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Wirtschaft.

Oie Lage am Geldmarkt.

Neben der Tatsache der Verschmelzung Deutsche Bank-Disconto-Gesellschaft bildete die Erhöhung der englischen Bankrate den interessantesten Gesprächs­stoff der Börse. Die Erhöhung des Dis­kontsatzes der Bank von England bon 5,5 um 1 auf 6,5 v. S). kam, obwohl schon längst er­wartet» doch vielen überraschend. Bis dahin hatte man angenommen, daß man in London um die Er­höhung herurnkornrnen und mit Rücksicht auf den Quartalsultimo mit der Heraufsetzung des Diskont­satzes noch warten werde. Infolgedessen war die Stimmung am Geldmarkt bis Donnerstag verhält­nismäßig zuversichtlich. Die Lage wurde speziell durch das fortlaufende Angebot von kurzfristigem ausländischem Geld gekennzeichnet. Wenn sich die Bank von England rasch zu dem Entschluß der Dis­konterhöhung gedrängt sah, so dürfte das darauf zurückzuführen sein, daß die Goldverluste speziell in den Tagen vom 23. bis 25. September außerordent­lich groß waren. Die Notendeckung war dadurch ganz erheblich zurückgegangen. Abgesehen davon, daß die Diskonterhöhung eine fehr schwere Belastung der englischen Wirtschaft darstellt, wird aber durch die Maßnahme der ganze internationale G e l d m a r k t u n d d a d u r ch w i e d e r d i e ge­samte internationale Wirtschaft be­einflußt. Die nordischen Staaten sind teilweise dem Beispiel Londons bereits gefolgt, und auch in Holland und Belgien, die in engen Beziehungen zum englischen Geldmarkt stehen, dürfte die Frage der Diskonterhöhung bald aktuell werden. Weniger dagegen für Frankreich und die Schweiz, die immer noch den niedrigsten Diskontsatz auf der ganzen Welt haben. Für die Lage auf den deutschen Geld­märkten dürfte die Anziehungskraft, die London jetzt mit seinem Prozentsatz von 6,5 v. H. ausüben wird, nicht allzu belastend werden, höchstens daß sich die Faserungen für ausländisches Geld vielleicht um J bis i v. H. erhöhen dürften. Für London selbst wird sich die Diskonterhöhung wohl dahin auswirken, daß erhebliche Beträge von Neu- yark aus nach London zurückfließen. Trotzdem gibt aber die Lage, im Ganzen gesehen, immerhin zu einigen Besorgnissen Anlaß, denn die Spanne zwi­schen dem deutschen und englischen Diskont beträgt jetzt nur noch 1 v.H.

Was die G e l d f ä tz e anbetrifft, so war Tages­geld gestern leicht versteift, so daß sich der Satz um 1 v. H. auf 7 bis 9,5 o. H. erhöhte: es war aber im allgemeinen weiter reichlich zu haben. Geld auf einige Tage über Ultimo war mit 9,5 bis 10,5 o. H. zu hören. Monatsgeld für Börsenfirmen stellte sich überwiegend auf etwa 9} und im allgemeinen auf 91 bis 101. Für langfristiges Geld bestand nur ge­ringes Interesse, da anscheinend die Geldgeber, bevor sie mittel- und langfristige Geldausleihungen vor­nehmen, die Rückwirkung der Diskonterhöhung in London abwarten wollen, besonders im Hinblick dar­auf, daß die Diskontspanne zwischen London und Paris jetzt 3 v. H. beträgt.

Im allgemeinen ist zu sagen, daß, obgleich die Städte weiter starke Nachfrage nahmen, der Ouar- talsultimo im großen und ganzen nicht allzu schwie- .rig überwunden werden dürfte.

Wochenbericht

vom Frankfurter Effektenmarkt.

