Ins dem besetzten Gebiet.
Lasenlklibautell im besetzten Gebiet.
ftfc. Bingen, 5. Juni. Unmittelbar am Mein, tem Stadtbild duockiaus nicht zur Ver- fdjöncrung geceidjenb, wird gegenwärtig eine Kaserne für bte französische Besamung gebaut.
fpd. ff ö n i g ft e i h 5. Stunt Tie Sladwer- waltung bat mit dem Bau einer Ka'erne für bte hiesige französische Garnison begonnen. Glrick>- zeitig wurde bv? Erbauung von 11 Zweisamttten- Däusern für Offiziere unb einer Villa für den französischen Ortste mnumbanten in Angriff gc* nonrmen.
Verbot des „Düsseldorfer Tageblatts".
Düsseldorf, 4. Juni. (WTB) Aus Befehl des kommandierenden Generals des Düsseldorfer Brückenkopfes ist das Erscheinen des „Düsseldorfer Tageblattes" aus vier Tage verboten. Der Eliefredakteur Franz Weber wurde zu vier Tagen Gefängnis und tausend Mark Geldstrafe ver- -urteilt. Er wurde beschuldigt, er habe in sein Blatt Aufsätze ausgenommen, die verdächtige und feindselige Absichten gegen die Besatzungstruppen erkennen ließen, und habe lügenhafte und verleumderische Angriffe gegen die Besatzurrgstruppen gerichtet, die angetan seien, der Sicherheit der Truppen Abbruch zu tun.
Aus -tadt und Land.
Gießen, den 7. Juni 1921.
Kinder in Rot!
Trvß AuslairdsspenLen und Quäker- speisurrg steht die Not immer noch in den Augen der Kinder zu lesen, erschütternd im Hittblick auf die Zukunft des deutschen Volkes.
Dem Laien erscheint es oft, als würde hier übertrieben. Der Sachverständige, der Sck-ularzt, aber kann Beispiele und Zahlen 'angeben, die jeden Zweifel zerstreuen. Bis Mi 50 und 60 Prozent sind in vielen Schulen die Kinder ärztlich als unterernährt be- Keichrrct. All das, was in früheren Jahren von den Großstädten bekanntgegeben wurde, und vor dem man sich in den mehr ländlichen Bezirken sicher glaubte, hat nun auch hier um sich gegriffen. So meldet der .Kreis Dieburg 1200 schwer unterernährte Kinder, Offenbach 2000, Darmstadt 1300, Friedberg über 1000. Diese Zahlen umfassen ♦nur die Kinder, die tatsächlich für ihr Leben in ihrer Gesundheit geschädigt sind, wenn nicht durch woclfenlange gründliche Erholung, d. h. ausreichende gute Ernährung, rasch geholfen werden kann.
Es ist erstaunlich, wie viele Menschen an diesen bereits offensichtlichen Zuständen blind vorübergehen. Für denjenigen aber, der die 'Verlstiltnisse kennt, liegt die Frage nahe, was «soll werden, wenn noch länger mit gründlicher Hilfe gewartet wird? Jeder Fürsorge- Verein sammelt zwar in den eigenen Kreisen und tut, was er tann. Aber diese Einzelsammlungen bedeuten nur einen Tropfen auf den heißen Stein. Eine Volkssammlung allein, wie die „Hessische Kinderhilfe" sie sein null, kann so große Mittel beibringen, daß jedem Kind, einerlei aus welchem Stand, aus welcher Schule, geholfen werden kann.
Darum gebt, gebt rasch und reichlich, solange es heißt:
„Kinder in Not."
Wie der Beigeordnete Delp in der Sitzung der Hessischen Kritderlftlfe in Darmstadt mitteilte, hauen die sämtlichen Arbeiterorganisationen in Darmstadt beschlossen, für die Kinderhilfswock>c, die vom 19. vis 26. Juni stattfindet, mindestens einen Stundenlol/n für den edlen Zweck zu opfern.
Sind die freien Gewerkschaften religiös neutral?
