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Unterhaltung Erhebung Helehrung

und

Würde, igie fein antrrr* Gelen der Welt. Würde rfemtt ilmr prurziviell ivohl iede öotttifdie ödt-* ______ ____ anscheuung m; überall irirb

unuau. yy w«m m ictamjuaintoraincii | Untersten zetragen, das .'.'ämit bitterer; er re ?r.

i»r mTrnrnticriraK xvir<wdt< Nts 'Vurulwi pvn der amorphen Massen bas liegt in der "atur der

Idyllen, von den yfeorgicae dis »u Hermann Dorothea, neben dieser Epopöe?

Ich muß au die Verse Laotses denken: Ter Mensch bot die Erbe wm Vorbild, Tie (Sri* hat den Himmel zum Borbüd Ter Himmel bar den Sinn zum Bvrbild, Und der Sinn hat sich selber nun Vorbild.

vi« deutsche Mus» unö der deutsche Gedanke.

Der deutsche Gedanke, der so schwer hat ringen :missen, bevor er frei seine Schwingen entfaltete, st heute roieder in der Welt mehr beim ie bedroht. Iber aerobe aus seiner Gcsckick-te können wir den ZcNutz ziehen, baß er sich nie qmti (>at untere drücken lassen und gerade in schlimmsten Seiten ':ch stolz emtrorrwhtete. Die Entwicklung der Ideen »om Deutschtum im politisckm und geistigen Le- ben unseres Volkes feit bem 18. Jahrhundert stellt arm erstenmal auf breiter kulturhistorischer Grund- ^age der Tübinger finfboriter Adolf Rapp dar in einem soeben im Verlag von Kurt Schrveder zu 8anir erscheinenden WerkTer deutsche Gedanke". Es ist kein gradliniges, stetig sich verbreiterndes Bild, da- uns hier vorgeführt wird, sondern in mancherlei Anläufen und Rückschlägen, auf Irr- Pfaden und Nebenwegen schreitet die beutfefoe Idee VSNvärtS, bis sie schließlich immer weiten* Kreise Nt ihren Bann zieht. Der Verfasser hat sich nicht 'auf die grobe Politik beschränkt, sondern alle Le- benSaebtete betrachtet: er beschäftigt sich ebenso mit her Bayreuther Gemeind* um Wagner wie mit der Kaiservartei in der ^Laulskirchc. Und da tritt denn überraschend hervor, wie stark gerade deutsche Musik vur Entwicklung des deutschen Gedanken^ bei getragen hat, imb so sei dieses 'rinzellaprtel aus der Fülle des weitschichtigen Stosses hermrSgehvben. Die unwürdige Fremde berrschast, die auf Deutschland so lange gelastet, hat vielleicht nirgend- anders stärker und länger ltestanden alS in der Musik, in der noch bis weit U«8 19. Jahrhundert hinein italienische und fran» wsische Musiker den größten Beifall fanden. Mo- , a r t kann man als beit ersten Vorkämpfer des drutschm Lesens in biefen musikalischen Kreisen betrachten Er selbst hat ja in Salzburg schwer unter der Zurücksetzung der Deutschen gegen die Italiener gelitten. Aber sein deutscher Stelz wurde dadurch nickst gebrochen. Er spricht kräftig auS feilten Briefen, so z B. in dem Schreiben an den Mannheimer Professor Anton Klein vom 21. März 1765, in dem er sich bitter darüber beschioert, deutsche Künstler für die italienische Oper arbeiten ..richten:Wäre mrr ein einziger Patriot mit am Brette, es sollte ein anderes Gesicht be- kommen! Dock; da würde vielleicht dos so schön auf- 't inende Natioualtheater 5ur Blüte gedeihen, und da- wäre ia ein ewiger Schandfleck für Deutschland, rann wir Deutsch' einmal mit Ernst an fingen, deutsch ut denken, deutsch zu handeln, deutsch zu CiKrt odrr gar deutsch zu singen!" Als der sranzösische stavellmeister Duport 1789 in Ber- fm von ihm verlangte er solle mit ihm französisch sprechen, lehnte das Mozart ab und soll gesagt haben:So em welscher Fratz, der jahrelang in teut! rfren Landen deunck ^» Brot gegessen hat, must auch deutsch reden oder radebrechen so gut oder o schleckst, als ihm daS französische Maul bazu ge- wacklcn ist." In Frankreich hat vor allem Gluck durch feine Overnreform für daS Deutschtum ge wirtt. baru gerade in den Muerimgen, die er em- 'uhrte. in der Sinngemästbeit der Dousprach?, der Wahrl^it des seelischen Ausdrucks, in der edlen Tchlichtbest und der Verdammung alles Virtuosen >umS offenbarte er die innersten Geisteskräfte des deutschen Wriens

