Ausgabe 
30.4.1929
 
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Dienstag, 50. April 1929

Nr. WO Drittes Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Turnen, Sport und Spiel

Rollos Vorzimmer zu spielen begann. Da stürzte am selben Abend in einem Konzert auftreten.

Damit war Therese Mrlanollo entdeckt, und ihr

Rolla, der leidend im Bett log, fast unbekleidet

Hochschulnachrichten.

Zur Wiederbelehung von öffentlich-rechtlichen Lehrstühlen an der Universität Königsberg sind folgende Ruse ergangen: an Prof. Dr. Ernst v. Hippel in Rostock (bisher in Heidelberg), der den durch den Weggang L. Waldeckers er­ledigten Lehrstuhl übernehmen soll, sowie an Prof. Dr. Albert Hensel in Vonn, der an Stelle von H. Kraus treten soll. Der durch dos Ableben des Prof. B. Kißling an der Staatlichen Akademie zu Vraunsberg erledigte Lehr­stuhl der Kirchengeschichte ist dem Privatdozenten Dr. thcol. et phil. Joseph Lory in Würz­burg angeboten worden.

Glück war gesichert.

Der hervorragende Geiger, Professor Willi He st, Dirigent und Professor an der Berliner Hochschule für Musik, gehört zu den großen deutschen Musikern. die schon als Kinder Auf­sehen erregten. Am 14. Juli 1869, dem zehnten Geburtstag des Knaben, erlebte Willi Hest seine musikalischeFeuertaufe" vor einem größeren Publikum. Er stammt aus Mannheim: sein Vater Julius Heß und Joseph Joachim in Berlin waren seine Lehrer. Sein erfolgreiches Leben, das ihn Ruhm in ollen Ländern ernten ließ, beweist, daß jugendliche Talente nicht immer schnell ihre Kraft verbrauchen müssen, wie es eine volkstüm­liche Ansicht behauptet.

Reben den musikalischen Wunderkindern sind am häufigsten die jugendlichen Rechenkunst - ler und die kindlichen Schachmeister. Im Februar 1920 sah man in Berlin einen kleinen, blassen Knaben, Samuel Rzeschewski aus Lodz, in einem Simultanspiel gegen zwanzig fähige Berliner Schachspieler zehn Partien ge­winnen: neun waren unentschieden, und nur eine ging dem jungen Schachtalent verloren. Schon zwei Jahre vorher hat das Kind in Lodz in einem Simultanspiel gegen zwölf gute Schach­spieler alle Partien gewonnen, Uebrigcnä war auch Capabla nca ein Wunderkind, das das Schachspiel im Alter von vier Jahren erlernt haben soll und bereits mit zwölf Jahren für den besten Spieler Kubas galt. Daß geniales Schach­spiel und musikalische Begabung gleichzeitig bei einem Kind auftreten können, zeigt das Beispiel der französischen Schachkünstlers P h i l i d o r.

Handball in Großen-Linden.

Tv. Großen-Linden Jugend Mtv. Gießen Jugend 2:5 (2:2).

Beide Mannschaften lieferten sich am Sonntag in Großen-Linden einen äußerst scharfen Kampf, den die Gäste dank ihres besseren Kombinations­spieles in der zweiten Halbzeit für sich entschei- den konnten. Dem Spielverlauf nach waren die Großen-Lindener keineswegs 3 Tore schlechter. Schiedsrichter Loh vom Tv. 1846, Gießen, leitete mustergültig.

Handball im Lahn-Oünsberg-Gau.

To. Staufenberg I Tv. Wieseck I 0:9 (0:2).

Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich diese Mann­schaften am Sonntag in Wieseck. Die Einheimischen beherrschten diesmal das Feld. Das Spiel wurde von einigen Durchbrüchen Staufenbergs, die jedoch erfolglos verliefen, abgesehen von den Wiesccker Turnern ausschließlich in die gegnerische Spielhälfte verlegt. Das verhältnismäßig niedrige Ergebnis der ersten Spielhälfte ist darauf zurückzuführen, daß das Zusammenspiel von Wieseck zu wünschen übrig ließ. Schiedsrichter Drolsboch (Gorbenteich) leitete ein­wandfrei.

