veS RricMmrzters Ätache etnengutet Eindruck. Soweit England m Betracht fonrme, wird trotz mancher »egen teil tgen Anzeichen eine allgemeine Nri- MMg vorhanden sein, jedes ehrliche Bestreben auf Seiten Deutschlands ehrlich arrzuer kennen.
Die „Time s" vergleicht die Reden Briands und Mrths. Während das Blatt an der Rede Wirths das staatsmännische Ergreifen der wat» ren Weltlage lobt, erklärt es, daß die Rroe Brianos den demokratischen Grundsätzen ivt versprechen mürbe Die pathetischen Rufe Tr. Wirths an bve Wliierten, iin Namen des demokratischen Grundsatzes, int Gewehre beiseite zu stellen, seien entweder sehr einsältiq oder ein bummer Versuch, (Andruck auf die britischen Einfältigen zu macken, euS deren unheilbarer Sentimentalität Deutsche land oft versucht habe, Vorteile zu ziehen. - Auch die „Morning Pos^ tritt für ein Bündnis zwischen England jinb Frankreich ein 5*4 Blatt erklärt, die Stimmung im eng loschen Volk sei fest zu Gunsten eines solches Bündnisses, es sei jedoch von größter Bedeutung, daß die oberschlesische Frage auf einer Grundlage geregelt werde, die Polen, England und Frank- reichalS gute Freunde ließe.
Die tage in Sberschlefien.
Oppeln, 3. Mai. (WTBs.Nach heute abend Lus Oppeln vorliegenden Mridüngen ist an der ganzen von den Insurgenten besetzten Linie eine lebhafte Wiederaufnahme berftambf* handlunaen festzustellen. Im kreise Oppeln mutzte Durama von den deutschen Ber- teidigern geräumt werden, die vier Tote und sechs Verwundete beklagen. Am .kreise Gr.-Gtrehlitz wurde Slawa durch einen polnischen Panzerzug vom Bahnhof Schimischow aus und durch die Artillerie der Aufständischen stark beschossen. Besonders heftige Angriffe, die ebenfalls durch polnische Artillerie vorbereitet und unterstützt wurden, richteten die Insurgenten gegen die deutschen Verteidiger östlich deS Ännaberges. Die heftigen Nachtangriffe der Aufrührer scheiterten völlig. Die Vorstöße, die am Morgen mit starken Kräften »mederholl wurden, endeten gleichfalls mit einem Mißerfolg der Insurgenten. Lebhafte Kampftätig- leit im Kreise Cosel. Bei BrzeSnitz und Gregorso- witz, Kreis Ratibor, versuchten die Polen über die Oder vorzudringen, wurden aber zurückgeschlagen. Im Kreise Rosenberg wird von den polnischen 'Aufruhrern na cf) wie vor geplündert. Ein weiteres Borrücken der englischen Truppen bei Stubendorf ist immer noch nicht erfolgt.
Abg. Hartmann auf freiem Aust.
Oppeln, 3. Juni. (Wolff.) Nach neuer-* omgs einavgangenen Nachrichten befindet sich der von den Polen verschleppt gewesene deutsch-nationale Abgeordnete Hartmann, Chefarzt des Knappschaftslazaretts Neu-Heiduk, wieder auf freiem Fuß.
von der Reparationskommission.
Paris, 3. Juni. (WB.) In Paris ist eine Abordnung deutscher Sachverständiger eingetroffen, die morgen vormittag über die Abschätzung der seit dem Waffenstillstand von Deutschland ausgelieferten Handelsschiffe verhandeln soll. Die Reparo- nonSkmnmisswn hat sich gegenüber den deuffchen Einwendungen gegen die Beschlüsse der südafrikani- . scheu Regierung in der Frage der .Li-midierung der 'deutschen Güter und Interessen in Südafrika dem Standpunkt der südafrikanischen Regierung an- geschlossen. Hiernach tauft das Ergebnis dieser Li- inrlbatümen Deutschland nicht auf das Reparationskonto gutgeschrieben werden.