Zu Beginn der neuen Derichtswoche nahm die Llnsicherheit und Lustlosigkeit weiter überhand, denn man war hinsichtlich der in letzter Zeit sich anhäufenden ungünstigen Momente immer noch nicht beruhigt. 3m Gegenteil, man war so ge­stimmt, jede auftauchende Meldung zu glauben, was richtig bezeichnend für die jetzt bestehende katastrophale Nervosität war. Geschäft kam nur noch in einzelnen Fällen zustande, zeit­weise konnte man eine fast völlige Stagnation beobachten. Aufnahmelust bestand überhaupt kaum: das herauskommende Material wurde nur zögernd ausgenommen, so daß bei der schwachen Börsenverfassung immer weitere Verluste ein­traten, die so rasch nicht ausgeglichen werden können, da der schon längere Zeit bestehende Pessimismus durch neu hinzukommende Finanz­affären weiter an Boden gewann. Die Insolvenz eines Berliner Bankhauses nährte die unglaub­lichsten Gerüchte. Trotzdem verschiedene Dementis ausgegeben wurden, trat immer noch keine Be­ruhigung ein, die Lage verschlechterte sich viel­mehr weiter, da die schwächeren Auslandbörsen, die ungünstigen Geldmarktverhältnisse in Neu- York, sowie der Finanzskandal in London einen nachteiligen Eindruck machte. Die Lage spitzte sich immer mehr zu, als zu guterlebt noch das Ge­rücht auftauchte, die Frankfurter Sparkasse von 1822 wäre in Zahlungsschwierigkeiten geraten, und zwar wurde gemutmaßt, daß dieses von jeher sehr solide Unternehmen an den Verlusten bei

der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs 2I.-G. beteiligt sei. In Verbindung hiermit sprach man sogar von Schwierigkeiten bei der Nassauischen Landesbank. Die Stimmung an der Börse wurde panikartig. Nach kurzer Zeit war man in der Lage, die Haltlosigkeit der Gerüchte zu er­langen, was aber anfangs nur eine Teilberuhi­gung zur Folge hatte. Eine Erholung trat aber immer noch nicht ein; die Verluste wurden immer größer; denn die Affäre Hatry in London scheint weitere Kreise zu ziehen. Aber die bestehende Lustlosigkeit war trotzdem nicht gerechtfertigt; denn nach amtlichen Erklärungen dürften deutsche Qßerte kaum in Mitleidenschaft gezogen werden. Nur Siemens wurden hierdurch stärker berührt. Aber auch die Orderlosigkeit trug zur allgemeinen Depression bei. Die aktive Handels­bilanz im August machte gar keinen Eindruck, ebenso die höheren Kaliabsahschätzungen für den Monat September. Die Dörsensituation wurde so schlimm, daß ein Einschreiten der Dan­ken erforderlich wurde. Dieser Beschluß und die Bereitwilligkeit der ©rofibanfen, erforderlichen­falls eine Stützung der Börse vorzunehmen, hatte einen plötzlichen Tendenzumschwung zur Folge. Auf einmal zeigte sich wieder größeres Interesse, und die in letzter Zeit so stark vernachlässigten Werte traten bei ganz erheblichen Besserungen in den Vordergrund. Die Beruhigung machte weiter erhebliche Fortschritte, wozu eine neuere Erklärung der Danken beitrug. Gegen Ende der Woche trat jedoch in Reaktion der plötzlichen Kurssteigerungen ein Rückschlag ein, zumal einige Momente Vorlagen, die verstimmend wirk­ten. Vor allem waren dies erneut auftauchende Befürchtungen einer evt. Diskonterhöhung der Dank von England infolge der großen Gold­abzüge. Auch wieder starkes Angebot in Glanz­stoffaktien angeblich soll die geplante Kunst­seidesitzung nicht stattfinden drückte auf die Stimmung. Glanzstoff verloren sofort 13 Prozent. Die übrigen Märkte lagen nur geringfügig schwä­cher. Erneuter Orderinangel und ^lltimovorbe- reitungen hemmten das Geschäft.

