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Erstes Blatt __ (7(. Zayrgcmg Dienstag, I. )unt 1921

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Drutf unö Verlag: vrktzi'sche Utzi».v>ch- unb 5tei«dr»ckerel R. Lange. Schristletting, Gcschaftrftelle and Druckerei: Zchalftraße 7.

Neuordnung der Angestellten- verficherung.

Seit einiger Zeit hat in der Tages- und Fachkreise eine lebhafte Erörterung darüber eingesetzt, ob eine Erweiterung der An- gesteNtenversicherungspflicht, die von der Reichsregierung geplant sei, wünschenswert erscheine Es wurden zum Teil hohe Ein- fommenvffern genannt, bis zu denen die Bersscherungspslickit der Angestellten aus- gedehnt werden soll, und es entspann sich im Anschluß daran ein Gedankenaustausch über die Zweckmäßigkeit dieses Vorhabens

Es erscheint notwendig, die Diskussion auf den Boden der Tatsachen zurückzufüh­ren und festzustellen, daß die Beratungen über diesen Gegenstand soeben zum Abschluß gelangt sind. In diesen T<rgett ist von der Regierung eine Novelle zum B"rsicherungs- geseh für Anaestel^te an den Reichsrat ge­langt. Darin sind einige besonders dringliche Fragen der Angestelltettversicherung ge­regelt worden. Eine grundlegende Umgestal- hmg der Angestelltenversichcruttg liegt da­gegen mcht vor. Im wesentlichen sind es einige (Gesetzesbestimmungen, die ' im Hin­blick auf die fortsckrreitende Geldentwertung einer Aenderung bedürfen.

So wird es vor allem von den Ver­sicherten b-grübt werden, daß die Leistun­gen der Augestelltenversicherung gegenüber dem bisherigen Zustand wesentlich erhöht werden sollen, und daß gleichzeitig ein Grundbetrag vorgesehen ist, unter den die Renten nicht heruntergehen dürfen. Eine ge­wisse Erhöhung der Beiträge ist allerdings damit verbunden. Diese Erhöhung hält sich jedoch in mäßigen Grenzen. Die Beiträge, die fe zur Hälfte vom Arbeitgeber und Angestellten aufzubringen sind, gehen in der höchsten Gehaltsklasse nicht über 98 40 Mark monatlich hinaus. Die V'wsicherungs- pslicht ist nach der Novelle bis zu einem Jahreseinkommen von 28 000 Mk. ausge­dehnt worden. Die Grunde für diese Maß­nahme liegen auf der Hand. Es ist bekannt, daß die bisherige Grenze von 15 000 Mk. längst nicht mehr den infolge der Geldent­wertung gestiegenen Gehältern entsorach. so doß die Angestellten, für die im Jahre 1913 die Angestelltenversicherung geschaffen wor­den ist, vielfach gar nicht mehr als Pflichtver­sicherte an ihr teilnebmen konnten. Von großer Bedeutung ist, daß die Novelle ein neues Beitragsverfahren durch Kleben von Marken an Stelle der bisherigen Zahlunas- weise vorsieht. Es unterliegt feinem Zweifel, daß di"les Klebefpstem die Verwaltungskosten der ReichsversicherungSanstalt sehr beträcht­lich herabdrücken wird, da künftig die um­ständliche Konten sühmng überflüssig werden wird. Auch für die beitragsentrichtenden Be­teiligten, also Arbeitnehmer und Arbeit­geber, wird das neue System bequemer sein.

Die Doff(f)offerfonfercn3 zur Dicfelmotorcnfrage.

Berlin, 6. Juni. Dolfs.) Zur Diesel- motorenfrage ü(*manbte die Brstickafterkonferenz am 4. Juni der deutschen Botschaft in Varis daö folgende vom Ministerpräsidenten B r i a n b ge­zeichnete Schreiben oom l.Iuni:

Am 10 11 1920 b-ehne sich die Botschafter» touferenz der b-niffd-en Regierung mit $u teilen, daß die alliierten Mächte geneigt wären, den Stand­punkt t-mv.nrlymen, dan bteiatvicn U-B? o t-D te- sel rna sch inen. welch- am 31.3.1921 in der Industrie untergebracht wären, trnen onberen Be- schränktmgen uutermerfen fern sollten, als dieieni» q.Tt Toelche b*r Ai-ikel 189 des Venrages tx>n Ver­sailles Vorsicht Dabei behielt fick die Bslschafter- chrnfevenz andererseits das Recht vor. dahin zu ent­scheiden. das; die Maschinen, die zu dem a-rgemtbenen Zeitpunkt nicht unter den ob n bezeichneten Be- öngimgen Verwendung geftn'den haben sollten, unter 'JLrtifcI 192 des Vertrages fallen sollten.