Sachs uitb Dürer, tre Mmder der deutschen S«te auferstehen leiten, uno Ravv sagt von ihnen, dast sie gewaltiger als irgend etwas anderes die Be- ge.fnmmg für untere Sagenwelt uns unser Mittel­alter verbreiteten. Bedeutungsvoll für den deut» ftfen Gebauten waren auch Wagiurs Schriften, in denen er fo nndrmolich das deutsche Lesen Predigte und denmmatn Umgang mst den deut­schen Gedanken waren aber auch Wagners Schriften. Irrrten m der SchrcktDeutsch: lunst unb deutsche Politik" von 1867 unb in Arbeiten der Aayreutb/r Zeit wieder mtsgenommen, und in der Bayreuther Buhne, der Bayreuther Gemeinde ersteht eine Hochburg des deutschen Gedankens, bie weite und solgereiche Ausftrahlimgen m unser Geistesleben enuanbt hat.

Das beulf4c Publikum sreilich hat noch lange 'TinN'r minderwertiger Musik gehuldigt. Wie mum«? Leber sich bi Dresden wehren, nm der deutschen Musik eine elwenoolte Stelle neben der italienischen zu erringen, unb als derFreischütz" auf-efüyrt ivurde, bereitete ihm die italienifrfr 'Cartei die größten Sckpvicrigketten AlS aber dann riete vrtentid- Over am ttahrvStag der Schlackt "Flt Bell: Allumee 1821 unter übenvÄtigendrmi .,uorl erschien, da war das ein Sieg M deutschen owän-cna. ein Triumph der romantischen Musik, die auü nrot-imdxm Geist geboren wurde Und der Botlender fr.cier Anlegung. Richard Wagner, tea dann stir das Deutschtum unendlich viel gt> w>rV Um 1840, ab- überall sonst die welsche ^unu ut Deutschland sch bretl machte, da entdeckte er 'n Baris für sich die deutsckv Musik. In einer >Tan301 nehm Musikiemmg sprach er txtmak- von brr sachmipradie des dQUichen ft trdjengefangev, mmbn: o n ftrumen hi I ntu i i f alsdem aiwfflieä- ityst Eigentum des Deutschen", von ihrer Per- ntaxnmfl m den S ckApfumvr Bachs Neu war e-5 '«ch daomls, dast die Mnsrk MvzartS ul- das Benp-cl tm*r echt deutschen tiunft angeführt mürbe .,Jtetfrh-.t der Empsrndiing und ft'cufdlxnt der Erfind imn" htjeicbnet er als das bciufdx Erbtest Jfl» terte Mitgift erhalten wird, ba imist der Deutsche unter loder Himmelsgegend, m jeder Sprache imb jedem SW! das Borstiglichsl- leisten Wnrit " Wagner Hal bann m lernen Slufitbranrcn

Trost den Geknechteten.- -

Bon L ? ',el Scher'fer von Schern«?nstein

Gut Ding erfordert Zeit?

7,nce)i(nt es geschieht.