V. f. B.

Die Liga wußte auch diesmal durch einen klaren Sieg zu gefallen, indem sie die Fuldaer Germanen glatt mit 4:0 schlug. Man hatte sich von den Gästen etwas mehr versprochen, zumal sie erst am Sonntag vorher im Derbands- spiel gegen den guten Kreisligaverein Schlüch­tern hoch mit 6:0 gewonnen hatten. Wohl wa­ren sie eifrig am Ball und kämpften mit viel Aufopferung, ihr Spiel ließ jedoch den nötigen Zusammenhang und auch ein ausgeprägtes Sy­stem vermissen. Anders die V.s.B.-Elf. Trotz des Ersatzes für den Mittelläufer und Halb­rechten und der hierdurch bedingten Umstellung zeigte sie im allgemeinen eine abgerundete Lei­stung. Sie war ihrem Gegner in jeder Weise überlegen. Vor allem war ihr Spiel durch­dachter und flüssiger. Was die Platzmannschaft jedoch wieder stark vermissen ließ, war der not­wendige Kampfgeist: mit etwas mehr Krast- und Energieaufwand wäre ihr Erfolg noch ein wesentlich größerer gewesen. Don Anbeginn zeigte sich V.f.B. der Gästeelf überlegen und bedrängte oft deren Tor, ohne vorerst einen zählbaren Erfolg erzielen zu können. Rach etwa einer Viertelstunde muhte sich der vorzügliche Torwart der Fuldaer zum erstenmal geschlagen bekennen. Trotz guter Abwehr der aufmerksamen Germanenverteidigung konnte der V.f.B.-Sturm bis zur Halbzeit das Resultat auf 3:0 erhöhen. Rach dem Wechsel raffte sichGermania" etwas auf und versuchte das Torverhältnis zu seinen Gunsten zu verbessern. Es reichte jedoch nur für kurze Zeit zu einer gleichwertigen Partie. V.f.B. übernahm erneut das Kommando und spielte mit dem Gegner fast nur in dessen Hälfte, wie er wollte. Daß die immer schwächer wer­dende Gästeelf bis zum Schluß nur noch ein Tor hinnehmen mußte, verdankte sie in erster Linie dem hervorragenden Können ihres Schluß­mannes, zum Teil aber auch dem energieschwachen Spiel der Platzmannschaft. Jedenfalls hat sie bewiesen, daß sie selbst auch in geschwächter Auf­stellung beachtenswerte Resultate zu erzielen ver­mag. Schiedsrichter Enders von der Gieße­ner Spielvereinigung war dem von beiden Sei­ten sehr ruhig und fair durchgeführten Treffen ein unparteiischer Leiter.

Das Spiel der Dritten gegen die Erste H e r m a n n st e i n s wurde von den Gästen, die anscheinend mit den elementarsten Fuhballregeln noch nicht recht bekannt zu fein scheinen, beim Stand von 4:0 für D. f. B. abgebrochen. Herr- mannftein hatte während des Spiels feinen Tor­mann gewechselt, ohne dem Schiedsrichter hiervon Kenntnis zu geben und glaubte den zu Recht

hinaus, um den jungen Paganini entzückt zu um­armen.

Aus dem Ghetto der polnischen Stadt Ezen- stochau stammt Bronislaw Huberman, der Sohn eines kleinen Advokaten, der durch die Protektion des polnischen Grafen Z a m o y s k i seine musikalische Ausbildung erhielt. Am 12. Januar 1895 trat Huberman, damals elf Jahre alt, zum erstenmal im großen Musikvereinssaal in Wien auf, gleichzeitig mit der Sängerin Ade­lina P a 11 i, deren Rame eine große Zahl von Zuhörern herbeigelockt hatte. Aber die Patti war an jenem Abend eine Enttäuschung: ihr Stern ging unter, während Hubermans Gestirn leuchtend aufstieg. Das Publikum war hingerissen, die Kritik lautete günstig, das Glück des jungen Geigers war gemacht. Es ist merkwürdig, daß es zwar soviel musikalische Wunderkinder gibt, aber die großen Musiker nur selten an frühreifes Genie glauben. Wie Joachim über den jungen Vecfey, Rolla über den zehnjährigen Paganini, so dachte Brahms über den kleinen Huberman, bis er ihn in einem Konzert gehört hatte und durch ihn zu Tränen gerührt worden war. Heute nennt man Huberman, der übrigens auch schrift­stellerisch als Propagandist des paneuropäischen Gedankens hervorgetreten ist. gern denGeiger­könig".

