Ausgabe 
4.10.1921
 
Einzelbild herunterladen

r/

a(w5

140

4.

Antw f

. Illi

Mit

4. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

ich

in.

Kommunisten nach Sow - Die beiden

»Also machen wirs so, Herr Sitten! Hnb darf wirklich öfter kommen?"

de- »ft f.rJyen

trw

M richtSrat ber Oes Schchno 5CT 6

obj

Yeti ihre

<;ct "

Unic:

Heinrich Wärhahns Herz stand in hellen Flammen. Maria Sitten war aber aus ihrer Zurückhaltung nicht recht herauszubringen, ob­gleich er fast täglich mit ihr und ihrem Vater zusammen war. Der schlug ihm vertraulich auf die Schulter, redete klug, hatte sehr oft in Bonn zu tun. da ergab sich's von ganz allein, Vater und Tochter zum Essen in den Königshof einzu­laden. DaS wurde für Heinrich Wärhahn eine recht kostspielige Sache. Seinen Bankkredit brauchte er bis zum letzten Pfennig aut. er entschuldigte sich bei feinem Vater, machte zwischen den Zeilen allerlei Andeutungen, auf die aber in den Ant­worten nie eingegangen wurde. Unb das war ihm recht lieb . Wenn er nur ein bitzchen mehr Schliff gehabt hätte? <3r kam bei Maria nicht recht von der Stelle. Sie war stets sreund- lich zu ihm, sang auf seine Bitten auch einige Lieder mit ihrer ruhigen Altstimme. und zum Abschied spielte sie ihm das Largo von Händel vor. Die treibende Kraft war stets ihr Vater. Wenn sie sich ein wenia sperrte. Io polterte er los.

Teil des Geldes lieh er dem Diezel, der damit eineSeife jet-Rußland unternahm. Männer wurden verhaftet.

Hessen-Nassau.

Aus dem besetzten Gebiet.

DaS Ende der Zollwachen.

fpd. Frankfurta. M., 30. Sept. Aach einem heute früh eingetrvffenen Befehl wird heute nacht 12 Uhr die Zollwache Rö­delheim vor den Toren Frankfurts a|if» gehoben. CS bleibt nur noch ein ftanzösi- scher Zollbeamter bis Montag in der Station zwecks Abmachung mit den deutschen Behör- -den. Wie Auwfahrer und andere Interessen­ten mitteilen, ist es ratsam, daß alle Auto­besitzer und Interessenten, die wegen Fahrten inS besetzte Gebiet Geld hinterlegen mußten, dies noch im Laufe des SamStag tun.

W rat, '-do.

Opposition nicht erscheinen können, während die Presse der Koalition in unveränderter und un­berührter Weise gedruckt und abgeseyt wird; dies stimmt nicht, denn das amtliche Or­gan, das allerdings in der Druckerei des rechtsstehenden Tageblattes gedruckt wird, konnte bisher nicht erscheinen. Der Staats­präsident ist nun mit Eifer bestrebt, die­sem unhaltbaren Zustand ein Ende zu machen. Eventuell soll das Blatt in der Druckerei des Volksfreund", der die Forderungen der Buch­drucker bedingungsweise bewilligt hat, her- gestellt werden. Auch das offizielle Re- ' gierungsblatt tonnte bisher nicht fertiggestellt werden. Der Verleger hat sich bereit ertlärt, evtl, unter Benützung der Techn. Rot- Hilfe die Zeitung herzustellen, auch wollte er eine Rotzei tuna an Stelle des amtl. Organes Herausgeber oaS nur die re inamt­lich e n Bekanntmachungen enthält. Es ist bis jetzt eine Verständigung nicht erzielt. Inzwi­schen haben einige weitere kleinere Drucke­reien die Forderungen der Streikenden be­willigt. Bis jetzt ist alles in Ordnung verlau­fen. Kehr stark werden jetzt die auswärti­gen Zeitungen gekauft.

