Hn 236 Drittes Blatt
Die Washingtoner Konferenz.
Don 2>r. Heinrich Schnee e^tm. Gouverneur von Deuych-Ostafrika. Wohl noch nie hat eine internationale Zusammenkunft schon lange vor ihrem Zusammentritt die Gemüter Vj in Bewegung ges^t, tote bte be- vorstehende 5konferenz in aDafbington. Äaum je- mal« hat aber auch von dem einer inter
nationalen Versammlung Io viel für ®ntotd- [ung der Weltoer hält» iste abgehangen. Denn dte Anvchliehungen dieser Konseren- Der^n in sich . bergen entweder die Gewähr friedlicher Entwrck- lung oder die Gefahr der Wiedererweckung dec KriegSfurie für einen groben Teil der bewohnten Erde.
Die zur trorterring stehenden »ragen lasten sich in einem Satz dahin zufammenfasfen. Soll das begonnene Wettrüsten -wischen den Scemach- ten England. Amerika und Japan weitergehen dw xu dem schlieblich kriegerischen Zusammenstob oder foO dne Beschränkung der Seerustungen vereinbart werden unter Erzielung einer freundschaftlichen Verständigung über die zwischen den drei Mächten vorhandenen Interessengegensätze? Das Programm der Konferenz umfaßt einmal die Abrüstung, sodann die Fragen des fernen Osten«. Beide Angelegenheiten stehen In engem Zusammenhang miteinander.
Die Vereinigten Staaten sind im Ausbau ihre« 1916 beschlossenen FlottenprvgrammS begriffen. Sie werden Ende 1924 ober Anfang 1925 eine Kriegsflotte besitzen, welche ungemein viel stärker sein wird, als irgendeine bisher auf der Welt dagewesene Flotte, insbesondere auch als die geflentDärtlge englische Marine Amerika wird zu diesem Zeitpunkt 16 der modernsten Kriegsschiffe besitzen, davon 12 je über 43 000 Tvn-nen grob, Schiffe, welche an Kampfkraft alle früheren weit übertreffen. Japan baut gleichfalls eine gewaltige Flotte und wird 1925 acht dieser modernsten See- kriegSmaschinen sein eigen nennen. Für acht Mr tete, welche 1928 fertig sein sollen, find bereits die Gelder bewilligt. England hatte bisher ge- zbgert und nach dem Kriege nur eins dieser .Post- jütland"-Schlachtschiffe gebaut, den _Hovd", tn dem die Erfahrungen der Schlacht am Skagerrak verwertet sind. In diesem Jahr sind die Mittel für vier weitere moderne Schlachtschiffe vom englischen Parlament bewilligt worden. Die drei Mächte be- ftnden sich alfo bereits im Zustande des Wettrüsten«, da« nach Umfang und finanziellen Aufwendungen (der „S^oob“ kostete 6 Millionen — nach gegenwärtigem Stande der Valuta über 2V» Milliarden Mark) —. alle« Frühere weit hinter sich läßt
England tfl ktt 20 Jahren der Verbündete Japan« und ist gleichzeitig bestrebt, eine Politik de« freundschaftlichen Zusammenarbeiten« mit den Vereinigten Staaten durchzuführen. Die amerikanische Politik ist zwar getreu ihren Traditionen irgendwelchen Bündnisten abgeneigt, aber doch auf ein freundschaftliche« Zusammenwirken mit Eng. land eingestellt. — Zwischen England und Japan hat die Vastenfrage bisher zu keinen Konflikten geführt, obwohl die Japaner au« den britischen Dominion« Kanada und Au strallen genau so ausgeschlossen sind, wie au« den Vereinigten Staaten von Amerika. Ebensowenig war die« bei den China angehenden Fragen der Fall.
