Ausgabe 
3.2.1921
 
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Der Widerhall in der deutschen Volksvertretung

als

Frankreich und Bolen.

Pari-, 3. Febr. (DTB ) Am Tage her Ankunft des polnischen StaatSchef-, Mar­schall P i l s u d s k i, wird aus Anordnung deS llnterrichtSministerö in allen Schulen Frankreichs eine Stunde polnischer Geschichtsunterricht gegeben.

Neuwahlen in England?

London, 2. Febr. In unabbänaig-Iibe* raten Kreisen glaubt man, daß im kommen­den Frühjahr oder Anfang Sommer Neuwahlen zum Unterhause stattfmden werden. Nach derMorningpost" sollen ine Wahlen allerdings erst im November statt- finden.

Ein Gefecht in -rordwestperfien.

London, 3. Febr. (WTB.) Reuter mel­det aus Teheran: Ein Trupp der Bolsche­wisten griff die Borlruppen der bri­tischen Streitkräfte in Nordwest­persien unter General Jronside an. Die Engländer unternahmen einen heftigen Gegenangriff. Sie machten 27 Gefangene, er­beuteten 2Ma'tzhinengewehre und töteten 12 Bolschewisten. Tie Engländer hatten keine Verluste. Die bolschewist scheu Gefangenen er­klärten, daß sie zur Borhut der bolschewisti­schen Persienarmee gehörten.

Präsident Sarding.

London, 3. Febr. (DTB.! Aus Va shingwn wird gemeldet, daß Präsident Harding Ailion ersuchte, zum 4. März, dem Tage der Einsetzung Hartungs in sein Ami, eine Sonderragung des Senats ein- zuberufen.

Französische Marschälle.

Paris. 2. Febr. (DTB. Die derMa- tin" mitteilt, sollen die Generäle Franchey d'Espera», Fayolle und L Y a n t ey zu Marschällen ernannt werden. Bon Gene­ral Castelnau sei die Rede ge^sen. Tte Entscheidung hierüber habe der Muusterrat ocrtchoben.

Senn, unb Aierlaos »»»«Nicht Ve'»S'0"!se: M». «.22 et«lchl Trlccr- lohn, durch kU-Post Tth. 6 em chl. Sestellgek MUeSfort-U»Id>ace Mk 5 50 eW<)l Träger, tohn, durch - Post Mk. 635 etaschl. AesieLzelZ. ^ernsprech-AnschUlfie: ftirbwSd)rifil<iiung 112; Terlag.eeid)i|tsfuat5l. Lnlchdfi für T ' mach- ndjten: Tlnxrlett »letzt».

Petl^e diente:

Srewftert a. M. 1161#»

lichen, be sse re Aussichten erö'men können, sic die Pariser Konferenz eröffnete.

brüsk angrbrobten Zwangsmaßnahmen der En- enteieflürungcn Kcnnmis Der Landtag ist mit dem Reicksminiftrr des Aeußrrn der Ansicht, daß diese Bedmgimgen keine Grundlage zu Ber- handlmigTn u d einer Berstw bim ng I x den rönnen. Gchon Ine teilweise Erfüllung dieses Diktates ist unmöglich: sie schntert an der wirtschast- licken und finanziellen Ohnmacht Deutschlands. Tie hoben Ausfuhrzölle würden die deutsche In- buftrie ewig lcchmlegrn Wir in Sachsen hoben erst rtdM Uriadz. gngen dieses Diktat zu protestieren. Unsere 3itbuftrie und unsere Arb'ilerickaft sind mehr als in den übrigen Teilen des Reiche- auf die Ausführ angewiesen. Die Durchführung der uns angrdrohten Mosinahmen würde Sachsen und seine Jnduslrübevölkerung besonders fdm>?r treffen. Ich glaube mch mit der Kammer im Einverständ­nis Mi befinden, wenn ich namens derselbe:! den schärfsten Pwtest gegen ein solche- Diktat und gegen solche Forderungen auS'p.eck< Die Er­klärung wurde allseitig mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Daraus trat die Kammer in die Beratung der Tagesordnung ein.

