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Nr. 282

Der Hl«,«»er L»Zri-er trfodnt täglich. außer Senn» unb Feiertags. Bcna:lid»«r«,ua»pr<|r. ®.a 5.50 rtn|d)L träger» I»bn. durch die Post TUl 6-5h cinfdkL Vest«2» gdb, auch bet 5»rchtericher» nr* rinjeln<r Nummer« (»folgt l#äl,cr<r ®<®alL Ierntprech.Snlchluit«: ÜrdieSchrtfrleüuno 112; für DruLtrei, Verlag »ab Le d)u|ifrjttüc 51. l»ld)rift für Drahtnach- nchten a»jtl|tr«ie|<B.

Pot14edfonl»: frnhntt a. U. UMt.

Erstes Blatt

M. Jahrgang

Donnerstag, f. Dezember 1921

GietzenerAMger

General-Anzeiger für Oberhessen

Drrd und Verlag: vrßhl'sche Univ.-Vach- nnO Sfcini'rurferci H. Lange. 5chnftleilung, Geschäftrftelle und Vruckeret: Zchulftrahe 7.

Siuaömc »on ünjrige» für die Idqeenuminrt bi« jum 31aAm Itoa oochaU »dnejedeBerdi'idliAüert. 5reu 1»r 1 mm hdh« tüt njfigrno 34mmSrrit» örtL.t) >5 Pf. aurwärt» 65 Pf.: für Neklame» Sinjtiqen von 70 mm vr«i:e 250Df. Bei Platz. »odAnt JO Stuf chtag. HaupischrsitlcN» Aug. Leer, BerantworUtch für Politik Slug. Goetz: für den übrigen Teil: Äatl IDaltber; für de» Anzeigenteil Han» Bech, sämtlich in Gießt».

eS kann sie aber

auch nach dem Urteil bewirken.

auch widerrufen. Dem Verurteilten kann durch

die Dvllftreekuncisbehärde ferner gestattet wer­den. eine uneinbringliche Geldstrafe durch freie Arbeit zu tilgen. Ist er ohne fein Verschulden außerstande. die Geldstrafe zu zahlen oder durch freie Arbeit abzutragen, so kann das Ge- icht (mit Zustimmung der Staatsanwalt- fchaft> anordnen, dah die Vollstreckung der Ersatzfreiheitsstrafe unterbleibt.

Diese Gesetzesvorlage, die jetzt der De- schluhfassung des Reichstages unterliegt, soll mit dem 1. Januar 1922 in Straft treten.

Der Reichswirtschaftsminister Schmidt über die Lage.

Staffel, 30. Aon. (Wolff) Gestern abend sprach in der StaMbaUe ReichSwirtschafts- ministerRobert Schmid! über die deadche Wirtschaftslage. Gr gab dabei einen Ueberblid über die Arbeitslage der 3 n b u ft r i e. Die Te«- tilinduslrie beschäftige nur 80 Prozent ihrer Spin­deln. Der Daumarkt liege ebenfalls vollkommen darnieder. In der 6ifcninbuflne fei eine große Zahl non Hochöfen nicht im Betrieb Auch in der Zement- und Wollindustrie, für die heimische

Geldstrafe und Freiheitsstrafe.

Dem Reichstag ist der Entwurf eine« Gesetzes zur Erweiterung des AnwendungS- «bietes der Geldstrafe und zur Einschränkung der kurzen Freißettsslrascn zugegangen. Das neue Gesetz bezweckt zweierlei: VnerseitS die Höhe der bisher verhängten Geldstrafen auf einen dem heutigen Geldwert entsprechenden Stand zu bringen, andererseits aber kurze Freiheitsstrafen durch Geldstrafen xu ersetzen. Sine Begründung für eine Hinausseyung der Geldstrafen erübrig! sich. Die geplante Er­setzung der Freiheitsstrafe durch eine Geld- strafe aber könnte leicht die Befürchtung er- wecken, als ob den Bemittelten gegenüber den Unbemittelten ein Vorzug dadurch ein- oerüumt werden sollte, daß sie durch eine Geldstrafe ein Vergehen sühnen könnten, das sonst eine Freiheitsstrafe verwirkt hätte. Das trifft selbstverständlich nicht zu. Erstens soll fortan auf eine Geldstrafe nur dann erkannt werden, wenn der Strafzweck dadurch erreicht werden kann, und wenn die Strafe an sich einen Monat nicht überschreitet, und zweitens ist durch den Gesetzentwurf dafür gesorgt, daß tm Falle der Unbemittelthrit der Verurteilte seine Arbeitskraft zu einer (evtl, ratenweise erfolgenden) Abtragung der Geldstrafe aus- mttzen kann.

