Ausgabe 
27.12.1929
 
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lerS wurde schwer verletzt und ist inzwischen ebenfalls g e st 0 r b e n. Frau Winkler und deren 12jährige Tochter erlitten ebenfalls Verletzun­gen. befinden sich jedoch außer Lebensgefahr.

Nansen über das Schicksal der Zeppelinreife in die Arktis.

Oslo, 24. Dcz (WTB.) Der Präsident der Forschung^g s.l. chaft Aero-Arktic, Fri.hjos Hansen, tourte oon Pressevertretern um eine Aeuherung zu den Nachrichten aus Friedrichs­hafen gebeten, wonach die Frage der Dersiche- rung desZeppelin" während des Pol- f l u g e s nicht habe geregelt werden können, weshalb die geplante Expedition voraus- sichtlich nicht zustande kommen werde. Nan­sen erklärte u. a., bei den Verhandlungen mit den Versicherungsgesellschaften hätten sich tat­sächlich große Schwierigkeiten ergeben, bis jetzt liege ihm aber noch keine Nachricht vor, dah sie völlig gescheitert seien. Nansen wurde weiter gefragt, ob die Aero-Arktic, falls die Expedition nicht wie geplant zu Veginn des Jahres 1930 zustande kommen sollte, den Plan ganz fallen lassen werde. Nansen erwiderte, auch eine Verschiebung des Llnternebmens be­deute nicht, oah die Expedition überhaupt nicht mehr unternommen werd«. Er glaube vielmehr, dah man weitere Verhandlungen in die Wege leiten werde, um zu einer Regelung zu gelangen.

Line blutige Familientragödie am iwcihnachlstag.

Berlin, 26. Dez. (WB.) Am späten Abend des ersten Weihnachtsseiertages ereignete sich in Ober« schöneweide eine entsetzliche Familientra­gödie. Der bei der A.E.G. anaestellte 34iährige Buchhalter Längerich erstach seine 27jährige Frau und sein Zjähriges Töchterchen. Sodann brachte er sich selber drei lebensgefährliche Bruststiche bei. Längerich vor 4 Jahre im Felde gewesen und hatte im Jahre 1925 geheiratet. Die Ehe war glücklich, aber seit einiger Zeit machten sich bei dem Manne, wie man vermutet, als Kriegsnachwirkung die An­zeichen einer schweren Nerverz errüttung bemerkbar. Insbesondere war an Längerich eine starke Erregbarkeit zu bemerken, so daß ihn die ge­ringfügigsten Dinge in Aufregung versetzen konnten. Die Verwandten wollten ihn daher am 24. Dezem­ber auf einige Zeit in einem Erholungsheim unter­bringen. Die Ausnahmeleitung gab jedoch ihrer Ver­wunderung darüber Ausdruck, daß man den Pa­tienten gerade am Tage vor Weihnachten bringe, und empfahl, ihn noch über die Feiertags bei den Angehörigen zu lassen. So nahmen ihn denn die Verwandten wieder mit nach Hause, wo sich dann am Abend des ersten Feiertages die gemeldete Blut­tat abspielte.

Drei Todesopfer einer Gasvergiftung.

Derlin. 26. Dez. (WTD.) Die 60 Jahre alte Witwe Vrachmann in Weihensee, ihr Untermieter Ger icke und dessen 63jähriger Bruder, der Zollamtmann Ger icke aus Frank­furt a. M. wurden in ihrer Wohnung durch Gas vergiftettot aufgesunüen. Der Vorfall wurde dadurch entdeckt, dah am zweiten Feiertag ein Geschäftsboote vor der Wohnung erschien, keinen Einlah fand und durch die Tür Gasgeruch wahr- nahm. Er benachrichtigte die Feuerwehr, die so­fort eine mechanische Leiter aufstellte, mit deren Hilfe sich ein Feuerwehrmann Eintritt zu der Wohnung verschaffte, in der er die drei Leichen fand. Die Gashähne der Küche standen offen. Es scheint sich um einen Llnglückssall zu handeln. Nachforschungen nach verschollenen amerikanischen

Fliegern.

