Ausgabe 
28.12.1929
 
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Geschichten aus aller Welt

Montag, 30. Dezember.

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bis 11.30: Don Leipzig:Der Mensch als Ge­stalter der Zukunft". Dortrag von Prof. Driesch. 12 bis 13: Schallplattenkonzert: Die Mailänder Scala. 14: Don Stuttgart: Märchen im Winter. 15: Klavierkonzert. 15.30:Christus-Legende" von W. Knoeckel. Dortragender: Der Autor. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Don Stutt­gart:Ernst Barlach, der Gottsucher (zu seinem 60. Geburtstag)". Dortrag von Dr. Curt Elwen- spoek. 18.30: Don Stuttgart: Kleine Klavier­stücke. 19.15: Sportnachrichten. 19.30: Orgel-Kon­zert. 20: Rach Stuttgart:Spul". Ein Schwank aus dem Familienleben. 21.30 bis 22.45: Don Stuttgart: Reujahrskonzert. Märsche und Tänze berühmter Meister. 23 bis 1: Tanzmusik.

Für unverlangt eingesandle Manuskripte ohne belgefügles Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

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Lahre ..." Silvester-Revue von Hilarius. Bunter 2Dend. 23.50 Reujahrsansprache. 24 3: Tanzmusik.

Mittwoch, 1. Januar.

9 bis 10: Morgenfeier veranstaltet von

Niederlage# Jean Weisel, fließen, Sonnen, sfiraße 6, Telephon Nr. 3808. 10230V

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Vernichtung der Aale in Sicht?

(r) Stockholm.

Die Kolosse der Weltmeere, die Wale, hatten in diesem Frühjahr Schonzeit. Das Cis hielt sich zu lange in diesem Lahr, die Freiwasser- zone, in der man sonst auf die kostbaren Tiere stieß, war kleiner als sonst. Unter diesen Um­ständen hatte es keinen Zweck, mit den Expeditio­nen auszufahren, denn ein Walfängertrupp muh mindestens für 5 Millionen Dollar Tran ein­bringen, wenn die Fahrt sich lohnen soll. Rach langer Ruhepause will man aber jetzt mit ver­stärkten Kräftenzur Lagd" ausziehen. Ln Chalmers auf Reuseeland richten 30 Faktorei­schiffe ihre Betriebe ein. 23 norwegische und eine britische Expedition sind bereit, zum Fang auszurücken. Mit Flugzeugen und modernsten Maschinen wird die Auswertung der Riesentiere betrieben werden. Man hegt in zoologischen, aber auch in den Regierungskceisen die Befürchtung, die Wale zu stark dezimiert werden könnten, so daß mit ihrem Aussterben gerechnet werden muh. Es werden deshalb ganz besondere Vor­schriften erlassen, welche Wale gejagt werden dürfen und welchen Tieren eine noch unbefristete Schonzeit zugebilligt werden muß. Es wird offen­bar Zeit, daß wir uns ein paar Wale in den zoologischen Gärten halten, damit nicht eines Tages der Wal nur noch der Raturgeschichte angchört. Das dürfte allerdings auf Schwierig­keiten stoßen, und man müfrte wohl die Spree umleiten, um z. D. dem Berliner Zoo ein solches Tier zuzumuten.

Wu-Fo-Tais großer Reinfall.

(c) Tientsin.

Der ehrwürdige chinesische Gentleman Wu-Fo- Tai übte den hierzulande nicht allzu seltenen Beruf eines Räubers aus. Richt etwa eines Waren-, sondern eines Menschenräubers. 3n der guten alten Zeit war dieses Handwerk äußerst lohnend, in heutigen Zeiten jedoch bringt das Geschäft herzlich wenig ein. Besonders bei seinem letzten Fang ist der ehrwürdige Wu-Fo-Tai mächtig hereingefallen. Er raubte eine sechzehn­jährige Schöne und forderte für sie ein Lösegeld in Höhe von zehntausend Dollar. Er hat sich leider verrechnet, denn die Eltern des geraubten Gutes" waren bettelarme Leute und kein ein­ziger ihrer Derwandten verdiente mehr als fünfunddreißig Dollar. Bei diesem Einkommen war es nicht gut möglich, zehn Tausender auf­zubringen, und leider konnte das arme kleine Chinesenmädel auch keinen reichen Bräutigam

Jeuerlichen Pfaden ^)urch die große Wüste", vor- «etragen von Lehrer Fr. Doigt: für Kinder vom 12. Lahre ab. 15.30 bis 16:Dachsgraben", eine Lagdreportage. 16 bis 16,50: Hausfrauen-Rach- utiLag. vcranstcltet v:m Fr n furter Housfcauen- verein:Punsch und Kräppel",Abschied vom ölten Lahre", Vortrag von Frau Emmy Ficus. 16.50 bis 17.45: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05:Von der baskischen Küste", Reiscerinnerungen von L. D. Ungerer. 18.35:Der französische Staat, die Bureaukratie", Vortrag von Gottfried Salomon. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Konzert. 20.45 bis 22.15: Der Schlachtenlenker, Komödie von Bernhard Shaw. 22.30: Schallplattenkonzert: Wiener Schrammel. 23 bis 24: Von Kassel: Fantasien aus Dem kurfürstlichen Weinkeller, eine Szenenfolge Don Manfred Marlo und Hans Ullrich Bach.

