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ansprache auf die scytv»»ren Kämpfe yllr, Vie die Partei gegenwärtig zu bestehen habe. Die Partei werde den Kampf mit allen gesetz­lichen und parlamentarischen Mitteln durch­führen. aber nicht nur in der Defensive. Oberst von Lhlander, der Vorsitzende der Mün­chener Ortsgruppe, der in voller Uniform er­schienen war, betonte, daß die Bayern un­entwegt treu zum angestammten Königshause ständen und zu dem Reiche DiSrnarckscher Schöpfung.

Der griechisch-türkische Krieg.

Athen. 1. Sept. (WTB) Amtlicher Kriegs­bericht vvm 31. Aug. Rach bis gestern abend ein- geganaenen amtlichen Berichten ist der Feind nach einer Itägigen erbitterten Schlacht bei den stark be^estig'en Anhöhen auf den nördlichen Ufern der Flüsse Goek und Katrandji auf der ganzen Linie gewichen. Die Schlacht fand auf einer Front vom Dorfe Ctrek an dem östlichen Ufer des San- garios bis 60 Klm. östlich davon statt. Die auf dem Rückzüge befindlichen türkischen Streitkräfte werden von den griechischen Truppen hart verfolgt.

Ein Ausschuß des Dölkerbundsrats.

Genf, 1. Sept. (WTB.) Die auf heute nach- mtt'ai 4 Uh ander umie Sizunz der außer- ordentlichen Session des Bölkerbundsrats. die sich mit der oberfchlefischen Fragebe- fahte, dauerte nur eine knappe halbe Stunde. Es wurde darauf folgende amtliche Mitteilung aus­gegeben:

1. Um dem Rat die Möglichkeit zu geben, sich in voller Unabhängigkeit eine Meinung über die ihm unterbreitete Frage zu bilden, sind seine Mit­glieder einmütig zu der Auffassung gekommen, daß es wünschenswert fei, eine vorläufige Prü­fung der «Frage durch die Vertreter von Belgien, Brasilien, China und Spa­nien vornehmen zu lassen, also von solchen Staa­ten, die an den vorangegangenen Untersuchungen und Beratungen nicht teilgenommen haben.

2. Den Vertretern dieser Mächte erwächst die Aufgabe, die verschiedenen Grundlagen dieses Problems au prüfen, sowohl nach den vom Ober­sten Rat übermittelten Dokumenten als mit Hilfe sonstiger Informationsquellen.

3. Sie werden Pas Recht haben, alle diejenigen Berichte e i n z u f o r d e r n , die sie als nütz­lich erachten, mnd die erforderlichen technischen Bei­räte zu berufen. Wünschenswert ist, daß die zu berufenden tcchni'chen Beiräte an den vorhergehen­den' Untersuchungen:und Diskussionen nicht teil» vtznommen haben iund, soweit es möglich ist, unter denjenigen Parteien ausgewählt werden, die be­reits an den Arbeiten der technischen Organisatio­nen des Völkerbundes teilgenommen haben. Ein­wohner des pberschlesischen Gebiets Deutsche sowohl wie Polen können berufen werden, um mündlich Auskünfte Äber die örtlichen Verhält­nisse zu geben.

4. Die Vertreter der erwähnten Mächte wer­den die Einrichtungen des Völkerbundsrats zu allen Zwecken, die sie erfolgreich halten, zur Ver­fügung haben.

5. Sie werden ihre Arbeiten nach freiem Er­messen berichten, ohne daß eine bestimmte Proze­dur festgelegt wird. Sie werden dann dem Rat Rechenschaft ablegen, der die Arbeit seiner­seits dann weiter verfolgen wird und jederzeit zu­sammentreten kann.

Aus dem Rüsturrqsausschuß des Völkerbundes.

