Einzelbild herunterladen

AmtsverlündigungMatl

für die provinzialdirettion Oberhessen und für dar Kreisamt Gießen. ^ch-'nt nach Bedarf: Montag. Dienstag, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 2.50 vierteljährlich.

9k. I 10 3. Oktober 19^1

Inhalts-Hebersicht: Abgeltung der Anträge der Kriegsgefangenen auf Nachbewilligung der Löhnung und Entlad,q-..na für infolge der Gefangennahme erlittene Verluste. - HauptKorungen im Bezirke des Kreisoeterinäramts Kiesten. - Viehseuchen. - ^cldbcreiniqunq Berg. ______heim. - Straßensperre.

Bekanntmachung.

Detr. Die Abgeltung der Anträge der Kriegsgefangenen auf Rachbewilligung der Löhnung und Entschädigung für infolge der Gefangennahme erlittene Verluste.

Durch Verfügung des Reichsfinanzministeriums, Reichszen- tralstellc für Kriegs- und Zivilgefangene, in Berlin, vom 23. Vlli. 21. Ar. 433 A. IX. ist nunmehr die Abgeltung der Anträge.der Kriegsgefangenen auf Rachbewilligung der Löhnung und Ent- fchädigung für die infolge der Gefangennahme erlittenen Verluste endgültig geregelt.

Aach dieser Verfügung können ehemalige Kriegsgefangene, die bis jetzt keinerlei Gcfangenenlöhnung oder Entschädigung für die infolge der Gefangennahme erlittenen Verluste erhalten haben und sich gegenwärtig in einer sozialen Aotlage befinden, einen Anspruch auf eine einmalige Hnterstühung lvegen ent­gangener Löhnung oder abgenommener Gegenstände bei der Ge­fangennahme erheben Als soziale Aotlage gelten insbesondere gegenwärtige Bedürftigkeit, anhaltende Ärbeilslosigkeil. Krank­heit des Antragstellers oder seiner Familienangehörigen, große Kinderzahl oder mit der Kriegsgefangenschaft unmittelbar zu­sammenhängende Gründe.

Ansprüche von Kriegsgefangenen auf Aachzahlung von Dif- fercnzbeträgen. die durch eine währegd der 3cit der Gesangen- fc£aft cingctretene allgemeine Erhöhung der Löhnung entstanden sind, können nicht berücksichtigt werden.

Anträge von ehemaligen Kriegsgefangenen, die gemäß dieser erlassenen Verfügung einen Anspruch auf eine einmalige Unter­stützung herleiten und im Landbezirk Gießen wohnen, müssen b i s z u m 2 5. Oktober!. Zs. bei dem Kreisamt Gießen, Zimmer 25. und zwar am zweckmäßigsten mündlich unter Vorlage des Entlassungsscheins gestellt werden.

Diese st gesetzte Frist zur Einreich ungderSnt- s ch ä d i g u n g s a n s p r ü ch e muß unter allen U m fl ä n - d c n e ingehalten werden, da die vorhandenen Mittel durch die eingehenden Anträge mit aller Bestimmtheit verbraucht werden und daher kei­nerlei Aussicht besteht, daß nachträgliche An­sprüche berücksichtigt werden können.

Unsere Bekanntmachung vom 9. Zuni 1921 lAmtsverkündi- gringsblatt Ar. 84 vom 13. Juni 1921) und die daraufhin gestellten Anträge sind gegenstandslos geworden, weshalb in jedem ein­zelnen Falt erneuter Antrag erforderlich ist.

Die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises werden angewiesen, vorstehendes zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen.

Gießen, den 28. September 1921.

Kreisamt Gießen Kriegsgesangenenheimkehrstelle.

3. V.. Hemmerde.

Bet r.: Hauptkörungen im Zähre 1921 im Bezirke des Kreis­veterinäramts Gießen.

An t)cn Cbrrbürflcrmrifter zu Hießen und die Büraer meisteeeien der Viiiitmcmcinhrii des Kreises.

