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Nr. 131

Der ÄifHenei litjeig« mit der 'Dienstagsbeilage e$ptrtUmf<h«ie er­scheint täglich, außer Sonn- und Feiertag». Monatliche Vervarpreif«: TiarN 6.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Ferniprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Perlag und tLeichäftsstelle 51. Anschrift sür Drahtnach­richten: Snreiaer Gletze«. postlchecklonto:

Sranffurt a. M. 11686.

Erster Blatt

171. Jahrgang

Mittwoch, 8. Juni (921

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnick und Verlag: vrühl'fche Unlv.-Vuch' und 5teindru<terei R. Lange. 5chriftleitung, SeschäftrsteSe und vruckerel: Zchulstraße 7.

Annahme von Anzetaen sür die Tage»nummer di» zum Nachm Itaa vorher vdnejedeD«rd»ndl!ckke«t. Preis für l mm HSde für Anzeigen v 34 mm Breit« örtlich 40 *P1. auewärt» 50 Pf., sür Reklame» Anzeigen von 70 mm Bre>,e l80Ps Bei Platz. Vorschrift20' .Ausschlag, ^aupischr'.stleiier Aua. Goetz Verantwortlich für Politik: Aua. Moey; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold ßenj; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich In G'eßen.

Der Weltbetrug über Oberschlesien.

ES ist, als ob ein Irrsinn die Welt be­fallen habe, als ob Recht und Gesetz, Achtung vor dem nackten Daseinsrecht, vor dem Recht, nicht einfach umgebracht werden zu dürfen, für Deutschland und die Deutschen nicht mehr existiert. Denn was ist es anderes, was in Oberschlcsien nun seit vier Wochen vor fid) geht, als Vergewaltigung am Leben und Eigentum, als Mord, Raub unb Ausplün- deruna. Rührt sich irgendwo in der Welt daS Gewissen, macht der Feindbund irgend- wie Anstalten, diesem irrsinnigen Treiben, diesem Verbrechen in Oberschlesten ein Ende ftu bereiten, fvie cs übernommene Pflicht verlangt, wo er es längst getan haben könnte, wenn er wollte? Sind denn Deittsche keine Menschen mehr, daß Briand in der Kammer am 21. Mai erklären kann:Hätte man etwa Blut vergießen sollen mit Tanks und Ma­schinengewehren?" Blut vergießen? Ist denn deutsches Blut ein anderes Blut als pol- nisck>es? Schon vor bi. fern Aus stand haben die Polen Hunderte von Deutschen ermordet, verstümmelt, geschändet. Huiiderte sind in diesem Ausstand bis jetzt schon umgebracht. Und kein Ende ist abzusehen.

Denn Deutschland darf nicht hel'en, nicht schütten, selbst den Selbstschutz der Deutschen wollen die FranKosen verbieten. Die Deut- fd)cn sollen sich nicht wehren dürfen, sollen sich ruhig vergewaltigen, ruhig prügeln, ab­schlachten lassen. Indes Briand in der Kam­mer verkündet, die 12000 Mann, die Frank- rctd» in Oberscftl sien stehen habe, hätten die bedrohten Deutsck)en geschützt und die Ord­nung sei wieder hergestellt. Währenddem die Polen über die Oder weiter vorzudringen suchen, währenddem von Warschau aus Frei- willigenv?rbände nach £b?rf durften abtrans- portiert werden, währenddem tagtäglich noch gekämpft wird. Ein Weltbctrug wider Deutsch- land wie andere schon vorher. Ist es nicht Irrsinn, wenn Briand behauptet, Kampf sei nur da, wo der deutsche Selbstschutz die Pwlen reize und angreifc? Ja, wer ist denn der Angegriffene, der Vergewaltigte?

Ein paar Schlaglichter nur.