Genf, 1. Sept. (WTB.) 3m - stungsausschuh des Völkerbundes, der morgen tagen wird, ist ein Abänderungs­antrag zu dem Pakte von der französi­schen Regierung eingegangen, der fol­genden Wortlaut hat: Es soll eine ständige Kommission eingesetzt werden, die dem Rate Vorschläge zu machen hat über die Ausfüh­rung der in Artikel 1 und 8 enthaltenen Vor­schriften. Die Kommission soll in der von den einzelnen Regierungen angenommenen Form und in dem von ihnen festgesetzten Zeitpunkt .alle Feststellungen prüfen, die der Rat für nützlich hält neben den bereits gesondert in den verschiedenen Friedensverträgen festgesetzten Bedingungen über Heeres-, Flotten- u. Luft- schiffahrtöfragen. Die Kommission wird außer­dem beauftragt, dem Rat über militärische Fragen und Luftschiff- und Flottenfragen einen Rat zu erteilen und vor allem ein ge­meinsames Vorgehen zu erwägen und zu prü­fen, was der Rat laut Artikel 16 den Mit­gliedern des Völkerbundrates empfehlen könnte. 3n wichtigen Fällen wird die Kom­mission vom Rate aufgefordert, die Maßnah­men für sofortige Bedürfnisse anzuempfehlen.

Eine Rede des Generals Smnts,

London, 1. Sept. (WTB.) General S m u t S hielt bei seiner Ankunft in Kap­stadt eine Rede über die Reichskonfe­renz , in der er erklärte, die Lage in Oberschlesien sei so wichtig, daß der un­mittelbare Frieden der Welt ebenso eng mit dieser Frage zusammenhänge wie im Jahre 1914 mit der belgischen. Die Dominions hät­ten England bis zum äußersten den Rücken gestärkt, um zu verhindern, daß die ober­schlesische Frage Frankreich und Deutschland in einen neuen Krieg hineinziehe. Jetzt weiß Europa, daß eS nicht nur mit Großbritan­nien, sondern mit dem britischen Reiche zu tun habe. (Großer Beifall.) Die Domi­nions unterstützten den Völker­bund; sie wollten vom Militarismus nichts wissen. SmutS sagte, er hoffe, daß der Völker­bund in der Lösung dieser äußerst schwierigen Frage Erfolg habe.

Die Nordische Woche in Lübeck.

Lübeck, 1. Sept. (WB) DieRordische Woche" wurde durch eine große Festversamm­lung im Bürgerschastssaale des Rathauses ein­geleitet. Hunderte füllten den großen Saal, dar­unter die Gesandten Dänemarks, Schwe­dens und Finnlands, und die Vertreter der Reichsregierung, des Reichsrates und der Re­gierungen ber Länder. Bürgermeister Dr. Reu­mann hielt die erste Begrüßungsrede, worin er

auf Vie maTmIgfad>cn wirtschaftlichen und kul­turellen Beziehungen zwischen den nordischen Län­dern und Lübeck hinwies. DieRordische Woche' solle ausschließlich der Förderung jeglicher Frie­densarbeit dienen. Senator Dr. Kaltbrenner hieß die Vertreter der ausländischen Staaten, der Reichsregierung und'der Länder herzlich will­kommen. Staatssekretär Lewald als V rtrcter der Staatsregierung, erklärte, daß an diesem Werke der Kultur und der völkerversöhnenden Ideen die Reichsregierung freudig teilnehme. So oft die nordischen Volker mit dem deutschen die Klinge gekreuzt hätten, niemals sei es ein Ver­nichtungskrieg geworden. Die Völler lernten sich nur immer mehr gegenseitig achten.

Der dänische Gesandte Graf M o l t ck e wünschte derRordischen Woche", cm ber dje dä­nische Regierung lebhaftes Interesse nehme, voll­sten Erfolg. Es müsse der Geist der modernen Wirtschaft sein, sich am Aufblühen des anderen zu freuen. Der schwedische Gesandte, Frhr von Essen, betonte, daß heute aste Bestrebun­gen doppelt zu begrüßen seien, die wieder normale Zustände zwischen den Völkern herbeiführen wol­len. Der finnische Gesandte Dr. Holm hob unter lebhaftem Beifall hervor, daß die Hand, die Deutschland nach Finnland herüber­reichte, in diesem Lande niemals vergessen werden würde.