Daß der Oterechieu man 'htr gar viel leiden sieht;

cbennud) ivolten wir

Äe L>offining fest behalten Unb Den im dkauen Schloß Cs ferner lasse, p.ivalteu, Der über uns Sie 9tot, Die nun so lange driickt' Denn Der hat Hand im tßert) Ohn' Urfatfi nicht geschickt: Der mcr be Spieß und Schwert, Senn Ihm es wird belieben, Den Würgern, die damit diel Tyrannei getrieben, Lus ihren Kauften drehn."

Das Gedicht, das heute offenbar eine national' Äeoeutinw hat, stammt von einem D4ckter echt «rtscher Art. der in der furchibaran Zett d mtschen 5Hetrtaanae^, nämlich im dreipigsährigen .^lrieg, m der ürt Opitzens die Deutschen voetisch crmun- iciti unb iu s^rr Nückkehr ^u bei alten Bät^r-Vitte :rmohnte. Cs steckt in seinen literarisch nicht üb<n> mäväii bcbiuüenben Seifüm^n em echter Ilern, iieifai wer heute gerne gedenken srlnen. Bon tlin, vat ckavaklersesten Organiflm und Hchdichter des irtzlcti von Schlesittt-Brteg, starmitt auch riue bekannte fRcubrarbrihntfl von Dedekinds ,®rob iauui", worin er g»-gen die Auswüchse Nx- Mn*- unb des Ausländertums in Felde wg.

-ter chinesischen Aeltanschauung nach bilden v'unmc( und erbe, Weltgeicheben und Menschen­leben, Moralität und normaler ^iaturaerlaur einen einzigen festen Zusammenhang Der Himmel steht übet Der Erde und t* Erde über dem Menfckxn. Der Bauer ist der Men'ch, der ihr am 'trengüen unterworfen ist. Insofern aber bildet er das ^jnba- ment de< ganzen ;3wanimenbangö. Tut er nicht genau sein-' Pfllckir. bann geraten Staat sowohl ilö vimmel ns Wanken Damit erhält er eine

Sras Kti}f«ling über Bauerntum in China und anderwärts.

Graf Hermann Keyserling ver­sendet gegenwärtig gerade ins hessische Land seine Mitteilungen für die von ihm gegründete S ch u l e d e r W e i s h e i t" in Darmstadt, in denen er darauf hinweist, daß der Plan der Llnstalt aus der Wirkung seines bekannten Reisetagebuches eines Philoso­phen^ erwachsen sei. Graf Keyserling charak­terisiert das Wesen seines Reisetagebuches als dichterisch ausgestalteten Ausdruck der inne­ren Bewegung eines rastlos strebenden Men­schen von der Universalität der Erkenntnis her ?u persönlicher Seinsgestaltuna". In Darm­stadt sei demgemäß nichts inhaltlich Bestimm­tes zu lernen, sondern eS wirke dort nur die Möglichkeit einer Weitereiitwicklung der Per- sänlichkeit, die ihr Wesen dem Lehrer so zu öffnen habe, daß eine individuelle Llufwärts- cntwicklmtg überhaupt denkbar werde. Bei dieser Sachlage wird gar Mancher nachträg­lich noch einen Blick in das Reisetagcbuch wer­fen, das im letzten Jahre des Weltkrieges herauskam. Das Buch enthält keine einljeib» liche Weltanschauung unö stellt keine Lehr­sätze auf. Wie ein Reise-Faust sucht der Perfasser im Zufammenklana mit neuer Anschauung von Ländern und Böltern geistige Entwicklungsreihen zu durchlaufen. Daher sind manche Ketzereien in dem Bucke zu fin­den, manche beinahe mephistophelischen Be­trachtungen, und man kann dem Verfasser vielfach auch da nicht zustincmen, wo er cs offenbar ernst meint. Da das Buch aber eine Fülle von Anregungen darbietet und seine Grundtendenz, aus dem Zufälligen, Gebun­denen des Daseins aufzustetgen z u v e r t i e f - tem Denken und Empfinden, allge­meine Beachtung verdient, so erscheint es uns nützlich, hier einige Proben der Darstel­lungsweise Keyserlings aus dem Reisetage­buche wiederzugeben. Wir wählen Ab­schnitte, die, ohne in abstrakte Weltanschaw- ungsprobleme sich au versteigen, auf einer all­gemein verständlichen Basis ausgebaut sind und über das Bauerntum derChine- sen eine sehr anschauliche Schilderurtg nebst interessanten philosophischen Betrachtungen und Vergleichungen vermitteln.

