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Hr. 261 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (Sen ral-Anzesyer für Gberhesfen)Montag, 7. November 1921

UrgrunD feiner öriinbung, cingcgrabcn uxir.

den

in den

ein besseres Abdruckverfahren, indem er eine

selbst hat von seiner epochemachenden Leistum

richteten Druckerei

(Nachdruck verboten.)

81. Fortsetzung

Maria.

dig

erste

den ®c- Zeit in

hat tut

paar Monaten ttrivt du das denn kein Kampf, der

einfehen. aber in ein ihn soweit haben. 3ft dich reizen könnte?"

Die Fäuste ballte

sov-es, wie Eltern ihren Kirrdern schul­end du bist daS Familienoberhaupt!" einmal?"

die Gretel machet du unglücklich!"

so ach du lieber Sott! Dem Henner der Alte daS Rückgrat gebrochen, und nun er'S mit meinen Kindern!"

Ihr Bruder zog die Augenbrauen hoch.

BorbereitungSarbeit. di« Durcharbeit in meinden. mindestens dastelb« Mah an Anspruch nehmen dürfen.

Dies« Durcharbeitung der Materie

.Hätte ich einen Mann, der mit mir kämpfte, dann fetzte ich meinen Willen auch durch! Aber

.DaS sind Redensarten! Mit toten kommt man nicht vom Fleck! Unb die stimmen nicht ein­mal: An Hans Jfll er mit einer Rarrenliebe! 'Dir schiebt er die Schuld zu, datz er so geworden ist! Ich glaube, ganz unrecht hat et nicht! Und HanS wär das zweite S.ten in deinem Feuer: Pack den Henner tüchtig an und Ion dafür, bah sich Herr von Holtenau ost sehen Iaht nur Io kannst, du Stellung um Stellung stürmen, schließlich bist du völliger Sieger! Meinst du. ich wäre vorwärts gekommen im Lvt>m. wenn ich nicht jede Schwache meiner Mitmenschen benutzt, ad und zu auch einmal eine Finte gv schlagen hätte, damit der Hieb dann um Io besser fad?... So. das wär eS! Unb in zwei Stunden reife ich nach Frankfurt, ich habe dort Geschäfte! Deutsch- lanb wird ein verdammt reiches Land, das spüren wir In England drüben manchmal recht schmerz­lich. 3n meiner Branche delo-.ders, seit in Süd­west Diamanten gefunden werden!" . . .

Gretel hatte an der Tür grlauscht. _ Onkel Ernst war ein Mordskerl! Und wie großzügig er anc" anpackte! Natürlich stand sie zu ihrer Mutter: daß Grotzvater HanS ihr vorzog, der

so enl'chc.denden Solenhofener Steine kam. Alo ci 1791 leinen Datei verloren hatte, wurde der junge Mann, der zuerst auf der Universität 3n- grlstadt die Rechte studierte, auch Schauspieler wurde aber des LebenS bei hcrumziedende:'

DaS gibt sich wieder mit der Feit! Deine Liebe werde ich auch nicht gewesen fein!"

Der (Erfinder der Lithographie.

(Zu SenefelderS 15 0. Geburtstag.

6. November.)

Die Lithographie oder Steindrua ist eine Erfindung, die nicht nur dem künstlerischen Schaf­fen ein ganz neues Gebiet eröffnete, sondern sich auch in Handel und Gewerbe, in LuxuS und Mode eine wichtige Stellung erobert und ein ganzes neueS Handwerk inS Leben gerufen hat. Der Erfinder dieses wichtigen DerviclsältigungS- verfahrenS. AlohS Senefelder. verdient an seinem 150. ®cburt3tage ein Blutt dankbarer Erinnerung

Mit den' en stampfte Maria aus. Um dergleichen Redensarten war ihr Mann (n brr [e:,ten Zeit nie verlegen. Die schienen ibr von

war eS aber doch, bah Herr von Holtenau zwar in ben letzten vier Wochen zweimal geschrieben, sich aber noch immer nicht triebet hatte sehen lassen Da mutzte man dem Zufall ein wenig zu Hilfe kommen und österS einmal nach Kassel fahren, wo er atz und nachher seinen Kaffee trank, wutzte man ja . . .