Au8 einer Nachbarstadt erhalten wir folgende Zuschrift:
Man 'frört daS wenigstens immer belzaupten. 333te cS ui Wirklichkeit damit ausfielit, ist von den christlichen Gewerkschaften fdpn oft klargestrllt worden, beten „Zentralblatt" erneut einen BeweiS von der eigenartigen religiösen Neu- tra 111 ä t der freien Geiverksä-asten liefert, indem eS ein Rimdschreiben der Verwaltungsstelle Lüdenscheid des Deutschen Metall- arbeiterverbandeö bringt, worin diese Organisation ihre geroerffckxfftliche Stellimg mißbraucht«' um neben geschäftlichen Mitteilungen Propaganda für die religionslose Schule nu machen. <
Es teifft in dem an Vertrauensleute und Betriebsratsmitglieder versandten Rundschreiben:
In ter tüilage zwei Dckcine für die Abmeldm'g der Kinder au^ dem Reftffons- inrterricht. Tie freie Schulgesellschaft null hiermit die Vorarbeiten für Eni.lüung der weltlidxm schule bcgmnen. In wideren Orten sind hiermit gute Erfolge erzielt worden. ES Nn'rd sich hc-M>alb empfehlen, wenn die Kollegen mit den anderen Arbeitern Tneriibcr reden und bv? auSgesüllteu Formulare an unS abtiefem, damit stur diese an die 6dWfcind)aft weiter nit en können. Am unserem Bureau sind weitere Exemplare bei Bs- bari m Empfang ju nehmen. W'.r vcrioeisen ganz besonders baranf, da st die rocitti.lv Schule ntrfU Gegner der Religion it (???), sondern dafür ein- tritt, daß in der Schule das gelernt nnrb, roa-J bic* Kinder für das spätere Leien uiibvbingt bcnb;t]en Wir hasten, lovic! guSgefüllte Formulare zurück zu bekommen, bat) eni gan-^ Silmlsystem emge- naxict werden kann. Nachdem die Formulare gesammelt sind, wird mit den Andämxm der n>ett- lichen Schule mS<Üickst Ixitb <lic Veriammlung abgcbnlien, um alle roeitrrm Wege ,u bcfmcd-cn Tue deshalb jeder seine Pflicht."
KZettervorausiage für Mittwoch
Heiter und trocken, lentpcraha wenig geändert. östliche Winde.
Wir stellen ganz unter bem Einfluß des Hochdruckgebietes, das mit seinem fTern über der Nordsee liegt und fid> langsam südönlick bewegt ^ilr
die nächsten Tage ist mit rindertet WitterMg »u rechnen.
Weitere Unwetternachrichttn.
In Nauborn b'i Metzlar wurde während des S-nmtagsgewitters die Scheune bti Bergmanns und Landwirts Frückrrch .stlöS durch einen Blitzstrahl in Brand gesteckt. Auch bt: Rack)bar- scheune des Witt-elm Wenzel brannte nieder. Tv in beiden Säjcuem lagernden Vorräte ,rib ver- nick-tet, das Bich konme gerettet werden. Tas Feuer konnte bald abgetönt werden, so day die Wetzlarer Feuerwehr nicht mehr emzugreifen brauchte.
In Friedberg entwurzelte das Gewißer rerschtedene Bäume. Tie alte Linde am Kapellchen an der Seewtefe ist geborsten. Im Stadttri. Fauerbach, wo gerade ein Iiadfahrfest stattsand wurde das Festzrit "'metergen fcn. Das Waffer drang in Wohnungen unb Stallungen ein, so daß das Bich vielfach nur mit Hüte der Feuerwehr gerettet Iverden konnte. Gleiches imrb aus Petterweil gemeldet. In Ockstadt wurden viele Dächer zum Teü abgebeeft, ft Okarben schlug der Blitz in ein Haus, das abbnannte. Ter Schaden an den Feldern ist weniger stark: man hofft, daß sich der Roggen wieder autrihten wird.
In La ubach fuhr ein BlitzstraÄ in die Scheuer ty5 Landwirts Heinrich Jäger II. (In der Lippe). Weiterer Sachschaden wurde nicht angerichtet.
Fünfmal fd)hig der Nitz in Ruppertenrod ein. Ein kalter Schlag traf eine Sch-uer, lief an einem Waschseü ins WolmhauS, richtete jedoch feinen Sck-aden an. Ein anderer Strahl ging in eine Telephonleitung. Zweimal sprang der Blitz auf Telcgraphenstangen, einmal auf die Lei- tungdfoange der elektrischen Lichtanlage. Hagel fiel nur vevrin-zrit.
