Einzelbild herunterladen

Besser al s bittere Mandeln u.Zitronen dabei billiger, bequemer und gesünder sind Di*. Reppins Backole Bittermandel und Zitrone.

Versuchen Sie auch Dr. Reppins Vanlllln- pulver, Backpulver und Ilum-Aroma. < Generalvertreter: Robert Völker, I Ka*Mel, Fünffensterstraße 4.

Nr. 2?6

Dritter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 3. September 1921 --- ------------MM

1464.50 1467,50

3. 9.

Schweizer Sranten

100 Fl.

100 Mk.

Kurs Kurs

2.9.

77

50

846,

von Bergmann L Co., Radebeul.

überall erhllUich.

765

412,

349

873

68,

4* 6 §e||.5taatsanL

wird, tote

31.8.

77,50

Mar«.

einer Her­wegen der

398.40

327,35

87,46

691,70

124,65 381,40 318,85 86/9

674,70

100

100

100

1

100

100

100

100

100

100

2.9.

6,65

6,60

95,50

5.25

415,- 650,- 350,25 719,50

I Kr

L

Datum:

Zürich Amsterdam . . Kopenhagen. . Stockholm ' ölen London . . . . Varis Neuyork. . . .

230 620 5d) c56 749

472

17.11, Fr. 125,4) Fi. 59,23 Kr. 88,8) Kr. 117,83 Är. 88,8)

gesuhlt: 1.9.

6,82

3,67

6.70

97,- 545

22,77 22,83

548,-

556,- 749,50

470,-

394,50 784,75 524,75

425,

Kr. Ar.

£ L.

F rankfvrt <t M., 3. September.

Börsenkurse.

Äronfturt Berlin l-Ubr-l-llbc- Schlutz- Schlutz-

622 - 50/-

520 -

740 -

469 -

380 - 777 -

517- 419,50 395, 560,-

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)

Der Abbau der sogenannten Sanktionen.

Mannheim. 2. Sept. (CCD273.) Zum A b - bau der Sanktionen teilt die .Neue Bad. LandeSzettung" mit. datz feit gestern abend die besondere Kontrolle der Automobile und Rad­fahrer ayf der linken Seite der Rheinbrücke weg- gefallen ist.

Ausschreitungen in Neuhaldensleben.

M a g d eDu r g. 2. Sept. (WTB.) Die Presse» stelle des Oberpräsidiums teilt mit: 3n Reuhat- densleben sollen große, schwarzweitzrot umränderte Plakate mit dem Aufdruck:Es lebe die Mo­narchie" angebracht worden sein. Der Arbeiter bemächtigte sich eine grobe Erregung. Sie dran­gen in die Räume ein und holten die Führer der Rechtsparteien heraus und zogen sie durch die Strafen, wo sie verhöhnt wurden. Rach Meldung des Bürgermeisters sind Verletzun­gen nicht vorgekommen Die Schutzpolizei von Magdeburg ist nach Reu Haldensleben unterwegs. Rähere Einzelheiten fehlen noch.

10,48 10,52 10,28 10,32

102,55 102,85 104,45 10-.,75

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Dries

Handel.

Deutschland und der australische

Bulgarien ..... -,-

Konstantinopel. . . .

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden

380,60

318,15

85,41

673.^0

125,3ö 397,60 326,65

87,28 690,30

Datum: l.Scpt. 2. Sept.

Amlicrdam. Rotierd. 2707,25 2712,75 2782,202787,80 Brüssel-Antwerpen . 652,30 653,70 671,30 672,70 llhristiania. . . Kopenhagen . . Stockholm . . . helsingsors. . . Italien.....

London Neuyork .... Paris Schweiz. . . . Spanien . . . IBitn (altes). Deutsch-Oesterr. Prag Budapest. . .

ÄurS

31.8.

77,50 78.20

76,-

68,75

198,- 345,- 276,75 222,- 207,50 187,50 239,50

624*75 512,- 524,75 749,50 460,59 384,-

772,- 500,- 420,- 409,75 385,- 552, 345,- 680, 383,-

68,75

Züricher Devisenmarkt.

Wechsel auf Holland . .

Deutschland.....

Wien........

Prag........

