Ausgabe 
4.1.1921
 
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tarb eine Tochter im Alter von 19 $

und

ireral v. Sceckl, über die

ung bes>

Familie in den lebenden Mdem in ttetchkgeM 3ui<nnmtTOinctcn der unermüdlichen Helferin tfrxm Bu rk die oufgemnikc?,c Dank der Uneigen* nützigkert vieler Helfrich zugreisender Qteinetnbd* ^lieber wird von dn Em ahme mit 761 DU. 'darunter emc Teller «mrnlu.^g mit 100 Mk.) em großer Teil der Köckerkirche und dem Kleückrndev- idm. oy.tal 'jucRite kommc-a. Tie beiden ersten Nächte des -neuen Jochres nxrbmen uns ravei von unseren Elften: (5ber-<rrb Eckhardt, dem der Turnverein deute dos Geleite gab und Moritz L> ormann, 1870 712xnii5aür" bet den 2k» 'a^ungstruppen imb in diesem Amt auch beim veNlossenen fttiegeruerein, unter welchem Namen er in der Erinnerung hier lveiterleben mrrd.

Kreis Büdingen.

ch Nidda. 3. Jan. Bon einem ganz furcht­baren Geschick ist in den letzten Jahren die Fa­milie des Justizrats und Notars Ernst M e£ hier heimgesucht worden. Zwei hoffnungsvolle Söhne fielen fürs Vaterland, von denen der älteste schon alle Prüfungen als Zurrst wohlbeftandai hatte und drr andere mittet in seinem Studium stand. Ihnen folgte im Frühjahr 1917 der Vater im Tode nach. Der hcä-geschätzte und vielbegehrte Rechtsanwalt verunglückte auf einer Dienstreise beim Aussteigen auf dem Hauvtbahnhof in Frank­furt a. M io schwer, baß er dort nach kurzer Zett seinen Verletzungen erlag. Im nächsten Jahre

I Vclr. J-uva Orten bcutitbe K,rrgsg-.über bepftan-, verkauftem \?<ru£- um ote ^ircivcioen ,uno mir I jen und ixh GedenkiMen mit munergrünsn. Kräu-j ihnen lohnten Hirten und (Sngel um die heilige

-en schmücken lassen. Er kannte vielen Akgehöri^n Auskünfte über den cm geb licken Zultaick der Graber gegeben und ihnen behilflich sein, Grabstätten, aus detren die Grad-eichen sehllen ober die Jnscha^Um verwittert waren, neu »u be-eichmen. Auch nnt Jüalren, Serbien. Rumänien, ^t.betwurgen, Lauen steht oer Vollsoun) in Verzückung und x bereits in vielen Fällen in der iiogc, am Grund örtlicher Festste!, u-gen sichere irlusllmf^ -u grien. Jeder, der nut dem ©eujen der für das x^ter/ land Gefallenen gebeult, jeder, der in Ungctoitfbctr ist über den augeirblicklichen 3uäonb eines Grabes oder seine Pflege und Schmückui^ sicherstellen möchte, sch!teste sich dem Bunde an. Der Volks- stund tft über das ganze Reich verbreitet und die ein-ige für die Kstr.-gsgräst-r ü.sorge behö.dlich an­erkannte private O.ga.iaion. Wir ri ti) bemr, Spenden für den Volksbund bei der Geschäftsstelle unseres D.attes eittg. g.uzunehmen imd werden b:c uns übergebenen Beträge von Zeit zu Zeit be» taimt geben. Die Gesästi.te der Ortsgruppe Grehen werden Garten stvaste 2, Erogeschost, Zimmer 9, geführt (Dr. Frey).

** Sa n i t s vere i n Gießen. I n dem gestrigen 2kiid)t über eine Monats- versammlung kam es nicht klar zum Aus- »ruck, daß der Sanitätsverein auch den ivirt- chaftlich Schwachen dis Möglichkeit bietet, an den Vorteilen des Vereins teilzunehmen.

