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heim eine Ansprache gegen die Teuerun.

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Lebensmittel: die ganze größter Ordnung.

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Starkenburg und Rheinhessen.

n. Offenbach a. M, 5. Sept. Aach, dem amtlichen Bericht der hiesigen Berufsvor- mundschaft wird es als besonders mo­ralischer Tief st and bezeichnet, bah 62 ver­heiratete Männer Väter unehelicher Kinder wur­den. In sozialer Hinsicht ist auch der Beruf der Mütter von Bedeutung, es wurden 10 gelern e Arbeiterinnen, 92 ungelernte. 56 ohne Berus drer Haushälterinnen, 2 Lageristinnen, je eine Ver­käuferin und Zigarren Händlerin unter den an»

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Di e neuen Fortschritte der drahtlosen Telegraphie. Mckrcont kündigte in der leisten Iahresver-sammlung der. Warevni-GeseHschäft, die dieser Sage abgehal vr wurde, neue Vaibesserungen der drahtlosen Tele­graphie von höchster Wichtigkeit an. Sc glaubt, das; die Schwierigkeiten, die sich durch natürliche elektrische Störungen und das Da^wif :en treten von Wellen anderer drahtlosen S ationen er­geben, jetzt überwunden sind. Sr hat persönlich neue Apparate längere Zeit geprüft und schreibt den Ergebnissen, die er in den letzten Wochen damit xrzielt hat, gröftte Bedeutung zu. Dre neuen Einrichtungen ermöglichen nicht nur, bah die drahtlo s Verbindung unter Bedingungen aus­geführt wird, die sie früher unmöglich machten, sondern sie gestatten auch eine sehr beträchtliche Erhöhung der Schnelligkeit und Genauigkeit der HebermiHIung. 3n der drahtlosen Tclephonie sind sowohl für kurze wie für lange Entfernungen beträchtliche Fortschritte ergteli. Warconi zweifett nicht, bah diese neue Methode dec Verbindung als ein praktisches und verkätzliches System zwi­schen zahlreichen Orten b7nuht werden funn, ab­gesehen von der Verbindung mit Schiffen aus hoher See. lieber alle Teile der Welt wird sich ein Verbindungsney für öffentlichen und pri­vaten Gebrauch Herstellen lassen. Schon in naher Zukunft hofft man, einen Tetevhvndienft mit ver­schiedenen fernen Cärbern einzurichten, und selbst die drahtlose Telephvnle mit Australien liegt durchaus im Bereich der Möglichkeit.

dem besonder Zur Anzeige Anführer olx

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Raabe-Erinnerungen.

3n einem Aaabe-Heft, das die Monatsschrift .Deutsches Volkstum" (Hanseattsche Verlags­anstalt, Hamburg) mit vielen wertvollen Bei­trägen zur Charakteristik des Dichters und mit 12 unveröffentlichten Handzeichnungen anläßlich der bevorstehenden Feier des 90. Geburtstages Baabes herausgibt, finden sich reizvolle persön­liche Erinnerungen Karl Sohles, in denen die Begegnungen des jüngeren mit dem alten Dichter geschildert werden. Es war vor 20 Jah­ren, im August 1901, kurz vor Baabes 70. Ge­burtstag, als Sohle ihn zum ersten Male auf­suchte. Eine Weile muhte Sohle auf sein Klin­geln warten, aber dann erschien Baabe und be­grüßte ihn wie einen Bekannten.Ob, wie er dastand, ich vergesse den Anblick nie! 3n fernem historischen Schlafrock, ganz so wie auf dem be­kannten^ Bilde von Hanns Fechner, das hatte ich zufällig kurz vorher in einer Ausstellung gesehen. Wilhelm Baabes Schlafrock! Grau war er woHl ursprünglich und mit grünen Aufschlä­gen, und wie war er abgetragen und ausgefranzt, und er schlotterte ihm um die hageren Glieder. Darüber das mächtige Haupt, so ein echter nieder­sächsischer Langschädel, mit dem in langen Strätz neu zurückgekämmten Grauhaar. Ein Kopf fast so markant wie der vom alten Fritzen. Buschige Brauen überschatten ein Paar unbeschreibliche Augen, eindringenden Blicke-, dabei gutmütig, verronnen und ganz eigentümlich hell und schalk­haft, so hinten herum. Jawohl, der berühmte Baabeblick! Es lag etwas vom Blick eines alten

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Aus Stabt und Land.

