Ausgabe 
27.8.1929
 
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Leichiathleiil der Sp. Dg. 1900.

Hervorragendes Abschneiden in Kassel und Weilburg.

ö. Die Entsendung Hopfenmüllers zu den leichtathletischen Wettkämpfen des Kasseler Rasensportverbandes hat sich mehr als gelohnt. Der in allen Mehrkampfdisziplinen zur Zeit sehr gut beschlagene 1900er war imstande, vier erste und einen dritten Platz zu belegen. Seinen imposantesten Sieg und zugleich auch die absolut beste Leistung der gesamten Veranstaltung stellen seine 48 Meter Speer, in Leistungsklasse II erzielt, dar. In Klasse III warf er ebenfalls mit und wurde erster mit 46,10 Meter. Seine Kon­kurrenten folgten in weitem Abstand (in Kl. II Bott, Kurh. Kassel, und Döring, A. S. C. Göttingen, mit 42,92 bzw. 42,35. in Leistungs­klasse III zwei Kurhessenleute mit wenig über 30 Meter). Das Kugelstoßen sicherte sich Hopfen­müller mit 10,43 Meter vor Degen. Hess.-Pr. Kassel. Auch im Dreikampf der Kl. III wurde der Gießener mit 146 Punkten klarer Erster vor Hofmann und Thiel. Kurh. Kassel, die es auf 126 bzw. 109 brachten. Im Rahmen des Dreikampses lief der 1900er 11,5 Sek., stieß 10,43 Meter Kugel und übersprang 1,55 Meter. Letztere Leistung reichte auch zu einem dritten Platz in der Einzelhochsprungkoniurrenz.

Eine Heerschau der Leichtathletikjugend des Gaues Giehen-Wehlar stellten die am Sonntag in Weilburg stattgehabten Iugend- Meisterschaften dar. Es waren sehr zahlreiche Meldungen abgegeben worden, so daß die Sieger oft erst nach mehreren Aus- scheidungskämpfen festgestellt werden konnten. Die 1900er Iugend war sehr gut auf dem Damm, was durch acht Meisterschaften, vierzehn zweite und zehn dritte Plätze zum Ausdruck kommt. Besonders die beiden Hauptklassen (A- und B= Iugend) in den jüngeren Jahrgängen waren nur einige Vertreter entsandt worden zeigten viel Kampfgeist und eine unverkennbare Lei­stungssteigerung, die hinreichte, um den schärf­sten Konkurrenten, den V. s. L. Wetzlar, im Ge­samtergebnis (A-Kl. 38:30 Punkte, B-Kl. 20:18 Punkte) jeweils auf den zweiten Platz zu ver­weisen.

Rachstehend die Ergebnisse, in denen die- 1900er siegten bzw. Plätze belegten:

A-Klasse (Jahrgang 11 12). 100 Meter: 1. Marx. V. f. L. Wetzlar, 12,2 Sek.: 2. Kalb­fleisch, 1900, 12,8 Sek. 3. Balser, 1900, 12,8 Sek. Dem überragenden Sprinter Marx, der auf eini­germaßen guten Bahnen regelmäßig unter 12 Sek. läuft, konnten die beiden 1900er trotz guten Kampfgeistes nicht gefährlich werden. 200 Meter: 1. Marx, V. f. L. Wetzlar, 24,7 Sek. 2. Schickedanz, 1900, 26 Sek.: 3. Balser, 1900, 26,9 Sek. Schickedanz hat sich sehr gut entwickelt und schiebt sich immer mehr in den Vordergrund. 400 Meter: 1. Schick, V. f. L. Wetzlar, 58, Sek.: 2. Peters, 1900, 59,4 Sek.: 3. Roll, 1900, 61,3 Sek. Das Verhältnis war das gleiche wie bei dem 100-Meter-Lanf, denn vchick zählt zu den besten westdeutschen Jugendlichen. - 1500 Meter. 1. Koch I., 1900, 4:45 211 in.: 2. Abee, V. f. L. Wetzlar, 4:46,8 M.' 3. Rübsamen, V. f. B. Gie­ßen, 4:56 M. Das wohl interessanteste Rennen des Tages. Koch revanchierte sich glänzend für die vor acht Tagen beim Klubkampf erlittene Riederlage. Hochsprung: 1. Jung, 1900, 1,45 Meter: 2. Lomb, V. f. L., 1,45 Meter: 3. Roten- han, V. f. B. Gießen, 1,35 Meter. Stabhoch­sprung: 1. Jung, 1900, 3,00 Meter: 2. Roll, 1900, 2,05 Meter: 3. Speier, 1900, 2,05 Meter. Jung ist ein Stabhochsprungtalent und dürfte im kommenden Jahr als Aktiver von sich hören lassen.