fpd. Offenbach, 3. Okt. Seine Stellung als VertrauenSmannderAnge stell- tenundArbeiter des städtischen Gaswer­kes hat der Hilfsbeamte Edmund Müller schmählich mißbraucht, indem er etwa 28 000 Mark, die zur Beschafftrng von Winterkar- tof feIn dienen sollten, unterschlug und das Geld für sich verwendete. Einen andern

ich erster Preis! Tausend Mark und hundert Flaschen alten Wein! Dat war die Hauptsache) Wer juten Wein am Rheine hat, kann leben! Ich brauch mir keinen zu kaufen, in- Haus be­komm ich Iöttertropfen jeschickt! . . . Fremdling, ich hab noch zwei Sohne, Kerle, sage ich Ihnen: Die nahm einer, der vom Rheine stammt und in Amsterdam in Diamanten macht, ein schwerreicher Mann. mit. Meine Iongs lernten den Handel mit der weihen Kohle! Der eine stht in Kapstadt, der andere in London, als Vertreter dieses jroß- artigen Alannes von Amsterdam! Lind die Jongs halten auf ihren Vater und ihre Schwester. Sonst hätt ich mir bat Haus nich bauen können! . . Zum Wohl, Fremdling! Im Reichtum ersticken wir nicht! Ejal, wenn nur ein munteres rheini­sches Herz in der Brust schlägt und die juten Tropfen nicht fehlen! . . Maria, komm her. stoß mit deinem alten Vater und dem Fremd­ling an! Zum Wohle. Herrschaften!"

Sie schwebte heran. Ihr Römer klang mit dem des Vaters und Heinrich WärhahnS zu­sammen. Sitten schlug zur Abwechselung ihr auf die Schulter.

Sehen Sie, wat so ruhig und würdevoll daher kommt, bat is vom Rhein, mit unserem Weine jar jekochtes Blut! Die von der Mosel sind quirlich, Hüpfen und fuchteln mit den Händen, die haben den Säuerling im Blute! Aber mit­unter is bat auch schön! . Auf jute Freund­schaft, Herr Ritterjutsdesiher!"

Heinrich Wärhahn mutzte zum Abendbrot bleiben, und als er, eine Zigarre in der Hand; mit Herrn Sitten durch den dunklen ©arten,' ging, sagte er schüchtern:

Wir müssen die Honorarfrage erledigenF

Aus Stabt und Land.

(Ziehen, den 4. Okt. 1921.

Vom Winterfahrplan.

Der am 26. Oktober in Kraft tretende Winterfahrplan bringt für den hiesigen'Direk­tionsbezirk kaum wesentliche Aende- r u n g e n. Der gesamte Zugverkehr mit Aus­nahme einiger SonntagSzüge. die bisher dem Ausflüglerverkehr dienten, bleibt aufrechter- halten. Insbesondere tritt in den Schnell- und Eilzügen keinerlei Verminderung ein. Erfreulich ist auch die Mitteilung der Eisen­bahndirektion, daß der größte Teil der Züge bei Eintritt kälterer Witterung geheizt wer­den kann. Rur die Züge mit einer Fahrdauer von nicht länger wie einer halben Stunde werden nach wie vor ungeheizt befördert werden.

"Stibanc Mit $t Wen i 14 Hahr !nner « Hanölur ausnahir Angella mutier i lung be legen 9 M aea

Ges jucht an Utffcdt «toali tun hl

<a> w

As

V# udje u

Immerzu! Unb wenn niemand zu Hause . sind Sie veijebllch jetommen I Die Weisheit stammt nicht von mir! . .

A Adolf cids. ''izrat von : klagte '.crich in A niSzei zu ho vor t

Q 'niete hondb der n nacht«

Uh

Der Schutz im Blut

Roman von Horst Bodemer.

Ra, sei doch nicht so mit dem Fremdling, Maria! Er ist doch wahrhaftig ein juter Kerl!

Dann hatte sie eine ganz eigene Art zu lä­cheln, ließ sich langsam auf dem Sc siel vor dem Flügel nieder und tat, als ob es ihr lleberwin- dung koste, der Ditte zu willfahren. Einem. Allein­sein mit ihm ging sie aber auffällig aus dem Wege .

Seine Kommilltonen fingen an, ihn aufzu­ziehen. Einer, der von einem Gute auS bet Rähe stammte, schob eine- Tages ben Arm unter den seinen.

Wärhahn. ein offenes Wort! Lassen Vie sich von dem Gitten nicht an der Rase herum­führen!

