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Nr. 255 Drittes Blatt
Mittwoch, ’O. Gttober 1929
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GberHeffen)
Oberheffen.
Landkreis Gietzen.
Q] Lollar, 28. Oft. Die Bautätigkeit in unserer Gemeinde, die in diesem 3agre ansanglich nur schwach einsetzte, hat erfreulicherweise doch noch einen zufriedenstellenden Umfang angenommen. Insgesamt wurden zehn Gebäude erstellt, von denen fünf bezugsfertig wurden. Neben einer Anzahl An- und Umbauten von Wohn» und Wirtschaftsgebäuden wurden ferner einige im Vorjahre errichtete Rohbauten fertiggestellt und konnten bezogen werden. Wenn auch die Zahlen in diesem Jahre nicht ganz die vorjährigen erreichen, so wurden bzw. werden doch immerhin eine größere Anzahl neuer Wohnungen gewonnen, die den Wohnungsmarkt entlasten, so daß nunmehr ein Ausgleich in Nachfrage und Angebot innerhalb der Gemeinde geschaffen ist. Abgesehen von einigen wenigen Fällen, in denen aus besonderen Gründen ein Wohnungstausch angebracht ist, kann gesagt werden, daß die örtliche Wohnungsnot je tz t b e h o b e n ist.
t). Staufenberg, 28. Oft. Die hiesige Burg, die zugleich als Durgwirtschaft verpachtet, beliebter Ausflugsort ist und Eigentum des früheren Grobherzogs war, ist seit einigen Jahren durch Kauf und Tausch in den Besitz des hessischen Staa'es übergegangen. Die Erhaltung der Burg und chrer näheren Umgebung hat den Staat bisher schon ziem.iche Opfer gekostet. Aber es ist zu begrüben, daß auf diese Weise ein selten schöner Ort mit der oberen Burgruine und der das alte Städtchen überragenden Burg (im Bolksmund die Schabeburg genannt) erhalten wird. Neuerdings wird nun neben der unteren Burg in nördlicher Richtung ein grober Saal gebaut. Muhle beim Bekanntwerden des Projektes die Befürchtung sich regen, dah durch diesen Neubau das Gesamtbild der Burg Staufenberg verschandelt werde, so kann nunmehr nach Fertigstellung des Saales im Rohbau diese Befürchtung glücklicherweise kurzer Hand beiseite gelegt werden. Denn unter sachkundiger Leitung ist der Neubau in solchen Formen gehalten, dah er sich in das Landschaftsbild ohne störende Wirkung anschmiegt und die schöne Aus,icht in das Lahntal offen läßt. Nun ist nur noch zu wünschen, dah auch die wei ere Behandlung des Neubaues, besonders im Aeuheren, in solcher Weise erfolgt, dab er nicht wie ein Klecks auf einem schönen Bilde wirkt.
8 Alten-Duseck, 28. Oft. Wie in den meisten anderen Ortschaften sind auch in unserer Gemeinde mehrere Vorschläge zur Gemeinderatswahl eingc.eicht worben. Um die Interessen der Gewerbetreibenden besser als bisher zur Geltung zu bringen, wurde ein Wahlvorschlag der »Freien bürgctlidjen 'Bereinigung" (Spitzenkandidat Kaufmann L. Schwalb) aufgestellt. Weitere Vorschläge wurden wieder eingereicht vom Sozialdemokratischen Wahlverein (Weichensteller Heinrich Benner) und vom Bauernbund (Wilhelm Becker XIII.). Neu hi zagekomincn ist ferner ein Wahlvvrschlag der hier nur sehr schwach vertretenen Kommuni st ischen Partei mit dem Spitzenkandidaten Karl Seuling, Buchbinder.
• Climbach, 29. Ott. Der älteste Ortsbürger unserer Gemeinde, Karl Schneider, vollendete kürzlich sein 83. Lebensjahr. Er ist Kriegsteilnehmer aus 1870/71 und hat den Feldzug von Anfang bis Ende mitgemacht.