Au» dem Relehe»
Ein Attentat auf Herzog Albrecht von Württemberg.
Leutkir'ch, 3. Juni. (WTB.) Laut ,,Allgäuer BolkSfreund" wurde auf General- feldmarschall Herzog Albrecht von Württemberg, der yur Zeit auf .Schloß Zeil weilt, am Mittwochs gegen 9 Uhr, als er in Begleitung des Fürsten von Zeit von der Jagd zurückkehrte, aus dem Walde von hinten ein Schrotschuß abgegeben, der den Herzog und den Fürsten im Rücken traf.
Ans der Demokratischen Partei.
Berlin, 3. Ium. Die Demokratische Partei wählte den Abgeordneten Dr. P e t e rsen zum ersten und den früheren Reichsminister des Innern, Dr. Koch, zum zweiten Vorsitzenden.
Au» Oessen.
rnt Darmstadt, 2 Juni Der Finanzausschuß deS Landtags genehmigte heute in Fortsetzung seiner Beratungen zunächst Kapitel 75 bei Hauvworanschlags, Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft. Dann wird Kapitel 53, Qhjm-
nasien, beraten und zugleich der Antrag Knoll, betreffend die Staffelung des Schulgeldes nach Einkommen und LZermögen, behandelt. Ka- pffel wird nochmals mit der Regierung besprochen werden. Bet Kapitel 54, höhere Bürger- fcf, irien und höhere Mädchenschulen, wird der 'Antrag des Abg. Schreiber, betreffend Zuschüsse zu den höheren Schien, abgelehnt, und eine Eingabe von Alsfeld hierzu für erledigt et» Itärt. Der Abg. Eisnert beantragt hierzu, daß im näd 'ten Voranschlag Staatszuschlisse nur den- langen Orten angewiesen werden, an denen sich andere höhere Schulen nickt beffnden. Ter Antrag wird angenommen. Bei Mapitd .58, Landcs- u niversit ät, beantragt Abg Dr. Osann, die Vergütung für die Assistenten ebenso *u stellen, tvic bieiemgen in Preuß«m, Bayer:« und Sackfen IM übrigen wird das tfajntef genehmigt. Auch Kapitel 59, Technische Hoff'schule, wird genehmigt. Auch bie unteren Kapitel finden ohne Debatte Erledigung. Damit fft ixr H auptstaatsvoron s chlog in erster Lesung durchberaten und beginnen ont Frettagoormittag 9 Uhr die gemeinsamen Beratungen mit der Regierung.
Ans Statt und Land.
Gießen, den 4. Ium 1921.
Der Wochenmartt mar heute wieder außerordentlich stark befahren. Trotz deS überreichen Angebots von Gemüsen aller Art waren die Preise sehr hoch. Spinat kostete da» Pfund 40—80 Pf., römisch. Kohl 60—80 Pf., Menggemüse 40—80 Pf., Frühwirsing 1,80 Mk., Rhabarber 0,90—1,20 Mk, Gelberüben das Pack (etroa Vs Pfunds 1,50 Mk., Kernerbsen Pfund 2,.50—3,00 Mk., Gurketi das Stück 3—8 Mk„ Rettcch 0,50—1,00 Mk., Kirschen 4—6Mk, Erd- becren 8—10 * * * * s * * * *Hct. , t .
Landbutter wurde von Begum des Marktes bis 10 Uhr mit 24—26 Mk. das Pfund verkauft. _ „
Eier kosteten 1,40—1,50 Mk. das Stück.
Käse kostete das Stück 70—80 Pf. und Z w e t s che n h o n i g, der in genügender Menge vorhanden war, kostete 3,50—4 Mk. das Pfund.
