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Mission gebeten, den alliierten Behörden Änwri
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Um die verfassungsmäßigen Rechte der Abgeordneten zu wahren und denjenigen Abgeordneten, die die Entente unter Richtachtung des ihnen nach deutschen Gesehen zustehenden Rechts der Immunität bestraft und verbannt hat, die Möglichkeit eines ungehinderten Verkehrs mit ihren Wählern im befehten Gebiet zu verschaffen, hat der Reichskommissiar für die besetzten rheinischen Gebiete in Koblenz unterm 30. Mai 1921 mit
tattfinden. Don jeder Getvcidesorte soll 4 Kg Körnerfrucht und ein Dausch von 100 Pflanzen
älebersehung:
»Die Rheinlandkommission hat den Text Ihres Schreibens Rr. I 2467 vom 30. 5. 1921 geprüft. in dem Sie zugunsten der Mitglieder der verschiedenen deutschen Parlamente (assemblHes) des Reiches, der Länder und der Provinzen gewisse gerichtliche Immunitätsvorrechte fordern. ; Sie ist der Ansicht, daß keine Destimmung des Friedensvertrages oder des Rheinlandabkom- . mens diese Immunität vorsieht, daß im Gegen» teH das Rheinlandabkommen in seinem Artikel 3
Bezug auf Artikel 37 der Reichsverfassung den Präsidenten der Interalliierten Rheinlandskvm-
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Aus dem Reiche.
Ein Besuch des Reichskanzlers in Breslau.
Berlin, 7. Juli. (WTB.) Reichskanzler Wirth und der preußische Minister des Innern Dorninicus begaben sich zu einem mehrtägigen Aufenthalt nach BreSlau, um mir den dortigen oberschlesischen und schlesischen Stellen persönliche Fühlung zu nehmen. Der Reichskanzler wird morgen abend in der Zahr° Hunderthalle zu Breslau eine Rede halten, in der die oberschlesische Frage besonders erörtert werden wird.
Line russische Beschwerde an das deutsche Auswärtige Amt.
Berlin. 7. Juli. (Privattelegramm.) Der Vertreter der russischen Sowjetrepub.il tn Berlin. Wigdor Kopp, erhob in einer Rote an
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Aus Stabt und Land.
Gießen, den 8. Iulr 1921.
Der Friedcnsvertrag von Versailles im Bilde.
Immunität der Reichstags- und Landtagsabgeordneten.
Staatspräsident LI l r i ch erteilt hierauf folgende Antwort.
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rm. Darmstadt, 7. Juli. Jur Behebung privaten Bautätigkeit bewilligten - Stadtverordneten in ihrer heutigen Sitzung vorläufigen Betrag von 1 Million Mark, die gesetzlichen Baukostenzuschüsse und dar- hinaus vorläufig die Zuschüsse des Staates
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immer teuerer wird. Was die Kriegsgesellschaften betrifft, so find diese in Hessen fast eingestellt. Bei einzelnen bestehen noch Abwicklungs- arbeiten. Die Einkaussgeselllchaft ist keine Sache des Landes, sie ist eure private kaufmännische Gesellschaft, auf die wir keinen Einfluß als Len des Altienbesitzers haben. Lieber die Verteilung der Lieberschüsse dieser Gesellschaft ist noch kein Beschluß gefaßt. Zur Verteilung der Lieberschüsse im allgemeinen ist noch zu sagen, daß diese Verteilung nicht vorgenommen werden kann, weil das Reich jetzt für die ganze zurückliegende Zeit die Zahlung der Llmsatzsteuer und des Reichsnotopfers verlangt. Wenn das Reich darauf besteht, haben wir nicht nur keine LIeberfchüsse. sondern müssen aus Landesmitteln noch erhebliche Beträge drauflegen. (Hört, hört Linruhe.) Wir haben nun die Entscheidung des Reichsfinanzhofes angerufen, die vermutlich so ausfallen wird, daß wir die Llmsatzsteuer zahlen müssen. Das
c " Der Königl. Preußische Steuerinspektor Karl Pitz ist am 6. Juli nach kurzem Leiden im 72. Lebensjahre verschieden. Er war am 16. März 1850 zu Alsfeld geboren und widmete sich nach der Entlassung aus der Schule dem Geomeierberufe. Rach Verwendung in den verschiedenen Dienstzweiaen des Vermessungswesens legte er die staatliche Prüfung für Geometer 1. Klasse ab. Hierauf trat er in den preußischen Staatsdienst über und belleidete zuletzt die Stelle eines preußischen Steuerinspektors bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1909 in Koblenz. Bis in seine letzten Lebenslage widmete der Verstorbene noch seine ganze Kraft dem wissenschaftlichen Teil des Vermessungswesens Seine vorbildliche Pflichttreue und die Lauterkeit und Herzensgüte seines Wesens sichern dem Verstorbenen bei allen, die mit ihm in Berührung gekommen sind, ein dauerndes ehrendes Andenken.
