Ausgabe 
1.8.1921
 
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Tinge, die Lehmann auhta^ti, wagten, tov er lick befanb. Es Ebene also fein, datz die Sprengstoffe heimlich erngftührt wurden. Rach dieser Rich- tung verdächtig sei Meyer-Heintz, der der typische Provokateur gewesen iet Krim inatebedommif f ar SilberSdorf wird befragt, ob bei der an die Polizei gelangten Mitteilung, baf) sich Dyna­mit in der Lehmannschsi Wohnung besinde, auch angegeben war, daß sich die Sprengstosse in be­stimmten Behältnissen oder dergleichen bei Woh­nung befänden. <&t teilt mit, daß der Anzeiger diese detaillierten Angaben nicht gemacht habe.

Landwirtschaft.

Taectttegeln vom August.

3m August viel Regen ist dem Dein kein Segen. Bläst im August der Aorb so dauert gutes Wetter fort. Stellen sich Anfang August Gewitter ein so wird es bis zu Ende sein. Laurentius heiter und gut einen schö­nen Herbst verheißen tut. An Laurentius man pflügen muh. Lorenz und Barchel (24. August) schön wird der Herbst auch gut ausgehn. Freundlicher Barchel und Lo­renz muh rein fein soll guter Dein sein. Jst'S hell an dem LaurentiuStaa man Früchte sich viel versprechen mag. Oft Lorenz ohne Feuer gibt schlechten Wein eS heuer. 15. August. Mariens Himmelfahrt Sonnen­schein bringt viel Obst und guten Wein. Hat unsere Frau gut Wetter wenn sie zum Himmel fährt gewiß sie dann und allen viel guten Wein beschert. 24. August. Ge­witter am 'Dartholomä bringen Regen und Schnee. Barcholomä Bauer'! Wie sich Dartbolomäus hall ist der ganze Herbst bestellt. 28. August. Alm die Zeit von Augustin ziehn die warmen Tage hin.

Hochschulnachrichlen.

Jubiläum der Straßburger Atoiberfität

5 r a n f f u 11 a. M, 31. Juli. (Wolff ) Unter starker Beteiligung der akademischen Kreise nahm die von den ehemaligen Straßburger Korpora­tionen und der Studentenschaft der Frankfurter Alniberfltät gemeinsam veeanstaltete Geden k- feier zur Erinnerung an die vor 300 fahren erfolgte Gründung der Straßburger Al n l b e r | i t einen durch­aus würdigen Verlauf. Als studentischer Ver­treter sprach cand. jur. Herpel, der die Be­rührungspunkte zwischen der F anffurter und der Straßburger Hochschule als Bollwerke deutschen Geistes hervorhob, dann Prof. Dr. War E. Mayer, als ehemaliger Straßburger Dozent, und der frühere ©tra burger lln.versitälsbib io- chekar Prof. Dr. Marckwald, der die Ent­wicklung der dortigen Alnlberfität in ihrem deut­schen Charakter von der Zeit des ausgehenden Humanismus bis an die Schwelle der Gegenwart schilderte. Zuletzt gab Studienrat Dr, König allgemeine Ausführungen über daS Thema: .Das <8llah und wir" und bezeichnete dabei dieel)ab- lvthrlngische 3bee als die Idee Volksdeutscher Menschen im fvanzösifchen Staate.

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Dei den (Siebener Studenten- auSschuhwahlen entfielen auf die Listen deS HochschulringeS deutscher Art (völlisch) 46 Eitze- dieses Ergebnis bedeutet gegenüber den Wahlen vom vorigen Semester eine Zunahme von 14 Sitzen. Die übrigen Listen bekamen zu­sammen 4 Sitze, davon erhielten dieAlien Richtinkorporierten" 3 Sitze, während der freien (jüdischen) Liste ein Sitz zufiel.

Kirche und Schule. Hsnnalkundliche Studienfahrt Deutscher Lehrer durch Hessen.

