Gesangvereins: „Nun zu guter Letzt", mit dessen Akkorden die Feier schloß.
O Dornholzhausen. 28. Mar. Die hiesige Spar- und Darlehnskasse hielt dieser Tage ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Die Jahresrechnung für 1928 wurde vom Rendanten, Lehrer Watz, vorgetragen und von der Versammlung gut» geheißen. Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die statutengemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Die Verteilung des Reingewinns erfolgte in der Weise, daß 10 Prozent Dividende zur Verzinsung der Geschäftsanteile gewährt und der Rest dem Reservefonds zugeführt wurde. Um den Sparsinn zu beleben und der Kasse in noch größerem Maße eigene Mittel zuzuführen, wurde nach lebhafter Aussprache beschlossen, den Sparmarkenverkauf einzuführen. Rach Abschluß der Verhandlungen fand noch ein gemütliches Zusammensein statt. — Seinen 8 8. Geburts- t a g feierte der älteste Einwohner des hiesigen Ortes, Anstreichermeister Hrch. M a ck. M. erfreut sich noch guter körperlicher und geistiger Frische. Mit 70 Jahren erlernte er noch das Radfahren. Dis vor wenigen Jahren huldigte er noch der Jagd. Heute noch verrichtet er Arbeiten in dem landwirtschaftlichen Betriebe seines Schwiegersohnes. M. war lange Jahre Direktor des hiesigen Konsumvereins und ist heute noch Mitglied der größeren Kirchenvertretung. —
Aus dem Amtsverkündigungsblait.
* Das Amtsverkündigungsblatt R r. 3 6 vom 28. Mai enthält: Straßensperre. — Schlachthausanlage des Metzgers Rudolf Jakob zu Inheiden. — II. Hessisches Sängerbundesfest Darmstadt. — Ortsbausahung der Gemeinde
Reiskirchen. — Die Wasserversorgung in der Gemeinde Hausen.
Büchertisch-
— HeinrichSohnreh-Duch. Ausgewählt und herausgegeben von Dibliotheksrat Dr. Hans R o t h'h a r d t, Berlin. Deutsche Landbuchhandlung. — 257. — Am 19. Juni vollendet Heinrich Sohnrey in fabelhafter geistiger und körperlicher Frische sein siebzigstes Lebensjahr. Zur rechten Zeit erscheint in hübschem Band eine Auslese seiner Dichtungen und Schriften. Dr. Hans Roth- hardt schickt in konziser Form eine Würdigung des Volksfreundes und Dichters voraus. Was Sohnreh als sozialer Reformator für die ländliche Wohlfahrtspflege getan hat, ist überragend, ist für die Dauer bestimmt. Man denkt an Grillparzers Worte:
„Was fetzt ihr ihnen Bilder von Stein, als könnten sie jemals vergessen sein? Wollt ihr sie aber wirklich ehren, so folgt ihrem Beispiel und horcht ihren Lehren I"
Der Dichter Heinrich Sohnreh ist mit dem Denken und Empfinden des Volks aufs engste verbunden. In seinen weitverbreiteten Romanen weih er seinen Erlebnissen eine eigenartige packende Form zu geben. Ein Verstehender, Mitfühlender begleitet er seine Gestalten, spürt die verborgensten Quellen auf. Dichtung und Wirklichkeit gelangen bei ihm zu vollkommener Synthese. Aus dem Heimatboden strömt die gesunde Kraft, die alle seine Werke erfüllt, Hnd immer merkt man: aus freudiger Seele steigt er zur Höhe der Erkenntnis empor. Lust und Leid, Glück und Unglück des Volks wecken ein Echo in ihm. Sein Schaffen wird von den Humanitätsgedanken der besten Geister des 18. Jahrhunderts durchweht: ein Menschen
freund, hochbegabt, gütig und opferbereit. Er verdient es, daß das deutsche Volk ihn an feinem Jubeltag ehrt. A. B.
— Dicki Baum: „Der Eingang zur Bühn e". Verlag Ullstein, Berlin. (188.) Vicki Baums Erstlingsroman „Der Eingang zur Bühne" ist in neuem Gewände erschienen. Im Mittelpunkt dieses Romans unter jungen, kunstbegeisterten Menschen stehen die Figuren zweier Mädchen, temperamentvoll, begabt, stark die eine, hingebend, zart und zerbrechlich die andere. Zwischen ihnen der Mann, Lehrer und berühmter Sänger, der beiden zum Schicksal zu werden droht. Und dahinter die große Welt der Gesellschaft, der Opfer, aller bunten Lebensträume, nach denen die Jugend verlangend greift
Kirchliche Nachrichten.
Katholische Gemeinde.
3n Gießen: Mittwoch, 29. Mai, 4.30 bis 7 Uhr Beichte. — Donnerstag, 30. Mai, Fronleichnamsfest. 6.30 Uhr Beichte. 7 Uhr Messe. 8 Uhr Kommunion. 9 Uhr Hochamt. 9.45 Uhr Prozession. 11 Uhr Messe. 2 Uhr Festandacht mit Segen. Freitag und Samstag, abends 8 Uhr, sakramentalische Andacht.
3n Hungen: 8 Uhr Hochamt mit Predigt.
3n Lich: 10 Uhr Hochamt mit Predigt.
3n Nidda: 8.30 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Berliner Börse.
Berlin, 29. Mai. (WTB. Funkspruch.) Rach dem glatten Verlauf des gestrigen Liguidations- tages ist die Tendenz eher freundlicher. Die Spekulation hatte bereits gestern abend Rück
käufe vorgenommen, die sich an der Börse heute wahrscheinlich fortsehen dürften. Aus Paris liegt nichts Reues vor, die gestrige Reuhorker Börse war auf die Gelderleichterung, die gerade jetzt vor dem Ultimo beachtenswert ist, fest und lebhaft. Man nannte an Kursen: Farben 245,75. Siemens 377 und Salzdetfurth 394. Am Devisenmarkt nennt man: London gegen Kabel 4,8500, London gegen Madrid 34,25, London gegen Mailand 92,66, London gegen Berlin 20,3450, Kabel gegen Berlin 4,1945.
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