Ein Sä-adenfauer brach infolge Blitzschlags ün Orte Koh 1 haus bei Fulda aus. Eine große mit landwirtschaftlichen Maschinen gefüllte Halle brannte nieder.
In Born heim traf der Blitz eine Frau und lähmte sie. In Sachsenhausen wurde der Führer eines Straßenbahnwagens durch einen Blitzstrahl betäubt und gelähmt.
Starker Hagelschlag -eitriiNnnerte in Dillenburg alle Fenster der Mistbeete in der Gärt ncrcien. Neben einem Kartoffelacker fand man die Leiche eines jungen Mannes. Ob ein Totschlag vorliegt, oder ob er durch einen Blitz getroffen wurde, konnte noch nicht feitgeftdü werden.
Hagel und Wolkenbrüche richteten in Groß- B i e be rau (Starkenburg) großes Unheil an. Bi t Bish ist ertrunken. In Hetschbach ter Höchst im Odenwald' stand nach einem Wolkenbruch daS Wasser 40—50 Zentimeter hoch in den Strafen. Korn und Weizen wurden auf den Feldern größtenteils vernichtet.
Die Stadt Pueblo (Colorado) wurde im Laufe der letzten acht Stunden abermals vom Flusse überschwemmt. Tie Zahl der Ertrunkenen übersteigt 250. Mehrere Personen haben durch den Schrecken den Verstand verloren.
Ter letzte Sonnabend war in Ser(tn mtt einem absoluten Temperaturmaximum von 34,4 Grad Celsius imd einer mittleren Tagestemperatur vno 28,5 Grad einer der bei feiten Sage, bte die Berliner WetteEonik verfilmet. Ter Sonntag erreichte ein Maxrmum von 32,3 Grad Celsius. In den gestrigen Nachmittagssttinden trat Wolten- bildung und Abkühlung ein. Tue absolut höctiste Temperatur in Berlin wurde Juli 1781 und 181t) mit 37,5 Grad Celsius registriert: die beiden heißesten Berliner Julitage überftrgen in der mittleren Temperatur aber auch nicht 29 Grad. Eine mitt* Icre Tagestempenatur von 28 'Grad Celsius ist von 1868 bis 1900 in Berlrn überhaupt nicht zu verzeickünen gewesen. Bor drei'Jahreii. am 4. Ium 1918 spurten in der Umgebung von Berlin Naclst- fröste bis zu minus 3 Grad gemessen.
Berlin, 6. Jura. (Wolff./ Ter Brrkchr rn den Freibädern im Grünewald, Tegelersee, Grünau nnd anderen Plätzen war gestern ganz besonders stark. Im Freibad Wannsce schützte man die Aalst der Besucher bereits frÜlMorgens aus etwa 12 00 0, am Nachmittag aus 30600. Insgesamt sind bisher 12 gestern in den Gewässern bei Berlin Ertrunkcne geborgen.
*♦ Am tliche Personalnachrich- t e n. In den Ruhestand versetzt wurde am 30. Mai der Gerichtsvollzieher Otto Heßler in Gießen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit. — Die Stelle eines Gerichtsvollziehers mit dem Amtssitze in Gießen ist daher neu zu besetzen. Scroerbimgen sind bis zum 15. Juni bei dem Ministerium der Justiz einzureichen.
** Das Ultimatum als Reicksge- s e tz. Tos Ultimatum der Verbands möchte wrd letzt im Reichsgesetzblatt "berönent ibt Es rotro darin als Erffäning der Regierungen von Belgien, Frankreich, ®Dof>britannvm, Italien und Japan bezeichnet, wie sie am 5. Mai in englischer Sprache und am 8. Mai 1921 in fnmzö ischer Sprache der deutschen Regierung übergeben worden ist. Beigefügt ist 'eine nicht maßgebende Uebersetzung.
