Ausgabe 
28.12.1929
 
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Aus der Provinzialbauptstadt

Gießen, den 28. Dezember 1929.

Die Zeit der zwölf Nächte.

Die Festtage sind verrauscht. Noch stehen wir im Dann des Weihnachtsbaumes. Besonders die Binder, vielleicht auch noch die frisch Verlobten, die diesmal im Mittelpunkt der Feier standen. Kindertrompeten ertönen, Musik von allerlei'In­strumenten zeugt von den Gaben des Weihnachts- mannes. Lins Alten hat der strahlende Weih- nachtsbaum wieder zurückgeführt ins selige Kinderland. Dankbar und wehmütig haben wir unserer eigenen Jugend gedacht und dabei wieder erfahren, daß die Kinder gern alter sein möchten, uni uns zu zeigen, was sie einmal alles fertig­bringen! Wir Aelteren aber, die wir vielleicht auch einst so dachten, haben im Trubel des Lebens erkennen müssen, das; die eigentliche glück­liche Zeit nur in den Kindheitstagen liegt. Hn- beschwert von den Sorgen des Lebens, voller Sehnsucht nach Glück und Reichtum, so lebt die Jugend dahin und freut sich ihres Daseins. Für sie bedeutet das Weihnachtsfest die Höhe des Jahres, es istihr" Fest.

Run stehen wir wieder am Ende eines Jahres Roch liegt der Duft des Christbaumes über dem Hause, und hoffentlich auch in unseren Herzen. Wir gehen in Gedanken versunken zurück in die Tage, die auch uns einst froh sein ließen. Es ist die Zeit be£ stillen Träumens, die Zeit der heiligen flächte. Laden nicht auch die schlafende Ratur, die nebligen Tage zum Träumen ein?

Die Zeit der zwölf heiligen Rächte hatte auch bei unseren Vorfahren ihre ganz bestimmte Be­deutung. In dieser Zeit trieben die Geister ihr Wesen. In gar vielen Gegenden Deutschlands haben sich die Sitten und Bräuche erhalten, die noch an diese heilige Zeit erinnern. Es ist nicht üblich, großen Lärm zu machen. Man will die Geister nicht stören, sonst schaden sie den Men­schen und dem Vieh. Alle Tiere, die uns nützen, müssen gerade jetzt gut gepflegt und gefüttert werden. Die Tiere aber, die dem Menschen Scha­den und Verdruß bringen können, darf man in diesen Tagen nicht laut beim Damen nennen, sonst geht es einem schlecht. Für Mäuse und an­deres Ungeziefer gebraucht man die Worte: die Dinger!

All diese Gebräuche haben letzten Endes eine tiefere Bedeutung, genau so wie die Sonnwend­feiern. Kräuter, die in der Zeit der zwölf Rächte gepflückt werden, haben ganz besondere Heil­wirkung. Auch die Sitte, die noch in meiner Jugendzeit in Oberhessen herrschte, daß man zw'.schen den Jahren" die Obstbäume, die uns im Herbst reichlich ihre Früchte spendeten, zum Dank mit einem Strohseil umwickelte, ist Wohl germanischen Ursprungs. Daß dabei ein gewisser Ruhen mit unterlief, wenn man nämlich die Strohwische, unter die sich in der kalten Jahres­zeit gar manches Ungeziefer flüchtete, im Früh­jahr verbrannte, ist sicher auch schon hier und da erkannt worden. Wir dürfen niemals an- nehmen, daß wir es heute schon in allem so weit gebracht haben, daß unsere Vorfahren blaß werden müßten, wenn sie als Geister in den hei­ligen zwölf Rächten umgehen.

Wenn man so zurückschaut in alte Zeiten, dann wird man bescheiden und dankbar, auch dafür, was uns das Jahr 1929 an Gutem brachte. Hast du aber Leid und Trauer ertragen müssen, dann haben jetzt wohl die Klänge der Weihnachtsliedcr den Schmerz gedämpft und neue Hoffnung in deinem Herzen erstehen lassen. An der Schwelle des jungen Jahres mußt du de nen Blick auf zukünftige Tage, die dir noch Gllick und Freude bringen sollen, hinlenken. Und je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr er­kennst du auch, daß selbst im größten Leid ein Fünkchen Hoffnung und Freude blieb, und dafür sollst du dem Schicksal danken.

