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Poetenreichtum.

Ernst bon Wolzo gen setzt im Juncheft vonWestermanns Monatsheften" 'seine Lebens- errnnenmgen fort und beschäftigt sich batet viel mit Lilrencrons Persönlichkeit. Wenn Wvl- y>gcn nach Hamburg tan, daun pflegte er Liltar- crrm in irgendeine bessere Austernstube mitzu-- fchleppen, weil er wußte, eine wie große Freude ihm cm -anspruchsvoll Kusammengestelltes Malst in vornehmer Aufmachung bereitete.Er selber betonte bet solcher Gelegöcheit bte Vornehm beit äußerlich durch Anlegung fernes alten, ober pern- lich sauber instandgshattenen Bratenrockes nebst glacäletemen Begräbnishandschuhen. Es waren wohl die einzigen, die er besaß. Und niemals unter- ließ er es, beim Fortgehen g<nq äberflüsstgerwetse dem Kellner, der ihm in den Uebervock lxrlf, ein reichliches Trinkgeld zu zustecken. Einmal habe ich ihn bet solcher Gelegenheit sogar dabei erwischt, wie er in Ermangelung eines blanken Talers dem Befrackten ein blankes Zehnmarkstück in bte Hand drückte? Es war vielleicht das Zehnmarkstück für ihn! Ihm war es eben ein Hochgenuß, sich zuweilen ferner schäbigen Armut zum Trotz als Barvn estinnert zu sehen. Er entbehrte es schwer, nicht bte Mittel zu einem halbwegs adligen Auf­treten zu besitzen, das ihm doch so gut zu Gesicht gestanden hätte. Aber tragikomisch 'ist es, daß dieser schier zeitlebens von fernen Gläubigern ge­hetzte und wirklich darbende Dichter von seinen Lesern allgemein für einen leichtsinnigen Ver­schwender, Schlemmer oder gar Trunkenbold ge­halten wurde, weil er dem vornehmen Leichtsrmi, dem üppigen Lebensgenuß in fernen Versen fo oft heitere Hymnen gesungen hatte. In seinen Versen füfrr er vier lang, ritt mit .Komtessen Parsorce^ iagd und schlemmte bet Pforte, während ihm rn Wirklichkeit oft genug das Memgeib zur Tram­bahn fahrt mangelte. In seinen Versen war er Herr auf Pvggfred, König auf feiner Scholle ober auch Pascha mit drei Roßschweifein und Gebieter über einen Harem voll reizender Ldalisken, in allen Weltteilen ja sogar auf allen Gestirnen daheim in Wirklichkeit bescheren, nur nach kleinbürgerlicher Behaglichkeit verlangend/'

erhÄt das Tier aus zwei Drüsen unterhalb ferne! Maules. Kokons, die von den weiblichen Qerest erzeugt werden, haben eine eiförmige Gestalt, wäh­rend die Kokons der mäimlichen Tiere ünbförmig srnd. Zu Züchtungszwecken werden die besten 5h> Eon» ausgewählt und in einen warmen Raum ge» legt. Nach zwei Wochen benäßt bie* schrnutzv loeiße Motte, die sich in dem Kokon entwickelt hctt. das eine Ende des Kvkons mit ihrem Speichel, drängt bte Seidenfäden beiseite und kriecht cu5. Tie 'Jltotten beginnen augenblicklich das Paarungs- geschäft, und jedes Weibchen legt etwa 400 Eier, worauf es stirbt. Tie Eier inerten non dem Züchter gesammelt, sorgfältig daraufhin unter- lucht, ob sie Zeichen von Krankheiten aufweisen, und dann zu werteren Züchtungen txrroatbet. Dir Kokons, die nicht zur Züchttmg dienen, werden zunächst Tampf ausgesetzt, um alles Leben bann

töten und dann m heißes Wasser gebracht. Auf diese Weise lösen sich die Seidensäben, st daß he aufgewickelt und zur Fabrikatton dcj> > sendet werden können.

Okkultismus und Geschäft.

