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-Jan Mayei

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27. fiudust, 19297* av<lL

del kaum noch aufzutreiben seien. GS sei daher verfehlt, nur in dem zahlenmäßig gerin­gen Ergebnis die Wirkung des Gesetzes zu er­blicken. Ein endgültiges Ärteil über die Wir­kung des Gesetzes kenne zur Zeit aber noch nicht abgegeben werden.

Die Arbeitgeberverbände zur Reform der Arbeitslosenversicherung.

Sie ist aber auch den Mohammedanern heilig als Nest eines Hauses, von dem auch nach dem Storan Mohammed zum Himmel geflogen sein soll. Sie ge­hört den Mohammedanern, bisher aber war es den Juden gestattet, ihre Gebete dort zu verrichten. Die Zionisten verlangten mehr, die Mohamme­daner wollten das nicht bewilligen. So kam es zu Demonstrationen und Gegendemonstrationen, und die ersten Opfer sind gefallen. England als Mandats macht über Palästina trägt die volle Verantwortung. Kein Wunder, daß Mac- donald sofort nach London geflogen und starken militärischen Schutz nach Jerusalem beordert hat. England hat bisher das jüdische Experiment unter­stützt, aber Palästina ist ihm als Länderbrücke nach Indien zu wertvoll, als daß es dort Kämpfe dulden kann. Es wird sich also nicht scheuen, zuletzt den Arabern als den Stärkeren rechtzugeben. Wobei einmal festgestellt werden darf, daß unter tür­kischer Herrschaft die Rassen und Nationen nebeneinander friedlich leben konnten, die sich jetzt unter englischer Oberhoheit blutige Köpfe schlagen. Eine nicht uninteressante Illustration zu dem System von Verwaltungsmandaten, wie es in den Pariser Friedensverträgen geschaffen wor­den ist.

Ein amtlicher englischer Bericht.

Die Unruhen gehen weiter

Auch in Transjordanien wird gekämpft.

London, 27. Qlug. (WB.) Das Kolvnial- amt gab heute abend einen Bericht heraus, wonach die englische Regierung nunmehr Herr der Lage in Palästina ist und in Jeru­salem und Jaffa Ruhe herrscht. Abgesehen von diesen beiden Plätzen sei das Land aber noch unruhig, da die Araber die zahlreichen, überall zerstreuten jüdischen Siedlungen unaufhörlich angreifen. Militärische Verstärkungen sind bereits in Palästina eingetrof­fen oder unterwegs, ebenso fünf britische Kriegsschiffe. Zwei Jnfanteriebataillone in Malta haben Befehl, sich für den Rotfall bereit zu halten. Die Meldung, wonach britische Trup-- pen auf dem Wege von Haifa in Eisenbahn­zügen von Arabern angegriffen und entwaffnet worden seien, wird nicht bestätigt. Rach einer Meldung des Oberkommissars wurden von den Arabern auch türkische höhere Beamte ange­griffen, worauf ein Panzerwagen die Araber durch Gewehrfeuer zerstreute. In T e l a v i v flohen die Araber beim Anrücken der Soldaten. Danach trat Ruhe ein, abgesehen von vereinzelten Ueberfällen. In Haifa schuf das Einrücken der britischen Truppen am Montag zunächst gleichfalls Ruhe, aber nach neueren Meldun­gen haben sich dort wieder Llnruhen bemerk­bar gemacht.

Schwere Mssen- und Glaubeuskämpfe in Palästina.

OerZiorriffenstaai unter britischer Mandaisherrschast. Oie arabische Opposition.

In Palästina ist es zu schweren Kämpfen zwi­schen Juden und Arabern gekommen, die das Mandatsproblem dieses Landes in den Vorder­grund des öffentlichen Interesses gerückt haben.