von Grubenholz auf dem Bahnhof Heigenbrücken wurde dem jugendlichen Landwirt Karl Englert von zwei vollstämmigen Pfosten der Kopf abgedrückt. Der £ob trat auf der Stelle ein. — Das Ergebnis der Spende in der KinderhilfS- woche betrug in Laubach 1810 Mk. In Schotten ist nach Mitteilung der ßaifttoirt- chaftskammer für die Provinz Oberhessen eine landwirtschaftliche Kreisausstellung vorgesehen.. Die Ausstellung soll im September oder Oktober
Vorschriften ganz allgemeiner Ratur bezüglich der Zuständigkeit der Militärgerichte im besetzten Gebiet enthalt."
Die Hessische Regierung wird jeden weiteren Schritt der Reichsregierung, die Immunität der Abgeordneten im besetzten Gebiet zu sichern, mit aller Entschiedenheit unterstützen.
Es wird hierauf die Beratung des Staatsvoranschlags fortgesetzt. Zunächst erfolgt die gestern ausgesetzte Abstimmung über Kapitel 58 „ Landes-Lin iversi- tai“. Es wird genehmigt. Die Debatte über Kapitel 66. Landesernährungsamt, wird sodann fortgesetzt.
Abg. Hahn (D. Vpt.) verlangt nach Bem nunmehr bald beendeten Abbau der Zwangswirtschaft die völlige Aufhebung des Amts und schildert die Rotlage besonders der rheinhessischen Landwirtschaft, die in diesem Jahre vor einer Ernte stehe, wie sie seit 25 Jahren so gering nicht zu verzeichnen war. Dabet hat sich herausgestellt. daß die großen Güter nicht so schlecht abschneiden wie die kleinen. Er sei durchaus fein Freund der großen Güter, aber diese Erfahrungen veranlassen ihn doch zu der Ditte an die Regierung, bei der Aufteilung von Gütern vorsichtig vorzugehen. Weiter ersucht er die Regierung. dafür Sorge zu tragen, daß den Weinerzeugern in diesem Jahre der Zucker zur Wetn- verbesserung in genügender Menge rechtzeitig zur Verfügung gestellt wird. Weiter wendet sich der Redner gegen die Zusammensetzung der Steuer- auSfchüsse und bespricht die Verteilung der Mittel aus den Lieberschüssen der Diehverbände usw. Es müßte ein Weg gefunden werden, der Regierung und Landwirtschaftskammer zusammen-' führt, um die Vollsernährung besser zu gestalten, j Llnbestreitbar ist. daß die Siedler und kleinen Besitzer nicht die gleiche Leistungsfähigkeit ausbringen, wie die Großbcsitzer. Den kleinen Dauern .sollte ebenfalls verbilligter Mais geliefert werden zu Futterzwecken. Der vielverschrieene Kreis Worms ist bahnbrechend vorangegangen. Hier hatte man sich geeinigt dahin, daß die Landwirte einen Teil ihres bezugsberechtigten Mais- quantums an die kleinen Dauern abtreten. Das ist Bber an dem Widerspruch der Reichsregierung gescheitert. Schließlich möchte ich feststeNen daß im Kreis Worms die kleinen Dauern in der Mehrzahl nicht der ßinten, sondern der Deutschen Dolkspartei angeboren.
