Ausgabe 
30.4.1929
 
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len Steinbachs Stürmer dreimal erfolgreich fein. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Schieds­richter Engelbrecht (Großen-Buseck) leitete zu­friedenstellend.

Arbeiter-Turn- und Sporibund.

Gießen I Wetzlar I 8:1.

Wetzlar war am Sonntag im Pflichtspiel gegen die Kreisklassenmannschaft Gießen hier zu Gast. Mit dem Anstoß der Gäste, die sich den Wind zum Bun­desgenossen gewählt hatten, begann ein flottes Spiel. Wohl erzielten die Gäste kurz hintereinander drei Ecken, die jedoch nichts einbrachten. Gießen, das mit Ersatz antrat, fand sich allmählich besser zusam­men und kam bald zum Führungstor Doch Wetzlar hatte bald den Ausgleich hergestellt. Gießen drückte sich nun mehr und mehr durch und stellte das Re­sultat bis Halbzeit auf 4:1. Nach Seitenwechsel wur­den die Gäste allmählich eingeschnürt. Auch die zahl­reiche Verteidigung konnte nicht verhindern, daß die Einheimischen noch viermal einsenden und so obiges Resultat Herstellen konnten.

Naunheim I Alsfeld I 3:0

In Naunheim trafen sich beide Gegner zum fäl­ligen Serienspiel. Der Anstoß zeigte ein flottes Feld­spiel, indem beide Tore in gefährliche Bedrängnis kamen. Ein für die Gäste gegebener Elfmeter wurde verschossen. Bis Halbzeit konnte keine Partei einen Erfolg buchen. Nach Seitenwechsel weiter flottes Spiel. Naunheim ging nun bald m Führung. Als­feld ging nun mächtig aus sich heraus, konnte aber zu keinem Erfolge kommen. Die Einheimischen konnten durch schönes Spiel kurz hintereinander zwei weitere Treffer buchen und so mit obigem Re­sultat den Platz als Sieger verlassen.

Oppenrod I Grünberg I 2:0.

In Oppenrod standen sich beide Gegner gegen­über. Obwohl die Einheimischen den Gästen etwas überlegen waren, dauerte es doch eine Welle, bis sie zum ersten Erfolg kamen. Grünberg strengte sich mächtig an, den Ausgleich zu erringen, dieser blieb ihm aber versagt. Oppenrod dagegen konnte noch einmal erfolgreich fein und so obiges Resultat er­zielen.

Kinzenbach Beilstein 1:1.

Kinzenbach I mußte die Reise nach Beilstein im Westerwald antreten; zwei gleichwertige Gegner trafen hier aufeinander, die sich die Punkte nach flottem Spiel mit dem Resultat 1:1 teilten.

Steinbach I Wieseck II 2:9.

In Steinbach trafen sich beide Gegner zum fälligen Serienspiel. Die technisch besseren Gäste konnten hier einen sicheren Sieg mit nach Hause nehmen.

Watzenborn I Leun 3:1.

Watzenborn I war in Leun zu Gast und konnte überraschenderweise den sonst sehr guten Einhei­mischen einen 3:1-Sieg abringen.

Klein-Linden (Jugend) Wieseck (Jugend) 3:4.

Klein-Lindens Jugend hatte Wiesecks Jugend zu Gast. Nach abwechslungsreichem Spiel blieben die Gäste mit dem Resultat 3:4 Sieger.

Dom Radsport.

Der Gau 73 Lahn des Bundes Deutscher Badfahrer veranstaltete am Sonntag seine 50- Kilometer-Preisfahrt auf der Strecke Cölbe Biedenkopf und zurück. Trotz des sehr windigen Wetters wurden in beiden Gruppen hervor­ragende Zeiten erzielt. Ergebnisse:

Klasse A. 1. W. Döringer, 1885 Gießen, 1 Std. 36 Min. 2. Hch. Preis,Germania" Gießen, 1 Std. 38 Min.