Aus dem von dem Vorsitzenden der inter­alliierten Marine-Ueberwachungs- t o m m i s f i o n erstatteten Bericht ergibt sich, daß zu dem angeg-bnien Zeitpunkt, dem 31. 3., von den 335 Maschinen, bei denen die Sachlage geprüft wer den mußte, 50 in der Industrie Verwendung grnm- den haben Don btefrr A'rzabl waren vier unter Bedingungen verwendet, die die stornmisiion mtbt befriedigen konnten, andererseits waren 197 Ma­schinen im Umbau ober (rutbait begn nn und endlich erfuhren insgesamt 88 Maschrnen noch keinerlei Umbau. Tie Konserenz gewann bte Ansicht, daß die ihr erteil hm 2Iu5 fünfte den Dillen der Deulicben Regierung bekundeten, die Verpflichtungen zu er­füllen, die sie den Mächten ge.^miber unter dieien Bedingungen mrd in dem in ihrem schreiben vom 10. 1L ausgedrückten Bestreben übernommen har die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deuttchlands nicht zu beeinträchtigen. t

Die Konferenz hat folgende Ent,cherdmrgen ge­troffen, die ich in ihrem Namen Ihnen mitzutccken mich beehre: <

1. Die Konferenz gcivahtt der deutschen Re­gierung eine Verlängerung der für den zu

industriellen Zweckm erfolge'»den Umbau der noch nickt urng-bauten 11-Bo.st Die sei Maschinen gesetzten Frist bis zum 30. 9. 1921.

2 Aus dem am 30. 3. von der deutschen Marine-Friedenskommission an die interalliierte Marine - Uebtwachungskommission gerichteten Schreiben ybt hervor daß eine solche Fritt reickstich genügt, um den Umbau txyr,imrbmm. Jedenfalls tst dem Vorsitzenden der interalliieNen Marine- UebenparfnnH^fommtffion Über bni Stand des Fortgangs der Arbeiten zum 30. 9 ;u berichten.

3. Bei der Gcwälpimg dieses ZtuTestänbnifses bedingt fick die Kommission au«, daß die deutsche Regierung feine Mühe scheuen darf, die Umbau* arbeiten in dem festgesetzten Zeitrainn zn beenden.

4. Die umgebauten Maschinen sinb unter den von der nttrrellii-rlen Marineüberwachtmg«- kommission als befriedi'seitd erachteten Bedingungen einzubauen. Diese Bedinguisg findet naturgemäß auch auf die vier schon umg-banten Maschinen An- n»endung. welche unter den Bedrn<pm.ien eingebaut sind, die die interalliierte Kommission für unzu­reichend erachtet Hit.

5. Alle di j migen Teile der Maschinen, welche zu beseitigen sind, um den Umbau zu ermöglichen, sind als Kriegsmaterial an$iifrfrn. und als solche- müssen fie unter der Kontrolle der interalliierten Kommission zerstört werden

6. Die Koitfer-nz stellte andererseits fest, daß 84 Maschinen im Widerspruch mit den B'sd'mmun. gen des Vertrag« exportiert wurden. Sie behalt stch dieserhalb vor, der deutschen Delegation weitere Mitteillmgen zugeh-n zu lassen.

Die Konferenz drückt die Hoffnung aus. baß die beutsche Regi-rung aNeS in ihren Kräften Stehende tust wird, die Ausführung der Entschei- tnmgen zu erleichtern, deren liberaler Charakter nicht verkannt werden sollte.

Vie tagt ht Gderschlesien.

Eine deutsche Rote

gegen da« 12 stündige Ultimatum.