Karlsruhe. 2. Febr. >Wolfs.) Im Land­tage gedachte heute vor Eintritt ui die Tages­ordnung Präsident Kovk der niederschmet- kernden Situation, in welch; das deutsche Volk durch die Erklärungen bezüglich der Reparation ge­langt ist. Was dem deutsche! Dol^ in dieser B> uehuna zugemutet wird, gebt hinaus auf die dauernde Versklavung und wirtschaftlich' Zer­schmetterung mindestens auf ein Jahrlundert Es ist nicht die Aufgabe des Badischen Landlugas, dazu Stellung zu nehmen, aber ich glaube, es entspricht doch aller unterer Meinung und Empfindung, baß auch an dieser Stelle entschxdn Protest gegen die ungeheure Zumutung eingelegt wird, die das deutsche Volk niemals annehmen kann. (Zustim­mung.) Wir haben uns viel gefallen lassen und werden uns viel gefallen lassen müssen, aber sich selbst zu vernich en, bas kann dem deutschen Volk nicht tu gemutet werden Wir haben heute die Derhandlungen bei Reichstages gelesen. Der Mi­nister des Äeußern, Derr Dr. SimonS, bat in feiner männlichen, entschiedenen und fachlichen Abweisung aus unser aller Herzen aeforvchm. Wir stehen in dieser Hinsicht ganz bintrr der deutschen Regierung. (Allseitige Zustimmung) Einigkeit soll uns alle beherrschen, aber auch männlich entschiedener Stolz, der es uns nicht gesta'tet, milluwicken, das eigene Grab zu schaufeln. Wir hoffen, daß das deutsche Volk trotz aller nteberfdimeHeroben Qnrigifif fVH doch noch behaupten wird. (Zustimmender Beifall.)

Stuttgart, 2 Febr (WTB.) Im Landtag hab heute Präsident Walter eilte Erklärung ab in der es heißt: Der Oberste Rat in Paris hat in seinen Dcschlüs- sen Forderungen ausgestellt, die mit ihrer unerhörten Höhe und Grausamkeit ein ge­radezu lähmendes Entsetzen hervorge- rufen haben. Diese Forderungen zu erfüllen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Sie bedeuten die Vernichtung der Eristenz des deutschen Volkes, die Sintanbaltung des Wiederauf- baus des deutschen Wirtschaftslebens und die Anlegung unerträglicher Sklaven fesseln über ein Menschenalter hinaus. Ein solches Ska- venjoch müßte dem deutschen Volk alle Lust und Freude an feder Betätigung von vornherein nehmen. Glaube und Hoffnung auf eine bessere, erträglichere Zukunft wären auf immer vernichtet, ebenso die Hoffnung auf eine Versöhnung aller Völker. Ge­schlossen und einstimmig lehnen deshalb alle deutschen Stämme und Länder das Verlangen der Entente entschieden ab.

General-Anzeiger für Oberhessen

Dmd uns Verlag: vrßhl'sche UntV.vich und Steinlridtrei 8. Lange. Schriflleitnng, Sefchäftrftelle und vrockerei: 5chu!straße 7.

Die Äritif -tmerika».

Paris, 2. Febr. lWolfs.s Wie Pertinax imEcho de Parts" mitteilt, findet das Pa­riser Abkommen gewisse KritikeninAme- rika : 1. weil es oen Friedensvertrag von Versailles verletze, indem es die Zah­lung auf 42 Jahre verteilt: der Friedensver­trag von Versailles habe auf direkte Beein­flussung des Präsidenten Wilson die G r e n z e auf 30 Jahre festgeseht: nur die ge­genwärtige Generation solle leiden, habe Wil­son erklärt, 2. sei man gegen das K o n t r oll- recht der Reparationskommission über alle Finanzoperationen der deutschen Regierung und schließlich gegen die 12prozentige Ex p o r t st e u e r, die notwendigerweise die Handelsbeziehungen aller Länder mit Deutsch­land beeinflussen würde, einschließlich derer, die das Abkommen nicht unterzeichneten. Per- tinar gibt zu, daß die Reparationskommission einschließlich des offiziösen Vertreters Boy- den am 27. August gegen die Verringerung ihrer Machtbefugnisse protestierte. Er gibt fer­ner zu, daß die Engländer am vorigen Frei­tag die Steuer um Prozent erhöht, aber die Entschädigungssumme um 70 Prozent herab­gesetzt haben. Pertinar gesteht, daß bei einem Steigen des deutschen Kurses der deutsche han­del einer äußerst kritischen Verminderung aus­gesetzt sein könnte.

