Ausgabe 
29.5.1929
 
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Aus aller Welt.

InternationalerTierschutz-Kongrctz in Wien

3m festlich geschmückten Saale des Wiener Militärtasinos am Schwarzenbergplah wurde der denkwürdige Internationale Tierschuhkongreß durch den Präsidenten Dr. E. Melkus in An­wesenheit des Bundespräsidenten Mi­kl a s, der bei der österreichischen Regierung be­glaubigten Gesandten und der Delegierten der Tierschuhorganisationen aller Länder in feier­licher Weise eröffnet. Vertreter aller Länder und Sprachen behandelten die aus der Tierschuh­bewegung bekannten Themen während der vier Tage dauernden Verhandlungen in über 50 Ein» zelvorträgen. üniversitätsprofessor 11 b e (Graz) hob die Wechselbeziehungen zwischen Alkoholis- mus und Tierquälerei pertror, Horst Kuhlwein von Rathenow (Berlin) versuchte nachzu­weisen, daß Tierdressur keine Tierquälerei dar­stelle, namentlich dann nicht, wenn man auf die Eigenheiten der Tiere eingehe und die Tiere mit Liebe behandele. Miß Lind af Hageby fordert eine Reform im Schlachten der Tiere und des Tiertransportes. Sie wendet sich auch gegen die Pelzmode, die durch den qualvollen Fang der Pelztiere Anlaß zu furchtbaren Tier­quälereien gibt. Die Herzogin von Ha­milton and Brandon, die als bekannte Tierschützerin ein internationales Bureau für Tierschutz in Genf errichtet hat, hebt hervor, dah sie über eine Spende von etwa 20 000 Mark verfügt, die auf einige Jahre verteilt, in Form eines Robelpreises der aktivsten Ticrschutzbe- wegung verliehen werden könnten. Maitre Les- p i n e (Paris) fordert ein Verbot der Stier­kämpfe und Verbesserung der traurigen Lage der Grubenpferde. Prof. Dr. L. Oehninger (München) fordert die vollständige Beseitigung der Vivisektion. E. Os berg (Malmö) spricht über Tiertransporte zu Wasser und zu Lande. Rur eine internationale Regelung der Tiertrans- porte kann die Tierquälereien herabmindern. Vct.-Rat Dr. Schapper (Steyr) geißelt die Massentierquälereien in der landwirtschaftlichen Tierhaltung mit besonderer Berücksichtigung der Kastration von Haustieren durch Laien.

Dr. Albrecht, Hamburg, sprach über die Be­deutung des Tierschutzes in der Jugenderziehung und forderte die Aufnahme des Tierschuhgedan­kens in die Lehrpläne der Schule. Magnus S ch w a n t j e hält die Exzesse der Grausamkeit ebenso schlimm, wie die Sittlichkeitsdelikte und möchte dies bei der Filmzensur berücksichtigt wissen. 3. L. C a t h e r, London, warf die Frage auf: .Haben wir Frieden?" Der grausame Krieg gegen manche Tiere, von denen viele Arten be­reits vollständig ausgerottet worden sind, müssen unterbleiben. Oberrechnungsrat Kratz, Darm­stadt, fordert in längeren Ausführungen ein Ver­bot des Kupierens der Pferde sowie ein Verbot der Einfuhr und des Verkaufs kupierter Pferde. Graf Wilhelm Leiningen Westerburg, Wien, verteidigte die weidgerechte 3agd gegen die Forderung der radikalen Richtung auf gänz­liches Verbot des 3agens von Wild. Universi- tätsprofessor G r o a g , Wien, besprach das trau­rige Los der Kettenhunde. Dr. Richard K a p e l - l e r, Wien, beleuchtete Raturfrevel und Tier­quälerei vom Standpunkte der Psychologie und psychoanalytischer Forschung. Geistlicher Rat 3ungbauer, Wien, sprach über Kirche und Tierschutz.