Erlauben Sie, wie kommen Sie darauf?

Entrüstet war er.

Lind ich sag' es noch einmal? Auf die Ge­fahr. Ihnen zu mißfallen! Ist Ihnen denn noch nicht der Gedanke gekommen: Warum läuft die hübsche Maria noch ledig herum?

Heinrich Wärhahn blieb stehen, die Röte schob ihm wieder einmal ins Gesicht.

.Doch, der Gedanke ist mir öfters gekommen! Ich hab' aber auch die Antwort darauf. Der Richtige ist bisher ausgeblichen, Fräulein Litten hängt sehr an ihrem Vater! Das ist wohl Er- Härung genug!

Der Kommilitone musterte ihn, und bann lachte er laut auf.

.Ich tage Ihnen, die Maria ist hsilfroh, rfl kommt einer und holt sie weg! Unb da Sie an­scheinend in sehr guten Vm-mSgenSevhältttlssen leben, so wird sie nichts unversucht lassen, einjufangen!

(Fortsetzung folgt)

der Zen unb der Verhältnisse in treuester Liebe bis zuletzt geblieben ist. Sein Andenken wird dankbar und treu bewahrt werden. Hieber. Staatspräsident. Auch der Tochter des ehe­maligen Königs der Fürstin Pauline zu Wied wurde ein herzliches Beileidstelegramm gesandt.

Stuttgart, 3. Oft. lWTD) Aus De- benhausen wird gemeldet, daß nach dem vor­läufigen Plan die Beisetzung deS Herzogs zu Württemberg am gceitag vormittag 11 Uhr auf dem alten Friedhof in Ludwigsburg an der Seite feiner ersten Gemahlin stattfindet.

Eine Messerstecherei in Augsburg.

Augsburg, 3. Oft. (Wolfs.) In der Sonn- raMiacht gegen 12 ilfjr kam es an der Ecke der Kaiserstratze und Kapuzinergasse zwischen Zivil­personen und Reichswehrangehöri­gen aus bisher unaufgeflärter Arfache zu Tät­lichkeiten. in deren Verlauf zwei Zivilper­sonen und drei Reichswehrangehörige durch Mes­serstiche erheblich verletzt wurden. Ein Verletzter, ein Hilfsmonteur, ist nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. In der Reuburgerstraße wurde ein Reichswehrsoldat durch den Händler Brande! durch einen Stich in die rechte Brustfelle schwer verletzt. Brande! ist verhaftet.

Veruntreuungen bei der Eisenbahn.

mc. Frankfurta. M., 4. Olt Rach langer Bemühungen ist es der Eifenbahnkriminalpolize gelungen, hinter die gut verschleierten Macken- schäften einer- Anzahl Eisenbahnbeamten zu fern- men, die förmlich Hand in Hand arbeiteten. In äußerst geschickter Weise verstanden es diese Be­amten, Gclder aus Fahrkarteneinnahmen zu veruntreuen. Bei den Unterschlagungen kommen lediglich Gelder in Betracht, welche Rei­sende beim Rachlösen von Fahrkarten zahlten. Zur Erläuterung des Schwindelmanövers sei der Fall angenommen, daß ein Reisender im O-Zug eine Karte nachlösen muhte unb dafür 80 Mk. zu ent­richten hatte. Dieses Geld zahlt der Reisende an den Schaffner, der ihm dafür die Fahrkarte aus seinem Buche gibt, die er selbst ausstellt. Eine durchgeschriebene Pause der Karte muh im Buche des Schaffners verbleiben. Auf dieser Karte machten nun die Schaffner ganz andere Eintra- gungen, so daß es das Aussehen hatte, als seien viel geringere Beträge vereinnahmt, welche dann die Schaffner ablieferten, der Rest verschwand in ihre eigene Tasche. Bis jetzt sind nicht weniger als 11 Personen verhaftet worden.

Die Aussperrung in Höchst.