Mit OkkulttSmus ist letzt ein blühendes Gfe* stbäft zu machen. Es ist Hochkonrunkttir m P|ych>« crnalyse, in Telepathie, Hypw>- und MvgnettS- nms, und weil all diese Truge doch sehr stark vach nüchterner Wissenschaftlichb-i! rtechen und da die breite Masst mehr das wrmderbare Tunke! als das Licht der Wissenschaft Itebt, so bat sich das okkulte bewerbe in fixer Anpassungef älngbeit dazu be­quemst einen starken odiufs Mittelalters «n rvrr Gefchäftsgebarmrg einzuschmugtwlu - der letzte Sckirei der Mode ist bre Astrologie. Es wird wieder aus der Konstellation^ der Sterne gedeutet rtne anno Wallenstein und Senf. Viel zu wenig beachtet von Aerzten, Polizelbehorden, Wvhlfahrtsmrnist.- rien und anderen berufenen Faktoren macht sich in ganz Deutschland eine immer mehr anschwcllende Welle geradezu geheimniskramender Leidenschaft­lichkeit bemerkbar. Und Bcrlrn ist, wie sollte dus auch anders fein, fern Wellenbrecher, lonbem etu Staubecken. Tiefes psvchische Fieter wird hier geschäftstüchtig ausgebeutet und gesteigert. Ollulte Salons nehmen den geheimen Gesellschaften für Nacktänze ihr Publikum weg und verdrenen eme Stange Gold oder, um der Zeit Rertmung zu tragen, einen Ballen Papiergeld. Hellseherinch- tutc schießen wie Pilze nach dem Regen aus der Grbe, in einer dieser Schwindelbuden, die m einem Berliner Vorort liegt, sind aus Wochen hm aus die Karten für die Spreäistunden vergeben. Erne stadtbekannte Tarne, die sich noch vor wenig Wochen ausschließlich mit Heiratevermittlungen beschäl- tigte, hat sich als astrologisches Institut ausgetan und verkündet in dicken Lettern von gl len An-> schlägen an den Litfaßsäulen, bar» sie wohl, dank einem Sonderabkommen mit den Planeten, altern in der Lage sei, Zukunst und Sch^rckscu ihrer Schütz- lmge aus den Stemmt zu lesen. Dte gute, olle, ehrliche Kartenlegerin übt an ihrer schwarzen Kumt Verrat, und seiÄst am unromanttschen Weddmq draußen, im aufgeklärten ^cteunenmertel, wo bi schweren JungenTinge drehen", übt die Volks.« astvologin statt der Karten-- und Kafteegrundprv- phezeiung mit magischer Gebärde ffrr neues astvo logisches Gewerbe aus. Dieses Psychisckn Fieber mag eine Folgeerscheinung des Krieges sein, ihre auf Täuschung und Geschäft zulamende Spitze tft Berliner Eigenbau. Tem plumpen Schwmdel, der überdies bte Nerven arg in Mitleidenschaft yefrs und der Hysterie den Acker bereitet, ist Tür und Tor geöffnet.

Gehör und Gesicht.

Ein bekannter Gelehrter machte kürzlich irt einem Vortrage aus zwei nicht genügend gewürdigte Unterschiede zwischen dem Gehörsinn und dem Ge- sichtssinn, bzw. den übrigen Sinnen, aufmerksam Während das A u g e die verschiedenen Lichtstrahlen, von denen es getroffen wird, zu einer Gesamt - cmDiinbimg bereinigt, zerlegt das Ohr eine ein

mein cieb.

Von Rabindranath Tagore.

(Aus dem KinderbucheDer zunehmende Mond".'»

Dies Lied von mir will feine Musik winden um dich, mein Kind, wie die zärt­lichen Arme der Liebe.

Dies Lied von mir will deine Stirn

Wenn äu allein bift, wird es an deiner Seide sitzen und dir ins Ohr flüstern; bist du rn der Menge, wird es dich einfrieden mit Entrücktheit.

Mein Lied ttxro ein Flügelpaar für deine Träume sein, es wird dein Herz an die Wrenge des Unbekannten reißen.

Es wird wie der getreue Stern zu xxhrpten sein, wenn finstere Nacht über deiner Straße liegt.

Mein Lied wird in den Sternen deiner Augen sitzen und deinen Blick in das Herz der Dinge fuhren.