Moskau, 26. Dez. (WB.) Telegraphen-Agenwr der Sowjetunion: Aus das Ersuchen der amerikani­schen Regierung hat die Sowjetregierung beschlossen, unter Führung des Fliegers Schestakoff, der erst vor einigen Tagen von seinem Flug Moskau Neuyork zurückgekehrt ist, eine Expedition mit Flugzeugen vom TypLand der Sowjets" nach der sibirischen Küste zu entsenden, um nach den amerika­nischen Fliegern E i e l s 0 n und Borland zu suchen, die vor sechs Wochen von Alaska aus einen Flug nach der sibirischen Küste antraten, um den dort im Eise überwinternden amerikanischen Schoner Nanuk" mit Proviant zu versorgen und seither verschollen sind. Auch zwei Flugzeuge, die sich zur Zeit in ber Bucht der Vorsehung vesinden, wer­den sich an den Nachforschungen beteiligen. Infolge des Packeises können Eisbrecher zur Zeit nicht in Aktion treten.

Drei französische Flieger tödlich verunglückt.

Paris, 26. Dez. (WB.) Wie das Luftfahrt- ininisterium mitteilt, haben italienische Offiziere bei Syrte (Tripolitanien) die Leichen der drei französischen Flieger Lassalle, Rebart und F a l t 0 n entdeckt, und zwar in deL Nähe der Trümmer ihres Apparates.

Brand im weihen Hause.

Washington, 25. Dez. (WTB.) In der vergangenen Nacht ist der Teil des Weihen Hauses, in dem sich die Amtsräume des Präsi­denten befinden, durch einen Brand zer­stört worden. Das Hauptgebäude des Weihen Hauses ist nicht in Mitleidenschaft gezogen wor­den. Der Brand konnte erst nach zweistündiger Bemühung der Feuerwehr gelöscht werden. Die Privatpapiere des Präsidenten Hoover wur­den rechtzeitig in Sicherheit gebracht, dagegen wurden zahlreiche wichtige Akten vernichtet. Der eigentliche Schaden beträgt etwa 60 000 Dol­lar. Das Weihe HaUZ^ wurde zuletzt während der napoleonischen Kriege, nach der Einnahme Washingtons durch die englischen Truppen im Jahre 1814, durch Feuer zerstört.

Siebenfacher Mord und Selbstmord.

Walnutcove (Nordkarolina), 26. Dez. (WB.) Ein plötzlich wahnsinnig gewordener Far­mer ermordete seine Frau und seine sechs Kinder im Alter von vier Monaten bis zu 17 Jahren. Nachdem er die Leichen für die Beisetzung hergerichtet hatte, erschoß sich der Farmer selbst.

Berliner Börse.

Berlin, 27.Dez. (WTB. Funkspruch.) Nach der zweitägigen Weihnachtsuntcrbrcchunz lag der heutige Frühverkehr, wie nicht anders zu er­warten, geschästslos. Die Spekulation übte hin­sichtlich des heutigen Liquidation, tages noch be­sondere Zurückhaltung. Kurse waren nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,84 zu.123,86; London gegen Mailand 93,25 zu 93,27, London gegen Spanien 35,85 zirka, London gegen Kabel 4.8825; London «egen Berlin 20,38; Kabel gegen Berlin 4,1740.

Braucht das Mainzer Stadttheater die Darmstadter?

WEN. Mainz, 26. Dez. Die Ortsgruppe Mainz der Genossenschaft deutscher Dühnenangehöriger veröffentlicht unter der obigen Lleberschrif t eine Erklärung, in der es u. a. heißt: In einem Teil der Zeitungen, die sich mit der in den letzten Tagen viel besprochenen Betriebsgemeinschaft zwis.fe.r Lern Lan­destheater Darmstadt und dem Stadt- theater Mainz befassen, werden die Ver­hältnisse so dargestellt, als sei das Stadttheater Mainz nicht mehr zu halten und nur durch die Hilfsbereitschaft des Hessischen Landestheaters zu retten. Einzelne Zeitungen gehen sogar so weit in ihrer Berichterstattung, zu melden, dah die Betriebsgemeinschaft Darmstadt-Mainz schon be­schlossen sei. Beides ist unrichtig. Wenn man die Etats der beiden Theater zunächst nur in großen Zügen vergleicht, dann ergibt sich vielmehr das Llmgekehrte, daß nämlich das Hessische Lan­destheater in viel größerer Notlage ist, als das Stadttheater Mainz, daß also das Darmstädter Theater auf Kosten des Mainzer erhalten werden soll. Warum braucht Darmstadt, eine Stadt mit rund 80 000 Einwohnern, unbedingt einen Zuschuß von 1,7 Millionen (das fragen wir Gießener auch, sogar schon lange! D. Red.), während Mainz, eine Stadt mit bald 140 030 Einwohnern, mit einem Zuschuß von 950 000 Mk. auskommen muß? Warum erhält das Hessische Landes­theater einen staatlichen Zuschuß (für den also jeder hessische Bürger, auch der Mainzer, zahlt) von einer Million, (diese Frage haben wir auch chon oft aufgeworfen, zumal das Gießener