So eindrucksvolle Bilder der Ländlichkeit, wie auf der Fahrt durch das Innere Chinas, haben stch noch nie vor mir entrollt. Alter Boden ist in Kultur, sorgfältig gedüngt, sauber unb fach- gemäß beackert, bts zu dm höchsten Kuppen der Hügel hinan, die, beit Pyramiden Aegyptens gleich, in künstlichen Terrassen abfallm. Die Dörfer, auS Lehm erbaut, von Lehmmauern umgürtet, wirken als Naturformen in bieier Landschaft: so wenig beben sie sich ab vom bräunlichen Hintergrund. Ueberall sieht man die Bmiern bei der Arbeit, methodisch, bedächtig unb heiter, überall wird die tveite Fläche von ihnen belebt; daS Blau ihrer Kittel gehört so notwendig zum Bild, wie das Grün der bestellten Felder unb daS grelle Gelb der ausgetrockneten Strombetten. Der gelbe leben­dige Mensch ist aus dieser Ebene nicht herauszu- benfeit Htigleich aber stellt diese einen einzigen unermeßlich großen Friedhof bar. tfaum eine Acker­parzelle, die nickt zahlreiche Grabhügel trüge; wieder unb wieder muß sich der Pflug pietätvoll durch die Gedenksteine hinvurchwindai. Einen solchen Eindruck der Wurzetechtheit, der Booen- ständigkcit gibt keine andere Bauernschaft, vier geht das ganze Leben und daS ganze Sterben im angeitmnmten Acker auf. Der Mensch gehört ihm, nickt er dein Menschen; unocräüberbot, läßt er seine Kinder nimmer los. Mag deren Johl noch so sehr anwachsen, sie verbleiben auf ihm, durch immer emsigere Arbeit der Natur ihre kargen Gaben abtrotzend: und 'ind sie tot, dann kehren sie vertraueno in den Mutterschoß zurück. Ton aber (eben sie für immer fort Dem chinesischen Bauern, gleich dem vorhistorischen Äri^hen, gilt bad scheinbar Tote für betebt. Die Scholle strahlt ihm den Geist seiner Borfahren au#, sie sind es. die feine Mühe lohnen, die ihn für feine Ber- iäumrte züchtigen. So ist ihm ber angestammte Grund und Boden mgletch seine Geschichte, fein Gedächtnis, feine iSrümenmy; er kann ibn ebenso- weni^verleugnen rote fick selbst: er ist selbst ia nur em Leil seiner. Was find alle ländlichen

Tinge. Für Ebinesen aber bet diese Würde einen besonderen, gar wunder'amen Sinn: ihr Geist ittzt einen lebendigen, nicht Wo, einen mechant- ichen Zufammenhemg zwischen sämtlichen Teilen der ®dt, wodurch das Y*odrite im Untersten nicht allein begründet, ionoem gewiegelt erscheint; dcr chinesische Bauer tonnte >uy. ivmern er dachte, als Trager ors vimmels mhten. Äo sonst ist tos dumpfe Dasein der Maffe zum Spiegel bewußter Weisyeu ceroeibt roezben? Wo sonst Ixe triebhaft befolgte Lebensroutine zum Sinnbild gedanken- pollfter Harmonie?