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der Wurm auf einen Zwerg und kapselt stch hier selbst in einen Kvkon em. Drei Tage lang bauert Dteic Arbeit, und dann ist das Werk vollendet, ernt Hülle von l a Zoll Länge und 8/< Zoll Durch­messer. Ter jwfon testeht aus einem zusammen­hängenden doppelten Seitenfaden von etwa 3500

rigung der Temperatur übt der Mangel an Sauer - stoft auS. Denn auch das Samenkorn unterliegt einem Stoffwechsel, der in der Hauptsache in der Aufnahme von Sauerstoff Intb in der Abgabe von Kohlensäure und Wasser besteht. Fehlt der Sauer stoff, fo stirbt Zwar das Korn nicht, aber es geht in eine Art von Dauer- und Ruhezustand über, der sich vielleicht mit jenem Zustand vergleichen läßt, den eine jahrelang ohne Nahrung gdanene Hefe­zelle annimmt. Sie stirbt nirirt ab und läßt sich durch geeignete Behandlung wieder zu neuem Le7 erwecken. Ebenso das Samenkorn. Ein Mangel__

Sauerstost tritt insbesondere dann ein, wenn es zu ties in den Boden gefat wurde. Die darüber liegenden Bodenschichten verhindern bann den Zu­tritt der Luft. Man hat aus altem Ackerboden, der dann aufgeforstet wurde, Samenkörner entnommen.

de- lel bil eh üd

'jcegcitnann des Juli dichtes Dunkel die Wiesen bedeckt unp der vlätschemtde Reger eriren Schleier nach dem andern über die tolummembc Erde breitet, so ist diese Ein tönigtat des Reaena^stätschers wie da tmrcnrde Dunkel selbst. Die düstere, dicht Bauntrcihe, bie Dornsträucher, Die aus der Tablcn Heide auf tauchen wie Köpfe vo d)ivinunern mit triefenben Haaren, Der G ruch des feucksten Grases und der nasse Erte, Der Kirchturm, der aus der undeui

bülten üniUwert^I langer (hntorrthrng dieser flarTm Killte zeigte sich YUtten umlagert, Mporrvgt, alles sind« keine mefcntlicte Vermtndeows der fltimtaft

Wmer wurden zwar glashart, sie zeigten keinerlei Lebensfähigkeit mehr, und es konnte an ihnen ins­besondere auch keinerlei Art von Stoffwechsel fest- gestellt werden. Nach langsamer und vorsichtiger Diedererwärmung, die derart ausgeführt wurde, daß beim Auftauen keine Sprengung des Zellftofs- gaoebes eintrat, ließ sich bei ihnen eine fast un­veränderte Keimkraft feststellen. Berauerel behauptet auf'Grund ferner Umersuchunycn, daß bie Keimkraft auch bei Temperaturen von 200 Grad im Ber lause von drei Millionen Jahren nur ganz un­wesentlich verringert weiden würde. Der Betraa der Verringerung würde ungefähr ebenso groß fein, als ob das Korn bei einer Temperatur von plus 10 Grad einen Tag lang an der Lust gelegen hätte. Einen viel weitgehenderen Einfluß als die Ernied-

Wie Seide entsteht.

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wenn Sie sich Ihre seidene Muse anziehen oder den Seidenschlips umbinben, wie viele Seidenwurmer ihr Leben laifen mußten, damit bet Stoss entstehen konnte? Der Schlips hat bas Opfer von wenigstens lausend Seibenwürmern und bte Bluse bas von 20 000 erfordert. Der arme Seidenwurm ist ein

der Jnsektenwelt ausgehenden Geräusche nur sehr selten, ja nicht einmal den Tritt einer Katze oder einer Maus. Ter Gehörsinn des ersteren Tieres ist jedenfalls mrf stärker entwickelt, als derjenige des Menschen, indem die Katze selbst aus größerer Entfernung und im Schlafe vernimmt, wenn eine Maus durch das Zimmer läuft.

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der ^L^taTi

druck. S-Nd Nere? M Kuttel. K

Rabinöranath Tagore über die Verwirklichung der Zchönhett.