Wenn auch das Verhältnis von Geldstrafe Mi Freiheitsstrafe erst bei einer allgemeinen Reform des Strafrechts geregelt werden kann, so erscheint diese vorläufige Abänderung der geltenden Strafgesetze dringend wünschens­wert. Bisher ist das Strafmittel der Geld­strafe nur in beschränktem Maße ausgenutzt: sbr Höchstmaß ist durchweg sehr niedrig. Auch tft die Vollstreckung der Geldsttafe unzu­reichend geregelt. Vor allem ist der Ver- urteilte nicht in der Lage, seine Arbeitskraft für die Erledigung der Geldstrafe einzuseyen. Er wird aus diesem Grunde häufiger die Soentualfreiheitssttafe absitzen müssen, als in seinem wie auch im Interesse der ANgemein- pett liegt. Der neue Gesetzentwurf will dem abhelsen. In seinem § 3 wird das Gericht an­gewiesen. überall da, wo nach den bestehenden Vorschriften Geldstrafe überhaupt nicht oder nur neben der Freiheitsstrafe zulässig ist, für eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Monat auf eine Geldstrafe bis zu 50 000 Mark zu erkennen, wenn der Strafzweck dadurch erreicht wird. Der seit langem erhobenen Forderung, die kurzen Freiheitsstrafen eln- zudämmen. wird somit in der Hauptsache ent- spwchen. Dir Tragweite der Reuerung geht daraus hervor, daß künftig z. B. in milder liegenden Fällen des einfachen Dieb­stahls auf Geld strafe erkannt werden kann.

Die Erhöhung der Geldsttafen. die in reichs- und landesrechtlichen Sttafvorschrif- ten bei Verbrechen, Vergehen oder Uebertre- hmaen angedrvht sind, erfolgt künftig auto­matisch um das Zehnfache: bei Verbrechen oder Vergehen wird die Geldstrafe aber auf mindestens 100 000 Mk. festgesetzt. Der ge­sunkene Geldwett rechtferttgt diese Verzehn­fachung. Um nun auch die Geldstrafe zu einem brauchbaren Ersatz für die Freiheits­strafe zu machen, wird sie bei Verbrechen und Vergehen auf den Höchstbettag von 50 000 Mark festgefetzt werden. Soweit die Geldsttafe nicht beigettieben werden kann, tritt die ver­wirkte Freiheitsstrafe an ihre Stelle, jedoch kann das Gericht nach Maßgabe der wirt­schaftlichen Verhältnisse des Verurteilten, ihm eine Zahlungsfrist bewilligen oder gestatten, die eträfe in bestimmten Teilbeträgen zu zah­len. Das Gericht kann diele Vergünstigungen

Rohstoffe genügend vorhanden feien, würden diele Indulinen an einer vollen AuSnützung der Äon» juntturlage durch den Äoblenmangel. Der auf die ZwangSl teferungen an die Entente Aurüdtufübren fet, verhindert. Die chemische Industrie leide un­ter der ausländischen Konkurrenz. die während deS Äricgeä stack geworden sei Die Landwirt- schäft habe fich dagegen wieder erbost. Die Hauptursache des Preissteigerung liege In der Entwertung der Mark. Die bisherige Un­terlassung der Ettassung der Sachwerte lei ein Grund mit für den Dalutasturz. Der Tiefstand der Matt wirte katastrophal Die Tonne amerifani- scher Weizen koste beispielsweise jetzt 14 000 Matt gegen 240 Matt vor dem Äriege Der jetzige In- landSprciS betrage 7000 Matt Auch die Preise sürDutter undMilch seien ungerechtfertigt doch Abgesehen von Rußland. Dolen und Oester­reich fei die Teuerung in Deutschland am größten. Während deS Oktober kamen über 120000 Personen au« Dänemark, um in Deutschland zu hamstern. Sehr wich­tig wäre eS. wenn man den Eisenmattt ebenso binden würde, wie wir die Preisgestaltung der Kohle gebunden herben. Würden wir die Stöhle freigcben. so gäbe daS Preisentwicklungen, die alle bisherigen in den Schatten stellen würden.