§ Lich, 28. Oft. Aus dem Gemeinderat: In der jüngsten Sitzung erteilte der Gemeinderat seine nachträgliche Genehmigung zu verschiedenen Einnahme- und Ausgabeposten der Rechnung 1 92 6, stimmte einer Löschungsbewilligung zu
Liebe in Ketten.
Roman von Hans Mitteweider.
Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 25 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Käthe fühlte w'.e ihre Knie zitterten. Sie hätte sich am liebste i wieder auf den Baumstamm herabsinken Inbev, aber sie wußte, daß sie nicht schwach werden durste, nicht einen Herzschlag lang. Sie mußte, mußte ihn zu der Ueberzeu- gung bringen, daß sie doch eine andere war, mcht seine Frau.
Und sie brachte es fertig, sich kühl abzuwenden, als wollte sie ihn stehenlassen. Dabei sagte sie stolz über die eine Schulter hinweg:
„Ich werde meinem Gatten mitteilen, welche Unverschämtheit Sie sich herausgenommen haben!" „Das glaube ich dir nicht, Käthe," erwiderte er, spöttisch lachend. „Cs sei denn, du wolltest ihm zugleich gestehen, dah du in Wahrheit nicht seine Frau bist, sondern die meine, daß du in Doppelehe lebst, auf die das Gesetz Zuchthausstrafe gefetzt hat!"
Er trat dicht vor sie hin und schaute ihr voll ins Gesicht, das tödlich blaß war.
„Ich habe vorausge,ehen, daß du leugnen würdest. Doch du irrst, wenn du annimmst, du könntest mich täuschen und mich g.auben machen, du seist eine andere. Ich habe dich sofort erkannt, als ich dir wieder gegenüberstand. Ich habe nicht einen Augenblick daran gedacht, daß meine Frau eine Doppe.gängerin haben könnte."
„Und doch hast du dir nichts merken lassen!" schrie Käthe in ihrer Verzweiflung auf.
Ganz wider ihren Willen hatte fie es getan, hatte den Gedanken ausgesprochen, den sie nur hatte denken wollen, hatte ihn du genannt!
Und nun wußte sie, daß es keinen Zweck mehr haben würde, ihn täuschen zu wollen.
Er aber lächelte wiederum, und entgegnete überlegen: . c <_
„Nimm an, es hätte mir Spaß gemacht. Und das war tatsächlich der Fall. Ich gewahrte, wie dir vor mir bangte und wie du aufatmetest, als ich mich unwissend stellte. Ich bewunderte dich, als bu später so heiter wurdest."
„Schurke!" schrie sie ihm ins Gesicht. „Elender Schurke!"
„Rege dich nicht auf, Käthe! Es hat keinen Zweck. Wir sind allein miteinander. Mir genügt, daß du nicht mehr leuglieft, meine Frau zu sein." „Ich bin es nie gewesen!"
„In dem Sinne freilich nicht, wie du es jetzt meinst: aber du bist es nach dem Gesetz! Der Trauschein ist in meiner Hand,, und wenn du ihn sehen willst ..."
Lin Verband hessischer Seimaischulsreunde.
Aus dem Vielerlei der pädagogischen Zeit- strömungen, wie sie aus dem verständlichen Streben, dem Aufstieg von Volk und Vaterland zu dienen, geboren wurden, hebt sich eine große Forderung mit großer Beharrlichkeit heraus, die dem Streit der Meinungen am wenigsten unterworfen scheint: der Ruf nach der Heimatschule. Dieser Gedanke entstammt weder dem Zufall, noch bewußter Erwägung: er ist vielmehr dem fruchtbaren Boden der Heimat mit Naturnotwendigkeit entwachsen: er muhte aus den fremden Versuchen, unsere völkische Einheit zu zerbrechen, sich von selbst ergeben.