® ich en, den 7. Sept. 1921.

Kartoffelpreise.

Wie aus Büdingen gemeldet wird, werden in der dortigen Gegend für Kartoffeln bei gröbe­ren Abschlüssen 5060 Mark für den Zentner gezahlt: bei kleineren Käufen 5570 Mark.

Bach einer amtlichen Mitteilung aus dem Deichswirtschastsminilterium stellten sich an der Berliner Produktenbörse die Kartoffelpreise in der vergangenen Wyche aus 4048 Mark: inzwischen sind die Preise weiter bis auf 35 Mark für den Zentner zurückgegangen.

3m rheinisch-westfälischen In - du st r ie b ez i r k hat ebenfalls ein Preissturz in Kartoffeln eingesetzt. Während noch in der vorigen Woche 100 Mark für den Zentner bezahlt wurden, kann man jetzt Kartoffeln zu 5060 Mark pro Zentner kaufen. Die Zentralstelle für den Kart off elhandel meldet als Marktbericht vom 1. September: am Kartoffelrnarlt ist das Geschäft flau, die Preise schwanken zwischen 3840 Mark pro Zentner. Weitere Preisabschläge stehen be­vor, es ist also aller Voraussicht nach kein Grund vorhanden, mit einem hohen Kartoffelpreis zu rechnen.

Aus Berlin, Halle, Magdeburg und vom westdeutschen Markt wird überall gemeldet, daft die Zufuhren sehr reichlich sind, da die Ernte in vielen Gegenden besser ausgefallen ist, wie man annahm.

*

** Amtliche Personalnachrichten. Durch Entschlieftung des Landes-Ernährungs­amts vom 1. September wurde der Kandidat des landwirtschaftlichen Lehramtes Dr. Hnnrich Fischer» an der Hef sichen Landwirtschaftlichen Schule zu Butzbach, mit Wirkung vom 1. Sep­tember 1921 an zum Landwirtschaftsassessor er­nannt.

** AuK dem Stadttheaterb'üreau. Für die kommen de- Spielzeit sind die met- st en unserer bewährten und beliebten Kräfte dem Institut erhalten worden. So werden wir wieder begrüben die Herren Goll, Teleky, Vvlck, Zuhnke, Feigel, Leutheiser, Hellborn, Brandes, Hedrng, und die Damen Koop, Bühner, Türk, Otte, Marcks, Bammel. Für jugendliche Bonvivants ist Herr Döring von Kaiserslautern engagiert worden, der sich ja noch in Alt-Heidelberg vorgestellt hatte. Für Frl. Pfeffer-Teutsch und Frl. v. Brander, die sich verheirateten, sind gute Ersatzkräfte gewon­nen worden, ebenso für die Herren Falken und Boebert, die nach Hannover bzw. Münster enga­giert worden sind, lieber den Spielplan wird noch Baheres mitgetcilt werden. Es sei 'heute schon bemerkt, das; die vorgesehenen Operetten auch im Abonnement gegeben weiden.

* Der Verband Freiw. Feuer­wehren des Kreises Gietzen hielt am Sonntag seinen 1. Herbstverbandstag in Lang- Göns ab. Gs hatten sich hierzu über 300 Mit­glieder, zum Teil mit Sonderzng von Giessen, eingefunden. Auch ern Vertreter des Provinz a> Verbandes, sowie die Bürgermeister von Lich. Lollar und Lang-Göns waren erschienen. Bach der Tagung fand ein Brandangriff der Freiw. Feuerwehr Lang°G5nS statt, zu dem der ge­schäftsführende AuEschuft die Aufgabe direkt vor dem Alarm gestellt hatte. Die Freiw. Feuerwehr Lang-Gons löste ihre Aufgabe in der raschesten und besten Weise. Schon 3 Minuten nach dem Alarm war die Möglichkeit, Menschenleben zu retten, geschaffen und aus 6 Schlauchlinien wurde Wasser gegeben. Eine schöner B w is. was eine geschulte freiwillige Wehr zu leisten vermag. Bach einem stattlichen Festzug fand nachmittags nod> ein recht fröhliches und kameradschaftliches Zusammenffin unter Teilnahme der Bevölkerung von Lang-Göns statt.

