er|edigin
mber My
07618
M
® MeiSengaffr
Senilet, Türen,
jen
cbol
DPffl 1929 bet
Lin- Se- mol--
er«
imt
iantel
■eisen 6ei
res M ein- 171, 17D leis, der,
_ Zrcpücn, Bretter, I tifbeue halfen,
, |6rennboUu.l!cbm. \\A ein «cheunrnior,
und 1 T-Imcr,
!9, Id) in
(out' igen. örbe, Öftfr t. io
wiiii a^nds °^,s
anfd,,„7h 1
1.13, 742P
in!e, >zen, mer- iloSf igen, rpie- rate, M, rrad, Hine, rank, arat, orot, lade, land' aber, W NMÜ adel' aier, [öde, iinse» äsen, rsten, ;osik,
’rsweg52 lenfeüleidung m 3(auje
tnltSlolor.fttu«’«1 Ä« seiuchl. ^r.anneb.u.Ä «WWW füneiÄ'«^“ MBA r. Boten zwc'R Ließen, Selter**' ^fiarte_fl^®L- [ Verein0_J
16er. 5 ml, btllm ju oeitauien. Mw
Tlböner
WP»W prcism. z. vert *.<
Abtritt. 26 L [Kaufgesuche] fitbrauchtes
19: 3«»« "Lxn
Nr. 278 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhefsen)
Mittwoch, 27. November 1929
Das hessische SleuervorauszaWngsgeseh
der Bcriesclungsoase
botanischen Natur
IN
•’i
■(
Bleibt also auch der ungeheuere Zeitabstand, der uns von der Entstehung des Werkes trennt, gleichsam stets das äußere, sinnfällige Maß einer inneren Fremdheit, die uns nie völlig in die Welt und den Gefühlskreis des Trauerspiels eingehen läßt, — so hat die groß angelegte, genialische Uebertragung und sprachliche Erneuerung Werfels das menschlich und künstlerisch Möglichste getan, diese Kluft zu überbrücken. Seine Nachdichtung ist aus klassischem Geiste geboren, in edlem Maß und Rhyth- nms gestaltet, und von einer sprachlichen Schönheit, die oft gerade über die dramatisch ganz leblosen Partien der Vorlage hinweghilft.
die Kraft der aufquellenden Lava, des sogenannten Magmas, das große Viereck des Koloradoplateaus im Süden gehoben hat.
Zum Schluß seines außerordentlich klaren und
Daten für Donnerstag 28. November.
Sonnenaufgang 7.37 Uhr, Sonnenuntergang 15.58
14 39 UI Mondaufgang 4.24 Uhr, Monduntergang
1830: der Komponist Anton Rubinstein in Wecheotgncß geboren; — 1876: der Naturforscher
Die Aufführung unter der Regie des Intendanten Dr.P rasch war hervorragend; man bedauert, daß er eine so zähe Energie an einen so spröden Stoff gewendet hat; aber man bewundert es, wie er über die starre Masse des Textes Herr geworden ist. Jedenfalls ist hier wieder einmal eindringlich gezeigt worden, was unsere verhältnismäßig kleine und mit bescheidenen Mitteln arbeitende Dühne zu leisten imstande ist; eine Aufführung wie diese hätte sich durchaus an einem großstädtischen Theater sehen lassen und vor einem verwöhnteren Publikum mit Ehren bestehen können.
Die Szene ist (von Löffler) in klassischer Einfachheit gehalten: auf dunkler Treppe heben sich die Gestalten gegliedert und gesteigert vor dem violetten Hintergründe ab. Gut war die Idee, die Götterfiguren des Vorspiels als überlebensgroße Silhouetten erscheinen zu lassen; doch befriedigte die Lösung nur teilweise; die Umrisse der Poseidonsgestalt wirkten ungünstig, zumal die Lichtquelle neben ihr störend sichtbar blieb. Da baä kaum zu vermeiden sein wird, wäre zu erwägen, ob man die Prologsprecher nicht lieber plastisch, aber etwa durch je einen Sockel erhöht auf die Szene bringen sollte.
Die große Leistung der Regie war die sprachliche Veherrschung und musikalische Gliederung des Textes, wie sie sich in der vorbildlichen Instrumentierung des Chorkörpers bewährte. Die beiden Chöre, im Kern aus Laienspielerinnen zusammengesetzt, sind in mühsamster Probenarbeit zum bewegten Orchester, zum rhythmisch gelösten, aber klanglich fest verbundenen und ineinander abgeftimmten Spielelement erzogen worden.