London. 6. Juni lWB.) Der deu'sche Bot­schafter Dr. St ha mer hat heute nachmittag im Auswärtigen Amt eine Note der deutschen Regierung überostcht. in der unter Hürveis auf bas zwölfstündige Ultimatum der in ter» aHiiierten Kommission in Oppeln worin die Kom­mission die Zurücknahme des S^lbstsckiutzes auf die Linie Kalinvw-Dollna-Lesckmitz-Salotvnia trrtangt, erklärt wirb, die kurze Befrisftrng des Ultimatums enthalte schon an sich eine im mögliche ftorbenrng Interalliierte Truppen seien tu dem zu räumenden Gebiet nicht vorhanivn. die ein Nachfolgen der Polen hinter dem zürückg^henden Selbstschutz ver­hindern kömrten. Die Bevölkerung deS. etwa ge­räumten Gebi''-S würde daher dem polnischen Ter­ror völlig preisgegeben.

Der biitfdK 21otfchaftm: führte zu der Note der interolliirrten Kommission aus, daß die Dro­hung, b*i Nickstbe^obrnng des kurzfristigen Ultiino- tums durch den Selbstschutz die bisb-r von den tu» t.malliierten Truppen gehaltenen Stäicke den In- f rraenteiT zu übrtaHien, nickst nur für die Bewohner Oh-rsckrlesiens. sondern für das gesamte deutsche Volk unerträglich fct. (5ine solche Maßnahme nvire ein schn'er r V-wstoß geizen den Fredensvntraa und würde di-Preitepakr der deutschenVerölkervugOber- schle'i»ms an die polnischen Inftir.ienten beb-uten. MitRückficht auf das bedeutznKeKiilturwertevernich^ teude Voroeben der volnifchen Infirrgenten fei es klar, daß die deutsche BevöG'riina sich nüfit loebrto« den Insurgenten rre:«arbeit ttnrbe Damit würde aber durch die von der nterafl-iinlen Ävminisswn anqebrobte Masmattme dir Entf^felimg eines all- nemn'x i Bürarrck r aeö unve'm^dlich sein Wenn auch Ire keutÄr Regier"na burchmis bereit sei. tne Regierungen der al'i.erben Mäckre bei der Diebwben'lellung der Qrdirung in Cben'(^cfien w unferitüren, o würd' eine dahin gerichtete Mit­arbeit b irr di ein Ulthrwtrm. nne es twn be- inter­alliierten Komnn'sion er<xHMen sei, sehr erschwert. Nack> Lage der Sache fei eS der deutschen Rnns. rung unmöglich, aut den Selbstsclsitz m iZb'T» scl^esien babm rvrrunnrfen, daß die denf che Be­völkerung wehrlos den polui'ck)en Ievuraentrn- banden preis-iegeben werde. Tie ober dici'dv* Be­völkerung Hw-? von dem Gin treten dm bri t dyn Trunven die Befreiung von dem polri chcm Terror erbortt. Devdc sie in dreier Erwartung getäuscht, so sei ein Verzwrilungsansbruch von weittragen­den Folgen unvermeidlich

Ter deutsche Selbstschutz in Oberfchlesten.

B e r l i n, 7. Innr Blattermeldungen zufolge erklärte der Komma» Bant der enan-dien Verstär- hnur?tnrvvcn m Dberkäeiten dem Führer des deutschen Selbrtsckirtzes. Genera! Höfer, da« er aussüsrrendes Organ der mteralli»erten Koiuini'- >'ion fei und er und .'wie Truvven keine eigenen Vollmachten batten. Er i'et ve°Dtlfchtet, dem ^ut- sch-m Selbstschutz vorläu'it sed-'s weitere Vor­dringen zu rmter'agen. Ein Gl--üfvs werde aier auch von den Iwvrgentsi verlangt. Falls letztere dem Beicht nid* nachkommen, würden über ifl dort, wo sie angreisen, engCf-dx Tny**cn einge»etzt werden.

Enteutebrützer unter sich.

Paris, 6. Iu:ri. f!8k>tff.) Die ..Ehicaqo Tribüne" meldet cnrs Ovpeln. die Feind­schaft ^mischen den Engländern unb Italienern auf der einen und den Fran- rosen auf der anderen Seite habe während der prrganqcnen Woche ständig zugenommen Die Ankunft des englischen Generals Hen- niker mache es nMg, daß die brityax Politik in Lberschtcsien das Uebergewicht er­lange, denn der englische General stehe höher im Range als Le Rvnd, der frsqMsche

