gen nicht durch eine OnterDention des Dblker- bundeS «"töten dürfe. Nichtsdestoweniger richtete der Völkerbund ein neues Ansuchen an die Ententemächte, sie möchten die Lösung der MandatsfT-nae möglichst beschleunigen, damit auch der Völkerbundsrat so bald wie möglich die definitive Lösung dieser ihm aufgetragenen Aufgabe vollziehen kann. Daraus erhellt, daß diese Frage vorerst nicht auf die TageSord- pung der gegenwärtigen Session gesetzt werden wird.
Genf, 3 Sept. (Wolff.) Der Dölker- b u n d S r a t beschäftigte sich heute mit der Fraae der russischen Flüchtlinge, die in Genf bereits vom 22. bis 23. August vor- beraten wurde, Heute handelte es sich darum, die Befugnisse des zu ernennenden Ober» kommissars des Völkerbundes für diese Funktionen festzusetzen. Falls Dr. Nansen, den man für diesen Posten in Aussicht genommen bat das Amt annimmt, wird eine neue Konferenz einberufen.
G e n f 4. <3eht. ('Tßölff.) Unter dem Vorsitz des ’M:enifrf)en Dclpaiptten Schanzer dielt gestern nachmittag die Kommission für bie E i n s ch r ä n - t u n a e n der Nu st un gen eine Sitzung ab. in der beschlossen wurde, die von her Hnterkommission ansgearbeiteten Berichte dem Völke'-bundsrate und der Vollo^i-simmlung vorzuleaen. Es bandelt sich nm die Berichte der drei tlnterkommistivnen für Statistik, die einen ausführlichen Fragebooen ausarbeiteten worin die Neaierunaen Angaben machen sollen über die militärischen Aufwendungen üifto. 5)terouf folgte eine allgemeine Diskussion über diese Berichte Dabei machte der englische Delegierte Fisber die Bemerkung, bah die Vorbedingunaen au einem ehrlichen offenen Mei- m-ngsaustausch nicht gegeben sein, da die Vereinigten Staaten. Deutschland und Nu bland dem Völkerbunde nicht an- -zehörten Es wäre daher möglich, daß aus diesem Gnlnde manche Negierung die Antwort auf einzelne Fraoen verweigern werde. Dadurch wäre die Autorität des Völkerbundes geschwächt. Erst wenn alle Staaten Mitglieder des Völkerbundes leien, könne er fragen was er immer wolle. Dagegen führten bc-* itastpnische Delegierte Schanzet unb der französische Sozialist Ioubaux aus. bah ber Volkerbunb eine entschiebene Aktion für bie Gin- fchränkung ber Nüstungen unternehmen und fort- fetzen müsse, und bas umsomehr, als bie Einberufung der Washingtoner Konferenz dieser Frage eine erhöhte Bedeutung gebe. Sollten einzelne Re- gierunaen bie Antwort verweigern, so könne das die Autorität des Völkerbundes nicht schwächen. Außerdem seien gemäh Artikel 8 des Paktes die Neaierunaen - u r Antwort verpflichtet. Wenn der Völkerbund aber zögere, so gebe er seinen Mitoliebe'M baS Gefühl, bah sie von ihm nicht gestützt würden, was seinen allgemeinen Bankpi ott nach sich ziehen könne.
Die A b st i m m u n g in biefer Angelegenheit ergab 15 Stimmen für den Antrag, drei dagegen, eine Stimmenthaltung Somit wurde der Antrag der Hnterkommission angenommen. Es ist fedvch beabsichtigt, zunächst mit einer Samm- lung aller Statistiken ht dieser Frage zu beotnnen, unb nur, wenn es notwendig ist. wird man Fragebogen behufs Ergänzung ber Statistiken versenden.
Aenderung des Völkerbnndpaktes.
