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Dienstag, November 1921

M- Jahrgang

Erstes Blatt

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Drud nwö Verlag: vrühl'sche U»iv.'v»ch> uni> Strinörnderei R. Lange. Schristlritttng. Sefchästrftelle und vraderei: Schvlfteatze 7.

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ßr. 256

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PollAeJtonto: «rrerithirt e. DI. 11686.

Das (Ergebnis der badischen Landtagswahlen.

Cine allzu große Ueberraschung bieten bte Dahlen In Baden nicht. Der Eintritt zweier neuer Gruppierungen, des Landbundes und der Wirtschaftlichen Vereinigung, die zusam- men 85 000 Stimmen aufgebracht haben, kom­plizieren den Vergleich mit dem Ergebnis der letzten Reichstagswahlen vom Juni 1920. Del der diesmaligen Wahl wurden insgesamt 898 000 Stimmen abgegeben gegen 943 000 im Sommer 1920. Die Wahlbeteiligung war also geringer. Der Ruck nach rechts offenbart sich in der großen Abwanderung von ben De­mokraten, die 40 000 Stimmen verloren, und in der Zusammenschmelzung der Unabhängig gen, die von 102 000 aus 27 000 zurüdgingen, während ihre radikaleren Brüder, die Kommu­nisten. nur ein PluS von etwa 20 000 Stimmen zu verzeichnen haben. Die Demokraten sehen einen Grund ihres großen Mißerfolges be­sonders darin, daß zwei ihrer Parteiorgane in der Landeshauptstadt kurz vor der Wahl ins Lager der Deutschen Volkspartei abschwenkten. Aber das war ja auch nur ein Symptom da­für. daß die demokratische Politik an Einfluß unb Anhang schwer gelitten hatte.

Der Zug nach rechts seit den letz­ten Reichstagswahlen zeigt sich darin, daß die neuen Wirtschaftsgruppen, die früher nicht bestanden, insgesamt 85 000 Stim­men aufbrachten, während Deutschnationale und Deutsche Vollspartri zusammen 47 000 verloren. Das Zentrum hat nur wenig Stim­men eingebüßt. Herr Dr. Wirth hat als Süd­deutscher in dem sogenanntenMufterländle" seine Hauptanhätzger. roährend der Zen­trumsturm In anderen Ländern des Reiches ja bekanntlich, wie der deutschnationale Füh­rer Hergt tn Gießen richtig ausführte, erheb­liche Risfa zeigt. Vergleicht man die Gesamt- stimmenziffer der diesmaligen Wahl und der letzten ReichStagStvahl mit dem Blick auf die Einzelergebnisse, so tritt hervor, daß die Wahl­enthaltung auch bei den Unabhängigen sehr groß gelvesen sein muß; annähernd 30 000 Unabhängige haben offenbar nicht gewählt.

DaS Auftreten neuer Wirtschaftsgruppen ist in Baden so bedauerlich wie anderwärts. Es tritt dabei lediglich eine Zersplitterung im bürgerlichen Lager und eine Trübung der großen grundsätzlichen Gesichtspunkte zutage.

Lloyd George über die b Irenpolilik.

London. 31. Oft. (WTB.) Lloyd Ge­orge erflörte in seiner UnterfxutSrede über die irische Politik der britischen Regierung, es sei wesentlich. bat) die Lage geklärt werbe, damit die Regierung wisse, welches die Ansicht des Unterhauses über die irische Politik sei. Zur Frage deS Bruches deS Waffenstillstandes von fetten der Sinnfeiner sagte der Premierminister, die Sinnfeiner hätten ihr Bestes getan, um die von ihnen gegebenen Garantien durchHuführen. Es seien x B. feste Garantien gegeben worden, nachdem die Regierung Beweise erhielt, bah Bor- bereitungen für eine Waffenlandung in Irland getroffen wurden. Ein Teil des dies­bezüglichen BeweiSmaterials sei der Aktion der deutschen Regierung zuzuschrei- den und. so fügte der Premierminister hinzu, eS gefröre sich, daß bicS bem Unterhause mltgcteilt werde Lloyd George crflärtc weiter, baß feine U ober etn fünft, die im Laufe bet irischen Berhand- lungen ein gegangen werben sollte, ohne die Er­mächtigung des Parlaments in Kraft treten würde. Hebe Einzelheit würde dem Parlament unter­breitet werden. Sollte ein Uebe rein kommen er- Jitelt werden, so würde das in Gestalt eineS Par­aments beschlusses geschehen. Richts könne er­folgen ohne die volle Prüfung unb Billigung durch baS Parlament.

