Ausgabe 
31.5.1929
 
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Oie neuen pariser Ziffern.

Oie deutsche Auffassung.

Berlin. 30. Mal. (Prioalmelbung.) Die in dem Kommunique der Reporakionssachoerskändigen an­gegebenen Zahlen kann man, wie wir in politischen Kreisen erfahren, auf sehr verschiedene Weise zusammenzählen und so ve r s ch i e - dene Durchschnittszahlen ausrechnen. Die Zahlen für die ganzen 58 Jahre stehen fest, dagegen ist noch nicht entschieden, wer die letz­ten 21 Jahre bezahlt. Kritisch ist noch der Vorbehalt des Zahlungsmoratoriums, die Freigabe des deutschen Eigentums, der Verzicht auf Kontrollpfänder, insbeson­dere bezüglich der Reichsbahn. Daß neben diesen Zahlen noch die Besahungskoslen beson­ders bezahlt werden müssen, scheint ausge- schlossen. Die Besahungskoslen waren in den Daweszahlungen enthalten und stecken auch in den Doungschen Zahlen. Uebrigens ist dies eine Frage für die Gläubigermächke, die Deutschland direkt nichts angeht. Line Bestimmung darüber, ob etwa bei der vollständigen Ablösung der beiden Pläne durch einen anderen am 1. September schon irgend­wie eine Räumung in Aussicht genommen ist, dürfte wohl nicht in den Abmachungen enthalten sein. In dem Mandat der Sachverständigen ist die Bestimmung enthalten, datz sie einen Bericht an die Regierungen und an die Reparations­kommission machen. Ls wird dann Aufgabe der Re­gierungen sein, weitere verbindliche Ab­machungen über die Ausführungen zu treffen. Wenn und wo die dazu nötige Konferenz stattfinden wird, steht noch völlig dahin. Wahrscheinlich wird eine Aenderung des Reichsbankgesehes, der Bestim­mungen über die Jndustrieobligationen und des Reichsbahngesehes nötig werden. Ls wird natürlich eine interne Frage bleiben, in welchem Mähe die Reichsbahn an den weiteren Leistungen beteiligt werden wird. Die Zahlungen der Reichsbahn wer­den dann an innere Stellen gehen. Das Reich wird mit seinem Budget den Gläubigern gegenüber haften.

parlamentundpariserKonferenz.

Die Opposition fordert Bericht im Auswärtigen Ausschuß.

Berlin, 30. Mai. (Priv.-Tel.) Bekanntlich hatte der Reichsauhenminister die (Ab­sicht, zu der Tagung des Völkerbundsrates An­fang Juni nach Madrid zu fahren, zumal dort die wichtige Minderheitenfrage aus Grund des Berichtes des Dreierausschusses zur Bera­tung steht. Wie wir erfahren, ist es indessen mög­lich, daß diese Dispositionen sich ändern. Denn man nimmt in parlamentarischen Kreisen an, das sich, wenn der Bericht der Sachverstän­digen in kurzer Zeit vorliegt, die Anwe­senheit des Aeichsauhenministers in Berlin notwendig machen wird. Der Führer der Opposition, der deutschnationale

Abgeordnete Graf Westarp, hat den Ab­geordneten Scheidemann als Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses aufgefor­dert, diesen Ausschuß einzuberufen und die Pariser Verhandlungen, die Minderheiten­frage und die Abrüstungsfrage auf die Tages­ordnung zu setzen. Die Opposition wünscht, daß der Reichsauhenminister seine Reise nach Ma­drid gegebenenfalls verschiebe, um zusammen mit dem Reichskanzler, dem Reichsfinanzminister und dem Reichswirtschaftsminister zunächst vor dem Auswärtigen Ausschuß Rede und Ant­wort zu stehen. Wenn auch gewisse Tendenzen vorhanden sind, eine Aussprache über das Pa­riser Ergebnis bis nach der Tagung des Völker­bundsrates zu verschieben, so darf man sich doch nicht darüber täuschen, daß hierdurch der inner­politische Kampf zur großen Hitze gesteigert wer­den würde. Aus diesem Grunde erscheint es wahrscheinlich, daß die Regierung bald die Ge­legenheit ergreifen wird, um ihren Standpunkt zu dem Pariser Ergebnis vor der Oeffentlichkeit und vor den verantwortlichen Körperschaften zu rechtfertigen. Da der Auswärtige Ausschuß am Dienstag zusammentritt, ist hierzu hinreichend Gelegenheit gegeben.

