M- Jahrgang
Drud und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steinöruderei H. Lange. Zchriftleittmg, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7.
Frankreichs auswärtige Politik.
des
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Dr. dem
Einkommensteuergesetzes eine gewisse Beachtung findet.
Wie der „Vorwärts" meldet, fand am Mittwoch eine vertrauliche Aussprache von Vertretern der S P D. mit solchen der 11. S P. D. über die politische Lage statt. Man war sich darüber einig, daH zum Ähutze der Republik ein gemeinsames Vorgehen beider Parteien sich empfiehlt. Hinsichtlich der bayerischen Frage wurde betont, dah die sofortige Aushebung des Belage- rungszuslandes unerläßlich sei. Am Mittwochabend unterricht ten Tertr ter der beu en Partei n den Reichskanzler und den Aeichsminisler des - -- — ~ " Insbesondere be-
Dic Warnungsnote au Ungarn.
London, 7. Sept. (Wolff.) Wie Reuter meldet, ist auf die italienischen Vorstellungen hin beschlossen worden, die interalliierte Rote, die bei Ungarn wegen der nicht erfolgten Räumung eines Teiles des Oesterreich durch den FriedenSvertrag zugesprvche- nen Westungarn Vorstellungen erhebt, f <f) ä r= f 2 t a.u f a f f e n. Sie vorn Botlchafterrat vor
Agenturen in Sof L durch Gesandts ch «f
Paris, 7. Sept. (WTB.) Der Finanzminister Doumer wird morgen nachmittag Paris verlassen und sich nach London begeben, wo er am Freitag die erste Besprechung mit Sir Robert Horne im Schatzamt haben wird.
gegenüber die Erleichterungen gemäß § 44 nur I nistische Blätter verboten wurden. Sie liehen geringfügig erscheinen. Die heutige Kapital- keinen Zweifel darüber, dah der im wesentlichen
Neue Aeußerungen des Reichskanzlers.
London, 7. Sept. (WTB.) Reichskanzler
Wirth erklärte in einer Unterredung mit Korrespondenten der ^Daily
Donnerstag, 8. September 1921 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit
Hl 219
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Studienreise deutscher Journalisten in Oesterreich.
Linz, 7. Sept. (Wolff.) Die an der Studienreise durch Oesterreich teilnehmenden deutschen Journalisten sind vormittags hier eingetroffen. Am Bahnhof wurden sie von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden sowie einer Abordnung der Organisation der Öberösterreichischen Presse empfangen. Rachmittags findet eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt Linz statt. Abends wird zu Ehren der Gäste auf dem Pöstlingsberg eine festliche Zusammenkunft veranstaltet.
gemäh § 44 nur I geringfügig erscheinen. Die heutige Kapitalertragssteuer bewegt sich also auf der Grenzlinie | zwischen direkten und indirekten Steuern, da die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen zunächst nicht berücksichtigt wird (kein Schuldzinsenabzug), dann aber doch durch den genannten § 44 des
Die Deutschlaudreise
der Handelshochschüler von Wien.
Rach vierwöchigem Aufenthalte im Deut* schen Reiche sind die Hörer der Hochschule für Welthandel, welche zur Ergänzung ihrer Studien deutsche Städte besucht haben, wieder nach Wien zurüttgekehrt. Wer- sich für Einzelheiten des Berichts über die Reise interessiert, wende sich an Sjerrn Robert Körber, Wien IX, Lichtensteinstr. 23. -Die Reise ging von München nach Würzburg, Frankfurt, (Sieben, Marburg, Göttingen, Hannover, Hamburg, Helgoland, Rostock, Berlin, Staßfurt, Jena und Weimar. Wir haben, so heißt es in dem Bericht, auf unserer Reise das Morgenrot der deutschen Wiedergeburt und der groben deutschen Einheit und Einigkeit gesehen und sind beglückt davon. „Geduld, es wird kommen der Tag, da wird gespannt ein Zelt ob allen deutschen Landen."