Der Premierminister fuhr fort, das Unter­haus müsse entweder feinen Unterhändlern ver­trauen oder fie ersehen. Er und seine Kollegen wollten willen, ob bas Unterhaus haben wolle, daß sie versuchten, den Frieden herbeizuführen. Denn das Unterhaus bas nicht wolle, so gebe es einen Mann, der froh fein wurde, zu seinem Souverän zu gehen und ihm zu sagen: 3ch über­reiche Ihnen hiermit mein PortefeuilleLloyd George erflärte, wenn die getarnte Frage im Unterhause erörtert werden würde, fo würde dies das Ende der Konferenz bedeuten. Das Haus fei zu keiner der Bedingungen verpflichtet, über die man auf der Kvnfere z beraten falt', b s diese Bedingungen dem Unterbaufe unterbreitet werden Die Regierung werde sie dann empfehlen. Das fei jebod) ihre Angelegenheit, jene deS Unter­hauses würde es fein, die Bedingungen zu ver­werfen, wenn fie ihm nicht paßten. Rach dem gegen die Regierung erhobenen Borwurf, bah fie mit Leuten unterhandle, die bie Autorität der Krone nicht anerkennen und die mit Staaten verbunden seien, die alles verabscheuen, fo wolle er die Frage stellen, mit wem sie denn verhandln solle. Wenn überhaupt eine Konferenz ftaltfin- ben sollte, so müsse sie mit ben Leuten geführt werden, die für den Augenblick im Ramen der Afahrhrit des irischen Volkes sprechen. Lloyd George sagte, er gebe zu. baß fich alle ciunfeiner für eine Republik erklärt hätten, und baß alle

Sinnfeiner die Autorität der Krone verwerfen. Wenn man aber aus diesem Grunde nicht mit den Sinns einem verhandeln wolle, so aebe es niemand in 3danb, mit dem man verbandeln könne. Es fei nicht das erstemal. daß Großbritan­nien mit Rebellen mit gutem Erfolg für das Reich verhandelt habe Der einzige Punkt, den da- Unterhaus entfcheiden müsse fei nicht der. ob man mit Rebellen verhandeln falle, sondern der, ob überhaupt mit ihnen eine Konfeenz fiattfinden sollte.