Herr von Hvllenau war erfreut, die Damen Wieder zu sehen.

.Furchtbar gern hätte ich mir erlaubt, die Herrschaften -u besuchen, aber die Arbeit wir müssen jetzt ost die Nachte zu Hilfe nehmen, ja schläft man sich am Sonntag gern auS!"

ES war eine AuSrede. Maria kniff die Au­gen zusammen, hatte ihre Tochter gelehrt, immer gleichmäßig liebenswürdig und zurückhaltend zu lein. Unb die fpirite ihre Rolle sehr gut. Zu Hause aber bekam der Henner von feiner Frau die Leviten gelesen.

.Patz auf. es wird nicht- mit Holtenau, und da bist du. Grotzvater und HanS schuld! 11 nb die Gretel hat den RegierungSassesfor rechtschaffen lieb. Ihr verbaut ihr alle brei bie Zukunft!"

.Ich hab'S Batet vorgestellt, batz hier alles anders werden mutz . . ."

.Und was hat er geantwortet?"

Der Henner zuckte bie Achseln. Datz ihm fein Batet gesagt, da solle er einmal bei sich an­fangen und bann feinen Zungen fetter an die Kandare nehmen, gestand er natürlich nicht rin.

.Redensarten hat er g~b auch ! Bettuch du doch dein Heil, wenn dir fvriel an diesem Hol­tenau siegt!"

.Nur sind!

.Auf .Und

Gemeinden wird nicht bloh die Frucht haben, bah die Gemeinden möglichst vielseitig in daS Interesse an dem Neuwerdenden hereinaezogen werden, sondern bah auch die Herren Pfarrer durch die gründliche Durcharbeitung deS Slostes mit der Sache vertrauter, zum Urteil reifer, zum Handeln fähiger werden. Docendo discimuS

Durch diese Verzögerung der abschliehenden Beschlustfastung über die Kirchenverfastung wird ja das kirchliche Leben der Landeskirche in keinerlei Weise gehindert werden. Wir können In den seit­herigen Formen ungestört weiter arbeiten. Wir können die Erfahrungen, die andere Landeskirchen, die rascher handeln, mit ihren neuen Derfastungen gemacht haben. unS zunutze machen. Dielleicht kann auch die Dielgestaltigkeit deS evangelischen Kirchenwefens vermieden und mehr Einheitlichkeit erreicht werden, indem die kleineren Landeskirchen in den Formen der Kirchenverfastung an die gröberen sich anschliehen ober auch umgekehrt.

Der Schutz im Blut

Roman von Horst Döberner.

Der Reichsoerband der deutschen! Ä

Industrie und die Kredlthuse. ttol er hier in tue Nabe der für feine Erfindung

®ut, wenn bu nicht die Kraft hast, brinen Willen durchzufetzen. werde ich versuchen, ob ich. eine 5rau, mehr erreiche!"

.Bitte." der Henner öffnete bie Tür, fügte spöttisch bbrxu: .Batet ist brüben In seinem Ar­beitszimmer!"

Dor Erregung tanzten Maria die Nerven aus ber Stirn. Nun war schon alles einerlei, Din Zurück konnte es nicht mehr geben. Lieber rin Enbe mit Schrecken, als ein Schreien ohne önoe Der Atem pfiff ihr auS der Kehle. alS sie bei ihrem Schwiegervater rintrat Der runzelte bie Stirn, schob den Kops vor.

.WaS ist denn nun schon triebet loS?"

Maria bl.ed vor Ieinem Schreibtisch stehen, stemmte die Fäuste auf die Tischplatte. Einen Halt mutzte sie haben.

_Ss geht so nicht weiter!"

.Meinst bu ba mit HanS, mit deinem Manne cber mit dir selbst?"

.Hans kommt bei dir immer zuerst und ich zuletzt!"

Weit lehnte sich ber Ocf morn ter at in seinem Sessel zurück, streckte bie Brine lang aus. Hetzt galt es für ihn, bie Ruhe zu behalten, sonst gab eS ein Geschrei wie bamalS. als er HänSchen mit Fug und Recht bie Holen straff gezogen

.Solltest bu da nicht lelbst schuld kin? liebet- genS war eS nicht böte gemeint, datz ich dich zuletzt nannte!"