Darmstadt, 29. Juli. Durch die Gefilde der gesegneten Wetterau, am Rande des Voaels- beiaes hin, führte die Fahrt tiefer ins Hessen­land hinein zur Besichtigung deS durch seine Lage und seine Geschichte ausgezeichneten Städtchens Büdingen. Die hier verlebten Stunden wer­den den Teilnehmern in steter Erinnerung bktben. Das altertümliche, ins Tal deS Seemenbachs ein­gebettete Städtchen mit feinen gut erhaltenen Mauern und Tünnen, das in den verschiedensten Stilarten erbaute Schloß der Grafen von Isen- burg-Büdingen, der lauschige Park, nicht zuletzt die entgegenkommende Art der Bewohner, machen dieses Plätzchen zu einem durchaus empfehlens­werten Aufenthaltsort, zur Perle Oderheffens. Die von Friedrich l., Bardaroffe, in Gelnhausen errichtete Kaiserpfalz, die schon von dem Dichter Schentendorf besungen wurde, blldete einen weiteren Punkt des Programms. Es war ein er­hebender Augenblick, als nach vollendetem Rund- gang aus hundert Kehlen angesichts der Burg- trümmer daS Alhlandsche Lied von dem gefangenen Kaiser Rotbart ertönte, der einst kommen werde, des Reiches Herrlichkeit von neuem zu begründen. Am Abend langten die Kursteilnehmer In 5) a t rn- stad t an, daS am folgenden Tage besichtigt wurde. Die auf der Mathildenhöhe gelegene Künstlerkolonie hat Darmstadt weit über die Gren­zen Hessens, ja ganz Deutschlands hinaus bekannt­gemacht. Sie wurde nach einem Gang durch die schön gepflegten Wälder der nächsten Umgebung und einer Besichtigung des Jagdschlosses Kra­nich st e i n ausgesucht. Der Rachmittag war aus- gefüllt durch einen Sang insLandeS museum. Recht gemüllich gestaltete sich bex Abend, an wel­chem von dem Darmstädter Lehrer verein im Saal­bau eine kleine Feier veranstaltet worden war. Der Präsident des Landesamtes für das Dil- dungswesen. Strecker, begrüßte in längerer Rede die vollzählig erschienenen Lehrer der Stu­dienfahrt, ebenso je ein Vertreter der Oberlehrer- und Volksichullehrerschaft Darmstadts. Dialekt- dichter Robert Schneider erfreute die An­wesenden durch seine Dialektdichtungen in Darm­städter Mundart. Auch Friedland, Schlesien und die Lüneburger Heide kamen zum Wort. So ver­flossen die Stunden sehr aich und mit dem Lied »Deutschland, Deutschland über alles", das stehend gesungen wurde, knüpften sich die Bande fester

Landkreis Gießen.

tt Tret * a. Lda., 29 -3un. Für bu UDtt» schlesierhilfe wurden hier durch den Orts­ausschuß Dom RoSen Kreut 1330 Ml. erhoben, die Gemetndekaffe fpenbete 100 HL, fx> bah 1*30 ML gor Ablieferung gelangen konnten.

-reis Ariedberg.

fpd. Ilbenstadt /Oberfr.), 31. Zull. Die au des Lehrers Christian kam bei einem Absprung von einem Wagen, besten Pferde durch­gingen, so unglücklich zu «Zoll, bah fic nach kurzer Zell verstarb.

Hcssen-Nassa«.

DLe 5tanrfutter Daffenfundaffäre.

frb- Frankfurt a. M., 31. Juli, Die am Samstag den 16. Juli gelegentlich der Daffen- funbe in der Wvhlerschule verhafteten Herren Pape und Knapp haben gegen den Polizei­präsidenten Shrier Strafantrag wegen Frai- Leirsberaubung gestellt, well man sie entgegen Jen gesetzlichen Bestimmungen vier Tage inhaf­tiert hatte, ohne bah sie dem älntersuchungs- rubter vorgeführt wurden. Das mustluwetAÜg» kch, spätestens innerhalb 24 Stunden" geschehen. Die Staatsanwaltschaft hat dem Strafantrag ftati- gegeben. Auch das beim Studien rat Dr. 3ung vorgefundene schriftliche Material stellt sich nicht als derart belastend heraus, wie die Polizei zuerst der Presse bekannt .gab. Was man bei Jung vorfand, sind lediglich Derzeichnisse von Mil- aliebecn der DeuUchnationalen Dolkspartei. Mu den Dafsenfunden haben die Papiere nichts zu tun.