Varis . .

London ......

Italien.......

Brüssel.......

Budapest .....

Neuyorl» Agram .

Bukarest .....

18 3. - 6.70 0.676 7.05

45 50 21.80

26.-

44.30

1.45

588.-

3.20

6.71

18ö.,0

- 6.825

= 0.70

» 7.-

45.90

= 21.88

- 26.60

- 44.70

- 1.50

= 584.-

* 3.25

6.95

1316,-

5,97

. 14,66

1,14

Datum:

I vtsch Ariegsanl. 4 7, Dlsch Beichsanl. 37, Disch. Beichsanl. 4 7, Preutz Aonsols Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto» Gesellschaft Dresdner Bank. . . Natioualbank f. D. . Mitteld. Lreditbank. H.. Amerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Bock.Gußstahlwerk . D 'Luxemb. Bergw.. Gelsenkirch. Bergw. . Harpener Bergbau . Oberschles. Gisenb.-B. Oberschles. Gisenind. . Vhönix-Bergb -Akt.. Bad. Anilin, u. Soda Höchster Farbwerke. (Elehtr. 2L (E. ® Schuckert-Werke. . . Felten-Guilleaume. . Daimler Bud.- Lisenw.- Akt. . Adlerwerke

1151,301153,70 1181,30 1183,70 151*,50 1521,55 1544,451547,56 184^,15 1851,85 1^98,101901,90 - 125,65

1503,45 1506,55

1118,851121,15 113K,851141,15

Aussenpolitisch muh unser Ziel die Revision des ganzen Versailler Friedensvertrages sein. Für unS gibt eS keine Erfüllung des Llltimatums, auch keinen Versuch der Erfüllung. Der Ausbau Deutschlands und der Welt kann nur auf einer neuen Einigungsgrundlage erfolgen. Aber die Leistungsfähigkeit ist für uns die Grenze. Innenpolitisch stehen wir in krassester Opposition gegen die Reichsregierung. (Lebhafter Beifall.) Wir scheuen keine Regierungskrise, keinen Mt- nistersturz. Auch in Preuhen sind wir Oppositions­partei bei aller persönlichen Wertschätzung des Ministerpräsidenten Stegerwald sind wir nicht einig mit seiner Irrlehre von der Politik der Mitte. Wir vergessen aber nicht, dah er den Sah geprägt hatIch bin erst Deutscher, dann Partei­mann". Seine Regierung hat es auch verstanden, Fachminister zu berufen und den Deamtenapparat sachlich zu gestalten. Wir wollen abwarten, ob sich Stegerwald auch in dem bevorstehenden schweren Kamps durchsetzen wird. Wir wollen alles sam­meln, was mit uns kämpfen will, zunächst unter der Fahne unserer Partei, dann aber müssen wir auch eine grobe Rechte bilden mit der Deutschen Volkspartei, von der uns nur taktische Unterschiede trennen. (Zuruf: Ra, na!) Das Zentrum ist durch den Fall Grzberger vor eine andere Personenfrage gestellt worden. Ts ist fraglich, ob es den Weg der grohen Parteigemeinschaft der Rechten mitgehen

Die Sozialdemokratie klebt nach

vor am Klassenkampf. Sachlich ha­

ben wir kein Vertrauen zu einer Koa­lition der Mitte. Es war nicht gerade taktisch von der Deutschen Volkspartei, jetzt die Frage der Partei von Stresemann bis Sch?idemann an­zuschneiden. In programmatischer Form haben wir das Verbrechen an iSrzberger "bereits verur­teilt. Richt abgeschlossen sind für uns aber die Akten darüber, wer an der Verwilderung and Untergrabung aller Rechtsbegriffe schald ist Wir werden der Sozialdemokratie die Maske vom De­icht herunterreihen, die stets den politischen Mord gepredigt hat. Aber den heiligen Ernst des Par­teitags wollen wir nicht durch die Besprechung von Produkten gemeinster Verleumdung herab- würdigen. Wir protestieren gegen den Ausnahme­zustand gegenüber den Deuftchnativnalen und ge­gen die Ausschaltung der Exekutive der Ginzel- floaten. Die Regierung fördert durch ihre Ver­ordnung nur selber Gewalttaten. Wir werden uns diese Mihhandlung keineswegs gefallen las­sen (stürmischer Beifall) und werden sofort un­sere . Vertreter Im Reichstag von der empörten Stimmung des Parteitages in Kenntnis sehen.