Rau (Cannstatt) trat für ein Verbot jeglicher Verstümmelung der Haustiere ein. Miß Lind (London), Krämer (Berlin), D r. Müller (München), sowie Präsident D r. Melkus nah­men sür den Standpunkt des Dr. Klein (Lennep) Stellung, wonach es für Tierschühler in der Ver­werfung des betäubungslosen Schachtens über­haupt keine Meinungsverschiedenheiten mehr ge­ben könne. Alle Tierschuhvereine der Welt treten sür Schlachtmethoden mit Betäubung ein. Dr. Schilling (Wien) betont, daß Tierschutz eine Frage der Erziehung ist. Reben Kirche und Schule, muß vor allem die Presse, der Rundfunk und der Film in den Dienst der Tierschuhsache gestellt werden. Er wendet sich sodann auch ge­gen gewisse Hebertreibungen in der Tierschuh­propaganda, die mehr schaden als nützen könne.

Aniversitätsprofessor Dr. Krämer (Gießen) sprach über Tierpsychologie und Tierschutz und erntete reichen Beifall für die interessanten Aus­führungen. Rachdem inzwischen der deutsche Ge­sandte, Graf Lerchenfeld, die deutschen

Delegierten empfangen hatte, erfolgte die Schluß­sitzung und Abstimmung über die gestellten An­träge.

Line Beleidigung des Reichsoberhaupts.

Nachdem bereits vor einiger Zeit Reichs, kanzler Müller unb Reichswirtschaftsminister Dr. (5 urtius ihre anfängliche Zusage zur Teil­nahme an ber Meißener Tausendjahr­feier zurückgezogen hatten, hat sich nun- mehr auch die sächsische Regierung ent« schlossen, zu der Feier keinen Vertreter zu entsenden. Wie verlautet, sind diese Absagen auf die Ablehnung der Verleihung des (5 h r e n b ü r g e r r e ch t e s an den Reichs­präsidenten v. Hindenburg durch die Meißener Stadtverordneten zurückzuführen. Man erblickt darin in den maßgebenden Stellen eine Beleidigung des Reichsoberhauptes.

Schlichlungsverhandlungen im Ruhrbergbau.

Unter dem Vorsitz des Schlichters Professor B r a h n begannen in Essen die Schlichtungsver­handlungen über den Tarifvertrag und das Ar­beitszeitabkommen für den Ruhrbergbau. Zur Er­ledigung der wichtigen Punkte des Manteltarifs und des Arbeitszeitabkommens wird eine Schlichterkammer gebildet werden müssen, die voraussichtlich erst gegen Mitte des Monats 3uni zusammentretcn wird.

Oberleutnant Schulz im Moabiter Gesängniskrankenhaus.

Oberleutnant Schulz ist aus Gesundheitsrücksichten aus dem Essener Untersuchungsgefängnis in das Krankenhaus des Moabiter Untersuchungsgefäng­nisses überführt worden.

Die Ursache der Katastrophe auf dem Lückendorfer Dergrennen.

Wie die sächsische Staatskanzlei mitteilt, haben die vorläufigen Ermittelungen über das Unglück beim Lückendorfer Bergrennen ergeben, daß die Ursache für das plötzliche ruckartige A b b i e gen des verunglückten Wagens von der geraden Rennstrecke nach halblinks auf einen Bruch des rechten Lenkhebels zurückzuführen ist. Die Straße war an der Unglücksstelle vollkommen in Ordnung und wies keine Schlaglöcher und Unebenheiten auf. Es wird erwogen, Zuver­lässigkeitsfahrten und ähnliche Veranstaltungen von Kraftfahrzeugen zu Prüfungszwecken, so­weit sie mit einer Geschwindigkeitsprü­fung verbunden sind, in Zukunft auf öffent­lichen Wegen nicht mehr zuzulassen.

Sturmkatastrophe auf den Philippinen.

Der südliche Teil des Verwaltungsdistrikts Manila ist in diesen Tagen von einer Sturm­katastrophe heimgesucht worden, bei der nach den jetzt abgeschlossenen amtlichen Untersuchun­gen zehn Personen getötet wurden, wäh­rend über oas Schicksal von 33 Personen über­haupt nichts in Erfahrung zu bringen war. Sechs Dörfer wurden von dem unaufhörlich niederströmenden Regen unter Wasser ge­setzt, wobei etwa 15 Häuser von den Fluten weggespült wurden.

wenn aus Theater Ernst wird.

