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Nr. M

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firautfart a. M. 11686.

Erstes Blatt

lN. Jahrgang

Zreitag, 6. Mal 1921

TietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

vinck nnö Derlog: vrSHI'sch« Unio.Guch- unö Stetxöniierei H. Langt. Schriftlrilung, Stlchäslrfttlle und Prudtrcl: SchnIIttatzt r.

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Rücktritt öcs Reichsfabinettr.

Nach der kalt zurückwrisenben Antwort Amerikas aus die deutschen Vorschläge war eS wohl eine Notwendigkrit, das; das Kabinett Fehrenbach zurücktritt. L.* mußte freie Bahn aescdafsen werden für eine folgenschwere neue Politik Deutschlands. Erne grundsätzliche Aendcrung der bisherigen deutschen Politik kommt nicht in Frage, denn was könnte ein neuer Minister wohl anderes sagen: Wir sind ehrlich gewillt, bis an die Grenze der deutschen Leistungsfähigkeit zu zahlen, aber über diese Grenze geht's nicht? Das neue Kabinett wird die s ch w e r st e n Folgerungen aus den bisherigen Geschehnissen zu ziehen haben. Hoffen wir, daß es den Weg finden wird, auf dem die Ehre des deutschen Namens nicht fortgelvorfen wird!

Berlin, 4. Mai. (Wolff.) Mit Rück­sicht auf die tnirrij die Au tworkstote der Ver­einigten Staaten geschaffene politische Lage hat daS Kabinett einstimmig seinen R ü ck- tritt beschlossen. Der Reichskanzler hat sich am Abend zum Reichspräsidenten be­geben, um ihm den Entschluß des Kabinetts mitzuteilen. Der Reichspräsident hat das Ka­binett gebeten, die Geschäfte weiter zu führen. Das Kabinett hat zugestimmt.

Berlin, 5. Mai. (WTB.) Der Reichs­präsident empfing heute vormittag den Reichs­tagspräsidenten Löste. Im Laufe des Nach­mittags besprach der Reichspräsident sodann mit den Vertretern der sozialdemokratischen Fraktion und der einzelnen Fraktionen der jetzigen Koalition die Frage der Regis- rungsbildung. MiteinerEr Weiterung der Koalition kann nicht gerechnet werden Der Reichspräsident wird seine Verhandlungen morgen fortsetzen. Bisher sind sie noch nicht so weit gediehen, daß ein bo- stimmtcr Auftrag zur Regierungsbildung hätte erteilt werden können.

Berlin, 5. Mai. (Wolff.) Tas Reichs- ka bi nett trat beute morgen zu einer Sitzimg zusammen. Bor Eintritt in die Verhandlungen! natnn Rrichsjustizininister Tr. Heinze das Wort und führte folgendes auS: Er kühle die Derpslich- tung,namnrS deS Kabinetts dem Reichskanz­ler für das zu danken, was er dem Kabinett in der Zeit seines Bestehens gewesen sei. Tas Kabinett habe in der schwersten Zeit die Geschäfte des Reiches geführt uirb stets im besten persönlichen Einvernehmen zuiammengearbeitet. Ein solches persönlich? Einvernehmen sei Voraussetzung für alle gedeihlich? Tätigkeit eines Kabinetts. Selbst der schärfste Kritiker könne dem Kabinett manchen Erfolg nicht abfvrechen. Zu diesen Erfolgen habe der JReidtf Fanjlcr durch die Art, wie er die Ge­schähe geführt lzabe, ganz wesentlich beigetragen. Sein klarer politischer Blick, mit dem er so manche Echwierigkei' überwunden habe, seine unbestreitbare l'.nparteilichkeit und fein persönliches Wohlwollen hätten ihm das vollste Vertrauen des Kabinetts eiitgcbradit. Tiefes Skrtrauen sei die beste Grund­lage für die gern infame Arbeit getvesen, die ietem Sntglitbc des 'Ubiroettd einen wertvöklen Teil seines Lebens bedeuten werde.

