farnmerjTTO5,ai werde, wenn die 3abtu’ig4bebir- cur^en nicht abaTändect würben. Vanderlip er- uärte den Vorschlag ein Ls englischen 0taat5- Mannes, bte alliierten Schulden bei den Bereinigten €laaten >u erlas en unt r der Voraus- setzunL baß die ÄlliieTten ihre 5otberu - en an Deutschland um fr.m gleichen Decrag h«ab'eyen, für eine ungesunde Opecarion
Dach eimr MÄdung der .Thicagv Tribüne" au- Washington hat Prä'i^ent Ha rbln g auf di« Frag? der Annahme te r f erd die Vorschläge Vanberups erflärt. die Ve eirigtrn Staaten te- absich.tg en, di: Frage der änderten Schulden und ihrer De-ahlu tg jetzt nichtanzuschneiden. Auch von leiten irgendeiner anderen Regierung lei die Sraae nicht zur Sprache gebracht worden. Dur in den Vlält-'-rn Hit'en au- Europa kämmend« DerfünlichkLllen sie diskutiert.
Die letzte Note Englands an Frankreich.
London, 29. Dov (Wolff ) 3n der letzten 2vte akn die französische Regierung dat die b r i t i s ch e Regierung die Dufmerksamkeit der französischen auf ole Tatsache ngelenkt, dah Frankreich das interalliierte Finanzabkommen vom 13.8. noch nicht raffiniert habe, Indem fest gestellt wurde bah oie Reparationssumme von einer Milliarde Doldmark, die Deutschland am 31. August bezahlt hat, oertetll tverdm solle: ersten- um die Kosten des Desatzungsheere- zu bestreiten und zweitens um den PrioritätS- forderungen Belgiens Genüge zu tun. In der Zwischenzeit sei diese Summe der belgischen Re- ntening au'g^hündtgt worden, bl? ihre cf its wiederum einen Teil Großbritannien überwiesen habe, trotz de- SonderabkommenS außerhalb de- Bereiches der Reparationskonvention. Die Rote weist darauf hin. dah von Großbritannien nicht erwartet werden könne, bah e- verschiedene andere erstehende Finanzabkommen ratifiziere, wenn Frankreich nicht das Heberetnkommen vom 31. August ratifiziere Die britisch? Regierung ersucht auch um Einz lhelten darüber, welche Schritte Frankreich zu tun gedenke, um die Interessen der übrigen GiäubigerDeutschlandSzu schützen, wenn das Wiesbadener Abkommen In Kraft gesetzt werben sollte. — 3m Zusammenhang damit, fährt die Reutermeldung fort, fei es interessant, bah sich Rathenau, auf den mit Loucheur zusammen baß Wl Sbabener Abkommen zulüchzufUhren fei. augenblicklich In London aufhalie und aller Wahrscheinlichkeit nach eine Unterredung mit dem Schatzkanzlsr haben werde. Trotzdem Rat Henau augenblicklich keine offizielle Stellung in der deutschen Regierung einnehme, sei man der Ansicht, dah der Besuch mit dem Wiesbadener Abkommen Zusammenhänge.
Die militärischen „Tantlionen".
London, 30. Dov. (Deuter.) Soviel In unterrichteten Kreisen bekannt ist. ist kein Vorschlag an die Dotschafterkon- ferenz gemacht worden, die mllitärl» schen Sanktionen am Rhein auf» zu he ben. SS verlautet, daß die ganze Frage lange erwogen worden ist, aber eS sei noch kein Schritt selten- der Dotschafterkonferenz unternommen worden.
London, 30. Dov. (Wolfs.) Einer Dach- richt de- „Petit Journal" zufolge wird sich die Botschafter ko nferenz am 2. Dezember mit einer Dote der englischen Regie- rung beschäftigen, in der von der Aufhebung der militärischen Sanktionen am Rhein und von der Beschränkung der militärischen Kontrolle in Deutschland die Rede ist.
(Sin Vertreter der deutschen chemischen l Industrie in Paris.
Pari-, 30. Dov (WB.) Al- Vertreter der Interessengemeinschaften der deutschen chemischen 3 n bu ff r le hielt sich Generalkonsul Karl von Weinberg au« Frankfurt a. M. mehrere Tage in Pari« auf, um mit Den Vertretern des Reparationsausschusses über Lieferungen zu ver- hcmdeln, die sich au« den Destimmungen des Dertcage- von DersaUleS für Die deutsche chemische und Farben-Industrie ergeben.