G"nf. 8. Sept. (WTV.) Die Kommission für Abänderungen zum Volkerbundpakte befahte sich eingehend mit dem Vorschläge ber kanadischen Negierung behufs Streichung des Artikel« 10 des Paktp« Dieser Artikel garantiert bekanntlich- den Mitgliedern des Völkerbundes ihre gegenfeitige territoriale Unverletzbarkeit, unb ihre politische Unabhängigkeit. Nach einem einaebenben Berichte von Balfour lEV^landi beschlvh die Kommission, bah es nicht möalich s»i. ben Artikel 10 gänzlich zu unter» Briefen Es wäre lediglich zu erwägen ob man seine Fassung ändern wolle Es entspann sich hinüber eine Debatte, ob diese Abänderung ent» toet^r in ber Form einer Abänderung zum Pakte ober durch eine Nesolution ber Vollversammlung erfolgen solle. Um sich bariiber klar zu werden. w"rde eine Hnterkommission mit dem Studium dieser Frage Betraut. Die ^Hnterkommission besteht auS Eecil Hurst (Eng- Ianb)r Epin (Frankreich) und Dr. van Hahnel, dem Direktor ber juristischen Sektion bes Völker- bunbes in Genf.
Die Erwägungen finben natürlich statt, um Amerika für ben Volkerbunb zu gewinnen.
Ein zn spätes englisches Zugeständnis.
Amsterdam. 3. Sept. (Dolfs.) Auf ber 30. Konferenz ber International Law Association im Haag sprach brr englische Gouverneur Sir Graham Bower über bie Frage ber Bewaffnung von Handelsschiffen. Bower, der bereits auf ber vorjährigen Tagung zu Porth» mouth ber beutschen Flotte unb ihren Ange- hö-i^en kameradschaftliche Hochachtung bezeugte und bie Anregung dazu gab, bah auf dem dortigen Grabdenkmal eines unbekannten Seemannes auch M Ehren ber gefallenen feindlichen Seeleite ein Kranz niebercclegt wurde, wandte sich zu Beginn seines Vortrages an bm neben ihm sitzenden Professor Niemever-Kiel unb erklärte, bah
Offiziere unb Mannschaften ber englischen Marine ihren Gegnern ber Kriegszeit biejenige Hochachtung entgegenbrachten, welche Helden vom Schlage des Grafen Spee und seiner tapferen Mitkämpfer ukomme. Er zweifle daher nicht, bah Engländer unb Deutsche bie Fragen bes Seekriegrechtes mit Nuhe unb Sachlichkeit erörtern lonnlen. welche unter Ehrenmännern, bie sich gegenseitig Hochachtung entnegenbrächten, üblich :Teicn. Bower trat für das Verbot ber Bewaffnung von Kauf fabrteischiffen im Kriege ein. ba im Falle ihrer Bewaffnung .den Unterseebooten nicht zugemutet werben könne, zur Warnung unb Untersuchung des seinblichen Handelsschiffes aufzutauchen. Der Antrag Bower wurde einer besonderen Kommission überwiesen.
Strenge Ucbcrfonrinittq des früheren Kaisers?
Paris, 4. Sept. (WTB) Havas läßt sich auS London melden, man erfahre, bah ber frühere brutsche Kaiser einer strengen Bewachung ber nieberlänbischen Behörden unterstehe. und bah ein Drahtverhau um seine Wohnung gezogen worben sei Der Ex-Kaiser habe nicht einmal bie Erlaubnis, bie Nebengebäude fr einer Villa zu besuchen.
Dr. Strecker in Genf.
Genf, 3. Sept. (WTB.) Die Konferenz der Bereinigungen für moralischen Fortschritt nahm eine von dem Minister Strecker in Darmstadt eingebrachte Ent - s ch l i e h u n g an, in der die Verwaltung der MandatSkolonien in freierem Sinne und ihre Nichtverwendung für militärische Zwecke gefordert wird.
Die ablehnende irische Antwort.
London, 4. Sept. Neuter. Die Sinn- feiner Haven die Friedensvorfchläge Lloyd George« abgelehnt.
