Ausgabe 
1.1.1921
 
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Die Besteuerung des reichssteuerfreien |Ko mmisri°n bi. e?

Einkommens. ersten vorbereitenden Witte tim nnrb.

Starkenburg und Nheintzesfen.

Jahrnicht Ganzes'

Blei oder

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Hus dem besetzten «cbleu Französische Rechtsprechung.

sd. M a i n z, 30. Dez. Gegen neun Man-

fd. C o b l e n z, 30. Dez. Unter dem Ver­dacht, den Landwirt Sesterhenn in Mayen ermordet zu haben, wurden die Frau des Ermordeten und der Förster Stiels fest­genommen und dem Coblenzer Untersuchungs­gefängnis zugesührt.

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Aus denr Reiche.

Die Sozialisierung des Kohlenbergbaues.

Berlin, 30. Dez. (WB.) Amtlich. In der Sitzung vom 21. d. Mts. >hcrtte das Reichskabinett beschlossen, wenn möglich, noch im Januar Oem Reichstag einen Entwurs über die Sozial:- f terun g des Kohlenbergbaus vo zulegeu. Der Reichsnnrtschmslsminister war b.au'tungt wor­den, den Soz'-alisierungsausschutz des vorläufigen Reichswirtschastsvats um Beschleunigung ferner Ar- beilen zu bitten, damit die Ergebnisse der Bera­tungen noch für die Aufstellung des Entwurfs benützt werden könnten. In Ausführung dieses Auftrages hat der Reichswi tsckiaftsminister an den Vorsitzenden des So^alisierunaSauSschusses ein Schreiben gerichtet, in dem er ine Absicht des Ka­binetts mitteilt und ihn ersucht, aus fine Be­schleunigung der Arbeiten des Berftänd-igungLaus- schusses Ku wirken.

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D'Anunzios Komödie

Rom, 30. Dez. (Wolff.) Stefani. Das Abkommen von Fiume gilt als abgeschlossen. D'Annunzio hat eine Erklärung ver­öffentlicht, in der er sagt, es lohne sich nrcht, für Italien tzu sterben. Er soll im Begriff sein, Fiume tm Flugzeug zu ver­lassen. Die Nacht zum gestrigen Tag ist ruhig verlaufen.

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Bewaffneter Widerstand wegen Besitze nähme.

rm. Hofheim i. Ried. 30. Dez. Als a». Mittwoch auf Antrag des Kommunalverban des mit Unterstützung eines Kommandos der Sicherheitspolizei bei einer Anzahl von Land­witten Beschlagnahmen von Kartof­feln usw. stattfinden sollten, da sie angeb­lich noch mit chren Ablieferungen im Rück­stände waren, wurde von der Bauernschaft mit Jagdwaffen, Rübenmessern u. s. w. energisch Widerstand geleistet. Die Ab­sicht der Beschlagnahme mußte aufgegeben werden. Wie wir erfahren, soll heute die.Ak­tion mit einem größeren Kommando der Sicherheitspolizei wiederholt werden.

*

rm. Darmstadt, 31. DeZl' In einer stark besuchten Dausbesitzerversamm­lung, die gestern abend in der Turnhalle am Woogsplatz stattfand, wurden nach Refe­raten dec Stadtverordneten Haury, Dr. Noell-- ner und Geschäftsführer Ziegler einstimmig eine Entschließung angenommen, in der nach Schilderung der Notlage der Hausbesitzer ge­gen die vielseitige weitere Besteuerung aller Art Stellung genommen wird.

Dessen Nassau.

sd. Marburg, 30. Dez. In Lindenau erhielt der Landwirt Leister bei einer Treib­jagd einen S ch ro t sch u ß in das Bein. EL trat Blutvergiftung ein, die den Tod des Mannes zur Folge hatte.

fd. Herborn, 30. Dez. In das Schloß Illingen drangen nachts Einbrecher ein und stahlen das dott in großer Menge vorhaw dene Silbergerät.