Nach Ansicht der Blätter werden die bis­herigen K oal i t io ns par teien auch die neue Regierung bilden. TemLokalanzeiger" zu­folge käme nur Neubesetzung des Reichskanzler- Postens, des Auswärtigen Amts sowie des Rrichs- wirrschasts und Reichsfinanzministeriums in Frag?: vielleicht werde dem neuen Ministerium ouck ein Vizekanzler ohne Ressort beigegeben. Laut Vossrsärer 3vihmg" kommen für bi? Reichs- kanzlerschast Tr Streseinann von der Deut­schen Volkspartri und der gegenwärtige preußisch Ministerpräsident St eg etwa Id in Frage. Ter als mutmaßticd'r Nachfolger mehrfact, genannte Botfchfter in Paris Tr. Mayer habe aus ver- sönl.chn Gründen keine Neigung, dieses Amt zu übernehmen.

Vic Uedcrreichung öcs Ultimatums.

So itbon , 5. Mai. - Wolff.)Lloyd Ge­orge überreichte dem deutschen Botschafter S t h a m e r das Ultimatum der Alli­ierten.

Ter Wortlaut.

London, 5. Mai WTB Amtlicher Wort­laut der heutigen Erklärung der Verbandsregie- ruitgen: Dc V rbandsregierungen stellen fest, daß trotz der wiederholten Zugeftändnisse, welche von den Verbündeten seil der Unterzeichnung des Ver­trages von Versailles gemacht worden find, un­geachtet her Warnungen und Zwangsmaßnahmen, in Sva und Paris beschlossen wurden, wie Luck der in London angekündigten und seither in rroft getrtenen Maßnahmen bie deutsche R e Gierung mit der Erfüllung der Verpflichtungen tm Rück st ande ist, die ihr nach den Bestim- mungen des Versailler Vertrages obliegen, und zwar in folgenden .Punkten: 1. Entwaffnung: 2. Zahlung von 12 Milliarden Mark, die gemäß Artikel 235 deS Friede ns vertragse am 1. Mai fällig waren und deren Begleichung von der Revarationskommission bereits für den genannten Zeitpunkt verlangt wurde; 3. Aburteilung der Kriegsverbrecher unter den Bedingungen, wie sie erneut durch die Verbandsnoten vom 13. Februar und 17. Mai 1920 fcstgelegt wurden; 4. einigen anderen wichtigen Fragen, in erster Linie den­jenigen, welche die Artikel 264 bis 267, 269, : 273, 321, 322 und 327 des Friedensvertrages berühren.

Sie beschließen deshalb:

a) Deute bereits alle vorbereitenden Mahnab- men zu ergreifen, rocldx zur Besetzung des Ruhr­gebiets durch die berbü, beten Truppen am Rhein nötig sind und zwar unter beu in § d rorgesehenen Bedingungen

b) Gemäß Artikel 233 des Friedensvertrages die Reparationskommisfion aunuwrbern, der deut­schen Regierung unverzüglich) die Zeilen und Be­dingungen für die Begleichung der deutschen Schuld in ihrer Gesamtheit mihttiei en und ihre die-- bezügliche Entschließung der deubchen Regierung bis spätestens 6. Mai belanntiugeben.

c) Tie deutsche Regierung aufzufordem, inner­halb einer Frist von sechs Tagen nach Empfang der obigen Entschließung klipv und klar zu erklären, daß sie entfdioffen ist: 1. ohne Vorbehalt oder Bedingungen ihre Ver- pslichtungen zu erfüllen, so wie sie von b?r Re- parations'ommissiou festgelcgt ft b 2. vH: e Vvr- bhalt ober ^Bedingungen hinsiäMich iijrcr Ver- pslidUmigen die von der Reparationskommissron rorgeschrielenen Sicherheiten an zunehmen und durchzufültren, 3. ohne Vorbehalt unverzüglich die Maßnahmen zum Zwecke der Abrüstni.g z>i Lande, zu Wasser und in der Luft, welche der freu heben Regiermig bnrd> die Verba- d Mächte durch Schrei­ben vorn 29 Januar aufgegeben ist, dnrchtzufiihren, fomeit die Tiurchfülirm.g dieser Ataßnah wen bereits billig geworden ist und unverzüglich die weiteren Maßnahmen zu Ende .zu führen, b;e za beftimmten Fristen verwirklicht fein müssen, 4. o'hne Vorbehalt und unverzüglich die Aburteilung der .ibnegs- verbreä^er vorzunehmen, sowie die Erfüllung der übrigen Teile des Vertragrs, denen bisher noch nicht Genüge getan ist und von be-ien in § 1 dieser 9h)tc d e Red' ist.

d) Am 12. Mai zur Besetzung des Ruhrtales zu schreiten und alle anderen militärischen Maß­nahmen zu Wasser und fru Lande zu ergreifen bei Nicherfüllung der obigen Bedingungen b ird> die deutscl^e Regierung. Tiefe B,'setznng w:>d fo- lange dauern, bis Teutschland bi ihm in § c aufgezählten Bedingungen erfüllt ixiben wird.