Der Name Rabinvranath Tagores, ovr wenig Jahren in Teutschiland kaum getarnt, ist heule in Aller Munde. Seine Bücher, bte in Riesenauf- ' lagen Heron skommen, findet man überall m ber Hand begeisterter Leser. Augenblicklich befindet fick, ber indische Ttchter auf einer Europareise Tie schule der Weisheitt' in Darmstadt versendet fleiHrg Rällamenotizen, die zum Besuch der Darmstädter Tagoro-Woche^' (9.14 Juni) auf* fordern, ausführlich von den Eigenschaften Tagores, der Art seines Umgangs unb Uierkehrs erzählen imb B-rhaltungsvorschläge erteilen. Ob btefer Tamtam wirklich dem Wesen bes großen Inders entspricht? bon dem doch "Grag .Keyserling selber bekennt, daß er bte letzte Stufe ber Bollerwung auf dem Wege ber Verinnerlichung erreicht habe, baß er uns allen als höchstes Sinnbild ber Vollkommenheit, bte fetue menschliche Gröhe fttli und reht offenbart, gelten könne. Ob bte Stillen im Lande, bie wirllrch Wertvollen, denen Einkehr in sich selbst das Höchste ist und an bte sich Key­serling vor allem wendet, durch diesen überttte- beneti aufs Aeußerüche eingestellten Persönlichkeits- klllt nicht abgeschreckt werden? Wer zum Bei­spiel eine der wundervollen Aufführungen des Kömgs ber dunklen Stamm er" im Frankfurter Schauspielhaus erlebte, dte trarnnyrrtc Lyrik, die allumfassende Güte ttnb Menschlichkeit dieses rn- difck'en Legenbenfpiels willig in ferne Seele ein* sttönten ließ, bte kristallklaren unb himmelstiefen CMxntfcn vom König der dunklen Kammer, das heißt, tont Gott, ber in uns und aus uns wirkt, erfühlte, für ben tarn ein Wissen vom äußeren Menschen Tagore, der zudem noch in fremder Sprache sprickst, wohl kaum eine Steigerung be­deuten. In Rabindranath Dagores Bücher möge lick' jeder, der bte Weisheit indischer Dichtung liebt, versenken. Er wird in ihnen überall 'ben Tickt er finden, dessen Werk weder nach Sprache imti Ort begrenzt ist, bemf man kaum die zwei­malige Uebersetzung ins Englische und bann ins Deutsche mrmertt. Ern Weiser wird zru ihm sprechen, ein großer Ethiker, ein Gottsucher, dem es ge­lang, ben seltenen Einklang mit Natuo unb Gott £i finden.

Sämtliche ms Deutsche übersetzten Werke Ta* gores, eine gan^e Anzahl Lyrik-, Prosa-- und Dvamenbück>er, sind im Münchener Verlag von Kurt Wolff erschienen. Ter folgende Abschnitt ist das Schlußstück des KapitelsBon ber Verwrrk- licharng der Schönheit' in dein Neuesten philo­sophischen Werke des Inders ,-Sabhana" "(Ter Weg zur Vollendung).

Wenn wir sagen, baß Die Schönheit über­all ist, so meinen wir bannt nicht, daß wir das Wort HüßlichLeit ans unserer Sprache * verbannen sollten; bas wäre ebenfo töricht, 'als wenn wir sagten, es gäbe keine Uw Wahrheit. Gewißlich gibt es Unwahrheit, aber sie liegt nicht im System bes Weltalls, son­dern in ber Unvollkommenheit unserer Er­kenntnis. Ebenso gibt es Häßlichkeit als Der* zerrten Ausdruck der Schönheit in unferm Leben unb in unserer Kunst, ber seine Ursache hat in unferm unvollkommenen Erfassen ber Wahrheit Wir können bis zu einem gewissen (trabe unser Leben in Gegensatz stellen zu . dem Gesetz der Wahrheit, das in uns ist und das in allem ist, unb ebenso können wir auch .Häßlichkeit erzeugen, indem wir dem ewigen Gesetz der Harmonie, bas überall ist, widerstreben.