Weitsprung: 1. Marx, V. f. L. Wetzlar, 5,65 Meter: 2. Balser, 1900, 5,65 Meter: 3. Schick. V. f. V. Wetzlar, 5,65 Meter. Ein Kuriosum, daß beim Weitsprung die drei ersten Plätze erst im Stichkampf festgestellt werden konnten. Richt ganz ohne Einfluß darauf mag die etwas kurze An­laufbahn gewesen sein. - - Kugelstoßen: 1. Müller, 1900, 13,72 Meter: 2. Will, 1900, 12,97 Meter; 3. Kilo, V. f. L. Wetzlar, 11,91 Meter. Wenn auch H. Müller seine vorjährige Form noch nicht wieder erreicht hat, so liegt seine Leistung doch hoch über dem Durchschnitt. Diskus: 1. Kilo,

V. f. L. Wetzlar, 35 Meter: 2. Will, 1900, 31,30 Meter: 3. Müller, 1900, 31 Meter. Der Sieger verriet Paulus' Schule. Speer: 1. Schick. V. f. L. Wetzlar, 48,55 Meter: 2. Müller, 1900, 45,20 Meter: 3. Will, 1900, 44,45 Meter. Leistungen, die sich sehen lassen können. - 4. 100-Meter- Stasfel: 1. V. f. L. Wetzlar 48,1 Sek.: 2. Sp. Vg. 1900 Gießen 48,8 Sek. Die V.f.L er gewannen gegen die mit Ersah laufenden 1900er erst nach Kampf. Schwedenstaffel: 1. V. f. L. Wetzlar 2:16,8 Min.: 2. Sp. Vg. 1900 Gießen 2:24,5 Min. Das hervorragende Laufen ihres 400-Meter- Mannes sicherte den Wetzlarern den Vorsprung.

B-Klasse (Jahrgang 13 14). 100 Meter: 1. Koch II., 1900, 12,4 Sek.: 2. Höhn. Weilburg. iF. V.. 12,5 Sek.: 3. Guthardt. 1900. 12,7 Sek. Ein interessanter Kamp', den der schnelle 1900er erst bei 90 Meter für sich entschied. 400 Meter: 1. Kuhlmann. V. f. L., Wetzlar. 58.1 Sek.: 2. Eteuerwald. V. f. V. Gießen. 60.4 Sek.: 3. Mootz. 1900, 60,9 Sekunden. Der Spielvereinigungsmann hätte ans der Strecke schneller fein müssen. 800 Meter: 1. Kuhlmann. V l L. Wetzlar. 2:21 'Minuten: 2. Mootz. 1900.. 2:23 Min,: 3. Höhn. Weilburg F. V.. 2:25 Minuten. Der Sieger be­wies. daß er V. f. L s. beste B-Klassenstühe ist. Weitsprung: 1. Gräf. 1900, 5.65 Meter: 2 Steuerwald. V. s. V. Gießen. 5.50 Meter: 3.