Die Meldung der .Chicago Tribüne". Dah Die Reise deS Herrn von Weinberg nach Pari- in Irgendeinem Zusammenhang stehe mit der Reise des Herrn StinneS nach London, entspricht nicht Den Tatsachen.
Das französisch-türkische Abkommen.
Konstantinopel. 30 Dov. (WTV.) Die französische und die nationalistischen Delegierten sind am 26. d. MtS. in Dacanct in Verhandlungen «ingetteten. Sie haben in vollständiger Ueberctn- fllmmung bte Modalitäten der Aus^ühiung des französisch-türkischen Abkommen- feftgcleat
Pari-, 1. Dez (WTV.) HavaS meldet auS Adana, bah gestern früh Duedin Pascha mir den nationali' ischen Truppen und Derwal» tungSbearnten in Adana ein gezogen sei Dach- dem bte Türken die öffentlichen Dienstzweige übernommen hatten, verliehen die französischen Tcupven untr Ehrenbezeigungen der tÜrülcyen Truppen bte Stadt.
Konstantinopel, L Dez lWTB.) Die türkische Presse berichtet, bah der ÄounnlfTar für Die nationale CSzTteibirung Raft Dascha Angora verlassen und sich nach 3nebolu begeben habe Die Anwcs.nhert des Generals stehe Lu Zusammenhang mit dec Ankunft einer engli chen Delegation in diesem Orte. „
Argentinien und Lowjer.Russland.
Buenos Aires, 30. Dov. (WTB.) Die Regterung hat die Vertreter der Sowjets ermächtigt, nach Argentinien zu kommen.
Die Lage in Portugal.
London, 30. Dov. (Wolff.) Die .TlmeS" erfährt, bah die Sage In Portugal sehr ernst grwrrden sei, und Dah sich bolschewistische Wühlereien über bas ganze Land verbreiteten. Die Konservativen unb gemäßigten Parteien erklärten, sie seien nicht tn ber Lage, ber efftremist ischen Bewegung Herr zu Derben. Die meisten Gesandten ber ausländischen Mächte haben ber .TimeS" Aufolqe viele CBtiefe erhalten, in benen ihr Geben bebrogt wirb. Demselben Blatte zufolge wird die Frage einer ausländischen Intervention in' Form eines Mandats jetzt von den Mächten ernsthaft erwogen. Frankreich. 3talicn und Spanien sollen in Frage kommen zugunsten einer Lösung ber augenblicklichen KrisiS.
AuS dem Freistaat Danzig.
Berlin, 1. Dez. Dach einer Meldung bes .Berliner LvkalanzelgerS" gehen heute die Danziger f re i p a a t l i ch e n Eisenbahnen an Polen über. AuS diesem Anlaß verabschiedete der Danziaer SenatSpräsidsnt Lahm die Beamten, Angestellten unb Arbeiter in feierlicher Sitzung.
Der Parteitag der Deutschen Dolkspartei.
Stuttgart, 30. Dov. (WTB.) Der Parteitag der Deutschen Volks- Partei wurde durch eine Sitzung des Zen- tralvvrstandes eingeleitet. Für ben leicht- erkrankten Parteivorsitzenden Dr. S t r e s e - mann führte der preußische Finanzminister Dr. von Richter den Vorsitz.
Aus dem Reiche.
Die Ginssliederung Pyrmonts in Preuße».
Berlin, 30. Dov. (WTB.) Der Staats- Vertrag zwischen Preußen und Waldeck-Pyr- mont über die Eingliederung Pyrmonts in Preußen und In die Provinz Hannover ist nunmehr in Arolsen abgeschlossen worden. Für Preußen unterzeichneten Ministerialdirektor Meister, Geh. Finanzrat Mackensh und Geh. Regierungsrat von Kamele, für Waldeck-Pyrmont der Landesdirektor Schmeeding.
DeamtrnwÜnsche.
Berlin, 30. Dov. Die großen De- amtenverbände nahmen gestern in Berlin zu einer Teuerungsaktion Stellung. 3n den Besprechungen wurde beschlossen, eine neue Erhöhung des Grundgehalts zu verlangen. Gleichzeitig soll eine Erhöhung des Teuerungszuschlages gefordert werden. Daneben gehen Bestrebungen, für die Beamten eine mechanische Anpassung der Bezüge an die jeweilige Wirtschaftslage zu schaffen.