3m weiteren Verläufe seiner Rede sagte Lloyd George, der Beschluß, ben das HaaS zu fassen habe, fei von großer Bedeutung. Es handle sich darum, ob das Hau- der Regierung ,Ilgen werde: Gebt baS Verhandeln auf und unterdrückt zuerst ben Aufstanb und auferlegt dann Irland eine Regelung, bie dem Parlament gerecht erscheint. Ss handell sich hierbei um eine Kostenfrage. Lloyd sagte, er wolle ganz offen zu bem £>au|e reden. Wenn die Konferenz abge- brcchen werden sollte, was der Fall fein könne, fo wolle er nur, daß das Unterhaus daS Gefühl habe, daß es alles getan hat. was vernünftiger­weise von England vor dem Dewisfen der zivilisierten Welt erwartet werden könne, um die Folgen davon abzuvxnden. Sollte die Konferenz abgebrochen werden, so würde das erste, was die Regierung tun müsse, sein, baß fie daS Haus «suchen müsse, die Streitkräfte der Krone in beträchtlichem Matze zu ver­stärken. Die Erfahrungen im südafrikanischen Kriege lehrten, Satz riefige Streitkräfte nach Afrika gesandt werden muhten, um dem Guerillakrieg zu begegnen. Er müsse bem HauS jedoch ausdrück­lich lagen, daß. wenn es nicht unbedingt notwendig für die Ehre und Sicherheit des Landes lei, jetzt nicht die Zeit dafür lei, zum Unterhaus« zu kom­men. um von ihm zu fordern, daß es den Steuerzahlern weitere grvtze Lasten aufbürbe und bie Zugenb von neuem aufforbere, bas Leben auf6 Spiel zu sehen. Bevor man bas tue, müsse mon vor allen Dingen erst daS eng­lische Bolk überzeugen, baß keine andere Dahl besteht. Man müffa das britische Reich davon überzeugen und sich selbst. D« Premierminister erklärte, die Berhandlungen mit ben vinnfeinem gingen weiter. Er würde froh fein, toerm er in der Lage fein könne, mitzuteilen, daß die Ration, bie baS britische Reich mitbegründet habe, beschlossen habe, dem Zahrhunbertc allen S rett etn Ende zu machen. Er könne bem Hause jedoch nicht bie Möglichkeit v«heimlichen, bah er vielleicht d t e fu r ch t- bare Mitteilung werde machen muffen, batz eS unmöglich fei, ohne Gefahr unb Schande zu einer Regelung zu gelangen. Wenn diele furchtbare Stunde jedoch kommen sollte, unb »je­mand. der an diesem Tische steht", das Unter­haus unb bas Land auffarbern müßte, größere Opfer zu bringen, bann müsse man bas Gefühl haben, daß alles getan wurde, was getan wer­den konnte. Jedermann müsse in bet Lage sein, zu seiner Wählerschaft zu gehen unb zu sagen Wir kämpfen für bie Sicherheit des britischen ReichsS, für seine Ehre, für Freiheit und Recht, unb wir haben alles getan, was in unserer Macht liegt, um ben Frieden aufrecht zu «halten unb unS trifft keine Schuld, daß er nicht zu­stande gekommen ist.

Lloydt George sagte, wenn die Sicherheit Englands bedroht, trenn d e Krone nicht anerkannt wirb, wenn daS britische Reich verstümmelt und 3 and zu e n:m fremden Staat? gemach', werten sollte, wenn an Eng'andö verwundbar ter F anke es den Feiirden Englands frei wäre, Abmachungen zu treffen, um den britischen Handel zu be­kämpfen unb wenn der britische Handel Angriffen an der irischen Küste ausaeseyt werden sollte, ohne bah Grotzbritannien das Recht habe, bte Küsten 3rlands zu feinem eigenen Ruhen zu be­nutzen. wenn auf Abmachungen bestanden würde, die ben Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten bedeuten würden, dann würde Grch- britannlen die notwendigen Opfer bringen, um ein solches Unheil abzuwenden

Asquith gab seiner Befriedigung dar­über Ausdruck, daß die Regierung endlich eine Politik eingeschlagen habe, für die die Opposition von Anfang an eingetreten sei. Asquith stimmte mit Cfahb George darin überein, daß die Kon­ferenz der Regierung mit den Öinnfeinern streng privat und vertraulich sein müßte Es dürfe jedoch keine Regelung ohne baS Parlament erfolgen. Denn die Berhandlungen abge­brochen werden sollten, so werde man sich einer Lage von beispielloser Schwierig­keit und Gefahr gegenübergestellt sehen

Die Neuregelung des Desoldungswesens.