Dec Vertreter des Reichsrates, Minister Boden- Braunschweig, erklärte, daß das neue Lübeck im Reichsrat besten Klang habe. Weiter sprachen noch Ministerialdirektor Fritsch als Vertreter der preußischen Regierung und Dr. Piper- Hamburg als Vertreter d?r deutschen Presse, der besonders die nordischen Pressevertreter begrüßte. An diese offizielle E cf.nungs ejer sch' sich ein Frühstück im Ratskeller an. Mittags wurde die M u st e r m e s s e, die vom Lübeckschen Handwert und der Industrie vsranstalttt wurde, eröffnet. Das Ausstellungsgebäudr befindet sich neben dem Hvlstentor.

Aus dem Reiche.

Die Aufhebung der Zuckerzwangswirtschaft.

Berlin, 1. Sept. (WTB.) Die Presse­stelle des Reichsernährungsministeriums teilt mit: Eine Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft bringt die erwartete Aufhebung der Zucker­zwangswirtschaft für Zucker der neuen Ernte. Für Zucker alter Ernte (1920) bleiben noch einige Vorschriften der Zuckerverordnung als Uebergangöbeftimmungen bestehen. Na­mentlich wird die Aebernahme der am 30. Sep­tember 1921 in den Zuckerfabriken noch vor­handenen Bestände an Verbrauchszucker und die Verarbeitung der noch vorhandenen Be­stände an Rohzucker und den Zwischenep- Zeugnissen aus den früheren Ernten geregelt. 3m Zusammenhang mit der Aushebung der Zuckerwirtschaft werden auch die Verordnun­gen über Kunsthonig zum 1. Oktober 1921 und die Verordnungen über den Verkehr mit Süßigkeiten zum 15. Oktober 1921 aufgehoben. Die Reichszuckersteste, die Landespermitt- lungsstellen und die ZuckerverteilungSsteste für das deutsche Süßigkeitsgewerbe in Würzburg bleiben his zur AbwicLung ihrer Geschäfte noch bestehen. Die Einfuhr und Ausfuhr von Zucker bleibt verboten.

Eia Besuch deS Reichskanzlers beim Abg.Diez.

Radolfzell, 1. Sept. (WTB.) Der Reichskanzler besuchte heute in Radolf­zell am Bodensee den Abg. Diez, der bei dem Attentat auf Erzberger einen Schuß durch den Oberarm und durch die Lunge er­halten hat. Das Befinden des Diez ist den Umständen nach befriedigend. Er ist außer Lebensgefahr.--

Aus dem belekten Gebiet.

Verurteilung eines Polizeikovnntssars durch die Franzosen.

fd. Wiesbaden, 31. Aug. Der hiesige Polizeikommissär K l i e f o t h wurde vom Main­zer Kriegsgericht zu drei Monaten Gefängnis ver­urteilt, weil er sich angeblich unkorrekt in seinem Dienst gegen die Franzosen be­nommen habe.

Verhaftung eines Dorten-ManneS.

fpd. Mainz, 1. Sept. 3n einem Nach­barorte von Mainz wurde von der franzö­sischen Gendarmerie ein Mann verhaftet, der sich Max Berg nannte, in Wirklichkeit aber der frühere Redakteur des Dorten- scheu Zeitungsunternehmens in Koblenz,Der Rheinländer", Max Rö­der ist. Welche Gründe zu der Verhaftung ge­führt haben, ist bei der geheimnisvollen Art, unter der die Festnahme erfolgte, noch nicht bekannt. Röder war früher Hauptschriftleiter desBeobachter am Main" in Aschaffenburg und übernahm vor knapp Jahresfrist die Leitung des separatistischen Dorten-OrganS, das er in kurzer Zeit durch kostspielige Aus­gaben zugrunde gerichtet haben soll. Es ist nicht unmöglich, daß Dorten die Festnahme Röders veranlaßt hat. s

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 2. Sept. 1921.