Oie deutschen Vorbehalte.

Weitere Ausfchußverhandlnngen mit der deutschen Delegation.

Paris, 30. Mai. (WB.) Kleber den Stand der Reparationsverhandlungen berichtet Havas: Die Delegierten derGläubigermächte sind heute nachmittag unter dem Vorsitz Owen Voungs zusammengetreten und haben die Prüfung der deutschen Vorbehalte zum Abschluß gebracht. Es ist beschlossen worden, zur Erleichterung der restlosen Verständigung noch heute abend in zwei besonderen Unter­ausschüssen in einen kontradiktorischen Meinungsaustausch mit den deut­schen Delegierten einzutreten. Man nimmt an, daß diese Diskussion ziemlich schnell geför­dert werden kann, weil zwischen den verschiede­nen Delegationen bereits vorher Besprechungen stattfanden. Dem Unterausschuß, der die Frage der Eisenbahnobligationen und der Organisierung der internationalen Bank bearbeiten wird, gehören an: Dr. Melchior für Deutschland, F r a n q u i für (Belgien, P i - r e l l i für Italien und Moreau für Frank­reich, während Dr. Schacht und Dr. K a st l an den Arbeiten des Ausschusses teilnehmen werden, der noch heute die Frage des Auf­bringungsmoratoriums behandeln wird. Die deutschen Vorbehalte betreffen die letzten 21 Annuitäten. Die Liquidierungsklausel, die Sachlieferungen und die, übrigen noch nicht ge­klärten Punkte werden wahrscheinlich erst morgen in Angriff genommen werden. In der Havas- meldung wird jum Schluß behauptet, daß nach einmütiger Ansicht der Delegierten der Gläubi­germächte die Frage der belgischen Mark­forderungen noch vor dem Abschluß eines allgemeinen Abkommens geregelt werden mühte.

Oer Lokaltermin im Zakubowski-Rogens-prozeß.

Palingen bei Schönberg (Mecklenburg), 30. Mai. (WB.) Heute vormittag begaben sich Gericht und Angeklagte des Rogens-Prozesses sowie eine große Zahl von Pressevertretern und Pressephotographen mit Kraftwagen zum Lokal­termin nach dem Heidedorf Palingen bei Schönberg in Mecklenburg. Zunächst wurde der Heidekaten besichtigt, wo die Angeklagten Fritz Rogens, August Rogens, Frau Kähler und der ermordete Ewald Rogens gewohnt haben. Frau Kähler mußte die Prozehbeteiligten über die früheren Raumverhältnisse ins Bild setzen. Das Haus ist inzwischen umgebaut worden. Beim Anblick des links liegenden früheren Schlafzim­mers der Familie Rogens brach Frau Kähler in Schluchzen aus. Das Gebäude hat früher, tote Oberstaatsanwalt Dr. Weber und Landge­richtsdirektor Peters feststellten, weit v e r - wahrloster ausgesehen als heute. Etwa 20 Meter von dem Heidekaten entfernt befindet sich der Baum, unter dem nach einer früheren, al­lerdings inzwischen widerrufenen Aussage des Angeklagten August Rogens der kleine Ewald erwürgt worden fein soll. Man konnte sich auch einige Meter von diesem Baum entfernt noch den Stein anfehen, auf dem der kleine Ewald kurz vor dem Mord von Blöcker gesehen und angesprochen worden war. Fräulein L ü h r, die in der Hauptverhanölung in Reu- strelih als Zeugin vernommen werden soll, zeigte dem Gericht die Straßenecke, an der Jakubowski ihr am Mordabend begegnet ist. Sie bekundete heute, daß Jakubowski, als er sie bemerkt habe, erschreckt zurückprallte und dann stehen geblieben sei. Interessant war weiter die Ver­nehmung des Schäfers Schade auf dem wohl einen Kilometer von Palingen entfernt liegenden Acker, wo er bald nach dem Mordtage seine Schafe gehütet hat und ein Gespräch zwi- schenJakubowski und D l ö ck e r, die in der Rähe pflügten, gehört haben will. Schade gab Heute an, daß er in etwa 50 Schritt Entfernung gehört habe, wie Jakubowski zu Blöcker sagte: QBenn das nicht rauskommt bis Weihnachten, dann wollen wir kräftig einen trinken!" Die Kraftwagen fuhren dann in das Dorf Palingen zurück und begaben sich nach den sogenannten »abgehauenen Tannen" auf der anderen Seite Palingens, wo die Leiche Ewalds in einem Koninchenloch versteckt worden ist.