London, 5. Mat 1921

gez.: Lloyd George. Brimtd. Sforza. Jaspar. Hayashi.

Die Schlußsitzung de» obersten Rate».

London, 5. Mai. (Havas.) Am Schlüsse der Sitzung des Obersten Rats dankte BriandLlopd George im Na­men der Alliierten und sagte, daß seine ge­wohnte Autorität die Angelegenheit zu einem guten Schluß geführt habe. Die Atliiierten be­dauerten, Gewalt anwenden zu müssen. Aber sie seien überzeugt, daß Deutschland angesichts des einmütigen Willens der Alliierten begrei­fen werde, daß es den Vertrag erfüllen müsse. Lloyd George dankte und drückte die Ueberzengung aus, daß die Alliierten ans Ziel gelangt seien.

London, 5. Mai. (Wolff.) Wie Reu- ter erfährt, wurde die englische Fassung des Abkommens über die Reparationsfrage gestern abend vom O b e r sten R a t unter­zeichnet; die anderen Delegierten werten heute vormittag unterzeichnen. Die Repa­rativ n s k o m m i s s i o n hat beschlossen, die vom Obersten Rat gebilligten Zahlungsmetho­den gutzuheißen und Deutschland bekanntzu­geben.

Die UeberwachungSkommission.

Paris, 5. Mai. tWTB.) lieber die vor­gesehene Garantiekommission für die deutsche Schuld berichtet der Vertreter des Journals" aus London: Tie UnterkomMission der Reparatwnsbommisfion, bestehend aus je einem Vertreter der fünf alliierten Großmächte, einem Vertreter Amerikas mid drei Bettretem der neu­tralen Länder, wurde als Gaocuttickommiffion die deutsche finanzielle Verwaltung und die Amotti- sarionsmöglichkeitcn bei äußeren Schuld über­wachen. An den Bestimmungen des § 19 Anhang 2 des Friedensoertrages, der die Zahlung riiiesTriles der Entschädigung in Arbeitsleistung, in Roh­materialien ober Fertigprodukten vorsehe, wurde nichts geänbert. Die Verhandlungen mit Deutschland über eine Beteiligung am Wie­deraufbau könnten also wieder aut genommen werden. Tie Lieferungen, die es mad,e, würden in Goldmark fontratriftorifd) abgeschätzt und durch eine gleichwe.nge Summe in Obligationen bezahlt.

Der amerikanische Botschafter für Deutschland.

London, 4. Ma, .Wolff.. TieTimes" meldet aus Ne' York die Ernennung ro.i Ta* vidZayneL ill zum künftigen amerffant* l'chcn Botschafter in Berlin. Sill h^te fernen Posten bereits Vvm Fahre 1908 "b.5 1911 inne. Zum amerikanischen Botschafter in Tofu wurde Washbumc Ehilda ernannt.

(Eine Rede Lloyd 6eorges im Unierhause.

tum an

30 Minuten sei

London, 5. Mai. iWTB.) Im Unter­haus erflärte Lloyd George über die Lage mit Bezug auf die Reparationen und das Ultimo-

fei wichtig gewesen picht nur der Beratungen, fonbem auch der Darauf gefaßten Beschlüsse wegen. Tie Alliierten hätten während der letzten mxi Jahre TeutsckLand gegenüber beträ cktlicben Lang mu l gezeigt. Sie hätten niemals auf drm Buchstaben der Verpflichtungen bestanden. Zn