Für die diesjährigen Hauptkörrrngen im Dienstbezirke des Kreisveterinäramtes Gießen werden nachstehende Termine be­stimmte

1 . 17. Oktober 1921: Grüningen 9 ilfjr, Holzheim 10'' Uhr. Dorf-Güll 1 Uhr, Garbenteich 2' Uhr, Hausen 3' . Uhr

2 . 18. Oktober 1921: Hungen 9 Uhr,' Inheiden 10 Uhr Trais-Horloff 11 Uhr, Utphe 12' . Uhr.

3 . 2 0. Oktober 1921: Langd 10 Uhr, Rodhrim 11' . Uhr Steinheim 1 Uhr, Rabertshausen 2 Uhr.

4 . 2 1. Oktober 1921: Obbornhofen 10 Uhr, Bellersheim 11 Uhr, Bettenhausen 1 Uhr, Langsdorf 2 Uhr.

5 2 4. Oktober 1921: Lich 9 Uhr, Birklar 10' , Uhr- Mu scheu heim 11' Uhr, Cberstadt 1' Uhr, Ober-Hörgern 3 Uhr'

6 2 8. Oktober 1921: Steinbach 9 Uhr. Albach 10' Uhr Annerod 12 Uhr. Oppenrod 1' Uhr, Burkhardsfelden 3 Uhr- Reiskirchen 4 Uhr.

7 . 2 8. Oktober 1921: Rödgen 9 Uhr, Trohe 10 Uhr Gioßen-Buseck 11 Uhr, Altcn-Bufeck 1 Uhr, Wieseck 2 Uhr.

8 3 1. Oktober 1921: Darrbringen 9 Uhr, Mainzlar 10 Uhr, Staufenberg 11 Uhr, Ruttershausen 1 Uhr, Lollar 2 Uhr

9 2. A o v e m b e r 19 2 1: Gießen 8 Uhr, Heuchelheim 9 Uhr Klcin°Linden 11 Uhr, Allendorf (Lahn) 12 Uhr, Groden-Linden l'/e Uhr.

10 4. Aovembe r 1921: Watzenborn 9 Uhr, Steinberg 10 Uhr, Ceibgcfictfl 11 Uhr, Lang-Göns 1 Ubr

Wir empfehlen Ihnen, die Termine, soweit sie für Ihre Gemeinde in Betracht kommen, ortsüblich bekannt zu machen, die Faselhalter rechtzeitig von dem Termin in Kenntnis zu setzen und sie anzuweisen, das Eintreffen der Körkommifsion abzuwarten und während der Besichtigung zugegen zu fein. Es wird gewünscht, daß der Bürgermeister oder dessen ^Stellvertreter dem Termin beiwohnt.

Sämtliche Körscheine und Sprungregister sind zur Prü­fung bereitzuhalten.

Die Körkommission wird bei den einzelnen Terminen eine Besichtigung der Stallungen. Sprungplätze und aller mit der Haltung und Pflege der Fafelliere zusammenhängender Ein rrchtungen vornehmen.

Diejenigen Biehbesitzer. die beabsichtigen, Fafelliere zur Körung zu bringen, haben diesbezügliche Anträge umgehend bei dem Vorsitzenden der Körkommission, Amtsveterinärar-zl Dr. Stein zu Gießen, zu richten.

Gießen, den 29. September 1921.

Kreisamt Gießen. 3. D.: Schmidt.

Bekanntmachung.

B e t r.: Ansteckender Scheidekatarrh in Dorf-Güll.

Unter dem Rindviehbestand der Gemeinde Dorf-Güll ist der ansteckende Scheidekatarrh amtlich festgestellt. Es gelten die in nachstehender Verordnung vorgesehenen Maßnahmen.

Gießen, den 29 September 1921.

Kreisamt Gießen. 3. D.: Welcker.

Verordnung.

Bet r-.: Maßregeln zur Unterdrückung des ansteckenden Scheide­katarrhs des Rindviehs.