Klasse 8. 1. 3. Hoppe, Marburg, 1 Std. 3918 Min. 2. G. Lauer, Beltershausen, 1 Std. 44 Win. 3. F. Schnecker, 1885 Gießen, 1 Std. 4510 Min. 4. W. Schacker, Marburg. 1 Std. 4619 Min. 5. H. Dender, Wetzlar. 1 Std. 4618 Min. 6. W. Biphi, Friedberg. 1 Std. 55 Min. 7. E. Weber, 1885 Gießen, 2 Std. 8. L. Euler, 1885 Gießen, 2 Std. 0033 Min.

Gießener Tennisklub 1922.

Bach intensivem Wintertraining hat der Klub am Samstag den Sommerspielbetrieb eröffnet. Leider ist ein vollwertiges Training bis jetzt noch ausgeschlossen, da die Beschaffenheit der vier alten Platze sehr zu wünschen übrig läßt und die beiden neu angelegten Plätze erst in nächster Zeit fertiggestellt werden. Cs ist dies um so bedauerlicher, da der Gießener Klub bereits am nächsten Sonntag einen Städtewettkampf gegen Marburg in Gießen austrägt. Der Marburger Tennisklub verfügt von jeher über eine spielstarke Mannschaft, die den schlecht trai­nierten Gießenern ohne Zweifel den Sieg schwer machen wird. Jedoch ist der Gießener Klub durch seine bewährten Kämpen vom Vorjahre gut vertreten, so daß der erste diesjährige Wettkampf, trotz obigem Handicap, wohl kaum eine Enttäuschung für Gießen werden wird.

Ausfichlsratssihung der Hekoga.

WSN. Darm ft aM, 29. April. In der heutigen Sitzung des Aufsichtsrats der Hekoga (Hessische kommunale Gasversorgungs-A.-G.), die von nachmittags bis zum Abend dauerte, wurde vom Vorstand das zahlenmäßige Ergeb­nis der verschiedenen Angebote für die hessische Gasversorgung in einer Denkschrift vorge­legt. Nach Kenntnisnahme beschloß der Aussichtsrat, in einer demnächst stattfindenden Sitzung wegen der weiteren Vorschläge an die General­versammlung endgültig Stellung zu nehmen. Wie verlautet, wird in aller Kürze der Inhalt der Denkschrift in vollem Umfange der Öffentlichkeit unterbreitet werden.

Starkenburg.

WSN. Bensheim a. d. B., 29. April. Durch Entschließung des hessischen Ministeriums des In­nern wurde der Stadt Bensheim die Führung eines neuen Stadtwappens bestätigt. Das Bild des Wappens zeigt in Rot den goldgepanzerten St. Georg auf silbernem Pferd, einen grünen Drachen erstechend.

Rheinhessen.

WSN. Mainz, 29. April. Ein schweres Unglück ereignete sich Sonntag nachmittag auf der Kaiser­straße. Ein fünfjähriges Mädchen namens Wagner wollte einem Radfahrer ausweichen, wurde aber dabei von einem Auto, das von einer Dame gelenkt wurde, in der Nähe des Bürgersteigs erfaßt und üb erfahren. Die Räder gingen der Kleinen über den Kopf, so daß das Kind trotz sofortiger ärztlicher Hilfe alsbald verschied

Wirtschaft.

Beruhigung am Devisenmarkt.

Durch die sichere Haltung der Beichsbank und der deutschen Großbanken ist sowohl im 3nlande, als auch im Ausland eine wesentliche Be­ruhigung eingetreten. Besonders in engli­schen Finanzblättern ist darauf hingewiesen wor­den, daß die deutsche Währung als durchaus stabil anzusehen ist. Die De­visenanforderungen sind gestern ganz erheblich zurückgegangen, sie werden auf etwa 5 bis 6 MiUionen Dollar geschätzt. Auch die Feststellung der Botiz für Dollar­noten konnte auf der bisherigen Basis wieder vorgenornmen werden. Die überstürzten Mark­verkäufe im Auslande haben zu einer Mark- knappheit geführt, so daß die Mark fest ist.