Die Kredllhilfe.
Berlin, 1. Dez. Zu den gestrigen Blätter- Meldungen über bte Präsidialsihung bes Reichs- Verbandes der deutschen 3ndustrie, erklärt Der Retchsverband, bah da- Präsidium sich mit ber Frage der tm Ausland aufzunehmenden Kredite unb ben von dem Reichsverband für die Aufbringung bte^er Kredite gjorbrten Voraussetzungen überhaupt nicht befahl habe, tndbefon- bere habe auch Herr Hugo StinneS über feinen Aufenthalt tn London mit keinem Worte gesprochen. Die Tagung beS Prä- fibiums habe vielmehr ber Erledigung laufender Geschäfte gegolten. Der Ausschuß für Kredit- Hilfe deS ReichSverbandeS habe sich gemäh ben vorn Reichskanzler ihm übermittelten Wünschen mit der Wahl von Kommissionsmitgliedern beschäftigt.
Unsere Kartoffelversorgung.
Berlin, 1. Dez. Wie bte Blätter auS bem Reichsmmlsterlum für Ernährung unb Ganbtoirf- schäft erfahren, hat das Ministerium die Regierungen Ser Länder ersucht, in den Erzeugergeoie- ten für Kartosfeln Verhandlungen zwischen Land- wirtschaft, Handel und Verbraucher ctiAuIeiten zu dem Zweck, den unmittelbaren Abschluß von Lieferungsverträgen herb^itzüb- ren. Als Preise sollen nach Möglichkeit die in den Erzeugergebieten von ben örtlichen Kommissionen ermittelten Angemessenheitspreise zu- grunde gelegt werden.
Dricfe DismarckS an feinen Sohn.
Berlin, 20. Dov. (Wolff.) Wie der Verlag für „Politik und Wirtschaft" Berlin, Potsdamer Straße 45, mitteilt, erscheinen
demnächst bisher unveröffentlichte Briefe deS Altreichskanzlers an feinen jüngeren Sohn unter dem Titel „Bismarcks Briefe an seinen Sohn Dilhel m". Das Buch ist besonders um deswillen interessant, weil Bismarck darin in meisterlicher Weise zu einem Knaben über politisch« Vorgänge spricht.
ZsuHorr? über Mt Deutschen Werke.
Der erste stellvertretend« Vorsitzende des interna tiDncIcn GewerkschastLbundeS, der französische Sc-ziallstenführer I o u h o u r, der als Mitglied der von der internationalen Ar- beiterschutzkonfetenz gebildeten Kommission zum Studium der deutschen industriellen Werke Die Studienfahrt durch Deutschland mitgcmacht hat, erklärte einem Mitarbeiter der Vosslschen Zeitung über die von der Kommission gewonnen Eindrücke u. a.: Wir haben die Ueberzeu- gung gewonnen, daß in allen Werken, die wir besichtigt haben, die Bestimmungen und Vorschriften des Friedensverrrages loyal und vollkommen erfüllt sind. Dach unserer Ansicht sind die Forderungen der intcrallii.'rtcn Militär- kommiision zum mindesten überflüssig. Eine zuverlässige Sicherheit freilich g'gen die Erneuerung der Produktion von Kriegsmaterial kann schwerlich durch technische Veränderungen allein geboten werden. Die beste Garantie besteht in der Entschlossenheit der Arbeiterschaft, sich jeder unerlaubten Herstellung von Kriegs- gerät zu widersetzen.
Klara Zetkin.
Düsseldorf. 1. Dez. 3nfotge deS Metallarbeiters) rett- haben die französischen Behörden in Düsseldorf bas Auftreten von Klara Zetkin verboten.
Die steuerliche Wertermittlung der Grundstücke.