Präsident Reumann bespricht zunächst die Getreideumlage Die Tatsache, daß das Heinere Hessen mehr aufzubringen habe, als Baden und Württemberg, steht fest. Rach den (Srnteerträg- nisfen hat Hessen 280 000. Württemberg 490 000 Baden 260 000 Tonnen. Hessen steht also an zweiter Stelle. Die Tatsache, daß es trotzdem erheblich mehr aufzubringen hat, als die beiden anderen Lander, ist durch die erheblich größere Zahl der Selbstversorger in diesen au erklären, die nach dem Gesetz von der Umlage befreit sind. Ich glaube, daß Hessen die Umlage sehr gut aufbringen kann. Die Erhöhung des Brot- Preises um 50 Prozent ist nicht zu umgehen.
sung zu geben, daß die Immunität der Mitglieder des Reichstags und der Landtage auch im besetzten Gebiet in vollem Umfange geachtet wird. Eine Abschrift dieses Schreibens wurde dem Herrn Präsidenten des Landtags von dem Staatsministerium am 3. Juni d I. zur Kenntnisnahme mitgeteUt. Auf dieses Schreiben des Reichskommissars erteilte der Präsident der Interalliierten Rheinlandkomrni sion die ab ehrende Antwort auf die im Eingang der Kleinen Anfrage der Abgeordnete Reiber Bezug genommen hat. Bon dieser Antwort ist dem Herrn Präsidenten des Landtags am 20. Juni d. I. ebenfalls eine Abschrift zur Verfügung gestellt worden. Sie lautet in
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öen, daß sie in der Wohnungszuweisungsb»m- mission bcrbleibt, was eventuell durch Erweitc^ rung geschehen solle. Rach der Begrüßung bei- Erschienenen durch Herrn Weigel, berichtet Dr. Riemann über die Gründe, die ihn bewegt hätten, den Vorsitz im Mieterverein niederzu- legcn. Herr Dauer verliest ein „eingefanbt", baä den Zweck hatte, Frau Dr. Riemann der Wchnungszuweisungskommission zu erhallen, das aber vom Gießener Anzeiger nicht auf genommen worden fei. Herr Heb berichtet, daß auch der Vorstand des Mietervereins mit den Maßnahmen der Stadtverwaltung nicht einverstanden sei und bereits die erforderlichen Schritte unternommen hätte, um den Beschluß der Wohnungsdeputation rückgängig zu machen. Der 2. Vorsitzende des Mietervereins, Herr Weißbäcker, teilt mit, was von dem Mieterverein bis jetzt in der Angelegenheit erreicht wurde. Die weitere Diskussion brachte keine neuen Gedanken, ebenso ging die OSCTfnmmlung auseinander, ohne daß bestimmte Beschlüsse oder Resolutionen gefaßt.wurden.
Der Gießener Anzeiger hat die großen und allgemeinen Interessen des Mietervereins immer unterstützt, hält es aber mit seinen Aufgaben nicht für vereinbar, private ober engere Dereinsinrer- essen vor bie breite Oesfentlichkeit zu bringen. Gerade aber vom Mieterverein, würbe bis vor kurzer Zeit der Gießener Anzeiger mit einer Flut umfangreicher Zuschriften unb EingesandS übert- schwemmt, die in Inhalt unb Ton sich zu einer Veröffentlichung nicht eigneten. D. Red.
" W o h 11 ä t i g ke t t e-V e r a n st a l t u n g. Der zum Besten der Jugendfürsorge vom Wartburg-Verein am Donnerstag Im Saale beö Hotels Einhorn veranstaltete Konzert- und Theaterabend zeigte ein vollbesetztes Haus. Die Anordnung des Abends kann als vorbildlich für ähnliche Veranstaltungen bezeichnet werden, sie trug jedem Geschmack auf dem Gebiete der Llnterhaltung Rechnung. Die unter Leitung von Herrn Kapellmeister Weller zu Gehör gebrachten Musikstücke (u. a. die Romanze aus der Oper „Mignon" mit Herrn Schwarz lose als Trompeten-Solist) fanden ebenso dankbare, mit Beifall nicht zurückhaltende Zuhörer, wie bie von Mitgliedern ausgeführten Einatter: „Der Rachtwächter" von Körner und „Beim Quacksalber" von Iunghänel, die dem Wend das heitere Gepräge gaben. Veranstalter und Aus- führende können mit dem Erfolg vollständig zufrieden sein, besonders toenn auch der finanzielle Zweck, dem die Veranstaltung zu dienen bestimmt war, erreicht wird.
