Ausgabe 
3.8.1921
 
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®ertd)tsfooL

^tonffurter Sondergericht Frankfurt cl 'TlL. 1.

Für heutigen Verhandlung wurde der 3n- teeflagte Lehmann mittel» Tragbahre vom IllUersuchung-gefängni- nach dem Gericht-saal gebracht.

Die Ehefrau des Angeklagten Gilles bekundet «. a.. bat) sie gehört habe, bah Dynamitpatronen |um Fischfang im Main benützt worden seien.

Es werden dann die Zeugen vernommen, die Auskunft über die Dynamilentvenoung in Ikirtenftein geben sollen. Der frühere Staats­anwalt Dr. Maier, der die beteiligten Zeugen zuerst vernommen hat, sagt au-, daß der Verdacht sich aus den im neuen Erichstollen tätigen Weber lenkte der nach der Festnahme geständig gewesen sei, bat) er sich fortlaufend Patronen ungeeignet bade. Von dielen Patronen habe Weber dem C tied eine Anzahl überlassen Weber erklärt, bab ihm nicht- davon au- Frankfurt mitgeteilt worden sei, welche Vedeutung die Patronen haben sollten.

Au- der Vernehmung der Zeugen über die Spreng st ofsentweno ungen in Parten- fron ergibt sich auch dah die Perforieruna der Umhüllung ber Patronen Geheimzeichen enthielt, die eine genaue Feststellung ermöglichten. wohin die Fabrik die Patronenkisten sandte. Sin wer­terer Zeuge sand Im Garten de- Weber In einem Kasten eine Zigarrenkiste mit Iagdpatronen, Sprengstoff und Zündschnur, die er dem Staats­anwalt Dr. Maier übergab

Techniker Gottlieb Müller erkennt in einem bet Lehmann gefundenen Heft feine, RküllerS. eigene Eintragungen wieder, so in-besondere über Feldküchen, Benzintanks ufw. Diese Eintragungen seien von ihm während de- Kapp-Putsches auf Grund der Meldungen von Kurieren gemacht wor­den Es kam auch die Meldung. dah Rittmeister d. Reufville verdächtig fei, den Kappisten an- -ugehören. Um die- auszukundschasten, habe man zwei fpartalistifch gesinnte Studenten zu feinem Trupp gesandt, damit sie sich anwerden lassen soll­ten. Vie wurden gefragt, für welche Regierung sie kämpfen würden, woraus sie antworteten: für Kapp Da ihre glatte Erklärung auffiel, schränkten iie nachher chre Antwort dahin ein, dah sie für de siegreiche Regierung kämpften.

b. Frankfurt 2. Aug Der Zeuge Kauf­mann Friedrich M ü l l e r hat Im Herbst 1918 vom Reich-patentamt ein Geheimpatent aus einen von ibm erfundenen Sprengstoff erhalten. Rach- bem er sich mit seinem Verwandten Esch in Ver­bindung gesetzt hatte, kam eS in seiner Wohnung 8u einer Zusammenkunft mit einem angeblich russi­schen Major, der kein Wort Deu tsch sprechen konnte, und einem russischen Leutnant. Im Walde oet Bad Homburg sollten Versuche über die Güte de- Sprengstoffes vorgenommen werden. Als Müller dort daS Pulver mischte und seinen Rock ausgezogen hatte, war aitf einmal seine Be­gleitung unter Mitnahme der im Rock befindlichen Papiere. die die Erfindung behandelten, ber- sthwunden. Müller erstattete am nächsten Tag Anzeige. ®r traf dann den angeblich russischen Major, der sich al- Kriminalbeamter entpuppte, während der Leutnant ein Verbrecher namens Weidner gewesen sein soll. Dem Gericht liegt die Abschrift eine» Vertrage- über den Verkauf der Erfindung an die Militärbehörde der «tappe Mainz für 550 000 Mark vor. ES wird behauptet, bat) dieser mit der französischen Behörde abgeschlossene Vertrag eine von Esch gefälschte Unterschrift trägt waS dieser bestreitet. Der Zeuge Trißler bekundete, dah ihn Esch wegen der Erfindung im Gewerkschaftsbau- angesprochen und dabet geäuhert habe, sein Schwager habe so viel Schwaczpulver zu Hause, dah man damit das Polizeipräsidium in die Luft fvren- aen könne und den Hauptbahnhof dazu. Dem Zeugen waren für Vermittlung de- Verkaufs ber Erfindung nach Rußland 100 000 Mark ver­sprochen worden Landtagsabgevrdneter K n o t h al- Zeuge erklärte, dah nach dem 4. August 1920 keine K.-O. bestanden habe. Rur beim Kapp- Putsch sei eine Organisation in Tätigkeit gewesen.