Paris, 7. Sept. (WTB.) Havas meldet au- Warschcui: Der Ministerrat nahm einen Antrag des Ministers des Aeuhem an, die diplomatischen ' J Budapest und Wien »Vs ten zu ersehen.
Preis für l mm Höhe fui Anzeigenv 34 mm Breite örtlich 40 Pf, auswärts 50 Ps.; für Reklame. Anzeigen van 70 mra Breite 180 «Pi Bei Platz. Vorschrift20 .Auf chlag. Haup'.schristleiter: Aug. löoetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil i.D : Aug.Goey; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich In Gießen.
Stegerroalb für eine starke Mitte.
Berlin, 7. Sept. „Der Deutsche" bringt Aeuherungen des Ministerpräsidenten S t e g e r - w a l d gegenüber dem Chefredakteur des Blattes. Stegerwall) führt u. a. aus, dah er die Stunde der Entscheidung zwischen Rechts und Links in Deutschland noch nicht für gekommen halte. Er halte für das nächste Jahrzehnt eine st a r k e Mitte für eine deutsche Lebens- und Existenzfrage. Sine Linksmehrheit würde seines Erachtens im ersten Jahrzehnt ins Chaos führen. Rötig sei Ruhe und Stetigkeit in der deutschen Politik, die nur durch eine kompakte Mitte einschlieblich eines starken Arbeiterflügels erreichbar sei. Das deutsche Volk zerfleische sich gegenwärtig wieder einmal in Rebenfragen wie Monarchie oder Republik, die Zuständigkeit zwischen Reich und Ländern u. a. Die eigentliche Lebensfrage sei die Sammlung der Kräfte für die Wiedererlangung unserer nationalen Freiheit, die auf diplomatischem Wege allein nicht erreichbar sei, sondern auf welche auch der Wille des Volkes hingelenkt werden müsse.
Die Tagung der Völkerbundsversammlung.
Genf, 7. Sept. (Wolff.) Die heutige Sitzung der Dölkerbundsversammlung war der Erörterung des chilenisch-bolivischen Konfliktes gewidmet. Bolivien hat beantragt, dah Artikel 19 des Paktes auf den Vertrag zwischen Bolivien und Chile vom Jahre 1904 Anwendung finden soll. Dieser Artikel sieht vor, dah die Völkerbundsversammlung von Zeit zu Zeit unerfüllbar gewordene Verträge, die den Weltfrieden gefährden, einer neuen Prüfung unterziehen kann. Der chilenische Delegierte Edward protestierte dagegen, dah der Antrag auf die Tagesordnung komme, da der Völkerbund nicht zuständig sei. Auherdem würde ein derartiges Vorgehen einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen und gegebenenfalls eine Revision der Friedensverträge nach sich ziehen können. Die bolivianischen Delegierten Arrnaya und Cane- Has kennzeichneten in längeren Ausführungen den Standpunkte ihrer Regierung. 3er Vertrag beruhe nicht auf dem gegenseitigen Liebereinkommen, sondern sei das Ergebnis langjährigen Druckes und Zwanges. Der Vertrag sei undurchführbar und tatsächlich auch bisher nicht durchgeführt worden. Bolivien habe jahrelang das Bleigewicht der Riederlage getragen und wende sich nun an den Völkerbund, um Gerechtigkeit zu fordern. Die Versammlung sei zuständig, wenn sie nicht ihre Existenzberechtigung verleugnen wolle. Der chilenische Gesandte Edward entgegnete, die bolivischen Argumente seien nicht stichhaltig genug, um eine längere Entgegnung zu rechtfertigen. Er wandte sich auch gegen den bolivischen Vorschlag, eine Kommission mit der Prüfung der Frage zu betrauen, da diese nach der Dezirksordnung nicht zulässig sei. Auf Vorschlag des Präsidenten der Versammlung beschloh die Versammlung, die Aus- fübrungen der beteiligten Delegierten drucken und verteilen zu lassen, damit sich die Versammlung ein Bild machen könne. Eine Aussprache und eine Entscheidung soll auf Vorschlag des Präsidenten in einer späteren Sitzung der Tagung erfolgen.