Um die Situation in Palästina ganz zu begrei­fen, muß man ausgehen von dem Briefe Lord Balfours vom 2. Rovember 1917 an Lord Rothschild, in dem derselbe ausführte, daß die englische Regierung die Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk mit Wohlwollen betrachte und die größten Anstrengungen mache, um die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern. Am 3. Juni 1922 gab die englische Regierung dem Begriffenationale Heimstätte" folgende Deutung: Es kann darunter nur verstanden wer­den, daß damit nicht die Auf^wingung einer jüdischen Rationalität für die Einwohner Pa­lästinas im ganzen gemeint ist, sondern die Weiterentwicklung der bestehenden jüdischen Gemeinschaft mit Hilfe der Juden in anderen Teilen der Welt, damit es zu einem Zentrum wird, an dem das jüdische Doll in seiner Gesamtheit aus re­ligiösen und stammesmähigen Gründen mit In­teresse und Stolz teilnehmen kann. Der § 4 des Mandates für Palästina vom 24. Juli 1922 be­sagt dann noch:Eine angemessene jüdische Vertretung soll als eine öffentliche Körper­schaft anerkannt werden zu dem Zweck, die Ver­waltung Palästinas in solchen wirtschaftlichen, sozialen und anderen Angelegenheiten zu bera­ten und mit ihr zusammenzuwirken, die die''Er­richtung der jüdisch-nationalen Heimstätte betref­fen. Die zionistische Organisation soll, solange ihre Organisation und Verfassung nach der Mei­nung des Mandatars angemessen sind, als solche Vertretung anerkannt werden."

So hat man den Versuch machen wollen, unter englischer Oberhoheit in Palästina ein neues jüdisches Siedlungsgebiet zu erschließen. Dazu wurde die Hafenstadt Tel Avin gegründet, dazu wurde eine umfassende Propaganda vor­nehmlich in Osteuropa und in Amerika in Szene gesetzt. Es ist jedoch kaum gelungen, mehr als hun­derttausend Juden hinzubringen. Dazu wohnen noch etwas weniger als hunderttausend Christen in Palästina. Der Rest sind Mohammedaner, Ara­ber, die, soweit sie bisher im Lande waren, sich knurrend mit dem jüdischen Experiment abgefun­den hatten, die aber jetzt durch die massenweise Einwanderung ihrer aus Arabien vertriebenen Glaubens- und Stammesgenossen starken religiösen Auftrieb erhalten haben. So ist es denn vor der alten Klagemauer in Jerusalem zu einer richtigen Glaubensschlacht gekommen. Die Klagemauer ist den Juden heilig, weil sie an der Stelle des Tempels Salomos steht, und ihre Grund­steine wahrscheinlich noch aus jener Zeit stammen.

Em Bemfsausbildungsgeseh.

Berlin, 28. Aug. (V.D.Z.) Dem Reichstage ist jetzt der Entwurf eines Derufsaus- bildungsgefetzes zugegangen, der eine um­fassende gesetzliche Ordnung der gesamten Be­rufsausbildung im Betriebe zum Ziele hat. Cs handelt sich in der Hauptsache um ein Rahmen­gesetz, das der berufs ständischen Selbst- verwaltung der Beteiligten weitesten Spiel­raum gewährt. Der Entwurf beschränkt sich nicht auf die Berufsausbildung im Lehrverhältnis, sondern ergreift auch die angelernten und un­gelernten Arbeiter. Keine Anwendung findet das Gesetz auf die Landwirtschaft, auf Jugendliche, die bei ihren Eltern als Arbeiter oder Ange­stellte beschäftigt werden, auf jugendliche Deam- tenanwärter, auf Praktikanten in Apotheken und auf Jugendliche, die sich in Fürsorgeerziehung befinden.

Berlin, 27. Aug. (WB.) Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände tritt mit einer Erklärung an die Oeffentlichkeit, in der es u. a. heißt:

Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber­verbände hat bereits im Mai d. I. ein Programm zu Oer dringend notwendigen Reform des Ar- beitslofenversicherungsgesetzes unterbreitet, das unter voller Wahrung des Versiche­rungscharakters der Arbeitslosenversiche­rung und unter voller Anerkennung der Rot­wendigkeit dieses Versicherungszweiges eine Sa­nierung der Reichsanstalt ohneeine weitere Mehrbelastung von Arbeitgebern und Ar­beitnehmern ermöglicht. Die inzwischen auf die­sem Gebiet eingetretenen Ereignisse, insbesondere der vorliegende Regierungsentwurf zur Abände­rung des Gesetzes, zwingen die Vereinigung, noch­mals auf die dringende und sofortige Aeformnot- wendigkeit ohne weitere Mehrbelastung der Wirt­schaft, nicht zuletzt im Interesse der Sicherung der Reichsanstalt, hinzuweisen und insbesondere ihre Bedenken gegen die jetzige Re­gierungsvorlage zu äußern.