Wettervoraussage für Samstag.

Wolkig, meist trocken, tags Temperatur we­nig verändert, nachts kühl, wechselnde Winde.

Ein Ausläufer des von Westen über die Nordsee ziehenden Tiefs ist bis nach der Schweiz vorgedrungen, so daß wir heute wärmere Süd­winde und trockenes Wetter haben. Von der Bis­kaya folgt dem ostwärts ziehenden Haupttief hoher Druck, der uns wolkiges, aber noch meist trockenes Wetter bringt.

Die Wohnungsnot in Giesten.

Die Vereinigung der WohnungS- lvsen und Wohnungssuchenden der Stadt Gießen veranstaltete gestern abend im Post- kester eine mäßig besuchte Versammlung. Zunächst erstattete der Vorsitzende Bericht über die bisherige Tätigkeit der Vereinigung, die sich trotz Gegenströmungen gut entwickelt habe. Aus den Schilderungen über das Wohnungselend in Gießen war besonders bemerkenswert, daß eine zehnköpfige Familie in einem einzigen Zimmer haust. Die Vereinigung hatte angeregt die Land-

sturmbaraken zu Wohnzwecken herzurichten, was aber von der Stadt mit Rücksicht auf die hohen Kosten abgelehnt worden ist (inzwischen haben die Baumaterialien in den städtischen Neubauten nutz­bringende Verwendung gefunden). Die Vereini­gung beabsichtigt eine Eingabe an die Stadt zu richten, in der beantragt wird, alsbald 34 Ba- raken für 812köpfige Familien, die in den städti­schen Neubauten kein Llnterkommen finden, zu bauen.

Aus dem Bericht eines Mitgliedes der Woh­nungszuweisungskommission geht hervor, daß die Wohnungsnot derart ist, daß Wohnungs­suchende jetzt IV2 bis 21/2 3 ahre bis zur Zu­teilung einer Wohnung warten müssen. Zur Zeit sind hier in Gießen 1325 Wohnungssuchende, davon sind 493 dringende und dringendste Fälle. 831 Familien sind ohne Wohnung bzw. hei Ver­wandten, bei 494 muß Tausch stattfinden, weil die Wohnung zu stein usw. Heber die Tätigkeit der Beschlagnahme - Kommission berichtet Mitglied Schmücker ausführlich. Bei der Ergänzungswahl des Vorstandes wurden die Herren Schmidt, Sei­fert, Römer, Lamm, Merle und Weigel in den Vorstand gewählt. Bei PunktVerschiedenes" gibt Stadtvbersckretär R 0 t h a m e l eine Schil- oerung der Tätigkeit des Wohnungsamtes. Er er­wähnt u. a., daß seit 1. Zuli 1919 130 Wohnungen durch Beschlagnahme freigemacht worden seien, daß die Beschlagnahme durch die bisherigen ge­setzlichen Bestimmungen erschwert, aber jetzt in dieser Hinsicht eine Besserung eingetreten sei. Was die Bautätigkeit dec einzelnen Städte betreffe, so stehe Gießen in Hessen an erster Stelle. Zum Schluß weist der Vorsitzende Wagner noch beson­ders darauf hin, daß Beschwerden nicht beim Wohnungsamt, das überlastet sei, sondern bei ihm (Großer Steinweg 6) anzubringen feien.

Verlängerung der Polizeistunde.

Die Polizeistunde ist ab 1. September nach einer Bekanntmachung des Kreisamtes im Amtsverkündigungsblatt für Gases, Speise- und Schankwirtschaften auf 12 Mr, an Sams­tagen auf 1 Mr nachts festgesetzt worden. Bisher war um 11 Ahr, an Samstagen und Sonntagen um V212 Ahr Polizeistunde. Bei nachgewiesenen dringendem Bedürfnis kann in der Stadt Gießen das Polizeiamt und in den Landgemeinden des Kreisamts die Polizei­stunde auf nachts 1 Mr festsetzen.