Millioneninsolvenz einer Berliner privatbanksirma.

Berlin, 29. April. (WTD.) An der heutigen Börse wurde die Insolvenz der Berliner Bankfirma Bichard Harte bekannt. Laut Boss. Ztg." hat das Bankgeschäft am heutigen Tage seine Zahlungen eingestellt. Als Grund wird die Uneinbringlichkeit gewährter Konto­korrentkredite angegeben. Die Firma ist im Augen­blick mit der Aufstellung eines Statuts beschäf­tigt. Die Verbindlichkeiten schätzt man auf mindestens 3Vr Millionen Mark.

* Diskonterhöhung der Dank von Danzig. Die Dank von Danzig erhöht ab 30. April ihren Diskontsatz von 6 auf 7 Prozent und ihren Lombardsatz von 7 auf 8 Prozent.

Verein igung der Hess. Kommu­nalen Landesbank mit der Girozen­trale. 3n der am Samstag in Frankfurt a. M. stattgehabten G.-V. der Hessischen Kommunalen Landesbank wurde die Vereinigung mit der Hes­sischen Girozentrale beschlossen. Die beiden Ban­ken werden ihre seitherige getrennte Geschäfts, führung einstellen, die Geschäfte werden gemein­sam geführt werden. Wann diese Verschmelzung in Kraft tritt, steht jedoch noch nicht fest. Die diesbezüglichen Verhandlungen gehen noch weiter.

* Preußische Hhpotheken-Aktien- B a n k. Die G.-V. setzte die Dividende auf 10 (i. V. 9) Prozent fest. Das laufende Geschäftsjahr habe sich, wie mitgeteilt wurde, bisher befriedi­gend entwickelt. Die Bank sei auch ferner in der Lage dadurch, daß sie einen größeren Posten Pfandbriefe an ausländische Freunde vor kurzem begeben hat, Hypotheken, die sich zu günstigen Sähen bieten, hereinzunehmen. Zur Zeit stocke der Pfandbriesabsah.

* Vergleich be i Fuchs Waggon an­genommen. 3n dem gestrigen Vergleichs­termin der Waggonfabrik Fuchs A.-G., Hei­delberg, stimmte die Mehrheit der Gläubiger dem neuen Vergleichsvorschlag zu, der bekannt­lich von den Grohgläubigern den Verzicht auf 70 Prozent ihrer Forderungen verlangt. Die

amtliche Betätigung des Vergleichs soll am Dienstagvormittag erfolgen. Da die Annahme dieses Vergleichs eine Voraussetzung für die Zustimmung der Gebr. Schöndorff A.-G., Düs­seldorf, zu der Llebemahme von 1,8 Mill. Mk. neuer Aktien von Fuchs Waggon war, so ist damit die Sanierung von Fuchs Waggon durch Schöndorff ebenfalls gesichert.

* Frankfurter Maschinenbau A. - G. Dorrn. P o kornh & Wi ttekind. Frank- furt a. M. Bei der Gesellschaft ist für 1928 mit einem Rückgang der Dividende bis auf zirka 4 Prozent (i. V. 6) zu rechnen. Wie W.T.B.- Handelsdienst erfährt, findet die Bilanzsihung am 1. Mai statt. Lieber die voraussichtliche Höhe der Dividende sei man sich bis jetzt aber noch nicht schlüssig.

* Stolberger Gesellschaft für Berg­bau, Blei- und Zinkfabrikation, Aachen. Das Geschäftsjahr 1928 erbrachte bei 924 930 (L V. 1038 002) Mk. einen Beingewinn von 909 832 Mark. Das abgelaufene Geschäfts­jahr stand unter der Wirkung des weiteren Riedergmiges der Metallpreise, die notwendiger­weise das Bilanzergebnis beeinflußten. Wenn trotzdem das Ergebnis von dem des Vorjahres nicht wesentlich abweicht, so ist das hauptsäch­lich den in bedeutendem Umfange vorgenomme­nen Investierungen zu danken, die einerseits eine Erhöhung der Produktion auslösten, die aber auch andererseits für die Folge wesentlich höhere Aufwendungen für Ver­zinsung und Abschreibungen bedingen. Der am 1. Juni stattfindenden G.-V. soll die Ver­teilung einer Dividende von 6 Prozent auf die Stammaktien und dementsprechend 4 Prozent auf die Vorzugsaktien vorgeschlagen werden.