Unter den talentierten Kindern, die frühzeitig im Konzert Erfolge ernten, gibt es auch einige Mädchen. Im musikalischen Wien ist Erica M o - r i n i ausgewachsen. In der Wiener Leopoldstadt ist die Heimat des jungen Mädchens, das im Jahre 1916, etwa neun Jahre alt, zuerst an die Oefscntlichkeit trat und schon ein Jahr daraus unter Rikischs Leitung in Leipzig konzertierte. Im Krieg hat sie in Ungarn und in Rumänien gespielt: dann erlangte sie Weltruf und fuhr hinaus, über den Ozean, in das Dollarland, das in der ersten Zeit nach dem Krieg die Sehnsucht jedes armen Künstlers war. Ein Wunderkind war auch Therese M i l a n o l l o, deren Vater das siebenjährige Mädchen zu dem Walzerkönig Jo­hann Strauß führte, um ihn um eine Prüfung zu bitten. Strauß war ein Freund der regulären Ausbildung und verurteilte cs, wenn Kinder frühzeitig zum Virtuosentum gezwungen wurden. Er verschloß sich aber den Bitten des Vaters nicht, hörte das Kind an und lieh cs noch

Musikalische Wunderkinder.

Von Senate Zels.

Das Wunderkind Vehudi Men uh im, dessen Geigenspiel schon seit zwei Jahren Amerika in Entzücken verseht, hat jetzt auch in Berlin einen Erfolg errungen, derbeispiellos' genannt wird. Run ist der zwölfjährige Knabe zweifellos ein großer Künstler, ein Meister in der Interpretation Beethovens aber doch keine einmalige Ersehe^ nung, sondern ein musikalisches Wunder, das sich in gewissen Abständen wiederholt. Man weiß, daß Wolfgang Amadeus M o z a r t im fünften Jahr kleine Menuette und tm elfkn 3abr ©ona len sowie die OperBastien und Bastienne kom- ponierte Schon als siebeniahiiger Knabe ist der Heine Mozart in Paris als Klaviervirtuose auf- getreten und im Alter von acht Jahren setzte Ludwig' van B e e t h o v e nl die: Welt Ach seln Vwlinspiel in Erstaunen. Musikalische Wunder- ttnder waren auch Felix Mendelssohn- Bartholdi Robert Schumann, Frano Schubert Meyerbeer und Paganini. Är auch in unserer Zeit fehlt es nicht an genialen Kindern, die das Violinspiel beherr,^chen wenn sich ihre Altersgenossen noch mit dem Abe Herumplagen.

Zu den gefeiertsten und bestbezahlten inter­nationalen Violinvirtuosen zählt ® ein Geiger, der jetzt für ein Konzert als Durchschnittshonorar die vumme von Dollars erhält. Mischa Elman hat vor mehr als zwei Jahrzehnten Ruhm geerntet als e Hause des Londoner Barons Ro>t f) fefrt vertierte. Damals war er kaum alter afö QJe>uDi Menuhim heute ist. Für seine musikalische Laus bahn war sein Auftreten in Deutschland aus schlaggebend; er konzertierte int leipziger wandhaus zusammen mit Artur R i kt fA. auf der öffentlichen Generalprobe mit dem Ge g spiel seines jungen Kollegen nicht sehr zus war. Im letzten Sah des Tschaikowskl-Konzertes war viel gestrichen worden, Clniait blieb de )l hinter dem Orchester zurück, holte dann aber wie der nach und schloß zusammen mit dem Orcheser Er erwartete nun, daß Attisch lh>n Zorwurfg machen würde, und als der berühmte Meister hn nicht zur Rede stellte, ging er selbst zu ihm und sagte:Das Orchester war nicht mit m.oU Jammen". Rikisch musterte den kühnen jungen

Große Erfolge der Leichtathletik- Abteilung des Männer-Turn-Vereins.