Der Minister sagte zum Schluß: Ich über­schätze nicht die Einsicht mancher Leute in den Sn- tenteländern. die heute schon erllären. daß die heutigen Reparationsforderungen undenkbar seien. Der Vorschlag der englischen Industrie laufe letz­ten Sndeo darauf hinau». einen Teil der deutschen Aktien in ihren Besitz zu bringen und damit einen gewaltigen Einfluß auf die Führung der deut­schen Industtte zu erhalten.

Die Washingtoner Konferenz.

Die Abrüstung zur Lee.

Pari». 30. Rov. (WTB) Rach dem Son» berberichterstaller der HavaS-Ag-mtur in Wa­shington treten heute zum ersten Male fett einer Woche die Flottensachverständigen der dreigrvßenMächte zusammen Der Sitzung werde eine gewisse Bedeutung belgelegl da be­kannt fei dah die Sachverständigen die technische Prüfung deS HugheSlchen Plane» so gut wie beendet hätten, wenigstens so weit er England, die Vereinigten Staaten und Japan berühre Die Erklärung deS Vizeadmirals Ä a t o. daß Japan nach wie vor eine Erhöhung der Tonnage Der-

j d*A bernvn, in mündlicher oder schriftlicher I Form eingeholt werden. Daneben werde Amer.ka I auch wegen der Besprechungen von Stinnes während seines Besuche» in London und der ge- steigen Unterredung RathcnauS mit briti­schen Beamten votttellig werden.

Laut .Daily Telegraph" sind die bisherigen Versuche der deutschen Regierung, von Londoner Banken eine Anleihe von 20 oder 30 Millionen Pfund Sterling zu erhalten, um die am 15 Ianuar fällige Reparations­zahlung zu erleichtern, vergeblich gewesen

Die erite Frage, mit der sich daS Kabinett be­fassen müsse, sei die Ansicht der Sachverstän­digen darüber, ob mangels einer solchen An­nahme Deutschland imstande sein werde, die 3anuarrate z u bezahlen. Die An- sich« der Sachverständigen geht dem Bericht­erstatter de- .Daily TelegrapV zufolge dahin, daß Deutschland unter solchen ilmuänben die 3<Diuartate entweder gar nicht oder höchstens zum Teil enlrichten kann. ES wird versichert, daß die deutsche Regierung keineswegs Mangel an gutem Willen gezeigt bat, indem sie sichzu mehr verpflichtet habe. alS fic zu diesem Zeitpunkt auSführen kann. Allgemein wird bet Anfickt Au 'druck gegeben, daß der auf der Brüsseler Konferenz auegcarbeitetc Zahlungsplan, der von dem Obersten Rat zugunsten be» Londoner Abkommen- getroffen wurde. daS Martmum der Leistungsfähigkeit Deutschlands während der ersten Iahte darstellt.' Mait ist der Ansicht, daß Deutschland zu einem späteren Zeitpunkt in der Lage fein muh, in sehr beträchtlichem Blaße Reparationen zu lebten, und zwar in der Höhe deS im Londoner Abkommen angefehten Betrages, vorausgesetzt, daß die <jab;ungen hauptsächlich in Waren statt­finden. Don kvmpetei'.ter Seite wird sogar darüber hinau- hinzugefügt, daß die deshalb gehegten Be­fürchtungen. oah die deutschen Brzahlungen in Warcn in ®ro Britannien und England ben In­dus! rie-Interessenten schweren Schaden zufügen würden, unbegründet seien. Die englische Re­gierung werde laut .Dolly Telegraph" beschließen müssen, ob sie den Alliierten Vorschlä­gen solle. Deutschland mit Bezug auf die im 3a- nuar und Fed.uar fälligen Zahlungen einen Aus- s ch u b zu gewähren, oder ob sie auf den Zahlun­gen bestehen sollen. waS aber unwahrscheinlich sei. Außerdem würde die englische Regierung zu be- schlleßen Haden über die vorgeschlagene Dauer

lange, habe rn Streifen der Äonfcren) einen un­günstigen Eindruck gemacht. Der Führer der japa­nischen Delegation. Prinz Tvkugawa, habe sich daher auch beeilt, mitzuteilen, daß die Erklärung KatoS nur der Ausdruck seiner persönlichen An- fid)t gewesen sei und daß die japanische Dele­gation ihren Beschluß noch nicht Mitteilen tonne. Aus offizieller amerikanischer Seite halte inan sich unbedingt an daS Verhältnis von 5:5:3 deS HugheSlchen PlaneS.