Keyserling charaitcrifiert die chrnesifche Nation als dieunmittelbar verständlichste". Tie Nüchternheit ihrer Grundveranlaaung, das Doryerrfchen bes gefunden Menschen­verstandes über der Phantasie, ihre Freude am Selbstverständlicheu, ihr Kult für bas tta^sifche Ideal bedingt es, daß keine ihrer Gestaltungen, so oerfcknvrkvlt sie aus der er ne besehen scheint, dem, der sie eindring­lich betrachtet, btc mindesten Verständnis^ scknnerigkeiten bereitet. Es gibt kein chine- sisches Ideal, das nicht jedem Menschen ein Borbild sein könnte, es gibt sogar keine Chinoiserie, der nicht jeder gereckü rverden könnte. So gibt eS auch nichts in der Atmosphäre der chinesischen Kultur, das den Geist als solchen anregte: sie bestärkt einen, im Gegenteil, in der. Routine des Men­schentums.

Höchst interessant ist ein Vergleich, den Keyserling später auf seinen Fahrten durch Amerira zwischen amerikani­scher und chinesischer Landwirt- schäft anstellte. Auch die Amerikaner sind ja nüchtern veranlagt

Ja, das find großzügige Leute. Ihnen allem unter Landwirten erscheint co selbstv-erständlich. daß Initiative das beste Betriebskapital ist, daß Weit- blick, selbst auf /(orten des Nächstliegenden, einträg­licher ist -als noch so schariäugige Kurzsichtigkeit. Es sind starke zieibewußte Männer. Aber ihnen feh­len alle di- moralischen Eigenschaften, die den Lanvroirt, der auf ererbter Scholle fitzt, in Ländern alter Kultur so sehr adelt Tem Ert^ berrn eines Rittergutes, dem besitzenden Sproß eines alteingesessenen Bauerngefchlcchts ist sein Br- trieb,, und leite er ihn noch so sehr nach rein öko­nomischen Gesichtspunkten, eine Herzensangelegen- bei!; er fülstt sich ihm verpslicktet 'Jtber in Amerika steht der Landwirt nicht hiher, als der Industrielle auf der ganzen Welt, und das will sagen: er ist als Typ vollkommen oberflächlich: eine Geld- erwerbsmaschme; ja er stellt vielleicht den unan­genehmsten Ausdruck des modernen Industrieritter­tums dar. weil man bei ihm unwillkürlich nack km Bügen aus schaut, die den Landwirt sonst vorteil­haft vom Industriellen unterscheiden, unb durch ihr Fehlen entsetzt wird. Und von hier aus nun denke ich an China zurück Welch überwältigender Unterschied! Wenn die Landwirt­schaft m Amerika ein Gewerbe unter anderen, in Europa ein Gewerbe auf moralischer Grundlage ist, so ist sie in Ehma ein Ausdruck des Moralische schlechthin; dort fällt ihr materieller Vorteil kaum in- Gewicht. In China «ebbet der einzelne ber Familie, die Familie dem Geschlecht, das Geschleckt dem Grund- unb Boden, auf dem es sitzt; denn die­ser ist ja seinerseits nichts Unlebenoige«, sondern oas irdifche Symbol aller Vorfahren, um deren Grabhügel der Pflug im Zickzack fahrt. Vom Stand­punkte des materiellen Vorteils betrachtet, erscheint die cknicsische Landkultur als sinnlos: sie bedeutet ein Minusmachen ohne Ende. Aber sie soll auch kein Erwerbsmittel sein: sie soll nur ber mora­lischen Natur des Menschen ihre normale Be­tätigung sichern. Ihr verdankt bet Chinese in der Tat seine einzigartigen moralischen Eigenschasten. Unb betrachtet man von hier ans seine Betriebs­art, dann erweist sie sich ber amerikanischen als überlegen. Tiefe macht reich, aber sie macht flach unb dürr: jene fristet nur elenb fort, über sie züch­tet überlegene Menschm.

