Ausgabe 
5.10.1921
 
Einzelbild herunterladen

LImstände eingesührt toerben, im Gegensatz juftooDt t|t Schillers »05 allen TT bisher. Es wird dem Geschworenengericht dadurch g i e vorgesehen, und zwar werdet

ein -X rtro -

auch ein grober Einfluh auf das Strafmaß ein-

Dachläufe sind gana ausgetrvcknet. besonders hat das Vieh unter dem Wassermangel sehr

leiden.

du

Die

nächste

Oberschlefier

er so" ge^cht sein v e r f a m m l u n g findet morgen abend 8> Uhr können was bisher nicht immer der Fall war. im Postkeller statt. *

Zn Sinne dieser strafmildernden Pendenz liegt, - Aus dem S ta d t t b e a t e r b u r ea u.

es daher, wenn bei allen Delikten mildernde! Als erste Klassikeraufführung nachWas ihr

Fahrraddieb st ah l. Gestohlen wurde am Dienstag ein Fahrrad Marke »Opel Blitz" mit schwarzem Rahmmbau und Felgen, im Werte von 1000 Alk. Bor Ankauf wird gewarnt.

** Silberne Hochzeit feierten gestern Zugführer Emil Kallenbach und dessen ®bc= rau geb. Luckmann.

* ..D i e Frauen von G n a d e n st e i n. Mit erschütternder Tragik vollzieht sich in die­sem von Thea v. Harbou und Joe May verfahten Film, der biS Donnerstag im Lichtspiel­haus abrollt, das Schicksal einer Frau, die ihrer Liebe ein Opfer bringen zu können glaubt das die der menschlichen Ralur gesetzten Grenzen überschreitet. Margareth? Schön und Grete Dierks verkörpern die Hauptrollen in so hervorragender Weife, dah der Zuschauer völlig in den Dann der Handlung gezwungen wird.

^ornolizerr.

Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater. Beginn der Winterspielzeit,Was ihr wollt".

Hessen-Nassau.

Die Edertalsperre ohne Wasser.

spd. Kassel, 4. Okt. Wenn schon im Som­mer 1920 die Gebiete, die der Lieberlandzentrale Sdertalsperre angeschlossen sind, unter einer Wasscrnot zu leiden hatten so entwickeln sich jetzt infolge der seit dem Frühjahr andauernden Dürre lccadezu katastrophal? Verhältnisse Die (Sbertal- Perre ist schon fast leer; sie gibt täglich ea. eine Million Kubikmeter Wasser für die elektrische Stromversorgung ab und wird in etwa 10 Tagen

Aus Stabt und Land.

Giehen, den 5. Okt. 1921.

Menschen, die sich selbst verkausen.

Es gibt auch heute noch Leute, die glau­ben, den eigenen Körper schon bei Lebzeiten zu wissenschaftlichen Zwecken verkaufen zu können. Wie wir vom hiesigenAnatomischenIn- st i t u t erfahren, melden sich, wenn auch nicht allzuhäufig, Leute, teils brieflich, teils münd­lich. Meist werden diese Menschen wohl durch »itterste Not zu diesem Schritt getrieben Wor­ten sein. Die Persönlich ihren Körper an­bieten, geben in der Regel an, sie hätten von einem Freund oder sonst wem erfahren, daß die Anatomie Menschen ankaufe. Einer meinte ogar empfehlend, er lebe ja doch nicht mehr lange und die Anatomie werde bald Die Freude haben, ihn zu bekommen.

Aus unserer Rachbarstadt Marburg wird hierzu gemeldet, dah sich immer häufiger Leute an das dortige Anatomische Institut wenden und für den Todesfall ihren Körper anbieten. Fast täglich würde dort das Institut von Menschen aufgesucht, die einen solchen Eigenverkauf gleich auf der Stelle abschliehen wollen. Roch zahlreicher seien die schriftlichen Angebote. Die Mehrzahl der Meldungen komme übrigens von jugendlichen Personen. Der Unfug sei in Marburg so groß, dah die Universität selbst in einer Bekanntmachung dagegen Stellung nehmen muhte.

