Ausgabe 
8.9.1921
 
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hiesigen Händlern gestattet,' die Weiterveräuße- rung an Händler ist verboten.

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49. Fortsetzung.

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3m Stadt. D o l k s k i n de r g a r t e n können augenblicklich noch Kinder aufgenommen werden. Er befindet sich Walltorstraße 59 und ist werktags von 8^-12 Ußr ümmi.tagä und 25 Ubr nachmittags geöffnet. Kinder werden vom 3. Le­bensjahre an ausgenommen Schulgeld monatlich 6 Mark, bei mehreren Geschwistern Ermäßigung.

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spräche beteiligte sich auch ein sozialdemokratischer Redner. Die Versammlung verlief ohne Störung, allerdings hatte die Polizei große Dorsichtsmah-

eS eine Rote Armee gegeben habe, erklärte der Zeuge noch, wo konkrete Fälle angegeben waren, habe er überall Untersuchungen anstellen lassen, aber auch nicht in einem einzigen Falle fei es ihm gelungen, die Wahrheit solcher Behaup­tungen festzustellen.

Die Rotherstems.

Roman von Erich Ebenstein. Copyright 1919 by Greiner L Tomp., Berlin W 30.

m auigieb tzportba hterSutze beschäftigen menigti' als 3i*nfld tragt oir vv> um die sie fl< Diwiele bei nicht zur L Mb* Hinxben.

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star P im Rsmen der Deutschnationalen Partei j einer Bekanntmachung des PolizeramtS, vmr im gutbesuchten Städtischen Saalbau. 2ln der 2lus- j 11 Uhr vormittags ab auf dem Marktplatze den

haben die Studenten gegen das Verfah­ren der Bolschewisten, die aus dem letzten Kongreß absolut eine Mehrheit bilden woll­ten, Kundgebungen veranstaltet und eine R e- foIution angenommen, in der die Sow­jets getadelt werden. Aus diesem Grunde sind 352 Studenten verhaftet und mehrere tausend, die den Versuch machten, ihre gefangenen Kameraden zu befreien, von der roten Armee zerstreut worden. Alle Hoch­schulen in Moskau wurden geschlossen und die Mehrzahl der Studenten verschickt.

Paris, 7. Sept. (WTB.) Rach einer Meldung des Sonderberichterstatters des Matin" aus Helsingfors erzählen dort ein­getroffene Flüchtlinge, daß die G r ä f i nT o l- st o i, die Tochter des berühmten Schriftstel­lers, die Mitglied des allrussischen Komitees ist, v e r h a f t e t wurde.

»DaS ist bloß mädchenhasie Schüchternheit," meinte sie weise.Du mutzt endlich offen mit ihr reden."

Dazu toar Waldemar ja längst entschlosten. Wenn nur deS Fürsten Erkrankung nicht da­zwischen gekommen wäre, oder Do es mit ihren Pflichten nicht gar so genau genommen hätte!

Sv aber verging Monat um Monat, ohne datz sich eine Gelegenheit fand, dis Waldemar bann selbst an das Krankenzimmer der Mutter gesef- seit wurde.

Run aber war Frau Ruhland bereits auf­gestanden, und in wenigen Tagen sollte die Reise nach dem Süden angetreten werden.

Richt nach Kairo, für das es inzwischen zu warm geworden war, sondern an den Gardasee. Edith beabsichtigte bann mit Tante Seiler eben­falls dahin zu kommen.

Der Gedanke, abzureifen, ohne mit Do ge­sprochen zu haben, beunruhigte WaBcmar oft sehr. Wenn er auch jetzt nicht an eine förmliche Verlobung denken konnte irgendeine Gewähr für die Zukunft, mindestens die Gewißheit, ob er je hoffen dürfe, ihre Liebe zu erringen, mutzte er mitnehmen dürfen.