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Kreis Zchstten.

f, Laubach, 7. Sept. Sin junger Mensch verunglückte bei der Drufcharbeit fo schwer, bah er in die Gießener Chirurgische Klinik über­führt werden muhte. Er geriet mit der redeten Hand in das Triebwerk der Dreschmaschine und verletzte sich l^ensgefahrlich. Man hat hier mit der Grummeternte begonnen. Der Er­trag ist derartig gering, dah wohl viele Land­wirte einen groben Teil des Bindviehs abfetzen müssen, wenn die Weidegelegenheit vorüber ist. Denn 6er Trieb auf die Weide ist eben noch die einzige Möglichkeit, dem Vieh die zur Milch­gewinnung unbedingt notwendige Grünfütterung weiter zu erhalten. Ss ist jetzt ein ungewohntes Bild und erinnert an das früher auch hier üb­liche Weidetreiben, das sich noch im Vogelsberg erhalten hat.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 5. Sept, Gestern hat nun­mehr auch unsere Stadt eine Demonstration gegen die Ermordung Grzbergers und die Beak- tion erlebt. Die Zahl der Teilnehmer betrug trotz

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Ab vehr de Auf Stund einer W Wmmtzbab , fceH emgesul werden dürfen einen besonder Seuchenfrecheil notimefetk" fo iijre Anstellung ntferinfanO andere Sehofke namentlich il)re Höste, ist jedoch durch den bcnml Mn und Um! Me aus mW ist auf denk Ttad) Lnterfuch ober einen be hattet Sie A ladenS, sowie

ehelichen Müttern gezählt. Die Väter waren 81, gelernte Arbeiter, 34 ungelernte, 12 Kauileut^ 1 Chemiker, 1 Arzt 1 Ingenieur, 3 Wachtmeister, 1 Schreibgehilfe. 1 ßanbtoirt, 2 Händler, 2 Tech­niker, 1 Werkmeister, 5 Postboten. 1 Gastwirt, einer ohne Beruf. Von den Muttern fta den 1 im Alter unter 17 Zähren, 23 bis 20 Zähre, 52 biS 23 Zähre, 45 bis 26 Zahre. 15 bis 32 Zahre, 7 bis 36 Zahre und 11 älter als 36 Zahre. Von den Vätern standen 16 im Aller von 1618 Zähren, 33 bis 23 Zahre, 18 biS 36 Zahre und 43 waren älter als 37 Zahre.

Heffcn-Nasfuu.

mc. Frankfurt a. M., 6. Sept. Boch immer verschwinden in unserer Stadt fast täglich Fahrräder direkt von der Strafte. Heute früh gelang es nun, einen 20jährigen Burschen vor dem Arbeitsamt in der Groben Friedberger Strasse festzunehmen, wie er im Begrifft» stand, ein Fahrrad, das lern Besitzer kaum verlassen hatte, zu stehlen. Vor seiner Festnahme erhielt er eine gehörige Tracht Prügel.

fd. Frankfurt a. M., 6. Sept Die in dem ,.Afa"-OrtLkartell organisierten kaufmän­nisch e n und technischen Angestellten, fast 40 000 Personen, haben den Schied-- sprach des Schlichtungsausschusses, der ihnen eine weitere Teuerungszulage zrb.lligte, als un­genügend abgelehnt. Die Frist zur endgül­tigen Annahme oder Ablehnung des Spruches wurde vom Schlichtungsausschuft auf den nächsten Freitag mittag 12 llhr festgesetzt Die Lage wird in Angestelltmkreisen als ernst bettachtet

mc. Franksurta. HL, 6. Sept Der Frank­furter Mieterfchuhverein verpflichtet neuerdings seine Mitgli^er und Obmänner, alle Häuser und Wohnräume, welche zum Teil oder vorübergehend leer stehen, dem Vorstand zu mel* den, damit dieser für deren Erfassung und Be­schlagnahme Sorge tragen kann.

ht. Herborn, 5. Sept Heute früh wurds im Kalksleinbruch von Benner-Bicken die Leiche eines jungen Mannes namens Wey gefunden. Der Verunglückte, der erst kürzlich aus der Ge­fangenschaft zurückgekehrt war, hatte eine Kopf­verletzung. Wie das Unglück geschehen, bedartz noch der näheren Aufklärung.

s. Fischelbach b. Wittgenstein, 5. Sept Aus der Hühnerjagd traf aus Versehen der Zagd- pächter Fabrikant Kuhmichel aus Bochum seinen 16jährigen Sohn. Die Schrote drangen, dem jungen Mann in den Kopf, so dah den Tod sofort eintrat.

