Ausgabe 
30.11.1929
 
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stellen, haben Sie eine Vorstellung von deren Eintritt und vom Verlauf der Krise, und haben Sie eine Sicherheit dafür, i'aft wir am Ende weniger als nach dein V^mg-Plan zu über­nehmen haben? Sie malen die Gefahr einer neuen Währungszerrüttung an die Wand, wie das in frivoler Weise eine gewisse Presse von Zeit zu Zeit wiederholt. Wissen Sie nicht das) mit der Unabhängigkeit der Reichs- bank absolute Gewahr für die Festig- keit der Währung gegeben ist und daß die Reichsbank wiederholt die Probe darauf bestanden hat? Sie werden nach Ihren Kasseler Richtlinien eine auswärtige Politik der gegen­seitigen Auslöschung der Kriegs­schulden treu en und erwarten, dah alle Staa­ten auf diesen Weg gedrängt werden, sobald Sie Ihn durch 'Ihre Politik eröffnen. Wollen Sie uns verraten, welche politischen Schritte Sie bei Eröffnung dieses Weges im Auge haben? Woher schöpfen Sie die Sicher­heit, dah auch die Vereinigten Staa ten sich diesem Weg anschliehen werden?Sol" Ihr Brief vom März 1929 die Verein ten Staaten zur Schuldenstrcichung bereit g macht haben? Sie wollen die politische Zu sammenarbeit in Deutschland durch einPro- gramm großer politischer Arbeit ein- leiten. Sind Sie endlich bereit, ein solches nicht aus Schlagworten bestehendes, umfassendes Pro­gramm vorzulegen? Solange der Voung- Plan über uns lastet, soll es nach Ihnen keine Ordnung in Deutschland, kein gesundes Fami­lienleben, keine Steuererleichterung usw. geben. Wollen Sie uns den Schritt zeigen der nach Ablehnung des Voung-Planes den Weg zu all jenen Gütern des Daseins eröffnet? Die Politik, die uns vorgeschlagen wird, ist alles andere als heroisch, sie ist herostratisch. Heroisch war das Leben und Wirken Strese- manns, der mit dem Tode gerungen hat um den Preis der Befreiung. Heroismus liegt überhaupt nur im Handeln nicht im Kritisieren, in der Bejahung des Lebens, nicht in der Verzweiflung des Pessimismus.

Abg. Esser (Zenir.)

gab im Ramen der Regierungspar­teien eine Erklärung ab, in der er betonte, das Gesetz aus dem Volksbegehren wolle die Ergebnisse der bisherigen deutschen Außenpolitik zerschlagen. Es verlange an Stelle einer Politik der Verhandlung und Verständigung eine Politik der Sabotage und Herausforderung und. er­wecke die Illusion, daß Deutschland die Kriegs­lasten durch bloßen Protest abwerfen sowie das Rheinland und das Saargebiet sofort völlig befreien könne. Es wolle weiter die verantwort­lichen Träger der Reichspolitik als gemeine Ver­brecher wegen Landesverrats ins Zuchthaus bringen. Damit würden nur die in hartem Rin­gen erkämpften Ansätze zu einem Aufstieg Deutschlands gehemmt. Schon heute habe die Auf­hetzung des Volkes durch das Volks­begehren und das Mißtrauen des Auslandes die Wirtschaft schwer erschüttert. In der Zurückweisung der Kriegsschuldthese sei das ganze Volk einig. Es sei eine Irreführung, wenn man dein Volke vorspiegele, daß es sich durch eine Wiederholung seines Protestes gegen die Kriegsschuldthese von der ihm auferlegten Kriegsentschädigung befreien könne. Auf dem Wege, den der Gesetzentwurf Vorschläge, würde eine Befreiung des RHMinlandes, deren spätester Abschluß zum Ende Iuni nächsten Iah- res feststehe, und die Wiedervereinigung des Saargebietes mit Deutschland nie und nim­mer erreicht werden. In voller Würdigung der in dem Bericht der Sachverständigen vom 7. Iuni vorgeschlagenen schweren Belastun­gen hätten sich die Regierungsparteien ent« schlossen, die Reichsregierung zu ermächtigen, auf der Grundlage dieses Berichtes in inter­nationale Verhandlungeneinzutre- t e n. Wir fordern die Reichsregierung auf, ange­sichts der Erleichterung, die der Baung-Plan dem Dawesplan gegenüber bietet, in Fortführung der bisherigen Außenpolitik, die wir ausdrücklich billigen, mit der gebotenen Energie die Ver­handlungen über den Voung-Plan f o r t z u - sehen und auf ihren endgültigen Abschluß hinzuwirken. Die Regierungsparteien verwerfen mit größter Entschiedenheit den unmöglichen Ver­such. pflichtmäßige Entschließungen in der Außen­politik, die von bestem vaterländischen Wollen getragen seien, dem Urteil des Strafrichters zu unterstellen. Die in der Regierrmg vertretenen Parteien lehnen im Ramen der Mehrheit des Reichstags und des deutschen Volkes den Ent­wurf in allen seinen Teilen ab, und zwar aus der Heberzeugung, daß er nicht aus Sklaverei zur Freiheit führe, sondern Deutschland von dem Wege der Freiheit zurückwerfe in neue Sklaverei und Ohnmacht.

