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Turnen, Sport und Spiel.

Mersiurnsn im Gau Kessen D.T.

o Der 1. Dszittsturnwatt Paul Schüler (Wetzlar) hatte die Allersriegen seines Gau- bezirles (Gießen. Wetzlar, Grünberg) am Sonntag- nachmittag in Gießen zu einer Dorturner- stunde vereinigt, die in der Turnhalle (Stein- strahe) stattfand und sich eines guten Besuches erfreute. Es waren die Altersriegen der Turn­vereine zu Gießen. Tv. 1846 und Mtv., Grün- berg. Heuchelheim, Lich. Wetzlar und Wetzlar- Aiedergirmes vertreten, darunter Gießen 1846 mit 24, Wetzlar mit 9 und Gießen Mtv. mit 8 Mann.

Aach einleitenden Marsch- und Laufübungen in der älmzugsbahn wurden im breiten Ausmaß mehrere Gruppen Freiübungen durch gearbeitet, die Kniebeuge. Rumpstreisen, Fersenhebrn. Liege­stütz u. ö. in Verbindung mit Armbewegungen umfaßten und durch LockerungS- und zügige Formen abwechselungsreicher gestaltet waren. -Zu vier Riegen au^einandergezogen, wechselten die Teilnehmer an den drei Geräten Reck. Darren und Pferd: als Riegenleiter waren tätig neben dem Dezirksturnwart der l.Turnwart vom Tv. 1846 Gießen, Carl Erb. ferner Fritz Wie­gand vom gleichen Verein, und Kurt M ä d - (er vom Tv. Wetzlar. Alle Hebungen waren von dem Bezirks tu rnwart mit großer Sachkenntnis und aus reicher Erfahrung heraus den besonderen Verhältnissen der Altersturner entsprechend aus­gewählt und führten allmählich aus der Würde und Bürde der Jahre zu heiterem Frohsinn zurück. Bei Feststellung des Lebensalters ergab sich, daß über die Hülste der Teilnehmer sich in der Gruppe von 50 bis 70 Jahren befindet, einer sogar über 70 Jahre zählt. Aach ein paar ge­selligen Stunden schieden die alten Turner mit der neu gestärkten äleberzeugung, daß Leben Be­wegung ist und bleibt.

3u unserem Bericht über das Frauentur­nen im Gau Hessen ist nachzutragen, daß auch die Abteilungen der Turnvereine Gießen 1846 und Lich an dem Lehrgang zu Gießen teil- genommen haben.

Der 9 7.Gauturntag des Gaues Hessen findet am 10.März zu Gießen statt.

Handball der Sp.-Vg. 1900.

1900 I. 2. Komp. J.-R. 15 1. 2 : 4

1900 1. Jugend 1900 2. Jugend 7 :4

ö. Auch der Ausgang des Spiels der ersten Mannschaft 1900's am Sonntag gegen die Elf der 2. Kompagnie war eine äleberraschung. Die Hauptursache der Aiederlage war die verfehlte Mannschaftsaufstellung in der ersten Spielhälste. Erst als 1900'6 Mittelläufer, der sich einmal auf Halblinks versucht hatte, seinen alten Posten wieder einnahm und die ganze Mannschaft tak­tisch richtiger spielte, konnten die Spielvereini­gungsleute den Gästen beikommen. Diese waren von vornherein ausgezeichnet in Schwung und zwangen nach guter Zusammenarbeit den 1900er Hüter bis zur Pause viermal zur Kapitulation. Die Platzbesitzer spielten bis dahin zu abgehackt, um am Wurfkreis der Soldaten etwas zähl­bares zu erreichen, allerdings war auch zweimal die Torlatte im Weg. Aach dem Wechsel trat der bereits gekennzeichnete Umschwung ein, und innerhalb zehn Minuten hatten die 1900er durch ihren Halbrechten und Rechtsaußen die Tor­differenz auf zwei verringert. Letzgenannter Spie­ler erzielte im Verlauf der weiter andauernden Offensive ein drittes, einwandfreies Tor, das aber vom Schiedsrichter nicht gegeben wurde. Der Kompagniesturm wurde stark bewacht, insbeson­dere fand das gut aufeinander abgestimmte Jn- nentrio keine Gelegenheit mehr. Tore zu erzielen. Das Spiel war äußerst schnell, spannend und fair. Etwaige Zusammenstöße waren meistens auf den stellenweise gefährlich glatten Boden zu­rückzuführen. Auf beiden Seiten wiesen die ein­zelnen Mannschaftsteile eine ziemliche Ausge­glichenheit in der Spielstarke auf.