Aus Grund der §§ 19. 20 und 27. sowie des § 79 II des BVG. und tz 1 Absatz 4 der Ausführungs-Vorschriften des Bundesrats zum gen. Gesetze werden mit Genehmigung Großh. Ministeriums des 3nnern vom 29. März 1913 zu Ar. M d. 3 II 1589 zur Unterdrückung des ansteckenden Scheidelalarrhs des Rindviehs die nachstehenden Schuhmaßregeln für den Kreis Gießen angeordnet.

§ 1.

Sobald der Ausbruch des ansteckenden Scheidekatarrhs in einem Orte festgestellt worden ist. darf weibliches Rindvieh nur dann zur Begattung durch einen unverdächtigen Gemeindebulleu zugelasfen werden, wenn es durch einen vom Kreisveterinärarzt zu instruierenden Ortseinwohner auf das Vorhandensein der frag­lichen Krankheit untersucht und für unverdächtig erkannt worden tst. Wird bei dieser Untersuchung ein Tier als verdächtig er­kannt, so ist dasselbe so lange als mit der Seuche behaftet zu betrachten, bis seine Unverdächtigkeit durch den Kreisveterinär­arzt festgestellt wird.

§ 2.

Alle kranken und verdächtigen Tiere unterliegen der poli­zeilichen Beobachtung mit der Maßgabe, daß ein Wechsel des Standorts nur mit polizeilicher Erlaubnis gestattet ist.

Wird solche erteilt, so find die angeordneten Maßnahmen auch auf den neuen Standort auszudehnen. Die Benutzung der Eiere zur Feldarbeit und ihre Ausfuhr behufs sofortiger Ab schlachtung ist zu gestatten, jedoch dürfen die Tiere anderweit nicht eingestellt werden.

Als verdächtig sind den gleichen Maßnahmen zu unter­werfen alle mit feuchekranken in derselben Stallung untergebrachte männliche und weibliche Rindviehstücke.

§ 3.

Das Verbringen von Kühen und Rindern eines Seuchenortes zu den in anderen Orten aufgestellten Bullen ist verboten

§ 4.

Bach dem Erlöschen der Seuche in einer Stallung ist die Desinfektion derselben sowie der Stall- und Putzgeräte nach Angabe des Kreisveterinärarztes und unter polizeilicher Über­wachung vorzunehmen.

" § 5.

Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Anordnung werden, insoweit nicht nach bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist. nach §74 Ziffer 3 des RVG. bestraft

Dienstag, 4- ©lieber 1021

Mitnahme von Mnjelge« für die Tagesnummer oi» 2k A )UM Nachni Itag vorher ohne jede Verbindlichkeit. M vreir für l mm höbe für

Anzeigern) 34 mm Breite

I HF örtlich 55 Pf, auswärts

I 65 'Pf.; für Reklame'

A Anzeigen von 70 mm

Breite 250Pj. Bei Platz-

f öorfdinfi 20' Aufschlag.

Hauptschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik Aug. Goetz; für den übrigen Teil i D : Aug.Goetz; für den Anzeigenteil: Han» Beck, I: Zchulftratze 7. sämtlich in Gießen.

sartikel an Landfremde mit eiserner Strenge 'ieten, sonst würde das Volk in seiner Der» :Hung zur Selbsthilfe greifen.

Die .Volkszeitung'' sagt, daß sich der Un- e in den breiten Devoltcrungsllassen so start crkbar mache, daß mit jeder Stunde ein Aus- ch möglich fei

Innsbruck, 3. Ott (WTD.) Die Han» stammet erläßt einen Aufruf an d i e v ö l k e r u n g, fie möge ruhiges Blut be- ren und nicht durch panikartiges Zufammen- istern den Mitbürgern die notwendigsten Be- sarlikel wegnehmen und die Qaicr volendS löpfen. Andererieits ,ordert die Handels- mer zu geschloffenem Zusammengehen auf im ammenwirken aller Ärcife gegen daSDvr- jen fremder Aufkäufer. DasAlpen- )" spricht in diesem Zusammenhang von den ehcueren Preisschnellungen in Innsbruck, die in der Erhöhung der Indexzahlen von 177 260 von August biS Oktober am örtlichsten drücken.

tie Befugnisse der Saarregierung.