Dazu bedurfte eS einer Zusammenkunft mit Do. Waldemar zermarterte kich v?rg?blich den Kopf, wie eine solche zu bewerkstelligen sei

Hertha tarn außer Betracht Sie hatte eS schon Im Winter schroff abgelehnt, irgendwelche Botschaften an Do zu bestellen unb schien über­haupt einen Groll gegen die Kusine zu habe

.Kümmern Sie sich gar nicht mehr um sie," hatte sie bis ig ae'agt. »Sir werden ihr doch nicht nachlausen! Ich bin übetjaugi, eines Tages

Aus Hessen.

Die LmrdtagSwahlen auf 27. November fest­gesetzt.

rm. Darmstadt, 7 Sept. Die hessischen Landtagswahlen sind durch Defchlutz des Ministeriums auf Sonntag den 27. Rovember festgesetzt worden. * ,

Darmstadt, 7. Sept. Der Partetausschutz der hiesigen Ortsgruppe der Dtfch. Volks- Partei hielt eine stark besuchte Sitzung ab, die vom Abg. Dr. Osann eröffnet wurde. LandtagSabaeordneter Dingeldetz erstattet« sodann Bericht über die politische Lage. Er sagte u. a.: Man komme in Versuchung, die schandbaren Angrisie, die g gen das Bürgertum und gegen die Deutsche Vottspartei jetzt gerichtet werden, in allerschärfster Weise abzuwehren. Wrr dürfen aber unseren Blick nicht durch Leiden­schaften trüben lassen: denn, was sollte aus solcher Saat Gutes kommen? Der Bürgerkrieg ist für uns kein Ziel, sondern eine schwere Gefahr, die mit allen Mitteln zu verhindern ist. Zn der jetzigen Zeit, wo Oberschlesiens Schicksal noch immer ungewiß ist. wo die Frage der Repara­tionen unser Volk bewegen sollte, wo neue Steu­ern von ungeahntem .Umfange bevorstehen, jetzt Ware der Ruf zur Sammlung geboten, nicht klein­liche unb verhetzende Agitation, Entschieden wandte sich der Redner gegen die Forderung der Erfassung der Sachwerte". Unter Rational­vermögen ist dazu da, die deutsche Wirtschaft zu tragen und unser Voll zu erhalten, aber nicht, um ber Ententeunseren guten Willen zu zeigen". Es folgte eine Aussprache. Abg. Dr. Osann schll- berte Die Person bes Abg. Erzoerger aus seinen parlamentarischen Sriaho-mgen. Durchdringenden Fleitz unb unermüdliche Aveitskra't mutzte man ihm zubilligen, so stark auch bie Schattenseiten feines Wesens gewesen sind. Es wurden entspre­chende Entschließungen gefaßt.

rm. Darmstadt, 7. Sept, lieberRationale Fragen" sprach am Dienstag abend Graf W e -

Der Ersatz für denKommunisten".

fpd. Frankfurt a. M 7. Sept. An Stelle des vom 518. September verbotenen Kommunisten" erscheint im gleichen Verlag während der VerbotszeitDie Arbeiter­zeitung", das Organ der Kommunistischen Partei für Hessen-Waldeck und Südhannover. Trotz des Verbots ist der Kommunist iwch am 5. September erschienen. 3m Auftrage des Agitationsbezirks Hessen-Nassau hat der mehrheits sozialistische Bezirkssekretär Roh le den Berliner Parteivorstand telegraphisch er­sucht, auf den Reichsminister des Innern ein» zuwirken, daß das Verbot desKommunisten" schleunigst wieder aufgehoben werde.

Der griechisch-türkische-Krieg.

Smyrna, 7. Sept. (Wolff.) Reuter. Nach einer hier eingegangenen Meldung ist Angora nach scharfem Kampfe gefallen.

Konstantinopel, 7. Sept. (WTB.) Die letzten, von der Front eingetroffenen Nachrichten bestätigen, daß nach der achttägi­gen Schlacht die Griechen u n g e f ä h.r 7 Kilometer auf der Sakaria-Front .vorgerückt sind. Ihre Verluste werden auf ungefähr 20 000 Mann geschätzt. Das Gerücht von der Besetzung Angoras durch die Grie­chen entbehrt der Begründung. Die Griechen Befinden sich gegenwärtig noch 50 bis 60 Kilo­meter von Angora entfernt

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Aus dem Reiche.