1900'6 Aachwuchs trennte sich beim Stande von 7 :4 für die erste Garnitur, nachdem die zweite Mannschaft zu Halbzeit 4 :2 in Führung gewesen war. Sie zweite aktive Mannschaft konnte die Reise nach Wetzlar infolge plötzlicher Er­krankung einiger ihrer besten Leute nicht an» treten.

Handball b. Tv. 1899 Großen-Buseck.

To. Großen-Buseck Tv. Lad-Nauheim 4:2 (1:1).

Erst dieses letzte Spiel konnte die Meister­frage im Gau Hessen klären. Großen-Buseck, bei dessen erst kürzlich erfolgtem Eintritt in die D. T. man nicht recht wußte, in welche Klasse es

seiner Spielstarke noch hineinpaßte, hat als einziger Landverein der Meisterklasse, in ihr Den erstenTabellenplatz errungen: ein gutes Zeichen für die Ausbreitung des Handballspottes auf dem Lande.

Eine große Zufchauermenxst, darunter viele Spott­begeisterte aus den umliegenden Ortschaften, hatte sich zu dem entscheidenden Stampf am Sonntag ein- gefunden, der auch in keiner Weise enttäuschte und die Zuschauer bis zum letzten Moment in Span­nung hielt, denn entschieden wurde das Spiel erst in den letzten Minuten, als Großen-Buseck in energischem Endspiel noch zwei Treffer erzielle.

Mit dem Anstoß rückte Nauheim vor Busecks Tor und konnte einige Minuten hindurch stark drücken. Dann verteilte sich das Spiel, und nach schnellem Durchbruch der linken Seite kam Busecks Halblinker in der 16. Minute zum ersten Treffer. Kurz vor Halbzeit glich Nauheim aus klarer Ab­seitsstellung heraus aus. Auch der Anfang der zwei­ten Halbzeit gehörte den Nauheimern. Der einhei- mische Sturm konnte, ersatzgeschwächt, nicht das gewohnte sichere Spiel von Mann zu Mann zei­gen, sondern beschränkte sich auf einseitig vorgetra- gene Durchbrüche. So stand das Spiel bis kurz vor Schluß 2:1 für Buseck, bis bann in wenigen Minu­ten noch drei Treffer fielen und mit ihnen die Ent­scheidung.

D. f. B.

Liga Wetzlarer Sportverein 4:3 (3:0). Ligareserve Wetzlarer Sportverein 4:4. ^Dritte" Lich H. 5:1.

Die Ligamannschaft schlug ihren gefürch­teten Gegner, den Wetzlarer Sportverein, am Sonntag nach hartem Kampf mit 4:3 und gewann damit ihr zwölftes Verbandss viel. Schon nach etwa 20 Minuten Spielzeit stand die Partie bereits 3:0 für V. f. B. Bis dahin führte die Plahels ein ganz prächtiges Spiel vor und war ihrem Gegner in jeder Wttse weitaus überlegen. Aach dem dritten Tor griff Wetzlar, das unter allen Umständen eine hohe Aiederlage verhin­dern wollte, in der Abwehr zu Mitteln, wie sie in der diesjährigen Verbandss?iel erie noch von keiner Mannschaft auf dem Wald'Portplatz gezeigt worden sind. Mit seinem mehr als harten Spiel überschritt es fortgesetzt die Grenzen des Erlaub­ten. erreichte aber auf jeden Fall damit, daß die Mehrzahl der Spieler des Plahvereins sich größt­möglichste Reserve auserlegte, um sich vor Scha­den zu bewahren. Daß einige andere sich revan­chierten. ist zwar nicht gutzuheihen, jedoch mensch­lich verständlich. Wetzlar hatte auf jeden Fall mit seiner Spielweise den Erfolg, das Resultat bis zum Schluß wesentlich zu verbessern. Das Endergebnis lautete nach spannendem Verlauf 4:3 für V. f. B, wäre aber bei etwas gemäßig­terem Spiel Wetzlars für V. s. V. bestimmt höher ausgefallen.