Oberbefehlshaber In englisck)en. italienisckwn und neutralen Kreisen glaube man, daß, wenn die Engländer und Italiener mdyt die Politik der AbstimmungsKommissron maßgebend be* ernftußten, die FraiiMsen die Gfegcnoffen* live gegen dir polnischen Aufständischen tut* wirksam Machen würden, indem sie ihre eigenen Truppen zwischen die britischen unb polnischen Abteilungen f(hieben und so tat» säclüich Korfantn beschützen würden. Der Verickü schließt: Obwohl die Aussichten auf Erfolg sich beträchtlich vermindert haben, Da Kvrfcrnty nicht mehr in der Lage ist, seine Truppen zu bezahlen, erhalte er bennixb täglich Verstärkungen aus Polen. Äorfantn sei sehr guter Laune gewesen und habe offen über die guten Nachrichten gesprvck)en, die er ständig aus Paris erhalte. Er sei der Wirksamsteit der Hilfe fieber, die er von Frankreich erwarte Er erklärte ferner, er mache sich keine Sorge darum, was Lloyd George ettva tun würde

London, 6. Juni (WTB.) Chamberlain erklärte im Unterhalts, daß alle alliierten Truppen in Ober chlesien unter dem Befehl des französischen Oberbefehls­habers stellen, der seine Befehle von den alliierten Kommis aren in Oberschlesien durch die Militärabteiluirgen der .Kommission er­hält. Es wird daher vorausgesetzt, daß die Aktion der italienischen, britischen und fran- zosiscl>en Truppen in Oberschlesien in Ueber* einstimmung mit den Befehlen der Kvm- Mission erfolgen wird.

Besetzung be» Bahnhof- Kattowitz durch die Polen.

Kattowitz, 6. Juni (WTB.) Heute früh kam von Idatveiche ein Zug mit 200 Insurgenten, fugr direkt in den Bahnhof Kattowitz und besetzte ihn Gleich darauf kam ein weiterer Zug von Vogudschütz mit 100 Insurgenten, die zur Wache auf dem Bahnhof verteilt ipurden. Das Eisenbahn- direktionsaebände wurde nickst befctzt. Die Eisenbahndirektion wandte sich sofort an die interalliierte Kommission. Die Besetzung stehe im Wider sprach zu den Zusagen von gestern abend und heute nacht. Sowohl der fra!yäiifd)e Vertreter als der Eisenbahnkon- tvolleur unb Platzvomandant von Kattowitz, Oberst Ardisson, wurden noch gestern ver­ständigt, daß die Gefahr der Besetzunk, des Bahnhofs akut geworden sei. Beide Ossiziere gaben die bestimmte Zusicherung, daß ent» spreck-ende Maßnahmen getroffen worden seien, um dies zu verhinoern.

Oppeln, 6. Juni. cWTB.) Der heutige Tag boatfate neue Angriffsaktionen ix*r Außiänd'scken. In den iröck>lich-u Kreisen wurden me6rf<ufi polnische Verstöße zuruckgewiesen. Tie Dörfer Neudors. Prus-an und?lma'i-nbea wurden tw> t n-tiwdier Artillie'-ie stark besck-n'sen. Zaht»eip^ Häickcr wurde", durch Volltreffer zerstört. Bei Zemlvwi» beteiligte fich ein polnischer Panzerzug an den Kanipsbcnidlimgen. In den Gebi-'ten bei Landbberg unb SkrvnSViu erhielten die Ausstän- di'ck«' Venrä"lüngen. Es wurden starb: vstnnche A'»grifie aav? der Geaenb Kvavmtz (rmeibet. Be forderS ^r^ct her BahiüZ-ü Kmün^rn das Ziel pJtni>cher Vo-stö^e Angrik'Äxrsuche der Insur» oeuten auf Sliwentzitz nstß'cuwen Bn Birawa im Kirre Kvsek starke ^ruertätififrii Die deftigen Kntjrirte der Ankstünd^clien ht der 'hegend von Altvel iv-Tber xnrtf> drei PM»terzüge unterstützt Tie Arigriste mi J-wwm Ini SV reife Ratib r nmr>< hie Oderbrücke b~t Lavackcki durch v»lni''cbe erneut frftver besck^digt Auf dem Babnbo' Tarrowitz wurden, äfmfi'b roe in Scitv Witz und Dei:tl,ni, van den Aui'rükfrent lo Loko» mnröen ocffoWrn Im Greife Hindenburg fie'en,omett bisber b*fmnt. 23 deutscbqeirnnto Oben'din'icr dem rolnischen Aufftanke vmt Dt*r. Nacki bei N«brvbten «'s dem Zenttalrepier 'st bk Lage brr 3>«txrihv trostlos Tie ü^eicküslren iyiOv-i nxfldcn -ine AÖrtrrimq größeren UmfangS laimöalick) Wmn auch eöv»ck-r Hutten stier ge- nüre-ib? Sto'rfenmatQ'n verfügen, fo ist jedoch ta» fc/ae Robsv^mongelS in den näcbsteTi Tagen die Stillegung großer £«üttr*.n>etfe tzu erwarten.