.Ader es ist bezeichnend für deine Denlungs- art!"

.Ich bin ein Mensch, hab natürlich meine Fehlet! Bemüh emich noch Kräften ml ihnen fertig zu werden, wie daS meine Pflicht ist! . . . Willst du ab?r nicht ^ur eigentlichen Sache kom­men V Denn ohne Grund ist man nicht so erregt, tote bu eS bitt!"

.Allerdings will ich zur Sache kommen! Wir. dein Sohn mit feiner Familie, to tben einfach zu lächerlichen Figuren turch kitt'"

Er toufte, wo hi-aus nun fein« Schwieger­tochter wollte, blieb ganz ruhig.

(Fortsetzung folgt.)

handeln hast, ist doch ganz klar. Stellst ihm ein­fach vor. datz die Schwiegereltern eines Re- gierungsasfesforS doch irgend etwas lein muffen. Der Dickkopf wird das nicht von heute zu morgen

die Verteilung an die einzelnen Kinderheime.

" ArbeitSgerneinf cha «t Deutfcher Ersinder-Schutz-Berbände Uhl i b m Doriih von ©ebrimiat Pros. Dr. Somme r, Gie- 6en wurde am 16 Oktober in Kalte! die ArbeitS- gem'einfchaft Deutscher Srsinder-Lchutz-Verb.nde «gründ.t. ?u ber sich die nachstehende-, Verbände zufammeng s hios e, i a'en QU'gern, ire E- sinder- Berband in Berlin, 2lnobacher Str. 28. B.tt)e,i!che Etfinder-Schutz-Vereinigung in Nürnberg. Adam- straste 67. Deutscher Erfinder-Schutzoerband in München. Iahnstr. 20. die Gesellschaft zur Er­richtung eines deutschen Erfindungs-Instituts. Dietzen, und der Reichsverband für das Erfin­dungswesen in Mannheim. Waldparkdamm 43. Das Arbeitsprogramm erst reckt sich vorläufig auf folgende gemeinsame Angele,fenh iten Patenlge- seyresorm. Schul de'.be'ä np utg. E sindungS-In- flitut Erfinbungswisfenfchaflen, Dücheretz Pro­paganda. gemeinsame Beranstaltungen. Borprü­fung von Erfindungen, Beratung und Tertoertung. In den Vorstand wurden die Herren G >eimrat Prof Dr. Sommer. Dietzen (1 Doriitzender). Schriftsteller Otto Wiesner. Be-lin istellv Dor- sirender). Karl Leih, Nürnberg (Schrift übrer und Geschäftsführer), Ingenieur Pb- Wisotzky. Mün- chen (Schatzmeister). Ober Ingenieur Aug. Dörg«. München, und Od.tingenteut Richard Dietrich, Mannheim (Beisitzer) gewählt. Die Prclse-Ab- tctlung wurde von den Herren Ziv.-Ing. tturt Friedländer. Herausgeber der .Patent-Welt", Unabhängige* Dr uhand-Orgai des Ce Intu tqö- und Derw.rtungSwe'enS für Erst ider, Industrie und Handel. Berlin SW 19. und Schriftsteller Cito WieSner. Berlin, gemeinsam übernommen. Die Stadl Kassel hatte eS sich nicht nehmen lassen, die Dersammlung durch mehrere etabtrflte zu begrützen und stellte für den im nächsten Zähre