** Studienfahrt deutsch-öster- reichischerStudenten. Der Aufruf, den der Studenten-AnSsck)uß vor wenigen Tagen im „Gießener Ai^eiger" erließ, Ende Juli 25 deutsch österreichisck>en Studenten auf zwei Tage freie Unterkunft und Verpflegung zu gewähren, hat leider nickt zu dem gewünsch ten Ergebnis geführt. BtS jetzt sind erst acht Quartiere zur Verfügung gestellt worden. Der Ausschuß richtet deshalb an die Gießener Bürgerschaft nochmals die dringende Bitte, den schönen Plan der Oesterreicher nicht scheitern zu lassen. DaS Opfer ist gewiß nickst tfron. Bereiterklärungen wolle man an den , Asta", UniversitLtsgebäude, richten.
* Ermäßigung der Obsttarifc. Auf tne wieher ho’, ten Eingaben und Anträge der Land-- roirtfdxift<fa]nmer zur ® r m ä ft i gu n g der £ b st f rächte n hot bte ständige Tanffomminüon i.umnebr beim Rei-hSvertest-srn i nisteri u rn bctni- tragt, für bte Güter der emfoßigrm Eckgutttasse, su denen frische« Stern- und Kernobst gehört, den Zufckftag von 50 Prozent zum roirflüfen Qtanubt fallen ju lassen und gebrauchte Parinntel wieder wie früher zum halben wirklichen Gewicht zu be- fördern.
Der Verkaufspreis von Milch ist in Roßdorf (Starkenburg'» auf 2.40 Mk. | für den Liter festgesetzt.
** Der beutiae Wochenmarkt war wieder reirfjlid) mit Gemüse aller Art befahren. Auch Landbutter war wieder zu haben; das Pfund Lostet immer noch 24 bis 26 Mark. Für Eier wurden 1,45 bis 1,50 Mark bezahlt. Besondere Erwähnung verdienen größere Kirsche n z u s u h re n aus Oder-Roßbach; das Pfund wurde zu 4 Mark verkauft.
** Die Vorschri f ten der Meldeordnung werden vielfach nicht beachtet. DaS Polizciamt bringt deshalb die in Betrackck temmen- den Veslinrm ungen in Erinnerung. Die Polizei- beamten sind angewiesen, die meldepflichtigen Veränderungen streng zu überwachen und etwaige Verfehlungen gegen die Meldeovrsä^risten zur Anzeige zu bringen. An- und Abmeldungen bei Zu-, Um- und Wegzug sindzu erstatten im I. (III.) Poli^eire vier beim Mel deam t (Weiden- gaffe 5 Zimmer 7); II. Polizeirevier bei der Mcldestcllc des Reviers (Lte'.ngstr. 18): Meldeamt u n d M el beste Ile sinv während der Sommermonate für ba 5 Publikum geöffnet von 8—127s Uhr vormittags und von 2V,—5 Ulyr nachmittags: Samstags von 8—1 Uhr vormittags
** Errichtung von Beamten- seminaren. Der NassauischeStädte- ta g, der am Freitag unb SamStaa in Bad EmS feine diesjährige Hauptversammlung abhielt, beschloß die Errichtung von sechs Beamtenseminaren, in denen den Beamten der Kommunalverwaltungen in einem einjährigen Lehrgänge die Befähigung zur Ablegung einer Prüfung für Gruppe VI der staatlichen Besoldungsordnung vermittelt werden soll. Ein zweiter einjähriger Lehr- gang soll die Befähigung für die Gruppe VII erwirken. Als Semrnarorte tvurden bestimmt: Höck-st a. M., Biebrich, Oberlahnstein, Limburg, Dillenburg und Bad Homburg
** Der Schrecken der Fremdenlegion. Zur Warnung aller jungen Leute, die aus abenteuerlicher Lust »ur Fremdenlegion gehen wollen, diene folgendes S-cknmben, das der sohn eines Frankfurters an seine Schwester richtete. Cs lautete: Endlich komme ich dazu. Dir einmal zu schreiben. Ich war 3 Monate an der syrischen Front, jetzt bin ich krank im Hospital. An die Zeit in der Front werde ich mein Leben lang denken. Komme ich wieder zurück zur Kompagnie, so werde ich wahrsck>einlich wahnsinnig, denn jeden Tag die großen Märsche und die Geiechte mit den Beduinen, das halte ich nicht mehr aus. 11 Mann von uns sind wegen Defertation erschossen unb mehrere zu 5 bis 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Also mit einem Wort: Es ist die Hölle auf Erden. Der Brief betätigt, was die amtlichen deutschen Stellen und andere jungen Leute über ihre Erlebnisse in der Fremdenlegion mitgeteilt haben. Die Fremdenlegion in ihrer heutigen Gestalt ist eine Kulturschande.