DerStaat" Wlabiwostsk.

Paris, 6. Juni lWolff.) Nach einem Sabeltelegramm derChicago Tribüne" aus Wladiwostok ist Genera! Semenow, der früher einer von den Unrerbesehlshabern des «dmivols Kvltschak war, zum Herrscher des neuen Staates erklärt worden, der in Wladiwostok am 20. Mai auf gerichtet wurde, nachdem bk BolschewifteTcherrschaft beteiligt war.

Xu» dem Reiche.

Ter Kavipf um BismitcksGcdaustn unb Eriinetuvgcn^.

Nach einer Meldung derBoss. Ztg. aus Stuttgart wird der Cottasche Herlag gegen die Entscheidung des Berliner Sammer» gericküs über die Veiöffentlichung des dritten Bandes von Bismarcks ,/iteDanfen und Er­innerungen' Revision einlegen. Der Prozeß dürste das Reichsgericht beschäftigen.

Ta» Verfahren gegen Höl;.

Berlin, 6 Juni. Ter Irrn in brr X<er* Handlungen gegen Hölz tur dem B^iliucr Hondn> gerickü ist laut dem Acke.idial'endb ati auf Mon­tag den 13. Jun, ftflgtcu lojrbai. Hölz wird iicki wegen 60 ruydiirr vtvastatrn, tv er zur Zeit des Aufruhrs in trtbent ^ionb be-xnifliU bat, zu vevantwnten Ixlol Für bie tfiKml* limg, zu her 72 Zeugen unb vier Sachveril indige grlabai sind, find acht Tage Di Ausjlä- ge­nommen.

Ter Votsitzenbe der v K.P.D. zn Festuligsbast bmiricilt.

Der Vorsitzende der Vereinigten KommU^ mftifdym Partei DeutsckstandS, Heinrich Brandler, tmirde vom Berliner außerrudent* lichen Gericht au 5 Jahren Festung»- haft verurteilt. In dem Urteil heißt e»f daß durch die Aufrufe der Zentrale bei Partei in derRoten Fahne" und in Flugblättern eine gewaltsame Llenderung der Verfassung angebahnt inerten sollte Der Angek agte Vabc sich einer Aufforderung zum Hockwerrat in Verbindung mit dlusl-etzung schuldig gemacht Der Angeklagte habe jedoch nicht aiiv ehren­rühriger Gesinnung gehandelt, sondern sei überzeugt von den kommunistisck-cn Idealen.

Die Aussichten Des vaumwollhandelt.

Dir lesen in der amriita i,<1#n stvrresPen­denz F P. S.: Turri) eine stark Verringerung dec Baumn-oU-Aichmjlache für diese Sai an fudiat die amerikanischen Pflwizer zunäM du nrfi Kn Vorräte, die noch vom k&tai Jasti e her lagern, weil Europa nicht in der Page war, ftr zu faulen, zu verringern und zu vernnioen, batz

wieder ein solcher Uel<rschuß sich aniammelt. Tt-*e Verringerung der Anbauiläckr beträgt znn dien und Proz. in beit verschiedenen Süuitni unb sie ist letzten Endes die Folge des Pr.tlzmommen- bruchs im letzten Jahr, der den Baumwoklpreis inner die GeilohungS.losten heralgedrückt Ixitfe.

Ter Erwlg einer solchen Vcm.inmüifl der An­baufläche mutz erfl nod> adgeward t me.bcn (tinfb* weilen bietet sich dem Bauiumolkliandel der uuev- frortidx Aus^ick auf gnopc Lagei bei'täi de und andererseits auf den ena;i <1m B larbtiterftr.tt und die aUgerneme Langsamkeit, mit der btr ödt sich von den Nachwirkungen des stttegs erholt.