Berlin, 5. Noo Die heutige autzerordenlliche Mitgliederversammlung des Reichs­verbandes der Deutschen Industrie wat sehr stark besucht. Die Debane. die schlietzlich zur Annahme einer die grundsätzliche Bereitscha* t zur Kredit Hilfe aussprechenden Resolution ubrte, nahm sieben Stunden m Anspruch und ver- lief teilweise sehr lebha't Gegen die Weiter- sührung der Zdreditunterhandlungen erhob sich eine beträchtliche Opposition Der Dorstand hatte eine Refolutton vorgelegt. die unter der Voraussetzung datz die Reichsreg.erung den ernstlichen Willen zur Durch'ubrung einer sparsamen Finanzwirtschaft auf allen Gerieten, insbesondere zur Beseitigung der Mitzstände bei den Betriebsverwaltungen bekunde und gewillt fei. dabei tue begründeten und sachkun- bigen Ratschläge der Industrie nicht wie bisher zu mitzachten. das Festhalten an demMünchenerVefchluh vom 27. Seplembe' empfahl, wonach von der In­dustrie unter Ausnutzung ihreS Auslandskredites Geld oder Devifen zur Derfügung gestellt werden können In der beute vorgelegten Resolution des Vorstandes wurde ferner beantragt, den für die Verhandlungen bereits eingesetzten Ausschutz zur Fortführung dieser Derbanblungen zu ermächtigen, sowie dazu, datz in Gemeinschaft mit deutschen Banken in Besprechungen mit ausländischen Finanzleuten über Form und Höhe einer Anleihe eingetreten werde. Der AuSschutz soll die Verhand­lungen mit Beschleunigung betreiben und dabei auch die Frage der Rechtsformen, der Haftbarkeit und der Unterverteilung auf alle am gewerblichen Leben beteiligten Kreise durcharbeiten. In dieser Form wurde nach der .Franks. Ztg die Resolution nicht angenommen, sondern man einigte sich nach langer Diskussion, nachdem u.a. Reichsbankpräsident Havenstein nachdrücklich für das Festhalten an der Kreditaktion eingetreten war, auf folgende Fassung: ,

Der Reichsvetband der Deutschen Industrie ermächtigt seinen für die Behandlung der Ange­legenheit eingesetzten AuSschutz, der angemesten zu ergänzen ist, unter Zuziehung der deutschen Banken die Verhandlungen zunächst mit der ReichSregie- rung mit dem Ziele weitgehender geldlicher Stützung des Reiches für ReparationSzwecke fortzusetzen unter folgenden Voraussetzungen: ES muh gleich­zeitig Sicherheit dafür gegeben werden, datz Reichs­regierung und Reichstag eine sparsame Finanz- Wirtschaft auf allen Gebieten des StaatSlebenS unverzüglich eintreten lasten und daS Wirt- fchaftSleben von allen die freie Betätigung und Entwicklung hemmenden Festeln befreien. Insbe­sondere müssen die Reichs- und sonst in östentlicher Hand befindlichen Betriebe derart behandelt werden, datz sie nicht weiter die östentlichen Finanzen be­lasten. sondern sie entlasten. Ein Ziel unserer inneren Wirtschaftspolitik mutz sein, alle in der Wirtschaft vorhandenen, nicht voll beschäftigten Kräfte wieder zu produktiver Arbeit zu bringen. Die Produktion mutz die Sicherheit haben, dah durchihreMitarbeit auS unprodu t tiven Unter­nehmungen solche gemacht werden, die solche Erträge bringen, datz sie zur Verzinsung deS ge­planten GolddarlehenS ausreichen und dadurch die jetzt vorübergehend und freiwillig eintretende In­dustrie entlasten."

Jur neuen Verfassen; der evangelischen Landeskirche.

Bon einem hessi'«km Geistlichen erhalten toä fragende Zuschrift

Die Revolution. in ber wir sichen, hat uni er bei Umtoui-u gc i und Umg rltungen. die sie eti 'jvb.a* t bat u.rd bringt, auch eine neue Der- |a<iu g imfe.cr evangelischen Larrdeskirchen nölig «n.ach. Wir deuten dato zunäch i an die 'HrugettaUung ber K^rchenregicrunz, bt edurch bis Besettigung des Summepislcpats des Landesfürsten ge'vrderl wird. Aber nicht weniger ist die Um« gefta'.tung der Formen des kirchlichen Lebens au' anderen Gebieten nötig geworden, und zwar au* soliden Gebieten, die auf das religiöse Leben der Gemeinden viel tiefer einwirken als die Umgestal­tung der Kitzchenregierung Wir nennen nur die QCrbeit der Pfarrer innerhalb und autzerhalb der Gemeinde und die Vorbereitung zu ihrem Amt. die M'tarbeit der Gemeinden an ihrer Erbauung In erster Linie sieht die Umwandlung der Obrig- feitSkirchc - trotz ihrer 50 jährigen Synodalver- f astung ist unsere Landeskirche zum Teil noch Obrig­keitskirche in eine auf die Mitwirkung und Mit­verantwortung aller ihrer Glieder auf gebaute Kirche Diese Umwandlungen, in denen wir sichen, fordern dringend, datz die Kirche in allen ihren Gliedern mit Bewusstsein diese Umwandlungen miterlebt, bet der Neugestaltung ihrer Lebensformen mitwirkt