Hetzereien desTemvs".

Paris, 2. Febr. (WTB/ TerTemps" Mögt in jeiaem heutigen ßtixartüd im Lu-

dem Zlcicbt.

Abbau der KriegSgefellfchosten.

Berlin, 2. Febr. Der Abbau 6 et Kriegsgesellschaften macht, wie in der heutigen Sitzung des Ausschusses zur Prüfung der Knegsorganisatwnen mitoeteilt wurde, erfreuliche Fortschritte. Die Zahl der Angestellten geht ständig zurück und beträgt beim ReichswirtschaftSministerium 1400 gegen 4747 im Vorjahre, RnchSernährungS- minifterium 6W6 gegen 10 125 im Voriahre. Ein Entwurf betr. Auflösung noch bestehen­der Gesellschaften und Ueberhraflung iyreS Bermögens an daS Reich fei in Vorbereitung.

Ein löblicher Doh'aufruf.

B e r l i n , 2. Febr. (WTB.) Der Vorstand der Deutschen Demokratischen Partei erläßt einen Aufruf, in dem mit Rücksicht aus den Ernst der äußeren Lage die Wähler aufgefordert werden, in der beginnenden Wahlagitation für die preußischen" Landtagswahlen sich jeden verletzenden Angriffe- gegen eine andere Partei zu enthalten, um die Einheit und Geschlos­senheit des deutschen Volkes zu wahren.

Kundgebung der christlichen Volkspartei vnd der Rhein. Voltsvereiutgung.

Köln, 2. Febr. Die Ehristliche BofHrcrtet und bie Rheinische Bo lksve reinigt! na verZistnt- licken eint Erklärung, tun ihre Bemü ungen, eine Völkerversöhnung anzu" atmen imb tm Westen eine Brücke zu bauen, durch die Beichlüst der Pariser .lonferen» endgüliig Vernichter wswen fmb. Für alle deutschen BolkSstämme könne es letzt nur mehr eine Losung geben: Fort mir allem inneren Zwist! Stärkung ver Reicksregierung, hinter der dar gemimte deutsche Voll stehen muß. AuS freien ÜrtitH gingen heraus stelle die Partei den jer tm Gang fr- finblichen Sahlkamp' der Parole ..Los von Preußen!" hiermit ein D« Anhänger ber Partei werden au'gcsocderi, bei den Preusenwahlen sich ber Stimme zu enthalten.

Lberschlesien.

Berlin, 2 Febr. (WTB.) Die ober- schlesischen Bergarbeiter Hoben die Arbeitgeber aufgefordert, eine sofortige 3Ovrd-. Lohnerhöhung eintreten zu lassen Man hofft, daß die Verhandlungen, die alsbald beginnen, ein befriedigende- Er­gebnis haben werden

-ommunifti'che Putfchpläne

Magdeburg, 2. Fkbr. (WTB.) Vom Magdeburger Polizeipräsidium wird gemel­det : Ko m m uwi-stsTch^n Putschplänen sind die Behörden in S1 en ihr f «uf die Spur gekommen. Es handelt sich um einen Putsch, ber in den nächsten Tagen in Stendal vor sich gehen sollte. Durch die Ermittelungen ist eine ganze Reihe von Personen in Stendal belastet, o daß ihre Verhaftung angeordnet werden mußte. Spuren führten auch nach Magdeburg zu oem Lommunistenführer Albert Vater, dessen Verhaftung gleichfalls erfolgt ist, weil sich bei der Durchsuchung des Bureaus der K. P. D. belastendes Material vorsand. Die Verstöße richten sich gegen die Verordnung des Reichspräsidenten vom 20. 5 1920, die die Organisierung militärischer Verbände unter schwere ©traten stellt.