* Rudolph Karstadt A.-G., Hamburg. Der Geschäftsbericht der Rudolph Karstadt A.-G., Hamburg, betont, daß das Jahr 1928 unter außergewöhnlich schweren wirtschaftlichen Be­lastungen verlief. Immerhin konnten die LImsähe in den reinen Detailbetrieben ohne Berücksich­tigung der Einheitspreisgeschäfte von 231,5 auf 254,4 Mill. Mk. gesteigert werden. Da die Lin­kosten um rund 1 Prozent des Gesamtumsatzes stiegen, ergab aber der Mehrumsatz von rund 23 Millionen keine entsprechende Steigerung des Reingewinnes. Außer der vorzeitigen Rückzah­lung der alten Amerikaanleihe bei Gelegenheit des Abschlusses der neuen sechsprozentigen ameri­kanischen Anleihe in Höhe von 15 Mill. Dollar wurde eine Reihe von Restkauf- und Aufwer­tungshypotheken im Gesamtbeträge von rund 7 Mill. Mk. getilgt. Von den im Zusammenhang mit der amerikanischen Anleihe ausgegebenen Aktien sind an der diesjährigen Dividende 8,5 Mill. Mk. mit halber Dividende beteiligt. Der Rest von 10,5 Mill. Mk. kam erst kurz vor Ab­lauf des Geschäftsjahres zur Einzahlung. Das gesamte Aktienkapital ist nunmehr für das lau­fende Jahr voll dividendeberechtigt. Der Bericht weist ferner darauf hin, daß der Ausbau der Epa-Geschäfte (Einheitspreis A.-G.) sich in aus­gezeichneter Entwicklung befinde. Die Gesellschaft hatte am 30. Juni 1928 14 Filialen in Betrieb. Diese Zahl war bis Ende Januar 1929 auf 23 gewachsen. Von einer Rennung der LImsähe dieses Geschäftszweiges der Gesellschaft wird abgesehen mit der Begründung, daß bei dem starken Aus­bau des Llntemehmens diese Zahlen nur zu Fehlschlüssen führen, und weil bei der Tatsache, dach verschiedene Geschäfte für ganz verschiedene Zeitabschnitte in Betrieb waren, nur irrige Auf­fassungen Platz greifen würden. Das Kapital der Epa, das gegen Schluß des Geschäftsjahres auf 2 Mill. Mk. erhöht wurde, soll ihrem wachsenden Umfang entsprechend in diesem Jahre weiter heraufgesetzt werden. Für die Epa, deren Ge° schäftsjahresschluh auf den 31. Januar verlegt werden soll, kommt auch im laufenden Jahre eine Reihe weiterer Filialen zur Eröffnung.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, 30. April. Tendenz freundlich. Im vorbörslichen Verkehr war das Geschäft sehr ruhig, und die Tendenz zeigte eine gewisse Un­sicherheit, da die angespannte Geldmarktlage und der schwache Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse, so­wie das Anziehen des Geldsatzes bis auf 15 o. H. verstimmte und eine nicht unerhebliche Zurückhal­tung hervorriefen. Doch setzte kurz vor Beginn des offiziellen Marktes ein Tendenzumschwung ein, da die günstigeren Momente wieder in den Vorder­grund traten. So wurde der weiteren Besse­rung des Devisenmarktes verstärktes In­teresse entgegengebracht. Auch die günstigere Be­urteilung hinsichtlich der eventuell wieder zustande kommenden Reparationsoerhandlungen machten einen vorteilhaften Eindruck. Daß man auch im Auslande die internationale Lage günstiger beurteilt, geht schon aus der Tatsache hervor, daß heute das Ausland wieder stärker am Börsengeschäft beteiligt war. Besonderes Interesse wurde von dieser Seite