Die vorhandenen Interessengegensätze zwischen England und Amerika liegen tm wesentlichen aus wirtschaftlichem Gebiet. Die Vereinigten Staaten sind in früher ungeahntem Mabe der stärkste Konkurrent England« aus nahezu allen Wirtschaftsgebieten geworden. Da« gilt einmal für Schiffsbau und für die Handelsflotte Die amerikanische Flotte umfaßt jetzt zwei Drittel der englischen und transportiert etwa 40 Prozent aller amerikanischen Sin- und Ausfuhrgüter gegen weniger al« 10 Prozent vor dem Kriege. G« trifft weiter zu für den Handel, tn dem Amerika sachlich unb örtlich auf Kosten England« große Fortschritte gemacht hat. S« ist ferner bet Fall auf finanziellem Gebiet, auf dem die Vereinigten Staaten im Degriff sind, England« früheren Platz einzunehmen. Last not least tritt der Gegensatz in dem friedlichen aber zähen Ringen um die Ölvorkommen der Welt zutage. Aber diese Interessengegensätze Birnen durch privatwiri- schastliche Abkommen beigelegt oder wenigstens abgeschwächt werden und brauchen selbst dann, wenn und soweit dies nicht gelingen sollte, nicht zu Verwicklungen zu führen.
Im Verhältnis zwischen England einerseits und den beiden anderen für die Seeabrüstung in Betracht kommenden Rationen andererseits, liegen hiernach keine Gründe vor, welche ein Gelingen der Konserenzabsicht von vornherein unwahrscheinlich machen wurden.
Anders liegt die Sache im Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Japan. Hier handelt e« stch zwar auch teilweise um wirtschaftliche Fragen, aber ganz wesentlich sind e« politische Dinge, Machtfragen, auf die e« an kommt. DaS übervölkerte Inselreich bedarf der Expansion. Rach den natürlichen Verhältnisten kommen dafür tn Betracht die nächstgeleaenen Länder de« astatischen Festlandes (Teile Thina« und Sibirien«) und nach der anderen Seite die Inselgruppen de« Stillen Ozeans. Rach beiden Seiten hat Japan stch auSgebaut, eS bat auf dem Festland u. a. Shan- tung besetzt unb da« Bestreben nach Verstärkung ferner Vorrechte in Thina hervortreten lasten. Im Stillen Ozean hat bie Macht Japan« burdj bas Mandat über bie bisher deutschen Inselgruppen eine beträchtliche Vermehrung nach ©üboften hin erfahren.
Diese Srpanstvn Iapans widerstreitet den Interesten der Vereinigten Staaten. Das japanische Vordringen in China ist mit der Politik der offenen Tür" und der .Aufrechterhaltung der Unabhängig? eit und Integrität Chinas" unvereinbar, welche nicht mir bie trabitionetl festgelegte Politik der Vereinigten Staaten, fonbern in deren Lebens- notwendigkeiten begründet ist. Die Besetzung der ehemals deutschen Südfeeinfeln andererseits treibt einen Keil in die Verbindungen Amerikas mit dem asiatischen Festland unb den amerikanischen Pbi- lippineninseln. Akut geworden ist bie Frage in bet Angelegenheit ber Besetzung ber Kabelstation Iap durch bie Japaner. Tatsächlich aber geht bas Problem weit über die Frage einer Kabelverbindung ober des Besitzes ober Richt befttzes einiger Inselgruppen hinaus. Es handelt sich in Wirklichkeit um die Frage ber Herrschaft in dem größten Ozean ber Erde, besten Küsten in Zukunft eine weit größere Rolle zu spielen berufen flnb, als in verflossenen Zeiten.
Reben diesen Problemen tritt bie Rassen frage
Samstag, 8. Oktober 1921
Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
gegenwärtig an Bedeutung zurück, wenn ste auch jederzeit zur Grobe eines KonfliktgegenstandeS em- porschnellen kann.
