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Nr. 182

Der tiftener ttnzetßer mit der Dlenitagsbeilage .$P*rl'Uiel*iae er- schein! lägUch, -utzer Sonn, und Feiertags. 1Heialli*e»WWfiH: TImM 5. - einschliehlich TrLgerlohn, durch di« Dost bezogen Mark 5.75 elnlchliebl'ch Bestellgeld. ^«rniprech-Lnschluste: fiiröif Sdiriftkitunq 112; für Druckerei, Verlag und Ge'chdfisstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richt«» Anzeiger »letze«, pokfche^onls:

^ranffert <l M. 11685.

General-Anzeiger für Oberheffen

Vrvck «nd Verlag: Srützlsche Univ.-Vuch- unb Steintruderei H. Lange. §christlettrmg. Sefchäftsstelle und vruckerel: Zchukstraße 7.

Erster Blatt _ M. Jahrgang Samstag, 6. August 1921

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Goetz Verantwortlich für Politik: Auq Go«tz; für den übrigen Teil: Dr. R«,nhold Ienz, für den Lnzeiqentett: Han-Beck, sämtlich in ® tefcen.

Warum widerstreben gegenwärtig die Engländer der französischen Gewaltpolitik in Oberschlesien und am Rhein? Ganz gewiß nicht um der schönen Augen unseresKabi­netts der Erfüllung" willen. Es mag zugege­ben werden, daß sie den Sturz Wirths nicht gerne sehen würden. Also ist aber der wahre

Wochenrückblick.

Die R e d e d e rE r m u n t e r u n g", die der Reichskanzler Dr. W i r t h in Bremen vom Stapel lleß, hat in Deutschland kaum irgend jemanden ermuntert, und im Ausland scheint man ihr überhaupt wenig Beachtung geschenkt zu haben. Hinter derBegeisterung" für die Arbeit im Onteresse prompter Tributpflicht- erfülluna unseren Feinden gegenüber steckt wirklich kein erwärmendes Gefühl, sondern nur des Gedankens Blasse, ein dürres, zeitloses Prinzip, erwachsen auf dem Boden politischer Weltflucht, im Treibhaus von Aengstlichkeil und Schwäche. Friede und Bölkerversöhnung sind schöne, hehre Ziele, aber besitzt das miß­handelte, geächtete, verratene Deutschland wirklich den Lebensmut solcher Weltüberwin­dung, wie sie der gegenwärttge Reichskanz­ler propagiert inmitten ganz anders gearte­ter Völker und Faktoren, die unsere Zeit- ? «schichte machen? Wo sind denn die to l r t - ichen Zeichen der Zeit? Da hören wir z. B. die Redner deS englischen Unterhauses, wie sie gewaltiger Flottenvergröherung das Wort re­den, und wir sehen schon jetzt, daß dem Ab- rüstungsbaum in Washington bis zum 1. No­vember ganz bestimmt keine Früchte reifen werden. Da verrät uns derManchester Guar­dian", Herr Driand wünsche, nach seinen eige­nen Worten, in einem neutral zu gestal­tenden Oberschlesien ein starkes, reguläres Heer zu unterhalten, denn dies würde für Frankreich sowohl anläßlich eines russisch-pol­nischen Krieges, als auch bei ernstlichen Ber- toimungen mit Deutschland, von Borteil sein. And gestern lasen wir die Feststellung des Herrn Maurice Darrös, daß das Rheinland immerdar eine vorgeschobene Bastton von Frankreich gegenüber dem Osten sei. Der ewige Friede, das Ziel der politischen Pazifisten, ist ferner denn je. Sein falscher Prophet, Präsi­dent Wilson, ist ohne Entschuldigung, fang- und klanglos, abgetteten, und an seiner Stelle steht eine durchaus real und national gerich­tete amerikanische Politik.