Durch imfern Wahrheitsfnm erkennen wir bas Gesetzt Der Schöpfung, unb durch unfern Schönheitssinn erkennen wir bie Har­monie bes Weltalls. Wenn wir das Gesetz in der Natur et tarnen, so gelangen wir zur Herrschaft über bie Kräfte der Natur und

ireidesveicher, ein damals viel beliebtes Spielzeug, Das man vielleicht als den Borgangcr des hrnttigen "LuppenHauses betrachten kann. Einige dieser Spei- d>cr waren noch mit Weizenkörnern gefüllt, die bei erneuter Aussaat mx keimen begannen. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß hier eine absichtliche Täu­schung vorlag, die ton fetten eingeborener angeb­licher Finder ber Mumien ins Werk gesetzt worben ipüt. Als man barm später wirklichen Mumien u^izen entdeckte, tonnte man die vollkommen hart geworbenen und keine Spur ton Feuchtigkeit mehr aufroetfenben Körner nicht mehr zum Keimen brin gen. Dagegen sind in ben Silberbergwerten von Atttka bzw. unter bat bort weggeworfenen un- t rauchbaren Gesteinen, bte ben Boden mehrere '.Vtcter bvch trbetrten, rroch teimsähige Samen, aller­dings nickt ton (Getreide, sondern von Gartenpflan ;en ttefunben worden. Ihr Alter wird auf unqefäbr 2000 geschätzt.

Ern allgemeines Durchschnittsalter für bte Kemtfähigkerl der Getreidesamen läßt sich nach Re la msUniversum" nicht angeben, und auch bei der Lnchat Getreideforte hangt sie sehr von den erat Umständen ab Früher glaubte man, daß re Kälte die Krimfähigteit beeinttächtioe, baß sie as Samenkorn geunsu-rmaß'-n attöre Neuewings at ber f^t-Asische Forschet Paul Becauerel ben ^-TweiS enmaaX. daß d>ena de körne r foyrr seh' tiefe Temperaturen ertragen, ohne dadurch irgendwie ;u j^iden. Er setzte solche Körner »m rerschiedataH | hmetbearten der Temperatur der flüssigen Luft ' also einer Kälte von 193 Grad, aus Auch bet langer (Sintorrthrng dieser starka: Kälte

1 keine wesenllickre

Unb wenn meine Stimme sttll ist im wutyvwu» wii euvu duuv I 2ob, wird mein Lied in dein lebendes öera

Steter Länge, unb daS Material M ferner Ardeu | sprechen.

Alter und Aeimsähigkeit der Getreide;.

Wie lange behält bas Samenkorn bes Getreides feine Keimkraft'? Diese Frage hat schon mehrfach bat Gegenstand pflanzatphysivlogischer Unter- suchungat gebildet, die allerdings dadurch auf'man­cherlei Schwierigkeiten stoßen, daß fich bas Mter ber zur Verfügung stehenden Proben nicht immer einwandfrei feststellen läßt. Eine Zeitlang glaubte man, daß sich die Keimkraft unter Umständen bis über fünftausend Jahre lang erhalte. Diese Ansicht wurde durch Versuche mit dem sogenanntenMu ntienweizen" gestützt, einer grobkörnigen Weizen forte, die vor ungefähr fünfzig Jahven aus Weizen- fömem gezüchtet hnrrbc, als deren Fundort die Gräber ägypttscher Mumten bezeichnet wurden. Die Aegyptet pflegten ihren Toten mancherlei Beigaben in das Grab zu legen, den Kindern auch kleine Ge-

Sklave der Mode geworfen. Der dieser strengen Götttn zu Millionen bin geopfert wird. Früher war die Eeidenfabrikation nur in ben Länoern üblich, wo der Seidenwurm von Natur Dorfant. In Edina besteht sie seit über 4000 Jahren, hat sich von dort nach Indien und Japan verbreitet und kam dann später auch nach Frankreich und Sübeuropa. Bei Der Züchtung der Seitatraupe muß die größte Sorgfalt auf bie Auswahl der Tiere verwendet werten. Krankheiten verbreiten sich unter den Seitenwürmern sehr rasch, und deshalb beziehen heute die malten europäischen Züchter ihre Eier aus China und Japan, ivodurch fie bie beftr Gewähr für erne geiunbe Aufzucktt erhalten. Tie Eier sind gelb und ähneln Rübfamen. Sie werden in Brutofen gebracht, die eine bestimmte Därme haben, und nach Ablauf ton 30 Tagen kriechen die Sadenwümter aus. Ein Seidenwurm streift Dermal feine Haut ab und ist schließll 3V2 Zoll lang. Er ist weiß mit braunen