Wettervoraussage

für Donnerstag:

Heiter, trocken, tags warm, nachts kühl, wech- elnde Winde.

Das Hochdruckgebiet über Mitteleuropa hat sich etwas verstärkt, wird aber von dem atlan­tischen tiefen Druck langsam ostwärts gedrängt. Morgen wird voraussichtlich das heitere Wetter noch anhalten; die Tagestempcratur wird ziem­lich hoch sein, nachts sinkt die Temperatur.

Bornotizcn.

T a g e s ka l e n de r für Mittwoch: Astoria-Lichtspiele: Heute: ,Sturmflut deS Le­bens". Von morgen ab:Mit Büchse und Lasso", 6. TeilGttihenLe Bache" undDer Älofferjäger".

Der Konzert-Verein Gissten macht seine Mitglieder und Musikfreunde auf das am Samstag den 10. September, abends 7 llhr in der hiesigen Stadtkirche stattfindende Konze rt des Frankfurter Motetten- chors aufmerksam. Karten sind laut Anzeige im Vorverkauf bei Herrn Challier und vor 6em Konzert an den Türen der Stadtkirche zu haben.

Deutsche Kunst. Richt nur Handel, Industrie, Gewerbe, auch die deutschen Künstler ringen schwer um ihre Existenz. Erstere werden bei ihrem Wiederaufbau teilweise vom Staat unterstützt. Die Künstler aber sind auf sich selbst und auf Hie Unterstützung der kunstliebenden Kreise angewiesen. Zu diesem Zwecke hat sich in München eine GenossenschaftDeutsche Kun st" gebildet, die in vorbildlicher Weife alle diese Bestrebungen zusammenfaht. Dr. Hans Schäfer- München wird morgen abend 8 llhr im Eewerbeschulhaus, Kirchstraste, Zimmer 1 a, eine öffentliche Besprechung veranstalten, wozu alle kun st liebenden Kreise erngetaben werden. (Siehe Anzeige.)

Landkreis Gießen.

,< Treis a Lda. 6. Sept. Am Sonntag nachmittag findet im Saale des Bärgrrm isters Denner ein Vortrag statt über:Die Viehzucht als Grundlage des Ackerbaues, die Behandlung des natürlichen Düngers auf dem Hofe und nu] dem Felde und dessen Ergänzung durch künstliche Dünger." Be'erent ist Laitewirtschaflslehrer Dr. May von der landwirtschastlichen Schule in Lich.

Hreis Büdingen.

Maar, 6. Sept. Der Landwirt Zohannes Zinn geriet auf seinem Gehöft unter die Stroh­presse, die ihm Len Kopf zerquetschte. Der Unglückliche mutzte erst mit Brechstangen unter der Maschine hervorgeholt werden.

Kreis Alsfeld.

rz. Büstfeld, 5. Sept. Der Zagdpächter Gottfried Krausen (Düsseldorf) hatte in seiner Zagdhütte Selbstschutz gelegt. AIS er wieder zur Zagd eintraf und die Schuhvvrrichtunben ent­fernte, ging der Schutz loS und traf ihn tn beide Beine.

wenn der Kaiser noch auf seinem Thron sähe, umgeben von seinen Zunkern. Mllitärs, Finanz­leuten und Industriellen. Wir haben den Wun­den niemals Zeit gelassen zu heilen. Sobald das deutsche Voll von dem letzten Knockout Bloto sich zu erholen begann, haben wir ihm wieder Stotz auf Stotz verseht, damit es seine Lähmung nicht los werde. Im Rheinland sind die Sanktionen noch immer in Kraft, und nur ein Teil von ihnen soll demnächst auf­gehoben werden. Der Versuch, eine übermäßige Kriegsentschädigung eilends abzuzahlen, hat die Mark in einem Monat von einem Penny bis auf weiter als drei Farthings entwertet. In den Döllerbund hat man Deutschland noch immer nicht ausgenommen, und wer in Oberschlesien eine wirklich gerechte Lösung erwartet, muh ein kühner Mann fein. Kurz, wir haben der deutschen Rechten Beweisegenugfür ihre Behauptung geliefert, dah ilntertoürf iaEeit und Demokratie sich nicht bezahlt machten.