Faschingsfeierverbot in Bayern.

München, 2. Febr. Der Ministerrat hat beschlossen, daß vom 3. Februar ab alle 2u£bazfciien eingeAettt werden.

Reichstag kamen gestern die Parteien zu Sorte. Es gab keine Ueberraschungen Aber die Tagung verlief würdig und eindrucksvoll. Der Abg Schiffer sprach für die Re­gierungsparteien in ruhiger und sachlicher An- 1-hnung an die Ministerrede des vorausge- gangenen TageS. Zu der sachlichen Darle­gung der Unmöglichkeit, die Pariser Zumu­tungen auSzuführen, weil sie weder mit der Ehre unseres Volkes noch mit irgendwelchen RcchtSsätzen in Uebereinstimmung zu bringen sind, sand Schiffer aber auch Worte des Schmerzes und der Empörung, die in der Rede des Herrn Dr. Simons durch fachliche und politische Absichten ziiruckgedämmt worden Warrn Die Rede Schiffers ließ den Geist Wit t «u fübrunfl d'S Frieden^vertraas mit Diel leicht nicht ganz zeitgemäßer Biederkeit zum Ausdruck kommen. Indessen stieg seine Rede doch auch wieder zu einer würdigen Höhe des BolkSempfindens emvor, als er vor weitergebender Schwächung der deutschen Widerstandskraft warnte, da sie die drohen­den Gefahren des Bolschewismus noch stärke.

Der sozialdemokratisckk Abg. Müller - Franken formulierte daS Urteil seiner Partei in einer wirksamen, der Regierung zustim­menden Weise, an der sich nichts aussetzen läßt. Gerade weil in den furzen Worten die ganze Unmöglichkeit und Rechtswidrig­keit deS Pariser Vorgehens verankert liegen und weil der Redner ausdrücklich erklärte, eine beuffÄc Regierung, die bereit wäre, solche Vorschläge für ausführbar zu erklären, werde sich nicht finden, ist diese sozial- demokra tische Kundgebung für das Ausland von größter Wichtigkeit.

Aber auch ber Redner ber Deutsch-natio­nalen, Abg Hergt, nimmt im Chor der gestrigen Redner eine hochragende Stellung ein, die im deutschen Bolle gerade darum, bie toeügefambftr Beachtung finben wird, weil er frei und frisch bie innerste Erregung über die nationale Unbill, die unS wider­fährt. zum Ausdruck bringen konnte Freilich, feine Kritik an der Rede des Herrn Dr. SimonS darf man nicht ernst und wört­lich nehmen, denn der Staatsmann mußte anders sprechen als ber parlamentarische Füh­rer. Weder als Grundlage noch auch nur als Anhaltspunkt zu künftigen Verhandlungen dürften die Pariser Vorschläge dienen. Wolle bie Entente die Forderungen mit Gewalt durchsetzen, so zerreiße sie mit eigner Hand den Versailler Vertrag. DaS deutsche Volk wolle lieber ein Ende mit Schrecken als einen Schrecken ohne Ende.

Während die Herren Ledebour und Dr Levi zwar ebenfalls der Entente keine Handhabe boten, ihre Dünsche mit dem Bande des Optimismus zu schmücken, haben die beiden Unentwegten eS nicht unterlassen kön­nen, in ber wichtigen Stunde ihr spärliches imb dünnes Parteisstppchen zu kochen. Aber der Reichstagspräsident konnte mit seiner Schlußansprack>e darüber hinausgehen, indem er die unumstößliche Wahrheit feststellte, daß die Entente sich nur schlimme und ent­täuschende Tatsachen ersparen könnte, wenn sie ihr Programm fallen ließe. Er Warnte die Gegner am Festhalten ihres naiven Glau­ben- an die Unverwüstlichkeit der deutschen Arbeitskraft. In seine Warnung mischen sich, wie an anderer Stelle ausführlicher berichtet wird, weiterhin die Stimmen wichtiger Fak­toren und Korporationen der gesamten deut­schen Politik. Mögen sie draußen bei den Böllern rechtzeitig Gehör finden! Der beut' schen Regierung aber bleibt nun die Pflicht, in zäher, ausdauernder, aber auch charakter­voller und unbeugsamer Arbeit die Dege anzubahnen, die Dr. Simons angedeutet hat.