löerbcn mächtig; toeim wir das sittliche Gesetz rn uns erkennen, so gelangen wir zur Herr­schaft über uns selbst und werden frei. Und ebenso: Je mehr wir die Harmonie in der Natur verstehen, desto mehr nimmt unser Men an ber Freude der Schöpfung teil, und desto wahrer unb universaler wird der -Ms- druck der Schönheit in unserer Kunst. Je mehr wir uns der Harmottte in unserer Seele bewußt werden, desto umfassender begreifen wir die Glückfeligkeit des Weltgeistes, und der -Msdrnck der Schöicheit in unferm Leben ftrebt in Güte und Liebe dem Unendlichen zu. Dies ist das letzte Ziel unseres Daseins, daß wir uns immer bewußt sind:Schönheit ist Wahrheit, Wahrheit ist Schönheitt'; wir müssen die gan^e Welt in Liebe erfassen, denn aus ter Liebe wird fite (geboren, die Siebe erhält sie und nimmt sie wieder in ihren Schoß zurück. Wir müssen zu der voll- Eommcnen Freiheit und Wette oes Herzens gelangen, bie uns oie Kraft gibt, uns in bas innerste Zentrum ber Dinge zu versetzen und die Fülle der selbstlosen Freude zu kosten, die Brahma eigen ist.

Die Musik ist die renrfte Form der Kunst und onljer ter unmittelbarste Ausdruck ter Sdwitbeit. Ja, wir empfinden Die Offen­barung des Uneiwlichen in den endlichen Formen ter SckiSpftmg selbst als Musik, als Mumne, siclstbare Musik. Der Abendhimmcl, ter unmnüDlich seine Sternbilder wiederholt, I£.2rnc voll Staunen über das

Geheimnis ieiner ersten Aeußerunq immer wleter das erste Wort lispelt und ihm mit nue endender Freude lauscht. Wenn in der

trauen wegen der- ttmberjk

Die Zeit ter Aufforstung ließ sich häufig noch aus dem Alter der Bäume und den Forstakten ermitteln, derartige in großer Tiefe liegende Samen tarnten noch nach 100 Jahren, doch läßt sich auch hier eine Grenze sowie eine durchschnittliche Mterszatzl für die Keimkraft nicht feststellen, da, wie schon er­wähnt, sowohl die Getreidesorten selbst sowie auch die äußeren Umstände eine sehr weitgehende Rolle spielen. Ebenso kommt den Kunstgriffen, mittels deren man die alten Sarnen xu neuem Leben er­weckt, eine gewiße Bedeutung zu. Es handelt sich darum, Feuchtigkeit, Wärme unb Luft im richtigen Verhältnis eünvtrEen zu lassen, um bas Proto­plasma von neuem zu beleben.

Die Beziehungen zwischen bem Mter unb ber Keimkraft bes Samens bilden ben Gegenstand viel­facher Forschungen. Die Natur dieser Forschungen bringt es aber mit sich, daß ihre endgültigen Er­gebnisse erst in Jahr hunderten abgeschlossen vor­liegen tarnen müssen doch ine Beobachtungen über fo lange Zeiträume ausgetehnt werben.

TSne, bte ans bem Herzen ber Nacht auf­steigen und in Dem einen Ton des unauf­hörlichen Regens, ber oie Lüfte erfüllt, zu­sammenfließen und sich verlieren.

Daher entlehnen die wahren Dichter, oie Seher, wenn sie bas Weltall besingen, ihre Ausdrücke am liebsten der Musik.

Selten nehmen sie von der Malerei die Symbole für die Entfaltung von Formen, für bas Zusamm«rfließen von Warben und Linien, bas in jedem Augenblick auf der Leinwand des blauen Himmels vor sich geht.

Sie haben ihren Grund dafür. Denn der Maler muß erst Leinwand, Pinsel und Farbenkasten haben. Vorn ersten Pinfelstrich bis zur vollendeten Darstellung seiner künst­lerischen Idee ist noch ein weiter Weg. Uno wenn dann das Werk beendet ist, so ist ber, Künstler fort, das Bilo steht verwaist ba, Oie liebende Hand seines Schöpfers berührt es nicht mehr.