geführt. Das Erfüllungsprvgramm ist für den Mittelstand der Lodesstvtz. Rur das Wieder- erwachen unseres nationalen Seins kann uns hel­fen. Ein volles Jahr nach dem Zusammentreten des n/uen Reichstags ist vergangen, aber immer noch haben wir denselben Reichspräsidenten. Die Aktivität des Reichspräsidenten ist nicht zu unter­schätzen, daS sehen wir an den neuesten Verord­nungen. Da fnüssen wir mahnen: wo ist eure Ver­fassung ? Die Verfassung ist übrigens nicht der Weisheit letzter Schlutz, sondern nur eine Episode. Durch sie werden wir uns von unseren höchsten Zielen, der Wiedereii f uhrung der Monarchie (nicht endentoollender Beifall), der Durchsetzung des Kaisergedankens nicht abbringen lassen. Wir wissen, dah nichts von heute auf morgen, sondern nur alles von selbst aus dem Volke herauskommen kann. (Sehr richtig!) Wir stehen auf dem Boden der Verfassung: dazu gehören aber auch die Ar­tikel, dah diese Verfassung geändert werden kann. (Stürmischer Beifall.)

sich unsere akademische Jugend und unsere deut­schen Dauern entschieden. Die trennenden staat­lichen, konfessionspvlitischen und sozialpolitischen Grenzen müssen überwunden werden. Dem Ei'en, das Gott wachsen lieh, müssen wir die Form geben. Hat es die Form, die wir ihm geben wollen, dann wird Bismarcks Schöpfung wieder aufleben, dann wird sie wahrhaft vollendet wer­den. (Brausender Beifall.)

Aus Vorschlag deS Etaatsministcr» Wall- r a f wird folgende Resolution einstimmig an­genommen :Der Parteitag ersucht die Leitung und die Fraktionen der Partei, unausgesetzt auf eine Klärung der Frage der Schuld am Weltkriege zu bringen und dahin zu wirken, dah die bisher vielfach zersplitterten und daher nicht zu nachhaltiger Wirkung ge­langenden Bestrebungen zusammengefaht und mit grötzier Entschiedenheit gefördert werden.^ Der Parteitag erblickt in einer öffentlichen Klärung der Schuldfrage die wichtigste Aufgabe einer weitschauenden deutschen Politik, die das deutsche Volk von der ihm aufgebürdeten Schuld frei­sprechen und zu einer Entlastung von den un­erfüllbaren Forderungen deS Versailler Friedens führen muß?0

An der Debatte beteiligte sich zunächst Reichstagsabgeordneter Behrens: Eine Re­gierung, die sich mit Sozialisten und Juden ver­bündet, kann nicht Wahrheit, Freiheit und Recht bringen.

Dtaatsminlster Dr. Helff er ich: Sie Re­gierung hat Wind gesät, wir werden Sturm machen ...

Prof. Ziesche - Breslau wünscht eine Ver­söhnung der Konfessionen, nur verlangen die Ka­tholiken für sich, dah man ihnen ihre eigene Stellungnahme auf dem eigentlichen konfessionellen Gebiet gestatte, tote sie sie auch "ben Protestanten nicht verargen.

ReichStagsabg. Graf Westarp: Wir selber müssen die Grenzen niederreihen zwischen dem Arbeiter und dem Bürger jeder Arbeiter (st auch Bürger, jeder Burger auch Arbeiter, niederreihen auch die Grenzen zwischen den Kon­sessionen. x

Kirchenrat Metzer- Zwickau dankt den Ka­tholiken für ihr Vertrauen und verspricht ihnen das Vertrauen der Protestanten. (Lebhafter Bei­fall.)

Um 6 Uhr wurden die Verhandlungen aus Freitag vormittag 9 Uhr vertagt.