Stadttheater nur ganze 5000 Mark Jahreszuschuß vom Staat erhält! D. *ied.), während das Stadttheater Mainz vom l;e,fischen Staat nur 30 000 Mk. jährlich erhält? _3eim die amtlichen Informationen und die Pressemel­dungen stimmen (was zu bezweifeln kein Grund besteht), dann würde im nächsten Spieljahr Darm­stadt voraussichtlich vom Staat 700 000 Mk. und von den Städten Darmstadt und Mainz je 500 000 bis 600 000 Mk. erhalten, also zusammen 1,7 bis 1,9 Mill. Mk., mithin mindestens ebensoviel, wahrscheinlich aber noch mehr als bisher! Wenn man den Unterschied der Einwohnerzahl beider Städte und die Zahlen der auswärtigen Gast­spiele beider Theater vergleicht, dann muh man doch mit aller Billigkeit zugeben, dah von einem staatlichen Zuschuß mindestens ein Drittel, also rund 250 000 Mk., dem Stadttheater Main^ ge­bühren, wobei dann für Darmstadt als Residenz­stadt immer noch zwei Drittel des Staatszu­schusses übrig bleiben! Die Finanzkrise ist beim Stadttheater Mainz bei weitem nicht so groh, wie beim Hessischen Landestheater; ferner, das Mainzer Stadttheater soll beschnitten werden, um das Theater der viel kleineren Stadt Darm­stadt ohne Einsparungen im vollen Umfang auf­rechtzuerhalten. Aus diesen Gründen betont die Ortsgruppe Mainz der Genossenschaft deutscher Dühn^nangehöriger, der Organisation aller Büh­nenkünstler, dah sie mit allen Mitteln und auf das schärfste gegen die geplante Bevormundung des Mainzer Stadttheaters durch das Hessische Landestheater in Darmstadt kämpfen wird.

Aus der provinzialhaupistadt.

G i e h e n, den 27. Dezember 1929.

Bubenspie! an der psühe.

Kalt muh es im Dezember fein. Das gehört sich so. Aber wenn es so ungemütlich nahkalt ist, wie mehrfach an den letzten Tagen, dah der Aufenthalt im Freien wenige oder gar keine R:ize besitzt, neigt man zu Llnzufriedenheit.

Doch nicht alle Menschen empfinden gleich. Und so, während ich auf einem Besorgungsgange nur darauf bedacht war, möglichst bald wieder ins warme Heim zurückzukehren, hatten zwei Heine Bübchen ihr Feld emsiger Tätigkeit gerade auf die Straße verlegt. Das größere hockte vor einer langen Pfütze, die sich neben dem Rande des Bürgersteigs hinzog. 3n der blauroten Hand hielt es einen Lappen, den es in die Pfütze ein­tauchte und mit dem es dann eifrig die Bord­schwelle abwusch. Schritt für Schritt rutschte es so die Straße entlang, als freiwilliger und un­besoldeter Helfer der städtischen Straßenreini­gung. Das kleinere hätte zu gern mitgeholfen. Es besah aber keinen Lappen (und wahrscheinlich auch kein Taschentuch, sonst hätte es dieses sicher ähnlich nutzbringend verwandt); vielmehr hielt es einen rostigen Küchenlöffel in der kleinen Hand. Tiefstes Nachdenken lag auf seinem rotgefrorenen Gesichtchen. Ja, die Beschäftigungslosigkeit war für den Kleinen ein schweres Problem!

Aber mit unbeugsamem WiTen findet man eben doch seine Beschäftigung. Natürlich, es kann nicht jeder sich seiner tiefsten Neigung gemäß auswirken. Aber schon Diener eines Bo'lschaffen- den zu fein, gibt Befriedigung. Lind so überlegte der Klein«: auch größere Pfützen erfchöpfen sich, und ohne Material ist fein Schaffen. A so wandte er sich zur nächsten Pfütze, schöpfte einen'öffel voll Wasser aus dieser und trippelte mit der kostbaren Materie zur ersten zurück, diese somit aufsüllend, was der gröbere gnädig duldete.