Solcher Selbstverkauf ist selbstverständlich ein Unding. Einen Ankauf von Menschenkör­pern hat es nie gegeben und ist auch gesetzlich unmöglich. Und wie sollte die Universität auch vorgehen, um dann wirklich in den Besitz eines o gekauften Körpers zu gelangen? Den Leu­ten, die sich beim hiesigen Anawmischen Insti­tut melden, wird denn auch gleich gehörig der Kopf gewaschen. In letzter Zeit sollen übrigens )ie Angebote in Giehen abgenommen haben. So hätten sich in diesem Jahre erst etwa sechs briefliche Anerbieten eingestellt, wozu noch einige persönliche kämen.

Neue Briefmarken.

Wie dieBoss. Ztg." erfährt, hat die Reichs- druckerei soeben nach den Borlagen des Brief­markenwettbewerbs eine neue Reihe von Freimarken fertiggeMt. Es sind dies Mar­ken im Werte von 60, 80, 100, 120, 150 und 160 Pf , die Bilder von Schmieden sowie Berg- und Landarbeitern aufweifen. Der Entwurf stammt von dem Münchener Maler Paul Reu, der bei dem Driefmarkenwettbewerb mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden war.

Der (Entwurf eines neuen deutschen Strafrechts.

Bortrag von Prof. Dr. Ritter von Frank, derz. Rektor in München.

Giehen, 4. Okt. 1921.

In überaus dankens- und anerkennenswerter Weise hat es der Hessische Richterverein ermöglicht, Prof. Dr. Ritter von Frant aus München in einem Bortrag über den Entwurf eines neuen deutschen Strafrechtes Horen zu kön­nen. Bei dem hohen Ansehen und der groben Achtung, die Prof. v. Frank in Theorie und Praxis allgemein genieht, war es nicht zu ver­wundern, dah eine große Anzahl Juristen und Richtjuristen zusammenkam, um den trefflichen Ausführungen des groben Gelehrten zu folgen. Haben doch die älteren Juristen in Hessen fast alle ihre strafrechtliche Mrsbildung an der Uni­versität von Frank, als er hier las, erhallen und kennen ihn alle Juristen aus seinem, immer gern zu Rate gezogenen Kommentar über das Reichs- strasgesehvuch.

r.

Dah das z. Zt. noch geltende Reichsstraf­gesetzbuch schon lange nicht mehr den modernen Ansprüchen entspricht, war man sich lange Jahre 5or dem Kriege bewuht. Bereits im Jahre 1902 perief das Reichsjustizministerium eine Kommis- lion, der weitere folgten, bis der große Krieg tte Arbeiten, nachdem ein Entwurf im Jahre 1909 erschienen war, unterbrach. Eine neue Kommission stellte im Jahre 1919 einen neuen Entwurf her, an welchem Frank selbst beteiligt war. Er wie kaum ein anderer war daher berufen, seine Zu­hörerschaft mit dem Geiste dieses neuen Ent-

geräumt. Es gibt Fälle, die sich in den Tat­bestand einer strafbaren Handlung einordnen lassen, die aber leicht sind, bei denen der ver­brecherische Wille und die Folgen ganz gering sind. Hier soll der Richter unter ilmftänben ganz von Strafe absehen können. Dagegen soll bei ungewöhnlich großen verbrecherischem Willen und schweren Folgen der Richter über das Strafmah hinausgehen können. (Beide Reueinführungen be­zeichnete Frank als recht bedenklich)

