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Was bezwecken wir mit der gemeinsamen Gründung des gttmbfWW Gießen und Umgebung?

Wir Deutsche haben noch vier große Möglichkeiten, unsere Wirtschaft wieder gesunden zu lassen:

1. Steigerung der Ausfuhr, Rückgewinnung der verlorenen ausländischen Absatzmärkte.

2. Auswanderung in noch wenig besiedelte, klimatisch erträgliche Gebiete.

3. Annahme gutbesoldeter Auslandsstellungen durch hervorragend quali­fizierte Kräfte unseres einheimischen Arbeitsmarktes.

4. Steigerung des europäischen und vor allem außereuropäischen Fremden­verkehrs in Deutschland, welches an landschaftlicher Schönheit der Schweiz, an technischer Vollkommenheit den Vereinigten Staaten, und an historischen und kulturellen Werten Italien nicht nachsteht.

Auch sonst mag die zukünftige Entwicklung Deutschlands betrachtet werden wie man will, die Ausbildung der Massen des deutschen Volkes in fremden Sprachen im Laufe der nächsten zehn Jahre erweist sich als eine bedingungslose Notwendigkeit.

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Daß die bisherigen Wege der fremdsprachlichen Ausblldung im Verhältnis zu ihren Ergebnissen zu viel Zeit, Geld und Energie kosten, ist bekannt.

Weitblickende Kreise haben sich daher zusammengeschlossen, um akademisch und beruflich voll ausgebildete Lehrer aus England, Frankreich, Spanien und Rußland zu engagieren. Denn diese vier Fremdsprachen sind für uns Deutsche vom größten Wert.

Unter Leitung dieser hervorragend qualifizierten Lehrer sollen Ausblldungs- kurse auf Grund modernster Methoden eingerichtet werden.

Anfängerkurse: für Personen ohne jede fremdsprachliche Vorbildung.

Fortgeschrittenenkurse: für Personen mit Vorkenntnissen, sei es in Mittel­schulkenntnissen oder Selbststudium.

Konversationskurse: für Personen mit guten Vorkenntnissen, solche mit Auslandsaufenthalt oder guter Sonderblldung.

Um allen Wünschen gerecht werden zu können, sollen Vormittags-, Nach­mittags- und Abendkurse eingerichtet werden. Die Kurse werden dadurch Herren und Damen der Gesellschaft, Mittelschülern und Berufstätigen zugänglich. Die Einteilung in die einzelnen Gruppen wird der Lehrkraft überlassen.

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Der Arbeitsplan dieser Kurse sieht in großen Linien folgenden Ausbildungs­gang vor:

1. Aufnahme der Sprache durch Hören, Lesen, Schreiben.

Allmählicher Abbau der Muttersprache.

Organische Aufnahme des hochwerUgen Wortschatzes,der wissenswerten Satzlehre unter Zugrundelegung von Originaltexten und unter Berück­sichtigung der Analogie (Wortverwandtschaft).

2. Sprechübungen, allmähliche Entwicklung der Sprachfunktionen.

Anwendung in der Praxis, Übungen.

Literarische Vorlesungen.

Cours de diction.

Einführung in die fremde Kultur, geographische Kenntnisse, Wirtschaft. Abschließende Übungen in Konversation, Stll, Rechtschreibung.

3. Handelskorrespondenz.

Anleitung zum Studium der ausländischen Fachorgane für die ver­schiedenen Berufe usw.

4. Anleitung für das spätere selbständige Weiterarbeiten zu Hause, ohne welches auch gute Erfolge wieder verloren werden.

Die Unterrichtskurse werden unterstützt durch die Einrichtung von Konver­sationsabenden und periodische Abhaltung von Gesellschaftsabenden, welche unter Leitung der akademischen Lehrkräfte stehen und dadurch von kompetenten Persönlichkeiten geleitet und auf dem erforderlichen Niveau gehalten werden. Zu diesen Menden werden nur diejenigen Mitglieder zugelassen, deren Vorkennt­nisse von ihrem Lehrer als genügend betrachtet werden.

Allen, die bestrebt sind, sich auszubllden und vorwärts zu kommen, soll sodann noch die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts geboten werden. Die ganze Ausbildung ist naturgemäß nicht ins Ausland verlegbar; es muß vielmehr die wichtigste Grundlage durch ein- bis zweijährige Heimatkurse geschaffen werden.

Zum letzten Schliff, zur Vollendung der heimatlichen Vorbildung, käme eine zirka dreimonatige Auslandsverschickung in Frage; Maßnahmen, die solche Ferienkurs? im Ausland finanziell, zeitlich, beruflich, organisatorisch und päda­gogisch möglich machen, werden später genau besprochen. Auf alle Fälle sind bereits jetzt schon einflußreiche Persönlichkeiten in London, Paris usw. für die Vorbereitung derartiger Kurse verpflichtet.