Vornotizen.
* — Ta geskalender für Freita g: Großer Hörsaal: SVi LIhr Vortrag der Gesellschaft für deutsche Dlldung. — Großer Hörsaal des Physikalischen Instituts: Lichtbildervortrag des Vereins für Luftschiffahrt. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Am Kreuzweg der Leidenschaft. — Lichtspiele Seltersweg: Die schwarze Schmach.
’* Liebig-Museum. Die öffentlichen Vortrüge über bie Lahntal-Industrie werben fortgesetzt. Dr. M e t s ch k e aus Wetzlar spricht am Sonntag ben 10. Juli, vormittags IP/* LIhr, über „Volkswirtschaftlicher Teil"; Ingenieur Brinkmann, Gießen, am Sonntag, ben 17. Juli, vor« mittags IP/* LIhr. über den „Technischen Teil".
europa nur noch ein Ausbeutungsobjekt ber Entente geworben England ist seinen Hauptkvn- lurrcnten, Deutschland, losgeworden. Es hat seine Stellung in der Welt befestigt und nur noch mit Iavan und Amerika als wirtschaftlich leistungsfähigen Gegnern zu rechnen. Amerika ist industriell außerordentlich gestärkt aus dem Kriege hervorgegangen, Frankreich baut, seine Industrie zu neuer Entwicklung auf. Es steht heute da- wie es bie ausschweifendsten Träume eines Ludwig XIV. und Rapoleons I. nicht gedacht hätten. Deutschland dagegen ist entrechtet und vollkommen vernichtet. Oesterreich zerrissen, Rußland ein Chaos. Deutschland hat in ben ersten fünf Jahren jährlich 651/2 Milliarben Mark, von 1926 an jährlich 92,3 Milliarden Kriegsentschädigung zu entrichten, wozu noch die Besetzungskosten mit jährlich 35 Milliarden Mark und bie ungeheueren inneren Schulden kommen. Durch die Besetzung des Rhein- und Saargebiets und durch den zu erwartenden Verlust von Oberschlesien ist die wirtschaftliche Kraft Deutschlands auf das schwerste geschädigt. Eine Rettung kann uns nur durch die Revision des Vertrags winken. Dieser Erkenntnis verschließt sich auch ein Teil des Auslandes nicht, aber diese Stimmen treten nur ganz vereinzelt auf. Das Ziel ber Revision kann aber nur erreicht werben baburch. bah man zunächst einmal bahin wirkt, baß ber Inhalt unb bie Wirkungen des Vertrags weitesten Kreisen bekannt werben. Dazu soll biese Ausstellung bienen, bie sich auf absolut einwandfreies, amtliches Material aufbaut und frei von jeder politischen Tendenz ist.
Im Anschluß hieran nahm Dr. Zeidler an Hand des umfangreichen, Materials eine Erläuterung ber einzelnen Bilder und Tabellen vor, die auf alle Zuhörer einen außerordentlich tiefen, nachwirkenden Eindruck gemacht hat. Wir find der Meinung, daß es Pflicht eines Jeden ist, sich diese Ausstellung anzusehen. Er wird vielleicht zu der Einsicht kommen, daß unser gegenwärtig öffentliches Leden mit seiner Vergnügungssucht in gar keinem Verhältnis steht zu der wahren Lage unseres geknechteten Vaterlandes, daß es einer Erneuerung unseres Volkes von innen heraus bedarf, um unser Volk in allen feinen Zweigen auf das einzustellen, was uns bevorfteht, wenn wir nicht auf eine Revision dieses Vertrages hinarbeiten und eine solche erreichen. Mit elementarer Gewalt muh dieser Gedanke in unserem Volk erwachsen und zur Verwirklichung drängen.