Lohnbewegung und Teuerung.

Essen, 7. Sept. (WTB.) In den heuti­gen Verhandlungen zwischen dem Zechen­verband und Den Vertretern der Ange- stelltenverbände wurde eine Erhöhung der Gehälter um 16, eine Erhöhung des Kin­dergeldes um 50 Prozent, unb außerdem eine Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses ab 1. September 1921 zugebilligt.

Aus dem besetzten Gebiet.

Die Loslcsimgsbestrebungen nn Rheinland.

dta. Mainz, 7. Sept Am Sonntag waren unter ber Bevölkerung Gerüchte verbreitet, datz in Köln die rheinische Republik aus­gerufen worden sei. Die hiesige Polizei erhielt, wie derDarmst. Tägl. Anz." meldet, im Lause des Sonntags die Anweisung, im Falle, datz Plakatanschlage gemacht würden, die bie Prokla­mierung verkündeten, sofort einzuschreiten und die Plakate abzureißen. Die Plakatanlleber seien fest­zustellen. In den Straßen von Mainz wurde massenweise die SamStagsnummer derRheini­schen Republik" gratis verteilt. Die Nummer ent­halt eine erneute Aussorderung an die rheinischen Derwaltungsbeamten, sich der Regierung der rheinischen Republik zur Verfügung zu stellen. Außerdem entfaltet Herr Dmeets in mehreren Seiten kugen Artikeln eine emsige Propaganda für kste rheinische Republik. Don einem tatsäch­lichen Ausrufen der rheinischen Republik ist bis-

wird sie Ihnen von selbst und recht gern in Bie Arme laufen."

Rach Grafenegg gehen, war ausgeschlossen, Rüdigers toegen. In bezug auf diesen quälte Waldemar ohnehin stets eine dumpfe Eifersucht feit der Bildergeschichte, obwohl Hertha ihm wiederholt angedeutet hatte, fcah Rüdiger Mnge- lone liebe und diese bestimmt früher ober später heiraten werbe.

Aus einen Zusall zu warten, war zu unsicher bei der kurzen Zeit, die Waldemar noch zur Verfügung stand. In dieser Lage d:schlotz er endlich, sich direkt an Magelone zu wenden und sich ihr anzuvertrauen.

Sie war gewissermaßen neutral, wohnte nicht auf ©rafenegg, und Do hatte zuerst ja unter ihrem Schutz gelebt. Frau Ruhland Billigt« diesen Entschluß.

So machte sich Waldemar denn eines Tages aus, um in Fürstenhaus einen Besuch abzustatten

Draußen grünte unb Blühte der Frühling Magelone faß zum ersten Male im Freien unter ber großen Blutbuche im Fürstenhäuser Par» und schrieb Briefe.

Sie schrieb zuerst einen langen Brief an Edith unb bann ein kurzes Billett an Anneliese, bie kurz nach Weihnachten plöillch erlitt hatte, sie wolle Tante 3kibzlta in ObdenSloh besuchen und seitdem noch Immer dort weilte.

Das Billett war gerade fertig, al« man ihr Herrn Rußland meldete. Bestürzt unb tief ä> rötend erhob sie sich, lächelte aber gleich da raut erleichtert, als sie in dem Kommenden Waldemar erkannte.

Sie batte schon gefürchtet, der gute Egon

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 8. Dept. 1921.

Streik in der Bauxitwäscherei in Münster.