**DerStraßenbahner-Berein hielt am 1. Januar seine Weihnachtsfeier in der Turnhalle ab. Die überaus zahlreiche Bctrili- gung zeugte von der großen Sympathie, die sich der 2krein in allen Kreisen der Bevolk.rung er­worben hat. Dr. Schneider sprach eindrucksvolle Festworte. Die reichhaltigen Darbietungen ver­liefen in schöner Weise. Der Gesangverein Lieder­tafel unter seinem Dirigenten Curths wirkte hier­bei hervorroymd mit und erntete für seine Leistun­gen reiche Sbnerlemttmg. Die Theateraufführungen Unter dem Weihnackstsbaium" unbAdam schwärmt für Psarmekuck-en" erzielten stürmischen Beifall und wurden technisch unb künstlerisch gut ducchgesührt. Besonders hervor-uhebett war das Spiel von Frl. Nrrigsihardt imb der Herren Franz Adam. Karl Löschi, welckie sich dem Verein zur Verfügung stellten. Auch die übrigen Darsteller lösten ihre Aufgabe mit grobem Geschick. Die.an reihte fick, eine WeihnacÄsverlosung, zu welcher aus den Kreisen der Bürgerschaft zahlreiche Ge­schenke gestiftet waren. Die Feier schloß mit einem Tanz.

** In der M änner- und Frauen- Vereinigung der Match äusgem ein de, Gemeindehaus Kirchstraße 9, hält Donnerstag, den 6. Januar, um 8 Mr Garteninspettor Rehnelr eunen Lichtstildc rvo r trag über Eeylon, dre Kultur, Sitten imb Gebräuche seiner Bewohner. Etwa 65 'Lichtbilder von tadelloser Schärfe kommen zur Vorführung. Tas Heidentum aus Eeylon, die Ar­beit der christlichen Misswn wird u. a. zur Be­sprechung kommen.

** Sein 25 j ähriges Dienstsubi- l äum bei der Eise ubahndett iri'swer kstätte Gr eßen feierte heute der EisenbailMrorschmied Karl Parr,

Landkreis Gießen.

Kreis Schotten.

Laubach. 2 Jan. Wie Mmlrcb an dieser Stelle mitgeteilt wurde, haben fafc ine cniwnjOCT hältrrisse des hiessen 3 ° h a n n-F r i e d r t ch- Stiftes infolge der hohen DerwaltungSwsten sehr mtgünstig gestaltet. Um nunbtqer wohllatrgen «alt, di- ctm Mdjftrr Sfrbraturo fot unftt Stäbtien unb Ummjtnb.alb fttonfat»au8 art AltersSkim ist. t-i-b-r mxfeuteffm. tatli« _®e- memberat beftiofien, i«f> an dl- Beiamtbenolfc» nma ,u tomben und Nl« allgemein- SammLmg ;n hie Wege zu letten W« mir Hoven, weist d« lick in Unllans befindliche Liste schon beträchtliche Summen auf. - Auch das busige sium Fridericianum wird, nne die übrigen höheren Schulen des Landes einen Oberlehrer zur Teilnahme an dem unter Leitimg von vrofesfor Dr. Messer in Gießen fiattfnibcnbcn phllolophichrn Kursus entsenden. Hieuzu ist, wie wir Horen, Pro­fessor Wcistbart in Aussicht genommen.

Hessen-Rassau.

Vor neuen Lohnforderungen in der Schvh- induftrie.

Frankfurt a. M., 3. Jan. (Wolff.) D« Arbeitnehmer- Organis,ationen ber w den Schuhfabriken beatmten Arbeiter ba­den den Zusatzvertrag zum RerchS.anw ertrag rttt dir Schuhindustrie aiti Ende Januar gekürtbigt Dieser Zusatzvertrag enthält die Lohnsätze Gleichzeitig beben die Arbeitnehmer-Organisatio­nen neue Forderungen einaereubt. Der Haupte ausschuß des Verbandes der deutschen odjub- unb Schäftefabrikanten wird sich voraus,.^»ckich, rote Schuhfabrilantenzeüung" meldet, Mitte Ja­nuar' mit bieien Forderungen befallen.