Abg. Or. Oberfohren (Oni):

Ich werde mir gestatten, als Vertreter desur­teilsunfähigen Volkes" die Meinung der Millio­nen zu vertreten, die hinter dem Volksbegehren stehen. Die Gegner des Freiheitsgesetzes ver­meiden es ängstlich, sich in eine sachliche Kritik über das Freiheitsgesetz einzulassen. Mit allen Mitteln der persönlichen Verhetzung ist von vorn­herein gegen das Volksbegehren gearbeitet wor­den. Diejenigen, die als Träger des nationalen Befreiungswillens sich bekannt haben, als Ver­brecher zu bezeichnen, ist in Wahrheit eine In­famie. (Stürmische Zustimmung rechts.) Die fana­tische Gegnerschaft wendet sich nicht gegen den Wortlaut, auch nicht gegen den Paragraphen 4, sondern nur dagegen, daß das Gesetz der Aus­fluß einer nationalen Freiheitsbewegung ist. Wenn man nicht juristisch, sondern mit klaren Worten sich hätte ausdrücken können, so hätte vielleicht gesagt werden müssen: Die deutsche Außenpolitik, die seit Erzberger eingeleitet und weitergeführt wurde, wird vom deutschen Volke abgelehnt. Die Angst davor, daß die Ruhnießer «dieser Politik aus ihren Positionen beseitigt werden können, ist der Hauptgrund für den Kampf gegen das Volksbegehren.

Cs ist eine Irreführung des deutschen Dolles, zu behaupten, das deutsche Volk solle durch das Freiheitsgesetz seine Meinung darüber sagen, ob es am Kriege schuldig sei oder nicht. In Wirk­lichkeit soll es seine Meinung darüber bekun­den, daß es fähig und gewillt ist. derartige schwere Lasten, die ihm zugemutet werden, zu tragen. Der gröbste demagogische Mißbrauch ist mit dem Paragraphen 4 getrieben worden. Der Reichsprä sident ist der Repräsentant des deutschen Volkes und kommt gar nicht in die Lage, solche Verträge abzuschliehen, deren Ab­schluß mit Strafe bedroht ist.

Der Redner weist darauf hin. dah berQJoung- plan ar. zehn Stellen als endgültig bezeichnet

Mldenhauers MWaßsprogranun.

Oer neue Reichswirtschastöminister vor dem Industrie- und Handelstag. Forderungen der Wirtschaft zur Finanz- und Steuerreform.