Auf dem letzten Frankfurts rMarkt war besonders groß die Zufuhr an Kopfsalat. Kleine Köpfe waren schon für 1 Pfennig zu haben. Für schöne Ware wurden aber immer noch 30—40 Pfg. bezahlt. Die Zufuhr an Kirschen und Erdbeeren war sehr gut. Tie Kirschen kommen meistens aus Nordbaden. Tie Kirschen aus dem südlicheren Baden kommen durchweg in sehr schlechter Verfassung hier an, da sie auf dem Transport leiden. Der Großhandel verlangt heute 3 Mark für das Pfund. Erdbeeren waren bereit» iür 6 Atari das Pfund zu haben. Für außergewöhnlich schöne Ware wurden aber noch höhere Preise verlangt und bezahlt.
In Köln wurden dieser Tage unübersehbare Mengen Gemüse und Obst dem Markt zugeführt. Tie Marktverwaltung hatte Mühe, die Waren unterzubrmgen. Man hatte den Eindruck, daß diese Mengen ohne einen erheblichen Preisrückgang nicht abgeseyt werden konnten, aber dies traf nicht zu, da Riesenmengen Gemüse und Obst von Händlern aus dem unbesetzten Gebiet angetauft wurden, offenbar eine Folge der Aufhebung der Bestimmungen über die Aus- und Einfuhrgenehmigung. Erdbeeren, die mit 10 Mack da» Pfund vom Erzeuger feilgeboten wurden, verfielen der Beschlagnahme, ebenso Kirschen, die vom Erzeuger mA 6 Mk. ausgezeichnet waren. Im vorigen Jahre wurden um diese Zeit Landleute, die ihre selbstgepslückterr Kirschen mit 3Mk. das Pfund verkaufen wollt«!, vom Wucher geeicht zu 2000 Mk. Geldstrafe verurteilt.
AVcttcrvoraussage für Sonntag:
Wolkig bis heiter, trocken vis auf Gewittev- regen, warm.
Unter dem Einfluß von Randwtrbeln der über dem Mittelmeer liegenden Tepresfon hat in ganz Teutschland eine lebhafte Gewittertatrgkett eingesetzt. Tas Hochdruckgebiet liegt immer noch über England und beherrscht immer noch die Wetterlage. Es ist für die nächsten Tage mit Fondauer der bisherigen Witterung zu redmen.
In Gießen fielen bet dem gestrigen Gewitter 8 Millimeter Regen, die Höchsttemperatur betrug 26,6 Grad im Schatten, die niedrigste 14,9. In Lauterbach fielen 4 Millimeter Gnvittec- regen, Höchsttemperatur 26, die niedrig sie 16 Gr. An Darmstadt zog das Gewitter, ohne Otegen zu bringen, vorbei. Temperaturen 28 und 17 Gr.
«
** Der Himmel im Juni. In diesem Monat macht die Sonne ihren größten Bogen, denn am 21. Juni mitternachts tritt sie in das Zeichen des Krebses, flammt am Mittag dem Sctnilelpunkte am nächsten und bringt die längste Tauer des Tages hervor, mit anderen Worten: es beginnt der Sommer. An diesem b enterten»- inerten Tage geht die Sonne schon 3 Uhr 39 Minuten auf, um erst 8 Uhr 24 Minuten zu bet* säüvinden Es nahen mithin auch die „hellen
Nachte". Am 6. Juni.haben wir Neumond, am 12 erstes Viertel, ant 20. Vollmond und am 28 letztes Viertel des Mondes. Die Planeten zeigen folgenden Stand: Merkur, ixe Dauer der Sichtbarkeit nimmt wieder ab, gegen Mitte des Moiiats wird der Planet ganz unsichtbar. — Venus, dce Dauer der Sichtbarkeit wächst an bis auf IV- Stunden am Ende d. M. — Mars, flammt am 29. b. M. in Konnmktion mit der Sonne und bleibt daher unsichtbar. — Jupiter gdft von Mitte b. M an bereits vor Mitternacht unter und ist am Ende nur noch V- Stunde lang sichtbar.