dem Elektromarkt entgegengebracht, sowie dem Farbenmarkt. Dem heutigen Zahltag wurden kaum Besorgnisse beigemessen, da von den beteiligten Stellen wohl rechtzeitig Vorsorge getroffen wurde. Das Geschäft war im allgemeinen nicht sehr er­heblich, da die anfängliche Zurückhaltung immer noch etwas auf der Stimmung lastete. Die Kurs- g e ft a 11 u n g war daher zu Beginn der offiziellen Börse nicht immer ganz einheitlich, doch bestand für die schon erwähnten Papiere lebhaftere Nachfrage. J.-G.-Farben gewannen zur ersten No­tierung etwa 2, Schuckert 2,5, Licht und Kraft 1 und AEG. 0,5 v. H. Montanmarkt fast ohne Ge­schäft und leichter. Von Kaliaktien eröffneten Salz­detfurth 1 v. H. niedriger, während Aschersleben und Westeregeln leicht gebessert lagen. Banken 0,5 bis 2,75 v. H. schwächer. Auch heute wurde dem Ren­tenmarkt lebhafteres Interesse entgegengebracht. Be­sonders Schutzgebiete standen an der Sssktze und ge­wannen etwa 0,5 o. H. Auch Ablösung ohne Op­tion konnten weiter anziehen. Erst nach den ersten Kursen kam die bessere Börsensituation zum Aus­druck. Bei lebhafterer Nachfrage konnten J.-G.- Farben weitere 3, Siemens 5,5 v. H. gewinnen. Die Spekulation beteiligte sich lebhafter am Ge­schäft. An den Nebenmärkten traten erneute Besse­rungen bis zu 2 o. H. ein, doch blieben auch hier die Umsätze ziemlich eng begrenzt. Später unterlag die Börse auf Gewinnmitnahme verschiedentlich Schwankungen, und bei den meisten Papieren traten Abbröckelungen bis zu etwa 1 v. H. ein. Am Geld­markt war Tagesgeld mit 8,5 v. H. gesuchter. Am Devisenmarkt konnte sich die Mark weiter leicht bes­sern. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2168, gegen Pfund 20,47, London gegen Kabel 4,8530, gegen Paris 124,15, gegen Mailand 92,64, gegen Madrid 33,75, gegen Holland 12,0713.

Berliner Börse.