Berlin. 29. Rov. (WB.) Irn Hauptaus­schuh des Deutschen Industrie- und Handelstages begrüßte der Präsident Franz v. Mendels­sohn zunächst den neuen Reichswirtschafts­minister, Professor Dr. Moldenhauer, und betonte, daß die schwer bedrängte Lage der Wirtschaft eine grün dsätzliche Wendung der deutschen Wirtschafts- und Fi­nanzpolitik auf Pflege und Scho­nung der Produktion und der Ka­pitalbildung hin zu einer zwingendenRot- wendigkeit der Staatspolitik mache. Eine grund­sätzliche Finanzreform sei Vorbedingung für die Annahme des neuen Reparationsplanes. Reichswi schastsminister Or. Molden­hauer

hob hervor, daß die deutsche Handelsbilanz sich zur Aktivität getoanöelt habe, und zwar in erster Linie infolge des ständigen An st ei­gens der Ausfuhr. Hieran habe unsere Handelsvertragspolüik sicher einen starlen An­teil. Er werde den größten Rachdruck darauf legen, dah das mit Erfolg begonnene Werk eines engmaschigen Ausbaus der handels­vertraglichen Beziehungen zum Aus lande fortgebildet wird. Er erhoffe ins­besondere im Hinolick auf die schwere Rotlage Schlesiens baldigen günstigen Abschluß der lang­jährigen Verhandlungen mit Polen. Im Mit­telpunkt des Interesses stehe jetzt das Problem einer Derlä ngerung der Zolltarif­novelle. das den Reichstag noch im De­zember beschäftigen müsse. Die Reichsregierung habe alle Anträge auf Erhöhung solcher Zölle zurückstellen müssen, bei denen, weil sie han­delsvertraglich gebunden seien, und eine Kündi­gung der Verträge nicht in Frage komme, ein volkswirtschaftlicher Erfolg aus der Erhöhung nicht zu erwarten sei.

Der Landwirtschaft wolle man die An­gleichung der Vieh- an die Fleisch­zölle und den bei uns noch nichts erprobten Versuch gleitender Getreidezolle neben anderen Hilfsmaßnahmen gewähren. Die Volks­wirtschaft könne wirksam nur durch eine Ge­samtheit von Maßnahmen zur Stärkung dec Wirtschaftskraft gefördert werden. Hierher ge­höre die unbedingt notwendige Erleichte­rung der Kapitalbildung durch einen Abbau der auf der Wirtschaft ruhen­den Lasten. Hierzu sei eine durchgrei­fende großzügige Finanzreform not­wendig, die in diesem Winter beendigt werden müsse und deren Aufgabe es sei, zu einem Aus­gleich des Haushaltes zu kommen un­

ter gleichzeitigem Abbau der drückendsten steuerlichen Lasten, nicht zuletzt im In­teresse der Arbeitnehmer, deren Be­schäftigungsmöglichkeiten durch die überhohen öffentlichen Abgaben beeinträchtigt würde. Hinsichtlich der S o z r^kl p o l i t i f betonte der Minister, daß an ihrem Grundgedanken unbedingt festgehalten werden müsse, dah aber eine Heber- treibung der aus ihr sich ergebenden Be­lastungen für die Wirtschaft erhöhte Ar­beitslosigkeit und einem drückenderen Zinsfuß und damit auch eine Verschlech­terung in der Lage der Arbeitneh­mer s ch a f t zur Folge haben würde.

Im weiteren Verlauf der Tagung beschäftigte sich die Versammlung mit Rotwendigkeit und In­halt der F i n a n z r e f o r m. Dabei wurden aus­führliche Leitsätze verabschiedet. Einen breiten Raum in ihnen nimmt die Neuordnung des Steuersystems ein, innerhalb dessen vor allem bei den die Produktion belastenden Steuern ein Ab- und Umbau verlangt wird. Hierzu wird u. a. vorgeschlagen, dah dne Auf­bringungslast aus der bei Wegfall des Dawes- Planes gegenstandslos werdenden Industrie- b e l a st u n g beseitigt wird. Dem Ziele der Pro­duktionsförderung entsprechend solle die G e» werbe st euerin Ländern und Gemeinden völ­lig aufgehoben oder aber durch zwingende reichsrechtliche Vorschrift mit sofortiger Wirkung auf einen geringen Bruchteil der gegenwärtigen Höhe gesenkt werden. Weiter wird die Beseitigung desSteuer- abzuges vom Kapitalertrag bei fest­verzinslichen Wertpapieren verlangt. Reben der Gewerbesteuer feien auch d i e auf Grundund Boden liegenden Real steuern zu be­seitigen. Die steuerlichen Vorrechte der Wirt s ch aftsbetriebe der öffentli­chen Hand sollen zwecks breiterer Verteilung der Lasten beseitigt werden.