Erscheint eS denkbar, biete amerikanifch-japa- nilchen Gegensätze soweit aus der Welt zu schassen, baß an bie Stelle des gegenwärtig gespannten Verhältnisses eine freunbttxllige Verständigung tritt? Kann das von Churchill kürzlich in seiner Aede in Dundee befürwortete .größere Einvernehmen" zwischen den drei Seemächten des Stillen Ozeans zustande gebracht werden auf ber Grund» läge .gemeinsamer Interessen unb gegenseitigen ■^rtrauen«“ ? Eine ungeheuer schwierige Ausgabe liegt vor. Ihre Lösung scheint nur möglich, wenn alle beteiligten Mächte auch vor erheblichen Opfern nicht zurückscheuen, um zu einer Einigung zu gelangen
2luf der Konferenz handelt es stch keineswegs bloß um die Interessen ber beteiligten Mächte, sondern um den Weltfrieden, »s ist im allgemeinen Wellintereste zu begrüßen, daß die Vereinigten Staaten mit der Einberufung dieser Kvn- ferena durch den Präsidenten Harbing in bte Well- pvlitik eingetreten sind und baß auch Fragen, bie kein unmittelbares Interesse für die amerikanische Politik haben, wie bie Beschränkung ber Rüstungen zu Land, in baS Programm ausgenommen sind.
Ein Schellern ber Konferenz könnte zu einer Zweiten Wellkataftrophe führen, ihr Gelingen würde aller Voraussicht nach auch für un« günstige Folgen haben DaS freundschaftliche Zusammenarbeiten Amerika- und Englands würde ber angelsächsischen Kombination ein ganz außerordentliches Gewicht verleihen. Dor allem wären Schritte Wiederaufrichtung der zerrütteten Wirtschaft von ihr zu erwarten. Der ursächliche Zusammenhang ber wirtschaftlichen Depression und ArbeitSlostg- kett tn beiden Ländern mit der Finanz- unb Wirtschaftslage Mitteleuropa« liegt aus ber Hand. So haben beide Mächte an ber Wiedererstehung geordneter WirtschaftSverhältniste tn Europa, die die Wiederaufnahme vollen gegenseitigen Güteraustausche« »wischen uns unb ihnen gestatten, ein eigene« starke« Interesse.
—
Schwurgericht.
Gießen, 6. Ott. 1921.
Wegen Abtreibung standen vor den Geschworenen bie Hebamme Anna Schaub aus Bü- besheim, früher m Friedberg, unb bas Dienstmädchen Katharina GlooS aus Bad-Rauheim.
Dessen Verhältnis mll einem Friseur war nicht ohne Folgen geblieben, die mit Hilfe ber Hebamme Schaub beseitigt wurden gegen Entlohnung von 200 Mk.
Die Geschworenen bejahten entsprechend dem Anttag des Staatsanwalts bie Frage nach Lvhn- abtreibung bezüglich ber angeklagten Schaub und nach Abtreibung bezüglich ber angeklagten Gloos.
Erstere würbe zu 1 Hahr Zuchthaus unb 5 Jahren Ehrverlust, letztere unter Zubilligung mildernder Umstände zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.
Die Verhandlung fand unter Ausschluß der OeffentlUßfett statt.
Jgkmbel.
Berlin, 7. Ott. VÖrsenstimmnng«- btld. Die Börse machte heute einen Retnigung«- tag durch. Infolge der Meldungen über amerikanische Kreditangebvte an deutsche Industrielle usto. ist der bisherige Glaube an eine fortgesetzte De- vtsenhauste, auf die fich der ^ImwertunaSpro-eß an ber Börse hauptsächlich gründete, anscheinend doch etwa« erschüttert worden und die mehrtägigen Unterbrechungen des Börsenverkehrs Hoden auch im Publikum ein gewisses Gefühl ber Unsicherheit stärker hervortreten lassen. Zu Beginn be« Verkehr« bestaub baßer überwiegend Abgabeneigung von feiten be« Publikums, aber auch ber Börsenspekulation unb ihrer Mitläufer, so baß mit geringen Ausnahmen KurSeinbußen von 10 