HardinqS Absichten.

Paris, 30. Rov lWTB) Rach dem Wa­shingtoner Sondrt bericht erst alter bet HavaS- Agentur wird in Kreisen deS Weißen HauleS versichert. Präsident Harding beabsichttgt. die im Dange befindlichen Verhandlungen über die Abrüstung und den fernen Osten nicht dadurch zu komplizieren, daß er der Konferenz den Plan einer fünftigen Gesellschaft der Rationen vorlege. Immerhin hoffe er, daß eS nach Lösung dieser Fragen zu späteren ähnlichen Konferenzen kom­men werde Die Frage der Finanzen in er ganzen Welt, namentlich die der Kriegsschulden, scheine in dieser Beziehung besonder- dringllch au sein Rach Ansicht deS Präsidenten werde diese neue Gesilllchast nicht den Tharakter einer mit dem Völkerbund konkurrierenden Organisation tragen.

für daS Moratorium oder ob sie ein, zwei oder drei Iahre warten wolle.

An dritter Stelle wird fte die Bedingun­gen zu erwägen haben, unter denen solches Mo­ratorium gewährt werden wird. In dieser Frage herrscht allgemein die Ansicht, daß von der deut­schen Regierung gefordert werden soll, daß sie da- deutsche Budget in Ordnung bringt und der augenblicklichen Inflation Einhalt gebietet. Rur auf diese Weise könne eine rela­tive Stabilität der Währung gesichert werden.

Dem Berichterstatter d S .Daily Telegraph" zufolge wird Frankreich zweifellos eine sehr wesentliche Erleichterung der rein zeitweiligen Ein­stellung der sog. Geldzahlungen durch Deutschland in der Ausführung deS Wiesba­dener Abkommens finden, sofern dieses Ab­kommen von den Alliietten ratifiziert wird. waS zweifellos der Fall fein wird, vorausgesetzt, daß gewisse Abänderungen, die die Rechte der Alli­ierten gewährleisten, daran vorgenommen werden. Laut .Daily Telegraph" besteht die Möglich­keit. daß auf einer so abgänberten Grundlage die anderen Alliierten geneigt sein werden, mit Deutschland ein Abkommen betreff- Lieferung von Waren abzuschließen. England habe zwar keine verwüsteten (Gebiete wieder auszubauen. eS brauche jedoch Dau- und elektrisches Material.

Holland und die ll-Bootsraqc.

P a r i S. 30. Rov. (Wolfs) Der Korrespondent deS .Petit Parisien" tm Haag will erfahren haben, daß die niederländische Delegation in Washington in bezug auf die Unterseeboote eine ähnliche These wie die der französischen Dele­gation aufstelle, und erflärte, sie könne sich auf eine zu große Einschränkung nicht einlassen.

Das Finanzproblem.

London, 30. Rov. (Wolff.> Einer Reuter- meldung au» Washington zufolae. ist Prä­sident Harding der Ansicht, daß nach der Regelung der augenblicklichem Fragen ein f i - nanz ieller Versuch unternommen werden soll, um ein ileberelnfommen finan­zieller Ar t zu erzielen. Die Erörterung dieser Pläne ziele darauf hinau». daß die Finanzen aller Länder der Welt, inöbcTonbere die Kriegsschul­den. auf einer tünttigen Konferenz erörtert werden tollen. SS besteht Grund zu der Annahme, daß derartige Vorschläge der amerikanischen Vertreter vom Präsidenten günstig ausgenommen worden sind SS wird allgemein geglaubt, daß. wenn feine Gedanken angenommen wetten, die nächste internationaleZtvnferenzsich damit be­fassen werde.