Berkin. 31. Olt. (WTB.) lieber bte Frage des Neuaufbaues des Besoldung S- wesens unb ber wegen ber weiter ringe­lte tenen Teuerung für bte Beamten zu treffenden Maßnahmen haben bie feit meh­reren Tagen geführten Verhandlungen zwi- scheu ben Vertretern der Reichsregierung und den Beauftragten der Spiyenorganifationen zu einer Verständigung geführt. Wenn auch die Wünsche der Beamtenorganisationen nicht restlos erfüllt werden konnten, wurde doch eine Erhöhung der Grundgehälter zugestanden, die sich nottvendig erwies, koeil die sonst tvandelbaren Teuerungsbezüge in ein zu krasses Mißverhältnis zu den festen pensionsfahigen Bezügen gekommen wären. Auch der Ortszuschlag und derKinder- zuschlag sollen wesentlich erhöht werden.

Dagegen kann der Teuerungszuschlag wieder in etn gesundes Verhältnis zu den Grundbe­zügen gebracht werden. Es ist ein Say von 20 Prozent vorgesehen. Der burch diese Maß­nahmen erwachsende Mehraufwanb ist erheb­lich, aber tbegen ber veränderten wirtschaft­lichen Verhältnisse unvermeidlich. Der Be­amtenschaft deS Reiches und der Länder wird durch die vereinbarten Verbesserungen, die mit Wirkung vom 1. Oktober ab gewährt wer­den sollen, eine wesentliche Hilfe in der der­zeitigen Notlage zutell. Alle beteiligten Fak­toren sind sich darüber einig, daß die Mehr-- auftvendungen an die Beamtenschaft mit größter Beschleunigung au»ge.zahll werden fal­len. Die Reichsregierung wird die Gesetzes­vorlage ben gesetzgebenden Körperschaften un­gesäumt unterbreiten. Heber bie für bie An­gestellten unb Arbeiter vorzunehmenben Ver­besserungen wirb unverzüglich verhandelt werden.

Rußland und die Großmächte.

Riga. 29. Oft Die S o w j e l r e g i e r u n g teilt tn einer besonderen Rote den Re­gierungen Englands Frankreichs. 3 talienS ZapanS und Amerikas mit. daß, obgleicy ihr ber Beschluß der Brüsseler Kon- ferenj, oer die Kreditgewährung für die Hilfe zu Gunsten ber Hungernden von der Anerken- nung der Schulden der Zarenregierung abhängig machte, nicht offiziell mltgcteilt worden fei, fie angesichts der sterbenden Bollsrnassen dir Fein­heiten ber diplomatischen Stilette unbeachtet lasse und hiermit mitteüe, baß sie unter gewissen Be­dingungen bereit fet bie alten Schulden anzuerkennen. Die Svwjetrcgierung schließt sich der Ansicht d« Staatsmänner Europa» unb Amerikas an, bie ein Zunehmen der wirtschaft­lichen Zerrüttung allerorts fest stellten. Der Kampf mit dem allgemeinen Zerfall fei unmöglich, so­lange Rußland In Trümmern liege und dessen 130-Millionenvvll an der Wiederherstellung des Weltfriedens nicht tellnehme. Die Sowjetregie­rung habe, um eine wirischaslliche D«ständigung unter den Mächten herbelzuführen, bem auslän­dischen Kapital Rechtsgarantien einperäumt, fer­ner den Privathandel hergeflellt, bieKlelnlnbjftrle denationalisiert unb das Pachtrecht für Groß­unternehmen ein geführt.

Um vollends alle Hindernisse für ein Zu­sammenarbeiten mit ben Mächten zu beseitigen, sei die Sowjetregierung auch zum Rachgeben in ber wichtigsten Frage der Schuldenanerkennung bereit und erkläre, daß sie die Berpflichtung ben ausländischen Mächten und deren Staatsange­hörigen gegenüber übernehme, die von ber Zaren- regierung vor 1914 abgeschlossenen Anleihen zu- rückzuerstalten. falls die Abtragung zu günfapen Bedingungen erfolgen könne. Selbstverständlich könne die Sowjetregierung dfase Berpflichtung nur übernehmen, falls die Großmächte mit Ruß­land einen endgültigen allgemeinen Frieden schließen und die gegenwärtige Regierunganerkennen. <£i bi -fern Zwecke schlägt die Sowjetregierung die schnellste (Bbiberu- fung einer internationalen Konferenz vor. die die gegenfe t g-n Forderungen prüfen und den endgültigen F.iedensvertrag ausarbeiten soll.