Guthardt, 1900, 5,40 Meier. Wieder eine ganz ausgezeichnete Weitsprungleistung von Gräf. Hochsprung: 1. Auer, 1900, 1,45 Meter: 2. Kuhl­mann. 03.1.2. Wetzlar, 1,40 Meter: 3. Mootz, 1900. 1.35 Meier. Auer bewies, daß sein Sieg beim Klubkampf nicht Zufall war. Diskus: 1. Körber. V.f.L Wetzlar, 32,lOMeter: 2. Rodriguez, 1900, 29,89 Meter: 3. Luh, V. f. V. Gießen, 29,13 Meter. Die 29,89 Meter stellen für den kleinen 1900er eine recht ansprechende Leistung dar. 4 100-Meter-Staffel: 1. Sp. Vg. 1900 ®ie- ßen, 50,2 Sek.: 2. 03. V C. Wetzlar. 50,9 Sek.: 3. V. s. V. Gießen. 51,1 Sekunde. Die läuferisch besseren Spielvereinigungsleute wechselten dies­mal zufriedenstellend und schlugen daher den V.f.L. sicher. Mannschaft: Gräf, Guthardt, Rodriguez, Koch II.

S-Klasse (Jahrgang 15,16). 4xl00-Meter Staffel: 1. V. f L. Wetzlar. 56.8 ©et; 2. Sp. Vg. Gießen. 60.9 Sekunden. Die Gießener waren start ersatzgeschwächt und kamen infolgedessen nicht recht mit.

b>Klasse (Jahrgang 17,18). Dreikampf (be­stehend aus 50-Meter-Lau'. Weitsprung aus dem Stand. Vallweitwurf): 1. Weber. V.f.L. Wetzlar, 65 Punkte; 2. Volk, 1900, 42 P.; 3. Weyl. V. f. V. Gießen, 41 P.; 3. Märzhäuser. V.f.L... 41 P. Der talentierte 1900er hielt sich gegen seine zahl­reichen, körperlich überlegenen Mitbewerber sehr gut.

B. f.D. Leichtathletik.

Drei erste, drei zweite und zehn dritte Siege in Weilburg.

Die Leichtathletik-Jugend des V. f. B. errang am Sonntag bei den Gaujugendwett kämpfen in Weilburg die oben angeführten Erfolge, eine in Anbetracht der kurzen Zeit ihres Bestehens und der starken an Wettkampferfahrung überlegenen Konkurrenz stattliche Zahl, die den Jugendlichen selbst und der Abteilungsleitung das beste Zeugnis ausstellt. Leider hatte V. f. B. in der Klasse A nur zwei Bertreter. Beim 100-Meter-Laus der Klasse C holte sich Mattern acht Meter vor dem Ziel, mit zwei Meter in Führung liegend, eine Sehnenzer- rung und mußte den sicheren Sieg dem Gegner überlassen. Da der verletzte Mattern am weiteren Laufen stark behindert war, ging auch die 4X100- Meter-L-Staffel verloren.

Nachstehend die Konkurrenzen, in denen B. f. B. zu Erfolgen kam:

Hochsprung, Klasse A: 3. v. Rotenhan, B. f. B. Gießen, 1,40 Meter.

1 500 'Dieter, Klasse A: 1. Koch, Sp. Bgg. Gießen; 2. Abe, B. f. L. Wetzlar ; 3. Rübsamen, B. f. B. Gießen. Erst im Spurt mpßte der führende Rübsamen den anderen weichdn. Kampf der drei Ersten aus der ganzen Strecke.

4 X 1 0 0 - M e t c r-S t a f f e l, Klasse B: 1. Sp. Bgg. Gießen 50 Sek.; 2. B. f. L. Wetzlar 50,9 Sek.; 3. B. f. B. Gießen 51,1 ^ek.; 4. Weilburg. Der verletzte Stroh auf Nr. 3 ließ sich den von Hell- incijcr herausgelaufenen Borsprung abnehmen, so daß Kirchheimer am Schluß nur noch aufholen konnte.

Diskus, Klaffe B: 1. Körber, B. f. L. Wetzlar, 32,10 Meter; 2. Rodriguez, Sp. Bgg. Gießen, 29,89 Meter; 3. Luh, V. f. B. Gießen, 29,13 Meter.