Höchst a. M., 3. Off. (WTB.) Die Verein* barungen zwischen dem Arbeitgeberverband der chemischen Industrie und den Gewerkschaften über die Frage der Wiederaufnahme des Betriebes der Höchster Farbwerke waren heute mittag dec betei­ligten Arbeiterschaft zur Entscheidung unterbreitet worden. Die Abstimmung war geheim. Ak>- schliehende Ziffern liegen bis zu den Abendstun­den nicht vor. da namentlich die umliegenden Land- orte zum grössten Teil noch ausstehen. 2lach Mit­teilungen aus Gewerkschaftskreisen haben jedoch Nur etwa 40 Prozent der Belegschaft an der Ab­stimmung teilgenommen. In All-Höchst wurden, einer Gewerkichaftszählung zufolge, 20? Stimmen mit ja, 1228 mit nein abgegeben, während die Zahl der in Betracht kommenden Arbeiter ein Mehr­faches dieser Ziffern ausmacht. Aehnlich soll das Verhältnis in zahlreichen Landorten fein. Trotz des Fehlens der Abschluhziffem ist aber schon jetzt soviel zu erkennen, daß die Bedingungen der Arbeitgeber von den Abstimmenden mit starker Mehrheit abgelehnt worden sind. Auch die Orte Ried und Hofheim haben jetzt soziale Hilfs­maßnahmen zugunsten der Ausgesperrten ge­troffen.

Aus Hessen.

LandeSauSschnh der Deutschen DolkSparlei.

Darmstadt, 3. Oft. Der Landesaus schuh oer Deutschen Volks Partei Hessens trat gestern hier zu einer Sitzung zusammen, die so stark be­sucht war, wie noch keine vorher feit Gründung der Partei Vor Eintritt in die Tagesordnung wur­den die Vertreter zum Reichsparteitag in Stuttgart gewählt. Abgeordneter D i n g e l d e y erklärte, die Deutsche Volkspartei fei, wie sie fchon immer erklärt hat, grundsätzlich bereit, mit allen Parteien gemeinsam an der Wiederaufrich­tung des Staates zu arbeiten. Voraussetzung sei allerdings, daß von ihr keinerlei Preisgabe pro­grammatischer Anschauungen gefordert wird. Wenn es zu einer Hmbilburg der Reichsregi^rung kommt, wird eine völlige Reubildung des Kabinetts als erforderlich erachtet. Dann wurde zur Defprechung der Kandidatenfrage geschritten. Ohne Widerspruch wurde beschlossen, von dem Recht. Provinzlisten aufzu stellen, fei­nen Gebrauch zu machen, sondern für das Land Hessen eine Landeslifte (Einheits­liste) einzureichen. Die Aufstellung von Prvvinz- listen wird zudem als eine Konzession an klein­liche lokale Gesichtspunkte betrachtet. Gerade in der jetzigen Zeit, in der große Telle des hessi­schen Landes von der Entente besetzt sind, lei es notwendiger als je, die Einheit des Hessischen Staates zu bekunden und diesen Gesichtspunkt auch äußerlich durch die Aufstellung einer Ein­heitsliste Rechnung zu tragen. Abg. Dingel- dey eröffnete die Besprechung, indem er einen Heberblid über die Beratungen des Gefchäfts- führenden Ausschusses, dir der heutigen Sihung vorangingen und über die Gesichtspunkte, die ihn bei der Vorbereitung der Kandidatenliste leiteten, gab. Rach langer Debatte wurde eine Kandidaten­liste aufgestelll, die den vom Landesvorsitzenden entwickelten Richllinien Rechnung trägt. Sie ent­hüll u. a. die bisherigen Abgg. Dr. Osann, Dingeldeh, Köhler, Hahn und Wünzer, ferner an sicheren Stellen Vertreter der Wissenschaft, des Handwerks, der Landwirtschaft, der Frauen, der Arbeiterschaft, der Beamten unb Lehrer unb der Industrie. Es wurden die 18 ersten Stellen der Liste besetzt, von denen der größte Teil als aussichtsreich bezeichnet werden kann. Für die übrigen Stellen der Kandidatenliste wird der Gescyäftsfuhrende Ausschuß im Einvernehmen mit den öttlichen Organisationen die Kandidaten auf- stellen. Der Wortlaut und die Reihenfolge der gestern aufgestellten Liste wird veröffentlicht, fv- stald die betreffenden Verfönli^k-siten fämtfi-b ihre Zustimmung erteilt hab n Auf eine Kandidatur rHttzichtet hatten zum größten Bedauern der Par­teileitung und der Wähler im Lande der bis­herige Abg. Kling sp or-Gießen und Frau Abg. B i e r a u.