Lochschulnackrichien.
Der Oberbaurat Otto Ernst Schweizer in Nürnberg ist mit Wirkung vom 1. Januar 1930 an jum orbcntlid)en Professor für Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe ernannt wor- öfn (auf den durch die Wegberufung des Professors «ans Sretfß erleb iaten ßsh-üiihn.
Aus der Masse dev Chores, ihn führend, von ihm ausgenommen und getragen, erheben sich die Einzelstimmen der klagenden Heldinnen; und es ist wiederum ein Verdienst der Regie, deren Individualität und Charqkter nach Kräften herausgehoben und gegeneinander ab* gesetzt zu haben, — um so die grenzenlose Monotonie des Spieles, wo es möglich war, zu lockern und zu beleben.
Richt nur szenisch, sondern auch schauspielerisch stand die Gestalt der Hekuba beherrschend im Mittelgründe der Aufführung: Lieselotte Fuhrmann hat hier eine ihrer eigentlichsten Bestim- mung entsprechende Aufgabe gefunden und diese Aufgabe in großem Stil gelöst, die ausladende Rolle sprachlich untadelig beherrscht und der Figur, ohne sie völlig in trostloser Hingabe an Verzweiflung und Trauer versinken zu lassen, ihr antikisches Aebermah zu wahren versucht.
Eine zarte, rührende Andromache, auch sprachlich sehr fein, gab Marianne Mewes. Die Kassandra der Trude Heß wirkte zuletzt, innerlich gefaßt und stimmlich verhalten, stärker als in der theatralischen Entfesselung des Fackeltanzes. Die Helena der Maria Koch war absichtlich und wirksam als Kontrastsigur gespielt und gesprochen; allerdings überschritt, für unser Empfinden, diese Auffassung stellenweise auch die Grenzen der strengen Stilisierung, welche nun einmal hier die Szene beherrscht.
Die sechs tüchtigen Chorführerinnen: Luise Jüngling, Beatrice Döring (die auch als Prologsprecherin einen recht günstigen Eindruck machte), Hanna Keller. Ingeborg Scherer, Slse Jahn, Senta Würzburger; in die drei männlichen Rollen in diesem Frauenstück teilten sich H a i s . A r z d o r f und F a s s o t t. —
Der Beifall war groß und schwer verdient; mit den Darstellern erschien zuletzt der Intendant. Dr. Th.
Schuh der denkmäler der
Heimat! Man schreibt uns: In den wenigen vorhandenen Aufzeichnungen von Pflanzen und ihrer Standorte unserer Provinz finden wir manchen Vertreter unserer Flora vermerkt, den wir heute an der bezeichneten Stelle vergeblich suchen. Diese Ter-
anregenden Vortrags verweilte er bei den Bergketten, die das Koloradoplateau im Süden ab* lösen: bei dem Rooscveltstausec. den sie ein- schließen, und bei dem Catalinagebirge, dessen niederschlagsrcichcrcr, von Kiefernwald bedeckter Scheitel sich über der Wüste von Arizona und von Tucson erhebt.
Dr. L.
armung unserer natürlichen Pslan^engemeinschaft hat verschiedene, hier nicht näher zu erörternde Ursachen. Roch besitzeii wir aber in der Nähe Gießens, im Vogelsberg, an salzhaltigen Stellen bemerkenswerte Pflanzenvorkommen. Auch diese Raturdenkmäler sind in ihrem Bestände bedroht, wenn nicht Maßnahmen zu ihrem Schuh getroffen werden. Die beiden Botaniker unserer Universität, Professor Dr. K ü st e r und Professor Dr. Funk haben u. a. in der Iubi- läumsnummer des „Gießener Anzeigers" (1925) bereits auf diese Pslanzenvor'ommen hingewicsen und zu ihrem Schuh ausgesordert. In ihrer nächsten, am Donnerstag stattfindenden Sitzung hat die Oberhessische Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde es dankenswerterweise übernommen, diese Fragen erneut zur Erörterung zu stellen. Prof. Dr. Funk wird in einem Dortrag über „Botanische Raturdenlmäler in Oberhessen" sprechen und im Lichtbild Aufnahmen seltener Pflanzenarten zu Gesicht bringen. Vorher wird Professor Dr. Meißen kurz über die im Tange befindliche pflanzengeographische Durchforschung von Hessen Mitteilung geben. Der Besuch der jedermann zugänglichen Veranstaltung, sei allen Ratur- und Heimatfreunden aufs wärmste empfohlen. (Siehe heutige Anzeige.)