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Alle diele S

Aus Stadt mto caito.

Gießen, Den 31. Dez. 1920

Pflege der Leibesübungen zur Kräftigung des Volkskürpers ist für alle zur dringendsten Pflicht geworden. Diele Er­kenntnis ist in breite Schichten unseres Volkes eingedrungen und hat die Turn-, Spiel- und Sportbetätigung zu außerordentlicher Bedeu­tung geführt. Die Sportbewegung ist zu einem Faktor des öffentlichen Lebens herangereift, zu dem Presse und Behörden fördernd Stel­lung nehmen müssen. Auch der Gießener An­zeiger will mehr als seither alle Sportfragen und -Bestrebungen unterstützen und zweck­mäßig unb fachmännisch bearbeiten. Dazu be­darf es einer besonderen Beilage, in welcher nicht nur über die großen Ereignisse und Ta­gessragen ausführlich berichtet werden kann, l'ondern in welcher auch die Bestrebungen der einzelnen Vereine, ihre Leistungen und Wett­kämpfe in die Erscheürung treten. Das Ziel wird erreicht durch die Angliederung der vor­trefflich geleiteten

Sport-Umschau Wochenschrift für Turnen, Spiel und Sport an die Verlagsfirma unseres Blattes.

Diese seit September vorigen Jahres er­scheinende Sportzeitschcift hat schon seither eine fühlbare Lücke in der Berichterstattung unseres heimatlichen Gebietes ausgefüllt. Wurden doch von den nächstliegenden Fach­blättern in FrankfurtHanau bzw. Elber­feldHannover die Turn-, Sport- und Spiel­fragen unserer engeren Heimat gar nicht oder nur sehr spärlich behandelt. Nunmehr soll je­dem Äser Gelegenheit zum billigen Bezug eines ausgezeichneten Sportblattes in Verbin- dung mit seiner angestammten Tageszeitung geboten werden. Während dec Monats Januar wird den Montagsnummern des Gießener An­zeigers dieSport-Umschau" kostenlos beige­fügt, damit sich die oberhessische Stadt- und Landbevölkerung mit ihren Vorzügen vettraut machen kann. Vom 1. Februar ab kann die Sport-Umschau in Gemeinschaft mit dem Gie­ßener Anzeiger für 5.50 Mark monatlich be­zogen werden. Außerdem kann die Sport- Umschau allein gehalten werden zum Preise von 9 Mark für das Vierteljahr.

Diese Sonderausgabe der Sport-Umschau ist mit blauem illustriertem Umschlag ver- ehen, der außer einem amtlichen Dell wissen- chaftliche Aufsätze berufener Fachleute ent­halten wird.

Verlag des Gießener Anzeigers.

Silvesterorakel.

Der unterhaltenden Spiele, Scheine und Ora­kel, mit denen man sich am Silvesterabend im Kreise der Familie die Zeit verkürzt, gibt es nne ganze Menge. Tie meisten von ihnen haben rinen abergläubischen .Hintergrund und scheinen geheim­nisvolle Mittelchen zu sein, tote man den Schleier der Zukunft ein wenig lüsten kann. Gar zu gern möchte man besonders wenn man jung ist hinter die Kulissen des neuen Jahves gucken, bn dem gerade der Vorhang alsZeichen »um Be­ginn der Vorstellung" emporgezogen wird. Wie wird sich mein Sebert Anno 1921 gestalten? Wartet auf mich Liebe, Ehre oder Erfolg? . . . Tas am meisten Verbreitete Silvesterorak'l ist das Blcr-

Ei« diplomatische Empfang in Frankfurt a M.