Kugel, Klaffe B: 1. Korber, '23. f. ß. Wetzlar, 11,61 Meter; 2. Waldfchmidt, Wetzlar, 11,24 Meter; 3. Luh, '23. f. 'S. Gießen, 10,58 Meter: 4. Rodriguez, Sp. Bgg. Gießen, 10,54 Meter.

4 0 0 Meter, Klaffe B: 1. Cullmann, B. f. L. Wetzlar, 58,1 Sek.; 2. Steuerwald, B. f. B. Gießen, 59,4 Sek.; 3. Motz, Sp. Bgg. Gießen, 60,9 Sek. Steuerwald führte mit scharfem Tempo bis 300 Dieter, muß jedoch dann den stärkeren Cullmaiin ziehen laffeii.

Weitsprung, Klasse B: 1. Gräf, Sp. Bgg. Gießen, 5,65 Meter; 2. Steuerwald, L. f. B. Gießen, 5,50 Meter; 3. Guthardt, Sp. ißgg. Gießen, 5,40 Meter.

Kugel, Klasse C: 1. Mattern, B. f. B. Gießen, 8,71 Meter; 2. Gaul, Wetzlar, 7,84 Meter, 3. Si­mon, B. f. B. Gießen; 4. Marx, V. f. L. Wetzlar.

Weitsprung, Klasse C: 1. Ludwig, B. f. L., Wetzlar, 4,78 'Dieter; 2. Mattern, B. s. B. Gießen, 4,75 'Dieter; 3. Bornschlegel, V. f. L. Wetzlar, 4,46 Meter. Eine gute Leistung des zum erstenmal star­tenden 'Diottcrn.

10 0 'Dieter, Klasse C: 1. Bornschlegel, B. s. L. Wetzlar, 14 Sek. ; 2.. Ludwig, Wetzlar, 14,1 Sek.; 3. Simon, '23. f. B., Gießen, 14,2 Sek. Hier lag 'Diat= fern klar in Front und mußte wegen Zerrungen den Sieg fahren lassen.

Drei kam pf, Klasse C: 1. Mattern, B. f. B. Gießen; 2. Ludwig, V.f.L. Wetzlar; 3. Bornschle­gel, B. f. L. Wetzlar.

Dreikamps, Klasse D: 1. Weber, '23. f. ß. Wetzls; 2. Bolk, Sp. Bgg. Gießen; 3. Weyl, B. s. B. Gießen. Weyl verlor beim Ballweitwersen infolge einer Armverletzung mehrere Punkte und damit die Aussicht auf den Sieg. Gute ßeiftuitgen vollbrachten die kleinen B. f. Ber im Weitsprung aus dem Stand: Weyl 2,30, Küpper 2,20 und Steuerwald II. 2,15 'Dieter.

4 X 5 0 - M 'c t e r - S t a f f e l, Klasse D: 1. Weil­burg 31 Sek.; 2. '23. f. ß. Wetzlar 31,5 Sek.; 3. B. f. B. Gießen 31,7 Sek. Die '23. f. Ber konnten also die Saison nicht ungeschlagen beenden und mußten am Sonntag infolge schlechter Wechsel ihre erste Nie­derlage hinnehmen.

D r e i k a m p s, Klasse E: 1. Härder, B. f. B. Gie­ßen, 52 P.; 2. 'Dierzhäuser, '23. f. ß. Wetzlar, 42 P.; 3. Heinz Fischer, '23. f. B., Gießen, 41 P.

Oberheffen.

provinzialausschuß - Sitzung.

Der Provinzialausschuß der Pro­vinz Oberhessen beschäftigte sich in seiner öffentlichen Sitzung am vergangenen Samstag mit nachstehenden Derwaltungsstreitsachen und kam in jeder Sache zu einem Urteil.