Berlin, 30. April. Nachdem man im heutigen Vormittagsverkehr eine gewisse Unsicherheit feststel- len konnte, die sich besonders in einer außeror­dentlichen Geschäfts stille auswirkte und an der Vorbörse durchweg niedrigere Kurse gehört hatte, eröffnete die Börse selbst nicht so schwach, sondern uneinheitlich mit 1- bis 2-v. H.-Schwankun­gen nach beiden Seiten, wobei aber die Rück­gänge überwogen. Die Stimmung war etwas unsicher, was zum Teil mit der Geldmarktlage und dem heutigen Zahltag begründet wurde. Im allgemeinen dürfte der Zahltag aber keine Schwie­rigkeiten bereiten, da die Börse rechtzeitig Vorsorge getroffen hat. Geld war sehr gesucht. Tagesgeld, das am Vormittag mit 10 bis 12 v. H. gesucht war, stellte sich an der Börse auf 8,5 bis 10,5 v. H. Mo­natsgeld 8,5 bis 9,5 v. H. Warenwechsel ohne Um­satz. Das Geschäft war sehr gering. Kauforders lagen so gut wie gar nicht vor. Die gestrige Neu yorker Börse, die nach einem schwachen Beginn zum Schluß erholt war, konnte keine Anregung bieten. Gewisse Besorgnisse hinsichtlich der zukünftigen Kassenlage des Reiches und der Lohnbewegung im Reiche verschärften diese Situation. Schwächer lagen Polyphon, da in London Grammophonwerte heute niedriger lagen. Man wunderte sich darüber, daß über die gestrigen Gerüchte von einer bevorstehen­den Gründung einer deutsch-englischenHol- dingsgesellschaft in Verbindung mit den Weltgrammophontrustgerüchten nichts Bestimmtes zu hören war. Zellstoff Waldhof waren dagegen auf Meldungen in der heutigen Presse fest. Auch Deutsche Atlantische konnten über 4 v. H. an» ziehen. Schwach lagen Banken, von denen Danat- bank fast 3 v. H. verloren. Elektrowerte konnten sich dagegen teilweise behaupten. Siemens und Elek­trische Lieferungen eher etwas fester, Berger Tief­bau und Glanzstosf je 3 bis 4 v. H. niedriger. Stol­berger Zink, Mannesmann auf die heutige Aufsichts­ratssitzung bis 4 v. H. fester. Deutsche Anleihen wa­ren weiter gesucht. Bon Ausländern lagen Bosnier schwach. Türken dagegen etwas fester. Am Pfand­briefmarkt war die Tendenz noch uneinheitlich. Li­quidationspfandbriefe und Anteile taxierte man eher etwas freundlicher. Nach den ersten Kursen wurde es am Farbenmarkt sehr lebhaft. Man wollte Auslandkäufe aus Amerika beobachten, und der-Kurs zog um 4 v. H. an. Hiervon aus­gehend setzte sich an der ganzen Börse eine Auf­wärtsbewegung durch, die 1 bis 3 v. H. betrug.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 30. April. Der Produkten­markt verkehrte heute in gänzlich geschäftsloser und flauer Haltung. Vom Inlande war Drot- getreide weiter nur sehr spärlich angeboten, und die Händler sind äußerst zurückhaltend und ab­wartend. Es konnte sich daher kaum Geschäft entwickeln. Es wurden notiert: Weizen 23,75, Roggen 22,75. Sommergerste für Vrauzwecke 24. Hafer, inländischer 24 bis 24,25, Mais (gelb) für Futter zwecke 22,50, Weizenmehl, südd. SvezialO 32,50 bis 33, Roggenmehl 30,25 bis 31, Weizen­kleie 13,10 bis 13,25, Roggenkleie 13,75 bis 14. Tendenz flau.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7.5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.

ftranlfun a M.

Berlin

Schluß. Kurs

1 Ubr- Kurs

Schluß. >2lnsang>

Kurs

Kurs

Damm

29-4. |

30.4.

29 4.

30 4.

6% Dt. RetchSanlethe v. m<

87,25

87,5

_

Dt. Anl.-Abläs.-Schuld mH AuL

los.-Rechten

52,25

52,4

52,4

DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte

10

10,15

9,9

10,2

7% Franls. Hyp.-Bk Goldpf. uw

kündbar bi« 1932

<y,% Rheinische Hyp.-Bank Ligu

88,5

_

Goldpf.

A.E.G. abg. Borkriegs-Obligation.

74

rückzahlbar 1932

88

4% Schweiz. Bundesbank.. . .

101I

__

_

4% Oesterretchlsche Goldrie.. . -

30

29,75

4,20% Gelten. Silberne.....

2,6

_

4% Oesterreich. etnheiU. Rte. . -

.

4% Ungarische Goldrie. - - 4% Ungarische StoalSr. v. 1910

24

20,75

24,25

21,25

24,4

4'/,% deSgi. von 1913

22

22,5

_

4% Ungarische ftronenrtc.. .

1,85

1,9

_

4% Turk. Zollanleihe v. 19U . .

9

W

9

9,6

4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,

isetic 1 .

8,75

_

4% besgi. Serie 11......