Die Ligareserven trennten sich nach wechselvollem Spielverlauf mit 4: 4. Beide Mann­schaften haben schon bessere Spiele vorgeführt.

Die dritte Mannschaft gewann ihr 33er* bandsfpiel gegen Lichs Zweite erwartungsgemäß mit 5:1.

(Spiefoereinigiing 1900 Gießen.

ö. Das S'p i el in Burg gewann die Liga- Mannschaft der Spielvcreinigung 1903 ver­dient mit 4: 2 Toren (Halbzeit 2:1). Die Gießener waren die wesentlich bessere Mannschaft und konnten Dreiviertel des Spieles überlegen zu ihren Gunsten gestalten. Der umsichtig und korrekt amtierende Schiedsrichter Kunze (V. f. B. Gießens hatte einen sehr schweren Stand, da das zahlreiche Burger Publikum ihn mit Gewalt in seinen Entscheidungen beein lassen wollte. Mehr­mals drang es ins Spielfeld ein und schwang sogar die Spazierstöcke. Nachdem alle Möglich­keiten zu einer geordneten Beendigung des Wett­spieles erschöpft waren, mußte der Schiedsrichter etwa 10 Minuten vor Schluß das Spiel beenden, da das Publikum gegenüber Gießener Spielern und Reisebegleitern (Linienrichter) in rohester Weise tätlich wurde. Szenen, wie sie sich hier abspielten, hat man noch nie auf einem Sport­platz in unserer näheren Umgebung gesehen. Das Spiel sand auf stark verschneitem Platze statt. Bereits nach 10 Minuten führten die Gie­ßener 2:0. Durch Verwandeln eines Elfmeters konnte Burg ein Gegentor erzielen, 1900 lieh dagegen einen Elfmeter, da schlecht plaziert, aus. Aach der Pause anfangs dasselbe Spiel. Dann erzielte der Gießener Rechtsaußen im Alleingang ein drittes Tor. Burg konnte aber durch einen Fernschuß, der von der Gießener Querlatte zu- rückprcll.te, einen billigen zweiten Treffer buchen:

gestaltet, lebendig und bauernecht wie bek Schönherr. 01.er der ist handwngsmätzig straffer und psychologisch gewißen Hafter: bei ihm bleiben Fragen, wie jene, nicht ungelöst. Er bermoibet auch Wiederholungen. wie die an sich recht wirk­samen Raufszenen. Und bläßliche Rebenfiguren wie den Pfarrer, der kaum mit der Haupthand­lung, mit bem Gesamtgeschehen verbunden ist, ... wie die halb vertrottelte, halb unheimllche Dorf- Hexe, die aus demPerchtensprel" kommen könnte. Und er vermeidet endlich Raturkatastrophen, deren innere Rotwendigkeit man nicht begreift, wiewohl sie einen wirksamen Aktschluß bilden. Cs ist nicht ganz einzusehen, warum gerade Klaus mit der eben wtedcrgefundenen Ursula samt dem Reugeborenen sich in die drohende Lawinengefahr stürzt ... wenn nicht um der daraus sich ergeben­den Spannung willen. Sie kommen aber selbdritt mit dem Leben davon: es war nicht auf eine Tragödie um jeden Preis abgesehen.

Eine sehr tüchtige, sehenswerte Ausführung, die dec Regie des Oberspielleiters Tannert alle Ehre macht und den auswärtigen Gästen zweifellos einen bestechenden Eindruck von der Leistungsfähigleit des Gießener Theaters mil­gegeben haben wird.

ist ehr s.e.ßig gearbeitet worden. Das merkt man. Die theatralischen Qualitäten des Scyausp^es unten ma geojer fzenc.cher Wirk­samkeit heransgcarbeitet. (Die Einwände, von denen gesprochen wurde, konnte die Wiedergabe nicht entfrärten- das wird aber keiner Auf­führung gelingen.)

Gedrängte, fließende Szenensührung mit einem guten, lebendigen Zusammenspiel des Ensembles, das hingebungsvoll bei der Sache war, Schnelle Derwondtung her in zwölf Bilder gegliederten Akte. Und schöne, in Stil und Stimmung sehr sicher gefaßte Dekorationen von ßo'fler.

Zwei kleine Ausstellungen: die Windmaschine arbeitete stellenweise zu ungestüm. Und die Tür

bei Landens muh nach außen aufgehen: sie stört sonst bet den Abgängen.