Von der Oberhessifchen Bauritgesellschaft wird uns geschrieben: Am vorletzten Samstag wurde zwischen den Vertretern der Arbeiterschast unb den Arbeitgebern über eine neue Arbeitsord­nung verhandelt, und es kam zu einer vollkom­menen Einigung. Zugleich wurde über Einfüh­rung eines AkkorbsystemS verhandelt, unb auch hier wurden derartige Fortschritte erzielt, baß mit ber Einführung beS AkkorbsystemS zum 15. September gerechnet werben konnte. Mehr- forberungen an Lohn würben von ber Arbeiter­schaft in keiner Weise vorgebracht. Die Verhand­lungen endeten im besten Einvernehmen beider Teile. Am Montag jedoch legte die Ar­beiterschaft, nachdem sie eine halbe Stunde ge­arbeitet hatte, die Arbeit nieder und verlangte sofortige Bewilligung eines höheren Lohnsatzes im Schichllohn. Der Betriebsleiter antwortete, daß er nicht ermächtigt sei, derartige Forderungen zu genehmigen. Telephonische Verhandlungen mit der Hauptbetriebsleitung in Gießen scheiterten daran, datz die Forderungen so Plötzlich und un­erwartet vorgebracht worden waren und bk Ar­beiter bie Arbeit zugleich niedergelegt hatten. Die Aufforderung, die Arbeit wieder aufzunehmen, wurde nicht beachtet. Daraufhin wurde den Ar­beitern am nächsten Tage die Entlassung zugestellt. Erft am darauffolgenden Tage versuchten die Arbeiter, Verhandlungen einzuleiten. Indischen ist das Akkvrdsystem mit dem Vertreter der Ar­beiterschaft fertiggestellt worden, und es werden auf Grund dessen Neueinstellungen ftattfinben.

Neue KohleupreiserhShung.

Mit Rücksicht auf den im Reichs- wirtfchaftsrat gefaßten Beschluß über Lohn­erhöhung im Bergbau hat nunmehr der Reichskohlenrat feine Mitglieder zum 9. Sep­tember nach Berlin eingeladen, um über die notwendig gewordene Hinaufsegungder Kohlenpreise zu beraten. Man schätzt die vorzunehmende Preiserhöhung auf 30 Hark, höchstens aber 40 Mark für die Tonne.

Wettervoraussage

für Freitag:

Vorwiegend heiter und trocken, tags warm, nachts kühl, Winde aus südlichen Richtungen. Die Wetterlage hat sich nicht wesentlich ver­ändert.

Die Untersuchung über die letzten Unruhen in Mitteldeutschland.

Berlin, 7. Sept. (WTB.) Der Unter» fuchungs-Ausschutz des Preußischen Landtages verhandelte heute in öffentlicher Sitzung über die Unruhen in Mittel­deutschland. Auf ber Tagesordnung stan­den Zeugenvernehmungen. Als erster General­zeuge wurde Staatskommiffar a. D. Severing ^vernommen. Er besprach die Vorgänge im Zu- Jammenbange mit dem kommunistischen Partei­tag in Halle, Die damalige Gefahr eines Rechts- putsches, sagte er. wurde von der Arbeiterschaft sehr ernst genommen. Daraus ist zu erklären, daß in einer Reihe von Ortschaften die Arbeiter noch im Besitz von Waffen waren. Während Jber Tagung ber Rationalversammlung war Halle BaS Zentrum aller Unruhen. Eine Zentralisation 'beS Polizeikörpers war auch in der Provinz Sachsen ersorberlich. Die preußische Regierung Tief sich nicht, wie behauptet wirb, burch bk Singe überraschen. Die polizci'ichen Kräfte wären stärker eingesetzt worden, wenn nicht die ober» schlesische Äbslimmung bevorgestanden hätte. Man Batte beobachtet, daß riesige Truppenmassen von Ben Polen zufammengezogen worden waren. Ein ' Einsatz ber Reichswehr wäre von ben Polen als !Bestätigung ber Alarmnachrichten über Rüstun­gen in Deutschland auSgeschlachtet worden. Die Heranziehung ber Reichswehr würbe bie Dache »übrigens kompliziert Hoden. Ueber die Betei­ligung von Amts- unb Gemeinbevorstehern an Bem Aufruhr könne er keine Auskunft geben, ba ;«t fett bem 23. April nicht mehr Minister getoefen lei. Ihm fei nicht bekannt, baß sich AuS - län b c r in desonbers großer Zahl 'im Aus- stanbsgebiet ausgehalten hätten. Die B wasinung ber Arbeiter sei eine Folge ber Bewaffnung ber Okgesch getoefen. 2lbfurb sei eS, von ber Existenz einer roten Arme" in Mitteldeutschlanb tu swe-- ,»che> DrZ Gefährlichste sei geoeten, baß dir Aif- standischen in dem Belitz von Dynamit getoefen Ken. Sine feste rote Organisation habe jeben- salls nicht bestanden. Die Aufstände seien im- blobifiert gewesen unb genährt worben burch bie Aufrufe von Holz. Er, ber Zeuge, habe ben Einbruch baß die Kommunistische Partei zu dem mitteldeutschen Aufstand nicht daS Signal ge­geben habe.