Es genügt deshalb nicht, datz die auf Grund ber seitherigen Verfassung berufenen Organe die x euen Derfastungen auSarbeiten. sondern die Kirchen- g lieber müsten möglichst vielseitig in diese Arbeit vereingezogen werden. Je mehr sie das Werden des Neuen mit Bewutztsein miterleben, mit um so gröberem Intereste und um so gröberer Liebe werden sie an dem Neugewvrdenen teilnehmen. Und es wird verhindert werden, dah die neuen Formen des kirchlichen Lebens, wie man der seitherigen Verfassung unserer Landeskirche nachgesagt hat. tote, leere Formen bleiben, die wirkungslos übet bem Gemeindeleben schweben.

Die Herren Pfarrer werden deshalb gewiß Sern die neuwerdende Kirchenverfastung mit ihren »entrinden eingehend besprechen, sodah nicht bloh die Gemeinden über daS Werdende unterrichtet werden, sondern auch Gelegenheit bekommen, ja möglichst dazu geweckt und veranlatzt werden, sich darüber auSzusprechen Es kann dies selbstverständ­lich nicht in den gottesdienstlichen Versammlungen geschehen, sondern In besonders zu diesem Zwecke einberufenen Gemeindeversammlungen. Der gege­bene Ort für diese Versammlungen ist in der Regel die Kirch« Wo Gemeindehäuser vorhanden sind, werden auch sie der. geeignete Ort dafür sein.

Dringend erforderlich ist hierzu, datz die ab- schlietzende Beschlußfassung über die neue Verfassung nicht übereilt, sondern der Ausgestaltung der neuen Verkostung die nötige Zelt gelassen wird. Nachdem Die seither berufenen Organe zur Herstellung eine« Entwurfes sich ein Jahr Zeit genommen haben zu Ihrer Arbeit, wird dieses zweite Stadium dieser

Zudem ist seine Leistung geradezu typisch für die eigentümliche Erfinderbegabung, die aus der Not eine Tugend macht und gerade in den schwierigsten Verhältnissen zum schärfsten Nachdenken an- gespornt wird. 2lls Sohn eine« Schauspieler« am 6. November 1771 au Prag geboren, kam er früh mit dem Vater, der Mitglied des Münchener

.Woher soll die denn kommen? Sein Vater hat ihn stets unter der Faust gehalten!"

.Ha. warum hast du denn das geduldet?"

.Was w.ll ich denn machen, wenn der Alte auf Land und Goldlack sitzen bleibt?

.Ihn runterschmeitzen! Verknöcherte Men­schen gehören in« Altenteil! Und wenn sie sich nicht zur Ruhe setzen wollen, zwingt man fte dazu!"

Die Tränen brachen aus Mario« Augen.

.Sag mir lieber, wie ich das machen sollt Mir scheint. du hast es eben selbst erfahren, tote schwer ci ist. m.t meinem Schwiegervater fer­tig zu werden. Der hat eine Art, gegen die komm ich nicht doch!"

Ernst Sitten war sich ganz klar, gegen diesen Herr Ichsüchtigen Mann, der entschieden Eindruck auf ihn gemacht hatte, war schwer anzukämpfen.

.Zeder Mensch hat seine Schwächen, die nutzt man auS. Hätte t du dem dicKöpfigen Bauern nur ein bischen Großzügigkeit beigebracht, wär er bald um den Finger zu wickeln gewesen. Run aber ist S zu spät! Stenn der Henner und du haben keinerlei Erfolge aufzuweisen. Nicht mal bei eurer Kinder-Erziehung. Kommt Hans «ädn in eine ganz andere Umgebung, geht er vor die Hunde. Deinen Mann bcio nmft du auch nicht mehr hoch, blieb Gretel übrig!"

Maria nickte.