Aus dem Ensemble darf wohl Auguste Prasch-Grevenberg an erster Stelle ge­nannt werden: sie spielte als Gast die alte Frau Lanz als eine sehr gütige, allem Menschlichen ihr Herz und ihr Haus verständnisvoll öffnende Mutter. Eine aus warmem Gefühl kommende, untadelige Leistung.

Gleichmäßig gut waren in führenden Rollen Lieselotte Fuhrmann (Ursula) und Arz­dorf (Andreas). Für die Fuhrmann bot diese mit einem nirgends fehlgreifenden Instinkt be­wältigte Aufgabe eine willkommene Vorstufe und Leistungsprobe für die Rose Bernd, die sie hier ff>ielen soll. Die dumpfe und quälende Wirrnis von Empfindungen, in der das Mädchen umher- tappt, ohne den Ausweg zu finden, Sehnsucht. Angst, Liebe, Gehetztsein. Enttäuschung und Ver­zweiflung: dies alles war mit sparsamen künst­lerischen Mitteln gestaltet.

Arzdorf wirkt immer noch ein wenig zu anständig und sympathisch für die Intriganten, die er manchmal, wie hier, zu spielen hat. Aber Zurückhaltung ist in solchen Fällen immer bes­ser als die dicke Pinfelführung. Und er hatte sich im übrigen mit viel Verständnis in die Figur des hundertprozentigen Tindestrich-Ameri- kaners hineingelebt.

Eine recht tüchtige Leistung zeigte diesmal auch Knur, der den Klaus Lanz spielte: ver­hallen, knapp, gedämpft ohne störenden Bei­klang. Wuchtig und saftig, mit ausladenden Gebärden, stellte G a r e i S den wüsten Ruodi auf die Beine: eine recht glaubwürdige Figur (die nur in wenigen Augenb.icken mehr aus dem Bcrllner Scheunenviertel als aus dem Bergdorf hergcholt schien).

1900$ Verteidigung war zu weit aufgerüeft und der Torwart Brambach zu Fall gekommen. Bald darauf erhöhte der Gießener Halblinke durch scharfen Schuß unter die Latte auf 4:2. Dieser Erfolg wurde von Burg bestritten, obwohl der Ball regelrecht im Tor lag. Publikum in großer Anzahl drang ins S;iel, ein Burger Verteidiger wurde wegen wiederholter grober Unsportlich­keit vom Platze gestellt, damit begannen die Tätlichkeiten, woraus 6a5 Spiel unter den vorher geschilderten Umständen beendet wurde. Burg spielte von Anbeginn an unfair, der Schieds­richter mußte fortgesetzt Strafstoß über Straf­stoß gegen Burg diktieren. Den Schiedsrichter tri]ft keine Schuld. Er tat alles, um das Spiel unter Dach und Fach zu bringen. Die 1900er konnten sich zum größten Teil nur unter all­gemeiner Flucht in Sicherheit bringen und ge­nossen später den Schutz des benachbarten Svort- DcrcinJ Herborn.

1900s Reserven siegten über die zweite Mann­schaft 5)i,Tenburg3 hoch mit 6:2 Toren (Halbzeit 3:1). Dillenburg gab einen sehr starken Gegner ab, hatte aber das Pech, die Dlauweißen in Hochform anzutressen.

Fußba ttlub 1926 Großen-Buseck.

Großen-Buseck I Daubringen I 2:2.

Zwei gleichwertige Gegner, die sich einen sport­lichen Kampf lie erten, te.lien sich in gerechter Weise die beider Punkte, genau wie im Vor­spiel. Großen-Buseck konnte zweimal durch Elf­meter von Schneider in Führung gehen, aber Immer wieder erzwang sich Daubringen den Aus­gleich. Durch einige Ersatzleute waren beide Mannschaften sehr im Aachteil, und sie zeigten lange nicht die Form, wie man sie von ihceen gewöhnt ist. Das Spiel leitete Eifer 1900 Gießen.

Das Spiel der zweiten Mannschaft wurde we­gen des vereisten Platzes in Queckborn nicht ausgetragen.

ArbeiLer-Turn- und Sporibund.

Watzenborn I.Butzbach I. 7:4 (4:1) Ecken 4:1.