Als zentraler Hauptmangel des geltenden Fi­nanzausgleiches wird die Schwächung der gemeindlichen Selb st Verantwortung und der ungenügenden Berücksichti­gung des Lastenausgleiches bezeichnet. Was den Finanzausgleich zwischen Reich, Län­dern und Gemeinden anbelangt, so wird emp­fohlen, die Verteilung der Einnahmen aus den Heberweisungssteuern in stärkerem Maße auf den Zweck- eines Ausgleiches der Ausgaben und Lasten, also weniger nach den örtlichen Auf- l'ommen, abzustellen. Reben allen diesen Erfor­dernissen bleibt es nach den Leitsätzen not­wendig, die seit langem als erforderlich bezeich­neten sonstigen Aenderungen des Einkommen­steuergesetzes endlich zu verwirklichen.

werde, eine Revision also unmöglich fei. Da der "Doungplan eine freiwillige Anerken­nung bedeute, fei ein Verstoß dagegen völker­rechtlich als Vertragsbruch zu werten. Die Reparationsbank sei ein gefährliches In­strument des Feindbundes gegen Deutschland. Deutschland werde zu einer unselbständigen Arbeitsprovinz hcrabgedrückt. D?r Redner verneint die Frage, daß Deutschland durch die Haager Abmachungen ein freier Staat werde. Die Versprechungen, die dem deutschen Volke auf Grund der geringen Erleichterungen des Boung- planes bereits gemacht worden seien, berechnet der Redner mit 2.1 Milliarde. Zur Währungs­frage erklärt er, daß in einer Wirtschaft, die der Aushöhlung und Auspowerung verfallen sei, für eine feste Währung fein Platz sei und daß die Gefahr der Währungszerrüttung durchaus gegeben fei. Der Voungplan sei tatsächlich der Versuch einer Rettung des zusam­menbrechenden Dawesplans. Die Alternative heiße: Voungkrise oder Daweskrise. Die Dawes­krise sei deshalb besser, da wir im Dawes- plan Vertrags- und Rechtsschutz ge­nießen. Der Voungplan führe zur Zerschlagung der deutschen Wirtschaft und zur Riederdrückung der sozialen Stellung des deutschen Arbeiters. Hm alles dies abzuwenden, habe sich Hine Front des nationalen Willens gebildet. Wenn auch äußerlich die Zahlen nicht erreicht wurden, dann tröste doch ein Blick in die Geschichte der Völker, der zeige, daß es noch immer die Minderheiten gewesen sind, die das Schicksal einer Ration ge­formt haben. (Beifall rechts.)

Abg. Or. Bredt (Wirtsch.):