LLl jaW d« Ä- klasie. ac tagen un UnUrnc Vpat dcider der Obe llrtdldi f.lung tn

Sch ist in H

iir Aich Schüler ' ntffe der über die devoide Alter d nicht un! ben 3o Di Sch

fpd. Frankfurta.M., 3. Oft. DaS Or­gan der K. P. D. für Hessen-Raffau, der Kommuni st", geht nicht ein, wie gemel­det wird, sondern erscheint wegen Auseinan­dersetzungen mit der bisherigen Druckerei wäh­rend des Monats Oktober in Stuttgart bzw. wird es hier gedruckt. Die Parteileitung be­absichtigt, das Blatt vorn 1. November ab in eigener Druckerei wieder in Frankfurt erschei­nen zu lassen.

** Aus dem Sta dttheaterbu reau. Rach der Eröffnungsvorstellung am Mittwoch, die bekanntlich ShakespearesWas ihr wollt" bringt, ist die zweite Vorstellung der Spielzeit am Freitag, 7. Oktober, dem Andenken des jüngst ver­storbenen Ludwig Thoma gewidmet, dessen Werke unser Stadttheater stets als eine der ersten Bühnen herausbrachte. Am Freitag gelangt zur Aufführung die breiaftige DauernkomödieDie Lokalbahn" unb der einaktige SchwankErster Klaffe", der die berühmt gewordene Figur des Abgeordneten Filser bringt und der unbestritten zu den besten Schöpfungen des süddeutschen Mei­sters zählt. Am Sonntag, 9. Oktober, werden zw?i Lustspiele gegeben, nachmittagsS o'n - bei und abendsLiebe und Trompete n- blasen". Die erste Operette kommt am Sonntag, 16. Oktober, heraus, und das gewählte WerkDie P o stm e i ft e r i n von Leon Hessel, dem Komponisten des Schwarzwaldmädels, dürfte hier um so mehr Interesse erregen, als die Hand­lung in Hessen spielt.

** Oberhessischer Kunst verein. Die graphische Ausstellung, die nur 10 Tage hier bleibt, ist außer täglich vonsil bis 1 Llhr auch am Mittwoch nachmittag von 3 bis 5 Mr geöffnet.

"DerVortragsabenbinderStadt- kirche, zu dem der Evang. Arbeiterver- ei n, der Evang. Bund und der W a r t b u ra­ve r e i n eingeladen hatten, war sehr stark besucht. Missionsbirektor D. Dr. Witte-Berlin berichtete unter dem ThemaWas ich in China unb Japan erlebt habe" über die Arbeit des Allgemeinen evang. Protestant. Mis ionsvereinS im fernen Osten. Mit feinem Verständnis gab der Vortragende von hoher geistiger Warte einen Eindruck aus der alten ostafiatischen Kultur, die in ihren hervor­ragenden Vertretern gerade in der Gegenwart nach der sittlichen unb religiösen Kraft des Christen­tums verlange. In Einzelschilberungen vom dor­tigen Leben kam die soziale, sittliche und religiöse Rot dieser Völler trotz ihrer alten Kultur ergreifend zum Ausdruck und von der helfenden, erneuernden und heilenden Kraft der evangelisch- christlichen Gedankenwell legten die Bilder aus der sozialen und religiösen Arbeit des genannten Mif- sionsvereins Zeugnis ab. Der Vortrag wurde mit gesteigerter Aufmerksamkeit angehört und hinter­ließ gewiß bei den Hörern einen tiefen Eindruck von der Rotwendigkeit und dem Segen des Evan­geliums gerade auch unter geistig so hoch stehen­den Völkern wie Chinesen und Japanern.

* Jubiläum. Am 1. Oktober waren es 40 Jahre, daß Kanzlei-Sekretär Otto Geil- f us auf ber Kanzlei des hiesigen Landgerichts tätig ist. Er hat sich während dieser Zeit als tüchtiger Beamter bewährt und erfreut sich auch ber Achtung unb Beliebtheit feiner Vorgesetzten und Kollegen.