3n dem von Zuckmayer bearbeiteten amerika­nischen SchauspielRivalen", das im Ber­liner Theater in der Königgräher Straße nicht zuletzt durch die Darstellung der beiden männ­lichen Hauptrollen durch Fritz Kortner und Hans Albers zu einem großen Theatererfolg wurde, hat jetzt Fritz Kortner seine Rolle niedergelegt, weil das Verhalten seines Partners derartige Formen annahm, daß ein weiteres Zusammenspielen für ihn nur mit schweren körperlichen Schädigungen verbunden wäre. Albers jagte sich so in seine Rolle hinein, daß er den etwas brutalen Geist des von ihm dargestellten Rivalen von der Bühne auch hinter die Kulissen trug, so daß es des öfteren zu schweren hand­greiflichen Auseinandersetzungen zwischen den beidenRivalen" kam, bei denen der an Körperkraft und Boxergewackdtheit über­legene Albers zum Schaden Fritz Kortners stets Sieger blieb. Um sich weiteren Mißhandlungen durch seinen Gegenspieler Albers, der Spiel und Wirklichkeit verwechselte, zu ent­ziehen, hat Kortner dem Direktor Barnow - sky schriftlich mitgeteUt, daß er die Rolle nicht mehr spielen werde. Sie wird wahrscheinlich anderweitig beseht werden.

Tagung der hessischen Polizeibeamten.

WSR. Darmstadt, 27. Mai. Gestern sand hier der 6. ordentliche Derbandstag des Landesverbandes der Polizei­beamten Hessens statt. Die Tagung wurde durch den ersten Derbandsvorsihenden, Polizei­inspektor Schmidt (Mainz) eröffnet, der in seiner Begrüßungsansprache unter den Ehren­gästen insbesondere den hessischen Minister des 3nnem, Leuschner, willkommen hieß, dem er das besondere Vertrauen der ihm unterstellten Polizei aussprach. Rach einer Reihe weiterer Begrüßungsansprachen ergriff Minister des 3n- nem, Leuschner. das Wort und führte u. a. aus, daß er als Minister soweit wie möglich die Polizeibeamten unterstützen werde. Daß ein Teil der Wünsche natürlich unerfüllt bleiben mußte, läge zunächst schon in der schwa­chen Finanzkraft des Staates begründet, bann müsse man aber auch Rücksicht auf die andern Beamten nehmen, und endlich könnten natürlich keine Wünsche berücksichtigt werden, die etwa dem 3ntereffe des Staates zuwiderlaufen. Minister Leuschner kam dann auf den Sonder- d i e n st zu sprechen. Es sei im Anfang sehr schwierig gewesen, den Sonderdienst in die acht­stündige Dienstzeit einzufügen, da es sowieso an Polizeibeamten mangele; es fehlten etwa 180. 3etzt ließe sich der Dienst eher durchführen, die Polizei habe es nötig, bei ihrem schweren Beruf Körper und Geist zu trainieren. Selbstverständlich wolle er möglichst alle Härten vermeiden. Er werde darauf achten, daß mit dem Sonderdienst kein Mißbrauch getrieben werde. Man möge ihm vertrauen, er werde die Polizeibeamten nicht verlassen, ihre Belange vertreten, alles Rötige tun und nichts versäumen. Lebhafter Beifall folgte diesen Ausführungen. Dr. Mieren­dorff ergriff hierauf das Wort zu seinem Vor­tragDer Beamte im Volks st a a t. Der Beamte wisse, daß bei ihm die Exekutive liege, aber er wisse auch, daß er Diener des Volkes sei, nicht einer kleinen Gruppe Herrschender. Der Redner kam dann auf die Einstellung des Beam­ten dem Staat gegenüber zu sprechen, dem der Beamte treu ergeben fein müsse. Weiter streifte er die Stellenbesetzung und forderte, daß vor allem die Leistungen bei der Einstellung und Beförderung zu entscheiden hätten. Der Refe­rent schloß mit dem Wunsche, die Beamtenschaft möge auch weiterhin zeigen, daß sie sich in den neuen deutschen Dolksstaat hineingefunden habe. Die verschiedenen Vertreter der einzelnen Grup­pen brachten ihre besonderen Wünsche vor. Rach Erstattung des Kassenberichts und der Berichte der Kassenprüfungskommission kamen insgesamt 64 vorliegende Anträge und einige Dringlichkeits­anträge zur Abstimmung, die sich in der Haupt­sache mit der Besoldung, Laufbahnrichtlinien und Prüfungen, Dienstplan, Tagegeld, Dienstkleidung und Ausrüstung befaßten. Die Anträge wurden größtenteils nach kurzer Debatte angenommen, oder dem Vorstand zur Erledigung überwiesen. Es wurde u. a. beschlossen, die Mitgliedschaft beim Deutschen Deamtenbund wieder zu erwer­ben. Die Wahl ergab zum 1. Verbandsvorsitzen­den Polizeimeister Mink, 2. Vorsitzender wurde Polizeihauptwachtmeister Flechsenhar, Kas­sierer Polizeimeister Dietrich.