Als erster Punkt der Tagesordnung wurde verhandelt dj§ Beschwerde der Hauptver­waltung des Landgrafen von Hessen in Philivpsruhe bei Hanau a. M. gegen die Entscheidung des Tezirkswohnungskommissars beim Kreisamt Friedberg vom 11. Februar 1929 wegen Enteignung von Baugelände zugunsten der Gemeinde Rieder-Eschbach.

Gegen die Entscheidung des Kreisamts Fried­berg (Bezirtswohnungskommissars). wonach das strittige, in der Gemarkung Rieder-Eschbach ge­legene Gelände zu einem Enteignungspreis von 3 Mk. für den Quadratmeter enteignet wurde, legte die Hauptverwaltung des Landgrafen von Hessen bezüglich der Festfetzung des Enteignungs- Preises von 3 Mk. Beschwerde bei dem Provin­zialausschuß ein mit dem Antrag, den Preis aus 5 bzw. 6 Mk. festzusehen, da es sich im vorliegenden Falle um hochwertiges Gelände han­dele. In der mündlichen Verhandlung, in der durch Sachverständige und auf Grund vorgeleg­ter schriftlicher Unterlagen die Bewertung des in der Gemarkung sonst veräußerten Geländes festgestellt wurde, kam der Provinzialausschuß unter Abänderung der Entscheidung des Vezirks- wohnungskommissars beim Kreisamt Friedberg zu dem Urteil, die Höhe der Entschädigung für das zu enteignende Gelände aus 3,50 Mk. für den Quadratmeter sestzusetzen. Die Kosten des Be- schwerdeverfahrens werten zu fünf Sechstel der Be­schwerdeführerin und zu ein Sechste! der Gemeinde Rieder-Eschbach auferlegt und der Streitwert auf 1275 Mk. festgesetzt.

Als nächster Punkt der Tagesordnung stand zur Verhandlung die Klage des Karl Zülch und Sohn in Gießen gegen die Stadt Gießen wegen Heranziehung zu den Müllabfuhrgebühren für das Haus Alicenstraße 24. Gegen die von der Stadt Gießen angeforderten Müllabfuhrgebühren für das Rechnungsjahr 1929 erhob der Oben­genannte Klage bei dem Provinzialausschuß mit der Begründung, daß das in Betracht kommende ihm gehörige Anwesen Alicenstraße 24 nicht be­wohnt werde und demnach auch kein Müll ent­stehe. Etwa 4 bis 5 Monate brenne in dem Ge­bäude nur ein Ofen, dessen Asche er zu Dung- zwecken verwende. Gegen die Anforderung der Stadt war innerhalb zwei Odonaten das Rechts­mittel der Beschwerde zulässig. Diese Frist wurde jedoch nicht eingehalten. Der Kläger versuchte durch einen mitgebrachten Zeugen zu beweisen, daß die Klage rechtzeitig eingereicht worden sei. Der Provinzialausschuß wies die Klage als un­zulässig zurück und verurteilte den Kläger in die Kosten des Verfahrens. Der Streitwert wurde auf 12 Mk. festgesetzt.

Weiter wurde verhandelt die Klage des Rudolf Bachmann zu Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 6. Juli 1929 wegen Ver­sagung eines Wandergewerbescheins. Der Be­vollmächtigte des Klägers führte in der münd­lichen Verhandlung aus, daß Bachmann den Wandergewerbescheiii zum Hinterhalt seiner aus vier Personen bestehenden Familie benötigte, daß die zuletzt über ihn verhängte Strafe bereits vier Jahre zurückliege und er sich zwischenzeit­lich gut geführt habe. Der Vertreter des Polizei­amts Gießen bestätigte die Angabe:,. Der Pro- vinzialausschuß erkannte durch Urteil zu Recht, der Klage stattzugeben und dem -Kläger den nach- gesuchten Wandergewerbeschein zum Handel mir Kurz- und Stahlwaren unter Auferlegung der Kosten des Verfahrens und unter Festsetzung des Streitwertes auf 50 Mk. zu erteilen.