Am Samstag und Sonntag waren bei den kreisoffenen volkstümlichen Wettkämpfen der Tgm. Frankfurt-Rödelheim auch die Farben des Mtv. Gießen vertreten. Unter den zahlreichen Vereinen waren zu finden: Eintracht-Wiesbaden, Tv. 1817 Mainz, Tv. Bad Kreuznach, Eintracht Frankfurt, Polizeisportverein Frankfurt, sowie eine große Anzahl erstklassiger Vereine des Mit­telrheinkreises. Trotz der starken Konkurrenz konn­ten die Mtv.ler insgesamt 15 Siege, darunter fünf erste, fünf zweite, einen dritten usw. erringen; das regelmäßige Hallentraining des vergangenen Winters hat schon Früchte getragen. Die Gau- unb Kreismeisterin Else Bickelhaupt konnte im Hochsprung mit 1,42 Meter wieder einest überlegenen 1. (Sieg erringen; im 100-Meter-Lauf konnte sie hinter der Kreismeisterin Frl. S ch a u ß (Wiesbaden) zweite werden, und errang außer­dem noch im Dreikampf den 4. Sieg. Cbensogute Erfolge erzielte die Gau- und Kreismeisterin Erna Althaus im Weitsprung; mit einem Sprung von 4,80 Meter konnte sie sich an die erste Stelle sehen, im Hochsprung wurde sie hinter ihrer Dereinsschwester Else Dickelhaupt 2. Siegerin und errang im Dreikampf den 5. Sieg. Die Turnerin T i l l i E s p a ch konnte sich im Weitsprung mit 4,65 Meter gemeinsam mit Frl. Stenger (Homburg) an zweiter Stelle placieren, wurde jedoch im Stichkampf von dieser auf den 3. Platz verwiesen. Im Dreikampf wurde sie eben- falls Siegerin. Der Turner Heinz Rothe r- mel konnte im Dreikampf der Jugendklasse die höchst erreichbare Punktzahl erzielen und wurde mit 60 Punkten unter 68 Mitbewerbern 1. Sieger. Außerdem erzielte er im 7i/i-Kilo-Kugelstoßen mit 10.71 Meter den ersten, im 5-Kilo-Kugel- stoßen der Jugendklasse mit 13,55 Meter den zweiten Sieg. Heinz Meyer konnte im Hoch­sprung mit 1,65 Meter einen glatten 2. Sieg erringen. Ludwig Malkornesius errang im 400-Meter-Lauf knapp hinter Kreß (Mainz) und vor Simon (Sprendlingen) einen glatten zweiten Sieg und wurde außerdem unter 78 Mit­bewerbern im Dreikampf mit 52 Punkten Sieger. Der größte Erfolg, der dem Mtv. beschieden war, ist wohl der erste Sieg in der 4X100-Meter- Staffel der Turnerin nen-Ober stufe; schon im Vorlauf konnte die Gießener Mannschaft, in der Aufstellung Tilli Es v ach, Martha Sei­fe r t h. Erna A l t h a u s und Else Bickel- Haupt, die Mannschaft der Tgm. Eintracht Wiesbaden, die im vergangenen Jahre die Kreis- meisterschaft und bei dem deutschen Turnfest in Köln 3. Sieger werden konnte, mit über 2 Meter einwandfrei schlagen. Jrn Endlauf konnten die Gießener Turnerinnen mit über 6 Meter Vor­sprung vor Tgm. Ein rächt Frankfurt und Turner­bund Wiesbaden als erster Sieger durchs Ziel gehen. Damit hat der Mtv. wieder eine große Anzahl schöner Erfolge erzielt, auf die der Gau Hessen, der nur durch den Männerturnverein Gie- fjen vertreten war, stolz sein kann.

$rouen(urncn im Mittelrheinkreis O.T.