Dem Reichstag liegt heute ein Gesetzentwurf vor, der von den Herren Seldte, Hitler und Hugenberg stammt. Seldte und Hitler gehören dem Reichstag nicht an. Hm so mehr hätten wir erwartet, daß nun Herr Hugenberg hier die Sache vertritt, deren verantwortlicher Redakteur er ist. Herr Oberfohren war um sein Redneramt nicht zu beneiden. Meine Partei war Gegner des Volksbegehrens, obwohl sie nicht für die Annahme des Voungplanes ohne vorherige Saarbefreiung ist. Dieser Stellungnahme zum Voungplan hat sich in der letzten Zeit auch der Zentrumsführer K a a s angeschlossen. Das Volksbegehren ist je­denfalls nicht ein geeignetes Instrument zur Ent­scheidung solcher Fragen. Sehr bedenllich ist auch der Inhalt der Vorlage des Volksbegehrens. Mit der Kriegsschuldfrage wird in letzter Zeit in einer Weise operiert, die dem deutschen An­sehen in der Welt zu schaden geeignet ist. Don den ernst zu nehmenden Historikern der ganzen Welt ist die Kriegsschuldfrage schon zu unseren Gunsten entschieden. Es wäre aber höchst un­klug. wenn man die Illusion verbreite, als hätten wir nichts mehr zu zahlen, wenn die Be­hauptung unserer Kriegsschuld zuruckgenommen wird. Wir b ebauern das D orgehen ge­gen jene Beamten, die für das Dolks- begehren eingetreten sind. Wir sind auch nicht einverstanden mit dem Gutachten, nach dem die Vorlage des Volksbegehrens als ver­fassungsändernd bezeichnet wird.

Abg. Or. Freiherr

Freyiag-Loringhoven (Ont.)

erklärte, es liege ein seltsamer Widerspru-H zwi­schen Worten und Taten der Regierung, die einerseits das Freiheitsgeseh als bedeutungslose Torheit hinstelle, trotzdem aber mit einem fieber­haften Eifer dagegen kämpfe. Rur aus Furcht könne dieser Eifer geboren fein. Aus Angst vor dem Volksbegehren habe man selbst Rechts­verletzung und Derfassungsbruch

nicht verschmäht. Im Vordergründe stehe der Beamtenterror: als es dann zu spät ge­wesen sei, habe die Linkspresse die Gewissens- kämpse der Beamten auch noch verhöhnt. Das Recht auf Meinungsfreiheit und das Wahl­geheimnis seien gröblich verletzt worden. An schwerkriegsbeschädigten Offizieren räche man sich durch Entziehung der Lotteriekollette. Die An­setzung der Abstimmung auf denGol­denen Sonntag" verletze die Verfassung und bedeute eine häßliche Spekulation auf religiöse Empfindungen. Aus Briands Kammer­rede ergebe sich, daß hier auch Versprechun­gen mitgespielt hätten, die man ihm gegeben habe. Das Gutachten der Regierung sei unhalt­bar. Es sei unrichtig, daß jede Regierung bis­her gegen die S ch u l d l ü g e angekämpft habe, nur zweimal, j,m September 1924 und im Ok­tober 1925, feien Schritte getan worden. Lo­carno und Genf hätten den Verzicht Deutsch­lands auf die geraubten Gebiete gebracht und bedeuteten unsere politische Eingliederung in das Versailler Mächtesystem und die Hnterwerfung unter französische Vorherrschaft. Der B o u n g - Pan und auch die mit ihm direkt verknüpften politisch und wirtschaftlich unerträglichen V e r- träge mit Polen stellten nicht, wie man be­haupte, eine Politik der Verständigung, sondern eine Politik der Versklavung dar. 2lller Wider­stand aber werde das Erwachen des deutschen Volkes Wohl verzögern, aber nicht hindern können.

Abg. D ö b r i ch (Chr.-Rat. Bauernp.) meint, die Reparationslast werde zum größten Teil von den deutschen Bauern getragen. Der Boung-Plan bedeute eine Verschlechterung dem Dawes- Plan gegenüber, denn dieser sei nur als ein Provisorium gedacht gewesen, während der Boung-Plan die dauernde Tributspflicht bringe. Die Crfüllungspolitik habe dem deutschen Volk noch nicht die geringste Milderung gebracht. Die Christlich-Rationale Bauernpartei stelle ihre Bedenken gegen den § 4 nicht zurück, aber sie verlange, daß die Außenpolitik im Sinne des Freiheitsgesetzes geführt werde.

Abg. Best (Volksrechtp.) erklärt sich gegen den Voung-Plan, der die Lasten von den starken auf die schwachen Schultern abwälze. Die Vorlage des Volksbegehrens sei aber nicht ein geeignetes Mittel zur Entlastung des Volkes. Damit ist die erste Beratung beendet.