bi« ungefähr 70 Prozent für die marktgängigsten Werte unb von 100 bis 150 Prozent für Th. Goldschmidt Rodel Dhnamtt, Deutsche Waffen unb Pftllsch-Aktien ein traten. Auch Valutapapiere, wie TIerifcnier und amerikanische Bahn- aktien unterlagen Rückgängen von 30 bis 75 Prozent. Starke Ernüchterung machte sich auch am Markte ber unnotierten Werte geltenb, aus bem befonbet« bie in ber Tagespresse al« ungeeignet für den Berliner Verkehr bezeichneten Papiere starke Einbußen erlitten. Rur Hansa-Llohb lagen sehr fest. Eine Ausnahme von ber schwachen Äll- gemeinhaltung machte aber ber Bankenmarkt bei Kurssteigerungen von 10 bi« 25 Prozent. Als späterhin weitere Rückkäufe be« Publikums nicht erfolgten, würbe die abgabelustige Spekulation ftuhig unb schritt in diesen Papieren, besonder« auch in oderschlesischen Werten zu Deckungen und Rückkäufen mit bem Ergebnis einer 5 bi« 20prv- zentigen Erhöhung gegen die niedrigsten Tageskurse. Heimische Renten waren zumeist unverändert. Wesentliche Steigerung erfuhren ungarische Renten, angchlich auf ftarfe AuSlandskäufe. bet ziemlicher Zurückhaltung der Spekulation bekundeten Devisen bet mäßigen Erhöhungen feste Haltung, was übrigens viel zu der Befestigung ber Tendenz beigetragen hat Gegen Schluß machte die Befestigung weitere Fortschritte, als die Aufwärtsbewegung am Dankenmarkt ziemlich stürmischen Charakter annahm. Die Kurse erhöhten sich hier sprunghaft weiter, so daß gegen gestern 50 bis 80 Prozent Kursbefserungen, für Berliner Handelsgesellschaft sogar über 100 Prozent sich ergaben. Man begründete diese Bewegung damit, baß bie Bankaktien zurückgeblieben seien unb bei ber Berliner Handelsgesellschaft eine großeTrans- aktton mit amerikanischen Bankiers devvrstünde. was indes von beteiligter Selle tn Abrede gestellt wird.
Frankfurt a. M, 7. Ott Börsen- flimmungsbilb. Wie vorauszu sehen war, lagen, nachdem sich gestern ber Devisenmarkt weiter ad schwächte, bei den Banken VeriaufSaus- träge vor, bie heute zur Ausführung gebracht wurden. Der EinheitSmarkt behielt eine festere Grundstimmung, obwohl auch hier von feiten der Derufsspekulanten Realisierungen vorgenommen wurden. Zu teilweisen Kursrückgängen kam es auf bem Markt ber amtlich nicht notierten Werte. Bahnbedarf stärker gesucht, junge Ufa 268—245. Mansselder Kuxe 1300, Gebrüder Fahr 1115, Hansa Llohb 285, Dtsch. Petroleum 1130. Weitere Kursrückgänge in Montan- und Elektrisch: Akiien. Feste Haltung zeigten 4prvzentige Reichsanleihen und 4prvzentige Konsvls, auch Bankaktien. Der Schluß gestaltete sich besser. Privatbiskont 3*/4 %-
7.0kL
6. Okt.
39,45 39,55 39,20 39,30
Börsenkurse.
Berlin
Uhr» Schluß- Schluß-
8*/.
370,
740.
lentab. .
Ob«
610,
469,
538,
SSO,
599,
gezahlt:
3,65
9. 10
Wechsel auf
Schweizer Franken.
- 183.-
öitn
Ar. -
KurS
7.10.
77,50
6. 10.
4,67
7.10.
4,65
2,54
4,55
itanL isanL itanL
788,
705, 960.
700,
660,
1000,
100 100 100
1 MO 100 100 100 100
Datum *
VLDtfc
21.31
2245
40.10
0.83
563.-
2.25
2.845
Ar.
Sh- ffc-
4,45 77,-
3,70
Kurs
7. 10.
77,50
4,24
11,50
0,83
88,80 117,80
97,80 125,40 23,80
11,25
-32
820,
804,
l-Hfir- Kur«
5.10.
77,50
177,70 488,- 459,- 121,25
Vollen . Brüssel . Budapest Deuyork. Agra«. .
170—220 All., Dirnen 140-200 ML. Kochobst (Aepfel und Dirnen) 90—100 Mk.. Trauben 250 bis 400 Mk. Flußfische 3—9 Mk. das Pfund, lebendes Geflügel etwa 9—10 Mk. da« Pfund, Butter 29—30 Mk.
