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Samstag, 29. Juni 1929

Oie leichtathletischen Meisterschaften der Studentenschaft,

die im Rahmen der Universitäts-Iahresfeiey am Montag, 1. Juli, 15 Uhr stattfinden, t>ci> sprechen in diesem Jahre spannende Kämpfe. 5Re den leichtathletischen Fünfkampf sind allein 54 Teilnehmer gemeldet. Auch die Cinzelwettbewerbs weisen eine gute Besetzung auf. Die Kämpfe ge< Winnen noch dadurch an Interesse, daß eine Mann^ schäft der Universität Marburg um den Wanderpreis der Medizinischen Fakultät Mcn> bürg gegen die Gießener Studenten im IOOn Meter-Lauf, Speerwurf, Kugelstoßen, Hochsprung und Weitsprung antritt. Da Marburg über eine weit größere Auswahl an guten Leichtathleten verfügt, werden sich Gießens Studenten strecken müssen, um ehrenvoll abzuschneiden. Währen­der Wettkämpfe zeigen die Gießener Turn­lehrerstudenten eine Sondervorführung neuzeitlicher Körperschule und Bodenübungen. Ob, wie im Dorjahr, die studentische Reit­abteilung mitwirkt, wird vom Wetter und der dadurch bedingten Beschaffenheit des PlaheS abhängen. Den Abschluß der Wettkämpfe bildet ein Handballspiel der Universität Gie­ßen gegen die Universität Marburg. Daß unsere Studenten spielen können, beweisen die Spiele gegen die Stadtmannschaft. Wenn der Sturm endlich einsieht, daß er weitmaschiger und auch eifriger spielen muß, wird es möglicherweise zum erstenmal zu einem Erfolg gegen die spiel­starken Marburger führen können. Das Spiel be­ginnt etwa 17 ilfjr.

Feinden,

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Gemeinden.

i» 29. Juni.

" Beichte.

Sonlag nach Pfingsten.

7; W; 8: Rom« Predigt: 11: Messe mit iNMiungsunterricht für je- Für die in Siehe« 5 der Fimungsunterricht ' Donnerstag gehalten, und ühr kommen können, um Ühr nicht kommen können, rünberg. 9.30: Messe mit Hochamt mit Predigt. - digt. - Ilidda. 8,30: hoch, ollen 10.30: Hochamt mit

Gemeinden.

emeinde. Gottesdienst in ). Samstag, 29. Juni 1929. gens 8.30; abends 9 und

esellschasl. Sabbatfeier den ibenb 7,50 Uhr; Samstag

4; Sabbatausgang 9.40. ns 6.15; abends 7.15 Uhr.

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Nr.150 fünftes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dverhesfen)

Turnen, Sport und Spiel.

Erfolge der Gießener Llniversitätsfaustballmannschast.

Am vorigen Samstag und Sonntag wurde in Karlsruhe die Faustballmeisterschaft des südwe st deutschen Hochschulkrei- s e s ausgetragen. Unter den sechs gemeldeten Mannschaften war auch Gießen in der Auf- stellung: W. Reih (Wingolf), R. Günther (Chattia), C. T.rapp, Wilhelm und Walter Loh (A. T. D.) Rheinfranken) vertreten. Am Freitag hatte die Mannschaft auf der Hinfahrt in Friedberg noch Gelegenheit, in einem Gesell­schaftsspiel mit der Technikumsmannschaft ihr Kön­nen äu prüfen. Gießen konnte dieses Spiel mit 43:34 für sich entscheiden.

