Ausgabe 
27.9.1929
 
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Aus der provinzialhaupistavt.

Gießen, den 27. September 1929.

Vögel im Herbst.

Von Or. Werner Suntel, Kassel.

lieber die Fluren streicht ein herbstlicher Wind. Wie wohl tut uns der frische würzige Luftbauch, der mit den reifen Distelsamen spielt. Ueberall schwe­ben diese Unkrautsamen mit ihren silberwolligen Fallschirmen in der Luft; schließlich bleiben sie aber doch irgendwo am Boden hatten, wo sie im nächsten Frühjahr mit Keimen, Wachsen, Blühen und Fruch­ten ihre Art fortsetzen. Der Landmann schilt die Disteln ein lästiges Unkraut und mag sich deshalb über die vielen Stieglitze und Hänflinge freuen, die am Ackerrand die wolligen Distelköpse plündern. Die Hänflingsmännchen, deren frischoermausertes Brust­gefieder im Sonnenschein des Spätsommertages rot aufleuchtet, lassen sogar noch ihr flötendes Lied er­schallen. Aber erst die schmucken Distelfinken: sie sehen so bunt aus wie die tropischen Vögel aus dem fernen Afrika, die man im Museum oder Zoolo­gischen Garten sieht! In ihrer Gesellschaft lesen Goldammern, Buchfinken und Sperlinge still das ausgefallene Gesäme von Mohn, Wegerich und Kornblumen am Boden auf, während einige Feld­lerchen hurtig trippelnd allerlei krabbelndes Getier erhaschen.

Auf den Telegraphendrähten an der Landstraße ruhen ganze Schnüre von Schwalben, die sich zur Abreise rüsten, während auf dem hohen Birnbaum ein Riesenschwarm von Staren sein Hauptquartier aufgeschlagen hat. Lange bleiben die Stare nicht sitzen, bald saust das ganze Heer über die Wiesen, wo die Dorfjugend die scheckigen Kühe weidet, schwingt sich hoch, dann Sturzflug, rechts um, links um, Steigen, Fallen, und das alles so toktrnäßig, wie ein Regiment auf einem Kasernenhof. Dabei haben die jungen Stare nicht wie die menschlichen Rekruten diese Kunst erst andressiert bekommen, nein, dieser Zusammenhalt liegt ihnen im Blut, das Braufen eines vielköpfigen Starenfluges, in dem alle diese Vögel nur einen Willen zu haben scheinen, kann -uns eine soziale Predigt sein, ein Vorbild der Einigkeit. Schwatzend fallen alle Stare auf der Wiese ein, die ihnen Regenwürmer ver­spricht. Aber auch der Starenmagen liebt die Ab­wechslung, drum erhebt sich einmütig das Vogel­volk und eilt in breiter Flugfront dem Dorfe zu, wo es jetzt noch besondere Leckerbissen gibt.

Die Stare fallen im Schulgarten ein, dem eine große Scheune und die Lehrerwohnung fast die ganze Morgensonne raubt. Deshalb gedeiht hier auch kein zartes Gemüse, wohl aber allerlei frucht­tragende Sträucher und Obstbäume. Wie die Reinet­ten leuchten und gar die blaue Fruchtsülle der Zwetschen! Hier ist der Lieblingsaufenthalt von des Lehrers vierzehnjährigen Jüngstem, der jetzt Herbst­ferien hat. Rur mit einer Kniehose bekleidet, läßt er sich am Fuße des Zwetschenbaums auf dem Rasen liegend von der Mittagssonne bescheinen und ver­zehrt eine Pflaume nach der anderen. Diesem Jun­

gen haben es die vielen Holunderbüsche und «bäume zu danken, daß sie noch nicht der Axt zum Opfer gefallen sind, obwohl neulich bei einerBesichtigung" einhoher Besuch" angesichts des wilden Buschwerks die Worte fallen ließ:Ein wüstes Werk!" Der Junge hatte die Vögel, denen die schwarzen Beeren so trefflich munden, zu gern, als daß er nicht von seinen Eltern die Schonung der Holunder erbettelt hatte. Aus einmal unterbricht er sein Zwetschen- effen, da muß wohl schon etwas geschehen fein, was dem Jungen wichtiger ist als der dreißigjährige Krieg oder ein Drama von Schiller, denn ohne triftigen Grund würde er die Zwetschen nicht ver­nachlässigen! Was kann bas. nur sein?: rauschend prasseln die Stare in die beerenschweren Holunder- fträudje und beginnen ein hastiges SchwelgenI Ha­ben sich die ersten schon halbsatt gefressen, so er­neuert die Freßlust einiger Nachzügler ihren Futter­neid und ihreLeistungssähigkeit".