4% Rumänen convcrt. Rte. . . -

9

8,75

_

8,35

_

41/1% Rumänen Doldanl. von 1913

17,4

SUfl. Deutsche Eisenbahn . . 4)4

_

Hombu^-Amerika Valet ... 8

Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8

116,5

116,75

115,13

116,4

Hansa Danivlschisl . . 10

147

145

Norddeutscher Lloyd .... 8

109,5

108,5

108,75

Allg. Deutsche Eredltanst. . . 10

125

125,13

126

Barmer Bankverein . . . IC

126,5

127,5

127,25

Berliner HandeiSgesellsch. . 12

209

211

Commerz- und Privat-Bank n

186,5

186

186,5

186

'Lärmst, u. Nationalbank 12

257,25

254,5

257,75

255

Deutsche Bank . 10

161

161

161

160,5

Dislonto-Gesellscholi eint.. 10

153,5

153,25

152,65

152

Dresdner Bank - . 10

157,5

157

157,5

157,5

Mitteldeutsche Kreditbank ... 9

-

_

_

RrtchSbank .. 12

295

293,9

291,6

ftranlfun a. M.

Berlin

Schluß- Kurs

l-Uhr. Kur«

Schluß-lAnfana

Kurs

Kur»

Datum

29 4.

30-4.

29-4.

30.4.

A.E.G.. .......»

Bergmann ......... 9

Gleltr. Lieferungen..... 10

Licht und Kraft ..... 10

Helten & Guilleaume..... 6

Ges. f. Elektr. Untern.....10

Hamb. Elektr. Werke .... 10

Rhein. Elektr.........9

Schles. Elektr..... 10

Schuckert.....?

Siemens 4 Halske . 12

TranSradio . . ....... 8

Lahmever 4 6».. . . 10

Buderus . . ....... 5

Deutsche Erdöl ....... 6

Gelsenkirchener ... f. % JJ. 4

Harvener ........ 6

Hoesch Eisen.........8

.'Ile Bergbau ........ 8

Köln-Reuessen ...... .9

Mannesmann........8

Mansselder...... 7

Oberschles. Etsenb. Bedarf. . . 5

Oberschles. KokSwcrke.....6

Phönix Bergbau......5%

Rheinische Braunkohlen... 10

Rheinstahl |. % Jahr 4%

Riebeck Montan......7,2

Vereinigte Stahlt»......6

Otavi Minen . . .... 3 sh

Kali Aschersleben ..... 10

Kaki Westeregeln...... 10 Kaliwerk Salzdetfurth ... Id

3. G. Forden^ndustU« ... 12

Dvnamtt Nobel ....... 5

Scheide anstatt . ....... 2

Goldschmidt ....... .6

RüigerSmerke . .......6

MetaügeieMchast. ..... 11

166

209,5

152

208

134,5

215

235

367,5

165

70

126,5

131,5

211,5

98

126

91,5

276

115,5

90,25

236,5

242.5

372

244,25

164

84,5

88,75

128

166,4

209

154,5

237,5

367,5

117

91,75

115,75

237 371

1

127

165,9 209,5

152,25 207,5

134,75

214

139,5

157

187 234,25 367,75 140,5 163,25

69,5

117 114,25 127,13 131,25

114,5 211,25

98,5

114 112,25 128,75 82,25 100,13

91,9

277 114,75

90,5 67,13

235 239,75

370

242,75 114.25

84,5

87,13

128

165,4

212

150,5

206,5 136

215,5

157

186,75

234,9 366

164

69,75

115.4

126

130,5

114,6

98,75

114,5 109,75

127,9

80,5 100,75 92,13 278,25

114

140

66,75

234,5

240 370,25

243,75

115

84,5

87,5

Frankfurt a M.

Berlin

Schluß- Kurs

t-Uhr- Kurs

Schluß- Kurs

Anfang Kurs

Datum

29.4.

30-4.

29-4.