Berlin, 28. Dov.
ier Reichs tu gsauslÄutz für Steuerfragen wandte sich Der Frage Der Wertermittlung zu. 2lbg. Westermann (D. Vp.) erklärte, Dah bei Der g?t>Ianten Vermögenssteuer Die hohe Bemestung des gemeinen Wertes die Deräutzerung des DranDbe'i es zur Folge haben müsse, uuD befürDotkte einen Antrag, wonach für bte Bewertung ber bauernb bem Betrieb gewidmeten Degens!ände ber Dauernde gemeine Wert abzüglich einer angemessenen Abnutzungsquote mahge-ctb fHn solle All? Ur« tragswert bei land- unb for-wirtschaftlichen ober gärtnerischen OrunDflüden soll bas Fünf- un Dz wa nz ig f ach e DeS Reinertrags gelten, den sie nach Ihrer wirtschaftlichen De- ftimmuna orDnungSmäßlger oder gemelaüblicher Dewirtschaftung unter gewöhnlichen Verhättnt fen mit entlohnten fie.nDcn ArbitSträf^en tn Durchschnitt der letzten drei Jahre gewähren tonnten. Molkenbuhr.(Soz.) trat dem Llntrag entgegen, weil Dessen Bestimmungen zu Dehnbar seien. P o h l m a n n (Dem.) wie- zunächst Darauf h'.n, Dah alle Parteien mit Ausnahme Der Deutsch- nationalen Den Paragraphen 139 Ab!. 2 ReichS- abgabeverordnung gestrichen sehen wollten. Hierüber beftünDe Einverständnis mit Der Regierung. Hinsichtlich Der Streichung deS Paragraphen 152 Ab). 2 bis 5 geh« Die Vorlage Der Regierung fehl. Del der Landwirtschaft müsse an Den Bestimmungen ker Reichsabgabmor)nung frstgeh-rl- ten werden. Dur mutzten andere Zeitbegrenzungen (Drei Jahre) für Die Wertermittlung eingeführt werden. Ministerialrat Dr. Dorn: Die näf>.Tcn Bestimmungen über die Anlegung der im Paragraphen 154 ber Reichsabgaben Ordnung vorgesehenen Grunds! ückSvei-eich risse erlassen rach Absatz 4 die Landesregierungen tm Einvernehmen mit Dem Reichsminister Der Finanzen. Diese Reglung ist hn Hinblick Darauf getroffen. Dah die Grunds! ückSbewe'. tung von Dm Ländern auch zu eignen Zwecken durchgeführt werden muh. und Einheitlichkeit der Hauptgedanke der vorgesehenen Reglung ist. Zur Zelt schweben in säst allen Ländern Eiwägungen über Die 11 m - gestattung Der Grund st euer n, die Anlas; zur Ueberprüsung der bi-her übllchrn Methode der Grundstücksbewertung unb zur Deu- feststelluna der Werte gab. Da- Reichsfinanzamt ist bereit- vor längerer Zell mit Den Ländern in Verbindung getreten, um tm Anschluß an diese Arbeiten Die Anlegung Der Grundstück-Verzeichnisse mit möglichster Beschleunigung sicherzustelien. Dr. Röslcke iDntl.s verwies Darauf, tast heu'.» Der UnterfdtlcD zwischen dem gemeinen Wert und Dem ErtvagSwert gewaltig sei, ein gemeiner Wert sei nicht lonflrulcrbar. Tragbar sei mir eine Steuer auf der Da,18 des Ertrags. Der Redner befürwortete Wiederherftellu nz De1- Reichs- abgabenorönung. Herold (Ztr.) führte aus. Dah Die Dachfrage nach lanbwir tschaftlichem Be- fltz fo groß fd. bah ber Ertrazsvert nicht bem Verlausswert ent pr.-ch?. Der Redner befürwortete einen Antraa, Der bei Bewertung deS Vermögen- Die Vorschriften Der R^ich-adgab^norD- nung Über Die Wer termittlung gelten taffen will. Dr. Pvpitz wies Darauf hin. bah der Gegensatz zwischen Wertgewinnen unb Ertrag-Wert in einer Weife betont ioerbe. Die sich auS Der Sach« nicht
rechderrige^ taTTe. steuere wivenschaffliche ®p» kenntoisfe unD neue Rechtsprechung se.ei sich Darüber einig. Dah al- gemeiner Derr nicht Der jetot ili ge Derkau f -prriS gelte; Dies fei auch ins besondere nicht da- Ergebnis der Rechf prechung DeS pveudischen Cbir» verwaltungSgeriches. Vielmehr let dies zutreffend Davon angegangen, Dah all» GefichLspunLe, Die für Di» Beteiligten bei Der Bewer umg regelmäßig In Rechnung gestellt toürDen, Derückf.chklgr trerben müßten. Darunter solle aber für Grundstücke. mögen sie lanbwirtschafllrch ober ml Wohnzwecken genutzt fein. Der 3rtra^. Di» Berücksichtigung afler Gefick '.Spundte, Die für Den Besitz nach Den gegebenen autzerorDenttlchen VerhäU- niffen von Belang find, soll durch Die Regierungsvorlage fichergestellt toerben.