Man muß diese Kette der wahren Zeit- Verhältnisse bettachten und anfühlen, damit man merkt, was die Wirthsche Predigt von Barmherzigkeit und Liebe auf sich hat. CS fällt uns nicht ein, nationalistischer Scharfmacherei das Wort zu reden. Man mag in der Zwangs­lage, In der wir uns befinden, ruhig und auf­richtig auch das Stteben bekunden, übernom­mene Derpflichtungen zu erfüllen. Aber den leeren Sach der deutschen Hoffnungen mit ver­dorrtem Pazifistenlaub zu füllen, das gehl nicht an. Die Lage erfordert etwas ganz an­deres, als vor dem Auslande darzutun, daß Odeologenttäume im deutschen Volke Fort­schritt machen. Diese Worte von Güte und Menschlichkeit waren gewiß von durchgreifen­der Wirkung; wir alle lassen uns einen Augen- blick davon erfassen, gerade weil wir spüren, wie sehr sie im Dölkerleben nicht viel mehr sind als Schall und Rauch. Aber es darf nur eine unpolitische Augenblickswirkung sein. Das deutsche Volk kann jetzt nicht ttaumselig die Liebe", die allerdings im Leben der Einzel­nen als höchstes Gut geachtet werden muh, zum Leitstern seiner auswärtigen Politik machen. Sich wehren bringt Ehren!

Wir hörten vom Reichskanzler die Pa­role von dersozialen Solidarität", mit der das deutsche Volk unter die Mensch­heit treten wolle. Wir fühlen uns lebhaft an ,ErzbergersChristliche Solidari ät" erin­nert. Mit solchem Schlagwortprogramm ist uns ebensowenig gedient, wie mit dem Rausch mo­ralischer Gesinnungsoffenbarungen, über dem wir die politischen Wegweiser vergessen. Ar- sprünglich hatte das Erzbergersche Wort den Sinn, daß wir Deutsche beim Wiederaufbau und seiner Kostenberechnung christlichen Sin­nes bis ans Aeußerste der Leistungen gehen sollten. Inzwischen hat selbst dieGermania" zugegeben, daß schon bei der Zahlung der ersten Milliarde die Substanz des deut­schen Vollsvermögens angegriffen werden muhte, die doch nicht angeiastet werden dürfte, wenn das mit den Feinden verein­barte Zahlungsprogramm verwirklicht werden soll. Dr. Wirth bat um die Gegenleistungen der Entente, um Gerechtigkeit in Oberschlesien und in der Rheinlandpolittk. Aus dem Presse- Widerhall von den englisch-französischen Mei­nungsverschiedenheiten wissen wir heute schon ganz genau, daß in der Tagung des Obersten DateS am 8. d. M. des Reichskanzlersgro­ßer Gedanke" vonsozialer Solidarität" nicht einnut in flüchtigster Erinnerung der Anwe­senden aufleben wird.

Grund ihrer Abschwenkung von der Polittk I BriandS darin zu suchen, daß sie Besorgnis | hegen vor einem anders geführten Deutsch- > land, vor einem Deutschland des Widerstan­des, nicht der Erfüllung. England hat kein Interesse daran, feinen Bundesgenossen zu einer Überspannten Machtstellung in Europa emporzuheben und sich in die Händel ver- stricken zu lassen, die daraus entstehen müßten. Eine Polittk deutschen Widerstandes wird es entschiedener in dieser Fahrtrichtung erhalten als ein deutscher Gedanke vonsozialer Soli­darität". Das ist es, was uns an dem Zen­trumskanzler nicht gefällt: daß seine Ideen­welt keinen Platz hat für die Notwendigkeit, der fremden Tyrannei durch Pflege der natio­nalen Würde, durch Anbau natürlichen und unbeugsamen VerteidigungSwillenS, zu begeg­nen. Wären wir alle samt und sonders bloß Bekenner der lÄirthschen Glaubensartikel, stände nicht im Hintergrund eine Mehrheit voll anderer Empfindungen und Vorsätze so würden uns vermutlich die Gegner noch stärker mit unmöglichen Zumutungen belasten und England würde seinem Verbündeten an der Seine vielleicht noch breiteren Spielraum lassen als bisher.