Vornotizen.
— TageStalcnder für Dienstag: Lichtspicllxms, „Figaros Hochzeit". — Lichtspiele. Seltersweg, „Tas Tal der Vergeltung" und „Das Meisterwerk.
-7 Der VereinigteMännerchorHar- rnonie-Gemütlichkcit gibt im Anzeigenteil b?tannt, daß die Probe für den Massenchor morgen abend im Caf6 Leib stattfindet.
Landkreis Gießen.
g. Dau bringen, 6. Ium. In mer Bat, co trotz Ablieferung der Waff-en em Tcil 'unserer Jugend leidjtiunng in Feld und Wald sich mit Schiefen vergnügt, dürste wlgender bedauerlicher Vorfall zur ernsten Warnimg dienen. In voriger Wvclv schoß ein 16jübriger Arbeiter von Inet im Garten und traf seinen im Hvs stehenden 15iübrigen Bruder, der infolge Herzsckmsses nach fünf Minuten eine Leiche roar.
= L i ch, 5. Juni. Die Licher Spar- und Dariehns lasse hielt gestern im Hotel zum Löwen ihre mich aus der Umgebung gut besuchte Gene ral ixrfa mmlung ab. Aus dem Gesäiästsbe richt des Direktors öcllcr war zu entnehmen, daß die Kasse ein gutes QHdjäftSiabr hinter sich hat. Um* gesetzt wurden rund 4 Mill. Mark, der Reingewinn beträgt rund 9000 Mk. Bei der VorftanoSwnhl wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder PH. Otz- wald unb Fr. Fisch.-r roiober gewählt. Die Wahl der auSresclnedmen 9üiffidi-td rate-mi tgtieber brachte die Wiederwahl von W.lh. Zimmer und die Neuwahl von PH. Hofmann (Älbach).
Kreis AlSfeW.
np. E r m e n r 0 d, 6. Jimi. Das „Z e i l w a l d- f e st" nahm gestern nachmittag cinen würdigen Verlauf. Ter Be,uck litt etwas unter dem wri,cfbaficn Wetter. Ter bewährte Leider des Festes, Pfarrer Georgi, trarufttc die Festversammlung. Die Hauptrede hielt Professor Sckian (Gießen) über: Was der Tag von Worms bedeutet für jene und unsere Zeit. Die markigen Worte waren gegründet in den vier Forderungen: Deutsches Volk, vergiß drine Geschichte nicht, vergiß deine Seele nicht, txn> gib das Evangelium nidjt und glaub' an den ©teg deS Evangeliums Ter znxnte Redner. Pfarrer Glock (Stumpertenrod) brachte in zündenden, kurzen Worten den inneren Zusammenhang zwischen dem Bauen:fest in Bobenhausen und dem Lükberieit im Zrilwalde jum Vortrag Die Vorträge der gemischten Chöre von Elpenrod. Ermenrod, Kestrich und Stumpertenrod, die Schülergriänge und die Posaunenncusik gaben einen fthönen Rahmen zu bem recyt gelungenen Feste.
Kreis Lauterbach.
rr. Schlitz, 6. Juur. Für Errichtung ermc Kriegergedächtnis st ätte mir unserem FmÄhos stri-en jetzt etwa 10000 Mk. yir Verfügung. Tic Fnian-kominr sunt hat nunmehr den Beschluß gefaßt, nochmals eine Sammlung in ber Bürgerschaft vorzunchmat, um dann forort tur Ausführung des Plans zu fdroriten, den Geb. Hofrat Walbe-Tarmstvdt cntwonen bat Stehen danach noch genügend Mittel zur VeriÜMmg, so sotten mi den Emporen der uralten, ebenfalls axi dem Friedhof gelegenen Toten kirrte, bte Namen unserer (tiefalhmen, betet Geburtstag, Berus. Sterbetag in künstleri cher Tarstettung von einem Kirchenmaler angebracht werden: btnn würde das Gotteshaus in ganz be-onberer Weise den Namen „Totenkirche" verdienen.