Heute nachmittag traten die ersten drei Kommissionen zusammen.
Die beiden Hauptmerkmale der Kapitalertragssteuer.
Von Dr. cam. H. Werner.
Had) altem deutschen Steuergrundsatz ist das Einkommen aus Besitz (Kapital, Boden) stärker zu besteuern als das Einkommen aus Arbeit. Der innere Grund einer Stärkerbelastung deS De- sitzeinkommens liegt darin, dah der Besitzer von Vermögen nicht so sehr wie der nur auf Arbeitseinkommen Angewiesene Rücklagen für sich und seine Angehörigen machen muh. Gin Grundbesitzer z. D. mit einem Jahreseinkommen von 100 000 Mark ist leistungsfähiger als ein vermögensloser Arzt mit demselben Einkommen aus seiner Praxis. Eine weitere Rechtfertigung der stärkeren Besteuerung des Desiheindrmmens liegt in dem besonderen Schuhe, den der Besitzer am Staat und seinen Einrichtungen hat. Diesen Erwägungen hat auch die neue Reichssteuergeseh- gebung Rechnung getragen. Sie belegt jedes Einkommen ohne Rücksicht auf die Quelle (Arbeit, Boden, Kapital) mit der Einkommensteuer (bei den juristischen Personen .Körperschaftssteuer" genannt) und belastet das Besiheinkommen außerdem noch mit 1. Grund- und Gebäudesteuer, 2. Gewerbesteuer, 3. Kapitalertragssteuer. Die beiden ersten Steuern bleiben noch den Ländern und Gemeinden überlassen, während das Reich einstweilen nur die Kapitalertragssteuer beansprucht.
Diese neue Kapitalertragssteuer hat einen ganz anderen Charakter alS die bisher in Deutsch- wnd vom Kapital erhobenen Steuern. Das fiskalische Ziel möglichst hoher Erträge hat daS Wesen der Steuer so verändert, daß sie mit den früheren Kapitalertrag-steuern fast nur noch den Hamen gemein hat.
Die wichtigste Reuerung des heutigen Kapi- talettragösteuergesehes ist die Erfassung der Steuer an der Quelle. Dieser Grundsatz des Schöpfens an der Quelle bildet das charakteristische Merkmal, auS dem sich die übrigen Unterschiede ergeben. 3n bewußter Anlehnung an die englische Gesetzgebung schreibt daS Gesetz vor, daß der Schuldner der Kapitalerträge die Steuer für Rechnung des Gläubigers zu entrichten hat. Zeder Schuldner einer Hypothek, eineS Darlehns, die Dank, die Sparkasse, die Dividenden ausschüttende Aktiengesellschaft sind also Organe der Steuerverwaltung geworden. Alle diese sind verpflichtet, die Steuer an das Reich zu entrichten und berechtigt, die Steuer — vor Bezahlung der Zinsen usw. an den Gläubiger — abzuziehen. DaS Quellenprinzip kann höhere Steuererträge bringen als die bisher übliche Veranlagung (Selbsteinschätzung) des Steuerpflichtigen. Denn wer die Steuer für einen anderen zahlen muß. hat meist kein 3nteref)e, den Betrag zu hinterziehen. Der Grundsatz der Erfassung an der Quelle hat daher etwas De- stecherwes, doch können durch ihn berechtigte Interessen der Steuerzahler leider beeinträchtigt werden.
Rach dem bisherigen Landessteuerrechte durfte der Steuerpflichtige von seinen Kapitalerträgen (Aktivzinsen, Llltivdividenden) die von ihm zu zahlenden Zinsen und Renten (Passiv- zinsen, Passivrenten) abziehen, so dah nur der verbleibende Rest steuerpflichtig war. Bisher wurden also nicht die einzelnen Kapitalanlagen, sondern die Gesamtheit der Zinsen, Dividenden usw. der Besteuerung unterworfen. Dieser Abzug der Passivzinsen entsprach dem obersten Steuer- grundsah der ®ered>tigtelt. Wenn jetzt aber em Besitzer von 200 000 Mark für die Zinsen hiervon Ertragssteuer bezahlen muß, obwohl er für 300 000 Mark Schuldzinsen zu zahlen hat, so kann man dies nicht „gerecht" nennen. Das erste wich»
einigen Tagen entworfene, aber noch nicht formell Überreichte ursprüngliche Rote wird daher durch einen Zusayparagraphen verschärft werden.