Im nächsten Punkt der Tagesordnung wurde das Gesuch des Ernst Brandt in Bad-Rauheim um Erteilung der Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft mit Branntweinausschank im Hause Am Goldstein Rr. 2 verhandelt. Die Stadt­verordnetenversammlung und das Polizeiamt Bad-Rauheim, sowie das Kreisamt Friedberg hatten das Gesuch mit der Begründung abge­lehnt. daß in dem schwach bewohnten Stadtteil Am Goldstein ein Bedürfnis für die Errichtung einer Wirtschaft nicht bestehe. In der mündlichen Verhandlung, in der der Vertreter des Polizei­amts und der Stadtverwaltung Bad-Rauheim, sowie der Vertreter des Gesuchstellers anwesend waren, brachte der Vertreter der genannten Be­hörden zum Aufdruck, daß die Räume des in Frage kommenden Gebäudes wohl den gesetzlichen Bestimmungen entsvrechen würden, daß jedoch durch seine Lage jenseits des Bahnkörpers die polizeiliche Kontrolle sich schwerer durchführen lasse und überhaupt ein Bedürfnis nicht entstehe. Auch sei die Wohnungsnot in Bad-Rauheim soeben sehr groß, so daß zunächst die zur Verfügung stehenden Räume zu Wohnzwecken verwendet werden müßten. Der Vertreter des Gesuchstellers schilderte den großen Verkehr durch die Straßen nach Rödgen und Wisselsheim, wies ferner auf den in der Rähe liegenden Bahnhof hin. in dem man sich bei schlechter Witterung wegen dessen primitiver Einrichtung nicht gut aufhalten könnte, so daß eine Wirtschaft in allernächster Rähe des Bahnhofs unbedingt als ein dringendes Bedürf­nis angesehen werden müsse. Der Vertreter schil­derte ferner noch die persönlichen Verhältnisse

des GefuchsteNerS. der soeben keinen Berus habe und dem durch die Erteilung der Konzession eine Wohnung geschaffen würde. Der Provinzialaus­schuh lehnte das Gesuch des Ernst Brandt zu Bad-Rauheim um Erteilung der Genehmigung zum Betriebe einer Schankwirtschaft im Hause Am Goldstein Rr. 2 zu Bad-Rauheim ab und verurteilte den Gesuchsteller unter Festsetzung des Streitwertes auf 1000 Mk. in die Kosten des Ver­fahrens.

Als letzter Puntt der Tagesordnung wurde verhandelt die Klage des Bezirksfürsorge­verbandes der Stadt Mainz gegen die Entscheidung des Ministers für Arbeit und Wirt­schaft wegen Erstattung von Fürsorgekosten für den Arbeiter Fr. Machleid, geb. zu Schweinfurt a. M. Im vorliegenden Falle handelt es sich um den Ersah von entstandenen Kosten für einen herumziehenden Wanderer, der in einer Reihe von Pflegcanstalten. darunter auch in der Landes- Heil- und Pflegeanstalt zu Gießen untergebracht war und. wie die Vernehmung des Vertreters des Klägers ergab, offensichtlich durch fein Ver­halten immer darauf ausging. Unterkunft in einem Krankenhaus oder einer Anstalt zu finden.

Der Provinzialausschuß kam zu dem Urteil, die Klage als unbegründet zurückzuweisen, die Kosten des Verfahrens dem Kläger zur Last zu legen und den Streitwert auf 35 Mk. festzusetzen.

Landkreis Gießen.

. Klein-Linden, 25. Aug. Wegen eines schweren A u t o u n f a 11 5, der sich vor einigen Wochen zwischen Klein-Linden und Großen-Linden ereignete, sand dieser Tage eine Ortsbesichtigung und anschließend eine Gerichtsverhandlung im hiesigen Schulsaal statt. Ein Käfereibesitzer aus Kirchgöns hatte zwei Fußgänger aus Frankfurt a.M. über­fahren und sie so schwer verletzt, daß sie sich längere Zeit in ärztlicher Behandlung befanden. Das Urteil lautete auf 150 Mark Geldstrafe und Tragung sämt­licher Kosten. Der Beklagte nahm das Urteil an.