* Preiserhöhung ber Friseure. Die FriseurzwangSinnung hat eine Preiserhöhung, wie uns nutaeteilt wird, wegen ber anhaltenden Steigerung Der Betriebskosten, Löhne usw. be­schlossen.

* Dauernregeln vom Oktober. Ist ber Oktober kalt Macht er dem Rauvensraß Halt. Sitzt im Oktober das Laub noch fest am Baum Fehlt ein strenger Winter kaum. Dringt ber Oktober noch Frost und Wind So wirb Qanuar unb Hornung gelind. Oktoberdvnner ist fürwahr Roch besser alS im Februar. Wenn im Oktober die Eiche ihr Laub behäll Folgt ein Winter mit strenger Kält'. Durch Oktober- mücken Laß dich nicht berücken. Hat ber Oktober viel Regen gebracht So hat er auch gut die Aecker bedacht. Richts kann' mehr vor Raupen schützen Als wenn der Oktober kommt mit Pfützen. Oftobergeteilter sagen beständig Der künftige Monat wirb wetterwendig. Wenns im Oktober friert unb schneit So bringt ber Januar milde Zeit. Ist im Oktober das Wetter hell So bringt es her den Winter schnell. Oktober geteilter Sind Leichenbitter. QHengt der Oktober sich in den Winter So ist bann

Da hielt es Heinrich Wärhahn auf seinem bequemen Sessel nicht mehr aus, er teollte sehen, wie diese schlanken weißen Finger über Die Tasten glitten unb dann fang sie ein Lied vom Rhein.

A^s sie geendet hatte, fragte Herr Sitten: »Ra, wie hat Ihnen das Lied gefallep? »Das tarnt nur am Rhein gedichtet unb kom­poniert worden fein!"

Richtig, Fremdling! Der es jedichtet, ist ein aufjebenber Stern, ober vielmehr er ist durch biefeö Lied aufjejangen. Und der es komponiert hat, der bin ichl"

»Sie, Herr Sitten?"

Maria, er jlaubt nicht einmal!

Der alte Herr schüttelte den Kopf, daß die halblange Mähne hin- und hersiog unb lachte hell­auf dazu.

Aber warum sollte ich das nicht glauben? Ich finde Lied und Komposition wundervoll em richtiges VolksliedI"

Wieder schlug Ioseph Sitten Heinrich Wär­hahn auf die Schulter.

»Dat iS et eben, Fremdling! Volkslied, Meine Lieder werden tn Massen am Rhein fangenl Dat is en Kunstwerk Volkslied! Aber denken Sie, et wird anerkannt, 'n paar bunbert Mark, und der Verleger macht bat iroße 3e- schäft!" Joseph Sitten zwinkerte mit den Augen. Aber mit dem Volkslied, bat meine Tochter lang hab ich Fortune jemacht! Preisausschreiben

Wat, Honorarfrage? Sind Die jäck c Herz­lich willkommen, wenn Sie da sind unb wenn Sie sich bedrückt fühlen, barm laben Sie unS jetrost einmal zu einem Schlemmer essen nach Bonn ein! Die Freuden ber Tafel weih ich zu würdigen, unb meine Tochter nicht minder!"

dieser umso gelinder. Wenn im Oktober Regen hausen Werden im Dezember Stürme brausen. Ottober rauh Zanuar flau.

'LZornotizcn.

Ta g e s ka l en d er für Dienstag: Hörsaal 44 ber Universität, öffentliche. Vottrag über t) en Entwurf eines neuen deutschen Stra - rechts. Postkeller, 81/3 älhr. Mitgliedere ec- sammlung des Reichsbundes der Kriegsbeschä­digten.

D i e D e u t sch n a t i on ale Volks­partei veranstaltet am Donnerstag, 81/* älhr abends, imPostkeller" eine Mitglieder- Dersammlung.

Wettervoraussage

für Mittwoch:

Wechselnd b.wellt, v r i zelte Rnd:r chläge, milde, Winde aus westlichen Richtungen.

Rachdem ein ausgeprägtes Tief in raschem Zug über Dordeuropa gezogen ist, tritt an ber Atlantischen Küste eine neue Depression auf. Sie zieht nordwestwärts unb wird uns wolliges Wetter unb vorwiegend Rieberschläge bringen.