All der Fest'aübcr verweht, weil er nur äußerlich ist. Aber er muß in unferm Herzen weiterklingen und uns Helsen, mit demFriede auf Erden" bei uns s e l b st anzufangen. Dann erst haben wir Weihnachten recht gefeiert, und erst dann können wir getrosten Mutes in das neue Jahr schreiten, dankbar für glückliche, son­nige Tage, hoffnungsvoll und fest vertrauend auf zukünftige Zeiten. D.

Llnsere Illustrierte.

Die Illustrierte desGießener An­zeigers", die regulär am heutigen Samstag er­scheinen würde, wird als Silvester-Rummer der Ausgabe unseres Blattes vom Dienstag, 31. Dezem­ber. beigetegt werden.

Gleszerrer Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 200; Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feldsalat 100 bis 120-, Tomaten 60 bis 90; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4*/3 bis 5; Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Gänse 100 bis 110; Russe 50 bis 80; das Stück: Tauben 70 bis 90; Kisteneier 17 bis 18; frische Landeier 19 bis 20; Blumenkohl 50 bis 100; Endivien 15 bis 40; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 10 bis 12; Aepfel 10 bis 12; Dirnen 8 bis 10 Mark.

Borrrotizcn.

Tageskalender f ü r Samstag. G. R.G.: Weihnachtsfeier, 20 llhr, im Boots­

haus. 1830 bis 1930: GründungSversamm« lung, 20 Uhr, Restaurant Faulstich. Licht­spielhaus Bahnhofstraße:Die rote Lady" und Streiche eines jungen Mädchens von heute". Astoria-Lichtfpiele:Der Wächter des Glückes" und ,Jm Banne des Blutes".

Tageskalender für Sonntag. Stadttheater:Das tapfere Schneiderlein". 15 bis 17.30 iltjr;Der Deilchenfrefser", 18.30 bis 24.15 Uhr. Landw. I. R. 116: Weihnachtsfeier, 14.30 Uhr, im Cafe Leib. Lichtspielhaus Bahnhof­straße:Schleiertänzerin" undO, welche Lust, Soldat zu sein". Astoria-Lichtspiele:Der verschwundene Hans" undMaciste und die Tochter des Silberkönigs".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In unseren Tagen des Tonfilms, der Revue, freut es sicher jeden, wieder einmal eine Posse im Stil der guten, allen Zeit zu hören, wie z. B.Kyritz-Pyritz". Die Spielleitung, Heinrich Hub, hat davon abgesehen, eine der vorhandenen, mit modernen Schlagern und Tänzen ausgefütter­ten Bearbeitungen als Inszenierungcgrundlage zu nehmen, sondern benützt Musik und Dialog der ursprünglichen Fassung. Karl Löffler wird die Bühnenbilder in launiger Silvesterstimmung her­ausbringen, Obergarderobier Huber sorgt für aparte Kostümierung, Ludwig Keim ist für die Beleuchtung verantwortlich. Die Posse, die von Gustav Michaelis vertont ist, wird von Kapellmeister C u j 6 dirigiert werden. Spielplan des neuen Jahres: Neujahrstag, nachmittags 15 Uhr,Das tapfere Schneiderlein", Kindermärchen, abends 18.30 Uhr,Ein Walzertraum", Operette, Oscar Straus. 3. Januar:Tobias Wunderlich". 5. Januar:Das tapfere Schneiderlein". Januar-Prominenten-Gast- fpiel: Paul Wegener.

unterzogen. Es wurde ein einstimmiger Deschluh gefaßt, sich in Zukunft der De amtenwar enwirt- schaft ablehnend gegenüberzustellen. Den führen­den Persönlichkeiten innerhalb der Organisation wird nahegelegt, keine Aemter innerhalb der De- amtenwarenwirtschaft zu übernehmen. Den Mit­gliedern wird empfohlen, ihren Bedarf am Platze zu decken und die heimischen Geschäfte zu unter­stützen.

