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Kreis- bzw. Provinzialverwaltung und will eben­falls diesmal mit einer eigenen Liste in den Wahlkampf treten. Eine Mitgliederversammlung wird in Kürze hierzu Stellung nehmen. Dem Vernehmen nach hat der Sozialdemokratische Wahlverein bereits genauere Deschlüsse gefaßt.

y. Bad Salzhausen, 27. Sept. Mit Ende dieses Monats wird die hiesige Badesaison für dieses Jahr geschlossen. Obgleich die Zahl der Kurgäste im Mai und in der ersten Hälfte des Juni im Vergleich zu früheren Jahren etroas geringer war, kann doch das diesjährige Kurgeschäft als gut bezeichnet werden, weil in den drei letzten Monaten infolge des überaus günstigen Bade­wetters der Zugang an Badegästen stets so groß war, daß nicht nur alle Räume des Kurhauses und der übrigen Gasthäuser, sondern auch die Privat- pcnsionen ständig völlig belegt waren. Dazu kamen noch die vielen Gäste des Kaufmanns-Erholungs­heims, des Blinden- und Kinderheims. Erfreulicher­weise war auch eine beträchtliche Zunahme des Passantenverkehrs wahrzunehmen, die zweifellos auf den sehr günstigen regelmäßigen Autoverkehr des Zweckoerbands NiddaUlfa zu- rückzuführen ist. Die Besucher der hiesigen Konzerte, Künstlervorträge und Tanzvergnügen konnten be­quem und billig mit den großen Verkehrsautos die Fahrt nach unserem herrlichen Badeort ausführen. Auch viele Kranke der weiteren Umgebung benützen die günstige Fahrgelegenheit, um hier eine Badekur durchzumachen. Die allwöchentlich Mittwochs im Kurhaussaal abgehaltenen, seit diesem Jahr« ein­geführten Tanzabende erfreuten sich eines gu­ten Besuches seitens der Kurgäste und aus den be- nachbarten größeren Orten. Wie gewöhnlich war auch am letzten Sonntag der große Schlußball ttn Konzertsaal im Kurpark sehr gut besucht. Nidda und die Nachborgemeinden ibaren dabei besonders stark vertreten. Das Blinden- und das Kaufmanns- Erholungsheim werden noch einige Zeit eine An­zahl ihrer Gäste behalten, während das Kinderheim mit Ende dieser Woche geschlossen und der Bade­betrieb am 30. September eingestellt wird. Es muß anerkannt werden, daß die Badeverwaltuna stets bemüht war, für das Wohl und die Annehmlich» keilen der Badegäste bestens zu sorgen, und daß der Kur- und Verkehrsverein Bad Salzhausen-Nidda unermüdlich bestrebt ist, die Weiterentwicklung un­seres Badeortes zu fördern. Gestern wurde hier von der Badedirektion das O b st von den staatlichen Grundstücken in unserer Gemarkung versteigert. Die Preise waren verhältnismäßig gut. Der Zent­ner besserer Tafeläpfel kam am Baum auf 7 Mark durchschnittlich zu stehen, Wirtsct^ftsobst etwa auf 5 Mark. Bei der Obstversteigerung an der Provin- zialstraße Nidda - Salzhausen - Geiß-Nidda - Grund-

Schnalheim stellte sich der Zentner Tafeläpfel durch­schnittlich auf 5 Mark. An der von hy?r entfernteren Strecke nach Berstadt war der PreiV noch billiger.

# Echzell, 27. Sept. Don herrlichstem Welter begünstigt, hielt derhiesige Turnverein sein dies­jähriges A b t u r n e n. Die gebotenen Leistungen gingen weit über den Durchschnitt ländlicher Tur­nerei hinaus. Die Hauptvreisträger waren in der Oberstufe Adolf Rühl I.Preis, Hermann Reih 2. Preis und Gustav Schäfer 3. Preis. 3n der Turnerinnenriege errang Hilda Herz- b e r g e r im Geräte- und volkstümlichen Turnen den l. Preis. Erster Sieger in der Unterstufe war Gustav M o g k, während in der Schülerriege Wisli Muth und von den Schülerinnen Hedwig Dinding die höchste Punktzahl erreichten. Der Ortsvorstand hat in seiner letzten Sitzung den einstimmigen Beschluß gefaßt, in der Flur Am Breul" einen sechs Rormalmorgen großen Turn- und Fe st platz anzulegen. Die hie­sigen Vereine haben sich bereit erklärt, das Ge­lände einzuebnen.

AMerkenfritz,27. Sept. Die Gemeinde Tier- kensritz, in der seit ein paar Jahren eine rege Bautätigkeit herrscht, baut nun auch eine Wasserleitung. Obwohl Merkenfritz ein unge­heures Quellgebiet besitzt, das Hirzenhain, Lißberg, Eckartsborn, Wippenbach, Ortenberg, Selters und Konradsdorf speist, hat es selbst keine Quelle, die durch natürlichen Druck der Gemeinde Wasser spendet. Nun hat die fürstliche Standesherrschaft Bir- ftei.i ihr eine Quelle im sog. Steinchen gegeben, die so stark ist, daß das Wasser eine Turbine treibt, die das Trinkwasser auf einen hochgelegenen Platz drückt und so der Gemeinde endlich die Wohltat einer Wasserleitung bringt. Es ist sehr anzuerkennen, daß die kleine Gemeinde keine Mühe und Kosten scheut, auch in diesem Punkte fortschrittlich weiterzuschreiten.

Kreis Alsfeld.