177,30 487,- 458 -
12039
18480 4V0 0.29 5L75
4.50 0V0 6.95
40.70 11.33 22^0 40.10
0.80 565 -
2.30 4.95
77,- 62,90 300,- 450,- 390,- 330,- 312.- 293,— 389,- 404,- 848,- 705,- 720,50 860,- 703,- 670,- 930,- 579,50 579,50 619,50 557,50 801,- 455,- 862,- 547,-
?
L.
Kur«
5.10.
77,50 73 25
76,90 61,20
298 - 405,- 362,— 810,- 290,- 244,- 415,- 420,- 890,- 790,- 798,- 975,- 700,- 670,- 995,- 595,- 610,— 645,-
599,75 940,- 475,-
,920,- 9 574,05
63,30
570,-
. 100 L .
Märkte.
Mark, Rosenkohl (nur in kleineren Mengen) bis 4,80 Mk. das Pfund, Kohlrabi 25—40 das Stück, Blumenkohl (reichlich) 3—7 Mk. Kops, Zelleriekops mll Dlällern 2—4 Mk. Stück. Am Obst markt wurden bezahlt
174,55 487,- 456,- 120,87 879.10
Fr. 125,40
KL 59,20
Ar. 88,83
Ar. 117,80
174,95 468,- 457,- 121,13 880,9)
(RtQenkird). Dergw. .
Äarpener Bergbau . ßberkblef. Lisenb.-B.
Frankfurter Obst- und Gemüfemarki.
Frankfurt a. HL, 7. Okt. Der heutige Gemüse- und Obstmarkt brachte aus dem Frankfurter Gebiet ein reichliches Angebot fast aller Gemüse, ebenso wurde Obst in erheblichen Mengen herangebracht. GS kosteten hn Großhandel: Kartoffeln, der Zenter 85 Mk., Weißkraut 90—100 Mark, Rotkraut 100 Mk., Gelberüben 100 Mt., Wirsing 120—130 Mk., Spinat 90-130 Mk, Zwie» dein 90—100 Mk. Bei den Erzeugern wurde bezahlt für Wirsing 110—130 Mk., Spinat 130 bi« 140 Mk., Römischkohl 70—80 Mk., Weißkraut 110—120 Mk., Tomaten (sehr reichlich) 95—100
Züricher Devisenmarkt.
7. 10.
4 •/. Preuh Aonsol, Darmstädter Dank . 'deutsche Dank . . . Dlaconto-Defelschast Dresdner Dank. . . sstationaldank f. D. . Mitteid. CrebitbonN. ft. Simerik Pakets. . Dorddeutscher Lloyd.
Schwei,.....
Spanien . . . .
Wien (altes). .
Veutsch-Oesterr.
Prag......
Dudapest. . . .
Bnlaarien . . «
Aenftantiwopel.
Buenos-Aire«.
3921,05 3928,95 3913,55 3921,45 866,60 868,40 866,60 668,40
1463,50 1466,50 1458,50 1461,50 2272,70 2277,30 2237,75 2242,35
2747,25 2752,75 2739,76 2745 25
4,50 Pf. ber dafür 130
Datum:
Hm fr erlern. Doll erd. Drüstel.Anttoerp«, . Cßriftiania......
Kopenhagen .....
Stockholm ...... Aeffingfors......
Jtaiten........
London........
«euoork.......
6,43 6,47 5,88 6,02
129,85 130,15 129,35 12^65
18,03 18,07 17,93 17,97
Phdnix.Dergb -Akt.. Lad. Anitin» u. Soda Höchster Farbwerke. Elektt. A. E. G.....
Schuckert.Werke. . . [felten.®uiUeauint. . Daimler.......
Bub.» Eisenw.» 2stch . Mblerwerfce......
♦7,6*11- Staatsanl . Llektton Vrieehell».
881,60 88.3,40
2137,85 2142,15 2157,80 2166^0
1588,40 1591^0 1593,401596,60
Framksvrt a. BL. 8 C*U>ber. Berliner Devisenmarkt.