Lin Gang durch Drutschiandr größtes Lleitrowerl.

Neun Riesenschornsteine von je 100 Meter Löhe türmen sich machtvoll über sandigem norddeutschem Kiefernwald empor. Gleich schwarzen Fahnen hängt der fltautf) um ihre Gipfel, während zu ihren Füßen elf mächtige Kuhl türme, Vulkanen gleich, weiße Tompfwolken ausstoßen. Neben dem Uebcrniaft die­ser hochragenden Bauten verichwrnden falt bte lang­gestreckten Hallen, die zwisck-en ihnen sich dehnen

Wir stehen vor dem Glcktrowerk Zschornewitz, dem aröHten durch Kohlen ge- Ireiften fttafhoerf der Welt Mitten im Kriege ist dies Werk, von Professor Tr. G Älingenberg ent­worfen. auf den Braun kohlen fcldern deH Bitterfelder Reviers emporgewachfen, unter dem eifern en Muß ber Not in der unglmiblich kurzen Zeit von neun ?Nvnaten. Ingenieur G Schmitz entwirft in der illustrierten WockenfckwisiUeber Land unb Meer" i Tart übe Verlagsanstalt Stuttgart) eine anschau­liche Sckrlderung der Anlage. Von hier sollten zu­nächst und ttor allem bte Reichssttckstoffwerke in dem naben Piesteritz, gleichfalls eine »ririegSschSpsimg, mit Strom versorgt werden. Mit der wachsenden Leistungsföhigbnt konnte barm die Storm lief erung weiter auS^dednt werden, und bnrte beyeben nicht mir die umliegenden Kreise, svnoern auch Berlin elektrische Energie aus Zschornewitz.

Betritt man das Innere des Werk«, st> ist es zunächst da-? Kesselhaus, das btc Aufn^erksamkeit auf sich zieht. Eine nxihrbaftige H-lle tut sich au». Wie d-nommen stehen roir vor ber langen Reihe stessel. 64 i'inb es im yan-en, unb unter jedem von ihnen lohen vier Feuer 2Ö6 Feuerungen nebenrin anber, rechnet man schnell au4 unb staunend beginnt man ra erkennen, welche Krätte hier ent fesselt werden! Mehr als 6000 Tonnen Braun­kohl icanbern täglich unter diese Kessel. 600 Eilen- bahrrroagen wären ztrr BefSrbenmg dieser Koh'en- menge nötig, wenn he fern dem Crr ber ^rourmmg cercum nvrben müßte Aber jeder Eisenbahn transvon wird hier gc»wnt. und daS ist das eigen:- lick ;-hilun»nvci*cnbt dieses Kraftwerks Aus den benachbarten Braun'ohlengniden von Golva wird bte fXohfrtie mit Hilfe einer mechanischen Förder» bahn ! ?range'ch<ifft. In vier gronen Muldrir wird sie ti.i !'.gdgu gewonnen Gleich Urwelttmaeheuern rollen nuubtigc Bagger auf Schienen langsam hin uitb her, g oben imb kratzen nnt ihrem Greifern bte |

von den Wänden unb schütten sie in bte eiienroagen, bte an enter endlosen .'kette dem Kratt- werk jurclleu.

400 Wogen gehen so uimblässig hin unb her, um he Nahrung iur bte fo flefräByt:i üesicllror ^^'^lychoffen. <m kdohlcntxihn^o: rcbumi brtto 3oti^5irTtr den Wagen Aiteit ab und füjS Cie Kohle den Kesseln oder den Ajufp-wahtur.2 räumen -u