Kundgebungen in beutWn Canötagen.

Braunschweig, 2. Febr (Wolst.)'Bei Er- öfhnmg deS Landtags erklärte bn Präsident We,sel: Ich gCaubc im Sinne des Hames zu sprechen, wenn ich erflärt, datz^die braunschweigische Londesvcr:aminlung in den Forderungen der Eu­ren te dn- Absicht der Bersllaoung de-S deutschen Volkes und den Ruin der beun<hc.i Wrrtsckost er- blickt. Dir erwarten, datz die Reichriegiermig auch ferner mit ruhiger Besonnenheit dre Verhundlun- gen fortfichrt, und stellen unS geschlose.i dimer mrc (rrhärurg. Wir roünkfjen, ein fre tes V o 11 aut freier vscholie zu sein, rxe Erklärung wurde mit leb'aftrm Biavo e tge^mgeijmmen. Dem fomrnu.üftiidxn Al^eardneren Zrevers wurde mit Zustimmung des Hauses das Wort zu em er Gegenerklärung verweigert. Das Laus gcuebmi iie den Etat des Landtages und der Finanzverwalrung und lehnte den E ar des Landesarbeirerrates ab.

Dresden, 2. Febr ^WTB.) In der heu­tigen Sitzung des Landtaaes füfrre Präüoent Fraesdort vor (Sntriti tn die Tagsord.amg ii a. folgendes aus: Das sächsische Volk und'em Landtag nehmen mit unbeschrerblicherEnt- Wüstung von bai Zahllmgsbrdvigmigett und ben

f*r bie

«ach«mag vorder oho« lebe BerbindlichaeU. Prtls |*r l W h»' leutgta e. S4 mm ®rette tzni ch 35 PIm aueelrt* 45 Pf.: für Reklame. Aazetgett von 70 mm Breue 150 Pf Sei PW vorfchnh VT , Aauptt*ri1tletter: Amg. Koetz SeranteorUi^ für Telitib A»g. Doetz: für ben übrige* Zeil: Dr. Sunbolb für bew Snjeigentfil. ty Sech,

Erster Blatt 171. Jahrgang Donnerstag, 3. $ebniar 1921

GietzenerAnzeiger

schluß au eine Betrachtung über bie gestrige Rede deS Reichsrninisters Dr. Simons auf Grund des Artikels 270 des Versailler Der- träges vor: 1. daß die alliierten Regierun­gen sofort in ihrer Besetzungs^one Besitz von den deutschen Zollein^tahmen am linken Rheinufer nehmen: 2. durch eine Zollgrenze das besetzte Gebiet von dem nichtbesetzten getrennt wird, und daß endlich 3. die alliierten Regierungen unver- züglich etn Zollregime für das besetzte Ge­biet ausarbeiten. Deutscherseits schlage man vor, erst zu reben, berTemps" schlägt vor, zu hanbeln.

Dertaguna der Vruffe'er Konferenz?