-s- Höingen, 27. Sept. Gestern fand hier bi« Versteigerung des Gemeindeobstes statt. Der Behang der Bäume war durchweg gering. Es waren von auswärts, wie immer, keine Stei­gerer erschienen; so blieben die Preise wieder ver­hältnismäßig niedrig. Von gutem Obst kam der Korb auf 2 bis 3 Mark, bei Kelterobst auf etwa 50 Pf. bis 1 Mark. Die paar Birnbäume erhielten höhere Gebot« als sonst. Einer der gut behangenen Birnbäume kam auf 9,50 Mark. Die Zw« t - schen zeigen hier teilweise sehr starken Behang und werden nun geerntet. Sie werden z. Zt. nach Drei­hausen, Kreis Marburg, zu 5,50 Mk. den Zentner geliefert.

4 Gontershausen, 27. Sept. Bei der hie­sigen Gemeindeobstversteigerung blieben

die Preise allgemein recht niedrig. Gar nicht begehrt waren Birnen; so kamen Birnbäume mit Über 20 Körben guter Honigbirnen im Durchschnitt auf 3Mk. Bessere Gebote erhielten Tafeläpfel, doch blieben auch hier die Preise hinter denen anderer Orte weit zurück. So stellte sich ein Baum mit vielleicht 25 Körben schöner Tafeläpfel auf 30 Mark. Es kamen rund 140 Nummern zum Ausgebot. Der Erlös stellt sich auf 400 Mark.

Starkenburg.

WSR. Darmstadt, 27. Sept. Wie dieHess. Landesztg." mitteilt, soll der Ausschuß für das Volksbegehren wegen der Vorgänge bei der Ver­sammlung für das Volksbegehren, die bekanntlich von der Polizei geschlossen wurde, Strafantrag gegen den Prcssereferenten im hessischen Innenministerium Dr. K. Mieren- dorf wegen Hausfriedensbruchs gestellt haben.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

* Dutenhofen, 27. Sept. Eine junge Dame, die mit dem Zuge 1,17 Uhr von hier nach Gießen fahren wollte, wurde auf dem hiesigen Bahnhof von einem plötzlichen Unwohl­sein befallen. Sie lehnte bereits halb ohnmächtig an einem Ständer, als sie, anscheinend von dem Luftzuge des einfahrenden Zuges plötzlich nach dem befahrenen Gleise zu gerissen wurde und zu Boden stürzte. Ein in der Rähe stehender Herr Müller aus Gettenau, der in Gießen au Besuch weilt, riß die Dame noch schnell aus der gefahrvollen Rähe des noch fahrenden Zuges zurück und verhütete dadurch ein schweres Unglück.

# Oberkleen, 25. Sept. Um eine geordnete Krankenpflege für die Gemeinde ein­zurichten, hat die hiesige evangelische Kirchen­gemeinde mit der benachbarten evangelischen Kir­chengemeinde Kleeberg ein Abkommen getroffen, nach welchem das Arbeitsgebiet der von der Gemeinde Kleeberg angestellten Kranken- schwerer sich nunmehr auch auf den Bezirk der evangelischen Gemeinde Oberkleen erstreckt. Rach dem Abkommen steht die Krankenschwester der Gemeinde Oberkleen an zwei Tagen der Woche, und zwar Montags und Donnerstags, uneingeschränkt zur Verfügung. Bei besonderen Anlässen, wie z. D. bei Ausbruch ansteckender Krankheiten, Unglücksfällen und dergleichen, wird die Krankenschwester auch an anderen Wochen­tagen ihren Dienst in der hiesigen Gemeinde ver­sehen. 3m übrigen wird die Schwester ihre Tätig­keit im Einvernehmen mit dem Pfarrer ausüben.

Von den Gesamtkosten der Einrichtung trägt die Gemeinde Oberkleen ein Drittel; außerdem zahlt sie einen jährlichen Zuschuß von 50 Mk. für Heizung und Wohnung der Schwester. Die zur Ausübung der Krankenpflege benötigten Me­dikamente und 3nstrumente werden von jeder Gemeinde besonders beschafft.

Kirche und Schule.

§ ulrich stein , 24. Sept. Vorgestern toutb« hier und im Filialort Feldkrücken durch den Superintendenten von Oberhefsen, Ober­kirchenrat Wagner, eine ordentliche Kir­chenvisitation g halten. Die Visitation nahm am Samstag mit einer Einsichtnahme in den Religionsunterricht an beiden Orten ihren An­fang, die sich in den einzelnen Klassen auf eine Prüfung der Kenntnis in biblischer Geschichte. Katechismus und Kirchenlied erstreckte. 3m Gottesdienst des Sonntags richtete der Visitator nach der Predigt des Ortsgeistlichen über3ohs. 9. 17 Worte eindringlicher Mahnung zu ernstem christlichem Lehen in lÄnigkeit des Geistes und des Glaubens an die Gemeinde, auf Grund von Ephes. 4, 16. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgte sodann die zahlreiche Gemeinde der Prü­fung der Katechismuslehrpflichtigen und der Schulkinder, die sich auf dem Gebiet der Kirchen­geschichte und des Katachismus bewegte. 3n einer Sitzung der Gemeindevertretung und des Kirchen­vorstandes wurde hierauf der Stand des kirchlichen Lebens in beiden Gemein­den einer eingehenden Besprechung unterzogen. Dabei wurde in Feldkrücken besonders betont, daß eine gründliche innere Wiederherstellung der schönen, aus der ersten Hälfte des 18. Jahr­hunderts. stammenden Kirche in nächster Zeit dringend notwendig sei. Hierfür werden bereits seit einiger Zeit nach Kräften Mittel gesammelt.

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