Der diplomatische Berichterstatter de» .Daily Telegraph" schreibt, daß entweder beute oder morgen ernste dringliche Seiten de» ReparationS- prvblems von dem Kabinett behandelt werden, ebenso der Bericht BradburyS über daS Wiesbadener Abkommen und der no-ch nicht ver­öffentlichte letzte Bericht BrakchurvS über daS Ergebnis der von der Bcp^rat-.rnr tommisiion in Berlin argefleHlcn Versuche über d e finanzielle Leistungsfähigkeit Deutschlands Außerdem lie­gen. tem .Daily Telegraph- zufolge zur Zeit nicht minder wichtige Berichte deS Mitgliedes des I Schatzamtes. Sir Ba s i l Bla ck o 11. vor. Ferner werde der Rat deS gegenwärtig in London wei- | lenden britischen Botschafters in Berlin, Lord

Crin Moratorium für Deutschland?

PariS. 30 Rov. (WTB ) Der Londoner Be­richterstatter deS .TempS" weist darauf hin, daß die britische Regierung sich der Meinung von Sir Iohn Braoburv. deS Vertreter- Eng­lands in der ReparationSkommssion. angeschlollen zu haben scheine. Deutschland nach der ersten ober zweiten Reparationszahlung ein Moratorium von zwei oder drei Zähren zu gewäh­ren. Der Korrespondent wies auf die Artikel 233 und 234 deS Frieden-Vertrages hin und auch auf § 13 Anne« 2 deS Teile- 8 über die Reparationen, um festzustellen. daß für ein Moratorium dieser Art nicht die Einstimmigkeit der ReparationS- tommission. sondern ein einfacher Mehrheits­beschluß erforderlich ist

C^inr Tagung internationaler Lachverftändiqen in Paris.

Pari-. 30 Rov (Wolff.) Wie die .Thicago Tribüne" au8 Reuyott meldet, veröffentlicht .En­ning World" eine Depesche au8 Washington der zufolge die Bereinigten Staaten die Ein­ladung zur Tagimg eine- internationalen Sachverständ'gen-AvmiteeS ange-D.m- men haben daS im Dezember in Paris unter den Auspizien der ReparationSkommislivn zusammen- treten und sich mit der Befestigung der Wechfel- furic befallen foIL Der oder die Bansiers. von denen sich die Vereinigten Staaten vertreten zu lasten beabsichtigen, würden der Tagung nur alS Referenten beiwohnen und nicht zum Al'schluß brnbenber Abmachungen ermächtigt sein Der Be­richt werde jedoch einer Finanz konferenz vorgelegt werden ähnlich derjenigen, die im ver­gangenen Frühjahr im Weihen Hause abgehalten trrurbe.

Reuyork. 30. Rov «Wolff) Die Fede­ral Reserve Dank wird wahricheinsich un­offizielle beratenbe Teilnehmer zu der Konfe­renz von Bankier- der Entente ent­senden, die in Pari- oder London die Frage er­

örtern wird, wie die im Zusammenhänge mit den deutschen ReparattonSzahlungen fielenben Va­ln taschwankungen zu verhtnd.-rn sind Amerika wurde von den Ontcntebanficrl eingeladen, sich an der Konferenz zu beteiligen.

Ratheuau in London.

London. 30. Rov (Dolfs) Dem volisischen Berichterstatter der .Daily Masi" zufolge hatte Rat Henau gestern abend eine Unterredung mit Schatzkanzler Str Robert Hörne, um die Fraae der deutschen Reparationszahlungen an England zu erörtern. Eine weitere Zusammen­kunft zwilchen Rathenau und Horne iit wahr­scheinlich bevor Rathenau London wieder bcrläbt Rechenau trat gestern zweimal mit den Direktoren der Bank von England zusammen, um die Finanz­lage vom Bankstandpunkt auS zu erörtern .Daily Rkail" berichtet weiter, daß die Frage eines Mo­ratoriums für Deutschland von Horne ein­gehend erörtert wurde. ES wird oifiziell mitgeteilt, daß diese Frage später vom Kabinett behandelt werden wird ES könne zuverlässig mitgetelti werden, daß die führenden Banken für diesen Be­schluß eintreten.

(Fine Konferenz im britischen Tchavamt.

London, 30. QIdp. (WTB 1 Der Bericht­erstatter deS .Daily Telegraph^ schreibt Im Hinblick auf die Tatsache, daß die britilche Regie­rung der Ansicht sei. die gesamte ReparaiionS- fiage im Lichte der augenblicklichen chaotischen Flnanzverhiltmste zu erörtern, fand gestern nach­mittag im Schatzamt eine Konferenz von Sachverständigen statt, die über drei Stun­den dauerte. Daran nahmen u. a. teil der Schahkanzler, der britische Botschafter in Berlin, Lord d A b e r n o n und Sir Iohn Brad- burn. Sin von diesem verfaßter Bericht tourbe cingcbcnb erörtert und beraten und gewis'e Vor­schläge entworfen, die Amerika vorgelegt werden sollen.