** Der Verband Deutsche Frauenkultur. Ortsgruppe Gießen, beschließt am 28. und 29. Rovember mit einer Weihnachtsmesse im Billardsaale des Cafe Amend, wo die im Verband mitarbeitenden Gießener Firmen vertreten find, seine Veranstaltungen im Jahre 1929. Beginnend njit den Darbietungen des Dolkstanzkreises Gießen, dann mit den Vorträgen von Dr. Störte, Gießen, und Frau Sauerwein, Hanau, dem mit großem Beifall aufgenommenen Rachmittag, an dem alle hier vertretenen Ghmnastikschulen in schneller Folge Einblick in ihre Tätigkeit zeigten, einem Kinderfest, der Graphikausstellung von Frl. Kranz und dem Raritätenabend mit Lautenspiel und Gesang von Frl. I o st e n , enden die geselligen Zusammenkünfte der Ortsgruppe mit einem Adventstee und dem Gesang von Frau Rebeling und Rezitationen von Frl. Beatrice Doering. Man beachte die heutige Anzeige.
** Sanitäts - Löhnungsansprüche ehemaliger Kriegsgefangener. Seit fast zehn Jahren kämpft ein großer Teil des ehemals kriegsgefangenen Sanitätspersonals um die Auszahlung der ihm noch zustehenden Ge- bührnisse aus der Zeit englischer Kriegsgefangenschaft. Nunmehr hat die englische Regierung die Ansprüche mit der rechtlich unhaltbaren Begründung abgelehnt, sie forme die Forderung nicht mehr nachprüfen. Die Reichsregierung hat sich mit dieser Haltung Englands laut amtlicher Mitteilung abgefunden und glaubt dasselbe auch den in Betracht kommenden Gläubigern Englands zumuten zu können. Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener wird jedoch, einer Nachricht ihrer Bundesleitung zufolge, die durch die Genfer Konvention begründeten Forderungen — etwa 3,5 Millionen Mark — bis zum Aeußersten verfechten. Alle diejenigen Angehörigen des ehern. Sanitätspersonal, die aus englischer Kriegsgefangenschaft noch Gebührnis- ansprüche haben, werden daher gebeten, umgehend ihre genauen Adressen mit Personalangaben (Geburtstag und -ort, letzter Truppen- teil, Zeit der Gefangenschaft, Gefangenenlager)
Karl Ernst von Baer in Dorpat gestorben; — 1881: der österreichische Dichter Stephan Zweig in Wien geboren; — 1898: der schweizerische Dichter Konrad Ferdinand Meyer in Kilchberg gestorben.
Das hessische Staatsministerium hat den Entwurf eines Steuervorauszahlungsgesetzes verabschiedet und ihn soeben dem Hessischen Landtag zugeleitet. In dem Entwurf sind namentlich Bestimmungen für das zur Zeit im Gang befindliche Deranlagungsversah- ren für Grund-, Sondergebäude - und Gewerbesteuer mitenthalten, weshalb der Finanzminister besonderen Wert darauf legt, daß der Landtag noch in seiner Novembertagung das Gesetz verabschiedet.
Da sich schon jetzt übersehen läßt, daß bis zu Beginn des Steuerjahres 1930 die endgültigen Steuerbescheide für dieses Jahr noch nicht zugestellt sein können, so ist auch diesmal wieder ein Steuervorauszahlungsgeseh erforderlich. Aus Rücksicht auf die Staatsfinanzen, die Finanzen der Gemeinden und Gemeindeverbände, ebenso wie aus Rücksicht auf die Steuerpflichtigen darf in der Einziehung der laufenden Steuern keine Unterbrechung eintreten. Wenn auch der Finanzminister glaubt, daß die Reichsgesehgebung auf dem Gebiete der Rcalsteuern und der Ge- bäudeentschuldungssteuer im kommenden Winter zu einem Abschluß kommen wird, so hält er es doch für angebracht, dem Landtag ein Gesetz vor- zulcgen, dessen Geltungsdauer nicht wie seither von vornherein auf ein Jahr beschränkt ist. Da künftig alljährlich die drei großen Staatssteuern veranschlagt werden sollen, so ist die Gestaltung der Vorauszahlungen für 1930 und später, wie auch die Formulierung der grundlegenden Ge- sehesvorschriften wesentlich einfacher als im Gesetz von 1929.