Teutt'chlwid: Leute morgen um 10 Uhr iten fet eine der wichtigsten Konferenzen mischen dm SB! Herten abgeschlossen worden. Sic

federn der FÄle hätten die Alliierten rersucht, Teutschland zu helfen, seinen Verpflichtungen nach-

ziukvmmen. Sie feiet in keinem einzigen Falle ungebührlich sclZars in ihrer -.'lltivn gewesen, wäh renb Teutschand in der Entwafinnngs rage feinen Verpflichtungen nickst narbgetbimiicn fei. In gc wissen Bcziehmtgen sei die Erfüllung des Fric- denSverttages befriedigend gewesen, in anb?rcn I-ällen sei sie unbefriedigend gern.feit. Teulscb band habe noch immer viel zu viel nickst ausge lieferte Malchin enge wehre und Ge­wehre. Taburif) sei es bo fitem men un­möglich für Frankrei st) ruhig zu sein. Frankreich müsse nriterljin rir < n und sein Augen- merk auf seine Ostgrenze richten. Tahcr sei cS wefentlich, daß Teutschiaiid die Entioassnungsbe bingun^cn des Friede 'sverträges burdtfübre Ter letzte Punkt, in bem Teutschland seinen Verpflich­tungen nicht nadygeflonrrnat sei, sei die Aburteilung her Kriegsverbrecher. .Hier fei die Lage volllommen nnb.friedigend. Was die Repa­rationsfrage anbelange, so hätte Teutsclr- landm bar und in Waren am 1. Mai eine Mllliarde Pfund Sterling zahlen müifen. Deutsch­land habe dies nicht getan, sondern höchstens 400 Millionen Pfund bezahlt. Die Alliietten hätten beträchtlicl-e Nachsicht bewiesen. 3i* seien dazu getrieben worden, eine energisck-e Aktion zu unternehmc-it, nicht weil Deutschland seinen Ver­pflichtungen nicht nachgekommen sei, sondern wegen seiner allgemeinen .Haltung gegenüber der gesamten Frage. Unter diesen Umständen fei es wesentlich, daß die Alliietten den Deutschen llar machken, daß, während sie bereit seien, alle Schwierigkeiten Deutschland in Betracht zu ziehen, sie darauf bestehen müßten, daß der Friedensvertrag refvek- tiett und als die wirkliche Grundlage irgendeinem Angebotes angenommen werde Der Oberste Rat habe die Entscheidung der Reoarationskommission, daß die Summe von 6600 Millionen Pfund Sterling dem Zahlungsvlan für die Deutschen zugrunde gelegt wird, die Garantien, durch bie diese Zahlungen sicherneskllt werden sollen und die Santtionen zur Erzwingung der deutschen Verpflichtungen erwogen.

Per Aufstand in Gberschleslen.

Berlin, 4. Mai. (Wolff.) Der Aus­wärtige Ausschuß trat heute vormittag #u einer Besprecherg über die Lage in O b e r- s ch le f i e n Mammen. Der Reichs Minister des Auswärtigen Dr. Simons machte über die Lage in Oberschtesien eingehende Mit­teilungen, die sich folgendermaßen zusammen­fassen lassen:

Die Sage verschärfte sich und ist außer­ordentlich ernst. Die Aufständischen haben das gesamte Fndustrierevier, sowie die Kreise Pleß, Rybnik unb den Ostteil des Kreises Ratibor in ihrer Gewalt. Die deut­schen Beamten sind pvar noch an Ort und Stelle, haben aber keinerlei Funktionen mehr: desgleichen sind sämtliche deutschen Direkt fcorett von heft Gruben und Werken vertrie­ben. .Der Belagerungszustand ist von der Fnter'alliiorten Kommission auch auf die Kreise Gleiwilz-Stadt und -Land ausgedehnt. Die Interalliierte Kommission, sowie die Kreiskontrolleure geben offen zu, daß es sich lediglich um einen polnischen Aufstand handelt.

Berlin, 5. Mai. .WTB.) Ter auswär­tige Ausschuß des Reichstag trat b?ute nach mittag 6 Uhr no chm als $ Wammen und bc sckäftigte sich weiterhin mit dorn Aufstand in Ober- schlesien. Tie Besprechung war wieder vertrmilich.

Verschärfnng der Lare.