C^en f, 3. Oft. lWTD.) Wie bekannt, hat Regierungskommission des Saargebietes um Beitritt zur Berner Konvention von ) nachgesucht, wogegen die deutsche Re­gung Einspruch erhob. Der Völker» berat forderte ein Guiachten von der bc- mden technischen Verkehrs- und Transit­mission. das nun vorliegt und in der gestrigen ung des Völkerbundsrates bekannt.egeben .de. Das Gutachten hält den Beitritt der fterungskommission des Saargebietes zur Ber- Konvention für ü b e r f I ü f f i g. Diese Kon- tion ist allen Signatarmächten gegenüber dem irgebiet ebenso in Kraft wie in den Gebieten dem Abkommen beigetretenen alliierten und .ziierten Mächte. Dor allem der Eisenbahn- isport zwischen dem Saargebiet und Deutsch- d unterliegt den von dem Abkommen auf- ellten internationalen Transport estimmungen.

Regierungskommission des Saargebietes ist ein befugt, das saarländische Eisenbahnnetz allen Angriegenheiten zu vertreten, in denen - Anwendung ober eine Revision der Kon- tion in Frage kommt, und das genau so wie mdeine der Signatarmächte. Falls irgend- : der Detriebsverordnungen des S.iargeoietes den im Abkommen vorgesehenen intemationa- Transportbestimmungen in Widerspruch steht, rs Dache der Regierungskommission des Saar- ieteS, diese internationalen Bestimmungen chzusehen. Aach Ansicht der Kommission sen die von der Regierungskommission deS irgebiete5 geleiteten Eisenbahnlinien in einer sonderen Rubrik In der Liste der Eisen- nen angeführt werden, auf die das Berner kommen Anwendung findet. Der Völkerbunds- beschloß, das Gutachten der Reaierungs- :misfion des Saargebietes zu übermitteln.

Der Ruck nach links in Schweden.

Stockholm, 3. Oft (Wolff.) Das enbgül- ! Wahlergebnis zurZweitenKammer deS chstages liegt jetzt vor. Die Sozia l d e m o - 11 e n erhielten 640 000 Stimmen und 93 Man- e (früher 75), die Konservativen 454 000 Stim- i und 62 Mandate (früher 71), die Liberalen 000 Stimmen und 41 Mandate (früher 48), Bauernbund 185 000 Stimmen und 21 Man- e (früher 29), die Linkssozialisten und Kommu- en zusammen 127 000 Stimmen, die Linkssozia- >n 6 Mandate (früher 5), die Kommunisten 7 indate (früher 2), die bürgerlichen Parteien loren also zusammen 24 Mandate an die sozia- schen und kommunistische Parteien.

uer uxuaivKii uuv uvi ui -vuyuiiv-

lungcn über ihr Angebot eintritt. Daraus wurde die Aufforderung der Mehrheitssozialisten und der Unabhängigen zum Eintritt in die Regierung und deren Antwort besprochen. Eine grundsätzliche Ab­lehnung der Mitarbeit der Unabhängigen wurde weder von den Demokraten stoch vom Zentrum ausgesprochen Die Verhandlungen über die Re­gierungsneubildung wurden darauf auf Mitte nächster Woche vertagt.

Die Besprechungen beim Ministerpräsidenten Stegerwald über die Regierungsneubildung in P r e u ß c n hat gleichfalls kein positives Er­gebnis gehabt. Cs wurde beschlossen, daß jede Fraktion ihre Grundsätze für weitere Verhand­lungen und ihre Forderungen an die künftige Re- gierungSpolitik schriftlich formulieren soll Daraus soll bann darüber in einer neuen Besprechung bet Fraktionsführer mit dem Ministerpräsidenten Stegerwald, die am nächsten Donnerstag ftattfin- den soll, beraten werden.