Am Sonntag hatte Watzenborns I. die gleiche von 'Butzbach zu Gast. Soso"' nach Anstoß ent­wickelte sich ein sehr flottes Sviel, das Watzen­born bis zum S<Iu6 führen rannte. Wit 4:1 für Watzenborn wurden die Seiten gewechselt. In der zwellen Halbzeit spielten die Mannschaften mit wechselndem Glück. In der letzten Viertel­stunde wurde Butzbach ziemlich in seine Spiel­hälfte zurückgedrängt, weitere Erfolge für Watzen­born waren jedoch ausgeschlossen, i)a die zahlen­mäßig verstärkte Butzbacher Verteidigung wie eine Mauer standhiell.

Ski-Hennen in Grünberg.

+ Am Sonntag veranstaltete der Grün- berget Ski-Klub ein Ski-Rennen an dem östlich der Stadt gelegenen Tannenkopf. Die Vermiet hing lag in den Händen des Vorsitzenden Heinrich S ch mi d t junior, dem die Herren Otto Allmendinger, Dr. Heil. August Trink- auS und Lehrer Wenzel zur Seite standen. Start war am Hang, etwa in halber Höhe des Berges, das Ziel lag dicht an der Straße nach Lauter, nahe der Sternmühle. Während an den vorausgegangenen Tagen bei gefrorenem Schnee eine sehr gute Bahn vorhanden war, be­reitete der t-i der Rächt nieder gegangene seine Schnee den Läufern einige Schwierigkeit n. Außer Mitgliedern des Grünberger Ski-Klubs waren eine Anzahl Herren vom Gießener Ski- Klub als Teilnehmer erschienen.

In der ^-Klasse rangen nur drei Herren um den Sieg: der Gießener Dr. Dobrowolnh ging als erster sowiohl im Langlauf, als auch im Absahrtslaui aus dem Wettkampf hervor, wäh­rend der Grünberger Kappes und der Gieße­ner M ö l d e r s sich abwechselnd in den zweiten und dritten Platz teilten.

In der B-Mai fe des Lang lauf s erreichte der Grünberger Wilh. Frank eine sehr gute Zeit, ebenso war auch die Leistung des Jugendläufers August Leineweber im Langlauf gut, diesem war es sogar möglich im 2lbfahrtslauf die beiden Gießener E. Schmidt und Schnick- mann mit einer S:künde Vorsprung zu schlafen.

Unfälle waren, trotz des zum Teil stark ab­fallenden Geländes, er reulicherweisc nicht zu verzeichnen. Eme stattliche Zahl Zuschauer ver­folgte aufmerlsam die einzelnen Rennen und hielt trotz des fein niedergehenden Schnees bis zum Schluß aus.

Die Ergebnisse deS Rennens im ein­zelnen sind:

L a n g I a u f (Herren 18 bis 32 Jahre, 6 Kilo­meter), A-Maffc. 3 Teilnehmer: 1. Dr. Dvbro- wolny, Gießen. 37,17 Mir., 2. Hch. Kappes, Grünberg, 37,44 Min., 3. Hch. Mölders, Gießen, w im 111 MHIIMna

Auch Wesener (Hug) und Krahmer (Emmy) erschienen stellenweise recht unbaurisch, zu großstädtisch aufges )minkt und nicht eben bodenständig: eher Foorikarbeiter aJ Berg­baue rm Jngeborg Sajerer (Sret) mühte sich rechtschaffen mit einer unbefriedigenden Dolle. Von den übrigen: CB o Id , Ebert-Grassow, Baste, Haescr und Gehre.

Es gab einen sehr herzlichen Erfolg vor vollem Hause. Autor, Spielleiter und Darsteller mußten sich zeigen. Dr. Th.

OSerhesWer Geschichfsverem.