Der Untersuchungsausschuß hörte weiter den Oberpräs'identen Hörsing, der erftäcte, 1000 Mann Pvlizeitruppen, die er zuerst an» gefordert hatte, seien auf feine Veranlassung vor Grausamkeiten eindringlich gewarnt worden. Von dieser Seite sei auck nichts vorgekommen. Dagegen sei eS möglich, daß von Polizeimann­schaften, die aus anderen Provinzen tarnen, Uebergriffe erfolgt sind. Seitens der Aufständi- schen feien zahlreiche Übergriffe und Grausam- leiten vorgekommen. Die Zahl ber Ausländer fei in der Provinz Sachsen außerordentlich groß gewesen. DrsonderS seien viele Russen wäh­rend deS Ausstandes in der Provinz Sachsen sest- gestellt worden, deren Zahl mit 2000 bis 3000 Wohl nicht zu hoch angegeben ist. Zur Frage, ob

22. Kapitel.

Frau Ruhland schwebte viele Wochen hindurch in Lebensgefahr. Hie hatte in sehr glücklicher Ehe mit ihrem Gatten gelebt, unb fein jäher Tob erschütterte ihren OrgantSmuS diS in die Grund­festen.

Ein schweres Rervensieder. zu dem sich aller­lei Rebenttankheiten gesellten, ließ Dr. Kasper lange an ihrem Aufkommen zweifeln. In all dieser Zeit wich Waldemar kaum von ihrem Lagrr. Er war immer ihr Liebling getoefen und stand ihr unvergleichlich näher als die beiden anderen, kühlen, selbst bewußten Kinder, Auch er hing in zärtlichen Liede an ihr, unb fie toar bk erste gewesen, der er Von seiner Liede zu Do erzählt hatte. Bor ihr allein hatte er auch nie ein Ge­heimnis auS dem Bild gemach!

Dringe sie mir doch," hatte Frau Ruhland zu Beginn deS Winters oft gesagt,sie muß sehr gut sein, da du sie so sehr liebst, unb ich habe sie schon jetzt lieb wie ein Töchterchen."

Darauf antwortete Waldemar dann stets be­kümmertIch weiß ja noch gar nicht, ob sie meine Liebe erwidert, Mama! Hertha glaubt es ja: aber ich bin doch noch lange nicht sicher. Sie ist scheu wie ein kleiner Waldvogel."

Aber von solchen Zweifeln wollte Frau Rutz- lands Mullerherz nichts wissen. Wer sollte denn ihren Prachtjungen nicht lieben ?1

Die Nordische Woche.

Lübeck, 7. Sept- (Wolff.) Ueber die Nor­dische Woche wird gemeldet: Der gestern vor­mittag eröffneten Tagung deS deutschen F e h - marnbahnkomitees gingen in den Räu­men der Gesellschaft zur Förderung gemeinnütziger Tätigkeit zwei öffentliche Dorträge voraus: Pro­fessor Munch-Petersen (Kopenhagen) be­leuchtete die technische Seite, Dr. L e u ck f e l d (Hamburg), Syndikus der Handelskammer Ham­burg, die wirtschaftliche Bedeutung des Fehmarn- bahnproblems. Der Tagung wird außer in Lü­becker, auch in Hamburger und nordischen Kreisen regstes Interesse entgegengebracht. 3n der Stadt­halle, wo der erste deutsche Briefmarken- sammler-Hänblcrtag seinen Fortgang nahm, veranstaltete bie deutsche Filmindustrie eine grobangelegte Filmschau, deren Dorsührung ein Bild von der gewaltigen Ausdehnung und der Leistungsfähigkeit der deutschen Filmindustrie ga­ben. Die erste Tagung der deutschen Volks- b o ch s ch u l c n erreichte ihr Ende, ebenso sand ok Tagung ber Luther gesellschaft gestern ihren Abschluß. 3m Stadtthcater wurde im Rah­men ber Festspiele Hebbels:Herodes unb Mariamne" aufgeführt.