Mit der diplomattschen Erledigung des durch das eigenmächtige Vorgehen Frank­reichs in Berlin hervorgerufenen Zwischen­falles konnten wir zufrieden fein. Wie groß dabei das Verdienst oder Geschick der Reichs­regierung oder des Auswärtigen Amtes ge­wesen war, läßt sich nicht restlos ermitteln, da wir nicht wissen, welche Winke und An­regungen etwa aus fremden Diplomatenkreisen in Berlin eingewirkt haben mögen und ob hin­ter der Initiative der Reichsstellen wirklich etwas mehr gesteckt hat als die Kunst, eine unbestreitbar geschickte Formel für die Ant­wort an Frankreich zu finden. Jedenfalls hat der Minister Dr. Rosen einen Erfolg gehabt, während die Franzosen eine Schlappe erlitten haben. Die deutsche Presse begeht keine Her­ausforderung, wenn sie dies feststellt. Weit empfindlicher und folgenschwerer für die Poli­tik des Kabinetts Briand sind die von London veröffentlichten Warnungen und Mahnungen, die wir nur kräftig unterstützen, aber keines­wegs abdämpfen wollen. Hoffentlich bleibt Lloyd George am 8. August in der Pariser Sitzung fest und entschlossen bei seinen Richt­linien, die ja jetzt auch die Billigung der briti­schen Reichskonferenz gesunden haben, von der eine Londoner Feststellung nicht ohne be­stimmte Absicht betont, daß sie in auswärti­gen Fragen bestimmend für das Kabinett sein müsse. Ein Tag großer Spannung naht sich für das deutsche Volk, das zwar s e l b st v er­st ä n d l i ch jetzt an keine Putsche und inneren Anruhen denken darf, dem man aber auch nicht die einschläfernde Michelmütze Hinhalten soll. Denn wenn Deutschland komme, was da wolle in der Völkergeschichte wieder ein starker Faktor werden will, so gehört dazu ein reifes, besonnenes, ehrliebendes Volk.

Ein neuer Teilungsplan für Oberschlesien?

Paris, 5. Qlug. (WTB ) DerT emps" schreibt in seinem heutigen Leitartikel, daß die alliierten Sachverständigen sich über die Teilung Oberschlesiens nicht einigen könnten. Es laufe das Gerücht um, der Oberste Rat werde ein anderes Mittel suchen, um das Problem zu lösen. Er werde nur einen Teil des Ge­bietes zwischen Polen und Deutschland alls­te i l e n und den Restfürl5oder20Zahre unter einer interalliierten oberinternatio­nalen Verwaltung belassen. Dieser Rest werde dann von dem Industriegebiet gebildet, also von dem Bezirk, der fast ausschließlich den Werl Oberschlesiens ausmache. Der ..Temps" ist der Ansicht, eine derartige Lösung hätte bedingt, daß Polen und Deutschland sie im voraus an­nehmen, denn der Vertrag von Versailles sähe tneber eine Teilung in brei Abschnitte, noch ein Provisorium unter einer interalliierten ober inter­nationalen Dehörbe vor. Die Regierungen von Berlin und Warschau wollten aber, daß das oberschlesische Problem unverzüglich gelöst werde. Das sei auch das Interesse Frankreichs und der Wunsch Englands und Italiens. Das Blatt sagt, man müsse alle Realitäten schaffen und die Grenz­linie ziehen.

Die Teilnahme Belgiens an der Sitzung des Obersten Rates.

P a r i s, 5. Qlug. (WTD.) Belgien wurde eingeladen, an der Tagung des Obersten Rates teilzunehmen. Da jedoch Artikel 97 des Versailler Vertrages ausdrücklich den Hauptverbandsmäch­ten vorbehält, sich über die Qlbstimmung in O b e r- schlefien auszusprechen, wird Belgien wahr- scheinlich an den Beratungen des Obersten Rates über diese Frage nicht tellnehmen. Die belgischen Vertreter werden sich an den Besprechungen der anderen Fragen beteiligen, die auf der Tagesord­nung der Sitzung des Obersten QtateS stehen, in erster Linie also an der Besprechung der vom (Reichsgericht in Leipzig gefällten Arteile sowie der Hungersnot in Rußland.