Wie lange die beiden sogearbeitet" haben, weiß ich nicht. Ich fror nur vom Zusehen. Aber ein großes Werk zu schaffen, gibt innere Wärme, ob andere jenes anerkennen, ist dafür ganz gleich­gültig. Lind so schafften die beiden Kleinen, un­verdrossen und befriedigt, auf der naßkalten Straße, an der noch naßkalteren Pfütze. Lind schenkten mir ein Lächeln und eine Erkenntnis was beides nicht zu unterschätzen.

Eva von Massow.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag. Stadt­theater:Hochzeitsreise", 20 bis 22 Lihr. Licht­spielhaus Bahnhofstraße:Die rote Lady" und Streiche eines jungen Mädchens von heute". Astoria-Lichtspiele:Der Wächter des Glückes" undIm Banne des Blutes".

Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Das Stadttheater Gießen will auch in die­sem Jahr ein echtes Silvesterstück herausbringen. Es wird immer mehr Theaterrichtung, den Kampf des Alltags wenigstens am Llbend im Theater vergessen zu lassen. Mit Laune soll das alte Jahr geschlossen werden. Die alte PosseKyritz- Pyritz" von H. Wilken und O. Justinus ist in einer originellen Aufmachung für Silvester ein- geübt worden. Diel Gesang und Tanz und ent­zückende Diedermeierkostüme. Die Theaterbesucher sollen in angeregtester Laune vom Theater aus zu ihren Einladungen und Silvesterfeiern gehen. Das Stück beginnt zeitig: 19.30 LI.hr.

D i e Weihnachtsfeiertage, die nun wieder hinter uns liegen, sind doch nicht so weiß geworden, wie man am Dienstagmorgen hätte annehmen können. Die starken Schneemassen wur­den sehr bald vom Tauwetter mit Regen, Wind und ungewöhnlich milden Temperaturen in Schlamm und Pfützen verwandelt, so daß viele schöne Wintersport-Hoffnungen für die Festtage vernichtet wurden. Bei der Reichsbahn war, wie wir hören, der Derkehr an den Feiertagen leb­haft, aber nicht außergewöhnlich, sehr stark da­gegen am vorhergegangenen Samstag und Sonn­tag. Arn Dienstag waren infolge des Schnee­wetters mehrfach erhebliche Verspätungen zu ver­zeichnen. Mit Rücksicht auf den Weihnachtsver­kehr wurden eine Anzahl Dorzüge in der Rich­tung nach Westfalen und (am Samstag) nach Marburg und nach Oberhessen eingelegt, außer­dem wurden vielfach Zugverstärkungen vorge­nommen. Im übrigen hat sich der Derkehr an den Festtagen planmäßig und ohne Störungen abgewickelt. In der Stadt selbst sind die Feier­tage ruhig verlaufen; die Polizei brauchte er­freulicherweise nirgends einzugreifen. Dagegen wurde gestern nachmittag und abend die Feuer­wache alarmiert, was aber beide Male ohne ernste Llrfache geschah.

"DieSaison-undJnventurausver- k ä u f e. Wie das Kreisamt Gießen im neuesten Amtsverkündigungsblatt bekanntgibt, dürfen die Saison- und Inventurausverkäufe, die in der An­kündigung als solche bezeichnet werden und im or­dentlichen Gefchäftsverkehs üblich find, innerhalb eines Kalenderjahres nur in der Zeit vom 2. Ja­nuar bis 15. Februar und in der Zeit vom l.Juli bis 15. August jeweils auf die Dauer oon 14 Tagen entsprechend näherer Dekanntmachtung des Kreis­amtes abgehalten werden. Der zuständigen In­dustrie» und Handelskammer ist vorher Gelegenheit zu gutachtlicher Aeußerung zu geben. Diese Bestim­mung tritt am 1. Januar 1930 in Kraft.

* Fehlende Ortskrankenkassen­gelber. Don dem Derwalter der Orts­stelle Wicseck der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Landkreis Gießen sind seit geraumer Zeit Krankenkassenbeiträge in erheblichem .Um­fange nicht an die Hauptkasse abgeführt worden. Es liegen Unstimmigkeiten vor, über deren ge­naue Höhe bis zur Stunde noch keine abschlie­ßenden Angaben gemacht werden können; es soll sich um einen Betrag handeln, der nach den bisherigen Ermittelungen etwas über 20 000Mk. beträgt. Don den Derfehlungen des Wiesecker Ortsstellenverwalters ist auch die Landkranken­kasse mit betroffen worden, allerdings ist hier der Llmfang des fehlenden Betrages weit ge­ringer, als bei der Ortskrankenkasse für den Landkreis Gießen. Die Ermittelungen sind ge­genwärtig noch im Gange, auch die Staats» antoalHcbaft hat sich der Sache bereits an­genommen.