Artikel 1 bestimmt daher: „Dis zur Zustellung der Steuerbescheide über staatliche Grundsteuer, Sondergebäudesteuer und Gewerbesteuer für ein Rechnungsjahr sind zweimonatliche Vorauszahlungen (Raten) auf diese Steuern in Höhe von je einem Sechstel der zuletzt festgesetzten Jahres st euerschuld zu entrichten." — Neu ist dann eine Bestimmung, daß die Vorauszahlungen erhöht oder ermäßigt werden können, wenn voraussichtlich anzunehmen ist, daß die Veranlagung für das laufende Stcuerjahr um mehr a l 6 ein F ü n f- t c l oder mehr als 100 Mk. Höheroder niedriger sein wird als die Iahressumme der Vorauszahlungen — eine Bestimmung, die in schwerwiegenden Fällen von der Steuerbehörde wie den Steuerpflichtigen in Anspruch genommen werden kann. (Bisher war dies nur bei kommunalen Steuern und Der staatlichen Gewerbesteuer vorgesehen.) Solange aber die Steuersätze für das betreffende Rechnungsjahr noch nicht festgesetzt sind, ist für die zur Erhöhung oder Ermäßigung erforderlichen Berechnungen zu unterstellen, daß die vorjährigen Sätze unverändert bleiben.
_Sie Vorauszahlungen sind nach Artikel 2 am 25. April, Juni, August, Oktober, Dezember und Februar fällig. Eine Schonzeit von zehn Tagen ist zugxbilligt.
Heber die Höhe der Vorauszahlungen wird ein schriftlicher Bescheid erteilt, der mit Dem Steuerbescheid des Vorjahres über Grund-, Sondergebäude- und Gewerbesteuer verbunden werden kann. (Artikel 3.) Das Finanzministerium will den Vorauszahlungsbescheid 1930 bereits mit Dem endgültigen Steuerbescheid 1929 verbinden. Hm diese Vereinfachung zu ermöglichen. Drängt cs auch auf Die Verabschiedung in Der Novembersession Des LanDtages.
Gegen EntscheiDungen über die Vorauszahlungen sieht Das Geschäft nur Das zwei Instanzen umfaffcnDc Beschwerdeverfahren vor. Das Derufungsverfahren ist ja für Die Der Vorauszahlung zugrunDeliegende enDgültige ©teuer» Veranlagung des Vorjahres zulässig.
Artikel 5 regelt Dann die ziffernmäßige Anrechnung der Vorauszahlungen auf Die enD» gültig festgesetzten Steuern sowie Die Verrechnung überschießender oder zu wenig gezahlter Beträge.
Die älmstände, die für das Dorauszahlungs- gefeh der Staatssteuem maßgebend waren, gelten natürlich auch für d ie Gemeinden und Gemeindeverbände. Den Gemeinden wird
Gießener Stavttheater.
Euripides (Werfel): „Tie Trocrinnen".
Goethe schrieb 1831 über Euripides ins Tagebuch: „Haben Denn alle Nationen seit ihm einen Dramatiker heroorgebracht, der nur wert wäre, ihm die Pantoffeln zu Reichen ?" Dieses Urteil ist zu begreifen aus der Einstellung des Weimaraners zum klassischen Zeitalter der Griechen und ihrer Kunst. Die moderne Anschauung wird sich solche Wertung nicht oder doch kaum so bedingungslos zu eigen machen, wenigstens nicht mit Beziehung auf die „Ir oerinne n"; denn sie gehören keinesfalls zum Stärksten, was Euripides hinterlassen haf.
(Wripides, der jüngste der drei großen helleni- nischen Tragiker, wurde — soweit man der unsicheren und wohl auch legendär getrübten lieber- lieferung folgen darf — im Fahre 480 vor Christus, am Tage der Seeschlacht von Salamis, geboren ... als Kind eines Krämers und einer Gemüsefrau. Seit dem Jahre 455 ist er als Dichter aufgetreten. Von seinen 92 Dramen ifi nicht der vierte Teil auf uns gekommen. In seinen Stücken hat er die Darstellung weiblicher Charaktere bevorzugt; da bieje Charaktere nicht immer harmonisch ZU wirken vermochten, der Dichter selbst auch wohl in der Ehe nicht viel Glück gefunden hat, gaben >hm Zeitgenossen und Nachfolger den Beinamen eines Weiberhassers. Im Jahre 406 ist er gestorben: in Mazedonien, wie es heißt, von Hunden zerrissen.