Unwetter im Westerwald.

fpd. Montabaur, 31 OalL äleber dem Westerwald enllud sich am Frlltag ein schweres Gewllter, bei dem der Blitz allerlm Un­frei! anrichtete. Auf einer 21rbd.6itä;te in der Dähe der Stadt traf ein Blitzstrahl eine Gruppe tarn 4 Arbeitern. Drei wurden betäubt, der vierte, der einzige Verheiratete von den Leuten, wurde vom Blitz getötet. Bei Rabolshausen erschlug der Blitz den Landwirt Adam Derk. Durch Blitzschlag wurden ferner viele Getreidehaufen in Stanb gefetzt und vernichtet.

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[J Frvnhausen, 28. Juli. Zwischen hier toib Friedel Hausen rannte gestern nachmittag ein, mit drei Personen besetztes Auto aus Frankfurt gegen einen Baum, dec aus den Wurzeln gehoben wurde. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon, das Auto ging In Trümmer.

Brände.

-m. Bellersheim, I. Aug. Gestern nach- Rnittag um 1/22 älhr brach auf dem hiesigen H 0 f- gut In einer Scheuer Feuer aus, das diese in kurzer Zeit einäscherte. Infolge der Dürre und des überaus reichen Getrewevor» rates züngellen rasch mächtige Feuergarben zum Himmel empor und hinterliehen eine groste Glut -innerhalb der noch stehenden llmfussungSmauern. Die Scheuer war dicht gefüllt mit sämtlichem »Korn, Weizen von 21 Morgen sowie Heuvor­räten. Die Feuerwehren von hier, Obbornhofen und Wohnbach waren lange Zeit bemüht, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken, was auch schließlich gelang, trotzdem fast kein Wasser zum Löschen vorhanden war. Dieser ilebelftanb hätte bei ungünstiger Windrichtung verhängnisvoll wer­den können und berechtigt zur Mahnung, spar­sam mit dem Wasserverbrauch zu sein. Ohne Wasser find die Wehren machtlos. Heber die Entstehung des Brandes ist bis jetzt nichts be­kannt. Der Schaden dürfte durch Dersicherung gedeckt feien.

fpd. Sindelfingen, 31. ^ull In den staatlichen und städtischen Waldungen wütete ein zweitägiger Brand, der etwa 60 Hektar vernichtete.

fpd. AuS dem Rhein-Maingebiet, 31. Juli. Bei Miltenberg entstand durch FuntenauSwurs einer Lokomotive em Brand, der 800 Obstbäume und mehrere Hektar Wald ver­nichtete. In Berod im Westerwalde zer­störte ein Brand zwei Wohnhäuser und die dazu gehörenden Wirtschaftsgebäude. Don den Staatswaldungen bei Schaidt in der Pfalz wurden mehr alS 100 Morgen Hochwald ver­nichtet. Bei Thaleischweiler verursachten leichtsinnige Burschen einen Wiesenbrand, der auch 6ie_ umliegenden Weizenfelder eines Landwirtes einäscherte. Hierbei 'verbrannten mehr als 170 Haufen Getreide, Die leichtsinnigen Burschen wur­den Verhaftet Bei Heu | e 11 ftam m richtete ein Brand in den Waraungen groben Schaden an. Das Feuer entstand durch den FuntenauSwurf eine« Zuges. Ss hätte gelöscht werden können, wenn der Zug wenige Augenblicke seine Fahrt unter­brochen hätte, fv dast daS Personal und die Fahrgäste in der Lage waren, den entstehenden Brand zu unterdrücken. RichtSwürdige Du re­ichen stockten auf dem Rdmerh 0 s "bei Frank­furt mehrere dochbsladene Getreidewagen an, die vollständig abbrannten. Den Schandbuben ist man auf der Spur.

Gerichtssaat.

Frankfurter Sondergericht.

Frankfurt a. M, 30. Juli Die Ehefrau des AncIcUagten Lehmann gibt an, dast ihr nur Weihnachtspakete ins HauS geschickt worden feien, sie will also eine Zusendung von Spreng- stvfsen nicht erhalten haben. Dast sich unter ihrem Stuhl Patronen und Sprengstoffe befunden hätten, scl ihr nicht bekannt gewesen, auch nichts davon daf, sich in der Küche in einem Loch unter der Treppe Sprengstoffe befunden hätten. Der Krimi­nalbeamte Gehrmann berichtet über die Haus­suchungen bei Lehmann. Er fand zwei Bomben, zwei Handgranaten, zehn Päckchen Dynamit u. a. Als man die Sachen entdeckte, war Frau Leh­mann sehr verlegen und fagte: Ich habe immer gesagt, er soll die Finger davon lassen." Frau Lehmann behauptet gegenüber dieser Aussage, dah sie gesagt habe, .das bat mein Mann von ber Partei". Zu dem Funoe in der Lehmann- schen Wohnung bemerkt Kunz, daß die Eheleute Lehmann oft stundenlang nicht zu Hause waren. Der Schlüssel zur Wohnung lag an einem be­stimmten Versteck, und viele G'nossen und Zlücht-