Oppeln, 4. Mai ^WTB.) Im Lause dos brütigen Tages l>at sich die allgemeine Lage in Odors --lesien weiter verschärft. Tie pol- ni'dr ^lufruhrbcwogung wurde w.itrr nach W-sten vorgetragen. Tie Nachricht von der Abberu­fung Korsantys als Abstimmungs- kommiisar wrd von den Führern der ober fchlesische-i Bevölkerung cinstimmig dahin lcwertrt, daß Korsantn nunmehr in der Lage ist. d e F ü h - rung des Aufstandes zu übernehmen, obn? die Warschauer Streife lifoäuMen. Die Auf­ständischen beherrschen im aCmemeinen das Gebiet fübiidi der Linie RofmbergRoefowsta und Groß- SirölitzSliribr-in: nack) Weiten hin wird das Aufstaeidsgebiet durch die Oder begrenzt Tie heute morgen von Ratilor aus begonnene Säuberungs­att oi'. der italicnifdm Truvvei im Kreise Ryb ii i r tomtc nad) den bisher tyrfiegenben Nach- rid)tcn Erfolge noch nickst zeittge-i. Im Laufe des Tages liefen z<chl.eich? Meldungen ein, aus Daten herwrgett, daß die Aufftw di che.i flxnfc Unter stützung durch Bewaffnete erhielten, die über die polni'de Grer-c lamm; auch würben zahlreich: Munitionst-'anstorte, erhebliche Waffen men gen aller Art. SaiiitätSmaterial und Feldküchen über die Grenze gebracht. Aus rahlretdiei Otten wird gemeldet, daß tre Aufsmndifchen Zwangs aus- bebungen ro.nehme.i: auch ro.irbm überall Ge- sparme unb Futtermittel reguirieil. Ebenso zahl­reich sind die Nachrichten über Terrorerschei- n u n g e n fckllmmürr Att Auch neue Blut­taten werden gemeldet. Tie Lage in

den Städten hat sich zweifellls sehr erheblich Mgefpitzt. Tas gilt im be­

förderen für Gleiwitz. Nach beu letzten über­ein stimmenden Meldungen >trb f-arke polni cke Kräfte in der Richttmq am Gleiwitz rotttrweg-'. Ter italienische Kreiskon rroll e u r t. in Richt ersdo ri von den Polen eingt- fchloffen. Fn Gleiwitz nxfe:t beute ar nahend taufenö Flüchtlinge aus dem Lw drei e em. Aus dem £o5Ü>: werben zahlreiche Ttiiifdre_nrri re, b - I fonders Lehrer, verschleppt und gefangen s- -I fett Dir demsche Gemeinde Schönwa.d bet Giet-s

Witz wurde baue von Aufständisckxrt '.entzt Tic Stadt Hindenburg ist ebenfalls in K*x Besitz tzer Aufständrsdieii nefoninten. Tic Arveiter aut ?er Redeichüttc ui.b dem Borsigivink umrden be­reits gester.i von Aufständischen mit der Waste ui der öanb gezwungen, die Arbeit ltiederzuloie.t. Im Landkreis Beul Heu würbe Tentfd^-PiSkar besetzt. In der Okitenb von S-hrvieutvdOn'itz iinb eine starte Ansammlung polnis^er Aunühprr s.-r- gestellt. Im Mreife Gr o ß-S tretttz ii d mrr* in ehr säst sämtüche Laudremeinden in der Hand bet Polen. Uni den Besitz bei ^labt Grotz- 2 tret itz wird beuhe zwisckxt.i den Truppen t c r interalliierten Srommtf (ton und beu Ausständischen heftig flefämpit. Im Kreise Rosen berg ist eine Vcrsdstimmermig b/er Lage zu verzevchteit Im Kreise Rati.bor sanden luftige Kämpfe.urnj'drn imltcnfchen Tru:-- pe» unb Aufständischen statt. Ans den Sheiien Rybnik unb Plctz schien Einzelheiten

Die vinsiellung Deutscher in die Abstiutmongspolizci.

Oppeln, 6. Mai. (WTB.) Hier wird fol­genden Ausruf Der breitet: Tic interalliierte Stvmmission bat beschlossen, 2000 Deutsche, möglichst Oberschlesier, in die Apo ein- z ii ste l l en. Jeder junge Deutsche melde sich nach­mittags 2 Uhr int Gymnasium, Zimmer 6. Bor allem sollen fick ehemalige Offiziere, Beamte usw. melden. Militarpapicte finb mitzubringen, mög­lichst auch Wäscht unb Stiefel. Deutsche Orbeu als Erkennungszeichen ntitbringen. Es geht um bic Heimat.