3n Karlsruhe waren bis auf die Marburger alle anderen Mannschaften unbekannte Größen. Es mußte sich daher jede Mannschaft auf ihren Gegner in der kurzen Spielzeit möglichst rasch einstellen, um durch Ausnuhen seiner Schwächen zum Sieg zu gelangen. Während Karlsruhe und Darmstadt der Gießener Mannschaft ver­hältnismäßig schwache Gegner waren, stand das Spiel 'gegen Tübingen lange zweifelhaft. -Zu­mal der Tübinger Dorderspieler machte ihr durch seine vorzüglichen Angaben und Rückschläge viel zu schaffen. Aber die beiden vorhergehenden Spiele hatten den Giehnern das noch fehlende -Zusammenspiel gebracht, und so wurde Tübingen mit 38:30 Fehlern geschlagen. Der Samstag sah die Marburger und Gießener Mannschaft mit gleicher Punktzahl an erster Stelle. Am Sonn­tagmorgen regnete es wie Bindfaden, für Faust­ball nicht das schönste Wetter. Doch dank der vorzüglichen Plahanlage beeinträchtigte es die Spiele in keiner Weise.'Das erste Spiel sah G i e - ßen gegen Freiburg. Hier war der Schnur­spieler als besonders gefährlicher Gegner be­kannt, aber er hatte seinen schlechten Tag. Mit 40:29 muhte sich auch Freiburg geschlagen be­kennen. Inzwischen hatte auch Marburg wieder einen Sieg über Darmstadt davongetragen, und Gießen und Marburg gingen in ihr Spiel mit gleicher Punktzahl. Auf beiden Seiten ein vorsichtiges Spiel, wie es nur Mannschaften mit guten Kräften fertig bringen. Rur wenige Mi­nuten konnte eine der Mannschaften einmal mit einem größeren Dorsprung führen, für gewöhn­lich war nur ein Punkt Unterschied. Dieses Spiel endete mit Gleichstand 30:30. Rach kurzer Pause mußten die beiden Mannschaften erneut zum Entscheidungsspiel antreten. Wiederum vorsich­tiges Spiel, das die höchsten Anforderungen an die Rerven stellte, aber keiner versagte und wurde aufgeregt, wechselndes Geschick auf beiden Seiten, das sich in den letzten Minuten durch

einige leichtsinnige Fehler der Gießener m i t 24:21 f Ü r Marburg entschied. Obwohl die Gießener von vornherein sich darüber klar waren, daß Marburg die geschlossenere Mannschaft stellte, schon allein dadurch, daß es die Mannschaft der A. T. D. Marburg war, die bei den Spielen des Gaues Hessen die Gießener 1846er geschlagen hatte, hat sie ihr den Sieg nicht leicht gemacht. Die Marburger Mannschaft wird nun den 5. Hochschulkreis bei den Meisterschaften in Mün­ster i. W. Vertretern

Gpielvereimgung 1900 Gießen.

1900 Liga kombiniert Fußballmannschaft der Universität 2:1.

ö. Am Mittwochabend standen auf dem 1900- Sportplah diese Mannschaften erstmals in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Das Spiel war schnell und schön, dazu vorbildlich fair. Der gut amtierende Schiedsrichter Dittmar vom D.f.B. Gießen brauchte fast kaum einzugreifen. Aus 1900s erster Garnitur waren Hohmann und Katz, sowie Sack und Graubner erseht. Die beiden Ersten wirkten mit Erfolg in der Universitätself mit. Die Spielvereinigung hatte es verstanden, diese Lücken recht gut auszufüllen. Lediglich der rechte Angriffsflügel fiel ab und vergab die Aussicht auf einen weit höheren Sieg. Bei der Universitätsmannschaft sah man über die Hälfte 1900er. Brambach im Tor hielt trotz einer gleich zu Beginn zugezogenen Fingerverlehung ausge­zeichnet. Die recht knappe Riederlage ist sein Verdienst. Der beste Mannschaftsteil bei den Studenten war die Läuferreihe, die bei häufiger Ueberlastung ein recht brauchbares Spiel lieferte. Hierbei überragte der Mittelläufer Lorbacher alle seine Mitspieler. Dank seiner körperlichen Ver­fassung und Größe blieb er Im Kampf mit dem Gegner fast ständig Sieger. Mit seinen famo­sen Kopfbällen und weiten, genauen Vorlagen auf die Flügel beherrschte er das Spielfeld. Der Sturm wär im Feld recht gut, versagte aber vor dem Tore der Blauweihen vollständig. 1900 lie­ferte ein aufopferndes, eifriges Spiel und war auch ständig leicht überlegen. Von der Angriffs­reihe sah man zahlreiche schöne Torschüsse, öfters wurde aber zu viel Einzelspiel getrieben und da­durch vorher erlangte Chancen wieder zunichte gemacht. Die Universitätsmannschaft erzielte aus einem Gedränge das Führungstor. Einen Hand­elfmeter verschenkte der 1900-Mittelstürmer offen­sichtlich, da das Handspiel des Studenten nicht absichtlich geschah. In der zweiten Spielhälfte erzielte der Plahverein durch Mittelstürmer und Halbrechts auf Flanken des Rechts- und Links­außen zwei wunderschöne Tore und damit den Sieg.