Oer Giinnesprozeß.

Berlin, 29.Mai. (WB.) Heute wurde der Angeklagte De la Grosz vernommen. Er, der jetzt tschechoslowakischer Staatsbürger fei, habe sich als Holzfachmann besonders für den ru­mänischen Markt interessiert. Mitte September 1926, als fein Hvlzgeschäft gerade ruhte, habe ihm Leo Hirsch das Anleihegeschäft vor­getragen. Da aber Lev Hirschs Angaben sehr konfus gewesen seien, habe er abgewinkt. Darauf habe Leo Hirsch ihm spontan eine Reise nach Paris und Amsterdam offeriert, um nähere Aufklärung zu erlangen. In Paris habe er den Eindruck gewonnen, als ob das ganze Geschäft schon zwischen den bekannten Persön­lichkeiten, insbesondere auch mit Eugen Hirsch, entwirrt sei und daß nur noch «in kleines Glied an der Kette fehle, nämlich der rumänische Vertrauensmann. Er hätte damals noch nicht gewußt, daß das deutsche Anleiheablösungs­gesetz keine Vorsichtsmaßnahmen getroffen habe, um die Anmeldungen zu kontrollieren. (Nachdem er das erfahren habe, hätte er es durchaus für möglich gehalten, daß rumänische Danken, wobei et die Betonung auf das Wort Danken legen wolle, auch Reubesitz als Altbesitz anmelden könnten. Er hätte das um so weniger für unmöglich gehalten, nachdem er bestimmte Erfahrungen mit (Ber­liner Danken, über die er später noch spre­chen wolle, gemacht habe. Weiterverhandlung Samstag.

Oer Reichspräsident an die sächsische Regierung.

Derlin, 30. Mai. (WD.) Der HerrReichs- Präsident hat auf das ihm von der sächsi­schen Etaatsregierung aus Anlaß derTau- fendjahrfeier der Stadt Meißen übermittelte Degrühungstelegramm wie folgt ge­antwortet: »Für die mir aus Anlaß der Tausend­jahrfeier der Burg und Stadt Meißen übermit­telten freundlichen Grüße sage ich Ihnen, Herr Ministerpräsident, und der sächsischen Staats­regierung meinen aufrichtigen Dank. An diesem für das Land Sachsen so bedeutsamen Erinnerungstage gedenke ich der rühm- und schick- salsreichen Vergangenheit des Landes und wün­sche von ganzem Herzen, daß ihm nach den schwe­ren Kriegs- und Rachkriegsjahren nun eine Zukunft ruhiger und friedliche rW e i- terenttoicklung beschieden sei, die die Wun­den der Vergangenheit heilen und die arbeit­same sächsische (Bevölkerung zu neuem Aus­stieg und zu Wohlfahrt führen möge. Mit besten Grüßen

(gez.) von Hindenburg, Reichspräsident."

Oer Lohnkonflikt bei der Reichsbahn.

Derlin, 30. Juni. (WD.) Die offiziellen Er­klärungen der Tarifparteien zu dem im Lohn­streit bei der Reichsbahn gefällten Schieds­spruch sind heute im Reichsarbeitsministerium abgegeben worden. Wie bereits angekündigt, ha­ben die Gewerkschaften der Lohnrege­lung zugestimmt, während die Reichs­bahn in Verfolg des Derwaltungsratsbeschlusses ihre Ablehnung des Schiedsspruches zum Ausdruck gebracht hat. Der zu erwartende An­trag der Reichsbahnvrganisationen auf Ver­bindlichkeitserklärung dürfte kaum vor Anfang der kommenden Woche gestellt werden, da zunächst noch eine Verständigung der betei­ligten Verbände untereinander erfolgen muh.