Frankfurt. 2. Aug. Aus Antrag der Ver­teidigung wurden noch mehrere Zeugen dernom- men. Der Arbeiter Wilhelm Dender erklärte dah die meisten Meldungen in Lehmanns Buch über Autos, Tanks usw. von ihm fdbft stammten unb zwar gelegentlich des von ihm geübten Auf- Varungsdienstes beim Kapp-Putsch.

Kunz äußert sich noch einmal eingehender über seinen Aufenthalt in Rußland und besonder- über die russisch-pvlnische Front. Zum Schlüsse seiner Darlegungen erwähnt er, dah im Kapp- Putsch ein General die Todesstrafe über ihn ver­hängt habe, der General habe ihn aber nicht be» kommen können.

StaatSanwaltschaftSrat Ramin hielt bann sein Plaidohe r. Er vertrat die Auffassung, daß .Stuna ber geistige Organisator gewesen fei und charakterisierte bann daS Verhalten der Beschul- vigten die versuchten, ihre Aussagen abzufchwa- chen ober ganz zu leugnen. Auf den Zeugen laste ber Terror der Partei. Der Adjutant Feindt -scheine die Seele deS Berliner Unternehmens gewesen zu fein. Kunz habe sich bis mindesten- Hum 30. September in Berlin an ber ReichS- tellung der Kampforganisation beteiligt. Armbrecht war in ber Reichserekutive und damit ist er auch als Mitglied der K. O. anzusehen RlS Hauvkbeteiligter neben Kunz kommt in Frank- lurt Lehmann in Frage, dessen Buch bestimmt fortlaufende Rotierungen über militärische Machenschaften aufzunehmen. Dah dem Lehmann Dynamit ins HauS gelegt wurde, glaube er nicht. SS handle sich um ein Delikt, das in jeder Hinsicht die Staatssicherheit zu gefahren. Wenn ein Staat die im Innern be­findlichen schädlichen Bestrebungen nicht ausmerze, so gehe er zugrunde. Daher sehe er alle Vergehen, einen Staat zu erschüttern, als sehr schwer an. Der Staatsanwalt beantragt gegen Kunz, ber nicht aus niederen Motiven, sondern au# politischen Idealen gehandelt habe, drei Jahre GefangniS. gegen Armbrecht zwei Jahre Ge­fängnis, gegen Lehmann 2V- Jahre Zucht- bauß, gegen Herwegh.1^ Zähre Gefängnis: gegen Ritter, Bauer. Dousrain und Schwarz je em Zcchr Gefängnis, gegen Walter Helmboldt, Waßmuth, Faber, die lebig» «ch als Kuriere wirkten, je neun Monate Ge­fängnis. Gegen Weber und Frl. Sem bot h beantragt er Freisprechung, da ihnen Dynamit- Verschiebung im Sinne ber Verordnung nicht nach- Setoiefen sei

Kirche und Schule-

D. Mittel-Seemen, 2 Aug Zu seinem Iah res fest hatte der Zweigverefn Schollen Dee Gustav-Adolf-Siiftung diesmal un=

Ter Dorf ausersehen, Im Mittelpunkt ber Seiet (und Mülhausen sind 7«mzöstsche Truppen fott standen bie Ansprachen des Festredner«, Plairer 1 Hilfeleistung abderiufl

* j» * i .., i rw > h ..... a k i r h.i. /-v* > . t .. ____

Datum-.

Amsterdam - Notterd. 2475,- 2480,- 2512,45 2517,55

statt ber sämtlichen

Berlin

Abend- Abend- Schluß- Schluß-

Kurs Kurs

175.