x Wieseck, 3. Jan. Alte Ortssitte erwartet von dem Wiesechr, baß er die Silvesternacht in seinem Verein zübringt, aber schr erfreulich hatte er sich biesrnal mehr als im Vorfahre noch eine fülle Stunde in seiner Kirche vorher freige­macht, in der Sckrristwvrte unb Lisder vorherrsch­ten. Untern Einlarrten des Neuen Jahres ließ die Orgel aus allen Registern P a u lG erha rbts NencklwSlieS) ir«b LuthersErne feste 2fcirn" in Erinnerung an 1521 hinaus klingen, während wre immer der Verkehr, am dem Kreuz" am leb- hnstesten war Unsere Vereine boten recht Gutes tritt ihren Bülrnvn und man kann nur wünschen, datz etwa mit einem Rernert.-ag für die dre-5 Fahr xu Rbaftenbe Zkrisgerehrung für die All- gemernhnt Wiedeckwllmgen ntr tauben. Erwähnt sei daß der Turnverein mir btm hitwrisären SchauspielDer Schmied von Ruhla" Neuland l*« trat. Zweiielhafte Couplets müssen sich untere BÜrschenscksaiten" noch abgewölmen wenn fit ermt -xnvmmen wrrdeii wollen und können dabei uit- fere Vereine sich zum Vorbild nehmen. Im Mu- .ahrsgvttcSdienst I)örte man zu zwei Lrckxtrn des Frauen ckors Karl Gero ks .Kalenbergruß ynn neuen Fakir" von Konfirmanden vvrgetta- geii. Ein schönes NachvnH ahten bereitete her Gemtinde die Kinde rkirche mtt zweimalider Aufführung von Bla »er Üttt.l Kockotts ,/öät- iefe und Gretels Weihnacht im WaDe". sand- mflimi, Tvaumiee und Zwerge m übten sich vor (tue- rfaaftem >?aus um die TitelheDen und mit

A«, Stadt und «and.

Gießen, den 4. J-n. 1921.

Sport-Umschau.

Um die Berichte über die Sonntag-Ver­anstaltungen rechtzeitig bringen zu können, mußte der R e b a k l i o n s s ch l u ß der Lvort- -eilung aus Montag nachmittag verlegt nerbet. DieSport-Umschau" wird demnach heute und .in Zukunft am Dienstag er- cheinen.

rSirtschastskarteü und Milchbelieferung'

Das Wrrtschastschrrtell Gießen (im Herbst 1920 ins Leben gerufen) hatte im Interesse der Bürgerschaft Anfang Dezember, weil aus ben verschiedensten Kreisen der Bevölkerung dringende Klagen über die mangelnde Milch- bdicrerung ein gegangen waren, sich durch Vermittlung des Hess. Schutze und Wirl- scha'Fsbundes an den 'Sauernbunb gewandt, um, wenn irgend möglich Abhilfe zn schaffen. Aus der eingegangenen Antwort des Bauern­bundes heben wir folgende Sätze hervor:

Es war von jeher unser Bestreben, Besserung zu schaffen. Daß dies ntd;t möglich war unb auch mit rtner Besserung der Berhültnisse in absehbarer Zeit nicht gerechnet werden kann, liegt an den bet* zeitigen u-irtschaftlichen Beohältnissen. Es wm» "!'hnen bekannt fein, daß die Milchproduktivn durch die allerorts sehr stark auftretenbe Maul- und itiauenf udje uno durch die minderwertigen Kvatt- unb Rauhsi'.tter, sowie weil letztere infolge Holtz- unb Kvhlenmw'gel ungekocht verfüttert werben müssen, ganz e rhe b l ich. zurückgegangeu ist. Weiter teilen wir Ihnen mit, baß einzelne Ge­meinden unb verschiedene Hofguter auch des Kruses Gießen getzwmMN sind, ihre Milch nach Frankfurt zu liefern. Ist Ihnen befarcni. daß die Stadt Frankfurt bei einer sehr großen Anzahl von Land­wirten Kühe einqvfiellt bat unb baß diese 2anb» wirte nun verpfliMet sind, ihre gesamte Milch an die Stadt Frankfurt zu liefern?

Wie schwierig die Milchlproduktion sich heute gestaltet, geht daraus hervor, daß die Stadt Frank­furt ihre Vttlchwirtsckstaft auf ihren selbstbewirt- fdafteten Gütern wegen Unrentabilität einge- chsränkt hat und daß sich diese Güter jetzt mit Schweinemast befassen sollen. Wir sind von ; eher dafür eilige treten, die Gegensätze zwischen Stadt und Land zu überbrücken, unb auch in der Milch- versorgung wirb alles von. uns getan, was in unseren Kräften steht, um biese zu bessern."