Zum Wochenschluß war die Haltung weiter stark gedrückt, da man infolge der großen Gold­abzüge mit einer Erhöhung der Londoner Dis­kontrate rechnet. Als diese Tatsache bekannt wurde, schritt die Kulisse wieder zu Abgaben, so daß vereinzelte Werte beträchtliche Verluste auf­wiesen. Glanzstoff waren jedoch gut gehalten. Auf der anderen Ce'.t: überraschte es daß Fusions­gerüchte auftauchten. Man sprach von einem eventuellen Zusammenschluß der Diskonto­gesellschaft und der Deutschen Dank. Dies trug etwas zur Besserung bei, so daß die Hinaufsehung der Diskontorate von England an Einfluß einbüßte. De sonders Diskontoacfellschaft waren gesucht und schnellten in die Höhe, wäh­rend Deutsche Dank nur leicht gebessert lagen. Dies war aber vor allem auf das Bestreben zurückzusühren. einen Kursangleich bei den be­treffenden Banken herbeizusübren. Später wurde die Stimmung wieder etwas freundlicher, und es ergaben sich überwiegend feine Besse­rungen. Bei einem Vergleich gegenüber der ver­gangenen Woche wurden die Verluste zumeist wieder ausgeglichen. Glanzstoff lagen 12 Proz. höher. Danken kräftig erholt. Geld war zum Ultimo höher und gesuchter. (8 Prozent.) Devisen lagen kaum verändert. Das Pfund erholte sich inter­national. Auch die Mark war fester. Renten still. Nur für Schutzgebiete und besonders für Ab­lösungsschuld o. Option bestand recht rege Nach­frage bei anziehendem Kurs.

Wochenbericht

vom Frankfurter produktenmarkt.

An der mißlichen Lage am Frankfurter Produktenmarrt hat sich wenig geändert. Die zumeist schwächeren Auslandnotierungen ver­stimmten selb'.verständlich, aber es bot sich we­nig Gelegenheit, bei irgendwelchen Schwanlungen die Chancen auszunuhen; denn die'Händler blie­ben reserviert, da vor allem immer noch die Käu­fer fehlten. Das Angebot an Auslandware war nicht bedeutend und dringend. Die Provinz zeigte sich bei ebenfalls großer Zurückhaltung nur we­nig geneigt, irgendwelche Konzessionen zu bieten. Nur die Mühlen bekundeten vereinzelt etwas Nachfrage, aber in der Hauptsache nach Weizen. Dieser konnte gegenüber der vergangenen Woche etwas an^iehen. Die nicht gerade günstigen Saatenstanosberichte m. chten ebenfalls kaum einen Eindruck. Es traten in fast allen Getreidearten empfindlichere Verluste ein. Roggen lag stärker gedrückt. Auch Futtermittel büßten erheblich ein, da genügend Sommerfutter noch vorhanden sein dürfte. Kleie war vereinzelt etwas gesucht, so daß auch der Rückgang hier dementsprechend ge­

ringer blieb. Das schleppende Mehlgeschäft führte nach wie vor zur allgemeinen Klage. 2Iber ge­rade diesmal litt Weizenmehl hierunter we­niger, desto mehr war Roggenmehl vernach­lässigt, was aber auch mit dem Rückgang von Roggen in Zusammenhang zu bringen ist.

Im Vergleich mit den Notierungen der ver­gangenen Woche zog Weizen eine viertel Mark an. Roggen lag 0,60 Mark, Sommergerste eine halbe Mark, Mais für Futterzwecke eine Mark, Weizenmehl eine halbe Mark, Roggenmehl eine Mark und Weizen- und Roggenkleie je eine viertel Mark schwächer. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 24,25 bis 24,35, Roggen 19,25 bis 19,40, Sommergerste 20,75 bis 21, Hafer (inl.) 19. Mais 19,50, Weizenmehl 37,25 bis 38, niederrh. 37,25 bis 38. Roggenmehl 27,25 bis 29, Weizenkleie 11 bis 11,10, Roggen­kleie 11,25.