422,

273,

598,

336,50 284,-

181,

166,

406

421.

640.

122,85

349,15

288,57

80,91

619,85

339,

342,

123,15

349,85

289,17

81,09

620,65

2.8.

77,50

890 -

410

340,50 343,-

124,)0 34h,65 294,45 82,78

627.85

Kurs

1.8.

77,50

899,60

408,-

341,-

243,75

295,-

558,-

268,-

613,-

290,-

67,75

350,-

Vermischtes

Brände.

Börsenkurse.

Frankfurt

176,- 152,84 546, 408,- 420,- 638,- 329,50 278.50 895,- 409,75 342,- 340,75 295,- 560,- 270,- 690,- 288,50

67,10 349,-

77,- 71,20 170,- 301,75 263,- 214,- 183,-

Kurs 2.8.

77,50 79,25 76,90 71,20

170,- 302,- 263,- 214,- 187,25 164/0

180,- 154,12 530,- 409,50 419,75 641,-

333,-

124,40

349,35

295,05

82,96

628,65

Kunst und Wissenschasl.

Saruso f.

Reapel, 2. Aug. (WTD.) Der berühmte Tenor Earuso ist heute morgen hier g e - storben.

Earuso, der In Reapel geboren war, Ist nur 48 Iahre alt geworden In Deutschland ist er während seiner zwanzigjährigen Künstlerlausbahn nur wenig aufgetreten. Seine Haupterfolge hatte der gefeierte Tenor in Amerika

599,40 600,60 609,35 610,66 1026,45 1028,551041,45 1043,45 1223,75 1226,25 1218,75 1251,25 1650,80 1654,20 1683,30 1686,70

Brügel.Antwerpen . Thristiania Kopenhagen Stockholm Kelsingfor« Italien........

London .....

NeuyorK

Vans.........

Schweiz Spanien Wien (altes). . Deutsch.Oesterr. . . . Prag.........

Budapest.

Bulgarien

Konstantinopel....

1.8.

77,50

Frankfurt a. M., 2. August.

Berliner Devisenmarkt.

Veld Brief Veld Dries 1. August. 2. August.

1331,151333^5 1351,601354,40 1043,95 1046,06 1048,95 1051,05

933 *9,27 9,13 9J7

101,90 102,10 102,45 102,75 20,62 20,38 21,17 20,23

Datum:

61, Disch. ÄriegsanL 4/, Disch. Reichsanl. 3/, Dtsch. <Jteid)sanL 4, Preutz Aonlolf Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconlo-Gesellschast Dresdner Dank. . . Nwionalbank f. D. . Mitleid. Creditbank. S.» Amerik. Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch.Gußstahlwerk . D.-Luxrmb. Bergw.. Gelsenkirch. Dergw. . Harpener Bergbau . Oberschles. Lisenb.-D. Oberschles. Eisenind. . Phönix.Bergb .Akt.. Bad. Anilin- u. Soda höchster Farbwerke. Llekrr.A.E.G Schuckert-Werke. . . Felten-Guilleaume, . Daimler .

Lud.- (Eifen®.. Akt. . Adlerwerse .

4*,'o Hejj.Sraalsaul. . titiüon Griesh«» <

fpd Fulda, 2. Aug Sin Schornstein von 115 Meter Höhe bei 3,5 Meter oberer Innerer Weite, der höchste in der Rhön, wurde dieser Tage auf der Gewerkschaft Helllgenroda In Dorn­dorf fertiggestellt und überragt als ein Zeichen fortschreitender industrieller Entwicklung das ganze Werragebiet Welch gewaltiges Mauer­werk ein solcher Schornstein darstellt. ergibt sich daraus, wenn man berücksichtigt, daß dazu nahe­zu 600 000 Ziegelsteine, 500 Kubikmeter KieS, 600 Kubikmeter Sand. 150 000 Kilo Zement und 60 000 Kilo Kall Verwendung fanden, ein Ma­terial. au dessen tßeförberung 330 Eisenbahnwagen nötig sind Der Schornstein wurde in der er­staunlich geringen Zeit von 60 Tagen gebaut.