«Ile Hautunreinigkelten u.Hautauncbläge w. Mitesser, Finnen, Pickel, usw.ru vertreib., besL In UgLWaschungen in. d. echten

kerbetltgentvr wurde in der Zeit von 6 biS 11 ilbr heute erstmals der Kelterobstmarkt abge­halten. Gs wurden im ganzen acht Fuhren auS der Hanauer, Fuldaer, Siebener und Bensheimer Ge­gend angefahren, die sofort verkauft wurden. Der Zentner kam auf 4578 Mk. In den nächsten Ta­gen rechnet man mit einer bedeutenden Verstär­kung der Anfuhr.

- Frankfurt a. M., 2. Sept Am Heu» ttgen Gemüse- undOb st markt war die Zu­fuhr Im allgemeinen gut, mit Obst war der Markt reichlich beschickt Die Kartosseln haben Im Preise etwas angezoaen, sie wurden mit 6873 QHart der Zentner bezahlt. Don dem Großhandel würden angeboten Weitzkvaut der Zentner 100110 Mart, Rotkraut 110130 Mark, Gelbe Rüben 7080 Mark, Einlegegurken 1535 Mark das Hundert. Bei den Erzeugern stellten sich die Preise für Wirsing 90150 Mark der Zentner, Weibkraut 100-120 Mark, Gelbe Rüben 7090 Mark, To­maten (reichlich an geboten) 120150 Mark, Kopf­salat 60- 90 Pf. das Stück, Eskarol 5080 Pf. das Stück, Salatgurken 35 Mark das Stück, Schwämme 1,502,50 Mart das Pfund. O b st- marlt: Gs kosteten: Aepfel 70140 Mark, Dir­nen 65130 Mark, Zwetschen 220240 Mark der Zentner. Trauben 4,505,50 Mark das Pfund. Ferner waren angeboten: Flußfische zum Bra­ten 34 Mark das Pfund, gröbere 58 Mark; lebendes Geflügel 911 Mk. Butter hielt den seitherigen Preis.

nt Friedberg, 2. Sept. Der letzt« Schweinemarkt brachte Friedberg wieder ein­mal recht regen Verkehr. Aufgetrieben waren 889 Ferkel und Läuserschweine. Es wurden fol­gende Preise bezahlt: Für Ferkel von sechs Wochen 4060 Mark, für solche von 68 Wochen 7090 Mark, und für 812 Wochen alle Tiere 100160 Mark. Läufer wurden je nach Qualität mit 900 bis 1200 Mk. bezahlt. Die Kauflust war zu Anfang des Marktes gedrückt, erst allmählich setzte ein reger Handel ein. Infolge der grotzen Anzahl Käufer war zu Schlutz des Marktes, trotz starken Auftriebes, fast alles umgesetzt.

Berlin, 2. Sept. Börsen st immun gs- bild. Die anhaltende verstärkte Kauflust des Pu­blikums, zu der sich im Hinblick auf die am De­visenmärkte eingetretene Festigkeit Aückkäufe der Spekulation gesellten, bewirkten bei der Börse der groben Umfaßen eine weitere nahezu allgemeine starke Aufwärtsbeweguna der Kurse. In dep zu schwankenden Kursen gehandelten Papieren bil­deten für die Mehrzahl der Montan», chemischen, Elektrizität-- und verschiedenen Industrie-Aktien Kurssteigerungen von 10 bis 40 Prozent die Re­gel. Es waren aber auch solche von 60 und von 75 Prozent für Deutsche Waffen und Linke-Hofs- mann verzeichnet. Auch Daluta-Papiere wie Mexi­kaner und Schantung, ferner Deutsche Petroleum waren ganz erheblich höher gesetzt. Am lebhaftesten war das Treiben wieder am Markt der unnotier­ten Werte. In den zu Einheitskursen gehandelten Industriepapieren lagen bei den Grobbanken Kaufaufträge in solchem .Umfange vor, dah hier ebenfalls sehr erhebliche Kurssteigerungen etn- traten. Das lebhafte Geschäft hielt auch weiterhin an und verhalf der Mehrzahl der Papiere zu er­neuten Kurssteigerungen.