Die Polarflüge desGraf Zeppelin".

In (Bergen ist Professor Sverdrup, der mit Frithjof Raufen an dem Rordpolflug des »Graf Zeppelin" teilnehmen wird, von einer in Derlin abgehaltenen Konferenz über denFlug zurückgekehrt. Lieber das Ergebnis der Konferenz teilte der Professor u. a. mit, daß der Flug im April 1 9 3 0 durchgeführt werde. Raufens neue Vorschläge für die Expedition hätten einstimmige Zustimmung gefunden. Danach wird Fair- b auks statt Rom« bie Flrrgbasis auf

Deutscher Philologentag in Wien.

lieber den Deutschen Philologentag in Wien er­halten mir von der zuständigen Pressestelle des Hes­sischen Philologenoereins in Worms erst heute einen Bericht, dem mir folgendes entnehmen:

Der XI. Verbandstag des Deutschen Philologen­verbandes, der mit der vorbedachten Absicht, ihn zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den Gedanken der großdeutschen Kulturgemeinschaft zu erheben, nach Wien verlegt morden mar, nahm vom 23. bis 24. Mai unter stärkster Beteiligung der deutschen und österreichischen Philologen und unter interessier­ter Anteilnahme der Behörden der beiden Länder und der Wiener Oeffentlichkeit einen außerordentlich eindrucksvollen Verlauf. Der Begrüßungsabend zeigte die innere Verbundenheit der Erzieher dies­seits und jenseits der Grenzpfähle. Aus allen An­sprachen klang das offene Bekenntnis zur kulturellen und Schicksalsgemeinschast Deutschlands und Oester­reichs und darüber hinaus die Sehnsucht nach der politischen Vereinigung. Diese Stimmung erreichte ihren weihevollen Höhepunkt, als nach Gesangsdar- bietungen des Wiener Schubertchores die mehrtau» endköpfige Versammlung deutscher und österreichi- cher Männer und Frauen das Deutschlandlied an- timmte. Auf den gleichen Ton mar die die Tagung abschließende öffentliche Kundgebung am Samstag e ngestellt. Oberstudiendirektor Dr. Maier (Köln) zeich­nete in einer zündenden Rede die großdeutsche Ge­schichte in den großen Linien ihrer Entwicklung; Landesschulrat Dr. Benda (Wien) behandelte die trotz aller Stammesunterschiede vorhandene Einheit der deutschen Kultur, und der auf der Tagung ge- rnählte neue erste Vorsitzende des Deutschen Philo­logenverbandes, Oberstudiendirektor Dr. Lehrend (Berlin), legte die Forderungen dar, die an eine deutsch« Kulturpolitik zu stellen seien.

Zrnischen diesen beiden Veranstaltungen fanden Empfänge der Vertreter der deutschen Philo- logenschaft beim deutschen Gesandten, beim österrei­chischen Kultusminister und beim Bürgermeister der Stadt Wien foroie die geschäftlichen Sitzungen statt. Diese standen zunächst im Zeichen des Jubilä­ums, da» der 1904 in Darmstadt gegründete Ver­band in diesem Jahr begehen kann. Die Verdienste des auf der Tagung anmesenden Gründers des Ver­bandes, Staatsrats Block (Darmstadt), mürben da­bei besonders gefeiert. Ihm zu Ehren und als Aus­druck der Fürsorge um das deutsche Auslandschul- mefen beschloß der Verbandstag die Errichtung einerRudolf-Block-Stiftung", deren Er­trag zur Unterstützung der deutschen Auslandschulen dienen soll. Die deutschen Auslandschulen selbst maren auf der Tagung durch Philologen aus Polen, Estland, Lettland, Rumänien ufro. vertreten.