Am dritten Vortragsabend berichtete der Direk­tor der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt, Prof. D r. Drexel, übet den der­zeitigen Stand der Wissenschaft von sog.3 u - pitergigantensäulen. Der Te)n:r füh.t? etwa folgendes aus: Fast ünendllch ist die Fülle der Denkmäler der römischen Periode unseres Landes. Sie veranschaulichen indessen im wesent­lichen die materielle Kultur, während uns die geistigen Zustände weithin verschlossen bleiben. Eine Ausnahme macht fast nur die Religion, in welche zahlreiche Inschriften und Bildwerke aus Stein, Bronze und Ton einen Einblick gewähren. Indessen empfängt auch sie erst Leben aus der literarischen ileber.üeferung. Aber diese ileber- lieferung, d. h. die Rachrichten der Schriftsteller der römischen Kaiserzeit, beschäftigt sich im wesentlichen mit den religiösen Vorstellungen der Q\ömer selbst und muß als Hilfsmittel versagen, wenn wir es einmal mit einem Glaubensinhalt zu tun haben, der nur den Provinzialen eignet So umschwebt immer noch ein starkes Dunkel die sog. Jupitergigantcnsäulen, Säulendenkmäler, welche nach den Inschriften dem Jupiter optimus maximus geweiht sind und als bekrönende Gruppe einen gerüsteten Reiter zeigen, welcher über einen schlangenfüßigen Giganten dahinfprengt.

38 Min 8-Klosse, 7 Teilnehmer: I. Wllh. Frmck, Grünberg, 38,45 Min, 2. Fritz Heutzenröder, Grünberg, 41,22 Min. 3. Schriämann, Gießen, 45,35 Min. Jugendklasse (von 14 bis 18 Jahren). 15 Teilnehmer. 1. August Leineweber 42.15 Min., 12. Karl Heutzenröder 43.28 Min.. 3. Willi Berck 44,13 Min. sämtlich von Grünberg.

Samenlauf über 1,5 Kilometer. 6 Teil­nehmerinnen: 1. Frl. Ida Fischbach 14,08 Min., 2. Frl. Elisabeth Schmidt 14,39 Min., 3. Frl. Liefe! Lichtenfels 15,07 Min. sämtlich von Grün­berg.

Alte-Herrenlauf über 1,5 Kilometer. Alter über 32 Jahre, 7 Teilnehmer: 1. Gustav Schmidt, Ci:ßen, 13,10 Min., 2. Emst Schmidt, Gießen, 13,38 Min., 3. Legler, Gießen, 14,14 Minuten, 4. Dr. Geil. Grünberg, 1523 Min.

Jugendlauf, 1,5 Kilometer, Alter unter 14 Jahren, 4 Teilnehmer: 1. Werner Eisenkraut 13,40 Min.

Abfahrtslauf, 600 Meter, ^-Klasse, drei Tellnchmer: 1. Dr. Dobrowolnh, Gießen, 1,56 Minuten, 2. Hch. Mölders, Gießen, 2.-3 Min., 3. Hch. Kappes, Grünberg, 2.05 Min.' 8-Klasic 13 Teilnehmer, davon 7 wegen Umwerfens der Zeichen oder Richteinhalle i der Bahn ausze^ schieden. 1. Aug. Leineweber. Grünberg, 2J1 Minuten, 2. Emst Schmidt, Gießen, 2,12 Mim. 3. Schnickmann. Gießen, 2,12 Min.

Faßdaubenlauf. 300 Meter, offen für Schüler unter 14 Jahren, 7 Teilnehmer. Der erste Sieger Heinrich Ritter erhiell als Preis ein Paar Schneeschuhe.

Rach der Preisverteilung, die qm Rachmittag im »Wilden Mann" stattsand, blieben die Mit­glieder beider Vereine noch einige Stunden in geselligem Zusammen ein beieinander.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

-d.- Krofdorf. 29.Jan. Der Gastwirte­verein Krofdorf-Rodheim und hin­gegen b beging dieser Tage die Feier seines 25jährigen Bestehens. Der im Jahre 1924 gegründete Verein zuhll heeue mehr als 50 Mit­glieder. Nachmittags fand im Saale von Dender in Rodheim eine Gründungsfeier statt, mit der ein gemeinsames Essen verbunden wax. Der Vereinsvorsitzende R i e b e r g a 11 und der Ver­treter des Provinzial-Verbandes Grenzebach (Kassel), entboten der Versammlung ihre Grüße, daran anschließend sprach Frll Marie Bender einen Prolog. Gegen Abend begab man sich zur Burg Gleiberg, wo der eigentliche Festakt in Anwesenheit außerordentlich zahlreicher Besucher stattfand. Der Vorsitzende Riebergall be­grüßte die Festversammlung, anschließend sprach Frl. Riebergall (Krofdorf) einen Degrü- hungsprolog. Rach Dekannlgabe von zahlreichen Glückwunschkundgebungen hielt Wilhelm Ben­der die Festrede, in der er die Entwicklung "des Vereins in den verflossenen 25 Jahren schil­derte. Der Wirteverein Wetzlar ließ als Ju- biläumsgeschenk einen schönen Wandschmuck über­reichen. Vom Zentralvorstand wurden die noch lebenden Gründer des Vereins mit der silber­nen Radel ausgezeichnet, wichrend der Vor­sitzende die goldene Radel erhiell. Schließlich wurden noch drei Angestellte für langjährige treue Dienste bei Vereinsmitgliedern mit Di­plomen und Geschenken geehrt. Der weitere Ver­laus des Abends war mit geselligen Darbie­tungen mancherlei Art ausgefüllt.