,®e:xrj Io weit bin ich bei allem Nachdenken auch gekommen! Die ist meine letzte Hoffnung und an die klammere ich mich, wie ein Ertrinkender an den Strohhalm!"

.Nun, nun, nicht gleich Io ver'toetfeltc Tönet Da bietet sich dir doch eine glänzende Gelegen­heit! Dieter Herr von Holtenau! Den spiel ge^en deinen Schwiege'.water aus. So ein aller Bauer knickt schl.e Uch bei aller Zäh.gteit in die Knte. wenn er sieht, welcher Vorteil f ar ihn aus solcher Derbtndung herauospringen kamt. Wie du da zu

oft vor das Nichts stellte, ausgesetzt gewesen, wenn ihn die bayerische Regierung ntcht alt Druckcrennfpektor bei dem <5tr c.lataflcr an» gestellt Hane Erst ISIS erschien sein Lehrbuch der Lithographie, in dem feine Erfindung genau beschrieben ist Die letzten Zähre seines Lebens widmete er der Aufgabe, Oeigemälde durch dcu Druck zu oervidfäln icn. Als er im Alter von 62 fahren 1831 zu München starb wurde ihm ein Denkmal errichtet, dessen Inschrift in finniger Weife auf eine Solenhofener Platte, gleichsam

Aus Stabt und Land.

Dietzen, den 7. cklov 1921.

" Die Zentralhilfefür deutsch« Kinderheime konnte im verflossenen Rech­nungsjahre mehr als 130 Kinderheime mit 6 7000 Kindern unterstützen. Es gelangten im ganzen etwa 1 Million Mark zur Vertei­lung, während der Wert der versandten Le­bensmittel und Kleidungsstücke ungefähr 1", Millionen betrug. Die Kinderheime verteilen sich auf das ganze Deutsche Reich, auch auf die abgetretene Provinz Posen, wo allein 13 Kin­derheime Unterstützung erhalten. Biele Bor- stände von Kinderheimen haben bekannt, dah sie ohne die Unterstützung der Zentralhilfe längst zusammengedrochen feien. Die meisten Gaden sind der Zentralhilfe auS den deu'.schen Kreisen Amerikas, aber auch aus der Schweiz und dem Inlande zugeflossen. In Anerken­nung der hohen Beoeutung, die die Zenttal- Hilfe für das ganze Deutsche Reich hat, fei sie der tatkräftigen Unterstützung aller wohlden­kenden Kreise empfohlen. Geldgaben für die Zentralhilfe für deutsche Kinderheime nimmt die Bergisch-Märkische Bank in Elberfeld, h* wie die Geschäftsstelle in Elberfeld (Zimmer- strahe 38), auf Postscheckkonto Rr. 34 343 in Köln entgegen. Auch ist die Geschäftsstelle für Kleider (alte und neue), Kleiderstoffe, Wäsche und Lebensmittel dankbar und besorgt gern

Presse mit gebrochenem Schaft, die sog. Stangen- im Anschlusi an eine Wirtschaftswoche geplanten

oder Galgenpreste. konstruierte. Der Erfinder Kongretz mit AuZtellung ter Arrit sgemrimchafi

selbst hat von seiner epochemachettden Leistung geeignete Räume in dankenswerter welle torU-

nicht viel Nutzen gehabt. Während bald überall willigst zur Verfügung. QU Um Erfindern durfte

In Deutschland und ganz Europa Steindruckereien anzuraten sein, sich zur Wahrung ihrer -HcmdIc

entstanden, war er selbst aus der von ihm er- etnem der genannten Verbände anzu'ch'.etzen, Die

_ _ richteten Druckerei herauSgedrängt und wäre der die auch Handels- und Industrie-Berdäitde Der-

HoftheaterS wurdet nach der bayerischen Haupt- bitteren Not, die ihn während der Erfindung so tretende Arbri.tSgemeinscjxift bilden.