Budapest, 7. Sept. (Wolff.) Das ungarische Korr.-Bureau meldet: Die Budapester Vertreter der Entente-Großmächte überreichten im Auftrage der Pariser Botschafterkonferenz dem Außenminister eine Rote, worin festgestellt wird, daß, obwohl die ungarische Regierung wiederholt erklärt habe, die aus dem Frieden von Trianon entspringenden Verpflichtungen einhalten mi wollen, ihr jetziges Verhalten In der west- ungarischen Frage leider keinen Zweifel über ihre Absichten gestatte, sich der Liebergabe Destungarnd zu entziehen. Entgegen den Warnungen der Entente duldeten die ungarischen Behörden, dah Friedrich Westungarn betrete und sich an die Spitze der Bewegung stellte, die sich gegen die Durchführung des Friedensvertrages richte. Sie duldete, dah er sowie die Führer verschiedener irredentistischer Vereine und zahlreiche Offiziere und Zivilisten, die sämllich in den zu übergebenden Gebieten ftemd seien und über teren umstü.zlerische Absichten keine Zweifel möglich waren, sich in diese Komitate begäben. Auf Grund dieser Tatsachen machten die Vertreter der verbündeten Großmächte die ungarische Regierung mit Recht für alleLlnruhen verantwortlich, die sich vor oder nach der Liebergabe Westungarns ereignet haben. Die Dotschafterkonfe- renz sei sich bewußt, daß es noch zahlreiche Fragen gibt, die es nach der Durchführung der territorialen Bestimmungen deS Friedensvertrages zu lösen gebe, aber solange diese Bestimmungen nicht vollständig durchgesührt seien, sei die Botschafterkonferenz gezwungen, die Erörterung der von der ungarischen Regierung vorgelegten Wünsche abzulehnen.
Arbeitslosigkeit in England.
London, 7. Sept. (Wolff.) Der Gewerkschaftskongreß in Cardiff hat gestern eine Entschließung angenommen, in dec er seiner ernsten Besorgnis über die Zunahme der Arbeitslosigkeit Ausdruck gibt und erklärt, daß eS die Pflicht des Staates sei, den Arbeitslosen Arbeit zu verschaffen oder entsprechende Llnterstützungen an die Arbeitswilligen zu gewähren. Der Kongreß billigt die Aktion der Behörden und der Armenverbände, um den Arbeiter beizuspringen, ist aber der Ansicht, daß die Arbeitslosen von der Ration unterstützt werden mühten. Schlieh- lich verlangt der Kongreß die sofortige Einberufung deSParlamentS, damit zur. Behebung der Arbeitslosenkrise geeignete/ Maßnahmen getroffen werden können.
Aus Rußland.
Paris, 7. Sevt. (WTB.) Dach eine« Meldung der Agentur Rullia aus Moskau)
tlgfte Merkmal des neuen Reichsgesehes ist also, daß der Abzug der Schuldzinsen nicht mehr gestattet ist. Dies ist die unmittelbare Folge des Schöpfens an der Quelle, d. h. bei den einzelnen Kapitalanlagen. Da der Schuldner zuerst die Steuer plä Vorschuß an das Reich entrichten muß. kann er die Passivzinsen seines Gläubigers natürlich nicht mehr abziehen, zumal er sie nicht kennen wird. Die mangelnde Berechtigung zum Abzug der Pasiivzinsen werden daher weitere Schichten als ungerecht empfinden. Außerdem dürfte doch automatisch ein geringerer Steuerertrag als erwartet eintreten, da die meisten Kapitalbesitzer versuchen werden, nur die Lieberschüsse des aktiven über das passive Vermögen besteuern zu lassen.