Abg. Dr. Oberfahren (Sn.) beantragt die Heberweisung der Vorlage an den Rechtsaus- schuß. Die Ausschußüberweisung wird a b ge­lehnt. Gegen 19 Hhr wird die zweite Beratung auf Samstag, 10 Hhr, vertagt.

Vor -erAbstirnnmng über den

Eine Nachtsitzung

dcr Teutschnationalen Fraktion.

Berlin, 30. Roo. (IVB.) Die Jrattions- fitjung der Deutschnationalen Volks- partei wurde gegen 24 Ahr unterbrochen, um einem Teil der deutschnationalen Fraktion, ungefähr 20 Abgeordneten, Gelegenheit zu geben, sich zu einer Sonderbesprechung zurückzuziehen. Gegen 1 Uhr war diese Sondersitzung beendet, und die Fraktionssitzung nahm ihren Fortgang. Hebet die Auseinandersetzung in der deutschnatio- nalen Reichstagsfraktion berichtet dieDAZ.", daß folgende deutschnationale Beichstagsabgeordnete bei der heutigen Abstimmung im Reichstags­plenum sich einer Stellungnahme zum § 4 ent­ziehen und dadurch ihre abweichende Hal­tung zum Ausdruck bringen werden: Bazille, Beh­rens, Hartwig, hoehsch, hülser, v. fieubeü, filönne, Lambach, Lejeune-Zung, von Lindeiner-Ditdau,

Mentzel, Mumm, Reichert, Schiele, Schlange-SchS. ningen, Schmidt-Stettin, Treviranus, Dallraf. Allerdings spielte in den gestrigen Fraktionsbe- ratungen noch ein Bcrmittlungsantrag eine gewisse Bolle, der darauf abzielt, auf eine Abstlm- mung über § 4 nach der oorauszusehenden Ab- lehnung der Paragraphen 1 bis 3 überhaupt zu verzichten. Die juristische Prüfung der Durchführbarkeit dieses Antrages, der anscheinend von der Parteiführung als Kompromiß angenommen werden würde, war noch nicht abgeschtosten. ' >enfo ist es noch nicht entschieden, ob die gegen d.n §4 eingestellten Abgeordneten falls sie der Abstim­mung fernbleiben diese ihre Haltung durch eine besondere Erklärung unterstreichen.

Eaarkundgebung im Preußischen Landtag.

Tie Zukunst der Saarckrubcn

Berlin, 30. Noo. Der Preußische Landtag er­lebte am Freitag die seltene Tatsache einer abs 0. luten Einmütigkeit unter Führung der Staatsregieruna, wenn man von den grundsätzlich alles verneinenden Kommunisten absieht. Die preu- ßischen Regierungsparteien hatten sich verpflichtet gefühlt, angesichts der schwebenden Verhand- iungen über d i e Rückgabe des Saar« gediets eine Interpellation einzubringen, n der sie sich gegen die Pläne französischer und deutscher Industrieller wenden, die wertvollen Saargru- ben nicht in den Besitz des preußischen Staater zurückkehren zu lassen, sondern in den des Privat- kapitals, eventuell in Form einer deutsch-französi­schen Gesellschaft. Ministerpräsident Braun erklärte namens der Staatsregierung, daß sie jeden dahin­gehenden Versuch auf das schärfste verur, teile. Auf die Bemerkung des Begründers der Interpellation, Abg. Haas (Soz.), daß besonders der Großindustrielle Otto Wolf (Köln) diese Pläne verfolge, erwiderte Braun, jeder private Eingriff gegen die Zurückführung der Saargruben in den uneingeschränkten Staatsbesitz bedeute besonders int gegenwärtigen Zeitpunkt eine schwere Ge­fährdung der nationalen Möglichkei­ten Deutschlands und eine Verletzung der berechtigten Interessen der Saarbevölkerung. Die Reichsregierung sei erst kürzlich von dieser Auf­fassung unterrichtet worden und der Reichskanzler habe erwidert, daß die Reichsregierung die preu­ßische Auffassung in dieser Frage völlig teile und sich für ihre Durchsetzung mit allen Mitteln ein fegen würde. In der Debatte stellten sich alle Fraktionen hinter die Erklärung des Ministerpräsi­denten.