** Konzert in der Chirurgischen Kli- n i k. Eine große Freude bereitete am Vormittag des zweiten Weihnachtsseiertags die Evangelische Jugend­vereinigung Klein-Linden den Patienten der Chi­rurgischen Klinik mit einem Weihnachtskonzert. Un­ter Mitwirkung eines Streichorchesters sang der Mädchenchor der Vereinigung eine größere Weih- nachtsmusik von Rudolf Löw und erntete damit den Dank der Patienten und des Personals der Klinik. Sämtliche Solopartien lagen in Hönbrn von Mit­gliedern der Jugendvereinigung. Die Klavierbeglei­tung hatte Lehrer Roth (Klein-Linden) übernom­men. Dem Leiter des Konzerts, Lehrer Rau (Klein- Linden), gehört das Hauptverdienst für die schöne Feierstunde.

Voriragökursus

der Hess. Landwirtschafiskammer.

WER. Darmstadt, 27. Dez. Im Januar veranstaltet die H e s s i s ch e Landwirt­schaftskammer eine hessische landwirt­schaftliche Woche. Der Vortrag Kursus ist allerdings mit Rücksicht auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse auf drei Tage ver­kürzt worden. Am Mittwoch, 8. Januar, spricht Professor Dr. S e s s o u s, Gießen, über(Heuere Fragen auf dem Gebiete des Pflanzenbaues", Oberlandwirtschaftsrat Oekonomierat Keifer von her Preußischen Hauptlandwirlschaftskammer Berlin überWie kann eine Gesundung unserer gesamten Milchwirtschaft herbeigriührt werden?"; am Donnerstag, 9. Januar, Präsident Dr. h. c. Brandes vom Deutschen Landwirtschaftsrat überDas Rentabilitätsprogramm der Land­wirtschaft", Professor Dr. Münzinger von der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim überDie Auswirkung der Agrarkrise auf die kleinbäuerlichen Betriebe", und am Freitag, 10. Januar, Geh. Oekonomierat Dr. Dettwei- l e r, Heidelberg, überTagesfragen aus der deutschen Rindviehzucht". Dr. Dettweiler war vor dem Kriege Tierzuchtinspektor in Hessen.

preuhen.

Kreis Biedenkopf.