** Ober hessischer Kun st verein. Tie Ausstellung, die seit 8 Tagen mit Arbeiten von Prof. v. Volkmann, Pros. Pellar, Knobloch, Heck- roth, Mueller-Leuten und Steinbach geöffnet ist, wird voraussichtlich idx>n nächste Woche teilroeife geändert. Die Ausstellung ist täglich mrt Ausnahme SamstagS von 11 bis 1 Uhr geöffnet.
Festge nommen wurde in >)agen der Einbrecher, dec ün Ätärz 1920 m hiesiger Siad! über Nacht eine große Anzahl Diebstähle ausführte und ^dabei ine Treiftigteü besaß, rn die Schlafzimmer einzudrrngen. Er nannte, fick Wllhelm Lange aus Hagen, beißt aber rickng Karl Steeg. Zur fraglichen Zeit hat er sich nut einer Frauensperson, von Trier kommend^ Inet ausgehalten. Ein Teil der gestohlenen Sachen wurde noff> bet ihm vorgeiunden. Ferner war er noch int Besitz einer gelben Brieftasche aus Leder, einer schwarzen Geldtasche aus Leder, eines gefbert 3igarrenetnü', eines gelben Zigarettenetuis, eines lübenten Notizblocks, einer sübernen ^chlüsfeluhr mit Kette, einer silbernen Hervemchr ohne Kette, zwei goldenen Tamenichren mit Halsketten, eines goldenen Traurings, gez. „A. Reininghaus 31. o. 03", eines goldenen Traurings, gez. „C. Sflruf 31. 5. 05", bereu Eigentümer noch nicht bekannt sind. Tie Sacken sind zweifellos auch hier gestohlen worden. 2i£ Eigentümer werden ersucht, ihre An- prüche her der Krimiitalpolrzei Gießen geltend zu machen.
** Die Warenausgabetabelle des Lebensrnittelmntes für die nächste Woche ist tnt heutigen Anzeigenteil veröfsentlicht. — Tas Brennstoff amt kündigt in ferner üblichen Wochen bekannt niachung auch dre Ausgabe von Brennstoffen für bat Hausbrand an sowie die Ausgabe von Brennstoffbezüigsscheinen für Zen- traWizungen und größere gewerbliche Bettteve.
e* Die Sozialdemokratische Partei veranstaltete gestern abend im (Safe Leib ehti öffentliche Versammlung. Retckstags- abgeorbneter Otto Huß-Bochum sprach über die Grundzüge der Sozialisierung und Reichstagsabg. Löffler-Oberschlesten über dic obcrschlesischc Frage und den Point scken Terror. Beide Redner sind hervorragende Bergarbeiterführer und haben aus berat Ber g ar beiter kongreß, der heute in Gießen zu Ende geht, über die gleickat Themata schon gesprochat. Heber bie Löfflersche Rede haben wir bereits tn unserer Tienstagkmnrmer das Wesentliche berichtet, während wir zur Soziali>terungsrebe Hues auf den heutigen Bericht über bie gestrige Berg- arbeitertagung verweisen. In der Aussprache meinten zwei kommunistische Redner, daß die Sozial iftermtg nur mit Gewalt durffige führt werden könne. Ein Redner der USP. fragte, ob btr Mehrheits sozialdemokratie gedenke, die Sozialisierung mit bürgerlicher Hilfe durchzuführen, ob sie sich viel davon verspreche und ob die Sozialdemokratie anderiffalls die «L>ozialisierung mit Gewalt entführen wolle. Prof. Sommer stimmt den Ausführmtgen des ReichStagsabg. Löffler über Oberschlesieit bet und machte hierzu noch einige ergänzende AusftihnMgen.
Bornotizen.
— Ta ges kalender für Sams tag: Postkeller, 8 Uhr, Hauptversammlung des Vereins städtischer Beamten. — Cass Leib, 8 Uhr, öffentliche Versammlung der V. K. P. D. — Licyt* spieltheater, wie gestern.