Wochenbericht vom Frankfurter Schtachtviebmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt verzeichnete auch in dieser Woche wieder regeres Ge­schäft, wobei namentlich am Rinder- und Schweinemarkt die Ilmsatztätigkeit stärker war. Mit dem Deginn der kühlen Jahreszeit dürfte sich das Geschäft allgemein etwas heben. Auf dem R i n d e r m ar k t war die Beschickung et­was schwächer als in der Vorwoche. Die Nach­frage von feiten der Metzger und des Exports konnte jedoch befriedigt werden. Für gute Quali­täten bestand wieder verstärktes Interesse. Bei anziehenden Preisen wurde der Markt nahezu geräumt. Kälber hatten anfangs der Woche etwas regeres Geschäft auszuweisen, während am Nebenmarkt das Geschäft wieder stark nach­ließ, obwohl der Auftrieb etwas geringer war. Bei kleinen Preisbesserungen konnte der Markt geräumt werden. Schafe hatten in dieser Woche trotz des erheblich größeren Auftriebs reges Ge­schäft. Die Preise konnten zu Beginn des Mark­tes stärker anziehen, gaben aber im Verlaufe ihren Preisgewinn wieder her, so daß die No­tierungen gegenüber dem letzten Nebenmarkt bis zu 2 Mark niedriger lagen. Nur beste Mast- hämmel erzielten Preise über Notiz. Am Sch Weinemarkt war die llmsahtätigkeit ziemlich lebhaft; bei wenig veränderten Preisen wurde ausverkauft.

Der Gesamtauftrieb bestand aus 1552 Rindern, darunter befanden sich 294 Ochsen, 96 Bullen, 649 Kühe und 380 Färsen, ferner aus 1652 Kälbern, 555 Schafen und 4981 Schweinen. Im Vergleich mit dem Austrieb der vergangenen Woche waren 255 Rinder und 75 Kälber weniger angetrieben, während 154 Schafe und 60 Schweine mehr zum Verkauf standen.

Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Marl: Ochsen a 1) 60 bis 62, a 2) 55 bis 59, b)50 bis 54. Dullen a) 54 bis 57, b) 49 bis 53. Kühe

a) 46 bis 49, b) 42 bis 45, c) 37 bis 41, d) 30

bis 36. Färsen a) 60 bis 62, b) 55 bis 59, c) 50

bis 54. Kälber b) 73 bis 81, c) 74 bis 77, d) 66

bis 73. Schafe a) 46 bis 50, b) 40 bis 45, c) 30

bis 39. Schweine b) 83 bis 90, c) 89 bis 91, d) 88 bis 90, e) 86 bis 89. Verglichen mit den Preisen der letzten Woche konnten Rinder bis zu 2 Mark und Kälber zu 1 Mark anziehen, während Schafe geringfügig nachgaben. Schweine blieben gut be­hauptet.

* Geringe Zunahme der Arbeits­losigkeit. Vom 31. August bis zum 15. Sep­tember ist die Zahl der Haupchnterstützungs- empfänger in der Arbeitslosenversicherung von rund 726 000 auf 735 000, also um 9000 oder 1,3 Prozent gestiegen. Diese Zunahme erstreckt sich allein auf die männlichen Hauptunterstühungs- empfänger, die um 16 000 Personen angewachsen sind, während die unterstützten Frauen um 7000 abgenommen haben. Diese verschiedenartige Ent­wicklung bei den beiden Geschlechtern dürfte größtenteils auf die Belebung in denjenigen In­dustriezweigen zurückzuführen sein, die besonders weibliche Arbeitskräfte beschäftigen. Die Haupt­unterstützungsempfänger in der Krisenunter- stühung haben in der ersten Septemberhälfte um rund 2000 Personen zugenommen. Ihre Zahl be­lief sich daher Mitte des Monats auf rund 159 000.