Der Knabe hat sich dem Starenschwarm vorsichtig genähert,seinen" Staren, mit denen er sich noch mehr als früher verbunden fühlt, seitdem er sie persönlich kennt. Seine jungen scharfen Augen neh­men an den.Füßett vieler Stare einen helleuchten­den Aluminiumring wahr, den er ihnen anlegte, als sie noch blind und unbefiedert im Nest lagen. Die Ringe, die alle eine Aufschrift und eine fort­laufende Nummer tragen, hatte er von feinem Na­turkundelehrer in der Stadt bekommen und den Jungstaren angelegt. Jetzt konnte er nun feststellen, daß von seinen Ringstaren noch welche am Brutort waren, obwohl einer dieser Vögel schon im August aus Flandern und ein anderer aus Lothringen zu­rückgemeldet war. Ob wohl auch welche im Winter an feinen Futterplatz kommen oder vielleicht gar welche aus größerer Ferne, vielleicht von Spanien oder Afrika zurückgemeldet würden? Jetzt pflückt er einen großen Strauß Holunderbeeren und verwahrt sie auf dem Haüsboden auf, um sie im Winter zur Dogeifütterung zu gebrauchen. Dann schneidet er von Holunder- und Haselbüschen diesjährige Schöß­linge ab und verfertigt sich daraus einen einfachen Vogelfangkasten, um am winterlichen Futterplatz die Vögel zur Beringung oder Ringnachprüfung für ein paar Augenblicke zu fangen. Die Fragen des Vogellebens fesseln den jungen Naturforscher, an schulfreien Nachmittagen und in den Ferien kön­nen er und ein paar gleichgesinnte Kameraden mit­arbeiten an der Erforschung des Vogelzuges, der einen besonders starken Eindruck im Herbst auf uns macht, wenn wir die Sommervögel nach und nach fortwandern sehen.

Spätsommermorgen. Das Grau des Nebels weicht nur ungern den Sonnenstrahlen. Im Frühschein glitzern Mlliionen Tauperlen an Gras und Kraut, Busch und Baum. Die winzigen Nebeltröpfchen ver­wandeln die feinen Netze der Spinnen in kunstvoll gewebte, mit edlen Perlen besetzte Vorhänge, lieber die Wiesen fliegen neben den Distelfamen zarte lange Fäden winziger Spinnen, die der Wind durch die herbstlich frische Lust weht und im letzten Sommers­sonnenschein aufglitzern läßt. Die Fäden sind so dünn und grau wie die Haare einer Greisin: über das Land zieht derAltweibersommer".

Daten für Samstag, 28. September.

Sonnenaufgang 5.55 Uhr, Sonnenuntergang 17.46 Uhr. Mondaufgang 0 Uhr, Monduntergang 16.30 Uhr (in Erdnähe).

1803: der Maler Ludwig Richter in Dresden ge­boren (gestorben 1884); 1864: der Maler Arthur Kampf in Aachen geboren; 1899: der italienische Maler Giovanni Segantini in Samaden (Engadin) gestorben (geboren 1858); 1902: der französische Schriftsteller Emile Zola in Paris gestorben (geboren 1840).

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die Dame in Schwarz" und .Hoppla, Vater sieht's ja nicht". Astoria- Lichtspiele:Der Schrecken der Prärie" undVer­suchung". *

** Schulpersonalien. Zu Rektoren an der Gießener Volksschule wurden ernannt die Lehrer Georg Kling und Gustav Kaufmann zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober ab. Der Lehrer Heinrich Roth zu Trais-Horloff wurde zum Lehrer an der Volksschule zu Klein-Linden mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts ab ernannt.