Frankfurt a. M., 2. Sept. Börsen­stimmungsbild. Der erste Geschäftstag des neuen Monats zeigte reges Geschäft. Wiederum herrschte lebhafter Betrieb auf 'dem Markt der nichtnotierten Werte. Interesse zeigte sich beson­ders für Benz-Motoren, die ihre Aufwärtsbewe- gung sortsehten; sie schwankten zwischen 345358. Rastatter Waggons bis 540 steigend. Hansa Llotzd nannte man mit 235. Die Börse schlotz fest. Privatdiskont 37. Prozent.

fpd. Frankfurt a. M., 2. Sept. Die Rheinische Htarrstromgesellschaft für elektrische Industrie G. m. b. H. In Frankfurt a. M. und die Textilwarenf Irma Schmidt & Schulte in Frankfurt a. M. sind in Konkurs geraten.

sein ist alles!

Zum stellvertretenden Vorsitzenden des Par­teitags wurde der Vorsitzende der Bayrischen Mittelpartei Dr. Hilpert gewählt, der dem Parteitag namens der Bayrischen Mittelpartei mit treu deutschem gut bayrischem Grutz begrützte.

Oberst v Ttzlander, der in der Uniform der schweren Reiter erschien, begrützte den Partei­tag im Qiamen der Ortsgruppe München Darr if tarnen die auswärtigen Gäste -i Worte. Dec Drostdeutsche Dr. Otto Wagner- Wien machte daraus a rsmerksam, dast das Burgenland ein neues Oberschlesien zu werden drohe. Abg. Str adel ° Wien trat für die Vereinigung mit dem Deutschen Reiche ein. Dr. Schweinitz- haupt überbrachte die Grütze Tirols, Abg. Kalina die der Deutschen in der Tschecho­slowake, Dr. Schwer, gmann legte Zeug­nis ab für die Treue Danzigs zum Deutschen Reich. Ein Saarländer bat um Hilfe für daS hartbedrängte Deutschtum im Saargebiet.

Zum ersten Punkte der Tagesordnung: Deutschnationale Politik im Reiche und in Preu- ben" erhielt sodann das Wort

Staatsminister Hergt:

Rach der Lüge deS Versailler Vertrages sind wir nur immer tiefer in Lügen und Selbsttäu­schung verstrickt worden. Das Volk gewöhnt sich an Knechtschaft. Damit besorgen wir nur die Geschäfte unserer Feinde. Wenn wir weiter so mit Resignation und Schlappheit arbeiten, kann aus dem St. Johannistag Hans Sachsens leicht ein Dt. Rimmerleinstag werden. Rur eine starke Regierung kann die Lösung bringen. Wir müssen binarbeiten auf den Zeitpunkt, wo die Rcuorien- tterung auf anderer Grundlage erfolgen kann. Das Eintreten für die Revision des Friedensver- tsages ist nicht nur ein Gebot der Selbsterholtung, sondern eine europäische, eine Weltmission. Ein

Reichsparieitag der Deutschnationalen Volkspartei.

$.11. München, 1.Sept.

Im groben Saale des Löwenbräu-Kellers trat beute der dritte Reichs Parteitag der putsch- nationalen DollSpartei unter zahlreicher Beteili­gung zusammen. Der Vorstandstisch ist mit 'chwarz-tocib-roten und blau-weihen Fahnen ge­schmückt. Dor dem Rednerpult steht eine mit Lorbeer umrahmte Bismarckbüste D,e Reichs- tagsfraktion und die Fraktionen der Landtage sind stark vertreten Besondere- Aufsehen erregte das Erscheinen des früheren Siratzburger Pro­fessors Dr. Martin Spahn, der seinen Uebertritt vom Zentrum zur Deutschnationalen Volkspartei vollzogen hat. ,.

In dem Geschäftsbericht wird daraus hm- gewiesen, dast die Partei auf ein an .Kämpfen und Mühen, aber auch an Erfolgs, reich-s Jahr zurückblicken könne RegclmLtzig, stetig und un- Mufhalitam sei die Partei gewachsen.