Dr. Hertz iälLP ) führte auS. bte Landwirt- schalt verdiene keine Moniere steuerliche Berücksichtigung. 3D re Prd'e überfliegen well bte Er- ^uzungskosten. Heidemann (Komm) forbert Die Zerschlagung deS GrohrrundbestheS. Dr. Becker CS). Dp) bemerkte, bi» Parteien ber Linken schienen Dem Bedenken gegen die Feststellung des o em einen Werte- nicht ganz ab* lehnend genenuberviheben. MU der Auslegung bei R«g.»^una-r>rrrreters über 16 unb 17 ßnnr er fbch einverstanden erklären, doch sei man nicht sicher, daß slr immer qeübt werde. De- Helf- frrlch (Deutfchnatll) hielt die Erklärungen DeS Regie -ung?r-e".reters üxr dieVerwertungsgrunk^- sähe für wichtiger als die gedruckte Brgrüirbung des G detzes Cr womte vor Dem Qk ruf’en ber Grunblagen ber Bewertung ber Rdchsabgaben- orbmr'g, mit ber man sich ben besonderen Der- ßältni'fen anDalfen könne Die Wertermittelung Der Grundst ück? werde am besten von Den Fliians- ämie-n abg.trennt unb be'vnderen Behöiden. In Preuß<m ben Katasterbehörben, übe tragen. Pvhlmann (Dem.) wünschte ble Abstimmung zu rückgestellt zu sehen. blS eine Einigung erfolgt sei. Dr. Fischer (Köln, Dem.) beantragte, bei gewerblichen Untemetnrungcn, bte Aktien ober Anteile mit einem amtlich festgesetzten Börsenkurs auSgeben können zur Ermittelung des W.rtes ber gewerblichen ilnicrnebmu-igen bie amtlichen Kurs» Derartig r Aktien und Anteile herangezogen werden. Hierbei ist der Durchschnitt aus dem höchsten unb ntdbdghen Kurle jedes ber letzten drei Hahr» vor der Veranlagung zu errechnen unb von dem so errechneten Kurswert brethta v. H abzu- se tzen. Bei ber auf btefe Welle fest gestellt« Wertermittelung ist baS GekllschaftSkavllal ab- Sziehen. Rad) weiterer Besprechung wurde bi# bst immu ng auSgefetzt.
Aus Stabt unb Land.
Steden, Den 1 Dez 1921
Wettervoraussage
s ü r Freitag:
Dunstig und vorwiegend heller, trocken, kalt, Winde aus Südosten.
DaS atlantische Tief Ist heute mit feinem Kern über der BiScava. Unter feinem Elnfluft hat sich das Hochdruckgebiet wieder nördlich verlagert. Vorläufig trllt noch leine Aenberung In ber Witterung ein.
Vorirotizen.
— TageSkalenber für Donnerstag: Astoria-Lichtspiele, ab beute .DaS Rattenloch^ unb -Die Geliebte Rofwvlskis" Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute bis el'schtleß-lch Sonntag .Die Perle bes Orient-" unb .Die LtebeSwage".
- Literarische Gesellschaft. Wie bereits asigelünDtgt, wird Der Dichter Will Vesper am 4. Dezember In Der Literarischen Gesellschaft aus eigenen Werken lesen. ES ist ck^rrakteristisch für Den Dichter, bat) er, vor einiger Zeit an Die Spitze einer grotzen Zeitung gerufen, aldbaO lein Amt nleDerlegte, um sich wieder feiner poetischen Beschäftigung zu widmen. Wir verdanken Vesper eine ganze Reih» gedankenreicher und formvvllenDeter Werke in Der- und Prosa, Seine DichUng ist von einem rvmanesken Hauch umtt«r4; Dessenungeachtet steht er auf Dem Doderl Der Wirklichkeit. (Siehe Anzeige.)