Frankfurt a. M., 30. Dez. (Wolff.) Der großbritannische Generalkonsul Ges- ling, Doyen des hiesigen Konsular­korps, teilte dem Oberbürgermeister mit, daß die Mitglieder des Konsularkorps der Stadt Frankfurt am Neujahrstag einen B e s uch zu machen wünschten, um Grüge und Glückwünsche zum neuen Jahr zu übermitteln. Die Konsuln wünschten gleichzeitig, bei dieser Gelegenheit mit den Vertretern der in Frank­furt ansässigen Behörden und Korporationen zusammenzukommen. Der Empfang wird am Neujahrstage im Kucfürstenzimmer des Rö­mers stattfinden.

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zwei Ange- -efänanis, ein Angeklagter 0 Jahre und fünf Angecklagte je 1 Jahr Ge­fängnis. Von den neun Angeklagten hatten sich sechs rechtzeitig durch Sb reife ins un­besetzte Gebiet ihrer Verhaftung entzogen.

Der deutsche Handel in China.

Der Auslandabteilung des Kaufmännischen Vereins von 1858 in Hamburg wird aus Tientssn berichtet:

Wie überall in der Welt, so ist auch das Leben in China äußerst teuer geworden. Der Engländer ist dem Deutschen noch immer feindlich gesinnt und sähe ihn lieber heute als morgen wiederrepatriiett". Der Ameri­kaner läßt schon eher mit sich reden, und falls er einen tüchtigen Experten für sein Geschäft braucht, besonders in Strohborten, Häuten und Fellen, so stellt er auch einen Deutschen an, voraus­gesetzt, daß er so stark ist, sich dies leisten zu können. In Shanghai haben amerikanische Banken solche Firmen, die bei ihnenoverdrasts" hatten, gezwungen, angestellte Deutsche wieder zu ent­lassen. Französische Firmen nehmen z. Zt. keinen Deutschen an; aber ein gwßer Teil der hiesigen Franzosen steht, so wideriprechend es auch klingen mag, dem Deutschen wohwollend gegenüber. Selbst­verständlich gibt es auch noch genügend Franzosen, die im Deutschen nur den Hunnen sehen.

ftür einen jungen Handlungsgehilfen, der lediglich allgemeine Kenntnisse in Buchhaltung, Korrespondenz usw. besitzt, besteht hier durchaus keine Aussicht, eine Stellung zu erhalten, da hierfür schon Chinesen genommen to-rden. Ein Deiner Teil von Chinesen hat die Absicht, selbst mit dem Auslande in Fühlung zu kommen, unb zu diesem Zweck ist ihm der jetzt billig arbeitend. Deutsche gerade gut genug; finden sich dock Deutsche in leitender Stellung bei solchen Unter­nehmungen zu einem Gehalt von 2j0 Dollar monatlich! Der Chinese will sofort Erfolge sehen, und kommt es nicht dazu, dann macht er seinen Laden schnell wieder zu und der Deutsch? s i h t auf der Straße. Wohnungen sind hier sehr schwer zu haben; auf Monate sind all' rre. werdenden Wohnungen weder belegt. Die ? -1o') nungsknappheit erklärt sich durch den großen ,.u zug von Nüssen.

tter und grauen aus Darmstadt und Gries­heim, bei denen gelegentlich von Haussuchun­gen deutsche Jnsanteriegewehre, Gas- und Handgranaten, 5000 Stück deutsche Jn- fanteriemunition und französische Maschinen- aewehrmunirion vorgefunben wurden, ver­hängte das französische Kriegsgericht außer­ordentlich hohe Strafen. Die beiden Haupt- l angeklagten hatten zudem noch einen Ein­bruch in eine französische Militärbäckerei ver- < übt. Es erhielten der Hauptangeklagte zehn

Jahre Zwangsarbeit, klagte je 5 ~ "

Amerikanische Rechtsprechung.

BadEms, 30. Dez. Das amerikanische Polizeimilitäraericht in Boppard verurteilte zwei hiesige Einwohner, bei denen mehrere Waffen und zahlreiche Munition vocgefunden wurden, zu je 7 Tagen Gefängnis und zu 500 bzw. 100 Mk. Geldstrafe.

rungsrats W c l ck e r sprach

Tr. M etschke (Wetzlar) über die wirtschaftliche Bedeutung Oberschlesiens für das Reich. In seiner ruhigen unb eindringlichen Sachlichkeit wußte der Redner es jedem deutlich zu machen, welch un­geheure und unersetzbare Wette mit dem Verluste Oberschlesiens für Deutschland verloren gingen.