Die zweite bedeutsame Folge des Schöpfens an der Quelle ist das Fehlen eines progressiven Steuerfußes. Rach den früheren Landessteuer- aesehen war ein der geringeren oder größeren Leistungsfähigkeit angepaßter (progressiver) Steuerfuß anzuwenden. Da jetzt die einzelne Kapitalanlage besteuert wird, kann die verschiedene Leistungsfähigkeit nicht mehr berücksichtigt werden. Der Millionenertrag wird heute genau fo mit zehn v. Sy besteuert wie die kleinen Bezüge beS Rentners. Da die steuerliche Leistungsfähigkeit mit dem Wachsen des Kapitalertrages nicht nur absolut, sondern auch relativ steigt, wird der gleichmäßige Steuerfuß von 10 Prvz. sicher als ungerecht empfunden werden. Die Gerechtigkeit Bedangt nämlich, daß der Steuerfuß mit der Zunahme des Ertrages fortschreitet. Angenommen, A. er.trichlet für einen Kapitaler lraavon 1000 M. an Steuern 100 Mark, B. für 5000 Mark Kapitalertrag 500 Mark Steuer und C. für 10 000 Mark 1000 Mark Steuer, fo können die von A.. B. und C. getragenen Steuerlasten nicht als gleich angesehen werden. A. wird die Steuer weit mehr bedrücken als D. oder C.
M a iI“, er befürchte für bei Augenklick nicht einen monarchistischen Staatsstreich. Man müsse jedoch immer auf der Hut sein. Das deutsche Voll passe ich allmählich den demokratischen Grundsätzen an. Es müsse sich künftig selbst regieren und dem Problem der Verantwortung ins Auge sehen. Die monarchistische Agitation in Deutschland könne in der Opposition eine nützliche Rolle spielen, wenn te die anderen Parteien des republikanischen Blocks bereinige. Frankreich habe noch lange nach der Gründung der dritten Republik eine monarchistische Partei gehabt. Richt alle Bayern seien Monarchisten und nicht alle Monarchisten seien Bayern. Wirth sagte, er sei entschlossen, mitden VayernkeinenStreitzuhaben, Bayern ei ein Land, das immer ein starkes lokales iln- abhängigkeitsgefühl gehabt hätte. Bayern werde jedoch seiner Ansicht nach schließlich nachgeben, wie es dies auch in der Entwaffnungs- und der Ein- wohnerwehrftage getan habe. Der Reichskanzler erllärte außerdem, wenn die Mark noch weiter alle, so könne schließlich die Zeit kommen, wo die Well erkennen werde, dah die Grenzen der Zahlungsfähigkeit Deutschlands erreicht seien. Deutschland werde jedoch fortfahren zu zahlen bis zu den Grenzen der Möglichkeit, selbst wenn es darunter zu leiden habe. Die Regierung werde keine weiteren Proteste in Form von Roten und Memoranden, die doch niemand lese, machen, sondern fortfahren, bis schließlich, wenn dies sein müßte, die Tatsachen für sich selbst sprächen. Fast alles hänge von der Lösung der o b e r s ch l e - fischen Frage ab: diese Frage und die Frage der Aufhebung der Zwangsmaßnahmen im Rheinland mühten für Deutschland von höchster Bedeutung sein. Deutschland könne unmöglich den Zweck des Vorschlages begreifen, die wirtschaftlichen Sanktionen zu beseitigen, während die mllitärischen Zwangsmaßnahmen bestehen blieben.
Die Auseinandersetzungen mit Bayern.