30 4-

Philipp Holzmann .....1

Heidelberger Cement .... io

Eement Karlstadt......8

Watch & Freitag......10

Schultheis Pahenhofer ... 15

Ostwerte.........12

Ber. Glanzstosf......18

Bemberg.........14

Zellstoff Waidhos.....12

Zellstoff Aschaffenburg ... 12

Eharlottenburger Wasser ... 7

Dessauer Gas........8

Daimler Motoren......C

Deutsche Maschinen-Fabrik . . o

Adlerwerre Klever......5

Luvw. Loewe.......10

Rat. Automobil ....... 0

Orenstetn 4 Koppel . .... 6

Leonhard Tietz ....... 6

Bamag-Megutn ....... 0

Franks. Maschinen ...... 6

Griyner..... 11

Hevligenstaedt ....... 0

Iunghans. .........4

Lechn-erke. ....... 8

Mainkrastwerke ....... 8

Mag..........10

Nelarsuliner ........ 8

Peters Union ........ 8

Gebr. Roeder ....... 10

Boigt & Haessner......8

Südd. Zucker........8

116,5

145,5

175

123,5

430

255

177,5

2 ' 56,5

=

53

85

8,5 63,5

112

120,13

117,5

113,5

204

150

o «1 *

-| | 1 1 | | | | | | | | | 1 | 1 SlSl 1 1 1 1o1 1 I I I 8

115,25

127

287,75

234.25

429,5

336

252,5

175,75

108,5

204

56,25

49,5

50,5

204

29

88

283

53

85

121

18

118,5

205

150

116,25

285,75

234

426,5

335

257

176

107,75

203

54,4

50

50,5

203

28

89

283,75

122

Banknoten.

Berlin, 29. April

(Selb

Brief

ymeruantidje '.Koten.....

4,229

4.249

Belgische Noten .......

58,38

58 69

Dänische Noten ........

112,26

119.70

Englische Noten........

20,50

20,58

Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Berlin 29. April

Geld

Brief

französische Noten.....

16,50

16,56

Holländische Noten......

168,56

196,24

italienische Noten......

22,18

22,26

Norwegische Noten......

112,23

112,67

Deutsch-Oesierr, ä ioo Kronen

59,11

59,35

Rumänische Noten......

2,51

2,53

Schwedische Noten ......

112,51

112,95

Schweizer Noten .......

81,54

81,86

Spanische Noten.......

60,93

61,17

Tschechoslowakische Noten ..

12,47

12,53

Ungarische Noten . ...

73,27

73,57

29. April

30- April

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

Amf1.-Rolt.

169,42

169,76

169,41

169,75

Buen--Aires

1,771

1,775

1,772

1,776

Brss.-Autw-

58,54

58,66

58,525

58,645

Chriirianta.

112,35

112,57

112,36

112,58

Kopenhagen

112,42

112,64

112,39

112,61

Stockholm .

212,72

112,84

112,59

112,81

Helsingfors-

10,595

10,615

10,593

10,613

Atollen. . .

22,105

22,145

22,075

22,115

London. . .

20,452

20,492

20,449

20,489

Neuvork . .

4,2135

4,2215

4,2135

4,2215

Paris....

16,475

16,515

16,465

16,505

Schweiz . .

81,16

81,32

81,15

81,31

Spanien.

60.72

60,84

60,39

60,51

Japan - . - Rio de Jan

1,896

1,900

1,894

1,898

0.504

0,502

0,504

0,502

Wien in D-- Ceft. abgest

59,20

59,32

59,18

59,30

Prag . .

12,475

12,495

12,472

12,492

Belgrad . .

7,411

7,425

7,408

7,422

Budapest. .

73,54

73,58

73,41

73,55

Butanen

3,042

3,048

3.042

3,648

Lissabon Danzig. . . Konst.ntin.

18,88

18,92

18,85

18,89

81,73

81,89

81,73

81,89

2,066

2,070

2,066

2,070

Athen. .

5,455

5,465

5,46

5,47

Canada

4,181

4,189

4,181

5,189

Uni uav

4,006

4,074

4,076

4,084

Cairo - -

20,98

21,02

20,975

21,025