•• Gewerb e-L egltimallvn-karten. Wer nach § 44 ber ®ctoerbcorbnuna Warer>bestes» lungcn aussucht ober Waren an tauft, bedarf hierzu einer OegltlmatlonÄfarte für die Dauer be» Kalenderjahre-. Anträge von 3nlertPenten mfiffen jetzt bei ben Dürgerrneistereien, In Dießen beim Polizeiam! einaereicht werben.
Anträge auf Er teiluna eine« Wanbergewerbeschelne» für oa- Hahr 1922 müssen al-bald bei dem Pollzeiamt Gießen (Zimmer 4) gestellt werben.
•• Amtliche Persvnalnachrlchten. Ernannt wurde am 14. Dooember 1921 ber Kanz- leiselretär Heinrich Schröber In Darmstadt -um Kanzleiobersetretär bet bem Ministerium der Justiz. — Ernannt würbe am 21. November 1921 ber frühere elsah-lothringische Oberauffeber Dcvrg Gebhardt in Dobdelau zum überplanmäßigen Hauptwachttnelfter am LanbgedchtS- gefängniS in Darmstadt mit Wirkung vom 1 De- zembrr 1921 ab. — Ernannt würben am 22 November ber Oberfustizlnspektor Zohann Peter Lang-Dorf m Darmhabt zum grfchäft-letten- den Oberjustizinfpektor bei bem Landgericht ber
Aus Bürgers Dichterwerkstatt.
(Neue Briefe.)
.Bor allen Dingen (offen Sie sich getagt fein, bau Sie alle 3hve Episteln, Briefe unb Senb- ichreibcn In einerlei Format, wie ich auch tun werbe, schreiben müssen, bamit man sie desto bequemer tn baS Archiv legen unb hernach ohne Mete Umstände In ble Druckerei schicken Bann, öie beiten aUbann auf bem Tttul Rosalia, wie ich aber bdben werbe, weiß ich noch nicht. Ich denke 5>ofius Pomposius." Mit solchen Worten kennzeichnet Gottsried August Bürger den Bdes- wechsel, ben er mit bem geistreichen Göttinger Prose'sorentöchterlein Phllippine ® a t lerer führte, bereit- von vornherein alS eine Ilteraclr<6' Anoe'eienhclt: a^er t vtzdem wird uns diese li » iel De l lu g au sch ußrciche unb Int r- essante Korrespondenz auS ber empfindsamen Zeit erst letzt alS Duch geschenkt in ber -atzenden AuSgave. die Dr. Erich ^b'tcin bei Der Di terich- tchen Verlag?buchhanbiung in Leip lj veran''ai et bat Der Drll-stovchscl ist nicht nur ein wichtige» kulturgeschichtliches Dokument baS unS in oen GetprSchS- unb Ver'e^rskon 6er De, ther-Epo-che cinführt, fonbern er ist auch für bte Kenntnis Der cigenartNen Persönlichkeit b.S Levnoren-Dich'.crS von grö'^se Bedeutung. Bürger war ber Poeli’che Mentor ber ebenfalls dich enben Phi'.ippine, Die »In ganz anmutiges lyrtschrS Talentchen befah; er tritil’crt ihre Olrbclten und rät ihr. wie fies
beffer machen toll. Dabei aber erzählt er auch mancherlei von feinem Leben, das gerade damals durch feine .Dvppelliebe" tragisch umbüfiert wurde, und aus seiner Dlchterwerkslätte. in der eS ber fonst fv leichtsinnige Sturm- unb Drangpoel mit seinem Schaffen sehr ernst nahm. Er öagl Über feine prosaische Tätigkeit als Amtmann. .Heute ist Gerichtstag." schreibt er am 16. September 1777. .Don einem Amtmann, ber heute ein grieSgrimmendes Löwengesichl machen, bte Beine übereinanberschlagen unb bas Kinn in bte Hanb nehmen muß, werben Sie wohl nichts Lieb- lick'rS verlangen unb erwarten." Unb an einer anberen Stelle schildert er seine Berufstätigkeit: .WaS die liebe Poeterei betrifft, so Ist mir 8 in biefem Jahre Wohl schon zehnmal ans Herz getreten sie abzuschwächenl Der Himmel verzeih mirSl Ich habe manchmal schier mit ihm getankt. Lieber Gott, sprach ich. wenn