Ein in polnischer Gefangenschaft ge­wesener, jetzt ausgetauschter Einwohner aus dem Oberschlesiengebiet ^links der Oder er­klärt unter Versickerung der Richtigkeit an Eidesstatt folgendes: Ich war am 5.5. mit ungefähr 30 mir nick)t persönlich bekannten Deutsck>en in einem Keller gefangen. Rach zwei Stundcnc wurden ,wir heraufgeführl. Einer der Insurgenten erhielt den Befehl, unS abzuzählen und jeden Zweiten von uns zu erschießen. Die abgerählten Zw.'itM muß­ten beiseite treten, und wir wurdeden Keller wieder zurück geführt. Als wir die Treppe hinab gingen, hörte ich das Kom­mando: Feuer.' (polnisch). Es krachte eine Salve, und ich hörte nachher die Bemerkung: sie sind schon tot. Nach ungefähr 1'/. Stunden wurden wir herausgeholt. Aus dem Gespräch der Banditen entnahm ich, daß nur nicht er- chossen, sondern in einem Auto abtrans- »ortiert werden sollten. Im Hofe sahen nur »er Wand entlang große Blutlachen. Die meisten Insurgenten trugen die mir bekannte Hallerunifvrm Wir wurden in dem Lastauto mit Gummiknrft p.ln, Ochsenziemern und Ge­wehrkolben mißhand lt. Unterwegs begegnete uns französisches Militär in zwei Wagen. Wir mußten bei der BegegnungBive la France" und in polnischer SpracheEs lebe Polen" rufen. In Rybnik wurden wir mit wenigen Ausnahmen auf Anordnung des pol­nischen Apoleutnants Kolodzicj entlassen.

Auf Veranlassung eines italienischen Offiziers sah ich mir in Rybnik die im Julius- krankenhaus in Rybnik liegenden Leichen eines italienischen Offtriers und weiterer 18 italienisckzer Soldaten an, die, wie mir von den Italienern erzählt mürbe, in ber Schule von Czerwionka am Dienstag den 3.5. über­fallen und erschossen worden waren. Tie Leichen wiesen entsetzliche Verstümmelungen auf die anscheinend von Beil- und Kolben­schlägen herrührten. Köpfe waren zertrüm­mert Gesichter durch Sckzläge und Schnitte unkenntlich gemacht. Tags darauf sah ich die Leichen zum zweiten Male in der Kapelle in Särgen ausgcbahrt.

Jst's anders geworden seitdem? Rach wie vor ist der größte Teil des Landes in volnischen Händen. Tie alliierten gruppen liegen größtenteils müßig zuschauend in den größeren Städten. Und draußen wüten Haß und Knute weiter, treiben Banden, undiszi­pliniert und fessellvs, bolschewistischen Ter­ror. Oberschlesien steht am Rande des Iwins. Wer soll der Anarchie, die Raub unb Plun- derung zum System erhebt, ein Ende be­reiten? Glauben die Alliierten vielleicht, die polnische Regierung .vermöchte das? Ge­

walt bricht nur Gewalt? Sie mögen beraten, solange und soviel sie wollen, das deutsche Recht vermögen sic nicht zu beugen und umzulügen. Lberschlesien gehört zu Deutschland, und den Aufstand müssen sie Niederschlagen. Kostet's Blut, ihr Blut, so ist es ihre Schuld, von Anbeginn her.

Wo gibt es jemand in Deutschland, zu dem das Elend ber Flüchtlinge nicht eine her-z zerreißende Sprache spräckze, wo gibt cs ein Herz, in dem bas Meer von Tränen, bie für Vater, Mutter unb Geschwister unb liebe Angehörige täglich vergossen werben, nicht das tiefste Mitgefühl erweckte! Hier greifen bie Vereinigten Verbände heimattreuer Ober­schlesier helfend ein.

Wir erinnern baran, baß in Gießen unter Oberschlesier-Hilfe 785 Spenden von ber Be­zirkssparkasse entgegen genommen werben. Weitere Auskunft erteilen H. Griss, Crcdncr- straße 16 unb H. Kostory, Mühlstraße 5II.

Die Organisation, bie V. V. h. O., wirb weiterhin auf bem schnellsten Wege bie Spen- ben an bie Landsleute in Oberschlesien, bie nicht nur Lebensmittel, fonbem auch rafdje Hilfe bei Verlust von Hab unb Gut, Schädi- gung ber Gesunbheit ufw. brauchen, weiter­geben. Möge sich ber Opfersinn bes deutschen Volkes ber Treue ber Oberschlesier zum deutschen Vaterlanbe roürbtg erweisen unb nicht erlahmen!

Da» Ultimatum gegen General Höfer.