CO Klein-Linden, 26. Aug. Um weiteren Unglücksfällen, wie sie schon oft an der Ein­mündung der Wetzlarer Straße in die Fran k f u r t c r Straße vorgekommen sind, vorzubeugen, läßt die Straßenbauverwaltung der Provinz Oberhessen gegenwärtig quer über der Wetz­larer Straße und der Frankfurter Straße große Warnungstafeln anbringen. Ob diese Maß­nahmen genügen, muß die Zukunst lehren. Bei einer Frequenz von täglich weit mehr als 1000»Kraft­fahrzeugen wäre namentlich an Sonntagen die Ueberwachung dieser berüchtigten Ecke durch einen Sicherheitsposten dringend zu empfehlen. Auch wäre die Festsetzung einer Höchstgeschwindigkeit für Kraft­fahrzeuge an dieser Stelle im Interesse der die Straße passierenden Personen und Kraftfahrzeug- benutzer unbedingt zu erwägen.

4- Grünberg, 26. Aug. Nach mehrjähriger Pause veranstalteten am Sonntag die beiden hie­sigen Schulen, Oberrealschule und Volksschule, wie­derum ein 3 u g e n b f e ft. Begünstigt vom schönen Wetter nahm das Fest einen guten Berlauf. Un­ter Vorantritt des Musikvereins zogen die Schü­ler, die beiden Gesangvereine und ber Turnverein 3um Turnplatz. Ein dreistimmiger SchülerchorIch hab' mich ergeben", geleitet von Rektor Bender, eröffnete die Feier. Die Festrede hielt Lehrer R o i h. Nach dem gemeinsam gelungenen Deutsch­landliede folgten drei Gruppen Freiübungen, die von etwa 150 Schülern der beiden Schulen unter der Leitung von Assessor Roth mit Musikbe­gleitung geturnt wurden und anschließend br-i Gruppen Stabübungen ber Mädchen ber obersten Volksschulklasse unter ber Leitung von Lehrer Wenzel ebenfalls mit Musikbegleitung. Beide Vorführungen fanden allgemeinen Beifall. Weiter­hin sind noch zu erwähnen: ein Schwank, darge­stellt von Oberrealschülern, Volkstänze ber Mäd- . chen ber Oberrealschule unter ber Leitung von Frl. Dr. Döll, volkstümliches Turnen der Volks­schüler, ein Handballspiel der Oberrealschüler u. a. Ehöre der beiden Gesangvereine, die teils gemein­sam, teils einzeln vorgetragen wurden, sowie Vor­träge des 'Dlufifoereins trugen zur Ausgestaltung der Feier bei. Rektor Bender dankte ber Stadt­verwaltung für bie Bewilligung ber Mittel zur Abhaltung des Iugendfeftes und ebenso den Ver­einen für ihre Mitwirkung.

-x. Lang-Göns, 26. Aug. Da unsere W a s - j e r I c i t u ng nicht in der Lage ist, das sich stark vergrößernde Dorf zu allen Stunden mit Wasser zu versorgen, wurde sie schon seit 'Dionateii nur mor­gens und abends angestellt. Auf der Suche nach neuen Quellen machte man auch Gebrauch von der Wünschelrute und glaubte, eine Wasserader gefunden zu haben. Wie wir schon berichteten, wur­den in der Nähe der alten Quellen Bohrungen vor­genommen, bis zu 17 'Dieter Tiefe. Leider ohne Er­folg; es kamen nur geringe Wasfermengen zum Vor­schein. Inzwischen ist man damit beschäftigt, eine sehr starke Quelle in denMühlwiesen" zu fassen, und das Wasser von da, man spricht von 60 bis 80 cbm täglichem Abfluß, durch einen Motor in die Haupt­leitung pumpen zu lassen.

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