T Rodheim a. d. Bieber, 26. Dez. An­fang Rovember rief Artur M a h r a u n, der Hochmeister des Jungdeutschen Ordens, zur Bildung der Dolksnationalen Reichsvereinigung auf, und diesem Rufe folgten in Rodheim und seiner Umgebung sehr viele Wähler und Wählerinnen. Dieser Tage veranstaltete diese Reugründung hier im Dender- schen Saal einen sehr gut besuchten Aussprache­abend. Der Großmeister der Bruderschaft Gießen des Jungdeutschen Ordens, Dr. Gebhardt, betonte in einer längeren Ansprache, daß die gegenwärtigen Parteien in der Weiterentwicklung des deutschen Dolksstaates alle versagten. Die­ser Mißerfolg trage neben anderen Gründen mit die Schuld daran, daß alle politischen Par­teien unter einer Krisis leiden, welche jetzt am auffälligsten bei der Deutschnationalen Volks- Partei zutage trete. Das unglückliche Volks­begehren, das den Zweck hatte, die Geister zu scheiden und die nationale Front zu schließen, habe das Gegentell erreicht. Die nationale Front sei heute zerschlagen, weil das nationale Deutsch­land den Männern, die hinter dem Volks­begehren stehen, als Führer nicht vertraue. Aus diesem Grunde sei der Jungdeutsche Orden, der sich immer als die gute Garde der gesamten Ration erwiesen habe, auf den Plan getreten, um alle nationalen Kräfte zu sammeln, welche mit den heutigen Parteien und ihrer Wirtschaft unzufrieden seien. Der Jungdeutsche Orden fühle sich deshalb zu dem Sammelruf berufen, weil er in keiner Weise parteipolitisch gebunden sei und darum ihm mehr Vertrauen entgegengebracht werde, als wenn der Ruf von irgendeiner der heute bestehenden Parteien ausginge. Selbstver­ständlich handele der Jungdeutsche Orden im Ein­verständnis mit Parlamentariern aus allen der­zeitigen Parteien, die sich den Aufbau des deutschen Volksstaates in derselben Weise denken, wie er in dem Jungdeutschen Manifest ausge­zeichnet fei. Der Redner ging dann auf die Rahziele der Bewegung ein. In der Haupt­sache seien dies:1. Die Reugliederung des Staates durch Zusammenfassung der deutschen Stammesgebiete. 2. Die Aenderung des bestehen­den Wahlrechts, damit die Wahl wieder eine persönliche Dertrauenserklärung des Wählers gegenüber dem Gewählten wird. 3. Zur Stär­kung der Staatsautorität, der Macht des Reichs­präsidenten und der von ihm ernannten Reichs­regierung tjat das Parlament die Regierung für die Dauer einer Wahlperiode zu bestätigen und dadurch die ständigen Regierungskrisen zu unterbinden. 4. Der Reichswirtschaftsrat ist zu einer Wirtschaftskammer mit berufsständiger Grundlage auszubauen. 5. Die Sozialpolitik muh auf dem sozialen Gewissen der Volksgemein­schaft beruhen. 6. Die national bedingte Wirt­schaft, insbesondere die Landwirtschaft, muß den Schuh des Staates genießen. 7. Die körperliche und sittliche Ertüchtigung der Jugend ist zu fördern, und in dem Witten, den Frieden und die Wohlfahrt des Staatsbürgers zu sichern, ist der Wehrgedanke zu pflegen." Der Jungdeutsche Orden rufe auf dieser Grundlage zur Bildung einer parlamentarischen Gruppe auf. die frei von unsichtbaren, geheimen Geldgewalten, dem nationalen Willen Geltung verschaffen könne. Er fordere eine Gruppe, die die Gewähr dafür biete, daß der Wille der Ration nicht durch

LU. Von der Landes-Universität. D. Bornkamm, orb. Professor der Kirchen­geschichte an unserer Universität, hat den an ihn er­gangenen ehrenvollen Rus an bi? Universität Hplle- Wittenberg abgelehnt. Die Privatbozenten Dr. Oskar Seif rieb in ber veterinär-medizinischen Fakultät unb Dr. Waltett Schultze in ber mebi- zinischen Fakultät würben zu außerplanmäßigen außerordentlichen Professoren ernannt.