£d)mitren bald überdrüssig und beschiosi. fcin Glück als dramatifcher Schriitsteller zu versuchen Da er aber für fein Derk, auf das er feine ganze Hoffnung letzte, keinen Drucker finden konnte fam er auf den küh.ien Gedanken, feine Werke selbst zu drucken und unternahm mit bewunderns- Weiler Geduld dne Menge von Versuchen Schlietzlich verfiel er Darauf, feite Schrift in Kupfer au ätzen, aber da er sich nur eine einzige Platte o.-s teuren Materials anschaffen konnte und diese ihre Stärke bei feinen Aetzverfuchen Immer mehr verminderte, mutzte er das auf- » eben In dem Best .eben, einen di.l geren Stoff für feine Aetzverfuche zu erlangen, fand er diesen sozusagen vor seinen Zützen. Es war dies der 2.0 e lOcfcrcr Äf Illein, ter in München wie im ganzen südlichen Bevern feit Zahrhunderten zum B legen der Hausflure verwendet wurde. Die feine Glätte dieses Steines fiel Senefelder auf. er verschallte sich einige Platten und fing daraus au radieren und zu ätzen an wie auf Kupfer, denn er hatte von der Eigenart feines neuen Materials noch keine Ahnung. Da kommt eines 'Tages - so erzählt die Geschichte seine Wäscherin, und weil er kein Papier findet, schreibt er die Rechnung auf einen soeben polierten Stein und zwar mit der Mischung von Wachs. Seife und Rutz, die er als Aetzgrund benutzte Als er die Wäfcheaufzeichnungen wieder toegnebmen wollte, kam er auf ten Gedanken, waS wohl auö der Schrift toerben würde, wenn er eine Säure darauf brächte, und man kann sich seine Freude denken, als er fand, datz die Säure nur die freigegebenen Stellen angriff und die ge­schriebenen Buchstaben dann etwa um die Stärke eines Kartenblattes über die Fläche hinausstan­den. Senefelder konnte nun Abzüge von dieser Schrift machen: aber was er erfunden hatte, war noch nicht die Lithographie, fondern das Hochätz- ücifabren. zu dem sich der Steinn eigentlich gar nicht eignete. Diese neue DervielsältigungS- methode verwendete Senefelder mit Hilfe seines Freundes, des Komponisten Gleichner. zum Druck von Musiknoten, und auch der junge Karl Maria von Weber hat sich mit diesem Verfahren be­schäftigt und die Senefeldersche Walzenpresfe ver­bessert.

Da der Erfinder mit Arbeitern schlechte Er­fahrungen machte und das ganze Geschäft des Beschreibens und HochätzenS der Platten selbst vornehmen mutzte, so wollte er sich die Herstellung der Platten mit Hilfe des UeberdruckeS er­leichtern und überzog das Papier vor dem Be- schreiben mit einer In Wasser löslichen Schicht aus Stärke und Gummi. AIS er ein so gum­miertes und beschriebenes Blatt eineS TageS in ein GlaS Wasser tauchte, auf dem zufällig einige Tropfen Oel schwammen, bemerkte er, dah sich das Oel an die fetten Schriftzüge anhing, die weihe Fläche aber durchaus vermied. Sogleich probierte er nun mit Druckerschwärze und stellte fest, dah auch die Schwärze sich bloh an die Buchstaben hielt und den Grund deS PapiereS weih lieh. Nwn legte er ein Weihes Blatt auf das eingeschwärzte, lieh beide durch die Presse gehen und erhielt so einen ziemlich guten Gegen­druck von der alten Schrift. Nun untersuchte er natürlich, ob sich seine Steinplatten ebenso wie daS Papier verhalten würden, und dieS war tatsäch­lich der Fall. Damit war der Drundgdeanke der Lithographie gefunden, nämlich, datz die Zeich­nung auf dem Steine gar nicht -erst durch ein besonderes Aetzverfahren erhöht zu werden braucht, sondern dieser sich durch geeignete Mittel ohne weiteres in eine vortreffliche Druckplatte umtoanbeln lätzt. Daraufhin bildete Senefelder nun eine besondere Graviertechnik auS und erfand

Uederzeugung war f^e ja schon imm*r gewe er. Nun wutzte Le eS gcnz genau. Und tocin sie erst Frau t>oi Holtenau toir. stand ihr die W?lt offen . . . Von hinreitzender Liebenswlrdigkeit war sie zu ihrer Mutter, auch der Vater körnte . sich wahrlich nicht über sie beklagen. 2erge.sich teinem Vater zu kommen.