Oer Sport am Sonntag.

Deutsche Fußballmeisterschaft.

Die Zwischenrunde.

Der Kampf um die deutsche Fußballmeister­schaft geht weiter. Insgesamt hatten sich 16 Ver­eine für die Endspiele qualifiziert, acht davon sahen nach dem berühmten und auch berüchtigten Pokalsystem bereits in der Vorrunde alle ihre Hoffnungen scheitern. Die übrigen acht Bewerber um den Meistertitel werden sich nun am kommen­den Sonntag in der Zwischenrunde gegenüber- stehen. Cs wird einen heißen Kampf geben. Schon allein die Paarung der einzelnen Vereine hat dem Spielausschuß des Deutschen Fuhballbundes viel Kopfzerbrechen bereitet. Erst der Abend vor dem Länderspiel gegen Schweden brachte die Lösung, die folgendermaßen lautet:

in Fürth: 1. F.C. Nürnberg Tennis/Bo- russia Berlin. Schiedsrichter: Peters, Hamburg;

in Altona: Hamburger S. D. Sp. Dg. Fürth. Schiedsrichter: Fissenenwerth, Köln;

in Breslau: Breslauer S. C. 03 Bayern München. Schiedsrichter: Röhrbein, Berlin;

in Dortmund: Schalke 04 Hertha/B. S. C.

Berlin. Schiedsrichter: Maul, Rürnberg.

Man wird leicht versucht sein, dem l.F. C. Nürnberg auf Grund seiner 1: 0°Niederlage gegen die Frankfurter Eintracht nicht als einen sicheren Sieger in Fürth gegen die Berliner Tennis- Borussen zu sehen. Doch bis jetzt verstand es der Club noch immer, wenn es galt, mit Bravour zu kämpfen und auch zu siegen. Aehnlich ver­hält es sich mit der Spielvereinigung Fürth, die in Altona gegen den deutschen Altmeister, den Hamburger S. V., anzutreten hat. Ist die Auf­gabe, die den Kleeblättlern dort gestellt wird, wesentlich schwerer als in der Vorrunde, so darf man dennoch von ihrem durchschlagskräftigen Sturm einen knappen, aber verdienten Sieg er­warten. Der dritte süddeutsche Vertreter Bayern München hat in Breslau den Breslauer S. C. 08 zum Gegner. Bei aller Achtung vor dem spielerischen Können der Südostdeutschen dürfte es zu einem Sieg gegen die Bayern nicht langen. Damit ist also die Möglichkeit gegeben, daß alle drei süddeutschen Vereine, die an den Endspielen beteiligt sind, in die Vorschlußrunde gelangen. Wer aus dem Kampf in Dortmund zwischen Schalke 04 und Hertha/D. S. C. Berlin als Sieger hervorgeht, ist schwer zu sagen. Beide Vereine haben bewiesen, daß sie über ein ausgezeichnetes spielerisches Können verfügen und beide Vereine haben auch schon manchesmal ihre Anhänger enttäuscht. Vielleicht spielt bei dem Endergebnis in diesem Spiel das Glück eine größere Rolle. Unö Glück muh man haben, auch im Fußball­spiel.

Mendsporlwerbetag in Wehlar.

Die letzten Sonntage vor der allgemeinen Fuß­ballsperre sind von den beiden Sport-Großorgani- fationen, Deutscher Fußballbund und Deutsche Sport­behörde für Leichtathletik dazu ausersehen, durch grotzangelegte Werbeveranstaltungen den Sport­gedanken zu verbreiten und vertiefen. Der West­deutsche Spieloerband hat zum Jugend­sportwerbetag den kommenden Sonntag be­stimmt, der in Wetzlar durchgeführt wird. Sämt­liche Vereine des Gaues entsenden etwa 400 bis 500 Jugendliche und Schüler, die in Fußball-,

Handball- und Leichtathletikkämpfen um die vom D. F. B. und D. Sr. B. als Siegeszeichen ausgesetzten ' Wimpel streiten werden. Nach den Jugendspielen findet ein Fußball-Städtespiel der Aktiven Gießens und Wetzlars statt.

Die Spiele.