* Heber 5 Milliarden in den preu­ßischen Sparkassen. Nach amtlichen Er­mittelungen bezifferten sich die Einlagen in den preußischen Sparkassen Ende August auf 5178,1 Millionen. Durch Vergleich der Ein- und Rück­zahlungen ergibt sich ein Zuwachs von 88,8 Mil­lionen. Der Bestand der Giro-, Scheck-, Konto­korrent- und Depositeneinlagen stellte sich zur Derichtszeit auf 888,8 Millionen Mk.

* Die Oesterreichische National­bank erhöht die Dankrate. In der gestern unter dem Vorsitz des Präsidenten und Dundesministers a. D. Dr. Richard Reisch ab­

gehaltenen Sitzung des Generalrates der Oester- reichischen Nationalbank wurde nach dem Antrag der Geschäftsleitung im Hinblick auf die Iproz. Hinaufsetzung der Dankrate in London beschlos­sen, den Zinsfuß für den Eskompt von Wechseln, Warrants und Effekten mit Wirksamkeit ab 28. September l. I. von V/2 auf 8V2 Proz. zu erhöhen. Entsprechend der Erhöhung der Es- kompträte wurden auch die Sähe im Darlehens­geschäft um 1 Proz. hinaufgeseht.

* Elektrizitäts-A. -G. Dorrn. W. Lah­rn e h e r & C 0., Frankfurt a. M. In der gestrigen Aussichtsratssihung wurde die Bilanz nebst Gewinn- und Derlustrechnung für das am 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr 1928/29 ge­nehmigt. Der äleberschuh beträgt einschließlich Vortrag aus dem Vorjahre 2 440 139 (i. D. 2 032 869) Mark, woraus wieder 6 Prvz. Divi­dende auf die Vorzugsaktien und 12 (i. V. 10) Prozent auf die Stammaktien verteilt werden sollen. Die G.-V. findet Anfang Noveknber statt.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 28. Sept. Tendenz: geschäfts­los. Zum Wochensckluß eröffnete die Börse aus­gesprochen geschäftslos, da sich der bestehende Ordermangel stark fühlbar machte. Auch ging von der gestrigen schwachen .icuqorter Börse eine starke Verstimmung aus. Dies wirkte sich aber in der Kurs- geftaltung wenig aus, da von der letzten Bankfufion und neuen Fufionsgerüchten eine gewisse Wider­standsfähigkeit ausgeht. Nur in Bankwerten war das Geschäft etwas lebhafter. Gegenüber der gestri­gen Abendbörse ergaben sich bei wenig zustande gekommenen Erstnotierungen zumeist Aenderungen in geringem Umfange. Die Allgemeintendenz war nicht unfreundlich, doch blieb die Spekulation äußerst reserviert. Die Verschlechterung am Arbeitsmarkt und die weiteren Goldabgaben der Bank von England konnten vorläufig keinen bemerkenswerten Eindruck machen. Am Elektromarkt eröffneten AEG., Chade- attien, Schuckert und Siemens leicht gedrückt. Etwas Interesse bestand weiter für Elektrische'Lieferungen mit plus 2 v. H. Glanzstoff waren bei einem Verlust von 3 v. H. wieder etwas stärker angeboten. Mon­tanwerte fast geschäftslos. Chemiewerte lagen leicht gebessert. Auch am Schiffahrtsmarkt war das Ge­schäft auf verfrühte Fusionsversionen nicht mehr so lebhaft, doch eröffneten diese Werte eine Kleinigkeit hoher. Das Hauptinteresse an der heutigen Börse konzentrierte sich aus dem schon erwähnten Grunde auf Bankwerte. Führend waren Dresdner Bank mit plus 3,5 0. H. Deutsche Bank und Disconto-Gesell- schäft eröffneten je 1,75 0. H., Bayrische Hypotheken­bank 1,5 v. H. hoher, während Commerzbank 1,5 v.H. nachgaben. Renten still, Schutzgebiete leicht erhöht. Neubesitzanleihe etwas schwächer. Im Verlause wurde das Geschäft allgemein etwas lebhafter. Die Stim­mung war freundlich, die Spekulation zeigte einiges Deckungsbedürfnis zum Wochenschluß, so daß sich das Kursniveau heben konnte. Gelsenkirchen zogen 2 v. H., Siemens 2,5 v. H., Schuckert 1 v. H. und Stahlverein 1,25 v. H. an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 0. H. notiert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1900, gegen Pfund 20,365, London gegen Kabel 4,8530, gegen Paris 123,83, gegen Mailand 92,71, gegen Madrid 32,75, gegen Holland 12,0950.