Die gesamten Kohlenvorrate des oberschlesischen Bodens werden auf 166 Milliarden Tonnen ge^ schätzt, davon 113 Milliarden abbauwürdig. Btt einem jährlichen Abbau von 50 Millionen Tonnen (bisher ist diese Menge noch nicht erreicht) werde die erste Tiefenstufe, bis zu 1000 Meter, für mehr als 1200 Jahre rächen. Damit seien aber die ober* schlesiscken Kvhlenvorräte noch lange nicht erschöpft. rDberschlesien liefere mit seinen 44 Millionen Ton- nen Steinkohlen jährlich runb Vi der normalen > Jchcesförderung in Deutschland. Durchs das Ab^, 'immer *in.vt muü^nfMifrtrh 9/

Turnen, Spiel und Sport.

Interessante Wettspiele.

Nagern der Verein für Rasenspiele 1900 die Sofien nicht gescheut hatte, letzten Somttag bat banEbaren Spottanhängern Gießens ein internatio­nales Fußballwettspiel zu bieten, setzte er die Fuß­ballpropaganda in großzügigem Rahmen weiter fort, indem er für den Neujahvstag den in ganz Norddeutschland bekannten Berliner Sport* Club und für Sonntag den 2. Januar ,Lel« vetia" Frankfurt verpflichtete. Die Bev- liner treten in ihrer stärksten Aufstellung mit drei Repräsentativen an, so daß der Liga-Elf bc5 B. f. R. wenig Siegerchancen bleiben. .Helvetia" kommt mit dem bekannten international-repräsen­tativ spielenden Wunderlich, einer der vollen« detsten deuflchen Fußballspieler. Jedenfalls wirb ein guter Sport geboten werden, der dem Spick gegen Holland in feiner Weife nachstehen wird. Hossenllich macht der Wettergvtt kein allzu böses Gesicht. *

----- Lich, 28. De». Einen turnerischen UnterhaltungSabend, den der bewährte Turnwatt Fritz Schmü>t in schöner Weise vorberei­tet hat, wird der hiesige Turnverein am Neujahrs­tage für die Oeffentlichkeit abhalten. Im Laufe befl Januars soll die Veranstaltung dann im geschlos­senen Kreise der Mitglieder n-iedevholl werden.

Gegen die vergewaMgnng Oberschlesiens l

G i e ß e n, 30. Dezember 1920.

Gegen die immerwährenden Versuche der Entente, die Bedingungen der Abstimmung ttt Oberschlesien für Deutschland so ungünstig nnenwg* lich auszulegen, hatten sich gestern abend im Ltavt- theater die Bürger Gießens zahlreich und m let­tener Einmütigkeit zu einer Protestkundgebung zusammengefunden. __

Nach den Begrüßungswotten des Dberreflie*

Termin und unter Bck>mgungen, dvc dre rnter- alliiette .Kommission ftftsetzen wird, d« alle Be­fugnisse hat, unmittelbar mit der deut ch-n Regie­rung die Frage der Beförderung der Stimmberech­tigten zu veranlassen.

Gttrchmigen Sre usw.

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Weihnachtsfeiern.