V. f. D. 2. Igd. Wetzlar Sp. V. 2. Igd.» V. f. D. 3. Igd. 1900 3. Igd.,

V f. B. Schüler Wetzlar Spv. Schüler, Braunfels 1. Igd. Großen-Buseck Igd., Büblingshausen Igd. Holzhausen Igd., Burgsolms Igd. Leihgestern Igd., Leun Igd. Steinberg Igd., Ehringshausen Igd. Heuchelheim Igd., Lollar Igd. Weilburg Igd., 1900 2. Schüler D. f. D. 2. Schüler, 1900 2. Igd. Werdorf 1. Igd., ©rünberg 1. Igd. Aßlar 1. Igd., Niedershausen 1. Igd. Niederweisel 1. Igd., V. f. D. 1. Igd. Niedergirmes 1. Igd., Laubach 1. Igd. Butzbach 1. Igd.

Bunter Rasen, ausgeführt von den Leicht­athletikabteilungen der Vereine: V. f. L. Wetzlar, Wetzlarer Spv., Sp. Vgg. 1900 Gießen, V. f. D. Gießen und Weilburg.

Leichtathletikkämpfe aller Jugendklassen.

Sp. Vg. 1900 1. Igd. Wetzlarer Spv. 1. Igd. (Fußball),

Sp. Dg. 1900 Schüler D. f. L. Wetzlar Schüler (Handball),

Sp. Dg. 1900 Schüler Unterlegener vom Schülerspiel D. f. D. Wetzlarer Spv. vom Dormittag, (Fußball), Schiedsrichter: Kreuter- @rünberg.

Städtespiel der Aktiven Gießen Wetzlar.

Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.

o. Don der Deutschen Sportbehörde für Leicht­athletik sind für den morgigen Sonntag die Landesmeisterschaften angesetzt. Sie kommen für Westdeutschland in dem Duisburger Stadion zum Austrag. Da dieses Jahr verbands­seitig nur die an den Duisburger 'Wettkämpfen mit Erfolg teilgenommenen Leute zu den deutschen Meisterschaften gemeldet werden, wird sich auf der Duisburger Kampfbahn die westdeutsche Elite restlos einfinden. Don der Spielvereini­gung 1900 Gießen werden auf Grund ihres seitherigen guten Abschneidens, insbesondere bei den Dezirksmeisterschaften, an den Start gehen E. Schäfer im Kugelstoßen, H. Peters und R. Bepperling über 800 Meter. Unter nor­malen Verhältnissen kann man Schäfer schon einige Chancen einräumen. Auf Grund einer in der vorigen Woche erschienenen Aufstellung über die drei besten Westdeutschen in den einzelnen Disziplinen ist er zur Zeit als Zweitbester an­zusprechen. Vor ihm steht Le mperle (Köln), dicht hinter ihm rangiert Werring (Gronau). Allerdings hat der 1900er in den letzten Wochen sehr wenig Trainingsmöglichkeit gehabt, was einen {leinen Formrückgang bewirkt haben kann. Die beiden Mittelstreckler Peters und Dep­perling werden auf ein zahlenmäßig sehr star­kes und in der Leistung ausgeglichenes Feld stoßen. Da ein ausgesprochen überragender 800- Meter-Mann in Duisburg wahrscheinlich nicht am Start sein wird, muß notwendigerweise die Taktik eine entscheidende Rolle spielen. Ob in

dieser Beziehung die beiden Gießener den west­deutschen Grohstadtvertretem die Waage halten können, erscheint sehr fraglich. Immerhin darf man bet der derzeitigen Form der 1900er er­warten, daß sie sich wacker schlagen.

Faustballspiele der Turnerinnen im Gau Hessen O. T.

Nachdem im vergangenen Jahre die spielerische Tätigkeit der Turnerinnen nachgelassen hatte, scheint sie jetzt erneut aufzuleben. Um dies zu unterstützen, trägt der Gau Hessen am kommenden Sonntag in Gießen die Meisterschaft im Faust­ball der Turnerinnen aus. Leider ist die Mann­schaft des Marburger Bezirkes durch ihr De- zirksturnfest verhindert. So werden nur die Mannschaften der T. G. Friedberg, Mtv. Gießen und Tv. 1846 Gießen um den ersten Platz kämp­fen. Die beste Mannschaft wird dann zusammen mit dem Gaumeister der Männer, zur Zeit Fried­berg, am 14. Juli den Gau bei den Gauver­bandsspielen vertreten.

Handball im Turnverein 1846 Gießen.