Dienstag, 31. Dezember.

13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Berlin München. 15.15 bis 15.45: Stunde der Lugend, '-^erleben der Heimat:Der schlimme Rote: .Reinecke Fuchs", vorgetragen von Lehrer K. Stricker. Für Kinder vom 10. Lahre ab. 16 bis 18: Unterhaltungskonzert. 18.15 Bücherstunde. 18.45: Von Stuttgart:Ein Pionier deutscher Wissenschaft im Ausland: Franz Wilhelm Lung» lmhn". Vortrag von Dr. F. Schottländer. 19.15: Äon Stuttgart: Silvester-Feier. 20: Von Stutt­gart: Heiterer Abend. 22:Schier dreißig

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großem Format. Kolumbus führte mit 25, Living» stone mit 26 und Stanley mit 27 die Expeditionen, die die Rachwelt genau kennt. EdisonS erste Er­findungen stammen au3 seinem vierun7zwan^sten Lebensjahre. Richt viel anders verhält es sich mit den Künstlern. Richard Wagner schrieb seine erste Symphonie im Alter von neunzehn Lahren. Goethe gleichaltrig sein erstes Bühnenstück. Victor Hugo vor seinem zwanzigsten Geburtstag das erste später berühmt gewordene Werk. Mit ein­undzwanzig schuf Raffael sein erstes Kunstwerk, mit 26 Michelangelo seine erste Madonna und im gleichen Alter waren von Honorö de Balzac bereits 31 Rovellcn veröffentlicht. Auch Beet­hoven, Mendelssohn-Bartholdy, Chopin, Shelley und andere Schöpfer der Literatur- und Musik­geschichte erklommen den Parnaß noch vor Er­reichung der drei Dezennien.

Die Eisenbahn und die Postkutsche.

(s) Prag.

Die Eisenbahn hat sich allmählich in der ganzen Welt als Mittel zur beschleunigten Beförderung von Mensch und Ware allgemeine Beliebtheit er­worben und eingebürgert. Daß dies nicht überall der Fall, beweist eine Beschwerde der Industrie in einer nordböhmischen Stadt. Die Böhmische Rordbahn ist angeblich zwar auch ein Verkehrs- instrument, aber wer einmal das Vergnügen ge­habt, sich einem ihrer Wagen anzuvertrauen nun, der versteht den Schrei nach der alten Post­kutsche, die gegenüber dem nordböhmischen Dampf­bähnchen immerhin ein Schnelläufer gewesen fein muß. Es ist aktenmähig und einwandfrei belegt, daß eine Frachtsendung von Bilin nach Teplitz, die früher von der k. k. Postkutsche in drei Stun­den befördert wurde, für die 13 Kilometer lange Strecke volle zwölf Tage gebraucht hat, dank der gütigen Unterstützung durch die Böhmische Rord­bahn! Aber, so heißt es in einer Eingabe der Biliner Lndustrie an das tschechische Verkehrs­ministerium, das sei leider nicht ein vereinzeltes Kuriosum, sondern eine altvertraute, aber doch recht störende Gewohnheit der Rordbahn. Daher wird allen Ernstes in der Eingabe der Vorschlag gemacht, die Einrichtungen, das rollende Mate­rial der Bahn möglichst bald weit weg am besten nach China zu verkaufen (wo man mehr Zeit habe als in Böhmen!) und wenn wirklich der Bau einer Autostraße die Einrichtung eines Kraftverkehrs zwischen Bilin und Letschen die Kraft des Prager Finanzministeriums überstiege dann doch lieber wieder zu der bewährten Einrichtung der alten Postkutsche zurückzukehren. Denn sie sei nicht nur billiger, sondern vor allem auch schneller als die Eisenbahn gewesen

Auch Sie .

werden so urfeilen:<*

aufweisen. Ln Anbetracht dieser Umstände er­mäßigte der Herr Mädchenräuber feine unver­schämte Forderung auf die Hälfte. Diese Summe war natürlich für die Familie ebenfalls uner­schwinglich. Lmmerhin wollte sie die Kleine gern wiederbekommen, und da der Bruder genau wußte, daß man in China bei jedem Geschäft handeln könne, machte er Wu-Fo-Tai einen ver­mittelnden Vorschlag. Er betonte, ein erspartes Vermögen" von 23 Dollar zu besitzen und bot hiervon 15 für die Freilassung der Schwester an. Rach diesem Angebot leuchtete dem Räuber unzweideutig ein, daß er einen Fehlgriff getan hatte und nichtsReelles" erwarten konnte. Lmmerhin hielt er fünfzehn Dollar für zu wenig. Er mußte doch zumindest feine Unkosten wieder Einbringen! Traf sich' also mit dem Bruder feiner Gefangenen und machte einenäußersten" Preis für Mademoiselle: zwanzig Dollar. Aber keinen Cent billiger. Der Bruder fand das unverschämt und die beidenGeschäftsfreunde" wurden hand­greiflich. Da mischte sich auch die löbliche Polizei in die interne Familienangelegenheit, nahm beide ©entfernen in Schutzhaft und erfuhr auf diese Weise von der eigentlichen Ursache der wüsten Keilerei, nämlich dem Frauenraub. Worauf Mister Wu-Fo-Tai zu sechs Lahren Zuchthaus verurteilt wurde. Er hat jetzt allen Grund, zu bedauern, seine Gefangene nicht für die an­gebotenen fünfzehn Dollar hergegeben zu haben, denn fünf Dollar weniger wären immer noch besser gewesen als sechs Lahre mehr. ...