um Gast und Gastgeber. Der nabe Kanonendonner fremder Geschütze vermochte der guten Stimmung keinen Abbruch zu tun.

tL Kirchberg b Lollar, 29 Juli. Gestern begingen Dekan © u h m a n n und Frau das Fest der silbernen Hochzeit.

Lande!.

Frankfurt a.. TL, 1. August.

Züricher Devisenmarkt. 3i .7. 1. 8.

Wechsel auf Schweiz« Franken

Holland 100 FL = 188.- 18 <.-

Deutfd)lanb 100 Wfc. = 7.50 7.65

Wien 100 fit. = 0.70 0.70

Prag 100 fir. = 7.65

Var» 100 Fr. 46.35 46.65

London 1 £ = 21.78 21.74

Italien 100 ß. 25.55

Brüssel 100 Fr. - 44.60 44.90

Budapest 100 fir. 1.60 1.60

Neuyork 100 $ 610.- 650.-

Agram. ....... 100 fir. = 3.5)

Bukarest 100 £.= 7.60 7.65

Vermischtes.

Eine Zugentgleisung.

Der litt, 1. August. (Priv.-Tell) Streckende Die die Morgenblätter aus Angermünde melden, ist der Vorzug des D-ZugeS 18Sa ß - nitz Berlin unmittelbar am Bahnhof Angermünde entgleist. Tote sind nicht zu beklagen, jedoch wurden mehrere Perso­nen verletzt. Die Sttecke ist nach beiden Richtungen vollkommen gesperrt. Der Verkehr wird über FreienwaldeEberswalde auf­recht erhalten.

Streikende Kartoffellutscher.

Berlin, 1. August. (Priv.-Telegr.) Kartoffelkutscher überfielen am Ber­liner Dordbahnhof Händler und Geschäfts­leute, die dort Kartoffeln abttansportieren wr Illen. Sie fielen den Pferden in die Zügel und rissen zum Teil die Führer der Wagen von den Sitzen. Einige Kartoffelsäcke wurden von den Wagen heruntergehvlt und der In­halt zertreten. Erst, nachdem die Polizei Ver­stärkungen erhallen hatte, konnten die Wagen mit Kartoffeln unter polizeilicher Bedeckung abfahren.

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Vielweiberei in Frankreich. Der Freispruch eines Mannes, der wegen Bigamie angeklagt war, durch ein Versailler Gericht hat die Frage der Einführung der Vielweiberei in Frankreich, die bereits wäh­rend des Krieges öfters erürtett wurde, wie­der in Fluh gebracht. In einem Aufsatz des Petll Blou" erklärt Jean Heß, dastFrank­reich von ftemden Elementen aufgefogen wer­den wird, wenn es nicht die Vielweiberei einführt". Er fordert die Regierung auf, dem Beispiel des Gerichtes zu folgen und Bür­gern, die den Mut und die Mittel haben, zwei oder mehrere Frauen zu nehmen, die gesetzmäßige Erlaubnis dazu zu verleihen. Hest sagt, die Krisis sei auf dem Lande schon so grost, dast Dauern die Ackerbaugebiete ver­lassen, weil sie mit einer einzigen Frau das Land nicht bestellen und von ihr nicht genug Kinder haben, die ihnen helfen können. So­dann sei die Zahl der Unverheirateten und erwerbslosen Frauen so gewalttg, dast ihre Versorgung ein unlösbares wirtschaftliches Problem bietet. Allen moralischen Bedenken gegenüber erklärt er, dast Vielweiberei die natürliche Form der Ehe sei und dast man damit nur zu dem Brauch von Kulturen und Religionen zurückkehre, die ebenso klug und verehrungswürdig gewesen seien als die unse­ren. Er spricht die Ansicht aus, daß die Frauen selbst einer solchen staatlichen Ver­ordnung keinen Widerstand leisten würden. Ob es sich hierbei nicht um HundStagSphan- tasien handelt?