Bietigheim (Württemberg >. 2. Aug. (Privattel.) Hier sind 8 Wohnhäuser und 4 Scheunen nicbergebrannt. Per Schaden wird aus 1 Million geschätzt.

B. Rieder-Bessingen 2 Aug. Gestern abend brannte unweit unteres Dorfes, nach Ober» Bessingen zu, ein Weizenhausen ab. Es liegt Brandstiftung vor. Durch zufäMg in ber Rähe wellenbes Feldschutzpersonal wurde ber Täter in seinem freve^aften Werk gestört, so baß, icht, nur ein Teil ver­

standen bie Ansprachen des Festredner-, B!

Vogel- Darmstadt. Im Festgottesdienft wie auch in ber im nahen Walde abg.-ballencn Rach­versammlung wirkte ferner her Gederner Kirchcn-

(8in Luther- Fund, ber in Conbon gemacht wurde, erregt dort großes Aussehen. Wie dem .Kunstwanberer" mitgeteilt wirb, wurde dieser Fund in ber Allanschen Sammlung reli­gio) er Traktate unb Bibeln gemacht. Bei der Prüfung der Sammlung, die von der »Londoner Bibliothek" erworben worden war, stieß der Schriftführer dieses größten Privatinstitutes feiner Art, Hagberg Wright, auf zwei alte Rlanustripte. In denen er die Handschrift Luthers erkannt ha­ben will. Ein Fachausschuß nimmt jetzt eine end­gültige Prüfung der Stücke vor. auf deren Er­gebnis man gespannt fein darf.

Handel.

Berlin, 2. A g. Börsenstlmmungs- bild. Infolge der am Devisenmarkt clngctre- lenen Preiserhöhung für auiUnbildje Zahlungs­mittel setzte sich heute zu Bertehrsbeginn die Auf- wärtsbewegung in den zu schwankenden Karlen gehandelten unb unliniierten Papieren bei teil­weise beträchtlichen Umsätzen fort. Der Kursstand erhöhte sich für bie führenden Montan- und 3n- dustrlewecte durchschnittlich um 57 Prozent. Bergmann, Kbln-Rvt .weil .r unb Lint-Hcsfm.inn erfuhren Kurssteigerungen von 1020 Prozent. In den zu Etuhettskursen gehandelten Industrie­weiten war ber Auftragseingang bei den Groß­banken, wenn auch gegen gestern etwas geringer, doch noch umfangreich genug, so daß auch hier die Mehrzahl der begünstl jten Werte weitere, teilweise erhebliche Kurserhöhungen eifubr. Im Großverkehr wurden die in den lebten -sagen f0 erheblich gestiegenen Kurie von der deiuss- mäßigen Spekulation unter Hinweis auf die kom­menden Steuervorlagen, deren Verösfenllichung in der nächsten Zeit zu erwarten ist, zu Reali­sationen benutzt, so daß sich der Preisstand teil­weise etwa- senkte. Am vchifsahrts-,Bauten- und Rentenmarkt stand der Verkehr wesentlich hinter dem auf anderen Gebieten zurück. Die Kursveränderungen waren hier belanglos.

Frankfurt a. M., 2. Aug. Börsen- stimmungsbild. Der SinhettSmai k der 3n- Duflrtcattten zeigte auch an ber Abenbbörse eine urtDcrminberte Geschästsbelebuna. Die gegenwär­tige Bewegung ist zu sehr mit Dem Devisenmarkt verwachsen, WaS infolge der Aufwärtsbewegung auf diesem Gebiete begreiflich erscheint. Es waren wieder verschiedene Spezialwerte stärker gefragt Unter piberem blieben gesucht Gebrüder Zung- hans, zirka 350 genannt. Rege beachtet waren ferner Löhnberger Mühle, Zementwerk Heidel­berg, Süddeutsche Drahtindustrie. Zuckersabrik Offstein. Im freien Verkehr war das Geschäft sichtlich ruhiger. Maschf. Luh-Darmstadt 320, Gebr. Fähr 453, Reckarsulmer 408. Wolf-Duckau 450 448, Phönix Bergbau setzten ihre Aufwärts- bewegung fort. Rheinstahl mit 610 etwaS schwächer, Oberbedarf und Earv befestigt Scheide­anstalt zogen auf 715 air fönst sind chemische Aktien wenig boachtet. Zellstoff Aschaffenburg 820, Rohrenkessel Dürr 510, stellten sich 9 Prozent höher! dagegen büßten Gritzner Maschinen mit 604 20 Prozent ein. Bergmann-Werke 350347, Lahmeyer 273,50 gehandelt. Del regeren Um­sätzen wurden Hapag mit 181 gehandelt. Schan- tungbahn lagen im Angebot 518. Der Schluß gestaltete sich feft