Der .Reichsbund Heimatschule", der bis vor kurzem den Heimatgedanken zu pflegen unternommen hatte, und durch seine großen Tagungen in Gießen, Heilbronn und Lauterbach noch in bester Erinnerung steht, ist trotz seines hohen Zieles zur Ruhe gegangen. Daß das an sich gute Unternehmen zuguterletzt doch gescheitert ist, liegt nicht an der Sache selber, sondern lediglich an der äußeren Erscheinungsform. Denn der Heimatgedanke ist einmal von Natur zu sehr mit einem begrenzen Stück Muttererde verbunden. Ein „Reichsbund" der Heimatschul.reunde kann nur als ileberorganifation in Betracht kommen, mit der Aufgabe, die Heimatschulgruppen der Einzelgebiete zusammenzuführen, um das Gemeinsam-Deutsche herausz istellen. Denn auch die Entwicklung und Lösung des Heimatschulproblems kann nicht von obenher geschehen, sondern muß zunächst in stammes- oder landermähig orientierten Einz l-e len tc s chi und begonnen werden.
Die rege Tätigkeit der amtlichen heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaften, die sich der anerkennenswerten Unterstützung des hessi
schen Kultusministeriums erfreuen, erbringt den Beweis, daß auch bei uns in Hessen die H e i ma tschule zu ihrem Recht kommen will. Die Gemeinschaften sollen und wollen zunächst einmal die Bausteine zum Gebäude herbei- schaffen. Wenn auch chre mühselige Arbeit, die letzten Endes dem Heimatschulgedanken zu dienen hat, längst nicht abgeschlossen sein kann, so sind doch einzelne Heimatschulfreunde schon am Werk, bereitliegendes Baumaterial zu nutzen. Das ist gut so. Denn anders würde mancher Beteiligte die Lust zur Weiterarbeit verlieren, wenn nicht schon jetzt für die Berufspraxis etwas dabei herauskäme.
Um einander näherzukommen und sich gegenseitig Anregungen für die Heimatschularbeit zu geben, haben sich jetzt die bereits tätigen Heimatschulleute zu einem Verband der Heimatschulfreunde in Hessen zusammen» geschlossen. Der Bund will den Heimatschulgedanken pflegen und alle Freunde der Heimatschule zu gemeinsamer Arbeit zusammenfassen. Lehrpersonen aller Schulgattungen haben bereits der Gründung zugestimmt und schriftlich ihren Beitritt erklärt. Die eigentliche Gründungstagung findet schon in allernächster Zeit in Frankfurt a. M. statt. Außer geschä tlichen Mitteilungen, wie Wahl eines Vorstandes, sieht die Tagesordnung Aussprachen über den gegenwärtigen Stand der Heimatschulfrage in Hessen und über Ziel und Zweck eines Bundes der hessischen Heimatschulfreunde vor. Dann ist das Thema „Heimatidee und Heimalschristtum" Gegenstand der Erörterung, und in einem Licht- b'.ldervortrag sollen Anregungen zur naturkundlichen Heimatbeobachtung gegeben werden.
und genehmigte einen Vertragsentwurf zwischen der Stadt Lich einerseits und dem Hugo Hummel in Lich anderseits hinsichtlich der Errichtung einer Uferstützmauer an der Wetter durch letzteren. Die Stadt Lich leistet hierzu einen einmaligen Zuschuß in Höhe von 1000 Mk., übernimmt die Mauer in ihr Eigentum und unterhält sie. Dem Hugo Hummel wird gegen Widerruf gestattet, auf der Mauer ein Geländer anzubringen, dessen Unterhaltung ihm obliegt. — Weiterhin stimmte der Gemeinderat u. a. den Vorschlägen der Dau- und Finanzkommission über die Instandsetzung des durch die Kabelverlegung der Reichspost beschädigten Fußsteiges innerhalb der Stadt zu, genehmigte die Anschaffung eines Dullen durch den Landwirtschaftskammerausschuß für die Provinz Oberhessen zum Preise von 780 Mk., eines Ziegenbockes für 150 Mk. und 10,75 Mk. Nebenkosten, die Abschaffung eines Dullen an einen hiesigen Metzger zum Preise von 925,65 Mk. und eines Ziegenbockes. Rach Erledigung sonstiger kleinerer Vorlagen schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an.