Aus bieser Antwort des Hess. Bauern­bundes ist jedenfalls zu ersehen, daß der vorhandene gute Wille, eine bessere Milch­versorgung herbeizuführen, allein nicht aus- reicht. Die Nöte, unter denen alte Stände leiden, drücken auch auf die bäuerlichen Wirt­schaften. Nur eine sehr gewissenhafte Zu­teilung der gelieferten Milch nur an Kinder und nur an wirklich Kranke kann den berech­tigten Klagen ab-helfen. Die unberechtigten Klagen werden wohl nie verstummen. Die gewissenhafte Verteilung der vorhandenen Milch ist Sache der Behörden, die für die Lebensmittelverteilung verantwortlich sind.

(Eint ünföcrt der Votschaslerlonserenz.

Berlin, 3. Jan. (Wolff.) Der.deut­schen Friedensdelegation in Paris ist am 31. Dezember folgende Note der Bot schäfterkonferenz zugegangen:

Am 4. Dezember übersandten Sie der Konferenz eine Note, in der die deutsche Regierung sich gegen die Entsck)<idung wendet, die die ' interalliierte Militärkontrollks--m- nnssivn über die Werke und die Be st ü ck u n g der Plätze getroffen l)at, btc Deutschland nach Artikel 196 des Vertrages von Versailles an der Nordseeküfte unterhalten darf. Ick beehre mich. Ihnen mitzuteilen, daß nach gründlicher Prüfung der Frage die BotschafterLonferenz die Beweisführung der deutschen Regierung in keiner Weise, weder in den Grundlinien noch in Einzelheiten, gelten lassen kann. Die Kon ferenz beschloß daher, die Entscheidungen der kontrainommtflion unverändert aufrechtzn erhalten Tie alliierten Mächte envarteti, daß unter diesen Umständen die deutsche Re­gierung sich nicht länger der Ausiührung der Entscheidung widersetzen wird, die nur die genaue Anwendung einer der militäri­schen Bestimmungen des Friedensvertrages darstellt."

Das Wolssbureau bemerkt dazu: Die deutsche Regierung hat in Ausführung der Best immun gen des Artikels 196 des Frie­densvertrages der interalliierten lieber^ wachungsausschüsse Liften über die am Tage des Inkrafttretens des Friedensver- trages vorhandenen befestigten Werke, An­lagen unb festen Armeeplatze der Nordsee- Tüften, sowie über bie Zusammensetzung der Bestückung bieser Werke übergeben. Die intcr- afliirrte Militärkontrvllkomrnission hatte daraus unter ben vorhandenen Anlagen und Armierungen willkürlich eine Auswahl getroffen und bie durch den Vertrag gewähr­leistete Beibehaltung eines großen Teiles gerade der wertvollsten und modernsten Ver­teidigungsanlagen und Armierungen, ins­besondere bei Eisenbahnbatterien sowie Ar- mierungSbatterien abgelehitt. In ber Note vom 4. Dezember, deren abschlägige Beant- 'wortung vorstehenb mitgeteilt wirb, hatte die deutsche Regierung bie Botschafterkonfe­renz ersucht, bie Angelegenheit ihrerseits zu prüfen unb bie Kontrollkommission auzu- weisen, ihre dem Vertrag nicht entsprechen­den Anordnungen aufzuheben. Sie hatte sich hierbei auf ben Wortlaut des Artikels 1996 berufen, wonach alle befestigten Werke, An­lagen und festen Seeplätze der Nordseeküste, die als zur Verteidigung bestimmt gelten, in dem Zustand am Älge des Inkrafttretens des Friedensvertrages verbleiben dürfen. Da die rnteralliierte Militärlontrollkommission 4« der Beweglichkeit einzelner Geschütze den Grund zur Ablehnung sehen zu müssen glaubte, hatte die deutsche Regierung über­dies sich bereit erklärt, einzelne biefer Ge­schütze fest einzubauen, um daburch diesen fifautb zur Ablehnung zu beseitigen.

A«- dem Reiche.

Die deutsche Wchrmacht.