Berliner Börse

Berlin, 28. Sept. Die unter Schwankungen schwache gestrige Reuyorker Börse wurde im heutigen Vormittagsverkehr als Hauptverstimmungsmoment genannt. Außerdem fanden die anhaltenden Goldabzüge aus England, eine Verschlech­terung der Arbeitsmarktlage und das Dementi der Hapag hinsichtlich der.Freigabegerüchte Beachtung. Nicht ganz ohne Einfluß auf die Stimmung blieb ferner die Sklarekaffäre, zumal man nicht weiß, ob nicht noch Börsenengagements bestehen, die hierdurch zur Auflösung kommen könnten. Bei fast vollkomme­ner Geschäftslosigkeit zeigten dann die ersten offi­ziellen Notierungen der heuti m Samstagbörse abbröckelnde Tendenz. Die Banken brauch­ten aber kaum zu intervenieren, da an keinem Markte nennenswerte Ware herauskam. Einige Werte verloren 1 bis 3 v. H., Svenska 3 Mark und Polyphon 7 v. H. Schiffahrtswerte, aber besonders Kanada-Zertifikate, eröffneten auf angeblich ent­täuschte Freigabehoffnungen ebenfalls schwächer. Deutsche Anleihen abbrockelnd. Ausländer geschäfts- los. Am Pfandbriefmarkt herrschte Widerstandsfähig­keit. Der Geldmarkt war weiter versteift. lagesgelb 8,75 bis 10,5 v. H., Geld über Ultimo 9 bis 10,5 v.H., Monatsgeld 9,25 bis 10,5 v. H. Für Warenwechsel erfuhr man keinen zuverlässigen Satz. Das Geschäft wurde, vom Bankenmarkt ausgehend, allgemein lebhafter. Außer Deckungen konnte man am Elektro-, Schiffahrts-, Kali- und Bankenmarkt auch lebhafteres Interesse beobachten; das Kursnioeau hob sich um 1 bis 3 v. H. Trab zunehmender Glattstellungen seitens der Spekulation zum Wochenschluß blieb die Stimmung freundlich, und das erhöhte Kursniveau konnte sich im allgemeinen behaupten.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.

Frankfurt a M.

Berlin

Schiub- Kurk

i-Utjr Kurs

Schiub- Nurs

Anfang- Kur)

Datum

27-9.

28 9.

27-9.

28.9.

6% Dt. Reichdanleihe v. 1927 .

Dt. Anl.-Ablöi.-Lchuld mit Au»

87,5

87,5

los.-Rechten........

53,4

53,25

53,2

Tekgl. ohne AuSios.-Rechte . . . 7% Frank! Hyp -Bk. Goldpf. un

10,3

10,1

10,1

10

kündbar bis 1932......

V/i% Rheiniiche Hyp.-Bank Ltyu

Gvibpj............

85,5

76,9

O.G.QJ. ahg. VorkriegS-Obligation.

rückzahlbar 1932

88

4% Schweiz. Bunde«b.-Anl.. .

4% Lesterretchilche Boldrte.. .

27,75

27,25

4,20% Lestcrr. Silberne. . .

2,35

_

2,3

4% Ceflerreld). elnheitl. Rtr

4% Ungariidic (MolOrte.....

22

22,1

22

4% Ungarijche Siaatsr. v. 1910 .

19,75

_

4y,% öeügl. von 1913.....

21,5

21,75

4% Ungarische flroncnrte.. . .

1,8

1,8

1,75

4% Lück. HoUanleihe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahn-Anl.

i ,25

Serie 1...........

7,25

1,35

_

4% beffgl. Serie II......