Paris, 7. Junr. (WTB.) Dir HavaS'Agcn- tur teilt mit, daß ber deutsche Bvtsckxnter Dr. Mayer gestern abend b tm Generalsekretär des Ministerurms für auswärtige Angelegenheiten, Philipp Bertl)elot, einen ähnlichen Schickt unter­nommen habe wie sein Kollege in London, um gegen bie Drohung Einspruch zu erheben, die im Ultimatum der interatliie ten Kvmmiisivn gegen Geueval Höfer auSgesp.ochen wurde. Es Han­de, t sich um das Llufaeben ber Industriestädte mck deutscher Mehri>eit, die dadurch der Bedrohung der polnisckvn Aufständischm auSgesetzt rvüroen. Zu bie'er Verlautbarung bcrickckt Haves, es sei dem deutschen Botschafter in klarer Weise deut­lich gemadjt worden, tn? interalliierte Kommission habe durch den Fii densvertrag daS Recht er­halten, jed.' Maßnäl/mc zu ergreifen, um bie Ord­nung aufrecht zu erhalten und »war könne sie dies in ab'oluter Form und voller Unabhängigkeit tun. Es wird dann hüuugefügt, bie deutsche Regierung sei um so m.yr be cchtizt, sich -über bie Haltung der interalli e ten Kommi'sion zu be- k.agen, als ihre persönliche VercmtwortlickLeit bei tei letzten Zwi ckvnfästen engaqvrt erscheine. Tie Autorität, die General von Se.ckt versichere, sich über (Perera! Höfer bewahrt zu haben, scheine sich bei diesen Umständen nicht befintigt zu haben.

Englische Presscstimmen znr deutschen Lberschlenennote.

London, 7. Juni. (WTB) Tie Abend- presse bringt die von bem deutschen Botschafter Stbamer bem Foreign Dnicc ü.-errci bte ober- schlesische Rote an hervorragender Stelle. Tu Blatter heben die Erklärung des beutdxm Bot­schafters bfrwr, daß bu ch die Zurückz e ung ter alliierten Truppen tv deutsche Bevölke­rung den Polen hilflos au igelte tert rverben nrü.be, und daß die oL=er diqVdje Bevölfo- nmg von der An dm st b.*r bri rieben Truppen du Befreiung von bem polni chen Terror erlofft hake.

Die ..Westminster Gazette" ichr t t: Oberscl^esien ist seit (Generationen deutsch gewesen Durch eine bcträdiHiche Mehr!-, it hat e3 fernen Wunsch ausgedrückt, deuy'ch zu bicib.it. Unter btren Umständen kann man immög.'üb von den Deut ck«n daß t.1 ihr Leben wei- _________ _______ ihr Eigen rum durch den Äm'stand einer Minderheit zerstören lasen, ohne ehien Finger zu ihrer eigenen Verteidr-r-mg tu rühren. Es bestehe nur ein Weg, biee Gefahr zu verhindern, und bieer Wer i t ine. rasche und gerechte Erzwingung des Fnedensverrrages.

Ter ,Pall Mall and Globc" schreibt, die Deut chcn Haden einen ungcrodbnlit guten Stand, denn sie erklären, daß, wemr sie sich zu­rückziehen, fie sich nickt darauf verlassen können, datz die Allirrrten die Polen hindern, bie, Loge au erbeuten. Frankreich hat bie Autorrtät des Obersten Rates untergraben und niem<r b weiß, ob cs möglich ist, tin'e Autorität wieder herzu strsten

in Cberidtfqtcn erwarten ter ßviohmi aus >ttcn und

Englisch-französischer -iotenwechsel.

Paris, 7.Juni. (WTB.) Tie eng- tische Regierung hat, wie die Havas- Agcntur bestätigt, ber französischen Regie­rung gestern durch ihren Botschaiter in Paris eine Antnwrt auf die französische Note vom 30. Mai zugehen lassen. Die bri iiche Regie­rung erklärt sich darin mit der französischen Regierung einig, daß die gesetzliche Ordnung in Cberfcf t?)ien gemäß bem Fricde nsvertrag wieder hrrgestellt werben müsse, bevor irgend eine Emsck.ridung getrof en wntde Die eng­lische Regierung fügt hinzu, baß fie^ ben Be­richt ihres neuen Kommissars in Oberschle­sien Sir Harald Stuart über die Lage, wie er fie bei seiner Ankunft in Lberschlesien rorgefunben habe, abwarten wol.e, ehe fie fid) über die Frage der Prozedur aus sprechen wolle, die verfolgt loerben solle, um das oberscklcsische Problem zu lösen. Tie fran­zösische Regierung hat sosorr auf diese

Mitteilung gean twvrtet unb erklärt, daß sic 'fid) in diesen beiden Punkten dem eng* lisck)en Standpunkte anscyl.eße Es habe immer in der Absicht der französisd;en Re­gierung gelegen, die Ordnung in Ober- fd)Lftcn wieder herrgtstcllen. Die französische Regierung hoffe, daß die Ankunft der bri­tischen Regierung hierzu beitragen werde, daß der neue englische Kommissar baldigst seiner Regierung Berittst er statten werde, da­mit sie sich vollkommen Aufschluß über die Lage in Oberschlesien geben könne.