** E in selten es Jubiläum feiert in die­sen Tagen Frau L. Herbert Wwe. Nach nahezu 50jöhriger Tätigkeit als Hebamme in Gießen tritt die nunmehr 82iährige in den wohlverdienten Ruhe­stand. Frau Herbert hat nahezu 4800 Geburten er­folgreich durchgeführt. Rastlos arbeitete diese stille Helferin Jahr um Jahr bei den Geburten, die manch­mal das Leben zweier Menschen bedrohten. Viele unserer Mitbürger werden ihrer in diesen Tagen dankbar gedenken. Die hessische Regierung hat die Jubilarin schon früher durch ein Anerkennungsschrei­ben geehrt.

* Nachentrichtung freiwilliger Beiträge zur Invalidenversiche­rung für die Zeit vom 1. Oktober 1923 ab beim Uebertritt aus versicherungspflichtiger in ver­sicherungsfreie Beschäftigung. Artikel IV des Ge­setzes vom 29. März 1928 gibt Personen, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes in eine ver­sicherungsfreie Beschäftigung eingetreten sind, die Möglichkeit, freiwillige Beiträge für di« Zeit vom 1. Oktober 1923 an nachzuentrichten, auch wenn sie die Verzichterklärung nach § 1242 c DDO. nicht, oder nicht rechtzeitig abgegeben haben. Die Nach­entrichtung dieser freiwilligen Beiträge kann ab­weichend von den Dorschriften des § 1443 RVO. auch für mehr als 1 Jahr zurück erfolgen, aller­dings nur bis spätestens zum 31. Dezem­ber d. I. Da Zweifel bestanden, ob nicht nur die seit dem 1. Oktober 1923, sondern auch die vor diesem Zeitpunkt in eine versicherungsfreie Beschäftigung eingetretenen Personen diese frei­willigen Beiträge nachentrichten können, hat das Reichsversicherungsamt in einer grundsätzlichen Entscheidung sich dahin ausgesprochen, daß die vorerwähnte Vorschrift sich auch auf diePer- Ionen erstreckt, die vor dem 1. Oktober 1923 in eine versicherungsfreie Beschäftigung über­getreten sind. Hiernach ist jetzt allen Per­sonen, die vor dem 1. April 1928 in eine solche Beschäftigung eingetreten find, die Berech­tigung zuerkannt, freiwillige Beiträge für die Zeit vom 1. Oktober 1923 ab nachzuentrichten. Da die für diese Nachenlrichtung gestellte Frist mit dem 31. Dezember d. I. abläuft, kann den in Frage kommenden Personen nur dringend geraten werden, diese Frist nicht zu versäumen.

** D ie Ausweise im besetzten Ge­biet. Der Reichskommisfar für die besetzten rheinischen Gebiete hat der Industrie- und Han­delskammer zu Koblenz auf Anfrage den Bescheid erteilt, daß nach der Entscheidung der Rhein­landkommission vom 30. September 1929 im be­setzten Gebiet jedes beliebige Schriftstück aus­reicht, das geeignet ist, den Nachweis der Per­sönlichkeit zu erbringen. Während früher jede über 16 Jahre alte Person, die in Deutschland wohnt und sich im besetzten Gebiet aufhalten will, einen von der zuständigen deutschen Be­hörde ausgestellten Ausweis bei sich führen mußte, braucht jetzt also der Ausweis nicht mehr von einer Behörde ausgestellt zu fein; vielmehr sollen auch privat« Schriftstücke aus- reichem

. **.Der Evangelische Arbeiterverein hielt am ersten Weihnachtsfeiertag im Saale der Herberge zur Heimat eine gutbesuchte Weihnachts­feier ab. Neben musikalischen Darbietungen und Gesangsoorträgen des Frauenchors unter Leitung

von Frau M. Schäfer trugen Deklamationeck, ernste und heitere Duette (Frl. Balzer und Frl. W i n n e ck e r), sowie ein nettes Weihnachtsspiel wesentlich zur Weihnachtsstimmung bei. Im Mittel­punkt der Veranstaltung stand eine von Pfarrer Becker gehaltene Weihnachtsansprache, die bei allen Teilnehmern einen nachhalligen Eindruck hinterließ. Postsekretär Mohr sprach als Vorsitzen­der der hiesigen Ortsgruppe des Bundes der Kolo- nialsreunde von der Bedeutung der Wiedererlangung der Kolonien für den wirtschaftlichen und finan­ziellen Aufbau unseres Vaterlandes. Seine vortreff­lichen Ausführungen wurden durch den Vorsitzen­den des Vereins entsprechend ergänzt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