7,25

7,35

_

4% Rumünen convert. Rte. . . .

7,45

7,4

4y,% Rumänen (Solbanl. von 1913

14,9

15

eilig. Deutsche Eilend abu . . «y, Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamb.-Sübam. Dampffch. . . 8 Hanta Dampfschiff.....10

Norddeutscher Lloyd.....8

illlg. Deutsche (JteBitanfL . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handeldgclellsch. . - 12 Commerz- und Privat-Ban! . 11 Darmst. u. Notionalbant . 12

Deutjche Bank......10

Di-konio-Aciellschast Ant.. - 10 Dresdner Bank......10

Metallbau i...... 6

Reichsbank ..« 12

119

119,25

120

118,5

181

-

161

11.25

111,4

H1,5

109

127

-

127

126,75

129

128,5

128,5

-12

909,75

210,25

81,75

180,25

180,7.

180,25

272,25

272,5

72,25

271,5

165,25

167

165,25

«

165,25

167

165,25

166

161

164,25

161

163

291,5

291

290

Frankfurt a

Berlin

< chiub- Kurs

kUür

Schiub!

Kurs I

Anfang. Kur

Datum

27-9.

28 9.

27-9.

28-9.

A.E.G...........c

Bergmann.........0

(Sieht. Lieferungen.....io

Licht und Kraft......1°

Felten L Guilleaume. . . . ?y, Gel. f. Elektr. Untern.. . . . io

Hamb. Elektr. Werke .... io

Rhein. Elektr.........9

Schlei. Elektr........io

Schuckert.........11

Siemens & Halske.....16

Transradio ......... 8

Lohmeyer 4 To. .. 10

Buderus...... 5

Deutsche Erdöl ...... 6

Esfener Steinkohle ...... 8

Geilenkirchener ...... 8

Harpener....... . . 0

Hoefch Eilen........6vj

Ulfe Bergbau.......10

Kiöcknerwerke........

Küln-Ncueffen........7

Mannesmann........7

ManSfelder.........7

cberich'.ef. Eilend. Bedarf . . .

Oberfchlei. KokSwcrke.....7

Phönix Bergbau......6Vt

Rheinische Braunkohlen. . . 10

Rheinltahi........6

Riebeck Montan......

Beceinigte Stahlt» .... Otavi Dtinen......167.

Kali Atcheröleben.....i

Kali Westeregeln......u

Sollwert Salzdetfurth ... 15

fl. ®. Farben^ndustrie ... 18

Dynamit Nobel.......6

Schelveanslalt. . ......9

Goldschmidt ........5

RütgerLwerke ........ 6

Melallgesellschaft. ...... 8

191)

222

169

203,5

135,5

203,5

223

374,75

177

72,25 112,75

139

215

114,25

111

133,5

106

273

119,5

113,25

228,75

234,5

386

213,75

152,75

73

79

126,25

189,75

171

222,5 374

177

272

214

189,25 220,5 169,5

202 135,5 202,75

144 182,5 221,25 372,5

141

175,5

72 113,25 140,75 139,5 143,75

128 215,5 114,5 124,4 111,25 132,13

81

102,4 105,75 273,13 U9J>

113,75 69,5

228 233 386

1 13,4 101

73 78,9 26,75

189,25 220,5 169,5

201,25

135,75

203

143,5 144

221 372

177

71,75

112,5

138,25

138,25

128,6

214,5

114,25 123,75 109,13

132,4

102,5 104,9

272,5

119,5

113,25

69,25

233

383,5

212,25

102,25

70,25

79,25

Banknoten

Frankfun a <.

Berlin

schiub-

i-Uhr

Schiub-

Anfang.

Kurs

flnr

Kurs

Kurs

Datum

27.9.

28-9.

27.9-

28 9.

Pyutpo Hoizmann ....

99,0

99,5

98,75

HetdeiberaerEement. . .

. 11'

126,5

Eement iiarlstadt ....

. 1«'

180

Wayb 4 .vreltog.....