In der Turnhalle des Turnvereins Limburg hielt der M i t t e l r he i n k r e i s d e rD.T. einen L e h r gang für das Frauenturnen ab. Sehr zahlreich waren die zuständigen Turner und Turne­rinnen, insbesondere aus den nähergelegenen Gauen, zu dieser Ausbildungsarbeit zusammengekoinmen. Der G a u He ssen hatte den Gaufrauenturnwart Paul (Gießen) und die Abteilungsleiter Jost (Friedberg), Rinn (Heuchelheim) und Schnei- d e r (Wetzlar) entsandt. In zweitägiger, angestreng- iCr Arbeit wurden durch den fireisfrouenturnmart Schmitt (Koblenz) mit Unterstützung des Frauen- turnausschusses die verschiedenen Gebiete des deut­schen Frauenturnens durchgearbeitet und in metho­discher Darbietung den Lehrgangsteilnehmern naher- gebracht. Mit einerU e b u n g s sl u n d e s u r g c -

verhängten Elfmeter als Grund zum Spielabbruch anfehen zu dürfen.

Die erste Jugendmannschaft war in Frankfurt nicht, wie in der Freitagsvorschau an­gegeben, Gegner der Jugend des Fuhballsport- vereins, sondern der Meisterjugend von Union Riederrad. Sie verlor nach spannendem Kampf 5:2. wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß die ohnehin sehr spielstarke Platzmann­schaft noch durch einige Junioren verstärkt war. Bei etwas weniger Pech (ein verschossener Elf­meter und ein Eigentor) wäre das Resultat weniger ungünstig gewesen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Die zweite Elf des V. s. L.La u t e r b a ch, die auf dem Sportplatz an der Liebigshöhc gastierte, war den Reserven der Spielvereinigung 1900 nicht gewachsen. Die Einheimischen nutzten den Vor­teil des eigenen Platzes tüchtig aus und erzielten in einem ganz überlegen durchgeführten Spiel einen schönen 8:2-Sieg. (Halbzeit 3:1.)

1900s dritteMannschaf t kehrte vonWe11 - bürg mit einer ehrenvollen 1:2-Niederlage Heini. Sie mußte allerdings auf verschiedene gute Kräfte verzichten. Trotzdem hätte das Resultat gegen die erste Elf des Gastgebers leicht umgekehrt lauten können.

Die erste Jugend wurde auf dem unzuläng­lichen Platz in N i e d e r - G i r m e s auch nur zwei­ter. Der Gießener Torhüter spielte unter seiner sonstigen Form und verschuldete dadurch leichtsinnig zwei Treffer des Platzvereins. Resultat 2:3.

Lichs er st «Jugend war für die dritteJu - genb 1 9 0 0 5 doch ein zu starker Gegner, zumal das Spiel in Lich ftattfanö. Die Blauweißen, zogen bei dieser Begegnung mit 0:5 Toren den Kürzeren.

Die erste' S ch ü l e r m a n n s ch a f t der Ver­einigten hatte die Schüler Großen-Busecks als Gegner im Pflichtspiel auf dem 1900-Sportplatz. Das Spiel wurde fast nur in der Gästehälfte ausgetragen und erbrachte dem Platzbesitzer einen Sieg mit 2:0 Toren.

1900s zweite Schülerelf weilte bet den Schülern Nieder-Girmes, wo sie nach schö­nem Spiel mit 1:2 Treffern unterlag.

Fußball in Daubringen.

Sportverein Heuchelheim I F. L. Daubringen I 3:1.

Sein letztes Spiel in den diesjährigen Verbands­spielen trug der Sportverein Heuchelheim am Sonn­tag in Daubringen aus. Die Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt, denn Heuchelheim, mit Ersatz spie­lend, hatte einen schlechten Tag. Daubringen strengte sich sehr an und konnte das Spiel bis Halbzeit un­entschieden 1:1 gestalten. Rach der Pause gelang es Heuchelheim noch zweimal, den Ball über die Tor­linie zu bringen.

Der Sportverein Heuchelheim kann auf die dies- jährige Verbandsspielserie mit Stolz zurückblicken. Von 16 Spielen hat die Manschaft nur eins verloren, und steht somit mit 30:2 Punkten an der Spitze. In der ganzen Serie wurde, was besonders erwähnt werden muß, kein Spieler vom Platze gestellt, ein Beweis dafür, daß guter sportlicher Geist in der Mannschaft steckt.