Euripides ist nicht nur der jüngste, sondern auch der modernste — wenn das Wort hier erlaubt ist — und der realistischste unter den drei großen Dramatikern Athens gewesen. Er war ein Neuerer, er stand im Widerspruch zur strengen Ueberlieferung und hohen Form seiner Vorgänger. Er stieg herab vom Kothurn, er suchte die Gegenwart, die Zeitgenossen, das Leben. Er brach mit den scheinbar unverbrüchlichen Gesetzen der überkommenen Dramenkunst. Er entkleidete den Chor seiner großen, gewichtigen, mitspielenden Rolle, seiner beherrschenden Geltung im Mittelpunkt der Szene. Ihm konnte das waltende Schicksal zum Zufall werden, er wollte den Mythos gegen die Leidenschaft eintauschen. Er schuf den Prolog zur Erzählung der Vorgeschichte, und er gebrauchte gern jenen berühmten deus ex machina, den Goll aus den Wolken oder aus der
Maschine, der den Alten gewissermaßen das happy end ersetzen sollte. Er wünschte, daß die Theaterbesucher ihre eigensten Dinge auf Der Bühne ver- handelt fänden; er stellte, wie Nietzsche es aus- Drückte, Den Zuschauer selbst auf Die Bühne; und er hat auch — hier und vielleicht nur hier allein wirkt er fast modern und ganz gegenwärtig — mit Dem Zuschauer und Zuhörer als Publikum gerechnet und sehr bewußt auf ihn wirken wollen. Hier ist das Theater nicht mehr nur Die geheiligte Stätte festlicher Erhebung, nationaler Weihehandlung, mythischer Entrückung und kultischer Einkehr, — hier ist es schon zum Schau-Platz geworden. Der es, im Gfcrten unD im Bösen, bis auf Den heutigen Tag geblieben ist.
„Die Troerinnen", Den Frauentragödien aus Dem troischen Sagenkreise zugehörig, erscheinen als eines Der schwächsten Stücke, Die uns von Euripides oder unter seinem Namen überkommen sinD. Dieses Werk ist, wenn man Den alten griechischen Grundbegriff Des Dramas anroenDen will, Der ja ganz einfach und wörtlich „Handlung" bedeutet, — ein Undrama. Denn es geschieht nichts oder doch, im dramatischen Sinne, so gut wie nichts. Das große, einheitliche, rahmende Motiv, welches die Szene zusammenhält, bildet zwar einen mächtigen und heroischen Hintergrund, aber eben auch nicht mehr: der Fall Trojas wird hier erzählt, besungen, betrauert — aber nicht eigentlich und innerlich ins Schauspiel einbezogen und in Handlung umgesetzt.
Dieses breit ausholende, vielstimmig tönende Stück ist eine einzige, endlose Klage, eine in ihrer Vielstimmigkeit noch monotone Elegie, ein Grad- gefang, ein Chorlied trauernder Frauen. Klage um den verlorenen Krieg, um die gefallenen Helden, um das elende Los, das die Frauen einem siegreichen Feinde als willenlose Beute überantwortet. Klage auch um ein kleines, unschuldig, sinnlos und grausam geopfertes Kind. Und hier, wenn je einmal in diesem Trauerspiel, Dringt Das Wort Des alten Dichters aus seiner unendlichen Ferne unD Fremdheit bis an unser Gefühl, an unser menschliches Mitempfinden. Aber hier sträubt sich auch zugleich ein echtes Gefühl gegen Die künstlerische Notwendigkeit vleses Motivs, gegen Die Sinnlosigkeit dieses Schicksals — und gegen die Bewußtheit, mit welcher der Dichter die Wirkung auf das Publikum in feine Gestaltung einbezogen hat.
im Gesetz aber Die rechtliche Möglichkeit gegeben, schon bei AnsorDerung Der vorläufigen Steuerbeträge von Den vorjährigen abweichende Steuersätze anzuwenden. Die Finanzlage einer Gemeinde kann sich eben von Jahr zu Jahr so ändern, daß sie Die Möglichkeit haben muß, schon von Beginn Des Rechnungsjahres ab mit den geänderten Verhältnissen angepaßten Steuereingängen zu arbeiten. Das Gesetz macht daher eine Unterscheidung zwischen Den Staatssteuervorauszahlungen und Den vorläufigen Kommunal- ftcuem.