Woher kommt das Abtragen ber Kleider? »Warum tragen wir unsere Kleider ab?" Diese so wichtige und doch noch io wenig be­achtete Frage wirft ein Textilsachversiänbiger auf und gibt durch ihre Beantwortung zugleich wert­volle Hinweise, tote wir unsere Sachen am besten gegen Abnutzung schützen können. Die meisten be­dachten ja das Abträgen der Kleider als etwas älnvermeidllches, wogegen man doch nichts machen kann. Aber geht man den habet sich abspielenden Vorgängen auf den Grund, so findet man eine Menge inte restanter Tatsachen. Alle Kleider wer­den dadurch abgenutzt, dast man sie dem Sonnen­licht, der Luft, dem Regen, der Tätigkeit von Bak­terien und mechanischer Spannung aussetzt. Der gefährlichste aller dieser Einflüsse ist das Son­nenlicht. Deshalb sollten nicht benutzte Kleiber stets im Dunkeln aufbewahrt werden Aber das Licht greift nicht jeden Anzug in gleicher Weise an. 6tn dunkler Stoff wird weniger mitgenommen als einer in leuchtenden Farben. Deshalb halten bunfie Sachen länger als bunte. Die roten und gelben Lichtstrahlen wirken weniger zerstörend als die blauen, violetten und ultravioletten Strahlen Richt alle Fabrikate werden in gleicher Weile durch die Sonne mitgenommen. Während Wolle und Seide der starken Einwirkung von Sonnenlich: rasch «liegen, sind Baumwolle und Leinen viel widerstandsfähiger. Trotzdem ist das Tragen baumwollener Sachen nicht so sparsam, da die Farben auf Baumwolle sehr viel rascher verblassen als auf Wolle. Wenn ein gefärbter Wollstoff dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, so wird zuerst der Stoff von den Strahlen angegriffen und die Farbe dadurch geschützt. Bei der Baumwolle aber wird zunächst Ser Farbstoffs mitgenommen. Von reinem Regen und rein« Luft leiden Kleider wenig. Aber

(In einem Teil der Auflage toieberbolt) Beratung des Eackderständigenau-fchufses fih

Oberschlesien.

Paris, 30. Juli. (WTB.1 Die erste Sitzung des neu eingefetzten Sachdcrftün' di g e naussch usses für die Obcrfchleb- sche Frage hat gestern amQuai d' Orsan" stattgefundcn. Aach der Aufstellung eines Ar­beitsplanes begab sich die Konferenz fofort ar die Arbeit. Wie derPetit Parisien" schreib«, haben die Mitglieder des Ausschusses fidi verpflichtet, strengste Diskretion üb-' die Verhandlungen zu wahren. Das Blatt glaubt jedoch zu wissen, daß alle Ausschuß Mitglieder von dieser ersten Fühlungnahme einen sehr günstigen Eindruck gehabt haben, so das) sie die Hoffnung hegen, dem Obersten Rat einen gemeinsamen Drenzvorschlag unter­breiten zu können.

Amerika and die oberschleslsche Frag«.

Pa r iS, 30. Juli. (WTB) Die .©htcago Tribüne" meldet auS Washington, es sei end­gültig bclannt geworden, bah Amerika nickt den Wunsch geäußert habe, die S ch i e d s » richterrolle in der Oberschlesischen F age zu übernehmen. Botschafter Harvey werde ber Sitzung des Obersten RateS nur als Beobachter beiwohnen.

Frankreich besteht auf der Truppenentsevdung

Paris, 30. Juli. (WTB- ..Petit Pari- sien" zufolge bestätigte der franzos sche Minister- rot gestern unter dem Vorsitz von Millerand den Entschluß der französischen Regierung in bezug auf die Entsendung von Truppe uver- Härtungen nach Oberschlesien. Frankreich Bei­tritt den Standpunkt, daß es in dieser 5ragt umso weniger nachgeben könne, als es sich durch zwei diplomatische Schritte bei der deutschen Regierung fest gelegt habe. Ehe die französische Regierung auf diese Mah- nähme verzichte, die sie für unerläßlich hatte, scheine sie, wenn möglich, unter ihrer eigenen Verantwortung handeln zu wollen.