* Lich, 28. Oft. Wie schon kurz berichtet, sind für die kommende Gemeinderatswahl hier fünf Wahlvorschläge, und zwar von den Deamten, den Landwirten, dem Handel, dem Gewerbe und der Arbeiterschaft eingereicht worden. Einfache Listenverbindung haben eingegangen als eine Gruppe der Handel mit den Beamten und als weitere Gruppe das Gewerbe mit den Landwirten.
s. Inheiden, 28. Oft. Für die bevorstehende Gemeinderatswahl sind hier drei Wahlvorschläge eingereicht worden. Die Liste des Landbundes lautet: Hch. Frank, Herrn. Reitz, Karl Dösch, Friedr. Wilhelm,
„Bah! Dieser Trauschein! Was soll er? Vielleicht war alles nur Lug und Trug! Wir sind nicht kirchlich getraut worden!"
„Was auch gar nicht nötig war! Dor dem Gesetz gilt nur die standesamtliche Trauung: die kirchliche ist reine Formsache. Richt mehr!
Und du hast das gewußt, Käthe! Du wirst vergebens versuchen, mir etwas anderes einreden zu wollen! Du bist mit dem vollen Bewußtsein, daß du noch meine Frau warst, die Gattin Felix von Turnaus geworden."
„Das ist nicht wahr! Das ist eine Lüge!" schrie sie empört. „Ich habe ihn zurückgewiesen, als er um mich warb und ich wäre nie, nie feine Frau geworden, hätte ich nicht in der Zeitung gelesen, dah du schwer verunglückt warst, daß man nicht die geringste Hoffnung hätte, dich am Leben zu erhalten. Ich glaubte dich tot!“
Sie war so erschöpft, dah sie sich nun doch wieder setzen muhte. Sie klammerte sich mit beiden Händen an den Buchenstamm an. Alles in ihr bebte vor Erregung: aber Angst — nein, Angst hatte sie jetzt nicht mehr vor diesem Manne, der so überlegen lächelnd vor ihr stand.
Rur Zorn war in ihr, heiliger Zorn!
Er las ihn in ihren Augen und lächelte.
„Du hättest Erkundigungen einziehen müssen," sagte er kühl.
„Ich hätte müssen!" wiederholte sie verächtlich. „Rach dir? Sollte ich vielieicht an dein Schmerzenslager eilen, nachdem du dich nicht darum gekümmert hast, was mir ge chah? Hast d u dich nach m i r erkundigt, als ich in jenem •Xuirtsrjaufe zwischen Tod und Leben schwebte, als ich dem Wahnsinn nahe war? Ein Schurke bist du, ein Herz- und gewissenloser Schurke! Du hast mich nach London gelockt; du hast meine Unerfahrenheit ausgenuht und mich zu jener Trauung überredet! Ich habe nicht ein Wort verstanden, was jener schäbige Mensch sprach. Du hast mich gedrängt, die unbekannte Frage zu bejahen, die er an mich richtete. — Vein, schweig'! Lah mich zu Ende kommen, damit du ein für allemal weiht, was ich dir sagen muh! Du hast dich mir genaht, du hast mich beton, als ich ein armes Mädchen war, das die Welt nicht kannte. Ich sehnte mich so nach einem Herzen, das mich liebte; ich hatte ja nie erfahren, wie das ist, wenn man einen Menschen auf der Erde hat, zu dem man sich flüchten kann in jeder Rot, der einen tröstet, der einem hilft der sich aber auch mit einem freut Und dann kamst du! Hast du die Worte vergessen, die du damals zu mir sprachst? Ich habe sie nicht vergessen! Wie eingebrannt stehen sie in meinem Gedächtnis. Ich will sie dir wiederholen! Du sagtest: , ,
^ch will dir geben, was du hast entbehren müssen. Alle Freuden sollst du nachholen. Du sollst lachen und fröhlich sein und ich will dir
sämtlich Landwirte. Der sozialdemokratische Vorschlag enthält die Namen: Ludw. Sonntag, Wilh. Weber, Richard Schmidt, Heinrich Metzger, Wilh. W i l l a. Eine Mit- teIIifte schlägt Friedr. Döcher, Karl Junker und Rich. Jakob vor.