Die Reichsanstalt hat eine derzeitige Verschuldung von 350 Millionen Mk. und muh mit einein weiteren jährlichen Fehlbetrag von 2 80 Millionen Mk. und mit einem besonderen Mehrbedarf für den kommenden Winter von 106 Millio­nen M k. rechnen. Im Reichshaushalt sind Mittel in nennenswertem Umfang für diese Zwecke nicht mehr verfügbar, ebensowenig wie ihre künftige Beschaffung bei der Finanzlage des Reiches erwartet werden kann. Der von der Reichsregierung vorgelegte Gesetzentwurf sieht keine Deckung der zu erwartenden Fehlbe­träge vor. Die Vereinigung der Deutschen Ar- ' beitgeberverbände hält nach wie vor eine E r - höhung der Beiträge zur Arbeitslosenver­sicherung über 3 v. H. mit der gegenwärtigen

Schund und Schmutz.

Berlin, 27. Qlug. (DDZ.) Der Reichsinnen­minister hat dem Reichstag eine Denkschrift über die praktischen Erfahrungen bei der Durch­führung des Gesetzes zur Bekämp­fung von Schund - und Schmuhschrif- ten übermittelt. Danach sind bis zum 31. Mai d. I. 6 3 Schriften in die Liste der Schund- und Schmutzschriften ausgenommen worden. Eine Folge des Gesetzes sei, daß die große Zahl von Schundschriften, die in den Listen der Organi­sationen und Verbände enthalten sind, und de­ren Zahl vor Erlaß des Gesetzes übertrieben hoch geschäht worden sei, im regulären Han-

Arkansas einschlagen. Während des Pasfierens von El Paso warf der Zeppelin 15 Minuten lang einen riesigen Schatten auf die Stadt. Das Luftschiff über­flog um 21.10 Uhr ^Ortszeit) in nordöstlicher Rich­tung VanHorn (Segas), um 21.55 Uhr die Stadt Loving in Neu-Mexiko, um 22.57 Uhr Mid­land (Texas), um 23.55 Uhr (Ortszeit) Level- land, 90 Meilen von der Grenze Oklahomas, mit nordöstlichem Kurs, und um 1.05 Uhr morgens (Orts­zeit) Lockney in Texas in einer Höhe von etwa 300 Meter.

Lage von Wirtschaft und Reich nicht für ver­einbar.

Die Absicht der Regierungsvorlage, die Wirt­schaft durch die in Aussicht gestellte Beitrags­erhöhung um weitere 14 0 Millionen M k. im Jahre zu belasten, steht nach Auffassung der Arbeitgeberverbände in krassem Gegen­satz zu der von allen Kreisen anerkannten und auch vom Reichsfinanzministerium wiederholt be­tonten Notwendigkeit, die Wirtschaft endlich steuer­lich zu entlasten. Wenn von der Arbeitgeberseite bereits gegen die Ergebnisse des Sachverständigen­gutachtens erhebliche Bedenken bestehen, so muß dies in noch weiter verstärktem Umfang gegen­über einer Gesetzesvorlage gelten, die dieses Sach» vcrständigsngutachten in seinen finanziellen Ergeb­nissen noch ganz erheblich verschlech­tert und trotz der der Wirtschaft in Aussicht ge­stellten Mehrbelastung nicht einmal die Aufgabe au lösen vermag, die Reichsanstalt finanziell zu sanieren. Die Vereinigung der Deutschen Arbeit­geberverbände ist daher nach wie vor der Auf­fassung, daß es möglich und notwendig sei, die Reichsanstalt unter Vermeidung einer Beitragserhöhung und ohne weitere Gefährdung des R e i ch s h a u s h a l t e s durch Reformen und E r s p a r n i s m a ß- nahmen zu sanieren und eine in ihren Grundlagen gesicherte und auch ihren sozialen Auf­gaben genügend Rechnung tragende Arbeitslosen­versicherung zu schaffen. In diesem Sinne weisen die Arbeitgeberverbände auf eine dringende Not­wendigkeit einer ausreichenden Reform der Ar­beitslosenversicherung noch vor Antritt der Wintererwerbslosigkeit hin." Wie die endgültige Entscheiduna in der Dersicherungs- reform ausfallen wird, steht noch dahin. In poli­tischen Kreisen glaubt man zur Stunde allerdings kaum, daß es möglich sein wird, die Volkspartei zu einer Zustimmung bewegen zu können.