Die irische Antwort erklärt, bah das Voll 3r[anb« keine freiwillige Union mit England anerkenne, sondern das fundamentale natürliche Recht in Anspruch nehme, frei für sich idbit zu wählen, um fein nationales Geschick zu verwirklichen. Die 3ren hätten sich mit überwältigender Mehrheit für bie Unabhängigkeit ihrer Republik erklärt unb biefen Entschluß mehr als einmal bestätigt. Eaglanb handele, als ob Irland durch Abschluh einer Union mit ihm verbunden Ware, die eine Trennung verbiete Gestützt auf diese Theorie, nahmen Negierung und Parlament in England das Recht in Anspruch, über Irland zu herrschen und ihm Gesetze zu geben, selbst bis zu dem Grade, bah sie das irische Gebiet gegen den Willen deS Volkes teilen und jeden irischen Bürger, ber dieS ablehne, töten ober in« Gefängnis werfen. Die britischen Dominions seien alle gegen bie Herrschaft Eng- lanbs geschützt, nicht nur durch ein anerkanntes verfassungsmähiges Necht. sondern durch Tausende von Meilen, die sie von England trennen. Irland werde weder die Garantien der Entfernung noch de« Rechtes haben. Irland sei in zwei künstliche Staaten geteilt, von denen ein feder den ©tnfluh des anderen untergrabe, und bie betbc der militärischen und wirtschaftlichen Kontrolle Englands unterworfen seien.
Die irische Antwort besagt schließlich. dah die Iren damit einverstanden seien, das; ein neutraler unparteiischer Schiedsrichter zwischen Irland und England entscheide Die Iren würden nur Widerstand leisten, wenn die Sngläder drohten, ihren Siandpunkt mit Gewalt zu unterstützen. Drohungen mit Gewalt mühten ausgeschaltet werden, um zu ermöglichen, bat? bie Bevollmächtigten zusammentreten, bie burct? keine Debingungen behindert würben außer durch die Tatsachen selbst. Die Bevollmächtigte.-! mühten willens sein, die Streitpunkte nicht durch einen Appell an die Gewalt zu lösen, sondern durch Bezugnahme auf einen leitenden Grundsatz, über den ein gemeinsames Einverständnis herrsche. Die Iren schlugen als Grundsatz vor- eine Regierung mit Einwilligung der Regierten. Dieser Grundsatz sei bie einzige Grundlage für die Beratungen der englischen unb irisch?" Vertreter. Aut dieser Grundlage sei Irland bereit, sofort Btvollmäch- tigte zu ernennen.
Die Nordische Woche.
Lübeck, 3. Sept. (Wolff.) Dem 'Festakt im Bürgerschaftssaale des Rathauses folgte mittags in Eröffnung der ersten Musterschau am Bismarck-Denkmal unb Rosengarten. Die reichbeschickte Ausstellung gab ein anschauliches Bild ber Leistungsfähigkeit von Lübecks Industrie und Handel. Anschlisßcnb fand im Ratskeller aus Einladung des Senats ein Frühstück statt. Beethovens »Fidelio" leitete abends bie Festspielreihe der Nordischen Woche ein. Nachdem gestern die Eröffnung ber Jahrhundert-Ausstellung der Lübecker Kunst in bei Katharinenkirchc vorausging, fand heute eine Führung burch bie Ausstellung statt.
Zu ber hn Rahmen ber Nvrbischen Woche veranstalteten Zusammenkunft ber Pressevertreter ber nvrbischen Länder mit den deutschen Pressevertretern vereinigten sich eine stattliche Anzahl Pressevertreter aus Norwegen. Schweben. Dänemark, Finnlanb unb Estland mit ihren beutschen Kollegen. Unter Leitung bes ge» schaftsführenden Vorsitzenden des ReichSverbMi- des der deutschen Presse, Richter unb bes AB- gjorbneten Redakteurs Dr. Piper fand eine rege Aussprache über die Organisationen ber Presse in ben einzelnen LSnbem statt. Senator Dr. KaikBrenner unb Senator Lewig nahmen im Auftrage bes Senats ber Stabt Lübeck an den Beratungen teil. Die Leitung übernahm Reichs- tagsabgeorbneter Piper. Der Rebner beklagte in seinen Ausführungen, bah wir uns erst so spat auf bie Völker germanischen Ursprungs an ber Ostsee toteber besannen. Hier gebe es vieles gut- zumachen. Von ber Presse im wesentlichen werbe bie Derstänbigung biessetts unb jenseits ber Grenze abhängen. Als Beisitzer würbe Archivbirektor Qc. Greifenhagen- Reval als Presseattache L a a r s e n von ber bänischen Ge- fanbtfcbaft in Berlin gewählt. Der geschäftsfüh- renbe Direktor bes Reichsverkanbes ber beutschen Presse gab einen Ucbcrblid über bie Organisation. Presseattache ßaarfen schilberte bie Zustänbe in der dänischen Presse. Weitere Redner sprachen über bie Organisationen ber schwedischen unb ber norwegische" Presse. Friebmann- Rostock forberte Stipenbien für Auslanbsreisen zur Ausbildung von Austauschrebatteuren.