VeitragSerhöhung in der Arbeitslosenversicherung? Eine Deckung des Defizits aus der Reichs« kaffe unmöglich.

Berlin, 30.Nov. (WTB. Funkspruch.) Wie dcr Demokratische Zeitungsdienst erfährt, ist im Beichs- arbeilsministerium eine Vorlage ausgearbeitet, dir vorfieht, den gesetzgebenden Körperschaften in nächster Zeit eine Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosen- Versicherung um drei viertel vom hundert vorzuschlagen. Dieser Vorschlag ist entstanden, weil man im Beichsarbeitsministerium zur Zeit kei­nen anderen weg sieht, um das entstandene und das noch entstehende Defizit bei der Arbeit» losenversicherung auszugteichen. Dieses Defizit wird bei dem jetzt in Geltung befindlichen Beitrag von 3 v.h. auf rund 2 00 Millionen Mart geschäht. Der Beichsfinanzminister hat sich bei den bisherigen Verhandlungen außerstande gesehen, diese Beträge ausderBeichskassezm Verfügung zu stellen. Auch eine darlehens- weise Hingabe erscheint für die Beichskofse nicht tragbar.

Oer Abschluß

der hessischen Staatsrechnung 1928.

Darmstadt, 29. Rov. Amtlich wird mit- geteilt: Der letzte Monatsausweis über die Einnahmen und Ausgaben des hessischen Staats enthält das endgültige Ergeb­nis des Rechnungsjahres l 928. Ge­genüber dem voranschlagsmäßigen Fehlbetrag vor 11,435 Mill. Mk. schließt dieses Jahr nur nvj einer Mehrausgabe von 5,791 Mill Mark ab. Diese erfreuliche Entwicklung ist neben der erhöhten Ergiebigkeit einzelner Einnahmequellen einer f p ar f amen Wirtschaftsführung zu verdanken. Be­merkt sei, daß die neue Besoldungsord- nung sich im Rechnungsjahr 1928 bereit* voll au Sgetoirft hat. Das Ergebnis des Rechnungsjahres 1929 wird sich freilich vor­aussichtlich weniger günstig gestalten der Abschluß 1928.

Aus aller Welt.

Mißglückter BaubüberfaU auf eine Sparkasse.

In Hamm ist die Kreissparkasse abends do" zwei mit Armeepistolen bewaffneten maskier­ten Räubern überfallen worden. Währen! der eine im Flur blieb, um seinem Genossen dc" Rücken zu decken, stürmte der andere mit er­hobener Waffe auf den Kassenschal­ter zu. Der Kassierer warf sofort den Schalter zu, zog eine Drahthaube über die Kasse uni rettete sich unter den Zahltifch. Die Buchhaltern am Rebenschalter, die der Räuber darauf eben­falls mit der Pistole bedrohte, lieh sich auf fr Erde gleiten und kroch mit dem lauten Alarrn- rufUeberfall unter dem Schalterbrett hinwci in die Dureauräume. Das Personal flüchtete o das Direktionszimmer und sprang durch dw Fenster ins Freie. Die Räuber flüchtete» nun durch den Haupteingang, ohne etwas er­beutet zu haben. Sie verschwanden un­erkannt in den angrenzenden Anlagen. Ds einigen Wochen erst ist in der KreissparkasX ein Einbruch versucht worden.

verbrannt auf der Landstraße aufgesunden.

Auf der Staatsstraße zwischen Regensburj. und Etterzhausen wurde ein vollständig oerbranntd kleiner Opelwagen und die verkohlte Leich'' seines Führers gefunden. Rach den PapierU. handelt es sich um einen Geschäftsreisenden ati Sachsen. Wie der Brand entstanden ist, ob Unglu- oder Verbrechen oorliegt, wird die nähere Untr fudur.g ergeben.

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