gesanoverein mit. Gesänge des Shors und der Gemeinde wechsetten mit Ansprachen des Der» einsvorsihenden, des Rechners, sowie des Orts- aeistlichen ab. Freiwillige Gaben zum Besten dreier evangelischer Diafporagemeinden Hessens wurden gespendet.

Wandern und Reisen, Bäder.

= Schlitz. 31. Juli. Die Zugendgruppe Laubach des D. H. E. stattete gestern und heute dem hics.gen B. H. (&.-;,tovigt>eiein einen Besuch ab. Ucber 100 jug.'nd.iche Laubacher Wanderer kamen von Lauterbach über den Steinberg ge­stern abend hier an und sanden bei den hiesigen Älubmttgliebecn gastliches Quartier. Abends wurde Im Guntrurnschen Saal ein stark besuchter .D e u t s ch e r A b e n d' veranstaltet. Heute lern­ten die Laubacher auf einem Rundgang die Se­henswürdigkeiten unseres aüertüm!ld>cn Städt­chens kennen. Gin erfreulicher Erfolg des Lau­bacher Besuchs ist bie (Srünbung einer Zugend- gruppe Im hiesigen V. H. C. Nächsten Sonn­tag wirb vom hiesigen Zweigverein bas alther­gebrachte Sisenberafest gefeiert, woran die Gelangvereine Laubach und Felda teilnehmen werden.

Lauterbach 31. Huli. Der Zweigverem deS D. H. 6. beging seinen vor 40 Zähren er­folgten Grünbungstag burch eine schlichte (8rinne- rungsseier.

Aus dem Amtsvcrkündlgungsblatt.

** DaS AmtsverkünbigunaSblatt Rr. 111 vom 2. August enthält: Gebühren für amt-tierärztliche Dienstverrichtungen. Beurlau­bung beS Medizinalrats Dr. Walger. Straßen­sperre

Die Gebühren für a m t - t i e r ä r z t- ltche Dlenstverrlchtunaen. Mil Wirkung vom 15. August 1921 wird bestimmt: Alle amtS- tierärzlllchen Verrichtungen, die auf Grund von Vorschriften des Reichsvlehseuchengeseye- vor­genommen werden, sind als Dienstgeschäfte der be­amteten Tierärzte zu erachten. Die Gebühren für diese amtstierärztlichen Verrichtungen sind nach Tarif zu berechnen und von den Pflichtigen sofort zu erheben. Die Vereinnahmung zur Staatskasse hat durch Verwendung von Stempelmarken zu ge­schehen. Von dieser Erhebungsart kann jedoch mit der, von Fall zu Fall auf Antrag zu erteilenden frefonberen ministeriellen Genehmigung abgesehen und Einziehung der Gebühren Dura) Vermittelung der Beztckskassen und Unlererhebestellen angeord­net werden. Den beamteten Tierärzten, sowie den zu deren Vertretung etwa verpflichteten prakllschen Tierärzten ist eS nicht gestattet, Zahlungen für amtStie.ärztliche Verrichtungen entge^enzunehmen, ohne gleichzeitig Stempelmarken in tarifmäßiger Höhe zu verwenden.

Kreisarzt Medizinalrat Dr. Wal­ger ist vom 1. bis 13. August beurlaubt Ver­treter: Amtsarzt Dr. Schüppert, Ludwigstraße 45, Telephon Rr. 1284.

D l e Sperrung der Kreis st raße .LindenstruthGrünberg" ist wieder aufgehoben worden.