Im Laufe bet Besprechungen wurden wertvolle Anregungen gegeben, die ihren Niederschlag spater wohl in Einrichtungen finden werden, die den Nachrichtenaustausch zwischen ben einzelnen Länbern bezwecken Der Vorsitzende der Konferenz gab zum Schluß ber Hoffnung Ausdruck, bah ber Gedankenaustausch dazu beitragen möge, bas Verständnis zwischen den einzelnen nordischen Volkern unb ihrer Presse zu fördern. Rach einem gemeinsamen Frühstück fand ein DampferauSflug nach Travemünde statt, der die Teilnehmer an der Pressetagung und die anderen Gäste bes Senats sowie bas Präsidium der Nordischen Woche vereinigte. Aus der Rückfahrt wurde im Kurhaus zu Travemünde ein Mahl eingenommen, zu dem u a. auch der Präsident des Deutschen Reichstages, Löbe, eingetreffea war.
Lübeck. 4. Sept. (Wolsf.) Die Teilnehmer an der deutschnorbischen Presse-Konferenz begaben sich gestern nachmittag auf dem finnischen Dampfer ..Holland" nach Travemünde.
Nachmittags sprach in der Aula des Iohan- neums zu Lübeck der auch in Deutschland bekannte schwedische Gelehrte Prof. Dr. K j e 11 e n (Upsala) über "Die Entwickelung des schwedischen Parlamentarismus". Abends wurde im Stabttheater Goethe« „Iphigenie" aufgeführt.
Am Ttoimittag bc« bntten Tages fanben Führungen durch Lübeck unb eine Hafenfahrt für alle
1 technisch unb wirtschaftlich Interessierten statt. Nachmittags sprach im Iohanneum Geheimrat Dr. Max Lenz von ber Hamburgischen Universität über „Schweben «unb Deutschlarä im 17. Zahrhun- bert", Dr. Freberik Schroeber über „Das bänische DollshochSchulwesen", Ministerialreferent Dr. v. Gerdberg (Berlin) über „Die Grundlinien bes beutschen Dottsschulwesens". Den Abschluh bes Tages bilbete eine glanzvolle Aufführung ber Slraußschen „ Flebermaus" mit hervor- ragenber Besetzung.
Die Hungersnot in Rußland.
Helsingfor«, 3. Sept. (WTB.) Der gestern hier eingetroffene finnische Gesandte in Moskau. Oberst Ghllembögel, bezeichnete als Ursache der Auflösung des allrussischen Hilfsausschusses bie Ueberzeugung der Sowjetregierung, der Lage im Hungergebiet nunmehr Herr werden zu können.
Aus dem Reiche.
Kommunistenveranstalturrgen.
Berlin, 4. Sept. (Wolff.) Einen A r b eite r h i l f s t ag f ü r Sowjet ruhlanb ver- i anfialtete am Vormittag bie Berliner Sektion bet Kommunistischen Partei im Lustgarten. Gleichzeitig unb am gleichen Ort nahm bet Jugend- tag ber kommunistischen Jugend- internationale seinen Anfang. Mit roten Fahnen. Bannern, Schilbern mit Aufschriften, wie: „Wir sorbetn ben Sechsstunben-Arv itsiag", „Das Licht kommt aus bem Osten", „Qliebev mit ber Reaktion". „Entwaffnung ber Bourgeoisie" u. a. marschierten unter bem Gesang ber Internationale. mit „Hoch"- unb „Niederrufen" mehrere Tausend Perlonen beiderlei Geschlechts und jeglichen Alter« in geschlossenen Zügen vor dem Museum unb dem Dom auf. Musikalische Vorträge wechselten ab mit Ansprachen der Kommu- nistenfühtei- Böttcher, Friesland, Münzenberg unb Genossin Wolfstein. Kinder, halbwüchsige Burschen unb Mädchen verkauften nutzer Ptopa- gan.baschristen Wohlfahrtsmarken für bie Bun» aernben Rusten unb fnrbertcn *ur Einzeichnung in bic Sammellisten auf. Die Äunbgebungen verliefen. abgesehen von Störung." ber Stratzcnbahn unb bes sonstigen Wagenverkehrs, ruhig.