Wie alle Blätter, hofft die Ration, dah die gesunde Aatur des deutschen Volkes sich schließlich doch durchsetzen und seine inneren Gegensätze schlichten werde.

Schöffengerichte

Gießen, 2. Sept 192t

Am 14. Zull stahl ein Weihgecbergeselle aui Butzbach aus einem Flur in der Gart en straft« ein Fahrrad im Werte von etwa 1300 Mart und fuhr damit nach Friedberg. Dort wurde « bei dem Versuch, es zu verkaufen, erwischt, aber wieder laufen gelassen. 14 Tag- darauf kam et wieder hierher und stahl im Schiffenberger Tal wiederum ein Rad im Werte von etwa 900 Mart, Anck. tetzt wurde er alsbald ertappt, aber diese- Mal sofort hinter Schloff und Riegel gesetzt. Heute erhielt er eine Ges am t gefä nan ts^ strafe von einem Zachr, M er rückfälliger Dieb ist. _ . .

Ein Mollereigehilfe aui Mecklenburg verdutzte im hiesigen Landgerich sgefängnis ein« Strafe wegen eines Fahrraddiebstahls. AIS er während der Strafverbützung von der Staats­anwaltschaft mit Arbeiten beschäftigt wurde, stahl er in einem unbewachten Augenblick mehrere ilbren und andere sich in amtlicher Aufbewahrung befindliche Gegenstände. Ss wird deshalb 8H 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

Ein arbeitsscheuer junger Mensch von hier bestahl fortwährend seine Mutter. Trotz aller Ermahnungen blieb er nicht in der Arbeitsstelle, die ihm seine Mutter besorgt hatte, sondern legte sich lieber auf die faule Haut und entwendete weiter seiner Mutter die notwendigsten Gegen­stände. Diese hatte ihn schon einmal angezeigte dann aber ihren Strafantrag wieder zurückgezogen. Als er ihr dann vor kurzem wieder ein Paar Strümpfe und ein Tischtuch stahl und habet ein verschlossenes Zimmer mit einem Dietrich Öffnete, ritz der Mutter endlich die Geduld. Sie stellte erneut Strafantrag gegen ihn, woraus er heute wegen eines einfachen und eines Einbruchsdieb­stahls zu 6 Monaten 2 Wochen Gefäng- n i s verurteilt und sofort in Haft genommert wurde.

Zwei Lehrmädchen von hier sind geständig^ auf Anstifter einer Schnhmache. s'rau Waren im Werte von mehreren ta .sind Mark in einem hiesigen Geschäft gestohlen und sie zum Teil an die angebliche Anstifterin, die aud) noch wegen Hehlerei angeklagt ist, abgegeben zu haben, Zweck- Anstellung toeiterer Ermittelungen mutzte die Sache heute vertagt werden.

Ein Händler aus Düsseldorf wurde wes gen fortgesetzter Höch ipreisübersch'. eittmg zu 1 000 M r. Geldstrafe berurteilt Er hatte m Beiskirchen Butter und Aepsel in gröbe­ren Mengen aufgekauft oder auffau|en lassen untr

Wer trägt die Schuld?

Inmitten des EhvrS pharisäischer Be­trachtungen, in denen sich gegenwärttg Die eng­lische Presse über die Gefahren der deut­schen, Beaktion und ihrer Schuld an der Er­mordung ErzbergerS ergeht, wirkt es er­frischend, in derBation" eine Stimme zu vernehmen, die den tiefen Zusammenhang zwischen dem Mord und dem heutigen deut­schen Elend richttg hervorhebt. DieBa- tivn"' gehört zu den liberal-pazifistischen Blät­tern und steht als solches allen rechtsgerich­teten Strömungen tn Deutschland scharf ab­lehnend gegenüber. Sie schreibt, daß Grz- b e r g e r, der ein unverwüstlicher Opttmist ge­wesen sei, sich in zwei Dingen schwer g e t äm s ch t habe, in den Versprechungen Wilsons, und im Völkerbund. And sie fährt also fort:

Diese Täuschungen werden viele Deutsche dem Ermordeten zum Vorwurf machen. Wir können eS nicht. SS sind die Verbündeten, und vor allem die Franzosen, welche die Stellung jedes deutschen Politikers der Bachgiebigkett empfiehlt, schwierig und gefährlich machen. Ze mehr die Deutschen nachgaben, desto schlechter wurden sie behandelt. Ze mehr sie sich von der Monarchie ab- und der Demokratie zuwandten, je mehr ein echter und volkstümlicher Pazifismus bei ihnen Wur­zel schlug, desto mehr wurden sie mit Fützen getreten. Man kann sich nicht vvrslellen, daß der Friede hätte härter ausfallen können,

London, 6. Sept. (Wolff.) DerDaily Telegraph" meldet, dah die Lage in Buh­la n d von einer a u h e r o r d e n t l i ch e n Kom­mission beherrscht werde. Lenin werde, wie früher der Zar, täglich mit Gerüchten über neue weitveizweigte Verschwörungen terrorisiert Als es sich zeigte, dah Lenin das Zusammengehen mit dem unpolitischen allrussischen Hilfskomitee begrüßte, wurde sofort von der auherordentlichen Kommission eine wette Verschwörung und auch Beweise dafür fabriziert. Den russischen Blättern zufolge habe in den Provinzen ein wahres Gemetzel unter den Vertretern dieses unpoliti­schen Komitees stattgefunden. Besondere Abord­nungen von Polizeispionen haben die Agenten des Komitees verhaftet und erschossen. Die Sow­jetregierung beginne eine neue Herrschaft des Terrors gegenüber den gebildeten Klassen Ruh- lands.

*

Helsingfors, 6. Sept. (Wolff.) Die im ganzen Lande für Sonntag anberaumten Kvrn - muniffenfunbgebungen wurden von der Polizei verhindert. DieBeteiligung ist über­all gering gewesen. Es kam nttgendS zu Gewc^- tätigfeiteiL

Schleckte russisch-polnische

Beziehungen.

Pari«, 6. Sept. Bach einer Meldung aus Warschau unterstreicht die ganze Preffe, dah die Begierung eine energische Haltung gegen die Sowjetregierung annehmen müsse, welche die Bestimmungen deS Bigaer Vertrages nicht einhall.

den letzten Wochen seines Lebens eifrig und in tiefster Ergriffenheit seine Bücher gelesen.Hm," bemerkte er dazu,das konnte er ja schon dreihig Zahre früher haben, meine Bücher lagen da, aber aber--", und er bekannte weiter:Ich bin

völlig unmusikalisch und weih nichts von Brahms, aber meine Tochter, die singt seine Lieder, und da höre ich ihr gern zu." Brahms hatte auch die Absicht, Baabe mit einem Legat zu bedenken, aber dieser winkte ab, als er angefragt wurde, wie er schon früher eine Unterstützung der Schiller- Stiftung verschmäht hatte. Ein letztes Mal sah Sohle den alten Dichter nach einem Vortrags­abend in der Weinstube von Herbst wieder, wo er allabendlichmit gutem Botwein sich fein Leben regulierte und verlängerte". Das Gespräch kam auf die ungeheuerliche literarische Heber* Produktion vor dem Kriege und wie unheilvoll leicht es für einen Bücherschreiber wäre, einen Verleger zu finden. Man sah, wie auf Baabes Stirn die Adern schwollen, plötzlich schlug er heftig mit der flachen Hand auf den Tisch und die sonst so weiche und gütige Stimme sprach laut und gereizt:Als ich vor 50 Jahren mi!t meiner .Sperlingsgasse" anS Licht wollte, da habe ich bei diesem Verleger airgeklopft und bei jenem, aber allle zuckten die Achseln, keiner wollte an- beiden. Schlietzlich lieh ich mir 50 Taler und druckte auf meine eigenen Kosten." DieEhronik der Sperlingsgasse" aber blieb neben dem Hungerpastor" dasjenige feiner Bücher, das am besten ging, und von dem er, tote er in einer kleinen Selbstbiographie erzähkte, lebte.