Geld Dries Gew Bri-s
Aepsri (gewöhnl. Sorten Schafnasen ufw.) bis 150 Mk., edlere Sorten (Goldparmäne ufw.)
Marknotierungen.
Für 100 deutsche Mark wurden
Datum: 1.7.11.
Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Si^holm Wien.... London . .
Mainzer Produktert-Vörse.
Mainz, 7. Ott. Auf der heutigen Börse war ein reichliches Angebot an Webzen, während Roggen gesucht war. Da« Mehlgeschäft war im allgemeinen schleppend. Rach Kleien war die Rachfrage sehr groß und die Preise fester. Futtermittel fanden bei angezogenen Preisen flotten Absatz. In Sämereien bewegte sich das Geschäft noch in engeren Grenzen: neue inländische Rot- Heefaalen waren besonder« gesucht. Die Preise für AuSlandSzu cker geben infolge größerer Ankünfte und der niedrigen Preise für Inlandsware nach Hasernährmiuel und Graupen, ebenso Reis waren unverändert. Ramhafte Umfaße in Reis wurden nicht getätigt, da ber Konsum noch gut versorgt ist. Das Angebot tn Hülsenfrüchten blieb beschränkt, die Rachfrage wurde etwas lebhafter, wenn e« auch wegen der llnstcherheit am Devisenmarkt zu größeren Geschäftsabschlüssen nicht gekommen ist. In Rauhfutter war Heu unb Haserstroh in guten Qualitäten gesucht. ES notierten per 100 Kilo: Weizen 470—485, Roggen 380-400.Weizenmehl 00 mit 40 Pro». Auslands- mehl 735. amerikanisches Weizenmehl 925, amerikanische« Weizenmehl First Clear 850, Roggen- mehl 560—575 Weizen- unb Roggenlleie 270 bis 290 Weizenbollmehl 340, Futtermehl 340 bi« 360 La Plattmtais, neue Ware, 390—400 geschro- tener Mais 400—410, Hafer 390—410. 1920er italienische Luzerne, seidefrei, 3200—3700 1921er
Proveneer ßujerne, seidefrei, 4203—4500. 1920er italienischer Rotklee 3<\X>-3600, 1921er italienischer Rotklee 4200 -4500, inländischer Rotklee 3800- 4200. weiße Dohnen 650-700. ungeschält» Viktoria-Erbsen 650 670 .geschälte Viktoria-Erbsen 800—850. Linien 1150—1300. Ferner notierten per Zentner lofc«1 Heu 115 gepreßte« Heu 125 bi« 130 gebündeltes Stroh 40—45. Preßstroh 40—45.
LangSdorf, 7. Ott Am nächsten Montag findet zu LangSdorf ein Viehmarv statt. Ktauer»- vieh ist nur zugelalletr wenn e« au« unverseuchteu besfischen oder benachbatten preußischen Kreise« stammt Ein HriprungSzeugniS ber betreffenden Bürgermeisterei ober ein Zeugnis eine« beamteten Tierarztes über bie abgelaufen« Quarantäne muß beim Auftrieb vvrgezrigt werden. Auftrieb ist nur von 9—10 Uhr vormittag« zugelassen.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Sine Denkschrift der oderschlefischen Gewerk« schaftcn an den Völkerbund.
Genf, 7 Okt (WTB.) Folgende oberschle- stschen Organisationen Der Allgemeine Deutsche GewerkschasiSburrd, Deutscher Gewerkschaftsbund unb Deutscher GeWerkschaftsring überreichten alS Vritreter von 220 000 Arbeitern und Angkstellten bem VölkerbundSriit eine Denkschrift, in ber geqen die vollstanbig irreführende Eingabe ber polnischen Regierung protestiert wird. An Hand einwandfreien Material« wird die polnische Darstellung über brr Betrieb« rat ^Wahlen wiberlegt unb bie Ausmerksamkell bc« VöllerdunbeS auf bie polnischen Wahlmanöver nach bem letzten polnischen Putsch tn Oberichlefien gelenkt. Die Denkschrift bebt hervor, daß ber polnischen Berechnung nicht ber geringste Wert zukvmme Sollte trotzdem ben Betriebsrat-Wahlen eine auSschlagge'ende Bedeutung zugewiesen werden, so beantragten die Verbände. diese Wahlen in Oberschlesien durch zuver- lästige Personen nachprüfen zu lasten.