Kreis Büdingen.
! Ober-Widdersheim, 28. Oft. Bei der Treibjagd des Jagdpächters K. Eifer wurden 3 Rehe, 2 Füchse und 14 Hasen erlegt
Kreis Schotten.
-»-Schotten., 29.Oft. Die goldene Ehrennadel der Landesgruppe des D eu tschen Motorrads ahrer - Verbandes wurde auf einstimmigen Beschluß dem hiesigen Bürgermeister M e n g e l verliehen. Diese seltene Aus- xeichnung soll eine Anerkennung für die wertvolle Unterstützung fein, die der Motorradsport in Sch ot ten und im ganzen Vogelsberg gefunden hat Der Vorsitzende des hiesigen Motorradklubs wurde aus demselben Grunde durch die silberne Ehrennadel ausgezeichnet. Das Motorradrennen „Rund um Schot- t e n" gewinnt in diesem Jahre wiederum an Bedeutung und Ausdehnung, da seitens des Verbandes Meisterschaftsläuse für alle K la ff en vorgesehen sind.
a Schotten, 29. Oft. Ein tr agischerUn- f a 11 ereignete sich heute vormittag hier. Ein junger Elektrotechniker wollte sich eine eigene Radioanlag e schaffen. Bei Spannung der Antenne und Erdleitung kam er offenbar mit dem Draht der Hochspannungsleitung zu nahe, der Draht berührte die Leitung und der junge Mensch, etwa 20 Jahre alt, wurde von dem Starkstrom getroffen und | auf der Stelle getötet. Das Mitleid mit
alle Tage von neuem danken dafür, daß du mir dein Herz und deine Liebe schenktest
So sprachst du, und ich traute dir? Ich war so froh, daß ich endlich, endlich Liebe spüren sollte! Ich will dich auch noch an andere Worte erinnern, die du mir sagtest, damals, nachdem ich schon deine Frau war — nach dem Gesetz, wie du behauptest. Du saglest:
.Wenn wir deine Tante versöhnt haben, holen wir die kirchliche Trauung nach. Richt eher will ich ' ich als mein Weib betrachten/
Oder willst du leugnen, dah du das gelobt hast?"
Berndt Klausen hatte sie sprechen lassen. Er hatte nicht gewagt, sie zu unterbrechen. Das hatte er nicht erwartet — das nicht--
Jetzt wußte er, dah er ein Weib vor sich hatte, das wahrhaft liebte und diese Liebe verteidigen würde mit allen Mitteln.
Was auch seine Absichten ihr gegenüber gewesen sein mochten, jetzt, als er sie so unerwartet wiedergefehen hatte, regte sich die Eifersucht in ihm; fein Stolz war verletzt.
Und sie war berauschend schon in ihrem Zorn; viel, viel schöner als damals das arme kleine Mädchen, das er erst hatte ein!leiden müssen.
Seine Qlugen flammten sie an, daß sie errötend die ihren senkte, und er sagte leise, jedoch mit allem Nachdruck:
„Ich habe deine Anklagen angehört, ohne dich zu unterbrechen: ich wäre ein Tor, wollte ich bestreiten, dah ich jene Worte zu dir gesprochen habe. 2m Gegenteil; ich möchte sie dir heute wiederholen. Ich habe nicht gelegen, als ich dir meine Liebe versicherte. Ich habe dich immer geliebt. Ich liebe dich noch."