Eine Erklärung DriandS.

Paris. 30. Juli. (WTB) In ber gestern unter dem Dorflh MillerandS abfleta'tenen M t - nisterratSsihung gab Ministerpräsident Drianb eine eingehende Schilderung feiner Unterredung mit dem englischen Botschafter so­wie über die Beratung des englischen Minister­rates und übermittelte eine eingehende Erklä­rung über die Antwort, die er der eng­lischen Regierung zu erteilen gedenke Seine Ei (lArung w r)e 1 du Mini errat einmütig gebilligt

Rorthcliffe bei Hardinq.

London, 31. Juli. (WTB > Laut »Times* au4 Washington empfing Präsident H a r b i n g Rorthcliffe In einstündiger Audienz, trofobent ber englische Botschafter feine Vorstellung ver­weigert hatte.

Eine Konferenz der baltischen Staaten.

Helsingfors, 30. Juli. (WTB.) Die Konferenz ber baltischen Staaten wurde am Donnerstag beendet. DaS Protokoll ist heute unterzeichnet worden. Das Ministerium deS Aeuhern veröffentlicht eine Erklärung, in der es heißt: Da die friedliche Befestigung der neuen osteuropäischen Staaten von vitaler Be­deutung für die bei der Konferenz vertretenen Staaten und für einen bleibenden Frieden In Osteuropa ist, haben diese Staaten beschlossen, auf Grund der Gemeinsamkeit ihrer wirtschaft­lichen und politischen Interessen die Minister deS Austoärtiaen der baltischen Staaten von Zeit zu Zeit zu Konferenzen z u - sammenzuberufen. Die nächste Konseren., toirb in Warschau abgehallen. Die Konferenz spricht den Wunsch auS. bah die schwebenden ober abgeschlossenen Verhandlungen über wirt­schaftliche Abmachungen zwischen gewissen an der Konferenz beteiligten Staaten vervollkommnet würden durch den baldigen Abschluß von Handels­verträgen und llebereinkommen über wirtschaft' liche und DerkehrSsragen zwischen den übrigen Teilnehmern an der Konferenz.

Vorberatung des pazifischen Problems.

Paris, 31. Juli. (WTB.) Die »Chicaar, Tribüne" meldet aus London, bah wahrscheinlich in diesem Monat in Amerika, und zwar an der pazifischen Küste, entweder in den Vereinigten Staaten oder in Kanada, eine Vorkonferenz zu den Washingtoner Aorü st ungsver- hanblungen stattfinde. Es stehe nur noch die amtliche Antwort ber beteiligten Länder aue Teilnehmer sollen die Vereinigten Staaten, das Britische Reich alS Ganzes uno Japan sein. Der Zweck dieser nicht formalen Konferenz sei, dar pazifische Problem zu besprechen und die Tages­ordnung für diesen Gegenstand für die formelle Konferenz im Rvvemder vorzuprüfen

Dom württembergifchen Landtag.

Stuttgart, 29. Juli. (Wolfs., Der Württembergische Landtag hat sich heute bis zum Herbst vertagt, nachdem zuvor das viel umstrittene PfarrbesoldungS- g e f e h angenommen wurde, wobei jedoch die dazu gehörende DeckunaSvorlaae ab = gelehnt worden war. Zu der deshalb be­fürchteten Regierungskrise ist es nicht gekom­men. Die Regierung erklärte, daß sie im Herbst eine neue Deckungsvorlage einbringen werde. Der Deittag des württembergifchen Staate zur Reckarkanalifatton mit 30 Mlllionen Mark wurde angenommen.

ht Städten ist die Luft fetten rein, fit enthalt Säuren und alle Arten von Mikroben, die bi» Stoffe schädigen. Die Mikroben, die die Stoff, anareifen, aebeiben am besten unter warmen und naßen Bedingungen. Man soll daher Kleidci möglichst trocken bürsten, um fie von Staub frei- zuhallen. Baumwolle- und Wvllefasern fink sehr elastisch und stark: Tie können daher ein ge­höriges Reiben aushatten. Erst wenn Die Stoffe durch das Sonnenlicht gelitten haben, läßt ip>c Widerstandskraft gegen solche mechanischen Span­nungen nach.

Morgen legtet wum M Hort