Landkreis Gießen.

O Hausen. 2. Oft Von herrlichem Wetter begünstigt fand heute die Enthüllung und Ein­weihung des Denkmals für die im Welt­krieg gefallenen unb vermißten Söhne unserer Gemeinde statt Unter Führung des Po- saunenchors von Watzenborn bewegte sich ein großer Zug, in dem sich außer ben Hinterbliebe­nen ber Gefallenen sämtliche hiesigen Vereine, Schullinber und ejne große Schar anderer Tell- nehmer befanden, nach dem am Dorf ende ge­legenen Friedhof. Hier am Waldrande ist Der Gedenkstein errichtet, ein mächtiger Raturblock aus Granit, auf dem auf eingelassener Tafel die 22 Ra men stehen. Die Weiherebe des Ortsgeist- lichen das Verlesen der Ramen ber Gefallenen unb das Gebet waren umranft von Liedern der Schüler unb ber beiden hiesigen Gesangvereine. An Stelle des verhinderten Dürgermeisters, der selbst mehrere Söhne unter den Gefallenen hat, übernahm mit schlichten Worten das Gemeinde- ratsmitglied Karl Mohr das Denkmal in Be­sitz, Schuh unb Pflege ber Gemeinde. Die Kosten für bas Denkmal, 56000 Mark, würben durch freiwillige Gaben aufgebracht

-m. Hungen, 4. Okt. Am Sonntagabend fand in der evangelischen Kirche ein Kirchen­konzert statt, das überaus zahlreich besucht war. Die einzelnen Darbietungen, Werke bedeu­tender Tondichter für Orgel, Violine und Cello, wurden sehr wirkungsvoll toiebergegeben. Auch bie tiefempfundenen Lieder einer Sängerin, so­wie bie Vorträge des Gemischten Kirchenckors und der Chorschüler hinterließen bei den Zuhörern tiefen Eindruck. In anerkennenswerter Weife ha­ben sich alle Mitwirkenden unentgeltlich in den Dienst der Sache gestellt.

Kreis Büdingen.

n. B l e i ch e n b a ch, 30. Sept. Hier wurde eine Frau von einem bissigen Hund über­fallen und derart zugerichtet, daß sie in be­denklichem Zustand darniederliegt

Kreis Schotten.

E. Laubach, 1. Okt. Der hiesige De» amtenverein hat den Selb st bezug seines Kartoffelbedarfs aufgegeben und sich mit der Stadtgemeinde Laubach in Verbindung gesetzt, weil er dabei einfacher, besser und billiger wegzukvmmen hofft. Die eine Genossenschaft forderte 70 Mk. für den Zenttrer Kartoffeln und wollte vom Beamten­verein noch einen Mann gestellt haben zum Einladen und Befördern der Kartoffeln zur Eisenbahn. Die andere Genossenschaft forderte denselben ^ZreiS ohne Aushilfe. Die hiesige Gemeinde liefert voraussichtlich den Zentner Kartoffeln zu 65 Mk. Der vorläufige Bedarf stellt sich durch den Gemeindekauf an die Be­steller auf 1500 bis 2000 Zentner. Außerdem liefern hier noch verschiedene Händler Kartof­feln an Besteller.

Kreis Friedberg.

Dad-Rau heim, 3. Okt (WTB.) Seit Samstag ist ber gesamte Kurbetrieb in die Räume des Kurhcurses verlegt worben. Die Zahl ber Kurgäste hat abgenommen. Rach einer Sta­tistik ber Bade- unb Kurverwaltung wurden wäh­rend der Sommerkurzeit von rund 34 000 Kur­gästen 375 000 Bäder genommen.

Starkenburg und Rheinhessen.

Der Darmstädter Duchdruckerstreik.

rm. Darmstadt,3. Okt. Der am Sams­tag begonnene Buchdruckerstreik nimmt seinen Fortgang und dürfte aller Voraussicht nach kein rasches Ende nehmen, da beide Set­ten mit Energie auf ihrem Standpunkt be­harren. rinverständlich ist die Behauptung der Stteikleitung, daß bie Blätter der RegierungS-

1