Auch in Transjorbanien Üst die Lage j nicht unbedenklich, wenn auch bisher keine Un­ruhen gemeldet find. Rach einer neueren Mel­dung des Oberkommissars griffen die Araber in den letzten Tagen das Judenviertel in He­bron an. Die Juden hatten einige Kolonien verlassen, die dann von den Arabern geplündert und verwüstet wurden. Die jüdischen Kolonien im Tale Esdralon und Jez- reel wurden angegriffen. In Gaza wurden einige Juden getötet, andere verwundet. Die Beamten der Distriktverwaltung haben in der überaus verantwortlichen Lage unschätzbare Dienste geleistet. Die Regierung hat mit der Herausgabe von Rachrichten und Bulletins be­gonnen. Die auswärtigen Telegramme sind kei­ner Zensur unterworfen, aber in einzelnen Fäl­len haben die Telegramme Verspätung bis zu 48 Stunden erlitten.

Rach einer vorläufigen Zusammenstellung neue­ren Datums sind in ganz Palästina 46 Ara­ber, 4 Christen und 93 Juden getötet, 73 Araber, 12 Christen und 153 Juden schwer verwundet worden.

Oie Lage in Jerusalem.

Jerusalem, 28. Aug. (WLB. Funkspruch.) Rach tziner Ruhepause wurde heute Jerusalem wieder zum Schauplatz arabischer Angriffe. In der letzten Rächt wurden die Juden im Bezirk Rehavia und in der Gegend der Bemirt- Moschee von Arabern angegriffen. In K a st i n i a wurden heute fünf Juden getötet und diele verwundet; die Kolonie wurde von den Arabern in Brand gesteckt. In Jaffa muhten heute Panzerwagen eingesetzt werden, als die Araber die Regierungsämter angriffen. Bei diesem Zusammenstoß wurden drei Araber getötet und 25 verletzt. In Damaskus veranstalteten 20 000 Araber eine Kundgebung gegen die Juden; eine starke Truppenabteilung wurde eiligst in die bedrohten Stadtviertel ent­sandt. Bisher ist es zu keinen Tumulten gekom­men. Panzerwagen und Truppen durchziehen die Straßen Jerusalems, während zu gleicher Zeit Bombenflugzeuge über der Stadt kreuzten. Es sind jetzt genügend Streitkräfte vor­handen, um alle Ruhestörungen, die über ver­einzelte Ausschreitungen hinausgehen, zu ver­hindern. Am Freitag und Samstag war die Lage ä u ß e r st kritisch, da nur 1200 Polizisten, davon 200 britische, zur Verfügung standen. An­zeichen für eine englandfeindliche Stimmung sind nicht wahrgenommen worden.

Don arabischer Seite wird erklärt, der Zu­sammenstoß sei die unvermeidliche Folge der aggressiven Politik und der immer weiter gehen­den Ansprüche der Zionisten gewesen. Ein öffent­licher Tadel der furchtbaren Ausschreitungen von Hebron ist aber von maßgebender arabischer Seite nicht erfolgt. Der Reuter-Korrespondent erklärt die Unruhen aus der Psychologie des arabischen Bauern, der alles so lange über sich ergehen lasse, wie es möglich sei und dann plötz­lich Amok laufe. Es handele sich, so sagt er, um einen plötzlichen Ausbruch eines lange aufge­speicherten, aus Eifersucht und Angst gemischten Gefühles, das durch das Selbstbewuhtsein der Zionisten rwch stärker geworden sei.

Die Meldung schließt: Die Straßen von Jeru­salem sind nahezu menschenleer. Die mei­sten Läden sind geschlossen. Die Privathäuser sind verriegelt und verbarrikadiert. Die vormaligen russischen Pilgerhäuser sind in Kasernen um­gewandelt, die mit Soldaten, Polizisten und Automobilen vollgestopft sind. Alle älteren Be­amten sind freiwillige Polizisten geworden. Die Versorgung der Stadt mit Lebensrnitteln, Wasser und Beleuchtung ist gesichert.

Ist England mandatsmüde?