Die Ausstellung ist geöffnet von 10—1 LIhr vormittags unb v"n 4—7 LIhr nachmittags. Ti> Obe taffen ber hiesigen Schulen h b n tägl ch Führungen außerhalb Liefer Stunden vorgesehen. Außerdem ist aber die Handels kämm er bereit, auch außerhalb dieser Stunden auf besonderen Wunsch Sonderführungen zu veranstalten für Angestellte, Beamte, Arbeiter und sonstige Interessenten. Es wird hierauf ganz besonders aufmerksam gemacht und bie Handels'ammer ist bei vorheriger Anmeldung bereit, für die nötige Führung Sorge zu tragen. Der Preis von 1 Mk für Erwachsene, 75 Pf. für Studenten und 50 Pf. für Schüler ist so bemessen, daß jeder sich ben Besuch leisten kann. Die Oesfentlichkeit kann ber Hanbelskammer nur Dank wissen, daß sie in dieser eindringlichen Weise Aufllärungsarbeil leistet.
das Auswärtige Amt gegen bie Ausweisung des russischen Bolls beauftragten K r e- V_|V jtinöti aus Bayern Beschwerde. In bet bah___—_____ou.ytw ,..UMCu
besonders gegen bie Behandlung Kre- sind dann neun Zehntel der vorhandenen Lleber- stmskls protestiert, der von der bayerischen Po- schösse Es ist also vorerst an eine Verteilung hsei photographiert unb von dem Fingerab - der Lieberschüsse nicht zu denken drücke gemacht waren. Die Rote fordert Ge- orf,_ „ - „, '____ o. . ... .,
nugtuung unb eine Bestrafung ber beteiligen $ h A® ® ™
Deam e i, Zurücknahme des Ausw isurg b fehl ä ru?6 H""swtri°
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u ‘__ Lande ein. Ein engeres Zufammenarbeiten der
Hausfrauen ber Städte unb auf dem Lande sei
Hessische Volkskammer. nottD™i?!31
101. Sitzung. . Präsident Liebel (schwer verständlich) ver-
St Darmstadt 7 Juli breitet sich zunächst allgemein über die Arbeits-
Präsident Adelung eröffnet 'die Sifung .der beiden Ernährungsstellen, die dem-
9 LIhr 35 Min. und erteilt zunächst dem Abg. na$“ geregelt wird. Auch die Regie-
Reiber (Dem.) das Wort zu einer Beinen LlCm’ baß bie Steigerung ber
Anfrage über bie landwirtschaftlichen Probuktlvn eine Lebensfrage
“■ “ für bas deutsche Volk ist. Dieses Problem ist
aber nicht so leicht zu lösen, wie manche Leute zu denken scheinen. Das ist eine Frage, bie auf viele Gebiete übergreift Daß ber Grotzbesiher rationeller arbeiten kann als ber kleine, scheint überzeugenb, doch ebenso ist bas, was der Reformbund zu beweisen sucht, übertrieben. Landhunger besteht und mutz befriedigt werden. Ich glaube, datz wir in Hessen mit der Bodenpolitik auf dem richtigen Wege sind. Wir brauchen sowohl bie kleinen Bauern wie die Gutschöfe. Von mehreren Rednern wurden Wünsche geäußert, die auf die Förderung der Landwirtschaft hin.ielen. All diesen Forderungen steht die Regiei-ung sympathisch gegenüber unb wird tun, was in ihren Kräften steht und was die Finanzen gestatten.
Rach der Pause gibt Präsident Adelung Kenntnis von der Einladung ber Stadt Butzbach zur 6. Jahrhundertfeier.
Wg Fenchel (Hess. Vpt) begrübt, datz nun endlich die Feldbereinigung und besonders das Oberschiedsgericht hierzu verwirklicht werden. Er tritt dann für restlose Ausgabe der Zwangswirtschaft ein. Die Freiheit der Getreidewirtschaft werde die gleiche Folge der Verbilligung haben, wie die der freien Fleischbewirtschaftung. Die Lieberschüsse der Viehsandelsverbände sollten aus- I schließlich wieder der Viehzucht zugute kommen. Redner polemisiert dann gegen verschiedene Vorredner und stellt schließlich den Antrag, die Brotgetreideumlage für Hessen auf 25 000 Tonnen herabzusetzen.
I Abg. Frau Bierau (D. Vpt) betont ebenfalls die Wichtigkeit des Zufammenarbeitens von Stadt und Land. Man verkennt in der Stadt sicher nicht die schwere Arbeit der Landwirtschaft, aber diese scheint vielfach doch noch nicht das
I rechte Bild von den Rahrungssorgen der städtischen Devöllerung zu haben. Die hohen Obstpreise sind nicht berechtigt. Obst ist doch längst kein Genutzmittel mehr, sondern ein Rahrungs- mittel. Linser Brot ist noch immer von schlechter Deschasfenheit, ebenso ist es mit der Milch. Von den der Prüfungsstelle eingesandten Proben wurden 66 Prozent beanstandet. Wassergehalt bis zu 41 Prozent wurde festgestellt. (Hört, hört.) Dazu fompit, daß die Preise für weite Kreise unerschwinglich sind.