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 2 September der Diener am Chemischen Laboratorium Ludwig Schäfer zu Gießen zum Amtsgehilfen an diesem Institut. Am 29. August wurde die Dersetzung des Försters Köhres zu Forsthaus Apfelbachbrücke in bie Forstwartei Langd ber Oberförsterei Eichelsdorf auf fein Nachsuchen zurückgenommen. Am 1. Sep­tember wurde der Förster der Forstwartei Breun­geshain August Büttner zu Breungeshain in gleicher Diensteigenschaft in die Forstwartei Langd, Oberförsterei Eichelsdorf, versetzt.

* Aenderung der Wochenmarkts­ordnung. Der gewerbsmäßige Einkauf von Gegenständen des WochenmarktverkehrS, die von außerhalb zu Markt gebracht werden, ist, nach

geschrieben, daß die Frist zur Abgabe der eides­stattlichen Dersicherungen unb Abstempelung Ifchecho-slowakischer Wertpapiere laut Bekanntmachung bes ReichsfinanzministerS bis zum 15. Oktober L I. verlängert worden ift

Eine neue Eisenbahnftrecke int Kreise Wetzlar wurde dieser Tage bem Der- kehr übergeben und zwar die Teilstrecke Stock» Hausen (Lahn)^-Al l e n b o r f (Kreis Weg» l a r). Don den an ber Strecke tiegenben Stationen ist Dissenberg nur Haltepunkt für Personen­verkehr, während Allendorf (Kreis Wetzlar) für Personen-, Gepäck», Güter- und Diehverkehr ein­gerichtet ist. Dorläusig verkehren zwei Paar ge­mischte Züge, also Züge für den Personen- unb Güterverkehr, mit folgendem Fahrplan. Stock- Hausen ab 5,45 vormittags unb 4,42 nachmittags; Allendorf ab 6,35 vormittags unb 5,25 nach­mittags.

Sprechapparate mit Anschluß­dosen. Die neue Hernsprechordmmg läßt bet den Haupt- und Nebenanschlüssen an Stelle ber,mit ben Leitungen fest verbundenen Sprech­apparate Anschlußdosen zur Einschaltung trag­barer Apparate zu. Die Haupt- oder Neben­anschlußleitung endigt an der ersten Anschluß­dose. Die Zahl der zu einem Haupt- oder Nebenanschluß gehörigen Anschlußdosen ist nicht beschrankt, doch müssen sie sich in dem­selben Gebäude befinden. Bei reichseigenen Anlagen dieser Art werden jährlich erhoben: für jede Anschlußdose 12 Mk., für jede vollen oder angefangenen 100 Meter jeder Anschluß- dosenlinie (d. h. der Entfernung der Dosen voneinander nach der Luftlinie gemessen) 3t Mark, für jeden mit der Anschlußbosenanlage verbundenen besonderen Wecker 24 Mk. Für den tragbaren Fernsprechapparat ist keine besondere Gebühr zu zahlen, wenn der Appa­rat der Hauptstelle für den Zweck benutzt wird. Für jeden weiteren tragbaren Apparat wird eine Iahresgebühr von 84 Mk. erhoben.