Die Ahr ohne Wasser.

fpd. L i n - Q. 2. August. Die Ahr ge­genüber der Stadt ist vollsländta auSgetrock- net, eine Erscheinung, wie tte bisher noch nicht beobachtet worden ist. Leider ist dadurch der reiche Forellenbestand vollständig ver­nichtet worden.

brannte. Der Brandstifter, der in Richtung auf Ober-Defsingen floh, konnte leider nicht ergriffen werden

Im Dvminialwalde Königstädten wurde duoch den Leichtsinn abkochender Ausflügler eine Waldfläche von 50 Morgen durch Brand vernichtet. Gin Ausflügler- weigerte sich, an der HilfSarbeit teilzunehmen, im Gegenteil, er stellte feinen Photographenkasten auf und versuchte den Brand auf der Platte festzuhalten. Die Rettungs­mannschaften nahmen dem jungen Künstler den schwarzen Kasten weg und ließen ihn so lange Mitarbeiten, bis das Gesicht genau so schwarz war wie die Innenflächen ber geliebten Kamera. Ein Grohfeuer vernichtete bei H 0 m b er g in der Pfalz dreiBauernhöfe, wobei den Flammen fomtliche Getreidevorräte zum Opfer fielen. Durch Funkenauswurs ber Kleinbahn gerieten bei Katzenelnbogen Mittelfischbach. D.imSrrth unb Rettert verschiedene Kornfelder in Brand. Der angerichtete Schaben ist erheblich. Ebenfalls buvch Funkenanswurf wurde im 6labt* Wald bei Hachenburg eine größere Fläche zerstört. Hirtenknaben zündeten bei Buben- hausen ein Feuerchen an, durch das ber Jung­wald am Marberg in Flammen aufging

Saarbrücken, 2. Aug (Privattel.) Die Saarbrücker Ztg." meldet aus Mülhausen, daß ein gewaltiger Waldbranb in b en Vo­gesen ausgebrochen ist. Der Waldbrand erstreckt sich über den ganzen Bergrücken bis zum Hart- mannswellerkopf. -Per ganze Wald bildet ein ungeheures Flammemncer unb erleuchtet nawts bie Rhemebene taghell. In dem während des Krieges durch Granaten gespickten Gelände er» folgen fast ununterbrochen E-olosisnen so daß j die Feuerwehr völlig machtlos Don Allütth

Mhm:

8und) . . . mfterbam

Kopenhagen

fBien . . . London . . Pads . . . NeuyorK. .

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........Fr 125,43 »L 59,2) Är 88,9) ........Ar 117,4) Ar. 88,8) Ar 117,88 Sh. 97,8) ........Fr 125,40

........I 23,83

l.t 2.7

7,55 7,32

4,03 fl|

8,40 8,20

6,10 6,05

-1-1194.- 5,24 16,25 16, 1,24 1,21

Schweizer

100 187.50

7.475 0.69

100 TMl -

100 At. =

Wechsel auf «»Hand »utschlantz Ölen .

Züricher Dedlfenmarkt.

2. 8.