— Tageskalender für Sonntag: HvtÄ Einhorn, 8 Uhr, Experimentalabend Morello. — Lichtspieltheater, wie gestern.
— Aus dem Stadttheaterbureau: TaS neue Lustspiel von Leo L-enz „Bettinas Berlobuna", das am kommenden TonnerStag hier zur Ausführung gelangt, hat, wie schon erwähnt, in Bad-Nauheim einen großen Erfolg gehabt. Tie dortige Zeitung schreibt: Bettinas Verlobung habe sich als ein großer Erfolg entpuppt. Die cinsach humorvolle Hmidlung bestelse darin, daß Bettina, die in drei Wochen mit einem Streber Derbeiratet werden soll, in Wirtlichkeit dessen Freund, einen anständigen Kerl, zum Mann bekommt. Wie das gemacht wird, müsse man sich ansehen und werte seine Freude daran haben. Nach ter gestrigen sehr freundlichen^ Mfftahme des Stückes zu urteilen, habe Hof rat Stcmgvetter mit Bettinas Verlobuirg einen Treffer gemacht.
- Seine 7 5. Jubelfeier begeht der Ber- einigte Männerchor Harmonie Gemütlichkeit (Dirigent Musiklehrer Wb. Kasten) am 18., 19 und 20. 3 um auf der Liebigs höhe. Ter Lahmalsängerbund hat seine Dritwirtung bc
chloffen. Am Somuag, 19. Juni, vorm 912 Uhr. findet tm Stadttheater ein Ehren'mgen der 16 Bundesvereine statt. Bei diesem Singen wird das deutsche VolVlied wieder zur besonderen Geltung kommen. Ein Teil des ^Reinertrags vom Ehren mgen wird ber hessiscken Kinderhilfe zugeführt Zu den übrigen Veranstaltungen haben hiesige Gesangvereine und die TmnerQbaft chrc Mittvirkuna zugesagt. Tie Ansschüff' haben ihre Arbeiten soweit erledig!, unö " darf aut ein gutes Gelingen des Festes gerechnet werden Nahe res wird noch terrch Inserat und Plakate bekannt gegeben.
— Tie Oberhessi icke Gesellschaft ür Natur- und Heilkunde veranstaltet morgen eine botanisch qenfoaHtfye Ef kursion ins Biebertal. Tie Leitung Haden Privatdozent Dr. Funk und BrrvaidozeM D' Hummel übernommen. Am Brebertalbahnhof ist 8.30 ITbr morgens Abfahrt
• Gin ftonjert StreichmZartette und Dio linsvlostücke) veranstaltet für wohltätige Zwecke Herr Wilhelm Schüttler am nächsten Mittwoff' abend im Saal des Hotels Grotzherzog. Wir her weisen auf die heutige Anzeige
— DaldgotteSdienst Der Go en g Arbeiterverein veranstaltet am Sonntag 12. Juni in Gemeinschaft mit dem Evang. Bund iind dem Wartburgverein einen Frü^gvttes dienst auf dem Schiftenbery, bet dem außer dem Bläserchor des WartburgverevrS die Gesangs- abteilung des Evang. Arbeitervereins mitwirkei' wird Tie Predigt hat Piorrer Dechtvl-Heimei übernommen.
Hessen^Nassau.