Die 1. Mannschaft empfängt am nächsten Sonn­tag auf dem Universitätsplatz die 1. Mannschaft der Turngemeinde Friedberg. Die Gäste sind in diesem Jahre zur Meisterklasse aufgerückt. Sie verfügen über eine beachtliche Spielstarke. Tritt 1846 ohne Ersatz an, dann dürfte es das Treffen für sich entscheiden. Vorher stehen sich die zwei­ten Mannschaften beider Vereine gegenüber. Der Spielausgang ist offen.

Was sie werden wollen.

Berufswünsche der Volksschüler Oberheffens.

Die Berufsberatungsabteilung des Arbeitsamts Gießen hat anfangs dieses Jahres an die Entlast sungsklassen sämtlicher Volksschulen des Arbeits- amtsbezirks, der mit Ausnahme der Schützer und Bilbeler Gegend die ganze Provinz Oberhessen um­faßt, zum Zwecke der Berufsberatung soviel Schü­ler-Personalbogen hinausgegeben, als Knaben und Mädchen zu Ostern 1929 aus der Schule entlassen wurden. Teil 1 dieser Personalbogen war vom Kind in der Schule selbst auszufüllen und enthält unter anderem die Frage:Was willst du wer- d e n?" Auf Grund dieser Personalbogen wurden von 1766 Knaben 71 verschiedene Berufswünsche feftgefteUt. Es wollten werden:

Unbestimmt 187

Landwirt 160

Kaufmännische Berufe 140

Schlosser 132

Dekorationsmaler und Weißbinder 119

Maurer 109

Schreiner 97

Bäcker 78

Metzger 72

Friseur 64

Autoschlosser 57

Elektriker 55

Schuhmacher 50

Schneider 42

Spengler und Installateur 31

Gärtner 28

Buchdrucker und Schriftsetzer 27

Dienstknecht 27

Wagner 21

Schmied 18

Schreiber 17

Bleibt zu Hause 15

Zimmermann 15

Hilfsarbeiter 15

Sattler 14

Mechaniker 14

Konditor 13

Aufbauschule 12

Förster 12

Eisendreher 10

Koch 9

Pflasterer 8

Kellner 7

Techniker 6

Bildhauer, Handelsschüler, Polsterer und Tapezierer, Uhrmacher je 5

Musiker, Lackierer, Feinmechaniker je 4

Dachdecker, Optiker, Beamter, Müller, Schleifer je 3

Dekorateur, Dentist, Kupferschmied,

Plattenleger, Buchbinder, Glaser, Former, Stukkateur, Schindler,

Zeichner, Hutmacher, Weber je 2

Schornsteinfeger, Töpfer, Ziseleur, Goldschmied, Geometer, Schäften- wacher, Lehrer, Drechsler, Stein­metz, Gastwirt, Soldat, Meßgehilfe, Matrose, Schweißer je 1

Dieser Statistik der Berufswünsche haften natür­licherweise gewisse Mängel an. Nicht alle ange­gebenen Berufswünsche sind ernst zu nehmen. Manche Jungen geben einen bestimmten Berufs­wunsch an, nur weil der Freund, der Schulkamerad denselben geäußert hat. Andere wieder, noch un­entschieden, schreiben irgendeinen Beruf hin, der ihnen gerade einfällt. Nicht selten kommen Rat­suchende zur Berufsberatung mit einem ganz an­deren Berufswunsch, als sie auf dem Personal­bogen angegeben haben, ober sie haben überhaupt keinen bestimmten Berufswunsch mehr. Soweit Schüler zur Beratung kamen, wurde die Aenderung der Berufswünsche in der Statistik schon berücksich­tigt. Im großen und ganzen dürfte diese Zusammen­stellung der Berufswünsche trotz ihrer anhaftenden Mängel doch wichtige Hinweise geben, sowohl in bezug auf die Berufsberatung selbst, als auch ar­beitsmarktpolitisch.