Prag 100 Ar. 7.6O peri» 10» Fr. 46.55 London 1 Z = 21.75

Italien 100 L. 25.90 «rüffel 100 jr. 44.90 Budapest . 100 Ar 1.66

NeuyorK. ..... 100 S e 610.-

Ägram. ....... 100 Ar. 3.49

Bukarest ..... 100 ß. = 7.55

3.8. Franke» 18ii. -

0.676

7.65 46.94 21.70

25.80

41.85

609.- 3.40 7.00

lIn einem Teil der Auflage wiederholt.) DaS Schicksal des Kabinetts Wirth. Hamburg, 2. Aug. (WTB.) Die .Reue Hamburger Zeitung" veröffenllicht eine Zufchrift von führender parlamentarischer Seile, In ber zur Frage des Rücktritts deS Kabinett- Wirth Stellung genommen wird. Unter Beru­fung auf die bekannten Aeußerungen des Reichs­kanzler- und des RcichSjustizminister- Dr. Schiffer Itelll die Zuschrift fest, dah «Ich da- Mintstenum vollständig klar über die Rotwendigkelt deS Rück tritt- sei, fall- es in der oberschlesischen Frage und in der Angelegenheit der Sanktionen keinen Erfolg erziele. Es wird hinzugefügt, da- Parla­ment teile in seiner übergroßen Mehrheit Den Standpunkt der Regierung unb werbe nicht- tun, um bie Konsequenzen hlntanzuhalten, bie die Re- !|krung selbst zu ziehen entschlossen sei. Wörgich »eiht es banö Von ber Sntscheibung für Ober- chlesien unb bie Sanktionen hängt also da« Schick- al deS Kabinett- Wirth, das Schickfal Deulfch lands und barüber hinaus das Schickstil eines gro­ßen Teiles der Well ab. Diese Entscheidung wurde eine vernichtende Wirkung aber nicht bloß aus- üben, wenn sie zu Ungunsten Deutschlands und der Gerechtigkeit erginge, sondern auch, wenn sie ganz ober zu einem wesentlichen Teile hinaus- flc^ngcrl würbe. Eine weitere Verschleppung, sei es durch Verschiebung der Konferenz ober burch Internationale Verwaltung des Industriegebiete« unter Aussetzung der endgültigen Zutellung wäre ebenso unerträglich tote eine positiv ungünstig« Entscheidung.

Sine pazifistische Stimm« zmn Rheinland- Problem.

Brüssel, 1. Aua. Die Presse bespricht ein Werk deS Brüsseler Uniberfi- tätSprofessorö Leclaire, das unter dem Titel ,.D l e w e st l i ch e Frage" er­schienen ist unb In seiner Stellungnahme zur Schaffung eines selbständigen RheinlanveS großeö Aufsehen erregt hat. Auf historischer Talsachenerklärung kommt der Verfasser zur Ablehnung eine- autonomen Rheinlandstaa» tes, betont vielmehr die Notwendigkeit einer pazifistischen Politik gegenüber Deutschland. Auch das führende Blatt der Liberalen, der6 0 t r", hält die Möglichkeit der Derwtrlltchung eines autonomen Rhein- staate- für sehr zweifelhaft, zumal die Politik Lloyd Georges Deutschland den Rücken ge­stärkt habe.

Die britische DesahungSzone am Rhein.

Köln. 1. Aug Wie die .Rhelnifcke Zeitung" aus zuverlässiger Quelle erfährt, wird die bri­tische Desatzungszone Im Rheinland, die seit einiger Zelt teUtoelfe unter französischer Be­satzung stand, in vollem Umfange wieder hergestellt werden. Köln und Bonn werden wieder ausschließlich britische Besatzung er­halten. Sin Teil der Stadt Köln toar bekanntlich bisher von den Franzosen besetzt gewesen.

Sin letzter Versuch der sranzösischen Kunst- fropaganda.

Aug. Mit Wirkung vom L August ah hat die AuSsteUung-leitung der französischen KunstauSstellun g I n Biebrich die Erhebung jeden Eintritt#- gelbes beseitigt. Ss ist zweiselhast, ob mit Dieser Maßnahme ber klägliche Mißerfolg der französischen Kunstpropaganba beseitigt werben kann.

Dl« mißliebigen Aufrufe.

fpd. ® ronberg, 1. August. Am Freitag morgen erschienen vor der Dürgermeisterei Dronbera im Kraftwagen zwei französi­sche Offsziere, um am schwarzen Brett die Aufrufezurvberschlesier-Spenbe abzureißen. Mit otesen Siegestrophäen lleladen, traten sie den Rückweg nach Röntg- tein an. Der Feinb leistete keinen Wider- tanb.

SiegtoMeu ber Angora-Türken.

Angora. 2. Aug. (WTB.) Die große tür­kische Rattonalversammlung hat In feierlicher Sitzung sich bafür erklärt, den Krieg bis -um endgtltigen Stege forizusehen. ber allein bie Verwirklichung ber nationalen Ve flrebungen gewährleiste. Sie gab der Regierung unbeschränkte Vollmacht in dieser Hinsicht. Die Regierung erklärte sofort, baß sie bie Mobili­sierung fortfetzen unb sich aur einen Winter» felb - ug einrichlen werbe. Diese S-klärun- tourbe von der Versammlung mU Beifall aus­genommen, bie fernerhin beschloß» keine Inter­vention ber alliierten Mächte vor enbgilttger Be­endigung des Kriege- zu erbitten.

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