Die Stellung der U. 5. P. zur Regierungsbildung.

Berlin, 2. Olt. Das Schreiben der cechtSfozialistifchen Partei an die Unabhängige Partei mit der Auffor­derung zur Beteiligung an der Regierung hat folgenden Wortlaut:

Werte Genossen! Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat in ihrer heutigen Sitzung über die zur Verbreiterung der Regierungsbasis gegebenen Anregungen beraten. Die Debatte er­gab, daß für die Sozialdemokratische Partei nur eine ilmbilt'ung des Kabinetts Wirth in Frage kommt. Dabei wurde betont, daß die Position des .Kabinetts Wirth inner- und außerpolitisch gestärkt würde, wenn die Unabhängige sozial­demokratische Partei, die bisher das Kabinett Wirth wohlwollend unterstützt hat, bereit wäre. Mitglieder in das Kabinett zu delegieren. Durch Beschluß unserer Fraktion bin ich beauftragt, Sie zu fragen, ob und unter west', en Bedingungen Sie bereit wären, in das Kabinett Wirth einzutreten. Gleichzeitig ersuchen wir um Stellungnahme zur

Heber den Kurs der Deutschen Bolks- partei macht der ReichStagSabg. Dr. Fritz Mittelmann in derRatl. Korresp." fol­gende Ausführungen:

.Von unserer Seite ist seit Monaten betont worden, daß der eventuelle Eintritt der Deutschen Dolkspartei in die Regierung an die Bedingung geknüpft fein müsse, daß mit dem bisherigen Sy­stem grundsätzlich gebrochen werde. Daß die gegen­wärtige Reichsregierung dem Vaterland nicht von Segen war. beweist schlagend die Entwicklung un­serer Valuta. Als die Deutsche Volkspartei noch in der Regierung faß, stand der Dollar auf 56; in diesen Tagen stieg er, zum Teil freilich infolge der verdammenswerten Spekulation, bis auf 130, also auf mehr als das Doppelte. Das Mißtrauen des Auslandes gegenüber der Entwicklung in Deutschland kann nicht schärfer zum Ausdruck ge­bracht werden, als in diesen nackten Zahlen, die politisch und wirtschaftlich eine erschütternde Sprache reden. Alle Reden des Reichskanzlers Wirth, daß er der Erfüller des Hltimatums fein wolle, und all die hochtrabenden Erklärungen des Herrn Rathenar. daß wir die Bedingungen deS Hltimatums erfüllen konnten, wenn wir nur woll­ten. haben der Welt keinerlei Vertrauen einge­flößt. Am Ende dieser Politik steht vielmehr der katastrophale Zusammenbruch unserer Währung, die Tatsache, daß wir im Begriff lind, mit vollen Segeln auf österreichische Verhältnisse zuzusteuern.

Den Hrgrund alles Hebels erblicken wir in der falschen Orientierung unserer auswärtigen Politik. Wir haben vom ersten Tage an bezweifelt, daß Herr Rosen in der Lage fein würde, sich mit feinen an sich nicht ein­mal schlechten Ideen im Kabinett durchzufeyen. Der beherrschende Kopf in der neuen Regierung war vom ersten Tage an Herr Rathenau. der nicht nur feine besondere, stark nach der soziali- frischen-Sette hin orientierte Wirtschaftspolitik hat, stndern der auch den Ehrgeiz besitzt, die auswär­tige Politik des Reiches maßgebend zu beeinflussen. Es ist stets ein Fehler, auswärtige Politik ledig­lich von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus zu betreiben; geradezu verhängnisvoll muß diese

Damen aussuyren ioue. "en ei er <5111013 anrrag gtoi zu wetteren Debatten der Vertreter der verschie­denen beteiligten Staaten Anlaß. Balfour (England) ermahnt dann die Parteien, auf eine Fortsetzung der Debatte m der bisherigen Weise zu verzichten, da daraus nichts Gutes entstehen könne. Sie könnten dem Völkerbundsrat sowohl hinsichtlich der Festsetzung, der Abreise der Hnter- suchungskommission, als auch hinsichtlich der Wahl ihrer Mitglieder volles Vertrauen entgegenbrin­gen. Zum Schluß wird der Kommissionsantrag von der Versammlung einstimmig angenom­men, nachdem Griechenland vorher seinen An­trag zurückgezogen hatte.