Boraussetzung der Strafe ist die Schuld. Diese ist wieder bedingt durch die Zurechnungs - f ä b i g t e i t. Rormalerweise sind alle Erwach­senen zurechnungsfähig. Wer an Geistesmängeln, Bewußtlosigkeit, krankhafter Störung derGeistes- tätigleit, Geistesschwäche leidet, ist nun noch nicht ohne weiteres unzurechnungsfähig; er muh von diesen Mängeln auch beeinflußt sein. DerAus­schluß der freien Willensbestimmung" hat sich nicht bewährt. Zurechnungsunfähig soll nunmehr sein, wer das Llngesetzliche der Tat nicht einzu­sehen vermag. Daneben führt der Entwurf neu ein die verminderte Zurechnungsfähigkeit. Im Falle dieser ist die Strafe zu mildern, da­neben die obenerwähnten Sicherungsmahnahmen. Das Strafmündigkeitsalter wird auf 14 Jahre Heraufgeseht, das jugendliche Alter auf die Jahre zwischen 14 und 18 verlegt. Die Zurechnungsfähig­keit Jugendlicher ist zu verneinen, wenn wegen mangelnder sittlicher Reife das Llnterscheidungs- vermögen als noch nicht völlig ausgebildet zu erachten ist.

Die Lehre vom Bor sah und Fahrläs­sigkeit "erfährt keine Aenderung. Der viel- umstrittene Eventualvorsatz wird beibehalten, des­gleichen die Lehre vom strafrechtlichen Irrtum. Doch wird diese Lehre weiter ausgebaut. Wer z. B. irrtümlich eine Tat für erlaubt hält, soll milder bestraft werden. Ist der Irrtum schuldlos, soll Straffreiheit eintreten.

Die Lehre vom B e r s u ch bleibt dieselbe. Der Versuch mit untrüglichen Mitteln ist milder zu bestrafen. Borbereitungshandlungen bleiben mit einigen Ausnahmen straflos. Die Regelung der Teilnahme ist nicht glücklich geregelt. Richt bestraft werden kann, wenn nach bürgerlichem oder öffentlichem Recht die Rechtswidrigkeit einer Handlung ausgeschlossen ist. der Fall der Rot- wehr oder des Rotstandes.

o - - zwar werdenDas Lager"

und ,Die Piccolomini" noch im Oktober gegeben, während »Wallensteins Tod" am Geburtstage Schillers zur Aufführung gelangt

Internationale Ring- undBox­kämpfe in Gießen. Am Samstag beginnt hier, wie un£ mitgeteilt wird, im großen Saale des Hotels Einhorn eine internationale Ringkampfkonkurrenz um die Sieges­prämie von 6000 Mk. Außerdem winkt dem 1. Sieger ein sehr wertvoller Goldpokal. Ebenso werden große Boxkämpfe umExtrabörsen"

Kreis Schotten.

Ruppertsburg, 2. Okt. Auf Veran­lassung des Kreisobstbauvereins wurde in un­lerer Gemeinde eine Ortsobstausstellung veranstaltet. Die hiesigen Obstz ich er haben ihr möglichstes getan, und all das schöne ausgestellte Obst, auch Gemüse und Kartoffeln, Konserven und Trauben, wurden sehr bewundert.

Vom oberen Vogelsberge, 1. Okt Durch die Trockenheit haben viele Quellen versagt und liefern gar kein Wasser mehr, be- onders sind es solche, die an Bergen gelegen, ast den ganzen Tag über der Sonne ausgesetzt waren. Viele Gemeinden sind genötigt, neue Quellschürfungen vornehmen zu lassen. Manchmal wurden die Quellwasserleitungen einen ganzen Tag lang abgestellt und das Dorf nur jeden zweiten Tag mit Wasser beliefert. Kleine

ausgetragen. Bis jetzt sind 10 Ringer und Boxer von Ruf gemeldet und die Bedingungen sind derart ausgeschrieben, daß nur die Besten in bie Entscheidung eintreten können. Fast alle Kämpfer, die gemeldet, sind Vertreter der Mittel­gewichtsklasse, und gerade in dieser Klasse sind die flottesten, hervorragendsten Kämpfe zu er­warten. Vor den Kämpfen wird ein aus­erlesener Varietß-Epielplan die Besucher unterhalten. Unter Kontrolle des 3nternatio- naten Ringer-Verbandes, Sih Berlin, ist von diesem die Leitung der Kämpfe und Berichterstat­tung über ehrliche Durchführung dem bekannten Frankfurter Sportlehrer Karl Fürst übertragen worden, so daß für einwandfrei geführte Kämpfe garantiert werden kann.