Weihnachtsfeier des Gießener Kriegervereins. Unter zahlveicher Beteilt gung feiner Mitglieder und von Gästen feierte am 3. Weihnachtsseiertag der hiesige Kriegerver.'in aus der Liebigshöhe fein WeihnacMfest. Die Festfvlge war äuüerft reichhaltig und ganz im Rahmen einer deutschen Weihnachtsfeier g?lxdten. Die Darbie­tungen fanden wohlverdienten Beifall. Sehr gut war der EinakterVerloren und wiedergefunden"' gespielt; die Aufführung des KinderstückZHänsel und Gretel" ging flott vonstatten unb machte viel Freude. Der Vorsitzerü« wies in seiner kernig«! Ansprache auf die Bedeutung der Weihnachten int christlichen Sinne hin unb ermahnte zur Einkehr und Einsicht in dreier schweren Zeit. Erne Ver> losung wertvoller Gegenstände ries recht fröhliche Stimmung hervor^ und eine von Santerab Margolf geschenkte Heine Standuhr brachte eine Einnahme von 147 Mk. Ein kurzer Tanz bildete den Schluß der Feier.

ro. Villinyen, 29. Dez. Am 2 WeihnachtS- feiertage veranstaltete der hiesig»? Turnverein einen wohlgelungenen -Volksunterhaltungsabend int Strackschen Saale. Nach einer Begrühungsatt- sprache des ersten Vorsitzenden, Lehrer Walldorf, trug Fräulein Else Paul ans Darmfladt das Gr^ dichtDer Glockeirguß zu Breslau" vor. Darattf wurde von guten Kräften das gleichnamige Trauer­spiel aufs Beste borge führt und fand reichen Beifall. Nach einem lebenden Bild folgte von den Mit- spielenden vorgetragen das LiedWanderers Nacht­gebet". Von der Jugend freudiger aufgenowen wurden zwe iPyramiden, Jeitles als Einb und vier Gesangsstücke.

gießen. In einen Napf kalten WasserS wird Blei, Zinn ober ein leichtes, silberglänzendes Misch­metall gegossen, das vorher in der Kohlenschaufel über dem Herdfeuer flüssig gemacht worden ist. Wer viele Stückchen gießt, hat auch im neuen 'cht Ganzes" zu erwarten, unb wessen Zinnmasfe nichts als einen dicken, ein­förmigen Klumpen darstellt, der wird sich wohl mit einer Fortsetzung dessen begnügen müssen, was ihm das zu Ende gehende Jahr bescherte (unb

EineöfsentlicheSitzun Ader Stadt­verordnetenversammlung ist auf heute morgen 11 Uhr anberaumt mit der Maßgabe, daß, falls di.se Sitzung) nickit besch ußfahg tiLdm? zweite Sitzung auf IP/2 Uhr anberaumt rotb, die nach § 104 der Städteordnung ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlußfähig ist. Ms ein­ziger Punkt steht auf der Tagesordnung die Vor­lage des Magistrats betreffend die Besteuerung des reufß(feuerfreien Einkommens.

Wie wir ersah.en, bat Offenbach in ferner geftrigen Beschlußfassung über die gleiche Steuer die Mustersatzung des Ministetturns abgelehnt und ist bet" feiner eigenen Vorlage geblieben, der die Vorlage des Gießener Adagrsttats angelernt ist. Die Offenbacher Vorlage wurde jedoch durch den Zusatz erweitert, daß die Steuerpflicht für Ledige im Haushalt der Eltern bereits bei 6000 Mark steuerbaren Einkommens beginnt. In diestmPunkte hat sich also Offenbach der Mustersatzung des Mi- nistettums angenähert.

Darmstadt hat zwar die MustLriatzung des Ministetturns angenommen, jedoch mit der Maß­gabe, daß auch für Darmstadt andere Sätze ein» zutreten haben, falls das Miitistetturn die Orts­satzung einer anderen Stadt bewilligt, in der die Grenze des steuerbaren EilckoMmens höher ist als 6000 Mark.

Das Ergebnis in Mainz, wo ebenfalls gestern beraten wurde, war noch nicht in Erfah­rung zu bringen.

lieber die Verhandlungen, die heute Morgen im Gießener StadtparlaMent fäattfinben, werden wir gegebenenfaUd unterLetzte Nachrichten" berichten.

