine kriegsstarke Mompadtiie, verhielt sich vollkommen untätig 2ic sperrte den Ring nur ab. wenn i>olniid>e Banditen versuchten, auch Lier vorzridriwien gaben die französischen Soldaten einige Schutze ab
Laurahütte, 7. Mai (Wolfs.) Laura- Hütte wurde vormittags wiederum von polnischen Bauden besetzt.
Feststellungen des deutschen AbstimmnngoauoschuffeS.
Kattowitz, 7. Mai. (Wolff.) Das Plc«« b i f i it Io m m rf f a i io t für 2 cut|(hlanb, die Deutschnationalc Volkspartei, die Deutsche Ovllspaitci, b Katlulisckx Vol!Spartet (:Je - i iiatbemofiatifdx Partei, ber Mlgcnni : Vcutidc und der Deutsche C'fauerlldxi-tjitii'i f Lloyd George, Bnai.d Givlitti, Präsidelil Holding, Lord Curzon u. b Gra, 3ior; i cri TcI.- gramni, in bi'iii fiv oii.rur frrur<ien, bar. hie von dem bi.Herigen poinisckLn Pl>li zuionimi > r Kvrfcmty am 3. Mai o. - Bertn en Mächte unterbreitete Tarstclluni . i des Polenputsck^s in Oberfdic i.-n der Wachr!)eii
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Zweifel daran, ba St n m t :.
Irctbfrifd.c.i UnternebmenS und einzig und allein für das fnrchtoare Unglück veranin>oitli'h fei. Die P utschplänefeienberinterallizerle« Regie r ungS- und ber Ple b isz t t lomni is i v n vorher bekannt gewesen. lUi- nähr sei die Behauptung, dost am 2. Mai |äml* lidx Gruben und Hütten mit einem Mal stillgelegt toorben seien. Tie allgemeine Ari^it>ein- stellung vom 3. Mai sei'durch die Aufstäi.disden erzwungen word.'n. Die Anfstär biscken |aen mit Gewehten, Minenwersern, leichten tuir> iaxceren Maschrnengewehreu und sogar mit (beschützen in einem Umfang ausgerüstet, der monatelange Zu- ftchren voraussetzte ES sei erwiesen und der interalliierten Kommisftni besannt, baß die e Waffen aus Polen flammen. Es sei eine unerl/örte Anmaßung, daß ztzorfanty im Namen des oderschle- sisckxen Volles zu reden wage.
Das Plebiszitlonimiffairal für Deutschland, tne Deuffchna-ionale Volkspartei, die Tent dr Volks- Partei, die Katholische B l.Sparte Ze t um), die Deutsche Demokratische Partei, 'die sozial dem.'M tratifdx Partei, ber A liemeine Deutsche Gernerk- s:1>aftsbund richteten an die Interalliierte Monui Mission nt Ovveln ern Telegramm in dem sie an* fragen, was die Kommission zu tun gedenke, um ihre Zusage vom 3. Mai zu verwirkichen.
Berlin, 7. Mai. (Wvlff.! n orfanty erklärt in chitr 9totc an die Alli ettcn icierlidk alles getan zu haben, >vas i i seiner Alacht gestanden hätte, um den Aufsta. d zu verhüten.
teilt Beschluß
der Pariser Botschasterkonferenz.
Paris, 8. Mai. (Wolff.) Der „Petit Parisien" berichtet einiges aus ber gestrigen Botschasterkonferenz über die ober- schlesische Frage. Die Konferenz habe sich einem englischen Vorschlag gegenüber befunden, der durch eine proviwrifche Regelung die unsichere Lage in Oberschlesien beenden wölkte. Danach sollten sofort die Polen die südlichen Kreise Pteß und Rybnik und an Deutschland die Kreise links der Oder übertragen werden. Ter umstrittene Teil, d. h. die e i g e n t l i ch e Industriegegend, sollte unter ber93e r- waltung ber Alliierten bleiben, was den alliierten Truppen gestatten würde, sich dort zur Wiederherstellung ber Ordnung *u konzentrieren. Dieser Vorschlag unterläge der Prüfung ber verschiedenen Gruppen, jedoch werde keine Entscheidung darüber vor Montag getroffen werden. Immerhin sei es — so meint das Blatt — kaum wahrscheinlich, daß man chn für annehmbar halte, da er nur eine halbe Lösung darstelle und geeignet fei, die Gemüter äufzuregen. Die Konferenz habe die interalliierte Kommission aufgefordert, eine neue Prüfung des zukünftigen Verlaufs ber beutsch-polnischen Grenze vorzunehmen. Gegenwärtig lägen zwei Berichte vor, einer von General Le Rond, der andere von dem italienischen General de Marinis, dem sich auch der englische Oberst Percival anbeschlossen habe. Beide Berichte schlügen verschiedene Arten der Teffung Lberschlesiens vor, stimmten aber darin überein, daß Pleß und Rybnik an Polen und die westlich des Industriegebietes gelegenen Teile an Deutschland fallen sollten.
P e r t i n a x spricht sich im „Echo de Paris" gegen den englischen Vorschlag einer proviiorifchen Lösung aus, der nur auf oent, raschesten Wege zu einem deutsch-polnischen Kriege führen und die Soldaten der Entente zur Untätigkeit verurteilen würde.
Paris, 7. Mai. (WB.) Die Botschafterkonferenz ist beute vormittag unter dem Vorsitz von Cambon zusammengetreten.. Marschall Foch war anwesend. Die Konferenz hat sich mit ber durch die Wirren in Lberschienen geschaffenen Lage befaßt. Sie 6&» dauerte, daß der Auftichr t-ei den alliierten Desatzungstruvpen Menschen'eben gekostet habe.' Sie ist dann unmittelbar zur Prüfung