Wettervoraussage

für Donnerstag:

Wolkig, vereinzelte leichte Riederschläge, mild, südwestliche Winde.

Der gestern in Richtung Rordsüd über Mittel» eurova liegende Hochdruckrücken hat sich in ein ausgedehntes Hochdruckgebiet verwandelt das vor­läufig keine wesentliche Zugrichtung aufweist. Un­ter diesem Einfluß und dem des westlich Englands stehenden Tiefs, das langsam nach Rordosten zieht, haben wir für morgen keine Aenderung des Wet­ters zu erwarten.

Landkreis Gießen.

i). M a inzla t, 2 Oll. Die Feier des fünf» u d warzi sten Dienst ubiluun s der Deka atskran- kenlchwester Elisabetye G r ö l z verlief in schlichter, würdiger Weise. Eine größere Airzahl Gratulan­ten l -tte sich eingefunden, darunter alle Dekanats-- rn. Unter entsprechenden Ansprachen wur- den ^schenke überreicht vom Dekanat, den Vor­ständen der Frauenvereine Daubringen und Mainzlar.

Kreis Büdingen.

n. Lindheim, 30. Sept. Trotz entgegen­stechender Gerüchte ist unsere Hauptsehenswür- digkell, der Hexenturm, immer noch vor­handen. ES war allerdings beabsichtigt, das alte Gemäuer abzutragen, was jedoch vom Denkmalsschutz verhütet wurde. Rur ist es schade, daß der jetzige Besitzer des Parkes, worin der Hexenturm steht, niemand zur 'Be­sichtigung einläht. Vielleicht ist es der Behörde möglich, die Erlaubnis des freien Eintritts in den Park an gewissen Tagen und Stunden zu erlangen. Geschichtsfreunde und Schulen sind dafür gewiß dankbar.

Kreis Alsfeld.

i. Elbenrod, 3. Okt. Die Kartoffel­ernte ist nun auch hier ziemlich zu Ende. Wenn auch die Erträge bei weitem nicht an die des Vorjahres heranreichen, so kann immerhin von einer guten Mittelernte gesprochen wer­den. Den eigenen Bedarf hat fast jedermann, auch der geringste Arbeiter, geerntet. Die diesjährige ® e treideernte war gut und lieferte reichen Körnerertrag. Die Wiesen lieferten dagegen eine völlige Mißernte. Die Folge ist nun eine allge­meine Futterknapphcit. Schon seit Wochen sieht man auch die reichsten Bauern mit ihren großen Viehbeständen auf der Weide. Wie groß die Trockenheit unseres Jahres ist, beweist die Tatsache, daß unser sogenannter Schulbrunnen, der noch niemals versagte, zellweise' tetn Wasser hat. Um der allgemeinen Landnot abzu­helfen, hat die Regierung zu Siedlungs­zwecken Teile der hiesigen staatlichen Wal­dungen abhvlzen lassen und an die unbe­mittelte Bevölkerung pachtweise abgegeben. Gegen­wärtig ist man mit dem Sprengen der Wurzel­stöcke beschäftigt.

Kreis Lauterbach.

X Lauterbach, 4. Oll. Zu zwei öffent­lichen größeren Wählerversammlungen, die, wie man uns mitteilt, trotz der für die Landbevöl­kerung ungünstigen Jahreszeit außerordentlich gut besuch! waren, hatte die Deutschnatio­nale Volkspartei am vergangenen Sams­tag und Sonntag nach Schlitz und Lauter­bach eingeladen. Als Redner sprach der für bk bevorstehenden Landtagswahlen in Oberhessen als Spitzenkandidat in Aussicht genommene Prof Dr. Werner-Butzbach über die politischen Vor­gänge im Reich und in Hessen. Obwohl auch Gegner zahlreich zur Stelle waren und den Red­ner häufig zu unterbrechen suchten, kam eine Aus­sprache nicht zustande. Prof. Dr. Werner erntete ür seine ausführlichen Darlegungen allseitigen Beifall.