Zu unferent Bettclst über die letzte Sitzung wird uns berickstiyend mitgeteilt, daß die Angabe, dieFreie Vereinigung" hätte sich der ab­lehnenden Haltunig der USP. bei der Bestrnerung des reichssteuerfteien Einkommens miA.sschlossen, nicht richtig ist. Es haben vielmehr von ihren anwesenden 8 Mitgliedern 5 für die Vorlage ter Stadtverwaltung gestimmt. Die ablehnende Mehr­heit setzt sich aus 7 USP., 6 Mehrhtttssozialisten, 4 Demokraten, 1 Volkspatteiler und 3 Mitglie­dern der Freien Vereinigung zusammen. Der Irrtum war bei der Unübersichtlichkeit des Saales bet den Abstimmungen vom Pressetisch aus, leicht möglich.

Veranstaltungen.

Freitag: Stadtkhrater, 6V2 Uhr,Wo die Lerche fingt". Cafe Leib, 8 Uhr, Konzert imb 2^>rftelhmg der Ehiemseer. Lichtspielhaus,Ter Kurier von Lissabon" undLiebe und Kaffer". Lichtspiele, Seltersweg,Das fliegende Aitto".

Samstag: Stadttheater, 3V2 Uhr,Wo die Lerche singt"; 7 Uhr,Liselott von der Pfalz". Hotel Einhorn, 7 Uhr, Ättillerie-Beoein 25jähr. Stiftungsfest. PhilosophrnwaKi, 71/2 Uhr, Weih­nachtsfeier der Freien Ticrnerfchaft. Lichtspiel­theater toie Freitag.

Sonn tag: Stadttheater, 3 Uhr,Frau Holle"; 6V2 Uhr, Wo die Lerche singt". Hotel Einhorn, 8 Uhr, Mflitärstteichkonzett der Reichs- wöhrkapelle. Lichtspietthsater wie Freitag.

Wettervoraussage für Samstag:

Unbeständig, Temp?vatur wenig geändert, Winde aus Westen und Südwesten.

Das gestern noch über der Nordsee gelegene Tief hat statt an Intensität zugenommen. Es liegt heute mit seinem Kern über Dänemark und zieht langsam ostwätts. Vor Irland erscheint ein neues Tief, so daß nnr mit Fortdauer der unbeständigen Mitr^ru.ng zu rechnen haben.

** Das Jahr 1921 ist ein Gemein­jahr von 365 Tagen ober 52 Wochen und einem Tag. Der 1. Januar 1921 entspricht dem 19. Dezember 1920 nach dem alten Ka­lender. Der 13. Januar 1922 entspricht dem 31. Dezember 1921 alten Stils. Die Israeli­ten zählen das 5681. Jahr, ein überzähliges Schaltjahr. Am 3. Oktober 1921 beginnt ihr 5682. Jahr, ein überzähliges Gemeinjahr. Die Araber, Perser und Türken sowie alle son­stigen Bekenner des mohammedanischen Glau­bens zählen ihre Jahre nach Mohammeds Auswanderung aus Mekka und beginnen am 4.September 1921 das 1340. Jahr.

** Mitteilung aus dem Stadt- theaterbureau. Aus vielseittgen Wunsch ist das hübsche LustspielLiselott von der Pfalz" für Den Neujahrstag abends 7 Uhr noch einmal angesetzt worden. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es die letzte Aufführung des Werkes ist.

** Oberhessischer Kunstverern. Ttt Ausstellung von Wetten des Vereins Münchener Aquarellisten wird am Sonntag, dem 9. Januar, eröffnet. Im kleinen Ausstellungsraum kominen graphische Werte von den bekannten Dresdener Radierern Berndt, Gelbke und Hegenbatth zur Llusstellimg.

** Ausgabe von Brennholz an Haushaltungen. An Haushaltungen wird wahlweise bis zu 10 Ztr. Hart- ober Weichholz ausgegeben. Siehe Anzeigenteil.