Zu den derzeitigen Fragen der Schulpolitik nahm der Verbandstag in einer Reihe von Ent­schließungen Stellung, die meist einstimmige Annahme fanden. So fordert der Verband nach Ver­einbarung mit dem Verband der deutschen Hoch­schulen bei der Vor- und Ausbildung der

Philologen eine starke Betonung des missenschaft- lichen Fachstudiums. Der Verband mird in Verbin­dung mit den Hochschulen jeden Versuch einer Be­einträchtigung der wissenschaftlichen Vor- und Aus­bildung der Philologen bekämpfen und lehnt eine völlige oder begrenzte Ausbildung an pädagogischen Akademien grundsätzlich und entschieden ab. Der Verbandstag trat mit Nachdruck allen übertreiben- den und unkritischen Behauptungen von einer un­gesunden Ausdehnung der höheren Schule und von einer Minderung ihrer Leistungshöhe entgegen und hält an dem neunjährigen Lehrgang der höheren Schule unverrückbar fest. Er mandte sich gegen die unhaltbare Vielgestaltigkeit des deutschen höheren Schulmesens und for­derte zur Vereinyeitlichung der allzu großen Man­nigfaltigkeit ein Reichsrahmengesetz mit einer einheitlichen Festsetzung der Sprachenfolge, mobei sich die Mehrheit des Verbandstags für Englisch als erste Fremdsprache entschied. Der Ver­bandstag äußerte sich ferner zum Kampf um das sogenannte Berechtigungsmesen, das ein Kennzeichen der schmeren wirtschaftlichen Lage Deutschlands ist. Das Berechtigungsproblem stellt sich bei tieferer Be­trachtung seiner Ursachen als Zmeig des großen auf unsere Kapitalknappheit und Produktions- und Ab- satzfchmierigkeit zurückzuführenden Arbeitslosen- problems dar.

Nur eine Besserung der mirtschaftlichen Notlage mird infolgedessen eine Reform des Berechtigungs- mefens herbeiführen können. Der Deutsche Philo- lvgen-Verein betont aber, daß der Druck des Be- rechtigungsmesens nicht den Charakter der höheren Schule als Leistungsschule gefährden dürfe und daß infolgedessen eine ft raffe Schülerauslese zu erstreben fei. Der Verband besprach meiter das von den Universitätsprofessoren Stern (Hamburg) und Hoffmann (Leipzig) erstattete Gutachten über Sittlichkeitsvergehen an höheren Schulen. Er vermährt sich entschieden gegen das völlig falsche Bild, das in diesem Gutachten von der Erziehungsarbeit der höheren Schule gegeben mird, und sieht in dem Gutachten keine geeignete Grund­lage für eine die Sache fördernde Aussprache über das Problem der Sexualpädagogik. Zum Schluß protestierte der Verbandstag feierlich gegen bie untragbaren Tributlasten, die unsere Kriegsgegner uns auferlegen, meil ihre Auswirkung die der Erhaltung der Bildungshöhe des deutschen Volkes dienenden Einrichtungen fchmer schädigen muß. Ein Volk, das in so hervor- ragendem Maße mie das deutsche Volk an der Kultur der Menschheit mitgearbeitet hat, kann mit Recht den Anspruch erheben, daß es nicht von ihren Segnungen und Fortschritten ausgeschlossen und in feiner Kultur für Generationen zurückgeworfen merde. Genau so unterstrich der Verbandstag noch einmal eine von dem Vorstand des Deutschen Philologen-Vereins gefaßte Entschließung gegen bie Kriegsschuld lüge.

Alaska fein und der Start von Rord- norwegen aus erfolgen. Der endgültige (Be- schluh wird jedoch nicht vor Anfang 1930 ge­troffen werden. Es wird aber alles klar ge­macht werden, so datz di» Ankermast« auf

Alaska und in Rordnorwegen im Laufe von drei bis vier Monaten errichtet werden können. Hauptaufgabe der Expedition wird nach den letzten Vorschlägen LansenS dl« Festlegung der Grenze,

des tiefen Polarmeeres sein. Man tokkl auch versuchen, die Ausdehnung vo, R o r d l a n b festzustellen, was Robile bekannt­lich nicht gelungen ist. Eine weitere Hauptauf­gabe gilt der Feststellung, ob das Luftschiff in der Arktis landen könne. Zu diesem Zweck sollen mehrere Landungsversuche durchgeführt werden. Auf dem ersten Flug will man von Rordnorwegen bie amerikanische Küste an­fliegen und auf dem Rückflug her Küste ©i- biriens folgen, die photographisch festgelegt werden soll. Auf diesen beiden pflügen soll dcH Polargebiet nicht berührt werden. Diesem Zh-Wf wird vielmehr ein besonderer Flug von Fair- banks nach dem Zentralpolarmeer gelten. Die gesamte Expedition soll drei Wochen dauern. An dem Flug werden für Rorwegen (Hänfen und Sverdrup sowie einige Wissenschaftler aus frem­den Ländern teilnehmen.