* Eine eigenartige Bertragsabsicht der Äießener Reichsbahnverwaltung. Wie man uns mitteilt, schweben zur Zeit zwischen dem Neichsbahnbetriebsamt I in Gießen und der Pächterin der Toilettenräume im Gießener Bahn­hof (einer Leipziger Firma) Berhandlungen über den Abschluß eines Vertrages, nach dem mit Wirkung vom 1. Januar an künftig nur noch die in dem An­bau an die Bahnhofshalle errichteten Klosetts dem Publikum zugänglich fein sollen, während man die Wasch- unb Klofetträume beim Wartesaal II. Klasse unb beim Damenzimmer schließen will. Die Folge dieses Vertrages würbe (ein, baß nach dem 1. Ja­nuar für die Besucher des Wartefaales II. Klasse ein geradezu unerträglicher Zustand entstünde. Ent­weder müßten sie sich beim Aufsuchen ber Toiletten­räume sehr weit von ber Stätte entfernen, wo sie ihre Garderobe unb ihr Gepäck abgelegt haben, ober sie müßten beides vom Wartesaal.durch die ganze Halle hindurch mitschleppen, während gleichzeittg nebenan die früheren Einrichtungen vorhanden wären unb nur dem Publikum versperrt blieben, weil die Reichsbahn durch den Vertragsabschluß mit ihrer Pachtgesellschaft eine Einnahmequelle erschlie­ßen will, von ber natürlich auch die Pächterin ihren Anteil zu Lasten des Publikums erwartet. Mutet es schon eigenartig an, daß man in Gießen der reifen« den Bevölkerung eine solche Belästigung glaubt auf­bürden zu können, so wird die Sachlage noch mertroüroiger, wenn man bedenkt, daß in anderen Bahnhöfen, z. B. in Frankfurt a. M., erst in den letzten Jahren Toiletten an die Wartesäle neu ange­baut wurden, während man hier die vorhandenen Einrichtungen aus Gründen ber Profitmacherei schließen will. Mit weitsichtiger Verkehrsförderung hat diese kleinlich anmutenbe Absicht ber Reichs­bahnverwaltung sicherlich nichts zu tun. Im Namen unserer Mitbürger, aber auch der vorübergehend hier weilenden Reisenden m.chten wir der Erwartung , Ausdruck geben, daß das Reichsbahnbetriebsamt die­sen verkehrsfeindlich anmutenben Vertrag nicht zur Wirklichkeit werben läßt, fonbern hier bie Interessen des Publikums bem fiskalischen Gesichtspunkt ber Reichsbahn unb bem Verbienstbedürfnis ber Leip­ziger Pachtgesellschaft voranstellt. Der Verkehrsverein unb alle übrigen an ber Förberung ber Allgemein­interessen arbeitenben Organisationen sollten biefem Plane ber Reichsbahn ihre Aufmerksamkeit schenken unb ihm entgegentreten.

' © Museen sind am morgigen Sonntag geschlossen.

Hohe Turnerehrung. Dem Ober» turntoart des Turnvereins von 1846, KarlErb, wurde in Anbetracht seiner großen Verdienste um die deutsche Turnsache als seltene Auszeich­nung der Ehrenbrief der Deutschen Turnerschaft verliehen.

Lernt Einheitskurzschrift! Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes werden von den hi figen Stenographer.vere.nen Anfänger­lehrgänge in der Einheitskurzschrift angekündigt. Daß die gute Beherrschung der Stenographie den Kaufleuten, Bureauangestettten, Beamten usw. ein besseres Fortkommen ermöglicht, ist schon so oft bargelegt worben, daß man diese Tatsache nicht noch einmal eingehend begründen muß. Jeder junge Mensch, für dessen Beruf die Be­herrschung der Kurzschrift in Betracht kommt, fei auf diese Kurse besonders hingewiesen und ihm die Teilnahme warm empfohlen.

** Postbeamte und Deamtenwaren- wirtschaft. In einer Gesamtvorstandssitzung des Reichsverbandes Deutscher Post- und Tele­graphenbeamten, Bezirksverein Darmstadt, zu dem auch Gießen gehört, hat man sich wie man uns berichtet in einer Sitzung dieser Tage u. a. mit der Stellungnahme zu aktuellen Wirt­schaftsfragen beschäftigt. Besonders die Beamten­warenwirtschaft wurde einer eingehenden Kritik

Mandatschacher und Fraktioirszwang vergewal­tigt werden könne. Dadurch werde aber der Jungdeutsche Orden niemals Partei werden. AIS geistiger Kampfbund unterstütze er nur die Bil­dung einer Partei und deren Arbeit, die den Kampf für den wahren Dolksstaat führen will. Die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Aus­führungen des Redners führten zu einer frucht­baren Aussprache. Etliche Gäste traten der Dolks­nationalen Reichsverein'.gung neu bei, so daß die Mitgliederzahl der hiesigen Gruppe jetzt hundert übersteigt.