Jugendliche Genies.

(a) Reuhork.

Daraufhin, daß Oberst Lindbergh mit knapp fünfundzwanzig Lahren den Ozean überquerte und auf diese Weise über Rächt zur volkstüm­lichsten Persönlichkeit der Vereinigten Staaten wurde, gab sich ein amerikanischer Müßiggänger die Mühe, die Liste aller jugendlichen Titanen zusammenzuftellen, die ihre Großtaten halb noch imFlügelkleide" vollführt haben. Demnach hat Alexander der Große die ganze damaligeWelt" mit fünfundzwanzig Lahren, Hannibal Spanien in feinem sechsundzwanzigsten Lebensjahre er­obert und auch Julius Cäser zählte mit nur achtundzwanzig Lenzen zu den berühmtesten Feld­herren seiner Zeit. Rapoleon hatte mit 25 bereits mehrere Schlachten gewonnen. Reh war mit knappen 25 kommandierender General und Relson befehligte sogar schon als Dreiundzwanzigjähriger eine Flotte. Während Cromwellerst" mit 29 als großer Staatsmann bekannt wurde, galt Licoln schon mit 26 als ein Gesetzgeber von

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Donnerstag, 2. Januar.

12.15: Schallplattenkonzert: Unterhaltungs­musik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Lugend. Andrö Mauwois:Das Land der 36 000 Wünsche", 1. Teil (für Kinder vom vierten Lahre ab). 16 bis 17.45: Don Stuttgart: Konzert des Rund­funkorchesters. 18.05:Presse und Rundfunk", Gespräch zwischen Redakteur Arnet, Baberadt, Chefredakteur Gorrenz und Dr. Paul Laven. 18.35:Friedrich List", Vortrag von Dr. K. A. Meißingcr. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Schallplattenkonzert: Aus älteren Ope­retten. 20: Aus dem großen Saal des Saalbaues: Konzert Hugo-Kaun-Abend.

Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass Sie im Winter nicht Ihre frosterstarrten Hände am heissen Ofen erwärmen dürfen, sondern dass am besten Einreiben mit Schnee gewissermassen ein anschauliches Bild für die Tatsache, dass derselbe Stoff, der eine Krankheit erzeugt hat, auch die Krankheit wieder beseitigen kann.

Dieser Satz, aus der Praxis gewonnen, enthält das Grundprinzip homöopathischer Heilmethode. In jedem Körper schlummern Kräfte, die richtig ausgenutzt, jede organische Krankheit zu heilen vermögen. Diese Funk­tionen neu zu wecken, alle Ab­wehrkräfte des Körpers zu mobilisieren und so dauern­de Gesundung zu ermöglichen Das ist die Wirkung der 4

* Homöopathie Dr. Madaus.

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trei Männer aufgefunden Grcnzwächker und ein Soldat ... jeder von diesen drei Männern hatte eine Revoloerkugel in der Brust.

(Fortsetzung filflt.)

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 29. Dezember.

7: Von Hamburg: Hafenkonzert auf dem Damp­ferCleveland" der HamburgAmcr.ka-Linie. 9 bis 10: Morgenfeier der freireligiösen Gemeinde Offenbach a. M. 10.30: Erziehung und Bildung: .Psychologie des Lehrers", Vortrag von Dr. Ar- tue Kießling, Dozent an der Pädagogischen Aka­demie. 11: Von Leipzig:Das musikalische Ge­dächtnis", Vortrag von Dr. Kurt Singer, Berlin. 11.30: Erziehung und Bildung: Elternstunde: Berichtsstunde", Vortrag von Rektor K. Wehr- San. 12: Von Kassel: Konzert. 13.15:. Vortrags- Hunde Rainer Maria Rilke. Rezitation'von Lakob Rußbaum. 13.45 bis 14.45: Stunde der Lugend. Lustiger Kindernachmittag von Liefe! Simon und Reinhold Frehberg. 14.45: Stunde des Landes. 36: Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Stunde des Rhein-Mai- mischen Verbandes für Volksbildung:Zeit im Buch: Das untergehende Bürgertum", Vortrag Don Dr. Helene Turn au. 18.30: Dernard Bren­tano, Vorlesung aus eigenen Werken. 19.30: Sportnachrichten. 20 bis 22.30: Die Herzogin von Shikago, Operette in zwei Abteilungen von Lu- lius Brammer und Alfred Grünwald, Musik von Smmerich Külmän. 23 bis 0.30: Llnterhaltungs- anusik.

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