Ist im Kesselhaus die gebändigte Mackt oetz xeuers, die uns zum Staunen iroütgt sc» Lerübn un» in der Maschinenhalle am feltiamiftn btc rneiv- »4.m!«ere Einsamkeit, m der die Maschmea tbe verrichten. Eine lichte Halle von mehr alt TjJ Meter Länge und in ihr acht Turbinen, doch botrgenxmnten Tamvs zu rafcnbcc U mb Atzung g> ,wimgew Leise beben die gewaltigen Leiber ine lausend stürmen in bei unmittelbar mit ihnen g^- m???elte1V^-l,n<lm4>nia^'nai Anker um ihve Wellet. 2.iefe Turbodonanromaschmen inb eben ft» rote b-e gmiec sonstige Entrichtung des Werkes a* den Fabridn der AUgemeinen Äettrizitttsgetel^ > chatt hervorgegangen, bte hier eine Muüteletstine wllbradu bat Auf 12800) ftckowatt bemißt 'ich bte 2ctftim<( der Maschinen, was 180 000 &tu* Hätten entspricht. Nur hier unb da sieht man üt cem werten Raum einen .Vtofthtnen meii'tc r an einte 'oaitbrab drehen ober -rillend die Hand an eine Vielte legen. Tenn brr Kommandostand für biet ^bändigten Riesen, rar (fklyim. ton trat sie t* Vetehlc enwfaitgtn, befindet sich ui einem befori^ deren Glas verschlag am ttoosende res numme*. Hier menen, regeln unb verzeichnen zahlreiche Instriz» mente bte Leistung jeder cinyhtat Maschine: n* grüne Signallampen geben lautlos ff beimni*« volle Zeichen >?tec läßt sich mit einem Blick nicht mir bte Arbeit bed Werkes selbst tomrollreren, son­dern auch, ob etwa die Strornlieferung für Vie Stich« ftofftoerfc in PieUeritz «rstärkt werden muß, * Berlin ober Sachsen mit genügend Strom veriovU ist. 2üi hohen (Gittermasten spinnen sich ne Z'.chomewitz aus die 8dtun$Äraibce vurchs Laich» unb cur ihnen strahlt die vor Iahnausenden in bat BraunvohlenwLldem aufaesptickenc Sonnenenerach. eurck Wärme m Kraft, durch Kraft in ElcktrirttL umgewandelt, in bte Blutoahnen des Bcrtehrs mch der Industrie. Jeder unnütze Transport ber ftvbkm wird vermieden Auf dem Boden, auf dem efc steht, saugl das Werk seine fttart und schickt sie als Hoch- icaiiiumgoftwrn aon 100000 Polt ourch die Kupferadern an die Stätten des Berbrauch«. rode in dieser Wirtschaftlichkeit ist das Elektravech Z'cl.ornewitz vorbildlich für die jufünftige Brewk stofnvirtschaft Teutschlando. Immer zalLreichL werden die Anlagen ähnlicher An in den Gewlch. mingSgebieten ber Braunkohle und bei Torirs wer* den. um Teutschland die briirfenbe Last feiner lemwt zu^erleickterir, die Eisenbahnen zu entlarte? und den Städten die Rauckplage zu nennten.

Lmrrikantschr SifenbahnauSftellvn-rn.