Eine neue Eigenmächtigkeit Frankreichs?

Pari-, 5. Qlug. (WTD.) Rach dem .Petit Parisien" wurde gestern abend in London be­kannt, daß der dortige japanische Botschaf­ter Hayasai von der französischen Re­gierung aufgeforbert würbe, gleichzeitig mit bem japanischen Botschafter in Paris an der Tagung b e ä Ober ft cn Rates teil- zunehmen.

Präsident Harding für schleunige Regelung der oberschlesischen Frage.

London, 5. Qlug. Wie Reuter erfährt, hat Harding die Einladung, zu der am 8. August beginnenden Tagung des Obersten Rates einen Vertreter zu entsenden, angenom­men und dabei die emste Hoffnung aus­gesprochen, daß die direkt beteiligten Mächte schleunigst eine gerechte und befriedi­gende Regelung der oberschleiichen Streit­frage herbeiführen und damit eines der Haupt­hindernisse beseitigen, die jetzt einem dauernden Frieden im Wege stehen.

London, 5. Qlug. (WTB.) Der amerika­nische Botschafter reift morgen nach Paris ab, um der Sitzung des Obersten Rates beizuwohnen. Präsident Harding bestimmte die von ihm einzunehmende Haltung in einem Schriftstück, in dem er die Einladung zum Obersten Rate an­nimmt Harding erklärt darin, Amerika habe ein lebhaftes Interesse an angemessenen wirt­schaftlichen Dergleichen und einer gerechten Rege­lung der Weltprobleme. Es werde deshalb im Obersten Rat bei der Erörterung dieser Fragen mitwirken. Harding betrachtet die tatsächliche An­erkennung einer Politik der offenen Tür, die die gleiche HanLelsmi glichkelt gewährt, als wesentllch für die Wiederherftellung einer normalen Tätig­keit in der Welt

Ein deutsches Weißbuch über Oberfchlcsien.

DaS deutsche Plebiszitkommissariat in Ober­schlesien gibt unter dem Titel .Der polnische Aus­stand in Oberschlesien und die Mitschuld der Franzosen, Mai bis Iult 1921 ein Weiß­buch heraus. Das Buch beschäftigt sich, den Blät­tern zufolge, ausschließlich mit den Vorgängen, die sich im Stadtkreis Gleiwih und im Land­kreis Ost-Gleiwitz zugetragen haben. Es gibt nur einen kleinen Ausschnitt aus den jüngsten Leiden der deutschgesinnten Oberschlesier. Der erste Teil handelt von den polnischen Gewalttätigkeiten. Aeberlebende erzählen in allen Einzelheiten die Hinmordung ihrer nächsten QSeitoanbteu. Der zweite Abschnitt befaßt sich mit den Verschlep­pungen und Verhaftungen und zählt 340 Namen auf, deren Träger allen Kreisen und Ständen der deutschgesinnten Bevölkerung an­gehören. Ein weiteres Kapitel bringt Tatsachen über die Zwangsaushebungen, dir pol­nische Insurgenten unter der deutschen Bevölkerung vor nahmen. Das vierte Kapitel behandelt die Teilnahme kongreß-polnischer Trup­pen. So lag in La band ein Kavallerie-Regiment aus Kongretz-Polen und ein Feld-Artillerie-Regi- ment; ferner stand dort ein Panzerzug, der aus Polen gekommen war.

Das letzte und umfangreichste Kapitel ist über­schriebenD i e M i t s ch u l d d e r F r a n z o s e st". Es enthält eine Anzahl genau substantiierter Zeugenaussagen über eine Reihe derjenigen Fälle, in benen französische Offiziere und Mannschaften mit den polnischen Insurgenten Hand in Hand arbeiteten. Von Eisenbahnbeamten wird unter Anführung genauer Einzelheiten geschildert, wie Franzosen und Polen gemeinsam gegen Eisen­bahnzüge ausschwärmten. Zahlreiche Photo- ?r a p h i e n halten die polnisch-französische Der- rüSerung im Bilde fest. So stellt z. B. eine Photographie die Weihe einer Insurgentenfahne bar, bie von einem französischen Offizier, bte Hand am Käppi, gegrüßt wird.