Eine polnische Kundgebung gegen England.

L o n d o n, 5. Mai. (WTB.)Daily Ex­preß" meldet aus Warschau vom 3. Mai, daß dort eine polnische Demonstration gegen England veranstaltet wurde. Eine große Menschenmenge zog unter dem Ruse Nieder mit England" an der britischen Ge­sandtschaft vorbei und versuchte mit Gewalt in den Hof der Gesandtschaft einzudringen, um) einen schriftlichen Protest zu unterbreiten. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen,, eine Audienz bei dem britischen Gesandten zu' erlangen, wurde die Menge schließlich von der Polizei zerstreut. Eine ähnliche Demonstra­tion wurde vor der italienischen Gesandtschaft veranstaltet.

Korfanty.

Berlin, 4. Mai. Nach einer Meldung desLokalan^eigers" will sich Korfanty heute zum Diktator Oberschtesiens ausrufeu lasten unb eine polnische Negierung innerhalb der Greußen der ÄHrsantvlinie bil­den. Die Warschauer Regierung haoe auf di« Kunde hiervor Korfanty seines Amtes als poluischeit Ptebiszitkommissar enthoben Laut Meldung derBossisclu'n Zeitung^' aus Breslau stehen in Oberschlesien den Bc- satzungstruppen ungefähr 50 000 bewaffnet* Insurgenten gegenüber. In Oppeln griff die Arbeiterschaft zu Abwehrmaßnahmen gegen die Polen und sperrte beu elektrischen Strom für lSebäube, in denen polnische Hetzblätter erscheinen.

Korfanty fvrdett in einem Aufruf die ober- sdstesiscke Bevölkecung vn Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordmmg auf und droht strenge Strafen für Raub, Mord imb Ti-bjvchl an; Todesurteile bedürfen seiner Bestätigung.

Ter ton K'rsa'ltnernannteCberfomman« baut der Aufständischen, Dowiva, relaxt in feinem ersten Tagesbefehl, das; das Ergebnis der Abstimmung von ber Welt nicht anerkannt roerte unb daher die polnischen Rechte mit ber Waffe in der Hanb bewahrt werben müßten. Er ordnet au, daß die geheimen deutschen Militärvrgani^ fationen Ku entwaffnot feien, der friedllcheu deut­schen Bevölkerung gegenüber aber btt ber ganzen Welt betamite volniscie Toleranz (!) -u -rigen fei Gegen die alliierten Behörden solle mau sich bnal verhalten und unbedingt jeoen Konflikt mtt diesen vermeiden.

Nach einer Meldung der polnischen Telegra­phen-Agentur sandten b-,e Führer der polnischen Aufstandsbewegung in Oberfchesien an den Ober­sten Ra t, yi HLiden Lloyd Georges, ein Telegramm, nvrin sie mit 3 er ft ö rung ber industriellen Anlagen drohen, falls ihren Wünschen nicht antsprvchen werde.

Breslau, 5. Mai. Wolff.-"Kor fan tv hat ]i<h gestern abend zum Z ivi7- u n b M i l't- tärgouverneur von Oberfche'ien ausgerusen.

B c r I i n, 5. Mai. (Wolff.f Am 4 .Mai würbe in Berlin rin offener Warschauer Funk- spruch aufgerangen, d-r besagt, daß Korfanty unb em gewisser Nowina-^liwa sich an bie Spitze der polnischen AufstandSbewe- gung in Lberfchlriien gestellt hätten. .Der beutfcbe Gefchäststräger in Warschau ist anqenriefen worben, bei ber polnischen Regierung Äufllärung über bieten Funkspruch zu fordern.

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Leine Zurückziehung der amerikguischeL Truppe«.

Washiugtou, 5. Mai. (Wolff.) Wie aus amtlicher Quelle nritgetellt wirb, er­wägt man iu keiner Weise Die Zurück­ziehung oer amerikanischen Be­satzungstruppen vom Rbeine.