Eine neutrale Zone.

Ber l i n , 8. Auni. Wie derVorwärts" meldet, beginnt sich die Bildung einer neutra­len Zone in Oberschlesten zwischen ben polnifdjen unb beutfdxn Streitkräften wi voll­ziehen. Im Norden haben die englischen Truppen Rosenberg besetzt, im Süden ist ein Bataillon Italiener in Krapvitz eingerückt. In der Mitte der Front stehen cnglifdK und französtsche Truppen zwiscken deuftckx'm Selbstchutz intb polnistt-eu In­surgenten. Dadurch ist es wohl auch zu erklären, daß während eines Gefechtes zwisäten Selbststtmtz unb Polen bei Kaliiww drei verwundete Frmc> zoseit durch den Selbsychutz gefangen gawmmen nm eben. Die Franzosen würben sofort dem nächst­liegenden frailzös.sttien Kommando zur Slerfüginm gestellt.

Mehreren Blättern zufolge kämpfen auf feilen der polnischen Insurgenten jetzt nur noch sehr weniger Oberschlesier. Tie polnischen Bergarbei­ter, die kämpf müde sind, sind fast überall in die Betriebe zurückgekehrt. Die polnijdien Kampf­linien bestellen fast nur noch aus Kvngreßpolcn.

Tie Gcfechtslage in Oberschlcste».

Oppeln, 7. Juni. (WTB ) Im Laufe deS heutigen Tages kam auf ber Bahn ein englisckics Bataillon in Glciwitz an. Ein zweites englisches Bataillon unb eine Komragnie sranzö.ischer Irup Pen befinden sich in Roienberg. In dcr Gegend von Krapprtz und Otlmütz bezog ein Bataillon i alieni- scher Truppen bie Stellungen. Die Kampf- tätigte i"t ber Mufften in tt/.n war auch heute au den zahlreichen Stellen ber von den Insurgenten gehaltenen Linie sehr lebhast. Im Kreise Rosen­berg bei Jastrzigowitz wurde starkes polnisches Infanterie- und Maschinengewehrfeuer gehört. Nördlich von Boroschau scheiterte ein gegen die Jofephhöhe gerichteter Vorstoß ber Aufrührer. Albrcchtsdorf unb Sankt Annkirche wurdm mit Artillerie bjdioffcn. Bi Groel ch wurde polnische Attillcrie festgestellt. Die Ausschreitungen der In­surgenten im Kreise Rotenberg dauern an. Das Schloß Zembowitz ist von den Aufrührerbanden ausgeplündert word:n. Im Kreise Groß-Strehlitz wurden bie Angri fe ber ^n:urgenten auf Tanietz abgaoiei'en. Bei Kalinow fanden kleinere erfolg'o c Vorstöße der Aufrührer statt. Im Streife Eosel scheiterte ein durch einen Panzerzug unterftübter Vorstoß der Insurgenten auf Kand.zin. Altcosel wurde von bem deutschen Selbstschutz besetzt. Im Kreise R a t i b o r wurden Ziegel'ien bet Ra- tibor und das Vorwerk Neuhof bei Zab'lkan von polnischer Artillerie beschossen. B.'i C:fiu wurde ein pjhtudxt Panzerzug festgeste.lt. Nach Mst- teilungen des Be g- und.teitmärmt cken Ver­eins fuhren bie Ausstänbi cken in ber zweiten Häftte des MoucstS Mat schr erfte-licke Mengen Kohle ohne Shmtrotte unb ohne Bewilligung ber Werke unb ber übrigen für die Llussühr juftänbtjcn Stellen nach Polen ab.

Tie polnischen -lusschreitungcn in Posen.