Eine Kundgebung der Heimattreuen Oberschlesier.

Berlin, 5. Qlug (WB. ) Der Gesamt- vorstand der Vereinigten Verbände Heimat- treuer Oberschlesier faßte folgende Ent­schließung: Am Vorabend der Entscheidung über das Schicksal Oberschlesiens durch den Obersten Rat erheben bie Vereinigten Verbände heimat- treuer Oberschlesier noch einmal auf Grund des feierlich verbrieften Selbstbestimmungsrechtes bie Fvrberung: Das deutsche Oberschlesien ist eine un­zertrennliche wirtschaftliche und kulturelle Volks­einheit. Es ist ein lebendiges Glied des deutschen Volks- und Wirtschaftskörpers. Das oberschle­sische Volk hat sich nach den obersten demokratt- schen Grundsätzen für Deutschland entschieden. E s darf nicht wie eine Handelsware ver­schachert werden. Jede Teilung und jede Losreißung auch nur eines Stückes von Ober­schlesien bedeutet eine ständige Bedrohung des europäischen Friedens. Darum muß Ob.'rschlesien sofort dem deutschen Mutterlande zurückgegeben werden.

Eine Kundgebung des bayerischen Landtags für ein ungeteiltes Ober- fchlesien.

München, 5. Qlug. (WTB.) Die Land­tagsfraktionen der Bayerischen Dolks- partei, der Bayerischen Mittelpartei, der Deut­schen DollSpartei. der Deutschdemokratischen Sartd und des Bayerischen Bauernbundes er- ssen folgende Äunbgebur Die Entscheid bung über bas Schicksal Ober 7 ns stehl un­mittelbar bevor. Mit bem beutf ' Volke wissen wir uns eins in der Sorbetj ig, daß Ober» schlelien ungeteilt bei Deutschlanb verbleibt.

Historische- 'Redjl politische Vernunft, die Be- ftimmungen beS Versailler Vertrages und bai Ergebnis ber Volksabstimmung erheischen ge­bieterisch biefe Lösung Für unser Volk und unsere oberschlesischen Landsleute, die durch die Qlbstimmung und durch ihr tapfere- Aushalten in Rot und Tod ihre Treue zur deutschen Heimat besiegelten, erheben wir nochmals unsere Siimme. 3m Namen von Recht und Freiheit fordern wir ein ungeteiltes deutsches Oberschlesien von den­jenigen, in deren Macht die Entscheidung liegt

Ein neuer Streitfall mit Frankreich.

Berlin, 6. Qlug. 3m Schlafwagen deS D- Zuges BerlinNvrddeich Hal sich seinerzeit der französische Kapitän Langevin, der in verbotswidriger Welse rauchte, der Feststcliung seiner Personalien widersetzt und war schließlich auf Veranlassung des Zugpersonal- durch die Po­lizei aus dem ll-Zug entfernt worden. Wie dieDeutsche QlUgcmeine Zeitung' erfährt bat jetzt der Vertreter deS Generals Qlollct, Ge­neral Masterman, eine in einem außerordentz^ lich ichroffen Ton gehaltene Note an die deutsche Regierung gerichtet, In ber die Amtsenthebung des betr. Polizeibeamten, Ent­schuldigung und deren Veröffentlichung in allen größeren Zeitungen verlangt wird. Den Blättern zufolge wird bie Regierung zunächst, bevor sie zu der Note Stellung nimmt, den tatsächlichen Sachverhalt einwandfrei feststellen, da In ber Schilderung des Vorfalles noch verschiedene Widersprüche bestehen.

Die französische Politik in Elsaß-Lothriugcn.