Da fuhr fie auf.
„Schweig'! Sprich nicht von Liebe! Ich will es nicht hören! Es ist eine Beleidigung für mich!"
Dann lachte sie plötzlich auf.
„Sv ein Mensch behauptet, mich geliebt zu haben, und hat mich am Hochzeitstage verlassen!" stieh fie hervor.
„Ohne daß du bis heute weiht, warum."
„Was kümmert es mich? Ich habe mich fast zu Tode gesorgt um dich, als du nicht wiederkamst! Ich fiel in ein Fieber. Wenn ich damals genas, so habe ich das nicht dir zu danken! Damals sehnte ich mich nach dem Tod; aber er mochte mich nicht. Ich ahnte nicht, dah das, was wir Menschen Schicksal nennen, nur ausgleichende Gerechtigkeit ist, dah ich entschädigt werden sollte für alles, was ich unschuldig hatte leiden müssen, dah mein Leben doch noch vergoldet werden würde vom Sonnenschein wahrer Liebe. Wahrer Liebe! Hörst du es? Verstehst du, was das heiht? Ah, wie darf ich das von dir verlangen! Es ist eine Sünde an der Liebe setost, wenn ich sie dir zutrauel"
der Mutter, deren Ernährer er war, und d.e schon zwei Männer, darunter den letzten Mann vor kurzem plötzlich an Kopfgrippe verloren hat. ist allgemein.
Kreis Alsfeld.
H Alsfeld. 28. Oft. Die hiesige Dürer- g e s e l l s ch a f t eröfsneie am vergangenen Samstag die Reihe ihrer diesjährigen Wintervorträge durch einen Alfred-Dock-Abend. Als Rezitator war einer der besten Interpreten der Bockschen Dichtungen, der Spielleiter i a r l Volck vom Stadttheater in Gießen, gewonnen worden. Zu Beginn des Abends gedacht der neue V' "ende, Studienrat Dr. Berg, i beweg en Worten der großen Verdienste des allzu- frühe a-B vem Leben geschiedenen seitherigen Vorsitzenden Oberstudiendirektor G r a e b e r. Einleitend gab Herr D o l ck ein Lebensbild des Dichters Alfred Bock in kurzer, aber sehr treffender Weise, wobei er den Dichter als einen der besten lebenden E.z ihler, als Künstler und Philosoph und Dichter seiner Heimat kennzeichnete. Aus dem reichen Schaffen des Dichters bot der Vortragende die Novellen „Der Napoleon", „Am romantischen Ufer" und „Die Mehsahrt". Herr Volck verstand es meisterhaft, den aufmerksamen Zuhörern die Werke des Dichters näherzubringen. Er erntete mit seiner feingestaltenden Dor- tragskunst bei den dankbaren Zuhörern außer- ordentlich reichen und wohlverdienten Beifall. Das Alsfelder Jugendvrchester wirkte mit passend gewählten klassischen Musikstücken in dankenswerter Weise mit. — Musillehrer Meinhar dt (Alsfeld) veranstaltete am vergangenen Freitag im großen Saale des „Deutschen Hauses" ein Sinfoniekonzert. Das durchweg klassische Programm wies Werke von Haydn, Mozart, Beethoven und Mendelssohn auf. Stud. P l o ch spielte dabei mit großer Virtuosität das Violinkonzert von Mendelssohn. Dem jungen Unternehmen des Musiklehrers Meinhardt, der im kommenden Winter noch eine Anzahl weiterer Sinfoniekorzerke veranstal.en teilt, wäre ein entsprechender Erfolg zu wünschen. Das aus 24 Musikern bestehende Orchester entledigte sich seiner Aufgabe mit großem Geschick und zeigte recht gutes musikalisches Können.
Wirtschaft.