" Amtliche Persvnalnachrichten. Ernannt wurde der Gerichtsassessor Otto Hell- w i g aus Gießen zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ulrichstein mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 an.

** Berufung eines 3nnsbrucker Professors nach Gießen. Das Wolff- bureau meldet aus Innsbruck: Wie die Blät­ter melden, hat der Professor der Staats­wissenschaft an der Universität 3nnsbruck. Dr. Wilhelm Gerlofs einen Ruf an die Uni­versität Gießen und gleichzeitig an die Frank­furter Universität erhalten. Wir geben diese Nachricht nur unter Vorbehalt wieder, denn an der Landesuniversität ist von der Berufung offiziell noch nichts bekannt.

" Ein Brand in der Nord-An- lage. Gestern abend, 11.10 Uhr, wurde auf der Feuerwache Oswaldsgarten mündlich ge­meldet, es brenne in der Nord-Anlage. Die Wache rückte sofort aus, und fand Nord- Anlage 11 einen Schuppen, in dem Oel und Lacke lagerten, in vollem Feuer vor, das auch bereits Teile der Nachbargebäude in geringem Umfange ergriffen hatte. Die Wache ging sofort mit einigen Schlauchleitungen energisch gegen das Feuer vor, doch mußten zu ihrer Hilfe die beiden freiwilligen Feuer­wehren durch die Ringleitungen gerufen wer­den. Beide freiwilligen Wehren waren mit ihren Geräten außerordentlich schnell zur Stelle und nun konnte ein umfassender An­griff angesetzt und das Feuer alsbald be­wältigt werden. Bereits um 12 Uhr war jede Gefahr beseitigt. Die beiden freiwilligen Feuerwehren rückten 12.10 Uhr, die Feuer­wache 12.35 Uhr wieder ein. Nur eine Brand­wache blieb bis vormittags 6 Uhr am Platze.

* Die Rutschbahn auf dem Os­waldsgarten, deren Dettieb sich anschei­nend njcht recht gelohnt hatte, wurde dieser Tage wieder abgebaut. Beim Abmontieven des Turmgerüstes stürzte ein Arbeiter a b und erlitt so schwere Verletzungen, daß er in die Klinik gebracht werden mußte.

Die von dem RuderklubHas- fia Gießen in diesem Jahre errungenen Preise sind im Schaufenster der Firma Karl Frensdorf, Bahnhofstraße, einige Tage aus­gestellt.

Dornotizen.

Tageskalender für Freitag: Gewerkschaftshaus. 6'/, Uhr, Versammlung des Transportarbeiterverbandes. OSwaldsgarten, Volksfest des Reichsbundes her Kriegsbeschä­digten.

Morgen nachmittag findet im Hotel Hopseld eine Versammlung von Grund­stücksverpächtern statt. Ein Vortrag über die Rechte der Verpächter und die neue Pacht- fchuhordnung wird Aufschluß geben über hie derzeitigen Pachtverhältnisse. Siehe Anzeige.

Landkreis Gießen.

-m. Hungen, 2. Sept. Vergangenen Sonn­tag hielt das hiesige Ortskartell 'des Deut­schen Beamtenbundes (he Versammlung ab,m der nach längerer Aussprache folgende Entschließung angenommen wurde:Das Ortskartell Hungen d. D. B. B. legt schärfste Ver­wahrung ein gegen die Beibehaltung der Orts­klassen und die Staffelung der Teuerungs- und Kinderzulagen und fordert eine Ortsklasse und einheitliche Teuerungs- und Kinderzulagen Ferner wird, da die vom Reich bewilligten Zu­lagen viel zu niedrig sind, zur Beschaffung der Wintervorräte eine einmalige Wirlschaflsbeihilse gefordert."