Kreis Wetzlar.

ch Dutenhofen, 26.Dez. Die erste Ge- meinderatssitzung nach den Wahlen fand im Beisein des Krofdorfer Bürgermeisters statt. Zum Gemeindevorsteher wurde einstimmig wieder- gewählt Landwirt Karl Agel. Stellvertreter ist Zimmermeister Karl Weber. Für den Schulvorstand wurden Ergänzungswahlen vorgenommen, so daß sich dieser jetzt folgender­maßen zusammensetzt: Arbeitgebervertreter An- streichermeister August Weber; Arbeitnehmer­vertreter Reichsbahnarbeiter Gruschwih; Ge­meindevertretung Obstplantagenbcsiher August Pascoe, Landwirt Karl Agel, Rangier- ausseher Ludwig Ahmann. Die hiesige Fort­bildungsschule soll mit Beginn des neuen Schuljahres, Ostern 1930, in Wegfall kommen. Ver­handlungen mit Gießen unb Wetzlar wegen lieber- nähme ber Fortbildungsschüler sind im Gange.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 20. Dez. Ein nächtliches Ren- fontre, bas im Juli l. 2. bes nachts vor einem hiesigen Cafe zwischen Studenten unb Arbeitern stattfand, hatte heute ein Rachspiel vor bem Strafrichter. Drei Arbeiter, bie unter ber An­klage ber Körperverletzung bzw. Rötigung stan­den, erhielten je nach ihrer Beteiligung und unter Berücksichtigung ihrer Vorstrafen Ge­fängnisstrafen von 4 unb 2 Mona­ten, sowie von 3 Monaten und einer Woche. Die gleichzeitig mit den Verurteilten vor bem Caf6 erschienenen Stubenten hatten bie Türe zu demselben verschlossen gefunden. Es kam zwischen ihnen zu einem Wortwechsel, und im Verlauf desselben fiel auch auf feiten der Studenten das WortSchlammbeißer". Diese wollten aber Streitigkeiten aus dem Wege gehen und traten den Heimweg an, als sie plötzlich von den Arbeitern angegriffen wurden; zwei von ihnen erhielten Schläge ins Gesicht. Ab­gesehen hatten eS bie Arbeiter offenbar nur auf einen ber Studenten, denn sie suchten, nachbem ber brüte Stubent sich entfernt hatte, bie beiden anderen voneinander zu trennen, indem einet" ber Angeklagten ben Studenten, der wiederholt feinen von ben anbeten angegriffenenen Kommi­litonen zu Hilfe kommen wollte, burch Drohun­gen u. bgl. nötigte, ben Platz zu verlassen, so daß ben drei Arbeitern schließlich nur noch ein Student gegenüber ft an b. Dieser wurde jetzt von der llebermacht geraume Zeit hindurch unmensch­lich mißhandelt; er erhielt Schläge auf den Kopf und ins Gesicht, wurde wiederholt niedergerissen und mit beschuhten Füßen an gefährlichen Kör­perstellen getreten. 11. a. hat er einen schweren Bruch des linken Unterschenkels davongetragen. Erst infolge des Erscheinens eines Augenzeugen ließen die Rohlinge von dem Studenten ab unb ergriffen bie Flucht, während ber Verletzte zur Klinik gebracht wurde. Eine milde Beurteilung der geschilderten Straftaten erschien ausgeschlos­sen, die obenerwähnten Strafen sind durchaus gerechtfertigt.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag nach Weihnachten, den 29. Dezember.

Stadtkirche. 9J Uhr: Pfarrassistent Schlaudrasf;

5: Pfarrer Becker. Iohanneskirche. 9$. Pfarrer Bechtolsheimer; 5: Pfarrer Ausfeld; 8: Bibelbespre­chung, Pfarrer Bechtolsheimer. Kapelle des Allen Friedhofs. 94: Pfarrer Becker. Elisabeth-Klein- kinderschule. 9J: Pfarrer Lic. Waas. Wieseck. 10. Alten-Buseck. 10; 6. Kirchberg. 10: Kirch­berg; 1.30: Lollar. Hansen-Garbenleich. 10: Hau­sen; 1: Garbenteich. Watzenborn-Steinberg. 1: Hauptgottesdienst. Cid). 10: Stiftsdechant Kahn. Rieder-Bessingen. 2: Stiftsdechant Kahn.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 28. Dezember.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, 29. Dezember. Sonntag nach Weihnachten.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kom­munion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. Grünberg. 9.30: Mess« mit Predigt. Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. Caubach: 10: Messe mit Predigt. Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt. Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.

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