Wurfes bekannt zu machen.

. Wie das Reichsstrafgesehbuch. geht der Ent­wurf davon aus, daß ohne Schuld keine Strafe. Doch ist das Verfchuldungsprinzip schärfer her- vcrgehoben als bisher. Das äußert sich na­mentlich bei den sog. qualifizierten Verbrechen, z. D. bei der Körperverletzung mit tödlichem Er­folg, bei welcher nunmehr stärker als bisher ge­fordert wird, dah der Erfolg, der Tod, vorausseh­bar war. Je höher die Schuld, desto höher die Strafe. Dieser Grundsatz äußert sich namentlich beim Rückfall. War bisher zur Konstruktion des Rückfalles erforderlich, daß unter gewissen Vor­aussetzungen ein und dasselbe Verbrechen mehr­mals begangen werden mußte, genügt nunmehr, daß der Verbrecher auch durch verschiedene Ver­brechen rückfällig werden kann. Es 'oll damit der Gewerbs- und Gewohnheitsverbrecher getroffen tverden. Das bewirkt einen größeren Sch.ih der Gesellschaft vor dieser Kategorie von Verbrechern als es bisher der Fall war. Weiterhin soll man diese Verbrecher durch Verweisung in Sicherunqs- Verwahrungsanstalten auch über die Zeit der Strafhaft hinaus, bis zu 3 Jahren, unschädlich machen können mit der Möglichkeit der toiberruf- tKfcen Entlassung bei guter Führung. Bei der Verhängung von Geldstrafen sollen mehr als bisher die persönlichen Verhältnisse des Ver­brechers berücksichtigt toerben. Es soll daher dem rrlcrcJ>ur$ bie Möglichkeit des bedingten Straf- wlsschubs, auch bei Freiheitsstrafen, mit einer Bewährungsfrist Gelegenheit gegeben sein, ohne strafend vorzugehen, den Verbrecher zu bessern. Degen Jugendliche, die nunmehr alle zwischen 1418 Jahre alten umfassen, soll auf Freiheits­strafe nur dann erkannt werden, toenn sonstige Erztehungomasmahmen aussichtslos erscheinen Als solche sollen, auch für die über 18 Jahre alten emgesührt werden Verweisung in Heil- und Pslegeanstalten. Trinkerheilanstalten, Arbeitshäu­ser, Verwahrung Gewerbs- und Gewohnheitsver­brecher, endlich Ausenthaltsverbote. Lind uoar Wl bie Cmafnabm der Richter treffen können, Nicht wie bisher die Verwaltungsbehörden Die Verweisung in ein Arbeitshaus ist nunmehr bei allen Delikten möglich.

Eine große Ausdehnung erfährt das freie richterliche Ermessen. Der Richter soll nicht mehr der Sllave des Gesetzes sein, nicht durch formelle

Postkarten in Ortsverkehr 50, nach dem Reiche 75 Pf. kosten, Telegramme werden auf 50 Pf. für das Wort, Briefe auf 12 Mk. je nach Ge­wicht kommen. Die erneute Preissteigerung wird mit dem Defizit der Reichspostverwaltung zwei Milliarden, 45 Millionen begründet.

Für die bedürftigen Volksschichten.

Berlin, 4. Okt. (Priv.-Tel.) DasBerl. Tageblatt" will zu der vom Reichskanzler in seiner letzten Reichstagsrede angefünbigten großen Aktiv n für bie bebürftigen Volksschichten besonders für Rentner, Pensionäre unb notleibenbe Angehörige bes Mit- telstanbes erfahren haben, daß die Reichsre- rtegung beabsichtige, die Aktion möglichst noch vor . dem Einbruch des Winters in Gang zu bringen. Ein Teil der Aktion soll sich aus die Invalidenrent- ner beziehen, wofür eine Erhöhung der So­zialrenten geplant sei, während ein anderer Teil des Llnterstützungswerkes eine Unterftübung aller bedürftigen Kreise vorsieht. Man denkt hier­bei vornehmlich an die Kleinrentner. Für die Mtion werde ein Milliardenbetrag aufgebracht werden müssen.