F. Sp. V. Steinbach.

$. Sp. D. 1926 Steinbach I Sp. V. Rieder- Ohmen I 3:0.

Am Sonntag trug die 1. Mannschaft Steinbachs ein Gesellschaftsspiel auf ihrem Platze gegen die spielstarke 1. Mannschaft des Sportvereins Rieder- Ohmen aus. Der Spielausschuß hatte mit dieser Wahl einen sehr guten Griff getan, da die Gäste sowohl durch ihr spielerisches Können, als auch durch ihre Ruhe und Fairneß während des ganzen Spieles die zahlreichen Zuschauer vollauf befriedig­ten. Das Spiel war in der ersten Halbzeit offen, was auch das Halbzeitresultat 0:0 ausdrückt. Erft in der zweiten Halbzeit schälte sich eine kleine Heber« legenheit der Platzmannschaft heraus, und so konn-

üblere Turnerinnen" begann die praktische Arbeit. K l e n k (Bensheim), der neugewählte Kreis- kinderturnwart, zeigte hierauf in anscyaulicher Form, wie dasGerät im 6p i c l" Verwendung finden kann. Reue Gesichtspunkte für die Benutzung von Reck, Barren und Pferd in luftbetonter Art bei durchaus organbildendcr Arbeit. Die Einübung von drei hübschenVolkstänzen" durch die Turne­rin R ö m m e 11 (Frankfurt a. M.-Rödelheim) be­schloß die erste Tagesarbeit. Am Sonntag wartete die Turnerin Kasten, die tatkräftig das Frauen­turnen im Mittelrheinkreis in wirksamer Weise vor- wärtsbrachte, mit einer Fortsetzung der in früheren Lehrgängen (Mainz und Biebrich) begonnenen B e w e g n n g s s chu l e" auf. Wie man jetzt Keulenübungen" aufbaut und erarbeitet, brachte Turner Kien? in mustergültiger Form zur Kenntnis. Besonderes Interesse erweckten dieGrund­legenden Hebungen" für die kommenden Veranstal­tungen, in erster Linie für das Kreisturnfest 1930 in Hanau, hier wurde ein Gebiet erschlossen, das für eine geraume Zeit Stoff zu gründlicher Arbeit in den Gauen und fßereinen bietet. Ein neues KampfspielBall unter der Schnur" wurde erstmalig gezeigt und fand so begeisterte Auf­nahme, die mit Sicherheit erwarten läßt, daß das Spiel bald mit Eifer in den einzelnen Abteilungen geübt werden wird. Ein Vortrag des Kreisfrauen- turnwartes über denW erf des Frauentur­nen s", gelegentlich des geselligen Abends bewegte sich für viele in ausgetretenen Pfaden, brachte aber immerhin in seiner tiefgehenden Auffassung mancher­lei Gedanken, denen man Eingang und Ausgestal­tung in weitester Art wünschen kann.

Handball her Sp. Vg. 1900.

1900 komb. Mannschaft Weilburger Fußball- verein 1. Mannschaft 11:1.

ö. Zum Propagandaspiel weilten am Sonntag die Spieloereinigungsleute in Weilburg. Trotzdem nur etwa die Hälfte der ersten Mannschaft mit von der Partie war, klappte es in allen Teilen sehr gut, und die Mannschaft hatte keine allzu große Mühe, eine Differenz von 10 Toren herauszuholen (Halbzeit 6:0). Die Weilburger leisteten zwar energischen Widerstand und hielten auch das Spiel durchweg offen, begingen aber zuviel taktische Fehler, um den 1900ern gefährlich werden zu können. Das Treffen verlief, äußerst fair und erfüllte feinen Zweck als Propagandaspiel vollkommen.

Die 1. Jugend wartete vergeblich auf V. f. B. Wetzlars 2. Jugend, desgleichen die 2. Jugend auf die Jugendmannfchaft des Wetzlarer Sportvereins.

Handball Tv. 1899 Grvßen-Buseck.

Erste Tv. Frankfurt-Riederrad I 4:8 (1:5). Zweite Mw. Gießen II 3:7 (2:4).

Schüler" Tv. Wehlar-Riedergirmes Schüler 3:3 (2:1).