Betrachten wir einige Zahlen. Von Hunderten in Frage kommenden Berufen nur 71 verschiedene Be­rufswünsche. Daß 187 Jugendliche nicht wissen, was sie werden sollen, nimmt bei der Unzahl von Be­rufen, den schlechten Berufskenntnisfen und den un- sicheren Wirtschaftsoerhältnissen nicht Wunder. 160 geben Landwirt als Berufswunsch an.. Die Perso­nalbogen weisen aus, daß die betreffenden Eltern durchweg auch Landwirte sind. Dazu kommen 27,

die als Dienstknecht iij der Landwirtschaft unterzukom­men wünschen. Bedenken wir, daß 53 v. H. der er­werbstätigen Bevölkerung Oberhessens in der Land­wirtschaft beschäftigt sind, so wäre zu wünschen, daß noch mehr Jugendliche in der Landwirtschaft ver­blieben. 119 Schüler wollen Weißbinder, 109 Maurer werden. Diese Berufe, ebenso der Schuh­macher- und Schneiderberuf, sind meist als Ergän­zungsberufe gedacht neben der später von den Eltern zu übernehmenden Landwirtschaft, die nicht mehr groß genug ist, um eine Familie zu ernähren. Eltern und Jugendliche bringen dies bei der Be­rufsberatung immer wieder zum Ausdruck. Viel zu viel Schüler, 140, darunter solche mit schlechtestem Schulzeugnis, wollen in die kaufmännischen Berufe, die schon übergenug von Handelsschülern höherer Lehranstalten begehrt werden. Auch die Berufe des Friseurs, Autoschlossers und Elektrikers werden ver­hältnismäßig zu oft gewünscht. Erfreulich ist, daß nur 15 Hilfsarbeiter werden wollen, wie aus den Personalbogen hervorgeht, meist Kinder aus aller- ärmsten Familien.

Von 1747 Mädchen wurden folgende Berufswünsche geäußert:

Unbestimmt 697

Schneiderin 322

Hauswirtschaft 215

In der eigenen Landwirtschaft 158

Verkäuferin 132

Bureauangestellte 99

Ungelernte Arbeit 27

Friseuse 21

Weißnäherin 18

Kinderpflegerin 17

Krankenschwester 8

Modistin 8

Kindermädchen ung. 8

Büglerin 6

Lehrerin 5

Strickerin 2

Dentinstin 1

Malerin 1

Gymnastiklehrerin 1

Blumenbinderin 1

Beim Betrachten der Statistik der Berufswünsche der Mädchen muß die große Anzahl derjenigen auf­fallen, die keinen bestimmten Berufswunsch haben. Dies beweist, daß auch hier berufskundliche Bespre­chungen dringend notwendig sind, um zu zeigen, welche Berufsmöglichkeiten den Mädchen überhaupt gegeben sind. Allerdings ist auch in Betracht zu ziehen, daß sicher ein großer Prozentsatz der Mäd­chen keinen bestimmten Berufswunsch äußerte, weil sie noch einige Zeit zu Hause bleiben, um sich zu kräftigen und dann für einen Beruf zu entscheiden, oder weil sie Überhaupt im elterlichen Haushalt oder in der eigenen Landwirtschaft bleiben wollen. Die Zahl der Mädchen, die im elterlichen Betriebe verbleiben, wird in der Praxis wohl höher sein, als die Statistik angeben kann.

Der am meisten begehrte Beruf istdie Schnei­derin". Wenn auch die Aussichten für diesen Beruf durch die sich immer stärker ausbreitende Konfek­tion nicht mehr günstig sind, so hoffen doch viels Mädchen, besonders vom Lande, hierin noch aus­reichende Beschäftigung zu finden. Sehr viele wäh­len dieses Handwerk auch, weil es selbst bei Füh­rung eines eigenen Hausstandes ausgeübt werden kann, oder weil die erlernten Fertigkeiten auch für eigenen Bedarf Verwendung finden können.

Daß 215 Mädchen, rund 10 v. H., einen haus­wirtschaftlichen Beruf ergreifen wollen, wäre an und für sich ein erfreuliches Zeichen; doch find hierbei auch sehr viele Mädchen vom Lande mitgezählt, die Hausangestellte in der Stadt werden wollen und auf diese Weise dem flachen Lande verloren gehen.

Große Anziehungskraft üben, besonders in den Städten des Arbeitsamtsbezirks, die Berufe der Verkäuferin und Bureauangeftellten aus. In der Stadt Gießen allein wollen rund 32 o. H. der Mäd­chen Verkäuferin werden. Diese Vorliebe für die kaufmännischen Berufe, die in allen Städten zu beobachten ist, ist natürlich dort besonders groß, wo die an sich geringe Zahl der Berufsmöglichkeiten für Mädchen durch Wegfall industrieller Betriebe noch mehr beschränkt wird, da hier die Möglichkeit des Erlernens und der Ausübung von handwerk­lichen Berufen in Fabriken und fabrikähnlichen Be­trieben nicht gegeben ist.