** Die Warenausgabetabelle des Städt. Lebensmittelamtes ist aus dem Anzeigenteil des heurigen Blattes zu ersehen.

**DerVortrag des Reichstagsab­geordneten Graf Westarp, der, wie man uns Mitteilt, auf Einladung der Deulschnationalen Volkspattei am Dienstag den 4. Januar, abends 8 Uhr im Einhornsaal stattfindet, bedeutet nach den Vorträgen der Herren Lambach und von Graefe wiederum für Gießen ein bemerkenswert-s poli­tisches Ereignis. Oberverivaltungsgettchtsrat a. D. Graf Westarp darf wohl das Interesse aller Ein­wohner Gießens für sich in Anspruch nehmen, zu­mal er als in der vordersten Linie der nationalen Oppositwn stehender Parlamentarier und im Jn- und Ausland angesehener Politiker in seinen Aus­führungen Bedeutendes verspricht.Deutsche Auf­gaben" müssen mehr denn je einem lachend am Rande des Abgrundes tankenden und tändelnden Geschlecht und dem größtenteils in törichter Schläf­rigkeit verharrenden Bürgertum ei gehämmert wer­den, damit das nationale Gewssse» unb das Ver­antwortlichkeitsgefühl dem VolksganKen gegenüber unaufhörlich geschärft bleibt. Katten im Vorver­kauf bet Challier (Neuenweg) und an der Abend­kasse.

Landkreis Gießen.

mit dem selten einer zufrieden ist). Wer bagtgen eine Muschel, eine schöne Mase oder rin Vogelnest zustande bringt, kann mit seiner Zukunft zufrieden sein. Auf Erfolg deuten Wegweiser, auf Geld­gewinn deutet Moos; ist das Moos aber in Gestalt eines Kränzchens vorhanden, und ist derGießer" ein Backfisch, ein Haustöchtevchen, so winkt bereits die Hochzeit mit dem Symbol eines Myrtenkränz- leins: auch Herzen, Wiegen, Tove deuten darauf bin. Ein Kreuz ist jedoch immer ein bedenkliches Zeichen. Sehr torfdyieben ist die Auffassung des Orakels, wenn lange Fäden ober Tierköpfe ge­worden sind. In vielen Gegenden ist noch beute das Schuhwerfen eine alte Silvestersitte. Am Abend vor Neujahr (ober wenn nachts bie Neu- jabrSglocken läutert) stellt sich das unverheiratete Mädchen mit dem Rücken gegen die Tür des Zim­mers, streift ben rechten Schuh ober Pantoffel vom Fuße und wirst diesen rücklings über ben Kopf. Zeigt die Fußbelleibung mit ber Spitze zur Tür. so geht die Tochter im neuen Jahre aus dem Hanfs, d. h. sie verheiratet sich. Sieht dabei der Schuh oder liegt ber Pantoffel auf brr richtigen Seite, fo wird bie Ehe glücklich, andernfalls ist das Gegenteil oder eine doch hin und wieder getrübte Ehe zu erwarten. Bekannt ist auch das Werfen mit Apfelschalen zur gleichen Zeit. Ein Apfel wird, ohne abzuietzm, ringsum abgeschält, und die Schale wird über den Kops geworfen. Aus den am Boden liegenden Apstlschal-Kttngeln wird dann der Anfangsbuchstabe vom Namen desZu­künftigen" herausgelesen.

Zum neue« Jahr.

Kivchengesang von Eduatt» Mörtcke.

Wie heimlicher Weise Ein Engelein leise Mit rosigen lüften Tie Ettre betritt/ So nahte der Morgen. Jauchzt ihm fbr Frommen, Ein heilig Willlommeir! Ein heilig Willkommen, Herz, jauchze du mit!

In ihm seiS begonnen, Ter Monde und (Sonnen An blauen G z lten Tes.Himmels beioegt;

Lich, 29. Dez. Die Erri^ biner St riegerae ächtnis > - aud1. für, u s re S^ d! verw r Li hw iVr Vereine u>ib b