Täglich, ja stündlich fremdsprachlichen Einflüssen ausgesetzt, gemeinsames Wohnen, Leben und Lernen, eingehendes Studium der Bevölkerung, Geo­graphie, Wirtschaft und Kultur unter Leitung ausgesuchter Lehrer ermöglichen es, auf schnellstem Wege zu erreichen, was bisher nur durch ein langjähriges Studium zu erreichen war, um so mehr, als unsere Heimatkurse in jeder Hinsicht auf diese Auslands- oder Schlußkurse hinarbeiten.

Jedenfalls ist das Resultat dieses Ausbildungsprogramms für den Tellnehmer das gleiche wie das eines halb- oder ganzjährigen Pensionsaufenthalts im Aus­land. Außerdem ist für die ständige Einrichtung eines Ferienaustausches für Kinder, Erwachsene, Lehrer und Schüler und Angehörige aller möglichen Berufe Sorge getragen, zumal sich diese Ferienaustausche leicht mit geringen Kosten durchführen lassen. Demselben Zwecke dient die Briefwechselvermittlung zur Schulung in fremder Korrespondenz, sowie einer Reihe anderer zweckmäßiger Einrichtungen.

Alle Veranstaltungen, die lediglich unseren Teilnehmern zugänglich sein werden, verfolgen in ihrer Gesamtheit den Zweck:

1. Möglichst rationelle Anleitung zum Sprechen der fremden Sprachen,

2. möglichste Vervolllommnung durch kürzeren oder längeren und erschwing­lichen Auslandsaufenthalt und ständige Weiterarbeit zu Hause,

3. Unterstützung bei der Ausnutzung erworbener Fähigkeiten im Berufsleben.

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Wir bezwecken die Ausbildung der Massen in fremden Sprachen, die Aus­bildung draußen für den Alltag, für den Kampf und das Fortkommen im Berufsleben.

Personen, welche nicht den festen Willen haben, mit allem Ernst an die Arbeit zu gehen, und nicht die, dazu nötige Ausdauer besitzen, bleiben im Interesse der Wißbegierigen und Strebenden lieber fern.

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Warum von uns nur ausländische akademische Lehrer angestellt werden? Well wir es fordern und unsere Schüler es verlangen, um der klassischen Aus­sprache und der souveränen Sprachbeherrschung willen, die man nicht dadurch erwirbt, daß man eine geringere oder größere Anzahl von Jahren in allen mög­lichen Berufsstellungen im Auslande verbrachte, sondern die einem angeboren sein muß und die in der Bildung der hohen Schulen des Heimatlandes kultiviert werden mußte.

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Die Beteiligung an unseren Kursen wird jedermann pekuniär möglich gemacht. Wir bieten 1% Stunden aktiven und 1% Stunden passiven Unterricht in der Woche, mit dem Recht, an allen weiteren Unterrichtsgruppen als Hörer teil­zunehmen, also mindestens 1215 Stunden im Monat, bei Mehrtagskursen noch mehr. Wir erheben dagegen nur einen Monatsbeitrag von 5. RM.

Nur unsere weitverzweigte Organisation mit Sektionen in allen Städten setzt uns in die Lage, dem ausbildungsuchenden Deutschen derartige Vorzüge bieten zu können, bei normalem Monatsbeitrage, der für jedermann erschwinglich ist und gern gegeben wird für derartige Leistungen von ernsllich Vorwärts­strebenden, und nur mit solchen müssen wir rechnen, um unseren Ruf hochzuhalten, iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini Fremdsprachkurse unter Leitung ausländischer akade­mischer Lehrer sollen im Oktober 1929 in Gießen eingeführt werden. Schlußtermin für Anmeldungen

Donnerstag, den 10. Oktober 1929.

Alle Bürger, welche sich selbst oder ihren Kindern, alle Geschäftsleute, welche chrem Haus und ihren Angestellten, alle Verbände und Vereine, welche ihren Mitgliedern eine zeitgemäße und tadellose Ausbildung zuteil werden lassen wollen, bitten wir, sich bis spätestens Donnerstag, den 10. Oktober, im Anmeldebureau, Bahnhofskolonnaden (GOA), einzuzeichnen, wo auch alles Nähere zu erfahren ist.

Levdirrand Maes

Äezirksgescha'stsführer

ehrenamtlicher Leiter des kn Gründung begriffenen Zremdsprachklubs Gießen und Umgebung

Sahnhofskolonnaden (GOA) Telephon 4124