'* Meldungen zum Eintritt in daO R e i ch S h e e r. Wer in bad ReichSheer eintreten will, wenbet sich zweckmäßig an ben Truppen­teil, bem er angehören will. Wer wegen Ueber» füllung bei dem gewählten Truppenteil nicht an- kommt, ober wer zu keinem beßimmten Trup^teil will, wenbet sich an die DivisionSkommanboo, die ihm eröffnen werben, ob und wo noch Stellen frei sind. Die Stäbe ber Divisionen befinden sich ta Königsberg (1), Stettin (2.), Berlin (3.), Dresden (4.), Stuttgart (5.), Münster (ö ), München (7.). Frankfurt a. O. (I. Kavalleriedivision), Breslau (2. Kavalle kdivision), Kastel (3. Äaranertebtot- sion). Meldungen beim RelchSweyrminl- st e r i u m sind zwecklos, weil daS W Int» ftertum sich mit Einstellung von Freiwilligen nicht befaßt, da dieses lediglich Sache der Truppenteile ist. Die beim Ministerium eingehenden Gesuche können daher nur an die bett. Truppe weiter- gegeben werden, wodurch für den Gesuchsteller eine unerwünschte Verzögerung eintritt

Bornotizen.

Tageskalender für DonnerS* tag: Getoerbehaus. Kirchsttaße, 8 Uhr, öffent­liche Besprechung über Zweck und Ziele der ®*» nossenschast DeU ehe Kunst. LichifPklhauS, 4» heute bis einschl. Sonntag:Der TodL-Cowboy" undDer Don Juan und die Helllge"

Kreis Büdingen.

N l d d a, 7. Sept. Sin hiesiges 22 Jahre altes Mädchen machte gestern ben dritten Selbstmordversuch- Wahrscheinlich Balte sie Salzsau re genommen, die sie sich lag- vorher in Friedberg verschafft hatte Anscheinend vergnügt nahm sie noch am Montag an bem fröhlichen Treiben ihrer Iugendgenossen Beim Kirchweihfest teil Gestern vormittag fanden sie Mitbewohner ihres HauseS bewußtlos in bem Bette. Nachdem durch ben Arzt Deryiftung feft- Seftellt worben war, wurde bas Mädchen no.ch ließen in die Klinik geschasst. Dor etwa acht Monaten versuchte sich bie Lebensmüde schon ein­mal in einem Teich In Bad Salzhausen unb vor neun Wochen in der Ridda bei der Ärötenburg- müßte zu ertränken, wurde aber jedesmal beobach­tet und wieder gerettet. Durch das viele Lesen von Schundromanen scheint das dtemlofe Mädchen auf die Selbstmord Idee gekommen zu sein.

würde sich vielleicht am Ende gar eine Dummheit in den Kopf gesetzt haben.

Zwei Tage später es war ein Sonn­abend faß Do mit bem Fürsten plaubernd aut der Terraffe, als plötzlich Magelone mit Ihrem fußest en Lächeln zu ihnen trat

Sie bat ihren Schwiegervater, doch zu er» tauben, daß Do fie aus einem Spaziergang be­gleite. SS sei so wunderschön jetzt, unb sie müsse immer allein gehen, waS gräßlich langweilig |ei. Auch würbe es Do, bk nun schon so lange Im Haufe herumsitze und ganz blaß darüber gewor­ben fei, gut tun, sich endlich wieder einmal, ein bißchen Bewegung zu machen.

Do wollte erschrocken protestieren. Denn Mn- getanes Worte Hangen fast wie ein Vorwurf gegen den Fürsten. Aber der alte Herr, der bi?S wohl Mich herauefühlte und ganz drstürtt brdn- blickte, schlug sich sogleich energisch auf Mage» loneS Seite.

Natürlich mußt du hinaus, Kind! Du toetßL wie oft ich dich Barum gebeten habe. Run ver­lange ich eS geradezu. Vorwärts, geh nur! Ich, habe Bücher unb Zeitungen genug ba. Du bringst mir dann auch endlich wieder mal einen Strauß Waldblumen, die du ja so hübsch zu arrangieren verstehst."

Es blieb Dv fchsießsich nichts übrig, ata zu gehorchen. Als sie Hut und Handschuhe boten wollte, meinte Magelone:

DieS ist nicht nötig. Wir gehen bloß un, Park herum, der ist ja groß genug "

Sie hing sich dann an DoS Arm unb lenkte- ihre Schritte nach bem entlegensten Dell deS ParkeS, wo sich nahe des ParkeS eine Art Sre»

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