Bei dem obuorm niedrigen Stand ter Mitten mdjtameri ßaniidxu Wahrungen ist eS nidit zu Dernnmbmi, roetm in bkjer Saton (nninfie i< bi» bäte? die Erwarte gegenüber beiten her letzten Saison zu ruckgegangen sind. Tie AuSwbr be­trägt bis babw nur 4 070 000 Ballen, da- b.*- benwt einen Rückgang von 2b Pro- ObwM sie bi-3 zum Schluß der 3ai<xi natürlich noch ft inen nnrb, dürfte bie Eefamlaus ustr UO-TOCOl Dal en nickst üb eil leigen unb das waren runb 1 000 000 Ballen weniger als im letzten Jastr

Jedenfalls dürfte a'tx mit ei tern Verbrauch von nur 10 Mill. Ballen ameri ä"ischer Bnun- ipolle in diesem Jahne her mcb:t i.t£ Stand auf viele Ial/re hinaus erreicht worben fett. Einst- >,-eilen fefrt bie Tenbenz dalan, zugtei h mil einem wieder steigenden Wcltverbrauck) die Ernten 11 Ten -VMünigteii Staaten, Indien und Aegypleu nirbng ju halten.

Zum Stand der Baumwollfelder wirb be­richtet, daß zu Anfang April die Sai-on gegen­über dem letzten Jahre um 34 Docstrn voraus nar: bie barat cinfenenben bdlän^iflen R gensälle unb bas sehr kalte Detter haben diesen Vou'orung wber ausgehoben. Ter Rückgang bet Äuba^- riädy wird aut durchscstti Lich 3) Pno^ gescstjtzch das wäre nach dem unrti.ijen Zastenmateriul ein Rückgang von 3i 651 000 am ru ib 21 6 X) COU Acres. Tas dürfte ciw Ernte von nur 89000090 Skrflea für 1921/22 bedeuten Tost schätzen nur wenige den Rückgang io stark rtn; aber er wird f^r me.Kid) fein, zudem mich Der wesentlich gestrigere Verbrauch oda Tüngemitein mitwirken wird

Giotze Besorgnis erregt im Baurnwollstrndei der lleberfdwfi aus der letzstähri^en Ernte, Der in die nächstz Saison zu übernehmen (1; man schätzt ibn air die nicht bageroee c Menge von etwa 10000 000 Bal.'en gegen b 10)00 Ballen am 31 Iult 1920 ES wird versucht, bteie Menge geringer erscheinen zudtf'tn, indem man darauf verweist, bar, 23 Mill. Ballen von so schlechter Zotte sind, daß sie nie zur Verarbeitung gelangen dürften.

.Sie i'tebt e4 nm die Aussicklte'i für tir Zu­kunft? Vielleicht hat man den Pes'eniSmus doch übertrieben. Es bestem eine deutsche llnlu't, zu vertaufm Es ist die Ansicht von gar nicht wenigen Bainnirollhändlern, die sehr wohl um die großen La-ierbeslände wissen, dotz währenb i-tzt b-ftptelS- weise da? ll>S ^0,453 Gr.) Baumwolle mil etwa einem Cent ocbanbelt wird, bei fvrtbmirmber Un­gunst des Wetters oder bei Diederbele'Timg deS Handels leicht 3 oder 4 Cents pro lbS. be^thlt nx-rben dürften An der Neuvorker Börse sieten bie ''remden Devisen an unb die Bank von Eng­land hat ihren Diskont herabge etzt. Europi mutz sich endlich erholen. Tie'ung der deutschen Entschädigungen dürste das Signal sstr die 'ixt?- deckel»innig des Handels in Europa bd>euten; ter Berg arbei erstreik dürfte in abscst.-arer 3rfc fein Ende erreichen. In bei Vereinigten Staaten fr b Bavnnvollipimiereien, bte längere Zeit geichlo len waren, wieder in Betrieb genommen worben. Tas ?iiibStrohhalme, die an^:gen, datz en befierec Winb zu weben anfängt". Denn die Tinge den schlimmsten Stand erreicht rennen sie bte Wendung zum Besseren. Im Bw-mwollbandel, bart man glaubt, ist dieser schlimmste Stand er­reicht unb die Tinge wendet M langsam zum Lessern.