Berlin, 8. Sept. Zu den Besprechungen zwischen der Reichsregierung und der bayerischen Delegation schreiben die Blätter, daß alle Anzeichen dafür sprechen, daß auf beiden Seiten der ernste Wille vorhanden ist, die vorhandenen Differenzen auszugleichen. In einem Münchener Telegramm der „Voss. Ztg." heißt es. daß die bayerische Delegation in Berlin gemäß den Beschlüssen des Ministerrats vom 5. September die Verordnung des Reichspräsidenten betreffend Zeitungsverbote anerkennen sott, sofern die Durchführung den bayerischen Behörden überlassen bleibt. Dagegen ist der Abordnung nicht gestattet, über die Aufhebung des Ausnahmezustandes in Bayern zu verhandeln. Sie ist vielmehr beauftragt, der Reichsregierung nochmals darzulegen, dah der Ausnahmezustand zur Zeit für Bayern eine unbedingte Rotwendigkeit darstelle. Endgültige Abmachungen wird die bayerische Abordnung nicht zu treffen haben, vielmehr bleibt die letzte Entscheidung der bayerischen Regierung selbst Vorbehalten.
Vertrauliche Verhandlungen der S. P. D. mit der U. 2. P. D.
gegen die rechtsbolschewist ische Presie gerichtete Charakter der Verordnung nicht durch untergeordnete Derwaltungskörper verwischt und nach links umgebege-n werden dürfe. Die Regierungsvertreter erflärten, wenn linksstehende Blätter zur Gewaltanwendung gegen die Verfassung aufforderten, die Verordnung auch gegen sie Anwendung fände.
(Ein Tumult in Speyer.
Speyer, 7. Sept. (WTB.) Weaen der gc- toalttätigen Demonstration in Der vorigen Woche, wobei bekanntlich das Regierungsgebäude demoliert wurde, hat die Polizei neue Verhaftungen vorgenommen. Die Arbeiter verlangen jedoch die Freigabe der Verhafteten und sind heute vormittag in den Streik eingetreten. Arbeitergruppen durchziehen die Stadt. Man befürchtet einen neuen Sturm auf das Regierungsgebäude. Das Amtsgericht ist nicht belagert
Speyer. 7. Sept (WTB.) Um 11 Uhr vormittags wurde das Regierungsgebäude gestürmt. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen der Polizei und den Demonstranten, wobei Schüsse fielen. Ein Arbeiter wurde getötet, mehrere schwer verletzt
Ueber die Ausschreitungen werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Im Lause der Rächt waren die vier Rädelsführer, die anläßlich der Kundgebung vor acht Tagen den Bildersturm im Regierungsgebäude veranlaßt hatten, verhaftet und in das Amtsgefängnis übergeführt worden. Von der Arbeiterschaft wurde die Herausgabe der Gefangenen verlangt und, um die Foroerung durchzusehen, der Generalstreik verkündet Der Parole wurde zum größten Teil Folge gegeben. Frühmorgens schon sammelte sich eine große Menschenmasse vor dem AmtSgerichts- aefängnis an und versuchte die Gefangenen zu befreien, was ihr aber nicht gelang. Hierauf zog die Menge vor das Polizeigebäude, um in dieses einzudringen. Das wurde von der Polizei verhindert, die einige Schreckschüsse abgab. Die Menge zog dann weiter vor das Rathaus, um sich Den Eingang zu erzwingen, wobei eS zu Zusammenstößen mit der Schutzmannschaft kam, die von der Schußwaffe Gebrauch machte. Hierbei wurden vier Arbeiter verletzt, von denen einer gestorben sein soll, jedoch ist diese Rachricht unbestätigt. Auf Seiten der Schuhmannschaft wurden drei Personen schwer mißhandelt Sämtliche öffentlichen Gebäude, darunter auch die Post, sind geschlossen und für das Publikum völlig unzugänglich. Das Regierungsgebäude ist stark besetzt Der Einwohnerschaft hat sich eine große Erregung bemächtigt Wie man hort, hat heute vormittag unter Hinzuziehung des Regierungspräsidenten eine Sitzung des Stadtrats stattgefunden. Es soll beschlossen worden sein, die Freilassung der Inhaftierten zu beantragen.
Die beiden geschilderten Mängel von gründ _________________
süßlicher Bedeutung (kein Schuldzinkenabzug, keine I Innern über ihre Auffassung. Insbesondere Progression des Steuerfußes) werden in der I tonten sie, dah auf Grund der Verordnung Praxis manche Härten nach sich ziehen, denen | Rwhspräsidenten neuerdings wiederholt llm