-6- Lützellinden, 24.Dez. Der seit acht Wochen hier abgehaltene Kreis-Wander- haushaltskursus ging in diesen Tagen au Ende und fand mit einer Prüfung der Teilneh­merinnen und einer kleinen Feier seinen Abschluß. Don der Kreisverwaltung in Wetzlar bekundeten Landrat M i ß, Regierungsassessor Dr. L 0 e r. Kreisoberinspektor Martin und KrciSaus- schußmitglied 2 ä r w i n k e l durch ihr Erscheinen ihr Interesse an ländlicher Dildungsarbeit, ferner nahmen Bürgermeister Dr. Neumann (Groß- Rechtenbach), der Ortsgeistliche, die Lehrerschaft und die Gemeindevertretung, sowie viele Eltern an der Veranstaltung teil. In der einleitenden Prüfung durch die Kursusleiterin, Kreishaus­haltslehrerin Fräulein Müller (Wetzlar) zeig­ten die Kursistinnen, insgesamt 24, daß ihnen in den vergangenen Wochen gemeinsamen Ler­nens viel nützliches Wissen vermittelt wurde. Landrat M i h und Gemeindevorsteher N 0 r s ch sprachen dann von der wichtigen Mission, die die Mädchen als künftige Hausfrauen zu erfüllen hätten und hoben auch die segensreiche Tätigkeit ihrer Lehrerin hervor, welche schon seit 25 Jah­ren ihr schwieriges Amt mit Llmsicht versieht. Die Schülerinnen boten zuletzt einen eindrucks­vollen Beweis ihres praktischen Könnens, indem sie ihre Gäste in ausgezeichneter Weise bewir­teten. Stunden froher Geselligkeit beschlossen den für sie ereignisreichen Tag. Bei einem dieser Tage in der hiesigen Gemarkung abgehaltenen Kesseltreiben wurden von neun Jägern zehn Hasen und ein Reh erlegt.

Weitere 23 Personen unter Anklage des Landfriedensbruchs.

WEN. Frankfurt a. M., 24. Dez. Der Llnterfuchungsrichter hat gegen weitere 23 Personen, die sich am Dienstag, 17. Dezember, an den Erwerbslosen-Demonstratio- n e n beteiligt haben und die zu den bekannten Zusammenstößen führten, die Doruntersuchung wegen Landfriedensbruchs eröffnet.

Oie Bestechungsaffäre beim Frankfurter Hochbauamt.

Der Staatsanwalt greift ein.

WSN. Frankfurt a. M., 26. Dez. Auf Grund der Mitteilungen in der Presse über die Dorgänge im Hochbauamt, die zu einer Diszi- plinaruntersuchung gegen sieben Beamte geführt hat, hat die Staatsanwaltschaft von sich aus den Fall aufgegriffen und eine Unter* fuchung eingeleitet.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Mit dem Abzug der Störung im Norden setzt die Zufuhr etwas kühlerer Luftmassen ein, die auf der Rückseite mehr und mehr aus höheren Breiten kommen und uns Abkühlung brinaen. Die Bewöl­kung gestaltet sich dabei wechselhaft, zeitweise tritt Aufheiterung ein. Vereinzelt kann die Ozeanlust auch Niederschläge verursachen, jedoch nur in ge­ringem Maße. Da besonders nachts der Himmel aufklart, so wird durch die ungehinderte Ausstrah­lung leichter Nachtfrost eintreten.

Wettervoraussage für Samstag. Wechselnde Bewölkung, vorüb.rgchmd auch auf- heiternd, kühler, leichter Nachtfrost, nur noch ganz vereinzelt leichte Schauer.

W i t te r u n g s a u s s i ch te n für Sonn« tag. Ruhigeres Wetter nft Nachtsrost.

Lufttemperaturen am 26. Dezember: mittags 5,2 Grad Celsius, abends 1,1 Grad: am 27. Dezember: morgens 1,0 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum 0,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 26. Dezember: abends0,2 Grad; am 27. Dezem­ber: morgens:0,3 Grad Celsius. Niederschlag 0,8 mm.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bl» 12.30 Uhr. 16 bl» 17 Uhr. Samstag vachmiitag geschlossen.