Reichspräsident E b e r t hat au die deut­sche Wehrmacht den folgenden Neujahrserlaß gerichtet:

Mit dem Eintritt ins neue Jahr wird auch die Wehr des deutschen Volkes endgültig Treu gebiCbet sein. Was die Friebensbebingun- gen von Versailles uns von Heer und Marine Übrig ließen, ist zusannnengefaßt in einer klei­nen Wehrmacht, die sich durch Pflichttreue und Tüchtigkeit auszeichnen muß. Mit dem deut­schen Volke weiß ich mich eins, wenn ich ihr heute meine und des Volkes Wünsche für eine glückliche Zukunft auf den Weg gebe. Möge ne ein Markstein sein beim Wiederaufbau un­seres Vaterlandes!

Auch der Reichswehrminister Dr. Geh­ler hat einen Neuiahrsgruß an die Truppen der Reichswehr veröffentlicht, indem er vor allem der Angehörigen von Heer und Marine gdbeTift, bie infolge der Verkleinerung unserer Wehrmacht haben ausscheiden müssen.

In einer besonderen Verfügung spricht sich gleichzeitig der Chef der Heeresleitung, Gr­

am Neujahrstage erhielt die schwergeprüfte Witwe die telegraphiiche Trauerbotschaft, daß ihre älteste Tochter nach lurzer Krankheit im Krmckenhause zu Darmstadt an ber Gesichtsrose gestorben sei. Die Berswrdene hat seit LlriegSauSbruch bis zu ihrem Tode, über 6 Jahre lang in Lazaretten imb KrankmiHäusern in selbstloser, aufopfernder Weife die Verwundeten unb Krauten gepflegt und wollte gerade an ihrem Todestage in das EllenchauS zur Erhollmg von ihrem anstrengenden Beruf zurück- ßelyren. Die Frau hat also innerhalb 5 Jahren den Gatten unb vier erwachsene Kinder im besten Lebensalter verloren. Alle Schichten ber Bevölke­rung von hier unb ber Umgegend bringen ber schwer heim gesuchten nterbiiebencn bie aufrich­tigste Teil«aInne entgegen.

§ £ rtenberg, 2 Jan. An Silvester wurde einer der ältesten Männer unserer Gemeinde, Rechtsanwalt und Justizrat Tavidsohn, iu Grabe getragen. Er wurde am 15. Sep^mber 1835 in Gedern geboren, besuchte nach privater Vor­bereitung bas Gymnasium in Frankfurt a. M., tubierte in Gießen, wa über 30 .Jahre als Rechts­anwalt in Offenbach tätig und siLeite 1891 nach hier über. Im Kriege konnte er in voller körper­licher und geistiger Frisck>e sein goldenes AmtS- iubiläum begehen und mit seiner Frau Julie Luise Amalie geb. Hofmann im Jahre 1918 feine gol­dene Hochzeit feiern. Scharfe Verstandesgaben, die ihn in allen Geistesgebieten ziu Hause sein ließen, treue Pftichterfüllung und lauterer Gharatter zeich­neten u. a. bas Wesen dieses Mannes besonder? aus und wurden desl-olb in ber Grabrede des Geist­lichen mit Recht hervorgehoben. Auch, ber Militär­verein liefe am Grabe einen Kranz niederlegen.

Kreis Alsfeld.

J. Aus dem Kreise Alsfeld, 1. Jan. Die Nutzbarmachung der Wasserkräfte beginnt in unserem Kreise greifbare Gestalt anzunehmen. In dem oberen Feldatal soll nach dem fetzt fertig» gestellten Plan die Felda zwischen Ermen­rod, Schellenhausen und Ehringshausen in ein Rohr gefaßt werden. Am Ausfluß des Rohres werden die Turbinen cmfaestellt. Drei Mühlen toerben ben größten Teil beS JahreS ihre Wasserkraft einbüfeen. Sie sollen ent­schädigt bzw. später mit elektrischer Kraft versehen werden. Das Projekt sieht den An­schluß an die Zentrale Wölfersheim vor. Die Kosten belaufen sich auf rund 2 Millio­nen Mark. Voraussichtlich soll im Sommer mit ben Arbeiten begonnen werden.