* Der „R ote See" Ein merkwürdiges Natursfftauspiel bietet ter „Rote See" bei Groß- Almerote. An Stelle eines abgebauten Basaltstein brucks — der schöngefvrmte SLulenbasalt war allerdings auck eine Sehenswürdigkeit, beten Zer ftdrung von vielen Naturfreunden bedauert wurde — hat sich auf dem Boden des Bruchs rin See von nicht geringer Tiefe gebildet. Seme Eigentümlichkeit besteht darin, daß er andauernd blutrot ge färbt ist. Tie Farbe entstammt einer Schicht von hochrotem Schieferton, die in den Seitenwänden ein gelagert ist, sowie aus dem Basalt auSqesaugten Eisen. Ter zwischen den Höben deS .Kauftmgei Waldes eingetettete See wird viel besucht. In die- fern Falk, bemerkt hierzu ter „Kosmos", ist ander begonnenen Berfffuintelung ber Natur zufällig das Gegenteil, nämlich rin Landsckastsibvll eigener Art geschaffen worden.
Vie freie vutterwirifchast.
Die Zwangswirtschaft iür Butter mir am 1. Juni zu Ente. In Berlin fand am gleiche.! Tage die e r fte B ut ter auktivn statt. Ter Deutsche Buttevau'l'ttonsverband hat laut „Boff Zig." im „Haus Oldenburg' einen Butteraumons- mal mit einem elektrischautomatischen Bersteigerungsapparat, wie er schon fat Jahren in Holland für Lebmsmittelversteigerungen verwmidt wird, eingerichtet.
Schon lange vor Beginn der Auktion hatten sich bie Muser eingefmwen, die sich in einem benachbarten Lagerraum durch die zahlrrichev „Partien" kosteten. Mit langen Stechern ließer. sie sich Proben heraufhol«, die sie mit nachdenklichen Mienen kosteten, um sich zu jeder rin« zelnen Partie Bemerkungen notieren.
Dann ging eS hinüber ui den Auktionssaal, ber eigentlich rin hübsches kleines Theater bar- stellt. Tie 200 arnphttheatralffch an geordneter Klappsitze sind an bie Buttergrvßhandlangen ftb 200—400 Mark int Jahr verpachtet. Der Apparat selbst ist eine große, fast die ganze Breite ter gegen!tberliegatben Wand einnehmende Scheibe, die zunächst die Zahlen von 100—1 in kreisrunder Aiwrdnung trägt. Das Innere des Zifferbtattes enthält ferner die Nummern ber einzelnen Sitzplätze, die mit dem Apparat elektrisch verbunden sind. Tie Versteigerung vollzieht sich nicht von unten nach oben, wie bei Antiquitäten, die mit ber Zeit besser werden. Ta man die- von bet Butter nicht sagen kann, wird von oben nach unten gesteigert. Ter große Zeiger nimmt von 30 Mark seinen Ausgang.
In ter gestrigen Versteigerung waren etwa 1400 Faß (zu einem Zentner), zumeist von ber Oldenburgischen Molker« - Zentral - Genossenschaft, zur Stelle. Tie einzelnen Partien schwankten -wischen ent und zehn Faß. Tie Qualitttt war im großen und ganzen dieselbe. Tie Partien unter 1 dtieben sich nur durch den Grad ber Frische Denn die Molkereien haben in den letzten Wocher Waren aufgespeichert, um sich des freien Handel? nun um so lebhafter zu erfreuen.