Die Ordnungsstörer.
C h e m n i h, 3 Sept. (Wolff.) Rach bem Poli- zeiberlchl ist es hier gestern abend zu 11 n r u b c n gekommen, denen ein Menschenleben zum Opfer fiel. Ilm Festakte anläßlich des Sebantageszu verhindern, zogen große Trupps von Demonstranten vor bie Lokale, in denen sie solche Feiern vermuteten. Diese waren aber, um Zusammenstöße zu verhüten, abgesagt worben. In ber Reformschule wurde eine Versammlung von 30 Schülern zur Abgabe ermatger Waffen unb zum Verlassen bei Schule mtfgeforbctl Bei bem entstandenen Handgemenge fiel ein Schutz, durch ben ber Bauarbeiter Garris getroffen wurde und auf bem Transport nach bem Krankenhaus verstarb. Mehrere Schüler würben rnitzhanbett unb einer berart verletzt, bah er ins Krankenhaus gebracht werden mußte An anderen Stellen verliefen Zusammenstöße ohne schwere Folgen. Die Polizei nahm eine Anzahl Verhaftungen vor.
Berlin, 3. Sept. (Wolff.) Laut der „B. Z.' drangen gestern abend Kommunisten in ein Lokal in Stralau-Rummelsburg ein, worin Mitglieder der Deutschnationalen Vvlls- partei eine interne Sedan feier veranstalteten, da die öffentlichen Sedanfeiern vom Ber- liner Polizeipräsidenten verboten waren. Zwischen beiden Parteien kam es zu einer wüsten Schlägerei, wobei auch Schüsse sielen. Zehn Personen wurden teils schwer verwundet. Während die Kommunisten angaben, baß die Deutsch- nationalen mit Schutzwafsen versehen waren, behaupteten diese das Gegenteil. Eine Untersuchung' ist im Gange
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 5. Sept. 1921.
“ Amtliche Personalnachrich- ten. Ernannt wurden am 25. August der AmtSgehllfensubstttut August Zen sch zu Nidda zum Amtsgehilfen bei dem Amtsgericht Nidda, der Amtsgehilfensubstitut Kasp. Rickert in Büdingen zum AmtSgehllfen bei dem Amtsgericht Büdingen, der Amtsgehilfensubstitut Johannes EnderS in Lau- bach zum Amtsgehilfen bei dem Amtsgericht Laubach. Ernannt wurden ferner am 26. August Marie Schmidt aus Hoof, Kreis Kassel, zur Oberwärteriu an der LandeS-Heil- und Pflegeanstalt bei G i e ß e n, Karl Zöpf aus Enzisweiler zum Heizer an der LandeS-Heil- und Pflegeanstalt bei G i e- ß e n , Heinr. K a u h aus Burkhardsfelden zum Heizer an der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen, Ludwig W a l t h e r aus Langd zum Heizer an der LandeS-Heil- und Pflege- anstatt bei Gießen.
♦♦ Ladeneinbruch. In der Nacht zum Samstag wurden durch Einbruch aus einem Vaden in der Licher Straße fünf Stück Herren- Anzugstoffe, von Farbe blau, blaugestr^ift, grau- und hellgraukariert, und 1,40 Meter feldgrauer Trikot für Mililäruniformen im Gesamtwerte von etwa 3000 Mk. gestohlen. Bor Ankauf wird gewarnt. Ferner wurden in der gleichen Nacht aus einem Bureau in der Kaiser-Allee 9000 Mark gestohlen.