Die oberschlesische

Genf, 3. Oft (WT2.) Wie man von gut­unterrichteter Seite versichert, wird der Völker- 6 u n b 0 r a t seine Entscheidung über die ober- schlesische Frage Samstag, spätestens Sonntag bekanntgeben.

Die Hilfe für das hungernde Rnftland.

Kopenhagen, 3. Oft. (WTD.) Aus Hel- sinfors wird gemeldet, daß die amerikanische Hilfsaktion in Petersburg 9 Speise- an st alten eröffnete, die täglich 60 000 Kinder speisen können. Die Sowjetbehörden baten die amerikanische Regierung, auch Speisen für Er­wachsene zu liefern, was jedoch abgelehnt wurde.

Die Sowjetregierung hat eine Verordnung erlassen, nach welcher Pässe für Aus­landsreisende wieder eingeführt worden sind. Ein Paß mit Reifeerlaubnis von Rußland in das Ausland kostet 300 000 Rubel.

Erregte Stimmung in Tirol.

Wien.'3. Oft. (WTD.) Die Blätter be­richten aus Innsbruck über die große Erre­gung und Erbitterung in allen Devolkerungs- schichten wegen des bisherigen Mißlingens der Kreditaktion und des 2luf.'aufs der Geschäfte durch valutastarke 2£uffäufer Der christlichsozial? Ti­roler Anzeiger" verlanat von der Landesregie­rung, sie möge den Verkauf der dringendsten Be-

Aus dem Reiche.

©in Beschluß deS Reichstagsausschusses für daS Wohnungswesen.

Berlin, 3. Ott. (WB.) Der Reichstags- ausschuß für Wohnungswesen nahm fol­gende Entschließung an: Es ist anzustreben, daß in den Zähren 192223 mindestens je 200 000 Wohnungen erbaut werden. Zur Deckung der unrentierlichen Baukosten sind 1922 und 1923 von den Ländern und Gemeinden mindestens je sechs Milliarden Mark zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zwecke ist das Wohnunasabgabegeseh vom 26 Zuni 1920 weiter auszubauen. Sollte es nicht möglich fein, für das gesamte Reich die Baukosten eines Zahres unmittelbar durch eine Erhöhung der WvhnungSabgabe aufzubii gen, so ist es den Cänbem zu überlassen, ob die neuen Einnahmen unmittelbar zu Zuschüssen oder zur Verzinsung und Tilgung der notwendigen Beträge Verwendung finden sollen.

Der kerste Gewerkschaftskongreß der Afa.

Berlin, 3. Ott. Arn Sonntag wurde in Düsseldorf der erste Gewerkschaftskon­greß des Allgemeinen freien Angestelltenbun­des (Afa) eröffnet. Der Vorsitzende Aus­hau s e r wies in einer Ansprache auf die Not­wendigkeit hin, jetzt, wo die EntscheidungS- kämpfe zwischen Kapital und Arbeit bevor­stehen, eine Einheitsfront der Hanb- und Kopfarbeiter zu bllden.

Zum Tode deS früheren Königs von Württem­berg.

Stuttgart, 3. Oft (Wolff.) Anläßlich deS Ablebens des Herzogs zu Württemberg wurde von der württembergischen Regierung an die Herzogin Charlotte zu Württemberg ein Beileidstelegramm abgesandt, in dem es u. a. heißt: .RiemalS wird in den Herzen der Würt­temberger die dankbare Erinnerung ausgelofcht werden, welch edler und hinaebender Fürst der Verewigte dem Lande und dem Volk so lange Zett gewesen und was er ihnen auch im Wandel