Kurz vor 10V- rlhr eröffnete der Parteivor- llhende Staatsminister a. D. Hergt den «Partei­tag und dankte den Teilnehmern für ihr Er­scheinen, das um so notwendiger sei, alS die Partei vor der Kriegserklärung des gesamter marxistisch verseuchten Proletariats und bei Bannerträger des glelhnerischen demokratischen Gedankens stehe: Wie einst beim Kapp-Putsch, so sucht man aus einem Vorfall, für den kein Deutschnationaler verantwortlich gemacht werden kann (Sehr richtig!) Kapital zu schlagen für den schamlosesten ParteiegoiSmus und uns zu Un­überlegten zu provozieren. Diese Hoffnung un­serer Gegner soll und muh zuschanden werden. Wir müssen den Beweis erbringen, dah wir nie etwas anderes gewollt haben als eine Partei des Rechtes, der Autorität und der Ordnung zu sein. (Lebhafter Beifall.) Wiyt man und aber den Fehdehandschuh hin, so nehmen wir ihn auf, und zwar nicht nur zur Defensive, sondern zur Offensive, die, tote wir überAeuat sind, erfolgreich sein wird (Erneuter Beifall.) Denn diese Aktion unserer Gegner ist nicht blotz ein Verbrechen, sie ist eine Dummheit. Alle Anständlaen in Deutsch­land werden sich mit Ekel von dieser Komödie abwenden und Anschluß an und suchen Die Aus­gabe dieses Parteitages ist der Kampf um die Wahrheit, daS Eintreten für den Selbsterhal- tungswillen, für den Freiheitskampf der deut­schen Volksgemeinschaft gegen den Wahnsinn, den man ihr mit dem Erfüllungsprogramm zumutel. Wo können wir dabei besser auf geh oben sein alS in Bayern? Unter lebhaftem Beifall ruft der Redner den Bayern ein herzlichesGott grütz Euch" au. Er gedenkt alsdann der Gäste auS dem ehemaligen Oesterreich-Ungarn und tritt für eine Vereinigung Deutsch-OesterrelchS mit dem Reiche ein. Er schlicht mit dem von stürmischem Beifall aufgenommenen Bekenntnis zu dem Satze: Deutsch

Rach T.ner kurzen Mittagspause hielt Dr. Hilpert das Referat über

Unsere Arbeit in Bayern-.

Er führte aus, es sei eine grobe Lüge, wenn man von einer elementaren Volksbewegung bei der Revolution in Bayern spricht, und schilderte die damaligen Vorgänge. Mit allen Mitteln müsse die Wiederkehr der Räteherrschaft in Bayern verhindert werden. (Stürmischer Beifall.) Gegen die Ausnahmeverordnung Eberts habe die bayerische Regierung bereits Widerspruch erho­ben. Der Redner berichtete dann über die par­lamentarische Arbeit in Bayern: im Gegensatz zu dem Reichswasserkvpf an der Spree seien in Bayern energische Matznahmen gegen Schieber und Wucherer getroffen. Der Redner vertei­digte weiter die Einwohnerwehren und legte ihre Auflösung der Berliner Regierung zur Last. Der RusLos von Berlin" habe nichts mit der Treue Aum Reich zu tun. Die Zeit werde kommen, wo der Süden der Berliner Regierung zuruft:Dis hierher und nicht Wetter!" Dann werde die tau­sendjährige Krone des Reichs, die Kaiserkrone, Wiedererstehen. (Stürmischer minutenlanger Bei­fall der Parteitag erhebt sich und stimmt das LiedDeutschland, Deutschland über alles" an.

Darauf ergriff das Wort

Professor Dr. Spahn, von allgemeinem Beifall begrübt:

Die konservative Partei war die besondere Schätzerin der evangelischen Bevölkerung. Durch feine grobe Gesetzgebung von 1878 hat Bismarck die Drücke über die Elbe geschlagen, aber erst die Revolution hat den vollen Vormarsch des natio­nalen Gedankens in den katholischen Westen ge-

PariS, 2. Sept. (Wolff.) Rach vas-Meldung aus Melbourne wurden deutschen Anstrengungen, den australi­schen Markt zu erobern, besonders auf dem Gebiete des Klavierhandels, die Zollsätze au diese Artikel um zehn Prozent erhöht.

Ar 117,83 1287,-1

Sh- 97,8) -,-

Fr 125,4) 14,84

r 23,8J 1,17

Kurs

2.9.