_L Ermenrod, 1. ^an. Zu einem Kriegerdenkmal für btc Gefallenen de- Weltkrieges haben Kriegerverein und Gemeinde 4000 Mark gesammelt.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 3. Jan. In der nähen Genvrv hmg Rimbach richtete Schwarzwild out den Saatfeldern wieder großen Schaden an. Versckuv- bene Treiben, welche die Gräil. Fvrstverwrltung während des Sckmees m den WäDem aMytdt, ver­liefen leS>er ergebnislos, obgleich einige Schwarz­kittel gesichtet wurden. Nach der Schneeschmelze ist es irunmehr möglich, ein Urteil über den ber* zeitigen Soatenstand abzugeben; man darf tlin im SchlitzerlanD als sehr günstig bezeichnen. Tie triiln-ttig grfätt Frucht i» bis bti« 9Ut durch i>en Winter gekommen, hat sich gut bestakt unb die Saatfelder heben sich wie ein dunkelgrüner Rasen­teppich von den Berchängen ab. Tie iniolge ber Trockenheit erst sehr spät gesäte Frucht rst unter der feuchten, schützenden Schneedecke ebenfalls gut rmsge gangen imb hals ick letzt bei bet:vcucteba«n warmen Witterung glnchsalls gut entwickelt, auch der Klee zeigt einen sehr guten Bestand.

** D au b ringe n, 2. Jan. Am 1. Janiurr änb eine gut besuchte Protest Versammlung gegen die von ben Alliierten geplante Abstim­mung in Oberschlesien statt. Nachdem Bürgermeister Preis die Amoesenden begiüfü unb auf die Wichtigkeit bet Versammlung Ange­wiesen hatte, führte Wilhelm H i l b e r g ben Än- wesenben in klaren Zügen bie ReichtüiEr unb die Bedeutung Oberschttsiens vor Augen. Seine Aus- fühnmgen fanden allgemeinen Be.fcckl. Es wurde folgende Entschließung angenommen:Die heute abend von den Bürgern aller politischen Parteien der Gemeinde Daubrrnaeii ftattfinbciüx? Versammlung erhebt feierlichen Protest gegen die von den Alliierten geplante Mstimmung. Die An­wesenden sind einfttnrnriq der Auffassung, daß die Zugehörigkeit Oberschlesiens zu Deutschland diesem allem nur die MogLichrerl bietet, bie Bedingungen des Friedensverttages zu erfüllen. Wir senden unseren deutschen Brüdern in Oberschlesien einen echt deutschen Gruß und hoffen, daß Oberschlesien deutsch bleibt." Eine Ortssammlung zu Gunsten ber Oberschlesier ergab den ansehnlichen Bettag von 601,50 Mark.

a. Hungen, 3. Jan. Die Buderus- schen Eis cn werke haben im vergangenen Jahre ihren Grubenbetrieb in unserer Ge­meinde erweitert unb von ber Stabt Gelände zuaekauft. Die Gewerkschaft Kon­stanze (Mannesmann) will den Bergwerks- betrieb wieder aufnehmen.

er. Röthge s, 4. Jan. Einem hiesigen Lant>» Witt, der seinen Pflug n-arittS auf bem FeLde stehen gelassen hatte, wurde ber Vorderpfiug davon gestohlen. Von dem Diebe fehlt dis letzt jede Spur.

(Sch.) Trais-Horloff, 31. Dez. Gestern abend tagten in ber Wirtschaft des Gastwirts Sxdm bie Vorstände sämtlicher Vereine, um sich mit der Frage Ehruugunserer Gefallenenzu b-> fassen. Zur Erianguug der erforderlichen Mi tel rrurbem folgende Weg: vorgeschÜagen: 1. Grund­stock durch bie Gemericke, 2. Zeichnung freiwilliger Beiträge, 3. ReinerttSge von VereftiSveranstal- t im gen.

treuen Heeres ans. Er sucht darin Offizieren und Mannschaften bas Gefühl gemeinschaft­licher Verantwortlichkeit einzuprägen. Er spricht von ber Notwendigkeit fester Kamerao- schaft imb straffer Manneszucht.

Die VerhanÄlungen über die Besoldung^ fragen.