Aber der Sänger hat alles in sich. Die Töne kommen unmittelbar aus seinem Leben heraus. Sie sind nicht Stoff, Den er draußen gesammelt hat. Sein künstlerischer Gedanke imi) fern Ausdruck sind Geschwister, sehr oft sind sie Zwillinge. In der Musik offenbart sich das Herz unmittelbar; es hat nicht unter der Sprödigkeit fremden Stoffes zu leiden.

Wenn daher die Musik auch wie jede Kunst auf ihre Vollendung warten muß, fo offenbart sie doch bei jedem Schritt die Schön­heit bes Ganzen. Als Ausdrucksmittel sind selbst Worte Schranken, denn ihr Sinn muß erst durch das Denken erklärt werden. Aber die Musik bedarf keiner Erllärung; sie drückt aus, was Worte nie auszudrücken vermögen.

Uni> was noch mehr bebautet, Lied nndi Sänger sind unzertrennlich. Wenn der Sänger scheidet, so scheidet sein Lied mit ihm; es ist ewig eins mit dem Leben mto der Freude oes Meisters.

Dieses Weltenlied ist keinen Augenblick von seinem Sänger getrennt. Es ist nicht aus fremdem Stoff gemacht. Es ist ferne Freude selbst, die Darin nie endende Gestalt an­nimmt. Es ist das Herz aller Herzen selbst, bas sich in Musik durch bas All ergießt.

In jedem einzelnen Ton Dieser Musik ist eine VoMommenheit, die die Offenbarung bes Vollkommenen im Unvollkommenen ist. Kein einziger ihrer Töne ist vollenbet, doch jeder spiegelt oie Vollendung.

Was macht es, wenn wir ben genauen} Sinn dieser großen Harmonie nicht zu Deu­ten verstehen? Ist es nicht, als wenn die Hand die Saite berührt und durch die Be­rührung ihren ganzen Wohfklang hervorlockt? Es ist die Sprache der Schönheit, die Sprache der Liebe, oie ans dem Herzen ber Welt kommt und geradeswegs zu unferm Herzen geht.

Gestern abend stand ich allein in der Dunkelheit, bie von Schweigen erfüllt war, unb lauschte ter Stimme des Sängers ewiger Melodien. Ms ich mich schlafen legte, war mein letzter Gedanke, mit Dem ich bie Augen schloß, baß, wenn aitch mein Bewußtsein im Schlummer schwindet, ber Tanz bes Lebens in ber Arena meines schlafenden Leibes doch seinen Fortgang nimmt, im gleichen Rhyll)- mus mit den Sternen. Das Herz pocht weiter, das Blut rinnt durch die Adern und die Mil­lionen lebendtaer Atome meines Leibes vi­brieren im Eiullang mit bem Ton der Harfenseite, bie von Oer Berührung bes Meisters erklingt.

heillicbe Tonempfindung in ihre Bestandteile. Tieft Fähigkeit des Zerlegens ter Töne läßt sich durch Uebung ungemein steigern. Bekannt ist es, daß bei Leiter eines Orchesters jeden Fehlgriff eines seiner Untergebenen sofort heruushört. Biel größer ist je doch das Kunststück, ivelchcs jeder Weriführcr einer Spinnevei uns vormachen kann. In einer solchen drehen sich Tausende von Svirrdeln mit einem pfei­fenden Geräusch; trotzdem hört es ter Werkfübrer sofort, wenn der Faden irgendwo reißt und eine Spindel infolgedessen stehen bleibt. Er weiß auch sofort die Stelle anzugeben, wo sich ber Unfall er« eignete. Der Hauptunterschieb zwischen tem Gehör sinn unb bar übrigen Sinnen liegt aber Darin, baf jener nie ruht, auch wenn nrir schlaf«!. Das Ohr macht stets. Um uns vor ber Gefahr zu warnen. Da für ist bas Gebiet ber Wahrnehmungen unseres Ohres viel kleiner, als bas Gebiet bes Auges oder des Gefühls. Es ist auf bie verljältnisrnäßig kurz« Skala beschränkt, wie sie von ter Orgel geboten wird. Alle ~'