Wie zu erwarten war, lieferte die e r st e Mannschaft dem Frankfurter Gaumeister ein wesentlich gleichwertigeres Spiel, als in Rieder­rad. Die erste Halbzeit zeigte den Gastgeber sehr nervös. Riederrad war leicht überlegen, kam aber nur durch Strafstöße zu einigen Erfolgen. Gegen diese unheimlichen Würfe war der Torhüter machtlos. Rach der Pause ließen die Gäste nach. Die Busecker konnten zeitweise etwas drücken und gaben in dieser halben Stunde einen völlig gleichwertigen Gegner.

Die zahlenmäßige Riedcrlagc der Reserve­mannschaft ist durchaus ein Achtungserfolg für die zum Teil noch recht jungen Spieler, zu­dem fehlten zwei der besten Kräfte. Die Mtv. Zweite stellt gute ^-Klasse vor. Rach eifrigem Sommertraining kann die zweite Busecker Elf ruhig an den ^-Klasse-Verbandsspielen teil- nehmen.

Die Riedcrgirmeser Schüler erwiesen sich auf eigenem Platze wesentlich stärker, als erwartet. Die Gastgeber waren ausgeglichener in allen Mannschaftsteilen. Das Unentschieden ist völlig gerechtfertigt.

und erwiderte:Vielleicht lag das an bir . Doch Mischa ließ sich nicht einschüchtern, holte die Partitur, verglich sic mit der ersten Geigenstimme und überzeugte Rikisch, daß die Schuld bei dem , Orchester lag.

Lange vor Vollendung seines zehnten Lebens­jahres genoß auch ein anderer Virtuose Weltruf. Der Ungar Franz von Dec seh, dessen ^piel man auch in Deutschland gut kennt, ist fetzt 36 Jahre alt. Ueber ihn schrieb Prof. Eberhard vor fünf Jahren in feinen Lebenserinnerungen: Franz von Vecfey, der größte Geiger unserer Zeit, besitzt heute keinen Rivalen. Paganini und Liszt find ihm darin vorausgegangen. Vecsey ist der dritte im Bunde. Als er als Kind vor 20 Jahren zum erstenmal in Berlin spielte, schrieb Prof. Ludwig S ch 1 e ich einen interessanten Ar­tikel über Vecseys Leistungen, die ans Wunk^r- bare grenzten, denn er war schon als Zehn­jähriger dasselbe, was er heute noch ist: ein großer Künstler, dem neben einer unfehlbaren Technik ein künstlerischer Ernst zur Seite stand, der feine Jugend völlig vergessen macyte. 3o a- d) i m, der auf Wunderkinder nicht gut zu sprechen war warum? Er war doch selbst ein Wundes kind! - verhielt sich abweisend. Als er jedoch den Kleinen gehört hatte, sprach er die denk­würdigen Worte:Ich bin sprachlos. ?2 Jahre bin ich geworden, ohne an ein solches Wmider zu glauben, wie ich cs diese Stunde erfuhr. Cffi il- helmy, der große Geigerkönig, schrieb an mich: Höre Dir den kleinen 'Vecsey an: er ist ein Wun­der wie cs kaum je da war". Ich hörte ihn und sand das Wunder bestätigt. Ich sah ein Kind auf dem Podium und hörte einen vollendeten Meister, der mich erschüttert, der mich hingerissen hatte. Vecsey stammt aus altadliger ungarischer Fa­milie; sein Vater, der im Jahre 1919 geftorben ist war selbst ein hervorragender Geiger und hat durch seine Unterweisung zu den Erfolgen seines Sohnes den Grund gelegt. Der Vater erzählte gern, daß schon der fünfjährige Franz die Geige in die Hand nahm, die er nicht wie ein Anfänger handhabte. Wie Vecseys ungarischer Landsmann, der berühmte Joseph Joachim in Berlin, es seinerzeit ablehnte, das Wunderkind ^u emtfangen und anzuhören, es aber nach seinem ersten Ber- ' liner Konzert leidenschaftlich feierte, so verhielt

sich auch Alessandro Rolla in Padua, der den

. zehnjährigen Pagauini nicht p^n wollte bis der jugendliche Geiger ohne Erlaubnis in