Lützellinden. 28. Jam. Der hiesige Mannergesangverein veranstaltete am Samstagabend im Saale der Gastwirtschaft Franz seinen dieswinterllchen UnterhaltungS- abend, der sich eines zahlreichen Besuches von hiesi'enundauswßr.i en S. ngLssie"nden erfr utc. LenMittel unkt des Abends bilde e Ae Auffu. rung des VolksstückesDer Glocke, g'eßer ton B. es lau", wobei sämtliche Darsteller ihr 'Bestes gaben. Die eindrucksvollen Gesangsvorträge deS Mannerge­sangvereins unter der Leitung seines Dirigenten Leib (Gießen), sowie die ausgezeichneten musi­kalischen Darbietungen fanden, wie das Theater­stück verdientermaßen den reichen Beifall der Zuhörer. Eine Verlosung pralli'cher GevrauchS- gegenstände bildete den Abschluß des wohlge- iungenen Abends. Infolge des großen Andranges mußte die Veranstaltung am Sonntagabend wie­derholt werden. Der Verein kann mit Befriedi­gung auf die Veranstaltung zurückblicken. Nach den kirchlichen Eintragungen wurden im ab­gelaufenen Jahre 17 Einwohner zu Grabe ge­tragen, 12 Paare getraut, 24 Kinder konfirmiert und 16 Kinder getauft. Die Zahl der Ar­beitslosen hat in unserem Orte den hohen Stand von 75 erreicht.

Sie bilden eine fest geschlossene Gruppe, deren Verbreitungsgebiet etwa von der Mosel im Westen bis zum Limes im Osten reicht. Dieses Verbreitungsgebiet könnte erwarten lassen, daß wir auf den Säulen im wesenllichen keltischen oder germanischen Gottergestalten begegnen, und in diesem Sinne werden die Bilder auch meist ge­deutet. Die Bilder zeigen aber fast nur teils rein römische Götter, teils Symbole des Welt­laufs wie die Jahreszeiten und die Planeten- oder Wochengötter, deren Herkunft nach dem Orient weist. So scheint es sich bei der Denk- mälergruppe um eine Synthese zwischen römischen und orientalischen Kulten zu handeln, deren Ein­zelheiten uns aber noch verschlossen sind. Ebenso rätselhaft ist das Entstehen und Blühen dieser Synthese gerade im gallisch-germanischen Gebiet. Wahrscheinlich steckt zutiefst in dem Inhalt dieser Denkmäler keltisches Glaubensgut, das durch die vom Orient eindringenden kosmischen Spekula­tionen eine neue Befruchtung erfahren hat.

Auch formal betrachtet, ist das säulenförmige Dötterdenkmal eine eigenartige Erscheinung. Die Entwicklung der Form geht am Rjein aus von der zu Ehren Reros von den Mainzer Kauf­leuten geweihte mächtigen Jupttersäule, die noch rein römisch ist und aus der sich zwei Denk- mälergruppen entwickelt haben, einmal am Rie­derrhein die Jupitersäulen, dje einen sitzenden Jupiter tragen und deren Schaft mit Götter- geftaltcn verziert ist, und dann am Mittel- unk Oberrhein unsere Jupitergigantensäulen.

Die Aufmerksamkeit der Zuhörer und ihr Bei­fall versicherten dem Vortragenden, daß feine klaren Ausführungen auf empfänglichen Boden gefallen waren. Hnb wenn Prof. Helmke ihm zum Schluß dafür dankte, daß er oie Wege zur endgültigen Lösung der noch immer offenen Frage gewiesen habe, fo hat er im Sinne der Versamm­lung gesprochen.