P a r i s. 2. Febr. (Wolst) Dir Zeitungen erblicken in der Ab leise des Füh ers der bcutidxn Sachverständigen aus ber Büsseler stonfeieiz, Bergmann, eine Bestätiguno, daß diese Kvn- feienz vertagt weiden soll. Vor seiner Abr.ise habe Bergmorm, wie dosEcko de Paris" berichtet Unterredungen mit versänedener Persönlichkeiten Dom Ouai d'Orsay gehabt. Dis Blatt will wissen, daß deut icke Delegier^' darauf goruig n lallen, daß die aus den 7. Februar anberaumte B üsseler Kon­st renz auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werde mit Rücksicht aus die kurze F ist, die zwiich-n ihr und der Londoner Kvnfevenz liegt*, auf ber tpc ^rage der Reparationen in Gegenwart der deut- cken Sachverständigen endgültig genradt iverdm oll. DerPetit Parisien" schreibt: Nach 2lniick)t der deutschen Sachverständigen ist eS schwer, die Mvdalüäten einer Zahlung zu erörtern, bevor man sich nicht über die Zahlung selbst ins Einvernehmen gesetzt bat. Tie BrüsselerKonserenz könne also erst nach der Londoner stat's nden, auf der btc bcutid?cn Bertveier bi-* Einzelheiten dieser Frage zur Erörterung bringen wollen Ta die Londoner Konferenz i-id* vvr dem 28. Februar die Prüfung ie. beutidm Ange egenh üenii> g.nrcn werde, würde die Brüsseler Konsereni wenigstens bis »um 8. ober 9 Mar^ zu vertagen kein. DerPetü Parisien" meint, daß sich über bi'ic deutsche Aufsaskmig wohl spretlren lasse, denn die Pariser Konstrenz habe daS ©Duem ter fünf Dn- nuiten, das Bergmann angenommen Hobe, nicht verworfen, es im Gegenteil in einem erweiterte Svstem mit einbegriffen, das die ganze Frage der deutschen Schuld>'e. Dis batten die Teutfdym oerabc gewollt, ali ste bie Feslletzung eurer Dau sckia.su mme cerlanqtcn. Eines ki klar: daß die b.*u scheu Sachverständigen sich sickerlich nach den Jnstrukttonen des Tr Si­mons richten und streiken würben, unb bas fer der Beginn ber Obstruktion gcaet bie Ent- scheibungen ber Konferenz Da) D at sieht vor­aus, dog die Deutschen auch fn London wie tn Svoa das R«t-t bswispruchTn würden, am grünen Tisch unb aui glcifiem Fuß Prrn>iprenllaien zu diskutieren, d h die Ei't'ckeidnngen von Pi^rs wieder in Frag' zu ftrKet. Dren* Älbstckt habe auch Dr Simons im Reichsäg klar zum Aus­druck gebracht Tas , Petit Fournal" ist der An­sicht, daß es dos gute Recht bei deutschen fRcgenr^g fei, Gegenvorschläge zu rra ien. Ter Versa ller Verllvg ermästige Teut tbfanb bis zum 1. Mai alle ihm nützlich erschnnenben Ein- würst und Demerkm-gen yi mafe *, anderene ts aber verpflichte der Vertag in keiier Weik dre akl irrten R g enmee-, btc deutschen Etnwendnr- gen zu diskutieren. Ste können da über unter sich beraten und ihre Tnllllxidung dem Parier Kabi­nett zur Kemtll'iS bringen T<r5 ki d e in Svaa angenommene Metfwt«, und Deutschla d habe n cht deiartige Beweise seines chH^n WilstuS gegeben, daß man Veranlassung habe, eme andere zu wählen

London, 3. Febr WTB. Tie Daily News" schreibt, ber T^istdenSvertrag sehe eine endgültige klare und O'stne Aussp-ache zwischen den beiden Parteien not. Man rni sse gererfit'-rtDrife an­erkennen, daß die deutschen Vertreter einen Plan nach Spaa mi genommen hätten, der yocvetloi die Grundlage für Verhandlungen geboten Hobe Teufyb'anb fei im Recht, wenn es fordere, gehört tu n>fibcTL Tte Alliierten würden, wenn sie klug seien, keine Abneigung zeigen, die Teutfchen an- iuhörrn. Tas Blall verweist auf dst Aeußerungen d-r englischen Handelswelt, Mis b'nen hervoraebt, daß in England keineswegs allgemeine Begeisterung über da s Pariser Ab­kommen herrsche. Das Blatt schließt^ Wenn Deutschland mi: ei.nem ernsten Vorschlag. b*r ernst lich erörtert werden kann, hervortrill. ist es un­schwer, anv.inehmen, daß sich in dieser Richtung für dst ®liierten, ihre Entschädigung zu verwirk-