Abg. Lux (Soz) fordert, daß durch eine Mühlen- und Bäckereikontrolle dafür gesorgt wird, daß das durch die -Umlage erfaßte Getreide auch wirklich der Bevölkerung zugute kommt.
Oberfinanzrat Dörr bespricht die die Landwirtschaft betreffenden steuertechnischen Fragen und rechtfertigt die Maßnahmen ber Finanzämter unb ber Veranlagungsausschüsse. — Damit schließt bie Debatte. — Es folgen persönliche Bemerkungen. — Das Kapitel wirb angenommen. Der Antrag Fenchel, bie Getreideumlage für Hessen auf 25 OOO Tonnen herabzusehen, wird gegen die Stimmen der Rechten abgelehnt.
Kapitel 74, Bodenverbesserung und Wasser- versorgung, gi6t Gelegenheit zu einer ergiebigen | Aussprache über die Organisation der Bauverwaltung und der Wahrung ber Interessen der Daubeamten. Auf verschiedene Beschwerden teilt Staatsrat Schl i e p h a k e mit, daß die Frage der Organisation im Fluß ist, und datz demnächst Vorlagen gemacht werden sollen.
Abg. Sarnes (Dem.) meint, im Flusse ist die Organisation nun seit über 10 Jahren, damit ist nichts gesagt. Man mutz endlich Resultate sehen.
Staatspräsident Ulrich sagt zu, datz er endlich eine Entscheidung herbeiführen wird.
Abg. Dr. Osann (D. Vpt.) begrüßt diese Absicht. Es liege vor allem auch im Interesse ber Beamten, bah endlich eine endgültige Regelung erfolgt.
Abg. Brauer (Hess. Vpt.) wünscht ebenfalls endlich eine Regelung der Derhältniffe der Daubeamten und besonders der Kulturinspektion. — Zur Sache sprechen noch Präsident Liebel, 2lbg. Eitznert, Herbert, Fenchel. — Das Kapitel wird genehmigt. Ebenso weitere.
Zu Kapitel 77. LanbeSarbeits- unb Wirtschaftsamt, nimmt Abg. Wibmann (Soz.) Ge- »it, für bie Erhaltung dieses wichtigen, r Rechten bekämpften Amtes einzutreten. Er bespricht hierbei einen Antrag Knoll-Gesser der im Ausschuß noch nicht beraten werden konnte^ die Verkleinerung der Deamtenwohnungen, fordert Unterstützung der "Bautätigfeit auf dem Lande. Er übt scharfe Kritik an der Verkehrspolitik des Reiches, die die Wohnungskalamität ungeheuer erhöht. Die Arbeiter müssen heute für Monatskarten soviel bezahlen, daß sie dafür eine lururiöfe Wohnung in Frankfurt mieten könnten. Eine Verbilligung ber Arbeilerwochen- unb Monatskarten muh unbedingt erlangt werden.
Rach weiteren längeren Ausführungen des Redners wird die Weiterberatung auf Dienstag 9*/3 Uhr, vertagt. — Schluß P/2 Uhr.
Mieterversammlung. Die gestern abend im Eafs Leib veranstaltete Protest- versammlung war nicht vom Mieterverein, sondern von anderen Interessenten einberufen und hatte den Zweck, gegen eine Aenderung in der Besetzung der städtischen Wohnungszuweisungskommission Stellung zu nehmen. Infolge Gründung ber Vereinigung der Wohnungslosen und Wohnungssuchenden, die einen Zweig oes Mietervereins bildet, trat an Stelle von Frau Dr. Riemann ein Mitglied dieser Vereinigung in die Wohnungszuweisungswmmission. Sa Frau Riemann sich bisher aber für dieWvhnurgsfuchen- ben außerordentlich bemüht hatte, foLic durch 1 Körnerfrucht und ein Dausch vo blc Droteftversammlung darauf hingewirkt wer-1 mit Wurzeln ausgestellt werben.