Schließung der Frankfurter Kinotheater?

WSR. Frankfurt a. M, 28. Mai. Die Krise in den Lichtspieltheatern ist mittlerweile chronisch geworden. Eine gut besuchte Versammlung des Landesverbandes der Lichtspieltheaterbesitzer von Hessen und Hessen-Rassau befaßte sich neben wichtigen Fachfragen vor allem auch mit der Frage einer Schließung sämtlicher Be­triebe während der Sommermonate. Schon vor einigen Monaten erschien eine Kommission von Theaterbesitzern bei dem zuständigen Dezer­nenten des Magistrats, um wegen einer Ermäßi­gung bzw. einem vollständigen Erlaß der Der- anügungssteuer zu verhandeln, aber die Ange­legenheit wurde hinhaltend behandelt. Frankfurt verfügt über 42 Lichtspieltheater, die rund 500 Angestellte beschäftigen. Schätzungsweise nehmen diese rund 40 Theater während der schlechten Sommermonate zusammen 300 000 bis 400 000

Mark ein und führen monatlich ungefähr 45 000 bis 50 000 Mark an Lustbarkeitssteuer ab. Diese Theater dürften zusammen zwischen 360 000 und 480 000 Mark Spesen haben, ohne die Ver­gnügungssteuer mitzurechnen. Es käme also eine ilnterbilanj von 80 000 bis 130 000 Mk. im Mo­nat in Frage. 3n einer Entschließung, die ein­stimmige Annahme fand, wurde beschlossen, sämtlichen Angestellten zum 1. 3uIi z u kündigen. Da diese 500 Kinoangestellten etwas mehr als ICO 000 Mark im Monat ver­dienen, hätte die Stadt bei einer Schließung der Theater nicht nur einen Schaden von rund 50 000 Mark an entgangener Vergnügungssteuer zu tragen, sondern müßte auch noch monatlich Die gleiche Summe an Erwerbslosenunterstützung aufbringen. Hinzu kämen Verluste an städtischen und staatlichen Abgaben, Einkommen- und Um­satzsteuer, und falls es im gesamten Frankfurter Filmverleihbezirk wirklich zu einer Schließung kommt, ist auch die Tätigkeit der Filmverleih- firmen, die ebenfalls etwa 200 Angestellte be* fchäftigen, lahmgelegt.