Tie Eisenbahnen der Bereinigten Staaten, btt sehr lange Strecken -urucklraen unb sonst von btt ftultur wenig berührte Gebrete durcheilen, führen vielfach Sonderwaaen mit sich, m denen Ausstel­lungen »u Unterrichte ober zu Rellamezwecken auf. gebaut fmb. So gwt e- tz. D Vortrags vagen, in denen während ber Fahrt unterhaltender unb beleh­render Stoff «boten wird, oder eS gibt Kinowagen, in denen Filmvorstellungen rtatumben. An ent­legenen Orten, wo rin Bedürfnis dafür vorhanden ist, bleiben diese Dogen einige Zeit zurück. Beson­ders wichtig sind diejenigen amerikanischen IwP U.llungSwagen, bte den Farmern neue ErttuteoRgen in der Sanbunrtfdwft unb Tierzuch: voriühtt». Tiefe Wagen bilden vollständig eingerichtete land» wirtschaftliche UntcrricktSanstalten unb Museen £>ier findet man eine Zusammenstellung ber neuesten landwirtschaftlichen Maschinen, ehte Bib­liothek, statistische Tafeln, bildliche Torftttkungen unb einen VortragSraum. in dem ber Projektion». apparat nicht fcfiten darf Tiefe fahrenden tentetnrb schaftlicken Ausstellungen bleiben mehrere Tage «t einem Ort, unb die <Aut-besitzer au3 oer ganzen Umgegend strömen baim hier Msammew Um bat von weit her kommenden Farmern einen lwtgevm Aufenthalt zu ermöglichen, ist dem AuSstellungs- icagen ein weiterer Wagen angealiebcrt, der als jlinberfhrbe dient und in dem die Au-stellungS- behitber ihre Kleinen einem ausgebildeten Kafonaf übergeben. In ber ..Umschau", m der diese Tat­sachen mitgeteill werden, wird zugleich in eine® Vorschlag an den fijemt Lisenbahmminirt^ <bv geregt, daß auch bei uns die Schienen zu eins solchen Verbreitung von Wissen unb Kultur aui- genutzt werden sollten.Eine fahrende llnterritftto« anstatt, fei nun auf landwirtfchastlickem ober einem anderen Gebiete, mürbe ohne Zroritel, unb wäre e- nur aus Neugierde, lebhaft besucht und - bezahlt wnden."

Hochwasferfchutzbauten im Laufe der NokK

Man f4reibt mt» au5 Bad Kreuznach: I» den unberechenbarsten Nebenstüssen des Ndera- strvmes ghött eneben ber Ahr besonders btt Nahe: bie aus cer südlichen Abdachung des .Hunsrücks kommt und auf ihrem nur 111 Kilometer lange» Lauf ein rapides Gefälle bat. Schon oft ist be# roemgriegnete Nahetal von elementaren Hochwassers- katastrophen heimgesucht worden, unter bene» ne» menllich auch bie an Brücken unb Tunneln tri* Rhein-Nahe-Bahn stets teto wu leiben hat. Neben ber Achatfchlellerstabt Oberstein haben bei anders auch die Städte 6tm und Sebera beim foroie bte goßenr Badeorte Kreuznach imb Münster am Stein sehr oft unter fchroerem Nabehochwasser zu leiben, das gewöhnlich noch dvrck .Hochwaifer aui den pfälzischen Zuflüf'm ber Nabe, bent Glan unb ber Alsenz, »och tebeutenb oerftärft roirb. Fm unterer Nahetal fmb biefe öfteren Hochwasser:a astropben um fo folgenschwerer, als brr .Vrew'TfitiM* ber größte Weinbau kreis qtnti T-eun'cklands i't unb bie Weinberge bi- toeU hinab in» Nahetal reichen, fo bah ihre ZuaSn« ort genug vom fiwdp tt>afier abgefchnitten find. -raS ganze Nahetal von Kreuznach bis Bingen gleicht einemrudrtbarer Gartentanb, baS ledeSmal bn Hochwoffer fthron aefchäbigt wirb. Dazu treten bte Nahebockwaffer stets mit überraschenber Plötzlichkeit auf, so baß bei Sckadcn fedesmal groß ist. Diele Okfabee» fällen je Pt dadurch gebannt werden, daß im tieterftge idmittenen Cbedaui brr Nahe Talsperren vno 2 t c u ro eiter errichtet lverden 'ollen. In stirn oesteht bereits ein Talsverramt; natürlich soll die aufgefpeickerte Kraft des ?ckhewas'"erS aum jur Er Kugung elektrischer (Energie verwendet roerbat. 4?ieflna>t ist dann auch möglirL wenigstens bis '3a b Kreuznack hinauf leichte Schiffs brr zu betreibe«.