Weitere Kurseinbrüche inAeuyorl
N e u h o r k, 29. Oft (WTB.) Mit dem gestrigen schwarzen Montag hat der Kurssturz in Wallstreet immer noch nicht sein Ende erreicht. die heutigen Ereignisse haben vielmehr die gestrigen und die des schwarzen Donnerstag der vorigen Woche noch in den Schatten gestellt Bereits zu Dorsenbeginn erlitten einzelne Werte Kurseinbußen von 40 Dollar, im Verlaufe gaben die Kurse verschiedentlich bis zu 7 0 Dollar nach, obgleich die Banken zu 3nter- ventionszwecken dauernd in gewaltigem Ausmaß Material aufnahmen. Es gelang ihnen immer nur zeitweise, dem Abgleiten der Kurse Einhalt zu gebieten, und erst gegen Schluß machte sich eine etwas nachhaltigere Erholung geltend, die jedoch bei den meisten Werten auch nicht ausreichte, den niedrigsten Kursstand des Vortages wiederherzustellen. Eine besondere Sensation ist in der heute erreichten U m s a h z i f f e r von 16 410 000 Aktien zu erblicken.
Preßen «Sleltra, Frankfurter Gas A.-G. und Stadl Frankfurt.
Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung die bereits
Sie war wieder auf gestanden. Die Schwäche war von ihr gewichen. Sie war entschlossen, diesem Menschen keinerlei Recht über sich ein- zuräumen — keines! Niemals sollte er sie von Felix reihen dürfen!
Berndt Klausen aber lächelte wieder und sagte gelassen:
„Ich durchschaue dich. Du möchtest mich als einen Schurken hinstellen, um dadurch das Verbrechen zu rechtfertigen, das du begangen hast, das Verbrechen der Doppelehe, auf das Zuchthausstrafe gefetzt ist. Es wird dir nicht gelingen. Du hast mich einen ßügr.er genannt. Ich will sehen, ob b u den Mut zur Wahrheit hast. Ich frage dich: Habe ich dir während der Zeit, da du mir vertrautest, da du mir folgtest, je ein Leid angetan? Habe ich von dir verlangt, was du mir nicht freiwillig gegeben hättest? Habe ich es erzwungen, nachdem du meine Frau geworden warst? Habe ich nicht vielmehr deine mädchenhafte Scheu stets geehrt und dich mit aller Rücksicht behandelt? — Rein, unterbrich mich jetzt nicht, wie ich dich nicht uni erbrochen habe! Ich frage dich weiter: Habe ich dich wirklich dem Elend preisgegeben, als ich an jenem Morgen von dir ging? Habe ich dir nicht all mein Geld zurückgelassen? Du bist klug. Du mußt dich öfter als einmal gefragt haben, warum ich dich damals aus der Arbeit und dem Elend riß, warum ich dich mit mir nahm und dich heiratete, ohne daß ich etwas davon hatte. Welche Antworten hast du dir auf diese Fragen gegeben? Ich teilt die Wahrheit wissen, Käthe."
Käthe senile das Haupt.
Ia. diese Fragen hatte sie unzählige Male an sich gerichtet, ohne eine Antwort auf eine einzige zu finden. Seit sie mit Turnau verheiratet war, wußte sie doch, daß Berndt von chr alles hätte verlangen dürfen — alles.
Aber sie mußte bekennen, daß er nichts gefordert hatte'! Er hatte sich nichts genommen, gar nichts.
Warum?
„Du weiht keine Antwort," fuhr Berndt Klausen fort. „Du wirst sie nie wissen, solange du bezweifelst, daß ich dich geliebt habe. Ia, ich liebte dich, und du erbarmtest mich bis ins innerste Herz. Ich sah deine Scheu vor mir und wollte, daß du erst volles Vertrauen zu mir fassen solltest, ehe ich dich in Wahrheit zu meiner Frau machte."
„Und hast mich verlassen!" murmelte sie.
„3a, ich habe dich verlassen. Aber ich sprach die Wahrheit, als ich behauptete, es handelte sich um eine gute Stelle. Ich kann die Beweise dafür erbringen."
(Fortsetzung folgt)