** Preisgekrönte Obstzüchter. Auf der Blumen- und Obstausstellung des hiesigen Obst- und Gartenbauvereins erhielten erste Preise: Wilhelm D e ch e r t, Hans Ries, Justus Wenzel; zweite Preise: E i n h ä u s e r, Heinrich Fischer, Geschw. Helfenbein; dritte Preise: Heinrich Blaser, Val. Gonter, Karl Schäfer, Karl Wenzel, ferner für besonders schöne Fenster-Glockenblumen Hausmeister Bader. Zum großen Teil ließen die ausgestellten Früchte Mangel an Düngung und Wasser erkennen. Die Ausstellung wurde von mehr als 1300 zahlenden Personen besucht.

** Vom Botanischen Garten. Soweit das Wetter es gestattet, wird der Botanische Garten in diesem Herbst noch bis zum 12. Oktober geöffnet fein.

Generalversammlung der Deut­schen Volkspartei. Die am Dienstag im Hindenburg abgehaltene Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Dolkspartei erfreute sich eines sehr starken Besuches. Der Leiter der Versammlung, Landgerichtsdirektor S ch u d t, gedachte in seinen Eröffnungsworten noch einmal der großen Verdienste, die sich der verstorbene 1. Vorsitzende Professor Dr. K r a u s m ü l l e r um die Partei erworben hatte. In der anschließenden Wahl wurde Oberreal­lehrer Appel einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Herr Appel dankte für das Vertrauen, das ihm gegenüber durch diese Wahl zum Aus­druck gebracht werde, und versprach, sich voll und ganz für die D. V. P. und für ihren Führer Stresemann einzusehen. Weiter wurde Kreis- direkkor i. D. Wolff, der den Gießenern kein Unbekannter ist, zum 2. Vorsitzenden gewählt. Auch er nahm das Amt mit Dank an und gedachte seiner früheren Gießener Tätigkeit. Der Vorstand wurde sodann durch weitere Zuwahl ergänzt. Die Versammlung befaßte sich ferner mit den im

Herbst stattfindenden Etadtratswahlen und be­schloß, einen Ausschuß einzusetzen, der die Listen­aufstellung und weiteren Vorbereitungen in die Hand nehmen soll. Aach diesen geschäftlichen Punkten der Tagesordnung ergriff Frau Land- tagsabg. Birnbaum das Wort zu einem Vor­trag über Doungplan und Aheinlandräumung. Sie sprach über die geschichtliche Entwicklung seit dem Herbst 1923 und betonte, wie Strese­mann sich unter den größten Schwierigkeiten durchgekämpft hat und wie heute, wo er seinem ersten politischen Ziele nahe ist, die Opposition ihm wiederum die ungeheuerlichsten Schwierig­keiten bereite. Sie betonte, daß diejenigen, die seinerzeit den Dawesplan als untragbar ablehnen wollten, heute kein Recht hätten, diesen Plan verewigt zu sehen wünschen und den Boungplan abzul^hnen, der zur Zeit doch für uns eine Minderung der jährlichen Zahlung um zirka 700 Millionen bedeutet. Eingehend erläuterte die Rednerin weiterhin das Volksbegehren. Wie schwach es um diese Kampfstellung der Opposition bestellt sei, ersehe man am deutlichsten aus der Gegensätzlichkeit, in der sich der Reichsausschuß deö Volksbegehrens befinde. Die Rednerin be­tonte dum Schluß, daß der Deutschen Volks- Partei die Freiheit der besetzten Gebiete über alles ginge und daß sie hoffe, die endgülttge Freiheit werde durch die Stresernannsche Politik recht bald erreicht. Mit lebhaftem Beifall dank­ten die zahlreichen Zuhörer für die interessanten lehrreichen Ausführungen. Der Leiter der Ver­sammlung beschloß den Abend mit der ernsten Ermahnung an die Mitglieder der D. V. P., treu weiterzuarbeiten und die innen- und auhen- polktischen Ziele verwirklichen zu helfen.

(Weitere Lokalnachrichlen im 3. Blatt)

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