London, 27. Aug. (TU.) Im Zusammenhang den Ereignissen in Palästina wächst die Bewegung gegen die Zweckmäßigkeit des britischen Mandats über dieses Gebiet. Führend in dem Kampf gegen das Mandat ist die Rothermere-Presse, die in außerordentlich scharf gehaltenen Artikeln aller ihrer Organe daraufhinweist, daß England nur Ungelegenheiten und keinerlei Vorteile aus dem Mandat über Palästina habe. Die schleunige Abgabe des Mandats wird drin­gend verlangt.

Aus aller Welt.

Oie Ltrsache der v-Zug-Kaiastrophe bei Oüren.

Berlin, 27. Aug. (Privatmeldung.) Die vom Reichsverkehrsministerium und der Reichsbahn- Hauptverwaltung zur Untersuchung der Katastrophe des V-Zuges WarschauParis bei Buir entsandte Kommission ist heute zurückgekehrt. Wie wir von unterrichteter Seite hören, haben die bisheri­gen Ermittlungen ergeben, daß die ursprüng­liche Darstellung über die Ursache der Ka­tastrophe nicht ganz zutreffend ist. Der Lokomotivführer des Unglückszuges, der wegen Gleisumbaus das Gegengleis benutzen sollte, hakte von dem Fahrdienstleiter des Bahnhofs Düren einen falschen Vor- sichtsbesehl bekommen, der für die Tage vorher galt, an denen das richtige Gleis hinter dem Bahnhof Buir in langsamer Fahrt durchfahren werden sollte. Der neue Bor- sichtsbefehl, der für Sonntag ausgegeben war, wies darauf hin, daß vor dem Bahnhof Buir über eine Weiche auf das Gegengleis ge­fahren werden sollte. Da der Lokomotivführer diesen neuen Befehl nicht bekommen halte, glaubte er berechtigt zu sein, den Bahnhof Buir mit der vorschriftsmäßigen größeren Geschwindig­keit zu durchfahren. Als dann der Zug in dieser Geschwindigkeit auf die Deiche traf, mußte er ent­gleisen. da für das Befahren von weichen eine ver­minderte Geschwindigkeit vorgesehen ist. Ein gewisses Verschulden des Lokomotivführers liegt aber darin, daß er das doppelarmige Abweichfignal nicht genügend beachtet hat. Rach diesem bisherigen Stand der Untersuchung scheint also die Hauptschuld an dem Unglück den Fahrdienstleiter des Bahnhofs Düren zu treffen. Ls muß allerdings noch im weiteren Gang der Untersuchung festgestellt werden, ob der Fahrdienstleiter den neuen Vorsichts­befehl rechtzeitig erhallen hat.

Großfeuer in den Markthallen von Paris.

Dienstagabend gegen 9 Uhr ist aus bisher unbekannter Ursache in einem großen Keller der Markchallen von Paris Großfeuer ausgebrochen.

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daS die Feuerwehr die ganpe Rächt hindurch mit 13 Schlauchleitungen bekämpfte. Sie konnte jedoch infolge der starken Rauchentwicklung nicht in die Keller einbringen, da fünf Feuerwehrleute wegen Grstickungsgefahr ihren Dienst unterbre­chen mußten. Da bie Markthallen und ihre Um­gebung als Unterschlupf für Obdach­lose dienen, befürchtet man, daß einige dieser armen Leute ums Leben gekommen sind.

Der Berliner Mädchenmord.

Die Untersuchung gegen den Wächter Richard Schulz, der im Verdacht steht, den Mvrd an der kleinen Hilde Zäpernick verübt zu haben, ist in ein Treues Stadium getreten. Wäh­rend bisher für die Schuld des Wächters kein besonderes Verdachtsmoment dorlag, hat jetzt die chemische Untersuchung der Kleider des Wächters ergeben, daß der Rock, den Schulz am Mvrdtage getragen hat, mit Blut be­sudelt ist. Dieses Blut ist später sehr sorgfältig aus den Kleidern herausgewaschen worden.

Die Beisetzung des Marschalls Liman "von Sanders.