— Einen Märchenabend für Aeltere veranstaltet am Sonnabend der hiesiae Jugend- ring. Im Gemeindehaus werden ernste und heitere Kunstmärchen erzähll. Schlicht und einfach olls werden, wie man uns mitteilt, wie es auch dem Wesen der Wandervogel entspricht, die zu dem Iugendring zusammengeschlossen sind. Rege Deteiligung durch die Aelteren ist sehr erwünscht damit kne Erwachsenen einmal Einblick in das Leben der nach Wahrheit unb Ratürlichkeit stre- binden Jugend gewinnen. (S. Anzeige.)
Landkreis Gießen.
o-v. Beuern, 6. Juli. In der öffentlichen Demeinderatssitzung wurde beschlossen, das noch im hiesigen Wald lagernde Holz, etwa 700 Festmeter, unter Rachlaß von 10 Mk. pro Meter der Oberförsterei Mainz abzugeben. — Die Orgel soll einer gründlichen Ausbesserung durch die Orgelbauer Ri° kolaus und Förster in Lich unterzoaen werden. — Zur Ehrung der Gefallenen der hiesigen Gemeinde soll unter Gntfernuna der hindernden Lindenbäume vor der Kirche ein Denkmal errichtet werden. Die Ausführung will man dem einheimischen Künstler, Bildhauer Wilh. Arnold, übertragen.
Kreis Schotten.
s. L a u b a ch , 7. Juli. Am Verbindungsweg der Straße nach Gonterskirchen (an der Villa Friedensruh) hat Hermann Lauch ein neues Wohnhaus auf den alten Eiskeller gebaut. An dem Fabrikgebäude der Wollweberei Rühl wird ebenfalls ein neues Wirt- schastshaus errichtet. — Die elektrischen Leitungsmasten nach Freienseen sind von dem Distrikt Zwillingsseife aus bereits gesetzt. Die übriaen liegen vorläufig noch an den Wegen, für die sie bestimmt sind. Mit dem Einsetzen dieser Ständer muß gewartet werden, bis die Ernte geborgen ist, da sie sowohl über Wiesen- wie Ackerland geführt werden müssen. Dadurch ist eine erhebliche Verzögerung bedingt worden.
Starkenburg und Rheinhessen.
Aus Ginlabung ber hiesigen Handelskammer batte sich gestern vormittag eine große Anzahl Vertreter ber Behörden, Llniversität, Schulen unb Kaufmannschaft versammelt, um ber 6r Öffnung ber Ausstellung „Der FriedenLver- trag von Versailles" im Saale ber Handelskammer beizuwohnen. In seinen Degrüßungsworten dankte Herr Hommerzienrat Schirmer sowohl denjenigen, die zum Garantiefonds gezeichnet hatten, als auch ben Herren der Llniversität unb Lehrerschaft, die sich zur Führung in ber Ausstellung zur Verfügung gestellt haben unb bemerkte, baß bie Handelskammer von dem Gedanken ausgehend, datz nur ganz wenigen Menschen die Tragweite des Versailler Friebensver- trags bekannt sei, es für wünschenswert unb yot- wenbig erachtet habe, weitesten Kreisen unserer Bevolterung, Handel und Industrie, Handwerkern, Angestellten unb Arbeitern die Wirkungen des Vertrags in Wort und Bild graphisch und tabellarisch dargeftellt vor Äugen zu führen.
Handelskammerihndikus Dr. Zeidler legte in klaren unb eindringlichen Worten die Bedeutung des Vertrages bar. Aufgebaut auf einer furchtbaren Lüge, ist bie letzte und tiefste Llrsache unseres heutigen Elenbs dem Veriailler Friedensvertrag zur Last zu legen. Seine Revision ist eine Lebensnotwenbigkeit für unser deutsches Volk. Der Weltkrieg hät eine Neuordnung ber staatlichen Gebiibe und der Machtverhältnisse geschaffen. Der Wet:bewerb des euroväichen Festlandes ist boll lammen ausgeschaltet unb Mittel-
weil wir eine erljeblidjc Menge Auslands-1 getreibe einführen müssen, bas wieber teuerer geworben ist unb entsprechepb unserer Valuta
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