London. 31. Oft 4WTB.) Die Rote der Sowjetregierung an die britische Regierung ist nachmittags beim Auswärtigen Amt eingetroffen.

DaS Reutersche Bureau berichtet hiezu, die Rote^ne vielleicht zu wichtigen Ergebnissen führen, indem sie natürlich die gesamte russische Frage in den Dordergrund stelle. Laut »Cve- ning Standart" herrscht In der Eith keinerlei Be­geisterung für die in ber Rote Tschitscherins ent­haltenen Borichläge. Der Vorschlag Rußlands laus« auf das Ersuchen um Kredite hinaus. Grundbedingung dafür müsse jedoch sein, baß Rußland selbst ein erzeugendes Land werbe unb bie Kontraktgefetze anerkenne, wie fie in den west- ll$en*2änbern bestehen.

Amerika und Lowjet-Rnstland.

PariS, 1. Rov. (WTB.) Die der Eonder- berichterstatter des .Matin" aus Washingwn mel­det. wirb die arnerikamsche Reginung ben Russen vor jeder Konferenz zunächst 3 Bedingungen stellen: 1. Ausgabe bei Systems des Terrors, sowie jeder Agitation Im Aus lande. 2. Wieder­herstellung eines normalen politischen und wirt­schaftlichen Regimes, mit dem man verhandeln könne, und 3. Garantien, daß dieses Regime dauernd sei und das Privateigentum schütze.

Die Wandlung in England.

Lon dvn,31. Oft (Wolff.)'Dn; national­liberale Bund wird auf |einer Zahres- Deriammlung am 24. unb 25. Rovember in Rew- caftle an Thyne eine Anzahl von Entschließung en behandeln, u. a. über bie Frage ber Arbeits­losigkeit die Rüstungen, ben englischen Hanbel unb die Repavationen. Sirre ber Entschließungen besagt es bestehe keine Hoffnung aus ein Wieder- aufleben des Handels unb aus völlige Behebung ber Erwerbslos gleit wenn bie Reg erring nicht u. a. folgende funbamentalen Veränderungen in ihrer bisherigen Politik vornehme: Reuregelung ber internationalen Schulden unb soweit wie mög­lich Streichung ber burch ben Krieg entstanbenen Schul b. Herab.Atzung der deutschen Reparationen unb Ent­schädigungen, ein ernstlicher Dersuch zur Heri>eiführung eines wirklichen Friedens zwi'chen len europäischen Rattonen. Beseitigung aller Beschränkungen für ben britischen Handel einschließlich 3nbustrieschutzgesey. Ein weiterer

Antrag besagt alle Versuch? zur Di derhcrstel- lung des Handels unb des E.vxrbs seien zweck­los, wenn nicht der Frieden-vertrag ab­geändert unb der freie Handel w.cber her- gestellt werbe. Asquith wird im Zusammenhang mit dieser liberalen Konferenz am 25. Rov.mbcr eine Rede halten.

London, 31. CiL (DB ) 3m Unterbau# teilte Sir Robert Horne mit, baß bie britische .Regierung nicht in Unterhandlungen mit ter amerikanischen Regierung über bte Streichung dereuropälschen Kriegsschulden stehe

Zu den Pressemeldungen, bat) bie ameri­kanische Regierung beschloßen habe, daß auf ber Washingtoner Konferenz keinerlei wirtschaftliche Fragen erörtert werben sollen, erklärte Home, baß Fragm dieser Art eher geeignet seien, Schwierigkeiten zu erzeugen, al# zu einer Lösung zu führen.

Poincar^ in London.

Bonbon, 31. Ott. (Wolfs.) D?r bormaltgc Präsident ber französischen Repub.lk. Poln - cars, ist gestern zu kurzem Aufenthalt In Lon­don eingetragen, um an einer Fe t lichtest in ber Londoner Universität tellzu nehmen. Poincars frühstückt morgen mit bem König im Bucking­ham-Palast.