Englische WirischaftSpdlitik.
L 0 n d 0 n, 7. Ott (WTB.) Heber den Chur- chillschen Plan in der Frage der Wechselkurse schreibt ber politische Mitarbeit« ber Dai h Mail': Man hoste, baß Churchill zurück sein werde, um an der heutigen Kabiuettssttzung ieilzunehmen. Churchill werde wahrscheinlich auf Hnterstützang rückständig« Kolonien brhigen. vorausgesetzt, daß ihre Ein kaufe in England stattfinden. Im Ka- binett bestehe eine deutliche Meinungsverschieben heit bzgl. der Stabilisierung derWechselkurse. Eine einflußreiche Gruppe von Minislern fet der Ansicht, baß im Hirchlick daraus, daß alle Bemühungen der Regierung, die Wechselttirse zu siabilisicren, toäßronb ber letzten 2 Zähre fehlgesthlagen feien unb fich im Hinblick auf diese Frage al« so gut wie wertlos erwiesen hätten, eine weitere Konsere^vz sehr unzweckmäßig sei, unb baß auch alle künftigen finanziellen Me- thoder zur Heraustührung einer Stabilität der Wechselkurse wertlos seien.
Polen und Sowjei-Rustland.
Pari«, 7. Ott (WTB.) Wie »Chicago Tribüne" au« Washington erfährt, ist vorgestern zwischen der polnischen und russischen Sowjetregierung eine Einigung Über die Ausführung be« Friedensvertrages von Riga zustande q cfomiTi cn.
Die Schulden der AlMerte» an AmerSa.
London, 7. Oft. (WTB.) Siner „Srchange"- nrelbung au« Washington zufolge hat stch der ame* ribiTrische Schatz lekrelär Mellon gegen eine Bezahlung der Schulden ber Alliierten an die Vereinigten Staaten mittel« deutscher und österreichischer Obligationen erklärt.
Abreise der chinesstchen Delegation nach Washington.
Pari«, 7. Oft. (WTV.) Wie die .Thica-o Tribüne" aü« Schanghai erfährt, ist die chinesische Delegation für die Abrüstung«- kons erenz vorgestern abgereist. Die besteht mtt dem Perfvnal au« 100 Köpfen.
Die englisch-irische Konferenz.
London, 7. Oktober. lWTD.) Wie Reut« erfährt, wird die Regierung auf der irischen Konferenz durch Lloyd George, Lord Birkenhead, Sir Hamar Greenwood, Chamberlain, Sir Laming Worthington forme Chu rchill vertreten fein.
Der Zwischenfall tn Venedig.
Pari«, 6. Ott (WTB.) Der Abgeordnete Dorrel wird nach dem Zusammentritt der Kammer die Regierung über die Zwischenfälle in Venedig unb über ihre Politik gegenüber Italien interpellieren.
Fortdauer des Streik« in Nordfrankreich7
Pari«, 7. Oft. (WTB.) Wie der .Temp«- aus Roubaix meldet, haben die Hnterneßmer- verbände beschossen, die Verhandlungen für abgebrochen zu betrachten. ES ist zu bemerken, baß es sich noch immer um eine Lohnerhöhuna von 20 Centime« die Stunde handelt, unb baß ber vermittelnde Vorschlag des ArbellSministerS, eine Lohnerhöhung von 10 Centimes vorzunehmen, nicht bie Zustimmung beider Parteien gefunden hat.
Aufstieg eines sozialdemokratische« Parteisekretär-.
LudwigShasen, 7. Oft (WTB.) Der bekannte Sekretär der Sozialdemokratischen Partei, Friedrich Profit, hat einen Ruf bet Reichs- regieruna erhalten, als sozialpolitischer Referent tn das Staatssekretariat für die besetzten rheinischen Gebiete einzutreten. Prosll wird diesem Rufe Folge leisten unb sein Amt am 1. Rovember an treten.
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