In Darmstadt wurde die von München übergeführte Leiche Liman von Sanders beigefetzt. Am Grabe legte im Rainen des ehemaligen Grohherzogs von Hessen General der Kavallerie a. D. von Hahn einen Kranz nieder. Oberst­leutnant von Hagen, ein Schüler des Ver­storbenen, wies auf die hohen Führereigenschaften Liman v. Sanders hin. Oberst Freiherr von Westerweller sprach im Rainen des Offi- ziervereins des Gardedragonerregiments, dem Liman v. Sanders angehörte. Ferner legten Kränze nieder die Deutsche Studentenschaft, Ober­bürgermeister Müller, Oberst a. D. Krause im Ramen des Deutschen Offiziersbundes, Gene­ralmajor a. D. Freiherr v. Preufchen im Ramen des Bezirksvereins des Leibgarderegi­ments 115, aus dessen Reihen Generalmajor Liman hervorging, sowie Rechtsanwalt Kalb- Henn im Ramen der Bereinigung ehemaliger Leibgardisten Darmstadts.

Spanischer Fliegerbesuch in Berlin.

Die in Spanien wohnenden Erzherzöge 21 n» ton und Franz Josef von Habsburg- Bourbon sind, von Hamburg kommend, mit ihrem FlugzeugEspania" auf dem Flughafen Tempelhof eingetroffen. Zur Begrüßung hatten sich der spanische Botschafter, der spanische Generalkon­sul, Vertreter des Auswärtigen 2lmts, des Reichs- ocrkehrsministeriums und der Deutschen Lufthansa eingefunden. Zweck des Fluges ist, in Europa f ü r bie Ausstellungen in Sevilla und Bar­celona Propaganda zu machen und für den Fremdenverkehr nach Spanien zu werben. Die bei­den Vettern des spanischen Königs beabsichtigen in etwa drei Tagen von Berlin aus weiter über Frankfurt a. M. nach München und vielleicht auch nach Italien zu fliegen.

Auslandreise der deutschen Flotte.

Die deutsche Flotte hat von Kiel aus ihre zweite diesjährige Ausbildungsreise nach dem Auslande angetreten. Für die Linienschiffe ist das Reiseziel Schweden, während ein gro­ßer Teil der Torpedoboote verschiedenen Häfen der baltischen Randstaaten einen Be­such abstatten wird. Die Rückkehr der Flotte erfolgt am 6. September. Der Skandinavienreise schließen sich die Herbstübungen der Flotte in der Ostsee an, die vom 7. bis 20. Sep­tember dauern werden.

Oie Wetterlage.

O wolkenlos. 0 neuer. ® nait> Bedeckt.» wolkio. e oedeckL eReoet^ * Schnee ä Graupeln, e Nebel "R Gewip^r.©Windstille. K>-» sehe leichter Ost £> massiger Südsüdwest q stürmische« dordtfest Oie Piene fliegen mu dem winde. Pie ooden Stationen stenenden Zah­len geben die Temperatur an. Pie Linien verpinden Orte mümletdiet» nuLMecresnl^eau umoerechnelen Luftdruck

Wettervoraussage.

Der Einfluß des Hochdruckgebietes, das-östlich abwandert, geht seinem Ende zu, und Apsläuser des britischen Tiefs greifen immer weiter nach dem Festlande vor. Die Warmluft an der Vor­derseite hat bereits kräfttge Erwärmung ge­bracht. Las Barometer zeigt fallende Tendenz, so daß ein weiteres Vordringen der Störung be­günstigt wird. Roch im Laufe des heuttgen Tages wird Dewöltting aufkommen, die dann immer mehr zunimmt u'nd schließlich auch ver­einzelt zu Riederschlägen führt, die teilweise gewitterhaften Charakter annehmen. Die Tempe­raturen behalten zunächst noch hohe Werte, wer­den aber später bei mehr aus Westen kom­menden Winden zurückgehen.

Wettervoraussage für Donnerstag: Meist wolkiges Wetter, zunächst noch warm, später etwas kühler, vereinzelte Niederschläge teils gewit- terhafter Art.

Wettervoraussage für Freitag: Etwas kühleres, wechselnd wolkiges Wetter mit ver­einzelten Regenschauern.

Lufttemperaturen am 27. August: mittags 25 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 28. August: morgens 16 Grad. Maximum 27,5 Grad, Mini­mum 10,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. August: abends 24,8 Grad; am 28. August: morgens 17,4 Grad Celsius. Son­nenscheindauer 103/* Stunden.