Paris, 5. Qlug. (WTBf Der KriegSnü- ntfter wird demnächst ImJournal Offldei ver­öffentlichen, daß bie Elsässer unb Loth­ringer, bie bie französische Ratio­nalität wieder erworben haben, und bie den Iahresklassen vor 1919 angehören, mit Ausnahme derer, bie Im beutschen Heere als aktive Offi­ziere unb als toiebcreingeftelltc Offiziere gebient haben, ben Grab eines Unterleutnants ber Reserve erwerben können Die 3nter?ffierten werben zu einer 21 tägigen Aedung etnberufen1 unb sie haben außerbem bte Verpflichtung zu übernehmen, daß sie minbestenS zwei Jahre nach ihrer Ernennung einen 3nstruktionskursuS durch­machen.

Das tatenlustiqe Frankreich.

Paris, 5. Qlug. (WB) Nach dem ,Sche de Paris" beschloß die französische Regierung die drei Panzerkreuzer .Voltaire", .Diderot" und »Conborcet" In den Häfen von Brest oder Cherbourg zusammenzuziehen. Es sollen alle Vorbereitungen getroffen werden, damit bte Ausrüstung unb Bemannung rasch vervollstän­digt werden kann. Qlußerdem sollen In den gier» chen Häsen eine Anzahl Torpedoboote und dis von Deutschland auSgelieferten TorpedobvotS- zerstörer bereinigt werden.

Die Schließung der britischen Reichskonferenz«

London, 5. Qlug. (Wolff.) Heute findet bie letzte Sitzung ber britischen ReichSkvn- serenz statt. Lloyb George wirb wahrschein- lich zugegen sein.

Der Potttische Mitarbeiter beSDaily Ehr o nicke" schreibt: Die Konferenz stellt« bie konstitutionelle Stellung ber verschiebenev Teile bes britischen Reiche- hinsichtlich ber Be­ratung ber Krone in ben Fragen ber auswär­tigen Politik fest. Der Berichterstatter betrachtet diese Tatsache als einen Wendepunkt in ber konstitutionellen Geschichte bes britischen Reiches. Man kam auf ber Konferenz überein, bah die britische Politik alle Demokratien des britischen Reiches vertreten müsse, so daß von jetzt ab das britische Reich mit einer Stimme spreche. Die auswärtige Politik werde durch bte Konse renz ber ersten Minister bestimmt. Wenn bie Konserenz nicht tage, werde bie auswärtige Politik von ber briti­schen Regierung geführt, nachdem diese vorher den Qtat ber Dominions einholte.

Außerdem wurde, wie ber politische Mit­arbeiter besDaily Chrvnicle" berichtet, be­schlossen, daß bie Rotwenbigkelt eines 3 u f a m - menarbeitens mit ben Bereinigten Staaten in ben Angelegenheiten ber Welt ber erste Grunbsah Der britischen Politik sein müsse. Die pazifische Frage, bie Frage ber Rüstungen zur See unb bie Frage bes englisch- japanischen Bünbnisses seien daher bis nach der bevorstehenben Konferenz in Washington ver­schoben worben. Die Konferenz ber Premier­minister des britischen Reiche- nahm auch eine Politik der engen Zusammenarbeit zwischen Eng­land und Frankreich an.

London, 6. Qlug. (WTB.) Die Reichs­konferenz wurde heute geschlossen. Sie billigte die britische Haltung in der oberschlesischen Frage unb nahm mit Be­friedigung davon Kenntnis, baß bie vorläufigen Schwierigkeiten gelöst sind.

Die Abrüstungskonferenz.

Gonbon, 5. Qlug. (Wolff.) LautDaiw Telegraph" meldet die .New Bork Time-", daß bie Vereinigten Staaten ben Mächten formell vorgeschlagen haben, bie international# Abrüstungskonferenz am Jahrestage bd Waffenstillstandes in Washinton zu eröffnen. Großbritannien erklärte sich bereit, jedem von Washington für bie Konferenz gewählten Zeit­punkt zuzu stimmen.