** Taschendieb stähle sind in letzter Zeit verschiedentlich auf den Wvchenmärkten, besonders SamStagS, vorgekommen, wobei die Diebe das Gedränge benutzten; Portemonnaies mit Inhalt, oft recht erhebliche Beträge, fielen ihnen in die Hände. Am Samstag gelang es nun einem Kriminalbeamten, eine Person festzunehmen, der offenbar alle Diebstähle zur Last zu legen sind.
** Fahrraddieb stahl. Am SamStag wurde aus dem Hofe der Ortskrankenkasse ein Fahrrad, Mcttke „Opel Nr. 10“, mit der Fabriknummer 464 665, im Werte von 1000 M. gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. Wieder- oringer erhält eine Belohnung von 100 Mk.
** Erhöhungen der Markttarife werden im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben.
** Anlage kvnzert. Die Kapelle des !. Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 15 konzertiert am Dienstag nachm. von 6 Uhr ab bei günstiger Witterung in der Süd-Anlage mit folgendem Programm: Steinmetz-Marsch. Armeemarsch Nr. 197 von C. Dratfisch. — Ouvertüre z. Oper: „Ser Kalif von Bagdad“ von A. Bottdieu. — Fantasie aus dem Musik- drama: „Die Walküre“ von R. Wagner. — Die Mühle im Schwarzwald von R. Eilen- berg; a) Am Mühlbach, b) Die Mühle. — König-Karl-Marsch. Armeemarsch Nr. 212 von L. Ilnrath.
*'Konzertbes FrankfurterMotet- tenchors. Der Frankfurter Moteltenchor, ein Zwcigverein bes Sängerchors bes Frankfurter Lebrervereins, gibt am Samstag, 10. September, nachmittags 7 Uhr, in ber hiesigen Stabtkirche ein Konzert. Der Ehor ist, wie uns geschrieben wirb, nach bem Borbilb bes Berliner Domchors ober bc« Leipziger Thomanerchors aus ungefähr 60 Knabenstimmen unb 20 Herren stimmen zusammengesetzt. Die Knaben mit ben besten Stimmen aus allen Frankfurter Schulen werben in einer Vorklasse für ben Chor vorbereitet. Die Leitung bes Chores liegt 4n ben Hänben bes Professors Frch G a m b k e, bes Dirigenten bes Frankfurter Vehrersangerchors. Der Motettenchor fyigt in regelmäßiger Wiederkehr, gewöhnlich in den Zeiten Der groben kirchlichen Feste, seine Motette. Bei dem kvmmenben Konzert sind neben alten Kunst- gefangen von Ioh. Seb. B a ch unb Fr. H a n b e l auch neubearbeitete geistliche Volkslieder von Gustav Schreck -unb Konstanz Berneker vertreten. Dir ''assen hier in kurzem den Wiberhall folgen, den bie Konzerte deS Motettenchor« in den führenden Frankfurter Tageszeitungen gefunden haben. „Dem Dirigenten Fritz Dambke ist e« gelungen, die verschiedenen Bestandteile dieser Shvr- Vereinigung zu einem geglätteten Tonkbrp« zu verschmelzen, ber nicht allein volle unb gerundete Klänge ausgibt, sondern auch mit seinem Eingehen auf ben innerlichen Gehalt ber bargebotenen Mo° tetten Geist unb Gemüt be« Hörers anzuregen vermag." (Frankfurter Zeitung.) — „Der Ehor vermochte mit einem Stimmaterial von besten Älang- Qualitäten aufzuwarten. Die erfolgreiche Dorarbei' des Dirigenten zeigte sich in musterhaft klarer Au«, spräche, sinnvoller Deklamation unb untabeiiger Tonreinheit." (Frankfurter General-Anzeiger.) — „Die A-capella-Gesänge zeigten reiche bynomischc unb rhythmische ©licbcrung, auch klangliche Kultur. In der Ausführung würbe abermals bie Sorgfalt und Präzision erkennbar, mit Cer Professor Gambke ben Chor zu einer festen unb gefügigen Gestaltung führte.' (Mittagsblatt.) — „Den Höhepuntt ber allen Schwierigkeiten trotzbietenben erstaunlichen Leistungen bes Chores stellte bic Wicbergabe des „Pfingstliches" von Ioh. Seb. Bach bar. Alte gesanglichen Darbietungen erfreuten sich einer vor- bilblichen Donreinheit, wie bes metallischer' Glanzes bei "bestimmt nnsprechenben. gutgeschulten Kinberstimmen. Selbst bic schwierigen Koloraturen, wie sic das Hänbelschc „Tu rex glortac" sortiert, wurden leicht fließend unb sicher bis in die höchsten Logen überwunden." (Frankfurter Volkszeitung.) — Den Darbietungen des Chores im Konzert Herben zwei Orgelvorträge bes Gießener OrganiAn O. Görlach eingeflochten. (Siehe Anzeige.)