Churchill über den Unsinn der bisherigen Politik.

London, 30. Rov. (WTB.) Winston Churchill sagte bei einem Festessen, daS von den Danken jenseits deS Kanals geaeben wurde, daß die internationale Politik durch einen Da- ranttehertrag von Amerlla England und 3aban dazu bestimmt fei, den Frieden im Stillen Ozean zu sichern. Aber waS Europa anlange, lei ein anderer Garantievertran von drei Mächten not­wendig Dieser Vert ag tonrte durch eine freund­schaftliche Vereinigung von Groß­britannien, Frankreich und Deutsch­land gebildet werden und würde Surova ge­statten. sich wieder zu erholen und seine finan­zielle Wohlfahrt wieder herzustellen. Dag-gen werde man allerdings einwenden daß M erlei Hoffnung bestehe, jemals eine solche Zusammen­stellung zustande zu bringen, die gestatten würde, den Gefahren und Schwierigkeiten die Stirn au bieten. Aber die auamtbsicksiche Wirtschaft^läge in Europa habe diese Gedanken mit einer Hartnäckig­keit und Beharrlichkeit immer wieder hervor­kehren lassen, die daraus gerichtet seien, sie zu verwlrlllchen. so schwer eS auch fein dürfte. Zur Reparationsfrage fa ;t- Churchill, er fei erfreut, zu fehen, daß die Staatsmänner aller Länder fett einigen Monaten einen Weg ein- schlügen der dem .guten Sinne der Ffnanzleute" entspreche. Er stellte mit Freuden fest daß die einfache Tatsache der Zahlungen von eln-nn Lande an daS andere nur durch Waren- ober Sach­lieferungen erfolgen können Da- sei auch an­erkannt worden durch die tüchtigsten Sachverstän­digen der verschiedenen Länder Ehurchill fuhr fort: Wir haben in einer Periode gelebt, in welcher die Staatsmänner sich ernstlich einbilde» ten, daß ein Staat von 60 oder ? 0 TUJ l - Honen Menschenelnemandern Staat, der sich in einer anderen geographi­schen Lage befindet, zwölf Millionen Pfund ötcrHpg bexa bien kann. DieS sei unmöglich Ssienbahnlinien Sch'fse intf> Güterwagen, die vorhanden sind, würden nicht auSreick-m können, um tm Laufe eine- einzigen IahreS die Waren zu befördern, die notwendig fein würden zur Bezahlung der Zinsen für eine solche Summe.

Die Vorschläge Vanderlipö.

Pari». 30. Rov (Wrllf ) Rach einem Be­richt der .Chicago Tribüne" au» Reuyott war ter getarnte Dortrag Danderlip« auf dem Cedanken auf gebaut; SS ist für die Alliierten ebenso unmöglich, ihre Schulden bei den Ver­einigten Staaten zu zahlen, wie e» für Deutsch, lanb unmöglich ist. die Alliierten zu bezahlen. Vanderlip hat nach dem Bericht vorgeichlagen:

1 Daß die Alliierten den gerechten Tharakter ihrer Schulden bei den Vereinigen Staaten in ge'enltcher und moralischer Hinsicht anerkenne« sollten.

2. Daß die Vereinigten Staaten zwar die Be­zahlung der Summe verlangen, aber sich gleich­zeitig »u rtnem Verzicht auf den gesamten Betrag bereit erklären sollten. Derjenige Betrag, der dann tatsächlich eingehe, sollte nach dem Vor­schlag Va"d-'lipS zumBteberaufbau ber euro­päischen Zivilisation und deS europäischen Ge. 'chäftt leben- sowie für die Anleihe an fremde S'aaten zu besonderen Zwecken verwendet werden, z. D. *ur Verbesserung des eu.-vpäifchm Trans­portwesens und zur Erleichterung wifsenschafl- [ Scbcr^rnv'äußerte Dandettw int Verlaufe feineS BortragS. abge'eben von Frankreich gebe zu dah der Reparation-Plan kn seiner le'tzigen Gestalt unmöglich auSzu- führen fei, und dah Deutschland finanziell zu-