77,50 78,10 76,- 68,-

196,- 342,- 275,50 224,- 208,- 187,

249,75

zäher passiver Widerstand würde letzten Endes doch zum Ziele führen. Im Auslande ist der Wahn von der deutschen Schuld noch allgemein. Wir müssen aus der Defensive zur Offensive übergehen, um endlich die Wahrheit in der Welt zur Anerkennung zu bringen. Die Aburteilung der Kriegsverbrecher ist ein Anrecht, weil die gleichmäßige Durchführung autzerhalb unserer Grenzen fehle. Wir fordern auch heute wieder die Veröffentlichung der Gegenliste. In der ober- schlesischen Frage zeigen sich Desferungsmomente der englischen und italienischen Politik. Aber diese Schwenkung ist nicht auf die Ultimatums- annahme unserer Regierung zurückzuführen. Sie ist eine Folge der natürlichen Entwicklung. Rach Uebertotnbung der inneren Unruhen ist Englands Interesse als europäischer Grobmacht gegenüber den Sjegemcniegclüflen Frankreichs erwacht.

Uebrig.end wäre die von der Entente in Aus­sicht gestellte Teilung Oberschlesiens gar kein Er­folg, sondern ein Fiasko und die Regierung trifft die Verantwortung, weil sie nicht rechtzeitig Vor­sorge getroffen 'hat. Wir müssen offen auf die Irredendagefahr Hinweisen, die entsteht, wenn wir Oberschlesien verlieren. Darauf beruht allerdings die Gefahr des künftigen Krieges, wir sagen es osfen, und vor dieser Gefahr sollen sich unsere Gegner hüten! (Stürmischer Beifall.) Ebenso liegt es bei den Sanktionen. Wenn die Regierung es wagen sollte, den Franzosen auch nur den Sei­nen Finge u reichen, so wird sie scheitern an dem Willen des deutschen Volkes. Genau so ist eS auch mit den Wiederaufbauverhandlungen Rathenaus. (Zuruf: Jüdische Rellame!) Durch die illtimatumd- annahme haben wir unsere Ehre verloren. (Stür­mische Zustimmung.) Die Erfüllungsphantasien werden uns zum wirtschaftlichen Ruin führen. Die Regierung mit ihre- unmöglichen Zugeständnissen ist an dem fortge,etzten Fallen unserer Valuta schtlld und dadurch wird die Teuerung herbei­

bracht. Jetzt haben die deutschen Katholiken ihr Verhältnis zu der werdenden grvtzdeutschen Rech­ten zu prüfen. Das Ministerium der Erfüllung hat am Grabe Srzbergers angekündigt, datz es keine Rücksicht nehme, bis auch die letzte nationale und wirtschaftliche Selbständigkeit uns genommen ist. (Psui!) Die Stunde ist gekommen, den Befreiungs­kampf gegen all das Llndeutsche zu beginnen, das über uns gekommen ist. (Stürmischer Beifall.) Diese Aufgabe kann nur eine über das formale Parteigetriebe sich erhebende grobdeutsche Rechte lösen. Die ganze Art der Katholiken zu denken und zu fühlen, müsste sie eigentlich instinktiv in diese grotze Rechte führen. Die Verschleppung der na­tionalen Entwicklung im 19. Jahrhundert erleich­terte daS Eindringen des französischen Einflusses in den katholischen Westen. Erzbergers Person war es nicht allein, die das Zentrum immer wei­ter nach links hlnüberdrängte, eine Entwicklung von unten kam ihm zu Hilfe. Sorgen wir dafür, datz die Entwicklung nicht durch den Tod dieses Mannes eine für uns unerwünschte Richtung nimmt. Wir hoffen, datz sich der Weg Sieger- Walds und der Weg Hergts eines Tages begegnet. Ich habe stets auf dem rechten Flügel des Zen­trums gestanden. Der Tod Erch-rgers hat mich zur Entscheidung gezwungen, denn die Entschei­dungsschlacht zwischen rechts und links steht be- .

vor. (Stürmisches Beifall.) Für die Rechte hat s tlektren Griesheim.

Märkte.

Der Kelterobstmarkt.

mc. Frankfurt a. M, 2. Sept.

Am Al»

21,77 21,83