Berlin, 7. Junt. <WTB./ In Ostwwo fan­den am 2. Ium i'drocrc Ausschret t u n g e n gegen bie deut chen Bürger statt, denen erst durch Eingreifen von Militär ein Ende ge­rn ackü wer^m formte. Bereits vor bem Emt.r t dieser T<-uckchenveriolg»mgen war das Po er-.er Teilmü i'terium vorn bait<tcn Konsul ba'aur cuis- merf am gtlraadX wo bet, daß sich an einigen Orten Po'eits N? Bewegung g-.gen das Deut,'ästum vor-- bernte. Um io roenger zu enrdxif trat futb letzt die aus Cltroroo gemeCb.tei Erngui e. Aus so­fortige Vvritellungen des Kon uks I-ebauerte unb verurteilte Her Vi^tr.i ister zwar die Vorgänge unb ver ickerte alles tun zu Wellen, um <*mc Wiederholung yi verhrnd.rm. Glri - ü g erlTärtt er daraus ausmerkam ntadr-.t zu müssen, bau es' infolge der Vertret'bung polnischer Arbeiter aus Westfalen und der Nteder- lausitz im garym Abtrecungsgekn st geyn tne Den ticken gäre. Temgegenü « ist fef Pistellen, tzatz bie im Irt dcnsre trag ü e.itommnien Verplick- tung-m Die polni-cke Reet^rung binden, die dem pol i dxn Rrickle ü vrantnorteten teutscken Mt - deichriten rackd.-üLickv't unb unter allen Umstän­den ge-ren die Uebergrife ber nattmzil'po[nr'(trn Mehrftei: yu ickrützen. Poogrvme gegen trz deut­schen 91?mbeririten können durch ri rt3 enrickul- bigt werben unb dürfen von ber polni cken Reg«- rung nid-1 geduldet werden. Ter deur cke Geschäfts­träger ist angenne-ot, HS in Darfckru yim Aus-- bruck ui bringen. Anberer eits bart "v Erregung über das unmen'rffitfie $orgctm ber polmicken 3-nhnwnten in Clrrfdiefien rt 5t tazu sichren, bar. etwa ver uckt Wirb, Vergelterä an ben tm Deutschen Reiche lebenden, an Jenen Vorgängen schuldlosen Dolen zu üben. Solches Vorreden würbe ungerecht sein und dazu bienen, ben natu» ualisnickTn polt i dm Elementen Anlaß zu neuen Angri neu gegen un'ere m Drlen wohnenden Landsleute zu geben unb damit deren JÖnebm )<f)jn schwierige Lage noch weiter ya oerschärien Die tum polni cken Vi-eminitter behaursteten Vor­gänge in Deut'cktand unterliegen gegenwärtig ber Nachprüfung.

Die Zahlungen Deutschlands.

Paris, 7. 3uni. (Dolfs.) Die Rcvarotton»- tommtfftmi teilt mit, daß die deut ich: tMeumuig in Ausführung des Artikels 5 übet die Zahlnng.t- bcbmgunmni bis zum heutigen Tage für rund 8 4 0 Millionen (polbmarf m Reick v fchotznett.'e n, bie am 31. August fällig sind, sowie ungefähr 20() Millionen Goldmark in cnicl.mdtschen Tevnen bezahlt hat. Ter überfdr.efienbe Be­trag für beide Zahlungen, ungefähr 40 Millionen Goldmark, werde dazu venveiwe! werden, um cmen Teil der ReichSfchatzwettu'el einiulüitn.

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Deutschlandü Berpftichtuugeu in Elsaß-Lothriugen.

Straßburg, 7. Juni. (Wolffs Die Kam« m i s.s.i o n zur Festsetzung der Bern lichlungen Deutschlands aus ben sozialen Ein­richtungen in Elfab-Lotdringen hat geftern in Bafel ihre Arbeiten beruhet. Die Montmiffion nahm einstimmig die liauvt^äch- lichsten PunkV' an, die alle Fragen bezüglich der sozralen Einrichtungen in Elsaß D'othrmaen be­treffen. unb bestimmte daS namtal, da) von Teutt'chland bier.ür zu über weifen ist Die Ent- fchlietzungen ber Kommt sion wurd u dun Vvr- sitzenven d.'S VölkerdunbratZ so'ort üben'a tbi tne endgültige Entscheidung ist dem Rate vor e! asten. Tie Kommission bestand aus dr izrim Mstulu-dern, die von d.»m VerwaltungSrat ds internatio­nalen Arbeitsamtes sowie von Deutsch­land bestimmt waren.

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Die Lifte der aufzulöfenden Scldftfchutzorganisatioueu.