•Um besondere Aenderungen des Sonder- gebäudesteuergesehes zu vermeiden, sind in das vorliegende Gesetz einige Aenderungm eingebaut, die sich bei im Gang befindlichen erstmaligen Veranlagung als unbedingt erforderlich erwiesen haben. Da diese Aenderungen bei der Veranlagung noch berücksichtigt werden sollen und müssen, sind sie mit rückwirkender Kraft ab 1. April 1929 ausgestattet.
Artikel 6 Abs. 2 bestimmt Dann: „Die vorläufigen^ Steuersätze der Sondergebäudesteuer dürfen für Gemeinde und Gemeindeverbände zusammen Die in Art. 13 Abs. 1 Des Sondergebäude- steuergesehes für 1929 genannten Sätze nicht übersteigen, in jedem Falle muß für Gemeinde und Gemeindeverbände zusammen der höhere Steuersatz zum niederen im Verhältnis von 7 7 ßu 70 stehe n." (D. h. also: Die kommunale SonDergebäudesteuer für Gebäude über 7000 Mk. Wert beträgt gegenwärtig 77 Pf., für Gebäude bis zu 7000 Mt. Wert nur 70 Pf. je 100 Mk. Das sind Höchstsätze. Die kommunale Steuer kann aber Darunter bleiben. Für diese Fälle fehlte bisher eine Relation. Nach dem Entwurf würde also, wenn ein höherer Sah von 55 Pf. (für Eebäude über 7000 Mk. Wert) beschlossen ist, automatisch der niedere Sah 50 Pf. betragen.) Es folgen dann gegenüber dem vorjährigen Sondergebäudesteuergcseh einige textliche Abänderungen und Bestimmungen über Höher- und Niedervorauszahlungen wie bei der Staatssteuer, wie oben bei Artikel 1 dargelegt.
ilm eine Aenderung des Grundsteuergesehes zu vermeiden, sieht Der Entwurf auch Die Bestimmung vor (Artikel 7). Daß Die Sähe der Grundsteuer für 1929 in Der Höhe endgültig festgestellt werden sollen, in Der sie bereits Den Vorauszahlungen 1929 zugrunde lagen. In dem Artikel wird also der Steuerverwaltung Der Auftrag erteilt, Die Grundsteuer für 1929 endgültig zu veranlagen, um Die Möglichkeit zu geben, Eigentums- ober Bestandsveränderungen zu berücksichtigen. Die Grundsteuer wird 1929 also nicht wie in Den Vorjahren einfach durch die Vorauszahlungen für abgegolten erklärt.
Artikel 8 bringt Dann eine Reihe von veranlagungstechnisch unbedingt notwendigen gesetzlichen Unterlagen für den Fall, daß die Steuersätze von Gemeinde und Kreis noch nicht endgültig beschlossen und genehmigt sind und Verknüpfungen zwischen Staatssteuem und Kom- munalsteuem bestehen. Es sollen in diesen Fällen Die vorläufigen kommunalen Steuersätze eingestellt werden. (In etwa 700 Gemeinden werden z. B. bei den vorläufigen Sähen schon Die Höchstsätze und in 250 Gemeinden wird gar keine Sondergebäudesteuer erhoben.)
Wenn auch beabsichtigt ist, die kommunalen Steuern für 1929 endgültig veranlagen zu lassen, so wird in Artikel 9 dem Innenminister Die Ermächtigung erteilt, Die kommunale GrunD-, SonDcrgebäuDe- unD Gewerbesteuer für 1929 (und die folgenDen Jahre) gan-5 oder teilweise als durch die Steuervorauszahlung abgegolten zu erklären. Entsprechendes gilt für die zuständigen Minister hinsichtlich der Umlagen anderer öffentlich-rechtlicher Körperschaften, für Deren Umlagen diese Steuern Den Maßstab bilden.
Aus her provinzialhauptsta-i.
Gießen, den 27. November 1929.
Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde.