Aus aller Welt.

Schweres Erdbeben in Argentinien.

2n den Provinzen Mendoza, San Luis und Cordoba wurden heftige Erdstöße verspürt. Der Telegraphen- und Telephonverkehr wurde un­terbrochen. Das Dorf Billatuel wurde zur Hälfte zerstört. 2 0 Personen kamen ums Leben. Die Zahl der Verletzten ist noch nicht zu übersehen. Zahlreiche Häuser gerieten in Brand und wurden zerstört. Eine Brücke stürzt« ein. Die Schulen mußten wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Auch in der Ortschaft Las Malvinas wurden zahlreiche Häuser zerstört und viele Personen verletzt. Eine Hilfsaktion ist ein­geleitet worden.

hihe in Reuyork.

Eine ungeheure Hihe in LI. S. A. dauert an. In Reuyork erlagen ihr vier Personen, neun ertranken beim Baden. In B o st o n starben fünf Personen am Sonnenstich und vier ertranken.

verschwundene Habsburger-Juwelen in Marokko wieder aufgetaucht.

Der 1925 in Wien entwendete Schatz der Habs­burger, bestehend aus einem Diadem mit Dia­manten und Perlen besetzt und einem mehrer« schwarze Perlen enthaltenden Halsband ist von einem Italiener, der offenbar einer internationalen Diebesbande angehört, einem Händler in Safi zum Kauf angeboten worden. Dieser benachrichtigte die Polizei, die den Italiener fest- nahm. Die Schmuckstücke, deren Wert auf neun Millionen Franken angegeben wird, wurden be­schlagnahmt. Der Verhaftete will nur Mittelsmann gewesen sein.

Oie Wetterlage.

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Donnerstag.

LMai 1929.

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Wettervoraussage.

An der Rückseite der Ostseestörung, die sich neuerdings wieder vertieft hat, dringt weiter kühle Luft südwärts. Dabei kommt es zunächst zu Bewölkung, und nachts hält das kühle Wetter noch an.

Boraussage für Samstag: Heiter, teil­weise auch bewölkt, nachts kühl, tagsüber warm und trocken.

Voraussage für Sonntag: Teils wol­kiges, teils aufheiterndes Wetter, vorwiegend trocken.

Lufttemperaturen am 30. Mai: mittags 17,1 Grad Celsius, abends 11,8 Grad: am 31. Mai: morgens 12,6 Grad. Maximum 17,7 Grad, Minimum 5,3 Grab. Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Mai: abenbs 25,2 Grab: am 31. Mai: morgens 16,8 Grab. Sonnenfcheindauer 13f Stunden.

Amtlicher Reifewelterdiensl der öffentlichen Wetterdienststelle Gießen.

Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern kühle Rächt, Dauerregen: heute morgen 12 Grad, Südwind, heiter. (Berchtesgaden): Gestern vor­herrschend kühl, meist trübe; heute morgen 12 Grad, Südwestwind, Rebel.

Küste (Westerland a. Sylt): Gestern kühle Rächt, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 9 Grad, Rordwestwind, wolkig. (Swinemünde): Gestern kühle Rächt, Wetter schlechter geworden; heute morgen 9 Grad, Westwind, Rebel. (Bor­kum): Gestern kühle Rächt, teils heiter, teils wolkig; heute morgen 9 Grad, Rordwind, wolkig.

Baden (Baden-Baden): Gestern kühle Rächt, Wetter besser geworden; heute morgen 13 Grad, Ostwind, heiter.

Triberg: Gestern der Jahr^zeit angemessen« Temperatur, Wetter besser geworden; Beute morgen 13 Grad, Osttoind, heiter.

Freiburg: Gestern der Jahreszeit angemessen« Temperatur, Wetter besser geworden; heut« morgen 12 Grad, Rordwind, Rebel.

Rheingebiet (Köln): Gestern kühle Rocht« teils heiter, teils tooltig; freute morgen U®*»> windstill, Heltes,