Berlin, 7 Juni. sWTB Wie bekannt, batte bie interal ii rt> Mi i:ür no .trollkommi ion von ber beiitichen Regierung bis zum 30 Mai bie Einreichung b.r Liste berieniicn Selbst- schutzorganiiationen verlangt, die die Re- gt- uing in Anwenbuni d s Gesetzes vom 22. März 1921 aurzulösen beabsichtigt Der Kominisfiin wurde mit Rücksicht auf bte Bedingungen c«) Ulti­matums vom 5. Mar fristgemäß die Liste über­sandt, die die Orgamsa:ion Escher ich, bie ost- preußischen Wehren und die bayeri­schen Einwohnerwehren ent ielt.

Die Kommission erwiderte, daß die Lifte un­vollständig fei, da sie nicht alle Sck^st'chnv- erganisationen enthalte, die nach den Pariser Be­schlüssen in Verbindung mit d.'m Ultimatum auf- znlösen seien. Die deutsche Regierung bat geant- wortet, daß die nach ihrer uenntttiS und ben Mitteilungen der Land.sregierungen flberfanbte iamtlidK in Deutschland bestebmden ,md nach den aenamitm Bestimmungen .-in z 'n'en dm Organisation-n um?ai e. Sf un d tarajit ch n, datz die in zahlreichen Orten Deutschlands früher vor­handenen, mit M litärwaffen ver elienni, aber in­zwischen entwaffnelen Organisationen durch Erlaß der Landesregierungen über die Au'lösnng der Eum'obnerwechr^n ü>rall, außer m Banern rmb Ostpreußen, auch aufgelöst seien. Durch ein Rund- tclcgrarnrn scien die Regierungen b.*r Länder er­sucht, sofort nackzuvrüfen, ob sich etwa Organi­sationen der Verpflichtung der Auflösung ent­zogen hätten. Wo dies der Fall sein sollte, würde alcbald die Auflösung auf Grund deS Gesetzes vom 22. März bewirkt werden müssen.

Deutschlands «ufnahme in den Völkerbund.

Genf, 7. Juni. Wolff.) Nach dnn3out> nat de Ctenfcpe'' hielt auf dem Bankett. daS der Genfer Völkerbundverein den Mugliedenr gab, Aulard eine mit lebhaftem B ftall auf- gcroornmerc Red', in ber er für eite rasche Auf­nahme Deutschlands in den Völkerbund ein- tmt. Er sagte u. a.:Wir haben bei Wunsch nach einer schnellen Aufnahm TtutH-'anb? in den yyfcrinmb entfprechnrd ben Bestimmunam deS VSlforbunbvakt s Wir thtnen T utid^anb in der Ltqa feine bevorzugte Stellung ein- räirmen, aber wir wünschen, daß eS mit den­selben Reckten und Pflickt-n trie die anderen Nationen in voller Gleichber^ckrigung em tritt. Wir legen Dnn darauf, bte demof^ati'sch-mo- bern gerichteten Sftri e in Deut ckstrnd zu un­terstütze n Sie lind unserer Freundschaft imt w roürbtaer, als fi* den alten Tnrpmjalistischett C e5t D.mt ck andH b^fämwen. Wnrn wir Teift'ch- l<r-.b *tn den VölkerÄrnd w' nchmot, f» stärken mir seinen Geist der Tmtutrant. der Eintracht unb stos Friedens." Nach weittren Prestemel- dungen etf arte der aribre franzö ische Vertreter, Pwfe'for Appel, wie auch der belgische Se- nxi-jor Lafontaine ihr volles Einverständnis mit bie'er Auffassung.

Aus dem Neßcbe.

Liegerwald über die lstabtuettsbildung.

Berlin, 8. Juni. Ter preußische Min-ster- präsident Stegerwald erkläre einem Redak­teur desB. T." über die Umbildung tei preußi­schen Kabinetts, er trete für eine Poüttk der Mitte ein, bte von der Teuft'chen Volksparler bis zur Sozialdemokrafte rrichl. Tie Wiederzukmachungs- lciftungen mv Grund des Ulftmarurns stellten nicht nur an das Reich, sondern auch an ixe £ anher, vornehmlich an Preußen, io hohe An­forderungen, daß die Grundlage dec, Regierung aI5 Exekutioorgan nicht breit genug sein könne.

Um die freie Bewirtschaftung.

Berlin, 7. Ium. W) Im Reichstags- ausschu x,' für Bvl kswirft'chan Wurde bei Au trag Busche aus ßchTrrisc Einführung der fre.eq