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Meeresniveau umgereznneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Der Transport kühler Luftmassen nach Mittel­europa dauert fort. Sie werden sich weiter süd­wärts auch über unseren Bezirk durchsetzen und einen Temperalurrückgang bringen. Dabei kommt es neben Bewölkung auch zu Riederschlägen, die jedoch mehr vereinzelt auftreten dürften. Mit dem Abzug der Ostscestörung, die sich zunächst durch Aufnahme warmer ßuftmaffen in ihr Stö­rungsbereich noch verliefen wird, wird der hohe Luftdruck im Rordwesten sich weiter nach dem Kontinent ausbreiten. Dabei dürfte für später wieder meist heiteres und trockenes Wetter zu erwarten sein, so daß der Witterungsumschlag nur 1 bis 2 Tage anhält.

Wettervoraussage für Donners­tag: Kühles, wechselnd wolkiges Wetter mit strichweisen Riederschlägen, teilweise auch ge- witterhafter Art.

Wettervoraussage für Freitag: Teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, Tem­peraturen wieder langsam etwas ansteigend.

Lufttemperaturen am 28. Mai: mittag« 25.0 Grad Celsius, abends 16.6 Grad Celsius; am 29. Mai: morgens 17.3 Grad Celsius. Maxi­mum 26.3 Grad Celsius, Minimum 11.0 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 14 Stunden.

Erdtemperaturen am 28. Mai: abends 28.4 Grad Celsius; am 29. Mai: morgens 19.6 Grad Celsius.

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IM AUFTRAG DER FIRMA COTY S. A. PARIS GEBEN WIR FOLGENDES BEKANNT: Die unterzeichneten Anwälte haben wegen der gegen Herrn Coty erhobenen Angriffe gegen die verantwortlichen Redakteure verschiedener Tageszeitungen Beleidigungsklage erhoben. Sämtliche Verfahren haben ausnahmslos damit geendet, daß die Beklagten die beleidigenden Behauptungen gegen Herrn Coty Zurücknahmen. In der am 20. April 1929 vor dem Amtsgericht Frankfurt a. Main stattgefundenen Verhandlung konnten wir dem Gericht eine in unseren Händen befindliche Original-Korrespon­denz zwischen dem Syndikus des Verbandes der deutschen Seifen- und Parfümerie-Fabrikanten e. V. Berlin und einem Berliner Werbefachmann zur Kenntnisnahme vorlegen. Aus diesem Schriftwechsel geht unzweideutig hervor, daß der Syndikus des obenbezelchneten Verbandes den Werbefachmann gegen Entgelt beauftragt hat, Artikel gegen Coty in die Presse zu lancieren. Weiterhin ergibt sich aus diesen Schriftstücken, daß diese Artikel volkswirtschaftlich kaschiert und so aufgemacht werden sollten, daß die ernst­hafte Presse und mit der Angelegenheit etwa sonst sich beschäftigende Persönlichkeiten die wirklichen Hintergründe nicht durchschauen konnten. Der nachstehende, an den erstunferzeichnefen Anwalt gerichtete Brief bedarf in diesem Zusammenhang v/ohl keines weiteren Kommentars:

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt 1 18. 4. 1929

Wie loh erfahren habe , soll in das von Ihnen eingeleitete Gerichtsverfahren, betreffend die An­griffe gegen Coty, auoh meine Person hineingezogen werden. Es entspricht zwar den Tatsachen, daß ich im Auftrage des Verbandes Deutscher Feinseifen- und Parfümerie - Fabrikanten e. V., Berlin NW 40, Beethovenstraße 2, vertreten durch dessen Syndikus, Herrn Dr. Hoffmann, eine von dieser Seite auch finanzierte Presse - Propaganda gegen Coty durchgeführt habe. Nachdem ich aber jetzt die ganze Pro­paganda gegen Coty als einen Konkurrenzkampf erkenne, habe iohmioh entschlossen, künftighin von jeder weiteren direkten und indirekten Betätigung gegen Coty abzusehen. Ich bitte Sie daher erge­bens! , von einer Hereinziehung meiner Person in einen Prozeß Abstand zu nehmen. Hochachtungsvoll gez . H . Seh.

Wir haben auf Grund des letzten Satzes des vorstehenden Schreibens die volle Nennung des Berief schreiben unterlassen.

DR. MAX ALSBERG Berlin,den20.Mei 1929 DR. MARTIN MANASSE

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