Wettervoraussage
für Dienstag
Wolkig, später vereinzelt Niederschlage. Xvm» peratur nicht verändert, wechselnde Winde.
In unregelmähigen Wirbeln ziehen kleine Ties« über Norbdeutschland hinweg.
Vornotizen.
Ta geskalender für Montag: Astoria-Lick-tspiele, Seltersweg, vvm 5. 9. bis 8. 9. „Sturmflut des Lebens" und „Amor tm Frack". — Lichtspielhaus 'Bahnhofstraße, vom 5. 9. bis 8. 9., „Manegenrausch“ und „Die Sucht nach Lurus“.
— Oberschlefie r-V olts sest Die Ortsgruppe Gießender Heimattreuen Oberschlesicr wird om 1. Oktober im Katholischen Vereinshaus einen Unterhattungsabend zum Besten ber notlcibenben Oberfd)lefier veranstalten. Zur Aufführung gelangt ber luftige Schwank „Sie kriegen sich", zu bem die Proben bereits im Gange finb. Außerdem find noch mufikolifche und humoristische Vorträge vorgesehen. In Anbetracht des guten Zwecks ist auf eine starke Beteiligung des hiesigen Publikum« zu rechnen.
Landkreis Gießen.
* Obbornhofen, 2. Sept. Beim Lehm graben verunglückten 2 Personen. Während eine Frau mit Arm- und Beinbruch davon kam, erlitt ein 20jährigeS Mädchen derartige innere Verletzungen daß es tags darauf v e r st a r b.
g. Nüddingshausen, 5. Sept. Nächsten Sonntag wirb bas von ber Gemeinde ÄübdingS- Hausen zum Andenken an die im Weltkriege gefallenen Helden erbaute Den kma l emgeweiht
x Wieseck, 4. Sept. In einer von bet 11. S. P. bei Bierau einberufenen Versammlung protestierte bie Genossin Simenauer-Frankfurt a M. gegen Teuerung, neue Steuern unb Meuchel- mörbetfhflem in Deutschland.
Kreis Lauterbach.
fb. L a u t e r b a <b, 5. Sept. Da« Ergebnis bei Sammlung ber Kinberhilfe im Kreis 2auj terbach beträgt 17 054,80 Mk. einschließlich ber Kirchenkollekte mit 1040,65 Mk.
Kreis Friedberg.
-- Friedberg, 4. Sept. In der Mitteilung Über die Heimkehr des letzten hiesigen Kriegsgefangenen in der Freitagnummer muß eS statt Lehrer Buen Lehrer Dünn heißen.
4 Bad -Nauheim, 4. Sept. Der Krieger- und Militäwerein „Haffia“ beging heute in ernster, würdiger Weife das Andenken an die im Kriege 1870 71 und im Weltkriege gefallenen Kameraden. — Der Gesangverein „Frohsinn“ gab unter Leitung von Lehrer W. Bechtol^heimer gestern im Sprudelholel einen gutbesuchten Liederabend mit reichhaltigem Programm.
Starkenburg und Rheinhessen.
fpd. Offenbach a.M., 4. Sept. Am Hellen Mittag sprach ein gut gelleideter Mann auf der Straße ein Lehrmädchen an und lockte eS unter einem Vorwande in einen Hausflur. Hier streute er dem Mädchen Sand in die Augen und versuchte, die Leder-