Die erste Partie wird aufgerufet — 5 Faß —, bei 20 Mk. meldet sich ter erste Käufer. Ter »weite hat Angst — er lauft für 20,10 Mk. Der brüte hält sich noch auf 19,90 Mk., ber vierte fällt schon auf 18,80 Mk., t>anm geht c4 m rascher Folge auf 16,70 Mk., und bie sechste Partie Mcwi bei 17 Mk. unverkauft. Tie Oldenburger brauchen ja niffsts zu verkaufen, wenn sie ntckt wollen Em paar weitere Partien gehen zu 17,20 bis
Während ich sprach, Ma. John», herrschte Totenstille, außer im Anfang, wo ick meine —
Ihre Absichten bet der Gründung ber Gesellschaft auseinanbersetzte. Aber nachdem ich meine Wit*
lei Lung gemacht hatte, brach em Sturm amt Ausrufen und Gelachter los, man bot mir ton allen Seiten Aktien an, zu zwei Mund, zu ein P^utd zehn, zu ein Pfund Aber ich bat um Ruhe und
^ite: Gentlemrn, ich will henWusügen, dotz ick
s bezahle, was ick für einen guten Kurs ansehe, sechs Pftrnd per Aktie. Mr. Johns: S« hätten da fein sollen! Ente sollte Sturmflut der Freute, rott fit ntrr da entgegen strömte, habe ich nxh nie gesehen, Freude, Dcmkbarkeit, <r>ymoa1hte. Er tn doll, rief man von allen Seiten, und überall ich fonniges Lächeln. Ah, Mr Jphn-, es fit sckön. glückliche Menschen um sich zu sehen, und das wurde mir heute yitefL bank Ihnen. - Aber seien Sie ruhig, Sie werden selbst Freute daran baten, Tt>ntn Sie daS nächste Mal am die Sdn> kommen <me können fid^r fern, daß niemand es bis dahin vergessen haben werb '
Philipp Tollt.i versfummte und Mr Johns, ter ihn mit brennenden Augen betrachtet batte, zückte: ।
„SieTeufel. Das nächste Mal Sie wollen
mite- also loslassen? Sic gibenteil. mich nickt zu ermorden, nachdem Sie muh entehrt und Beit arten haben?"
„Aber ick bitte Sie." tagte Herr Collffi lie-
bensuTÜrdig „Es ftebt Ihnen mn, zu gehen, wann Sie 'vollen."
(Fortsetzung folgt.)
tzerrn (ollins Kbenteuer.
Roman von Frank Heller.
28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Ick habe sie alle gekauft." »agte ber Fremde ruhig. Unb wie von einem Keulenycklag getroffen,' sank Mr. Johns nnebev in seinen Fauteuil. „Unb für einen guten Kurs," fügte er gcbanteuvoll bin ■ zu, „sechs Pfund das Stück."
Große Tränen kollerten über Mr. Johns Wangen Ter 9Jbuui war verrückt: Fünszrt-nlou- fenb mal sechs — sein Hirn taumelte, als er die Zahl zu fassen suchte
„Lassen Sie uns miteinander plaudern, Mr. Johns," sagte fein Quälgeist und setzte sich aud) aur einen Fauieuil „Lassen Sie uns mijcinanber* ins klare kommen, dann loerben Sie ichen, datz Sie meine Handlungsweise billigen
Unb während Mr. Johns jlm mit funkelnden Augen betrachtete, zündrie er lick eine fftgarette an und fuhr fort:
„Ta Sie es schort erraten Halen, will ick vor allem einmal zugestehen, baß ick Proieffoi Pc'.o- tarb bin. Ihnen zu dienen. Mr Jotrns. 11 :t • Sie sick vielleicht entsinnen lucrben, tuten ivit uno nt 'JÖLonte Carlo, wo Sie so fieunbli.b toaren, mich zum Tiner cnt^ulaben. Tac<i rutnntcn mir die Aktten ber Tigammagefeiliduft, und da ich an Ihrem Tische saß. und an Ihr Aufrichtnte'.t giaiTute, kaufte 'ick Ihre ffdifhundert "Aktten Als tdi wieder nach England kam, horte ich nickt bjrau\ rr-3fe die Leute über Ihre Gesellschaft sagten, denn ich war vollkommen übcrseiiUt, biß Sie, Mr.