Smrkenbtirg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt. 6. Jtnri. Bikderdiebe baten in der hi. sig n >"u n st h a l 1 e ans der Au§- ftrilung des Trriftaotrinmbes zwei Temperabilder von Cl. Boutzrr in Frankfurt im Werte von zusammen etwa 700 Mk. grftoMm.
rm. Darms. 6. Qimt Ein Großfeuer ist am Sonntagmittag in Den Heyls chen Leder- werken auSaebrochen. ES wurden arofe Vorräte gemahlener Gerbrinden, deren Selbstentzündung den Brand venrrsackste, vernicktet. Durch energisches
Eingreifen der Feuerwehr, unterstützt durch bte prrerroillige Feuerwehr Worm-i- sowie die Wehr der Firma Dörr und Reinhardt, komtte daS Feuer auf Ieinen Herd beschränkt werden.
Hessen-Nassau.
spb. Frankfurt a. TL, 6 Jmn. Ter hiesigen säanrmdftdle wurde eine Ladung K 0 g - nak im Werte von einer Million Mark *ugeführt Ter Koanak sollte auS dem 5aarge* tnct nach Lin; am Rhci l verschoben werden, wurde aber im rechten Augenblick durch deutsche Boavite beschlagnahmt.
fpd. F r a n k f u r t a. M., 6. Junt. Jn ent.*i der letzten Nächte wurde in der Fahrgasse der 22fübrige Metzger August Kock von zwei lrZter nickt ermittelten Männern niedergeschlagen und burd) mehrere Bauch sticke verletzt. An dem Aufkommen des jungen Mannes wird gezweifelt.
fpd. Franksurt a. tTZ., 6. Jmn lüt städtische ® t a t, her bisher , r :en Fehlbrirao. von 14 Millionen Mark vor ah, i.t burd) umfangreiche Stvrickmngen iuS Gleichgewicht gebracht worden. Er schließt also ohne Fehlbetrag ab — vorläufig.
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•• Kurze Nachrichten aus Hessen unddenNachbarstaaten. In Klein-Lin* den veranstaltet die Ortsgruppe deS ReickisbundeS der Smcfetefdäbigicn morgen abend für alle - ne hmer, -hinterbliLvene unb »befdxibigte einen Dortrag über Siedelungswefen itnb Siede- lungSgcsetz. — In Lauterbach v.-rkauft die Frei herrlich Ri.dcselschc Lraucrei jc^t etn l-'prozen- tisches Starkbier, das in der Qualität dem Siete der Vorkriegszeit ebenbürtig ist. —
Gerichtsfaal.
DaS Schöffengericht erkennt auf ZnchtbanS.
mc. F r an k f u r t a. M., "5. Ium. Bekanntlich sind die Befugnisse der Schössen- gerichte in der neuen Gesetzgebung bedeutend erweitert worden. Heute er Bannte das FranksurTer Schöffengericht $um ersten Male aus eine Zuchthausstrafe, welche rin geroi fer En i Bischoff ans Heidelberg eöhielt, der IicrrttS erheblich vo» bestraft, wegen EmbinckS in einen Hülm erstatt mit IV» Jahren ZuchtliauS und 5 Jahren Eln> verlust bcitraft wurde.
Ter gepfefferte Eicrpfannkucheu.