Wiederbeginn der Kriegsbeschuldigtenprozesse.

2 e i p z i g, 5. Okt. Bor dem Reichsge­richt beginnen in nächster Woche wieder die sogenannten Kriegsbeschuldigten- prozesse. Die Verhandlungen erstrecken sich zunächst nur auf Armeefälle.

Aufhebung des bayerischen Ausnahme­zustandes.

Berlin, 5. Okt. Wie dem B.T. aus München gemeldet wird, wird die bayerische Regierung gemäß ihrer Verabredung mit der Reichsregierung heute eine Verordnung herausgeben, durch die der Ausnahme­zustand in Bayern vom 15. Oktober an auf­gehoben wird.

Eine interessante Abstimmung im Münchener Stadtrat.

München, 4. Okt. (WB.) Der Stadtrat lehnte mit den Stimmen der Bürgerlichen unb Mehrheitssozialisten gegen die Unabhängigen und Kommunisten einen Antrag ab, wonach Wäsche und Kleidungsstücke im Werte von 80 000 Mark aus der städtischen Warenausgabestelle des Roten Kreuzes für die Rotleidenden in Rußland über- wiesen werden sollten.

den elektrischen Betrieb ganz ein« stellen müssen. Zu einer einigermaßen befrie­digenden Abhilfe dieser Rollage Hai der Aveck- verband des Lieberlandwerkes Edertalsperre die Erbauung einer neuen Dampfzentrale in der Um­gebung von Kassel beschlossen. Das neue Werk soll mit heimischer Braunkohle gespeist werden.

Der Konflikt in der chemischen Industrie.

fpd. Ried, 4. Okt. Die Gemcindevertre« tuna bewilligte in einer gestern früh stattge­fundenen dringlichen Sitzung vorläufig 100 000 Mark zur Unterstützung der bedürftigen AuS- gefperrten. Hiervon sollen die Verheirateten der Höchster Farbwerke die Woche 100 QRL, die Ledigen 75 Mk. Zuschuß erhalten. In be­sonderen Fällen ist die Wohlfahrtskommission auch berechtigt, einen höheren Zuschuß zu ge­währen.

8

nie. Frankfurt a. M., 4. Okt. Der StreikderZeitunaSträgerinnenist durch Bewilligung erhöhter Lohnsätze been­det. Das neue Abkommen läuft bis 31. De­zember 1921, jedoch mit dem Recht Der Künd­barkeit auf 1. Dezember 1921, wenn inzwischen eine wesentliche Aenderung der Lebenshaltung

fpd. Frankfurt a. M., 4. ölt. Der Postsiedlungsverein Frankfurt a. M. legte am Rebstöcker Wald den Grundstein für 120 Wohnhäuser. Jedes HauS erhält drei Aar Gartenland. Die Baukosten für ein HauS sind aus ungefähr 96 000 Mk. veranschlagt. Der Bau der Häuser soll derartig beschleunigt werden, daß bereits im Frühjahr 1922 die ersten Wohnhäuser bezogen werden können.

mc. Frankfurt a.M., 4. Okt. Allen in der Frankfurter Wohlfahrtspflege be­findlichen Personen soll zum kommenden Winter wie im Vorjahr eine besondere Beihilfe gewährt werden, die sich auf Schulkinderpeisungen, Zuschüsse zu den Kosten fzr Milch, des Brennmaterials und der Lebensmittel erstreckt. Der monalliche Auf­wand beträgt hierfür 645 000 Mk. Die Ge- samtkostev ,'! r den Lauf des Winters belau­fen sich auf Z?00 000 Mk.