. s

Schultheis Patzenhofer . .

. 1:

286,5

285

Ostwerke........

. 18

225

224

Per. Glanzstoff.....

. 1«

307

304

306,,

303

Bemberg........

14

245

243,5

Zelistof. Woldhos ....

io y»

230,75

230,25

Zellstoff Aschaffenburg . .

2

149,75

148,5

Eharloilcnburger Wager .

. . 8

100

98,25

Deiiauer Gas......

. . S

183,75

182,5

Daimler Motoren ....

44

44

Deutlche Maichinen-Fabrtk

51,5

51,25

Adlerwerte Kleoer ....

. . 0

41

41

Ludw. Loewe......

. 11

194

193,5

Rat. Automobil.....

, . 1

22,5

Lrenslcin 4 Koppel . . .

. . 6

82,25

82,5

Leonhard lieg.....

. 10

193

194,5

Bamag Meguin.....

. . 0

Frankl. Maichinen ....

. . 4

.0,5

51

Gritzner......

. . 6

58

56,75

Heyllgenstaedt.....

3,7

Funghans........

Lechwerke. ......

. . 6 . . »-

106

106

57,5

Maintrailwerke.....

. . 8

i06,3

Miau....... . . .

. ll

128

126,25

126,25

Dlelanulmer......

. . f

Peters Union......

. . 8

Gebr. Roeder......

. ll

108,5

Boigi & Haeffner ....

. . 9

222

222

Südd Zucker......

. 10

158,5

157,5

-

Berlin, 27- September

Geld

Brief

Amerikannche Noten.....

4,18

4,20

Belgische Noten .......

58,10

58,34

Dänische Noten ...... 4

111,48

111,92

(rnalüctie Noten .......

20,302

20,382

Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M.

Telegraphitche Auszahlung.

Berlin, 27. September

Geld

Brief

Französische Noten -

16,405

16,465

167,88

168,56

italienische Noten......

2L97

22,05

Norwegische Noten .....

111.48

111,92

Deutsch Oestcrr , a 100 Kronen

58,78

59,02

Rumänische Noten......

2,482

2,502

Schwedische Noten......

112,08

112,52

80,72

81 94

Spanische Noten.......

61,78

62^02

Tschechoslowakische Noten . .

12,38

12,44

Ungarische Noten

72,90

73,20

27. September

28. September

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brie

Geld

Bries

Ami't.-Non.

168,18

168,52

168,24

168,58

Buen.-AireS

1,758

1,762

1,759

58,365

1,763

Brss-Antw

58,31

58,43

58,485

Cbristiania.

111,69

111,91

111,69

111.91

Kopenhagen

111,73

111,95

112,54

111,76

111,98

Stockholm .

112,3z

112,32

112,54

Hcliingfors. Italien. . . London. - .

10,535

21,945

10,555

21,985

10,535

21,94

10,555

21,98

20,336

20,376

20,343

20.383

Neunork . .

4,1920

4,200u

4,1920

4,2000

Paris....

,6.415

16,455

16,43

16,47

Schwei, . .

80,825

80,985

80,85

81,01

Spanten .

62,01

62,13

62,03

62,15

Japan . . -

2,008

2,012

2,008

24)12

-Hiß de Jan

.4975

0,4995

0,497

0,499

Wien in D-- Seit- abgest

38,95

59,07

58,95

59,07

Prag . . .

12,411

12,431

12,41

12,43

Belirad . .

/ ,383

7,397

7,385

7.399

Budapest. .

.3,11

73,25

73,14

73,28

Bul arten

3,035

3,041

3,035

3,041

Liffabon

18,73

18,77

18,73

18,77

Danzig. . .

dl, 36

81,52

81,34

81,50

Konstantin-

,025

2,029

2,024

2,028

Athen. . -

5,425

5,435

5,425

5,435

Canada

4,159

4,167

4,159

4,167

Uru uat) . >

4,096

4,104

4,096

20,865

4,104

20,905

Cairo . . -

20,86

20,90