Berlin, 3. Jan (WTB Heute morgen fand un Reicksfinanzrniuisterium zch>ischon den Bertretcrn ber Reick sregieruny und den Vertreteim der führenden Organisatio­nen der Beornten und der Arbeiter­schaft de: Reiches, insbesondere ber Eisen bahner, in Anwesenheit der Vertreter ber Länder eine Aussprache ul'er die bestehen be Notlage und deren Abstellung statt. Vor beiden Seiten imirben die für die weitere Erledigung der Angelegen bett dienlichen Ge­sichtspunkte erörtert und purch eine gegen- feitige offene Schilderung der tatsächlichen Derl)ättnifse der Beamten und Arbeiterschaft nrie der wirtschaft lüften und sinanzi ellen Ber häLtnisse des Reiches eine allgemeine Orien­tierung geschaffen, die meitere Verhandlun­gen ermöglichen Am 5. Januar rv-erden die Berstandlungen zwifchen dem Reichsv rkehrs- ministerium unb dem Sechzeh nerai sck bet Eisenbahner, am 7. Januar zwischen dem Reichsftnanzministerium und dem Deutschen Beamtenbund nebst Gutachte rau ssehufe aus- genomnren.

Veranstaltungen.

Dienstag : Stadttheater, 7 Uhr, ,Le- >errnann." Hotel Einhorn, 8V, Uhr, öffent­liche Versammlung der Deutschnatwnalen Volkspartei (Redner: Graf Westarp). Cafß Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Me- Iick-Meidinger. Lichtspielhaus:Die Dame mit,bem schwarzen Handschuh", undEine un­bedeutende Frau". Lichtspiele, Seltersweg, Die lebende Fackel".

Wettervoraussage

für Mittwoch:

Wolkig, vorwiegend trocken, keine Tem­peraturänderung, nordwestliche bis westliche Winde.

*

L. U. VonderLandesuniversität. Der Professor an der württernbergischen Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim bet Stuttgart Dr. phrl. Hermann Kraemer hat einen Ruf an unsere Gießener Hochschule erhalten, wo er bie neu geschaffene ordentliche Professur für Tierzucht übernehmen wird.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Ess ei daraus aufmerksam gemacht, baß bie Auf­führung berStrohwitwe" im Müttvoch- Monnement üdechaupt bie letzte Aufführung biefes Werkes ist. Auch bas KindermärchenFrau Holl e", bas so atgemrin geftcklen hat, wird am Samstag gnm letzten Male gegeben unb zwar diesmal >uVolkspreisen", um writeslen Kreisen den Besuch gu ermöglichen. Der Samstag abend bringt eine doppelte Atraktion. Einmal btc Ur- auffiibnmg etneo luftigen EinaktersDaS ver­hängnisvolle Tüpfelchetr'", ber schon des­wegen besonderer Aufmerksamk'it wert tft. da brr Autor ein .Hesse (Büdingen ist. Das Stückchen wird gespült im Rahmen eiueä Tanzabends, ben Frau Hilde (Schlager, die Gattin un­seres Kapellmeisters, gibt Mus bieses Gastspiel kommen wir noch näher zarück. Noch ist zu er­wähnen, baß wegen Kvcnckheitsfall eine Aenbe- tung bes für Sonntag angriefeten Spiel- planes erfolgen must Es wird am Sonntag u.achmittag eine letztmalige Aufführimg de-Dperette Der ersten Liebe golbne Zeit" statt- fiaben: am Abend w rb dasWeiß e fei" ge­geben werden, ba von vielen Seiten ter Wunsch uach einem liebenswürdigrn, harmlosen Lustspiel ausgesprochen worden ist.

'* Tie Literarische Gesellschaft Giefeen veranstaltet am Donnerstag abend 8 Uhr im Universttäts-Caft (Plock- strotze , 1. Stock, eine Mitglieder-Versamm­lung.

** Die Postgebühren nach Elsaß- Lothringen. Täglich kommen twch Hun­derte von Brieffenbuugen nack Elsatz-Loth- vinpen vor, die unrichtig nach ben inner­deutschen Sätzen freigemacht sind. Es wird daher darauf hingewiesen, daß Postsendungen nack Elsaß-Lothringen ben Gebührensätzen nach dem Ausland unterliegen.

'*TerVolksbunbTeutscheKriegs- gräberfürforge, t. V., Cha.lottenburg 5, Vibri? iD-g 30, Ixtt in den letzten Mo.wten seiner TänglLlt tr«i mehreren fixm^öitiQien, belgischen und