Johns, so wie Brutus ein ehrenwerter Mann seien. Sie können sich mein Staunen denken, als ich gestern morgen aus den Zeitungen ersah, baß die TigarnmagefeUschäft, für die Sie so große Hoffmmgen hegten, am Rande des Ruins ftel;e — böse Zungen behaupteten, es sei der reine Schivnidel. Ich fragte meinen Agenten, was ich glauben sollte. Er bestätigte nrir, daß dre Lage der Gesellschaft leider eine verzweifelte lei, uni> daß sie nur gerettet werden könnte, tuenn ugenN* ejtie bekannte Persönlichkeit in die Bresckc träte. Sofort dockte ick an Sie, ’.’.’h. JobnsAtr. Johns, sagte ich mir selbst, ist der rechte Manu, denn er glaubt an die Gesellsffiaft, und er hat fte mit gegründet. Ader, was soll ich tim? ifk-be ich zu Mr Johns und wünsche ihn zu sprechen, so ist er gewiß be'chäfttgk, werde ich vorgelassen, so sagt er: Mon Dieu, Professor, daran IZabc iff» feine Zeit zu benfai, ich Ixibe tntic Eisen int ’^vuer. Unb bodr wußte ick in meinem Innern, daß Sie etnorrifen unb bie Gesellschaft retten n>ürben, wenn Sie nur Ruhe uni) Frieden harten, über die Sache nackzudenken Rude unb Frieden, sagte ich mir, das ist eS. ivas Mr. Johns brauch:, und darum ließ ich Sie gestern at so imjtrrmoniöfcr 'Seite in diesen stillen Win lei fuhren, wo ich hoffe, datz Sie es so halbwegs gehabt hoben?
Eh b.e-i, Uii Jobns, nn idem ick 3bnfit alp unter meinem Tacke eine Frei iatt iür bu ?iacht gegeben hatte, dielt ick miet für beredxigt, mir dieselbe Freihei! unter dem Jhreii zu nehmen, unb
■
Zutorlommenhrit einpkntgeii ivutbe. Wie Si> ick ।
• mit ein biß.hcn Kunst, nicht wahr . . . altes fiel
zu meiner Zufriedenheit aus, und Ihr Wern ist ausgezeichnet, namentlich Ihr Lasite, <ipvopos, tote sanden Sie menten Ebos Vougeot ? Seltene DÜarke, toenn ich das selbst sagen darf. — Aber genug, heute morgen verließ ich Ihre Wohmmg und fuhr zur Börse, nx> ich mit derselben auacrlaenen Hös- lichkeit einpsarlgen wurde nne zu Hause bet Ihnen. Tenn wer keirnt Mr. JohnS nid»? Alle kennen Mr Johns. Ich fand zu meiner Betrübnis, baß btc Stellung der Tigammagesellfffxtft fick nach verschlechtert hatte, denn neue Gerüchte über Mr. Maxwells Experimente harten zu zrrtulreren begonnen, unb bie Aktien der Gesellschaft standen nicht einmal mehr auf Part Gleich nach Beginn der Verhaubllmgcn ergriff ich bas Wort unb sagtet
„Gemtemai, Sie flennen mich alle, Ste wissen, baß ich es war, der die Brittsche DigammageieHl- schaft gestartet hat. Ich tat es in bester Absicht, ick wollte ber '2nigemeuiT)cit ein gutes Speku- latronspapier schaffen, das allen erreichbar war- ich iDotite ber >stadt Shor.nvrch, bv Dh ^peksönlich frbäven gelernt habe, Arbeit schaffen, btc Wiiien- fchast enmiutem, mit einem Worte, unterem ge- ineinsamen Bateilande England Ehre machen. Ich sehe, daß meine Handlungsweise mißdeutet worden ist, daß böse Zungen bte Solidität ber Tigamma- aesett'ckaft an zwei fein, daß bie Lage ber Gesell- i haft 'ür ben Augenblick Prekär schemt Nach reiflicher Ucbertegung, meine Herren, habe tm daher den Entschluß gefaßt, den ick Ihnen ieyt nun eiten will Ta ick oerjentge bin, der bie Gesellschaft ge* T. mtbet bat, will ich auck tn ihre vorübergehenden
•%i inigreiun emgmfen und mache mich hicr- Mt • Llunig, die Aktien aller jener Personen anzu- ciufe», hie es wünschen, ^itroeber hier oder noch besser morgen in meinem Kontor."