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 1. Sept. Durch einen mehr­stündigen Brand wurde im Streben­dorfer Walde eine größere Waldfläche vernichtet. Erst ein einsetzendes Gewitter konnte dem Feuer Einhalt gebieten.

Kreis Schotten.

b. Burkhards, 1. Sept. Dasd nach Auf­hebung der Zwangsbewirtschaftung der Milch kamen zahlreiche Zentrifugen in die Dörfer unseres Tales. Heute mache 1 die Häuser eine Ausnahme, in denen keine Zentrifuge steht. Die gewinnbringendere Buttererzeugung hat bedeutend zugenommen, die Milchlieferung infolgedessen ab­genommen. Auswärtige Händ.er überbieten sich in den Preisangeboten für Butter, und ihre Auf­käufer in den einzelnen Orten machen gewiß auch ein einträgliches Geschäft. Die Grummet- ernte hat begonnen. Die Gewitterregen der letzten 14 Tage wirkten auttden Ertrag der Ernte günstig ein, die man ursprünglich für verloren hielt.

* Ruppertsburg, 1. Sept. Als bet Morgenzug den Bahnhof verließ, um zur Frie- drichshütte zu fahren, entgleiste die Loko­motive. Es gelang, den Zug bald zu halten, ohne daß anderer Schaden entstand. Rach stun­denlanger Arbeit wurde die Maschine wieder aufs Gleis gebracht und der Zug fuhr um 10 Ubi zurück. Die starken Kurven sind bet zu großen Maschinen an den Unfällen schuld, von denen der heutige der dritte ist. Die Pasfagiere, welche 8.27 älhr abfahren wollten, wurden von einem gerade am Bahnhof haltenden Wagen rechtzeitig nach Villingen gebracht, so daß sie dort den Laubacher Zug benutzen konnten.

Kreis Friedberg.

Die Lohnbewegung in der Butzbacher Metall­industrie.

bz. Butzbach, 1. Sept. Gestern morgen ha­ben die Arbeiter in den hiesigen Werken ber Metallindustrie die Arbeit nach achttägigem Streik wieder aufgenommen, und zwar sind alle Ar­beiter wieder eingestellt worden. Die Vertreter der betr. Werke liehen jedoch im Laufe des Tages den Arbeitnehmern mitteilen, daß sie sich nicht mit dem Schiedsspruch des Schlich­tungsausschusses einverstanden erklären können. Von den Arbeitnehmern war er anerkannt worden. Infolgedessen ist die Lage nach wie vor ungeklärt: es sollen heute weitere Verhandlungen zwecks Einigung zwischen den Werken und den Arbeitern in Gegenwart des Vertreters des Me­tallarbeiterverbandes stattfinden. Kommt eine Einigung nicht zustande, bann soll erneut in den Streik getreten werden.

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Friedberg, 1. Sept. Die heutige S t ad t Verordnetenversammlung wird von Bürgermeister Dr. Seyd geleitet, ber aus sei­nem öwöchenllichen Urlaub zurückgekehrt ist. Vor Beginn ber Tagesordnung widmete er dem ver­storbenen Apotheker Wilhelm Georgi warme Worte ber Anerkennung für seine langjährige Tä­tigkeit als Vorstand des Schwimmbades und des ..Roten Kreuzes". Der Baugenossen­schaftDa hei m", die den Bau von acht Woh­nungen plant, von denen jede einen Kostenauf­wand von 90 000 Mk. beansprucht, wird für jede Wohnung ein städtischer Zuschuß von 19 950 Mk. bewilligt. Da die Genossenschaft zum größten Teile aus Eisenbahnbeamten besteht, und auch die Woh­nungen für diese geschaffen werden, leistet bk Eisenbahn für jede Wohnung einen Zuschuß von 35 000 Mk., dazu kommt ein staatlicher Zuschuß von 20 000 Mk. Der städtische Zuschuß soll unter folgenden Bedingungen erfolgen: die Eisenbahn muh die Ueberteuerungskvsten übernehmen, muh sich zur schlüsselfertigen Ablieferung ber Häuser verpflichten und bie Arbeiten an Friedberger Handwerker vergeben. Die Versammlung spricht sich dagegen aus, bah bie Eisenbahnbeamten, di? in dem bisherigen Uebernachtungsgebäude unter- gebracht sink), bie neuen Wohnungen beziehen. Es wird beschlossen, den nördlichen Fußsteig w der Wolfengasse umzulegen, da seit dessen Her­stellung 25 Zähre verflossen sind. Für den An­kauf von 300 Kubikmetern Basaltsteinen, mit deren Kleinschlag Arbeitslos beschäftigt werden sollen, werden 30 000 Mk. bewilligt. Die Richtlinien für dje Vergebung von Wohnungen, bie vom Wohnungsamt aufgestellt wurden, werden dem Rechtsausschusse zur Durchberatung übergeben.