Die ftragc der Herabsetzung der BesatzungSkosken.

Paris, 31. Oft. (WTB.) Wie de. .Lemps" mttirilt, ist die hier tagende Kom­mission zur Herabsetzung der mili­tärischen Besatzungskosten nicht in der Lage, ihre Arbeiten, wie vorgesehen, zum 1. November abzuschließen. Der Bericht deS kürzlich an Ort und Stelle entsandten Unter auSschuffeS über die Bedürfnisse der Be- sayungSarmee unb die von ihm festgestellten Mißbräuche haben den Anlaß dazu gegeben, weitere Auskünfte, namentlich,wie der TempS" mitteilt, vom englischen Kriegs- Ministerium einzuhvlen. Die nächste Voll­sitzung wird kommenden Donnerstag statt- fin.de n.

Tie Zurückziehung der amerikanischen Truppen vom Rheins

Washington. 1. Nov. (Reuter.) Wie verlautet, teilte Präsident H a r d i n g bei einer Besprechung mit Porter, dem Vorsitzenden des Repräsentantenausschusses für auswärtige Angelegenheiten, mit, daß er gegen die Llnnahme jeder Sntschließuna sei, welche die unverzügliche Zurückziehung der amerikanischen Truppen am Rhein vorfehe.

Tic amerikanischen Delegierten für die Washingtoner Konferenz.

Washington. 31. Oft. (HavaS.) Den amerikanischen Delegierten für die Washing­toner Konferenz ist der Rang von Bot­schaftern verliehen worden, damit sie den Delegierten der anderen Länder gleichgestellt roerden und sich in der Lage beftnden, von den Botschaftern der Vereinigten Staaten im Auslande Bericht elnzufordern und ihnen In­struktionen zu ertellen.

(Sin Lozialiftenkongreft in Frankreich.

Paris. 31. Oft. (WTB.) Auf dem Svzialistenfongreß wurde heute vvr^ mittag die Frage der internationalen Politik beraten. Renatwel vertrat den Standpunkt, der Sozialismus sei das Rückgrat der Re­publik. Die deutsche Arbeiterschaft dürfe nicht an die Wand gedrückt werden, rief Renaudel aus. denn in Deutschland liege das Herz der sozialistischen Einheit. L e d e b o u r ergriff das Wort und erklärte den Teilnehmern, daß er über die Politik der Verständigung mit ihnen völlig einig sei bezüglich der Abmachungen von Wiesbaden und daß er die Loyalität der Regierung Winh anerkenne, die aufrichtig po zifistisch sei. Nach dem HavaSbericht fügte er hinzu, daß sie von den besten Absichten im Hinblick innerdeutscher Einigkeit beseelt sei.

Die Verbannung des früheren Königs Karl.

Budapest. 31. Oft. (WTB.) Wie dte Blätter melden, tverden Exkönig Karl unb Zitain der Nacht zum Mittwoch von Tihany nach Duna Foeldvar gebracht, wo sie von dem inzwischen dort eingetrosfenen Kanonen­bootGlowworm" ausgenommen tverden sol­len. Für die Ueberführung werden die gegen­wärtig in Tihany weilenden Militärvertreter Englands. Frankreichs und Italiens Sorg? tragen.

Die (Entente schützt Ungarn.

London. 31. Oft (WTB.) Reuter glaubt zu wissen, daß die Regierungen der Kleinen Entente benachrichtigt wurden, das die Großmächte jede aktive In­tervention gegen Ungarn im gegenwärtigen Augenblick durchaus nicht billigen.

Die türkischen ^riedensbcdiugnngcn.

Konstantinopel, 1. Nov. (WTB.) Aach einer Havasmeldung wird aus An­gora berichtet, daß die Nationalversamm­lung folgende Beschlüsse gefaßt hat; Die Türkei