und äußerst gescheiten Ziegenbockes darin. Man erschrecke nicht: man schaue nur einmal so einem alten Ziegenbock richtig und respektvoll ins Auge . . . In Baabes Arbeitszimmer fand Sohle nun alles so, wie Fechner es gemalt hatte: vor allem die Bücherregale, von der Last der philo­sophischen und historischen Gelehrsamkeit tief niedergebogen, erregten seine Aufmerksamkeit und legen die Frage nahe, wo die sehr merkwürdige Baabe-Bibliothek hingekommen sein mag. Es er­ging Sbhte tote so vielen Baabe-Besuchern: ein rechtes Gespräch wollte nicht in Fluh kommen. Der alte Dichter war sehr zurückhaltend im Sprechen, er lieft lieber andere reden und dachte sich dabei sein Teil. Als der Besucher sich den Schreibtisch am Fenster, ein merkwürdig kleines, stark abgenutztes Möbel, besieht, bemerkt Baabe, fast alles, was er geschrieben habe, sei darauf entstanden, nun aber wäre es aus bannt, keine Zeile mehr nach feinem 70. Geburtstag: denn er hätte wahrhaftig genug zusammen geschrieben in seinem langen Leben. Söhle erzählt ihm, er hatte den ganzen Morgen in den alten Braun­schweiger Straften zu^ebracht, voller Begeiste­rung, und beschreibt einzelne alte Häuser, Höfe und Kttchen, in der Annahme, das würde ihn freuen und interessieren. Wett gefehlt.0o," er­widert Raabe trocken,fo. Sie waren darin, in dem alten Gekröse?"

Sechs Zahre spater besuchte Soble Baabe in einer anderen Wohnung außerhalb der Stadt, einem häftlichen, aber sonnigen und gesunden Beubau. der gar nicht zu ihm zu pai schien. Das Gespräch kam anf Brahms. Kalbeck hatte dem Dichter geschrieben, Brahms habe noch in

grober Reklame höchstens 350 Personen, darunter noch viele Neugierige. Die Versammlung fanb am Kriegerdenkmal statt, wo Landtagsabgeord­neter Kaul gegen die Reaktion und besonders gegen den jungdeutschen Orden und den Schuh- und Wirtschaftsbund sprach. Dann marschierte der Zug nach der Burg, von da nach der Bismarck- stratze. Hier hielt noch Herr Schaub- Büdes- egen die Teuerung der Veranstaltung verlief in

Aus dem Reiche.

Die wirtschaftliche Gliederung des Reiche».

Berlin, 6. Sept. (WB.) Bach einer Mel­dung des .Loellarzeigers" v-.r^ffent ichen die Münchener Zeitungen einen vom Verfas- sungsausschuft des Reichswirt­schaftsrates ausgearbeiteten Plan z^r wirtschaftlichen Gliederung des Reiches, um an ihn die Bemerking zu knüpfen, das er die Teilung Bayern in Bord- und Süd­bayern vvrsehe, und somit Bayern mit der Los- tremnmg Frankens bedrohe. Sanelf die Oeffent- lichkett der seit langem bekannten Angelegenhett nicht eine durchaus unzutreffende Bedeutung bet» legt, wird mitgeteitt. daft es sich um die Arbeit des Te f i ssurg Zaueschusses des B i tzswtttschaf s- rates handell, an der nicht nur der frühere so­zialistische Abcevrdnete Cohen-Beust, sondern aud) ein Mitglied des Reichswirtschaftsrates, Ober­bürgermeister Mitzlaff, welcher der Deutschen Dolkspartei angehort, als Referent beteiligt war. Der Plan betrifft die Einteilung des Reiches in Dezirkswirtschaftsräte und gehört mit zu den vorbereitenden Arbeiten für eine endgültige Or­ganisation des Beichswirtschaftsrates und hat lediglich eine wirtschaftliche und nicht die ge­ringste polttische Bedeutung. Es ist eine ungeheure Verdrehung 5er Tatsachen, wenn man diesen Plan »als Beweis für einen 5eabfuf)tigten Eingriff tn die polttische Gliederung des Reiches hmstellen will.

Harden und die ReichSreqierung.

Berlin, 6. (Sept (Wolff.) Wie verlautet, steht Sie Beichsregierung her Reise Hardens nach Amerika ganz fern.