Landwirtschaft.

** Der Kartoffelpreis. Das Be­zirksamt B e r n e ck in Oberfranken fordert im Amtsblatt die Bauernschaft auf, der Preis­treiberei in Lebensmitteln ein Ende zu machen und erklärt, daß 35 Mk. für einen Zentner gute Speisekartoffeln ein durchaus angemes­sener Preis sei.

ra. Krofdorf. 3. Okt. Der Ertrag bet Kartoffelernte ist weit geringer als man hoffte. Infolge ber bürftigen Futterverhältnisse ist bic M i lcherzeugung sehr zurückgegangen. Diele Lanbwirte müssen Heu unb Stroh anlaufen, um ihren meist geringen Viehbestand durch den Win­ter zu bringen.

B. Aus dem südlichen Vogels­berg, 3. Okt. Mit der Kartoffelernte brauchten sich die Landwirte in diesem Jahre nicht lange aufzuhalten. An dem überaus ge­ringen Ertrag ändert die Tatsache nicht viel, daß auf einzelnen feuchten Aeckern eine gute Durchschnittsernte zu verzeichnen ist. Mancher­orts können die einheimischen Richtselbstder- sorger nur mit Mühe beliefert werden, wenn der Bauer sich die Steckkartoffeln für das kommende Jahr sichern will. Mit einer nen­nenswerten Ausfuhr von Kartoffeln aus hie­siger Gegend wird wohl in diesem Herbst nicht zu rechnen fein. AuS verschiedenen An­zeichen schließen die wetterkundigen Landwirte, daß ein früher und strenger Winter kommt. Die Rächte bringen bereits eine selbst für das rauhe Klima des Vogelsbergs überaus starke Abkühlung.

J_ Aus dem Vogelsberg, 2. Okt. Die Aussaat des Roggens ist in vielen Gemeinden bereits beendet. Man sieht schon vollständig grüne Roggenäcker. Bei Dirlam­men und Rixfeld ist die junge Saat auf ein­zelnen Aeckern fingerlang.

Holzhausen, 2. Okt. Eine Anzahl hiesiger Landwirte errichtete auf Anregung der KreiSstelle Friedberg des Verbandes der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaf­ten eine Landwirtschaftliche Be­zugs- und Absatzgenossenschaft mit dem Anschluß an die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft in Darmstadt.

# Wenings, 3. Oft. In dieser Woche werben bie Fohlen 32 an ber Zahl, bic während des Sommers auf der Fohlenweibe »W e n i n g s" waren, von ihren Besitzern wie­der abgeholt. Trotz der Trockenheit haben bic Tiere ein wohlgenährtes Aussehen.

(8erid)tsfaal.

Berlin, 4. OIL (Priv.-Te^) Der Arbeiter B o e h n k e, welcher am 22. Rodember 1920 in der Stargarder Straße in Berlin flammen mit dem dafür zu 12 Jahren Gefängnis verurteilten Arbeitsburschen Rieding die Witwe Gillrrt er­mordete unb beraubte, würbe zum Tobe ver­urteilt.

Mainz, 3. Oft (WTB.) Das Schwur­gericht verurteilte heute den Arbeiter August S e m m aus Weisenau, der nach vorausgegonge- nem Wirtshausstreit in dem genannten Orte einen anderen Arbeiter auf der Straße durch einen Stich in den Hals getötet hatte, unter Zubilligung mildernder ilmftänbe zu 2/2 Jahren Gefängnis.

vermischtes.

Sine neue Art der Herstellung des Wasser» stoffeS.

Paris, 4 Ott. (Wolff.) Dem »Matin" zu­folge soll es einem französischen Gelehrten namens E1 au ö c gelungen fein, eine neue Art ber Herstellung des Wasserstoffes gefun­den zu haben, die es gestatten würde, mit den Deutschen in der Herstellung des Ammoniaks zu lonturrieren. Rach dem neuen Verfahren läßt man Wasserdampf durch glühende Kohlen liehen.