Vor einigen Tagen führte ein besonders gut besuchter Vortrag des Geh. Rat Prof. Dr. A. P e n ck, Berlin, Der fünf große Reisen durch NorDamerika gemacht hat, in das Gebiet des Koloradoplateaus. Dieses bildet einen ettoa viereckig begrenzten Teil des gebirgigen Westens der Vereinigten Staaten. Seine 1500 bis 2100 Meter hohe Oberfläche besteht gegen Süden zu aus immer älteren, aber fast stets ganz flach gelagerten Gesteinen. Mitten hindurch zieht sich, bis 1800 Meter tief eingeschnitten, der Kanon des Koloradoslusses, dessen Tal den Gesteinsaufbau des Plateaus in großartiger Weise entblößt. Unfern der Eisenbahnstation Grand Canyon wird Die Oberfläche von Dem weißen jung- paläozoischen Coeoninosandstein gebildet, und der Taleinschnitt offenbart die ganze auf das lebhafteste unD verschieDenste gefärbte Schichtserie abwärts bis zum Urgneis. Die besonders harten Schichtkomplexe bilDcn nahezu senkrechte Wände, die weicheren mehr oder weniger verflachte und ausgedehnte Plattformen. Die beiden breitesten dieser Verflachungen sind die Esplanade und die Tontoplattform. Während die Oberfläche des Plateaus um die Station Grand Canyon noch Wälder aus der Kiefer Pinus ponderosa und aus Wacholder trägt, finden sich auf den Plattformen, die weniger Niederschlag erhalten, nur noch Wüstensteppenbestände aus dornigen Sträuchern und stachligen Gräsern. Der Fluß erodiert besonders dadurch, daß er Sandmassen über seiner Felssohle entlang bewegt. Mit dieser Tieferlegung der Kanonsohle geht eine allmähliche Weitung des Tales durch Zurückverlegung der Kanonwände Hand in Hand. Die letztere erfolgt auf der Südseite des Kanon ausschließlich durch die Schwerkraft. Es bilden sich Ausbruch- nischen in Den Stufenabfällen, und Das ausgebrochene Material gleitet Dann auf Den Verflachungen abwärts, bedeckt diese jedoch nur ganz seicht, so daß deren Böschungswinkel nicht durch diesen Schutt, sondern durch Die Standfestigkeit des anstehenden Gesteins bestimmt wird. Auf der Nordseite des Kanon wirkt dann und wann Die Erosion des fließenden Wasfers mit, Das gelegentlich Den Durchlässigen, sanft nach SüDen einfallenden CoconinosanDstein Durchrinnt unD an Der Grenze der liegenden undurchlässigen Schicht bis zu deren Ausbiß am Kanonhang entlang- sickert.
Von links mündet in den Großen der Kleine Kolorado. Während die Abtragung an den Feld- wänden des Kanon des Großen Kolorado die waagerechten Schichileistcn herausgearbeitet hat, folgt sie an Denen des Kleinen vorwiegend den zahlreichen senkrechten Klüften. Diese haben Die starke Mäanderbildung des Kleinen Kolorado nicht erzeugt, sondern sind vielmehr geeignet, dieselbe allmählich Durch Erniedrigung Der Mäanderhälse zu vernichten.
Die Oberfläche Des Plateaus besteht in dem geschilderten Bereich fast überall aus Den Schichtflächen des Coconinosandsteins und bildet daher Die Schichtstörungen genau ab: Die Doppelflexur Des Kaibabplateaus, sowie Den Staffelbruch im Bereich Des öl inkaretplateaus. An einer Stelle besitzt Das Plateau einen tiefen Trichter, Der von Den Trümmern Der bis zu Dieser» Tiefe anstehen- Den Gesteine umkränzt ist. Es hanDelt sich um einen Meteoreinschlag; Meteoritenreste finden sich weithin ringsum. Aber Die StanDarD Iron Comp. bohrt, vermutlich vergeblich, nach Dem Kem des Meteors, Das vielmehr bei Dem Einschlag explodierte.
Sm äußersten Süden, jenseits der durch die zunehmende Trockenheit bedingten Waldgrenze, ragen einzelne isolierte Vulkankegel über Das Plateau auf. Deren höchster Der S. Francisco Peak (3844 Meter) ist wnD Die ihrerseits toieDer Durd) die Region des Höhenwaldes hindurch- reichen. P e n ck Deutete Die Möglichkeit an, Daß