Ä Bad-Rauheim, 31. Aug. Zur gestri­gen Stadtverordnetensihung hatte tte Bürgermeisterei einen Antrag eingebracht, bie Verwaltung bes städtischen Wohnungsamts mit einer Aufwandsentschädigung von 20 000 Mark einem der Beigeordneten zu übertragen. Stadt­verordnete ber verschiedensten Parteien sprachen zur Sache und erflärten sich gegen die Schaffung des Amtes eines besoldeten Beigeord­neten aus. Bei ber Abstimmung trat für ben Antrag ber Bürgermeisterei nur der Vorsitzende ein. -r Die Pslegesähe des städtischen Krankenhauses wurden von der Versamm­lung wesentlich erhöht: sie bewegen sich vom 1. September ab zwischen 24 und 65 Mark in den einzelnen Klassen. Der Sah der dritten Klasse kann durch Beschluß des Verwaltungsrats für be­sonders Bedürftige in einzelnen Fällen ermäßigt werden.

^.Bad-Rauheim, 1. Sept. Eine Anzahl Teilnehmer des Frankfurter Katholiken­tages statteten gestern dem Bade einen B e - such ab. Rach herzlichem Empfang und einer kurzen Begrüßung fand eine Besichtigung des Bades statt. Abends waren Terrasse und Park bengalisch beleuchtet- Der Krieger- und Militärverein Hassia veranstaltet nach altem Brauch am Sonntag eine Gedächtnisfeier für die 1870/71 und im Weltkriege gestorbenen Kameraden. Rach ber Bekränzung ber Krieger­gräber findet ein Festgottesbienst statt. Am nächsten Sonntag tagen hier bie hessischen Bäcker und Konditoren.

Hz. Griedel, 1. Sept. In der gestrigen Ge» meinderatssitzung, bie in Anwesenheit deS Ver­treters des Kreisamtes und der Sachverständigen stattsand, wurde nach längerer Aussprache die Wasserleitung aus der Gemeinde Griedel mit allen gegen zwei Stimmen bei einer Stimmenthaltung beschlossen, und zwar soll alsbald damit begonnen werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

Eine eigentümliche Streikursache.

dz. Worms, 31. Aug. Aus einem un< glaublichenGrundeist gestern früh bie Ar­beiterschaft der Firma Zuckerfabrik Rheingau A -D. in Streik getreten. Ein Arbeiter der Firma bat der Gewerkschaft gegenüber seine Zahlungs­unfähigkeit erklärt. Daraufhin ist die Arbeiter­schaft an Die Direttion des Werkes mit der Auf­forderung herangetreten, den betreffenden Ar­beiter wegenRichtbezahlungseinesDe« Werkschaftsbeitrages zu entlassen. Die Direktion hat es abgelehnt, diesem Ansuchen zu entsprechen, mit ber Begründung, daß bie An­gelegenheiten der Gewerkschaft von dieser selbst

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