Du mir - verlieben hast, bic Herzen unb Sinne ber Menschen mit Ge'ang zu vergnügen, so solltest Du mir auch l die Plackereien abnehmen, die mli jenem immer in ben Haaren liegen. Dein Tröd'l ist ja so voll Mcntch.'rigesichkern. dir sich d.m Vlakereien für- wahr mit well mehr Pünttllchkelt unierzöaen als ich: warum verdammst Du denn nun gerade mich zu so Tausenderlei Drcirraeschästen? WUlst Du damit, baf: Ich bte unglückliche Leier zerbrechen unb in# Feuer werfen soll? ®utl So gib mir wenigslcnS würdigere Geschäfte, bte ber Aufopfe
rung wert ftnb Aber lieber Gott! Sinb denn etwa die Geschäfte deS OpserS wert, wenn Hinze bem Kunz nachgesagt hat. er sei ein FlurschÜtz geworden, und bann Kunz ben Hinze verklagt; unb ich mich bann, anstatt eine .Mannerkeufch- Helt" zu fingen, blnsetzm, Nichtswürdigketten an- hören. Nichtswürdlgkckten aufschreiven. Über Nichtswürdigkeiten Zeugen abhören und über Nichtswürdigkellen Urteil sprechen muh "
Bürger verbirgt in diesen Briefen hinter burschikoser Lustigkeit unb Derbheit bte Inneren Qualen, Die ihn Damals durchwühlten. Aber manchmal bricht Doch fein Gefühl ergreifend Durch .Sie glauben kaum, meine Liebe," hettzl eS am 6. November 1767, »waS für ein arme-, geplagtes Gefchöps ich feit Monaien Din. Ich werde stündlich hierhin. Dahin unb dorthin, kurz, nach allen Winden gezerrt und wett) oft kaum, ob Ich ein Männchen oder ein Weibchen bin. Meiner Ober- fläch: sieht man"6 nicht an. waS für ein Wust von Sorgen, Gram unb Bekümmernisten mein Herz bilafiet." Und am 17. Juli K88 ruft er auS: .O. es ist ein elend jämmer.ih Ding um De# Me f-.c t Vt-bml Man hofft unb heft immer, e# soll befer werden; man hofft endlich einmal, ein :rod«ne* Fleckchen «u erreichen, aber siehe da! Man Datei immer tiefer tn ben Sumpf hinein und Datei und Datei — und watet solange. bis man vollends gar tn Den 6ihr hinein- plumpst.'' ,O, waS für ein geplagte- lastbares
. Tier bin tch!" stöhnt er «in andermal. .Ich schwimme in einem unabsehstchm Meere herum und errekbe schwerlich du anderes Ufer al- Da-, welche- an mein Grad grenzt." ^luch die .Vers» macheret" aewährt ihm keinen Trost. Derrn er nimmt fte sehr ernst und erzählt Dem DvaustoS- Dichtenden Fräulein: .Ich habe e» gar kein Hehl. Dah ich ble meisten mrlner Gedichte wohl 10 irnb 20 Mal abg schrieben habe Was fte an Präzision Des Au-Druck-, Leichtig'eit. Wvhlklang. kurz an jeder Art Poetischer Doll komme hell. c5 Id nun viel oDer wenig, an sich had.'n, Doi rührt lediglich von Diesem öfteren Schreiben unb Abschreiber! her Den Laien lätzt lich'S allenfalls wohl wetsmachen. bah man In poetischer Begeisterung ein schönes Gedicht, so tote eS Da lieht, ohne e.n Wort nachher zu LnD m, auf DaS erst« Blättchen Papier htngetoorfci hab« Allein die GeweihtTN wisstm, was sie Davon hallen sollen . . Halle Slr sich hübsch zu Hau- ein eigenes Buch, wie td), worein Si« alle Ihr« Gedichte für sich tn- R«l?« schreibt Ich Dave noch ein anDete# Buch zur Kladde Hierin steht alle#, wa- ich von Jugend auf geveNell hab'. D-.de» Such ist mir teurer und werter al- irgendein andere-. Denn ich iann Daraus ersehen, wie d « anfangs rohen Bären nach «nb nach geleckt und enD'.ich da-. Da# fte nun ftnb, geworXn. Unb Das ftnb mir Ek#Dellen sehr ürterelfante erlnnerungöi.*