0 Marb >urg, 6. Juni. Stuf einer Wanderfahrt begriffen, kehrte am 10. Achril dS. ZS. tier O berhe sf 1 sche Geb l rg sve r e,n in Störte von rund 40 Personen im DorfwrrtSl)aus in Rodenhausen im ft reife Marburg ein und hielt dort Mittagsvast. Auf itotbergega-gme Bestell unq lwi gab eS Erbsensuppe, KardofselsaLat nebst einem Stückchen Brot unb Cierpfannku.chen, Nachher tarn das dicke Ende in Gestalt einer Rechnung von 640 Mk., das m»ack)te pro Person 16 ML Die Wanderei- macksten etfknmte Gesichter unb ihren Bemühungen gelang es auch, die zu Mrijtente Summe auf 500 ML herunter yu drücken, so daß nur 11,20 Mk. pro Person bezcchlt -u werden brauchten. Deute crfriiirn ter Wirt vor dem W u ch e r g e r i ch t, das ihm Preistreiberei vorwarf. Er gab an, eigentlich noch Viel yu billig gewesen wu fern, berat er habe außer ten 203 Evm zu den Psannkiickxn auch noch sämtliche Zutaten, Butter, Atargarine. Pfeffer und Salz uiro. w fammenfcufen möffen, einen Zentner Saatlia» toffeln für 63 Mr. verbraucht intb viele Wege machen müssen. Ihm »vurte bedeutet, daß wopl feine fünf Eier auf den Kopf aenonunen worden seien, das käme nirgends vor. Dcr Inhaber eines hiesigen StudentenausstugsorteS, bet als Sachverständiger vernommen wurde, berechnete ten Wert tes Essens bei v«r Eiern die Perfion enf 11,20 Mk. an DorsrorrtShaus fiden m ^ncherlei Unkosten fort, weshalb es dort iwch billiger ter» zustetten sei. Das Gericht erkannte auf 1000 ML Gelbsiras^ Herausgabe von 52 Mk. lieber gewinn unb Beroffentlichmig des Gerichts pncchS ausftvsten des Beklagten in der Marburger Presse.
tt:. Frankfurt a M., 6. Ium. Ein bei« LS votbeslrafter Emil Ude famb heute vor ter Striri- famroer. Er hatte die Dreistigkeit, ein imt Was- fer gefülltes Faß als Benzol zu verkaufen. ^etne Frechheit imiß er atü einem Jahr Gefängnis büßen.
Berlin, 6. J-uni LiebeSwahstsinh. Eine tragikomische Li tesaesckstchte kam am Samfr tag vor dem Schässeng-richt B-riin-Milte zur Verhandlung. Fri. v. S., die Tochter eines sehr rcidietr russischen Fabrikanten, verfolgtr seit längerer Zett einen hiesigen Schauspieler mit ihren Liebeswrr-. btotgen. Sie hatte sich früher, obwohl er veHeiratet toar, in ihn derartig stark verliebt, daß fte ihre Stellung geopfert fru und sich mit ihm auf Reffen begab. Später roar der Künstler ihrer überdrüssig geworden und hatte daS Verhältnis gelöst. Fri. 0. S. aber wollte nicht von ihm lassen: sie reifte ihm nach, wenn er außerhalb ein Engaaement angenommen hatte, schrieb wiederholt an seine Frau und bedrohte ihn schließlich mit dem Tode. Zu einer ganz b sonders wüsten &jcne kam eS laut „lag" eines Abends im Thalia-Theater, wo ter Schau- spiel er in enter größeren Rotte auf trat Die Angeklagte hatte sich 1300 Eintrittskarten getauft und sie an Bekannte und allerlei sonstige Personen verteilt mit bem Auftrage, einen Heidcnlär m zu maäfen, ivcnn ter Abtrünnige aufträte. Sie selbst wohnte der Vorstellung in einer Loge bei. und als ter erwartete Lärm au£- Niete erlpbjie sich, r galierte den Slauspieler mit drastischen Ähimpswonen und warf naa> thm^, der einen funkelnagelneuen Frack an l-atte. die berühmten faule n Eier DaS roar dem also Begrüßten beim doch su tarnt, er stellte Strafantrag, und Fri. v. S. hatte sich vor dem Sck>öifeng<richt zu verantworten. Auf Antrag de- Justizratr Dr Wert- bauer unb R-»A- Dr. Pröll roar 'Dtedizinolvat Dr. Stürmer fjiniugerogen; er erklärte, daß die Dame ein berartiger LiebeSroahn sinn beberrftte daß sie für ihre Tat nicht verantroortlich seff Infolgedessen erfolgte die Freisprechung ter Angeklagten, die hoffentlich tuui kuriert ist.
vermischtes.
Moffenstlbstmosd in Sowjet-RnKland.
London, 6. Jmn. (Wolff./ Laut „Dmltz Triegvaph" meldet die botschewff'crschc Pr^/e ten Masfenselbstmord eines großen Dorfes iir Gouvernement Tambow. Möhr -ilS 300 Männer, Frauen und ffinter Vera mm el ten fick in einem Badehause, das zu genagelt wurde Hieraus steckten sie daS Haus tn Bvand intb Hamen in ten Flammen imt


